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            <title type="main">Freitag, der 11. Mai 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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               <persName>Gustav Graf</persName>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_01">Freitag 11. Mai 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_02">Die Besprechung mit den Aussenhandelsstellenleitern, die<lb/>
früher immer in der Handelskammer stattfand, hat Sektionschef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> jetzt ins Handelsministerium übergeleitet. Er sieht wahrschein<lb break="no"/>lich darin eine Prestigefrage. Mit ist es eigentlich ganz egal.<lb/>
Die Information war im üblichen Rahmen. Je nach der Tüchtigkeit<lb/>
und Geschicklichkeit des einzelnen kommt es bei einem oder dem<lb/>
anderen zu interessanten Bemerkungen. Der Handelsdelegierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__150322">Richter</rs> aus Lagos, Nigeria, hat die diversen Artikel über die<lb/>
Schmugglersituation für Stickereien, sei es im Trend, auch jetzt<lb/>
insbesondere auch im Kurier, dahingehend kommentiert, dass er natür<lb break="no"/>lich annimmt, dass man dies auch in Lagos bald kennen wird oder<lb/>
schon kennt. Trotzdem glaubt er, dass solchen Artikeln in Afrika<lb/>
nicht allzu grosse Bedeutung beigemessen wird. Die neue Zivil<lb break="no"/>regierung, die mit 1. Oktober im Amt sein sollte, wird sicherlich<lb/>
an den Importrestriktionen der Militärregierung, die erst jetzt<lb/>
wieder auf 8 Jahre verlängert wurde, festhalten. Davon sind aber<lb/>
alle Luxuswaren, worunter man auch Schuhe versteht, betroffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_03">In Ghana hat eine jetzt 10 Jahre bestehende Zivilregierung neuer<lb break="no"/>dings die Militärregierung abgelöst. Ich glaube, dass wir die<lb/>
afrikanischen Verhältnisse viel zu wenig kennen, dies gilt zu<lb break="no"/>mindestens für meine Person, und dass wir daher die diversen Re<lb break="no"/>gierungsformen und Regierungsmethoden dort falsch beurteilen.<lb/>
In Senegal ist es z.B. den Schweizern gelungen, durch einen bi<lb break="no"/>lateralen Handelsvertrag sich stärker zu verankern als Österreich.<lb/>
Für uns war 43 z.B. bis jetzt nicht möglich, Devisen für Importe<lb/>
zu ergattern. Der Handelsdelegierte meint, hätten wir auch einen<lb/>
Handelsvertrag könnten wir, sowie die Schweiz, besser abschneiden.<lb/>
Zu meiner grössten Verwunderung hatte MR <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs>, wahrscheinlich<lb/>
sogar auf Weisung von SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, bis jetzt einen solchen Handels<lb break="no"/>vertrag abgelehnt, Er sieht darin einen Rückschritt. Seiner Auf<lb break="no"/>fassung nach ist die bilaterale Periode vorüber oder sollte<lb/>
zumindestens vorüber sein. Dies ist meiner Meinung nach falsch.<lb/>
Wenn wir durch einen solchen bilateralen Handelsvertrag mit Kon<lb break="no"/>tingentlisten, ja selbst mit Indikativlisten auch nur ein Ge<lb break="no"/>schäft ermöglichen, hat sich schon dieses, ansonsten sicherlich<lb/>
sehr nutzlosen Stück Papiers, bezahlt gemacht. Aus meiner jetzt<lb/>
fast 10 jährigen Tätigkeit auf diesem Gebiet, insbesondere mit<lb/>
<pb n="48-0546" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-11_0546.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den Staatshandelsländern, weiss ich, dass gewisse Staaten und<lb/>
Systeme immer bilateral denken werden. Was haben wir nicht<lb/>
alles mit den Staatshandelsländern abgeschlossen: freien Waren<lb break="no"/>verkehr, konvertierbare Währung und ich weiss nicht, was alles noch.<lb/>
Die Praxis ist aber, dass in Wirklichkeit bilateral gedacht wird,<lb/>
bilateral abgerechnet und vom Standpunkt der Staatshandelsländer<lb/>
womöglich eine ausgeglichene Handels- und Zahlungsbilanz erfolgen<lb/>
soll. Ich bin überzeugt, dass es auch in den afrikanischen Ländern<lb/>
nicht sehr anders sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte also diesen Handelsvertrag so<lb/>
schnell als möglich entwerfen und abschliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_05">Wie wenig wir Afrika kennen war, dass auch der Handelsdelegierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145296">Engel</rs> aus Nairobi überrascht war, wie dort zu unserer grössten Ver<lb break="no"/>wunderung nach Ableben von <rs type="person" ref="#per__145298">Kenyatta</rs> nicht der Stammeskrieg ausge<lb break="no"/>brochen ist und schon gar nicht der befürchtete wirtschaftliche Zu<lb break="no"/>sammenbruch. Es kam zwar zu Devisenabflüssen, wodurch Importdepots,<lb/>
Mindestzahlungen u.s.w. verordnet wurden. Jetzt geht es aber bergauf,<lb/>
insgesamt 500 Mio. Schilling wurden 2 Anlagen VEW und Waagner-<lb/>
Biro, in dem Fall mit einem Schweizer Konsulenten, beide in Öster<lb break="no"/>reich bestellt. Bis jetzt hat es, wenn es zur Konkurrenz von<lb/>
österreichischen Firmen in einem Land um Projekte gekommen ist,<lb/>
meistens anders geendet. Ich halte nach wie vor fest, dass es<lb/>
dringendst notwendig wäre, wenn wir auch natürlich die Konkurrenz<lb/>
insbesondere im Inland bejahen, dass nicht österreichische Firmen,<lb/>
womöglich dann noch verstaatlichte oder indirekt verstaatlichte<lb/>
wie Simmering-Graz-Pauker oder Waagner-Biro auf Auslandsmärkten<lb/>
sich gegenseitig herunterlizitieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ich hatte einmal diesbezügliche Aussprachen<lb/>
angeregt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_07">Bei der Staatswappenverleihung von der Firma Meissl, einen kleineren<lb/>
<choice><choice><sic>Korrosionsbetrieb</sic><corr>?</corr></choice></choice>, der aber immerhin 170 Beschäftigte weltweit<lb/>
zum Anstreichen ausschickt, hatte ich zwar wenig Zeit. Ich erfuhr<lb/>
aber einiges über diese wichtige Sparte. In meiner Jugendzeit war<lb/>
es klar, dass man bei einem Minimum irgendwie halt auf die Eisen<lb break="no"/>konstruktionen strich, heute ist daraus auch eine Spezialtätig<lb break="no"/>keit geworden. Nicht zu glauben, dass wir diese Spezialtätig<lb break="no"/><pb n="48-0547" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-11_0547.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>keit weltweit ausüben können. Wie sehr aber die ganze Frage<lb/>
noch handwerklich beeinflusst ist, überzeugte mich der Besitzer der<lb/>
Firma Meissl, ein Dr. <rs type="person" ref="#per__150323">Schauer</rs>, der nach seinem Doktorrat das<lb/>
Maler-und Anstreicherhandwerk erlernt hat. Natürlich für mich<lb/>
ein guter Gag, der in meinen Informationen nicht vermerkt war,<lb/>
obwohl er aus dem Akt herauszulesen war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Vielleicht gelingt es Dir doch den In<lb break="no"/>formationsschreiber diese Notwendigkeiten klarzumachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_09">Direktor <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> teilt mir mit, dass er jetzt den Verlust der Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft aus Zwentendorf mit 4.5 Mia. Schilling zu je<lb/>
1/3 auf die DoKW, auf die Tauernkraftwerke und auf die Verbundge<lb break="no"/>sellschaft aufteilen muss. Er ist jetzt davon überzeugt, dass<lb/>
jetzt auch gute Freunde von mir aus diesen Werken kommen werden,<lb/>
um sich bei mir über diese Finanzpolitik zu beschweren. Trotzdem<lb/>
glaube ich auch, dass er keine andere Möglichkeit hat und werde<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> in jeder Beziehung unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_10"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hat grösste Schwierigkeiten jetzt, nachdem die KKWP<lb/>
liquidiert ist, alle auch unterzubringen. Für 8 Beschäftigte<lb/>
gibt es Pensionszusagen, die pro Beschäftigte 14 Mio. Schilling<lb/>
ausmachen und jetzt von der Gewerkschaft eingeklagt werden.<lb/>
Die ganze Personalpolitik mit den Sondergesellschaften war meiner<lb/>
Meinung nach im wahrsten Sinne des Wortes unverantwortlich. Noch<lb/>
schlimmer wird die Frage jetzt bei der GKT. Von den 170 Beschäf<lb break="no"/>tigten können höchsten 50 jetzt zur DKG, Dampfkraftwerk Korneuburg,<lb/>
übernommen werden, welches das Kohleersatzkraftwerk bauen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> möchte daher im Juli die GKT auch liquidieren, lang<lb break="no"/>fristig allerdings bis 31.12.1980. Die Gesellschafter der GKT haben<lb/>
beschlossen, dass alle, wo möglich recht viel Teile bei dem Kohle<lb break="no"/>kraftwerk verwendet werden sollen. Dagegen ist gar nichts einzu<lb break="no"/>wenden, denn es besteht noch immer die Möglichkeit solche Teile,<lb/>
wenn man einmal das Kernkraftwerk in Betrieb nehmen will, sofort<lb/>
neu anzuschaffen. Eine solche Teilverwendung würde auch politisch<lb/>
sehr gut sein, denn es könnte dann den Kernkraftwerkgegner beweisen<lb/>
dass man sehr wohl bestrebt ist, eine zweckmässig Nutzung zu er<lb break="no"/>reichen. Gegen was ich mich nur unter allen Umständen aussprechen<lb/>
würde – es besteht aber derzeit gar nicht die Gefahr – ist, dass<lb/>
man jetzt beginnt, Teile zu verschleudern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_11">Das Natururan konnte mit 100 Mio. Schilling Gewinn verkauft<lb/>
werden. Der Cogema-Vertrag konnte durch deutsche Firmen abge<lb break="no"/>löst, liquidiert werden und hat uns 70 Mio. Schilling Pönale er<lb break="no"/>spart. Offen bleibt nur der Anreicherungsvertrag mit der UdSSR,<lb/>
200 Mio. Schilling Pönale und mit Amerika 120 Mio. Schilling.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> empfohlen, irgendwelche Lösungen gegebenen<lb break="no"/>falls mit Zusagen, für spätere Aktivitäten zu versuchen, damit<lb/>
nicht diese Pönalen fällig werden. Dass die GKT resp. KKWP aus diesen<lb/>
Verträgen heraus muss, ist mir ganz klar.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_12">Die Stromversorgung wird in diesem Winter einigermassen gedeckt<lb/>
sein. Insbesondere haben die Wiener Stadtwerke eine riesige Über<lb break="no"/>kapazität, die sie jetzt den Verbundkonzern anbietet. Möglich<lb break="no"/>keiten bis 500 MW seien gegeben. Derzeit wurde ein Vertrag<lb/>
Sommerlieferung der Verbundgesellschaft von 100 MW zu Höchst<lb break="no"/>tarifen gegen Winterlieferung 100 MW, ebenfalls Höchsttarif<lb/>
plus 11 Groschen. Dadurch ergibt sich eine Preisrelation, die<lb/>
ungefähr jetzt auch der Differenz zwischen Sommer und Winter ent<lb break="no"/>spricht, Verbundtarif Sommer 27, Winter 38. Darüber hinaus sind<lb/>
die Wiener Stadtwerke bereit, 500 kWh für 41 Groschen zu liefern.<lb/>
Alle diese Preise sollten streng vertraulich behandelt werden,<lb/>
damit nicht andere Gesellschaften auch auf Preisideen kommen, die<lb/>
man nicht vertreten kann. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> wird uns unverzüglich eine Zu<lb break="no"/>sammenstellung aller Importe und damit auch der Stromversorgung<lb/>
für den Winter übermitteln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Nicht lange Briefe, bitte Tabellenform<lb/>
mit Preisen im Vergleich zu heuer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_14">Beim Jour-fixe mit der AK und ÖGB, hat natürlich das Wahlergebnis<lb/>
eine grosse Diskussion ausgelöst. Ehrlich war <rs type="person" ref="#per__97676">Tommy Lachs</rs>, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
meinte triumphierend, er war der einzige, der die 95 Mandate pro<lb break="no"/>gnostiziert hat. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> hat sofort zugegeben, dass er<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_15">A u s f a l l<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_16">zukunftsträchtig ist. Auf Grund einer Studienreise von Dr. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>,<lb/>
Finanzmann der ÖIAG, nach Amerika, eigentlich Texas-Instruments.<lb/>
Diese Firma hat ihm drüben bereits schon durch ungeheure Kenntnisse<lb/>
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nach Österreich schicken, Die Genossen sind der Meinung, ich sollte<lb/>
diese unbedingt empfangen, was ich natürlich sofort zusage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_17">Der Preisantrag der Handelskammer bezüglich Mineralölprodukte wird<lb/>
von allen kategorisch abgelehnt. Nur die Arbeiterkammer, Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>,<lb/>
wäre bereit, den Dieselpreis von 6.80 Schilling, derzeit 6.10,<lb/>
sofort zu akzeptieren, denn wegen der Frächter hat die Handels<lb break="no"/>kammer den Ofenheizölpreis doppelt so viel verteuert als das Dieselöl,<lb/>
worin schon die unsoziale Staffelung deutlich wird. AK und ÖGB<lb/>
werden den Preisantrag genau prüfen. Die ÖMV hat im Vorjahr ein<lb/>
ungeheuer günstiges Bilanzergebnis, weshalb die ÖIAG nicht 12%<lb/>
Dividenden = 180 Mio. Schilling verlangen will. Diese Information<lb/>
ersucht <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> strengst vertraulich zu behandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_18">Bezüglich der Ausdehnung der Textilförderung auf das Grossgewerbe,<lb/>
über 50 Beschäftigte, wird, wie ich erwartet habe, natürlich<lb/>
nicht nur von mir, sondern auch vom ÖGB und AK entschieden abge<lb break="no"/>lehnt. Wenn die grossen Gewerbebetriebe in die Förderung einbezo<lb break="no"/>gen werden sollen, dann sollen sie sich als Industrie deklarieren.<lb/>
Als Gewerbebetriebe haben sie entsprechende Vorteile durch den<lb/>
schlechteren Kollektivvertrag und möchten jetzt die Nachteile<lb/>
nicht in die Aktion einbezogen werden, beseitigen. Ich weiss,<lb/>
dass in den Richtlinien dafür keine konkrete Handhabe gegeben ist,<lb/>
aber wir werden sie so handhaben, dass eben nur Industriebe<lb break="no"/>triebe berücksichtigt werden. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, ÖGB, wird mit der Textil<lb break="no"/>gewerkschaft sprechen, damit hier Industrie mit den Arbeitnehmern<lb/>
AK und ÖGB gemeinsam, gegen diese Idee der Handelskammer auftritt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-11_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit Bundesrat <rs type="person" ref="#per__115611">Steinle</rs> und<lb/>
Zentralsekretär sprechen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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