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            <title type="main">Mittwoch, der  2. Mai 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_01">Mittwoch, 2. Mai 1979<lb/>
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Maifeiern eine innere Mobilisierung der Partei gebracht hat,<lb/>
die maximal ist. Dann kommt er nebensächlich auf das Streit<lb break="no"/>gespräch <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>/<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu sprechen. Ein Universitätsprofessor<lb/>
aus Westösterreich hätte ihm mitgeteilt, was <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> dort an Propa<lb break="no"/>gandashow abzog, war eine Zumutung. Die Reaktion der Öffentlich<lb break="no"/>keit war geplant und programmiert. In Kärnten hat eine ÖVP-Zeitung<lb/>
schon vor der Diskussion das Ergebnis gedruckt gehabt. Telefonische<lb/>
Anrufe beim ORF zu organisieren, wie dies die ÖVP mit den Ranger<lb/>
getan hat, ist nicht zweckmässig. Eine IFES Umfrage hat ergeben,<lb/>
dass der Kampf von <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> positiver bewertet wurde, als der letztere.<lb/>
Genauso nebensächlich kam er auf die Diskussion wegen des Benzin<lb break="no"/>preises zu sprechen und meinte nur, die Ölgesellschaften hätten<lb/>
einen derartigen Supergewinn, dass weder an eine Preisfreigabe<lb/>
noch derzeit an eine Preiserhöhung zu denken sei. Da ich weiss,<lb/>
dass sich diese Meinung nach dem 6. Mai garantiert ändern wird, habe<lb/>
ich mich erst gar nicht auf eine Polemik eingelassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_03">Die Betriebsräte von Heidenreichstein, der Firma Eisert, haben bei<lb/>
ihm vorgesprochen, resp. warteten auf ihm und er war mit der Vor<lb break="no"/>gangsweise des Masseverwalters <rs type="person" ref="#per__149773">Dachs</rs>, der jetzt nicht mehr ver<lb break="no"/>längern will, nicht einverstanden. Der Bericht von <rs type="person" ref="#per__149773">Dachs</rs> an ihn war<lb/>
Montag gekommen und er hat ihn nicht sofort angeblich erhalten,<lb/>
worüber er sehr verärgert war. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> berichtete, dass er zu Wahl<lb break="no"/>versammlungen im Mühlviertel und auch in Heidenreichstein war. Nach<lb/>
seiner Information ist eine Verlängerung bis Jahresende möglich.<lb/>
Er plädiert nur für eine Auffanggesellschaft, da es mit <rs type="person" ref="#per__149773">Dachs</rs> an<lb break="no"/>sonsten nicht gehen wird. Die Idee von <rs type="person" ref="#per__149773">Dachs</rs> ergänzte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass<lb/>
die Steyr-Daimler-Puch dort den Betrieb übernehmen sollen, hält er<lb/>
für nicht durchführbar. Die Steyr-Werke haben etliche Betriebe, die<lb/>
dringendst zu sanieren sind. Sie könnten sich daher kaum einen neuen<lb/>
aufhalsen. Ich ergänzte, dass die Firma Ullmann zwar bereit ist<lb/>
nach Heidenreichstein zu gehen, aber nicht in die alten Hallen, d.h.<lb/>
in die alte Fabrik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte prüfe wie dies mit <rs type="person" ref="#per__131976">Ullmann</rs> jetzt wirk<lb break="no"/>lich weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_05">Die Arbeitsmarktlage ist mit Ende April so günstig, dass<lb/>
wir wahrscheinlich anstelle der vorjährigen 2.1 % Arbeits<lb break="no"/>losenrate auf 2 % gesunken sind. 56.108 um 11.500 weniger als<lb/>
im Vormonat und 3.500 weniger als im Vorjahr. Die Behauptung<lb/>
von Abg. <rs type="person" ref="#per__125293">Schwimmer</rs>, dass manipuliert wird, ist falsch. 1973 hat<lb/>
man bereits beschlossen, die Karenzurlauberinnen, die ja nicht<lb/>
vermittelbar sind und gar nicht vermittelt werden wollen, sowie<lb/>
die Pensionswerber, die zwar noch Arbeitslosenunterstützung<lb/>
oder Überbrückung bekommen, aber ebenfalls nicht vermittelt werden<lb/>
wollen, kann man nicht zuzählen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut<lb/>
macht um die Vergleichbarkeit herzustellen, stets entsprechende<lb/>
Umrechnungen mit der Zeit vorher. Daher kann man die Arbeitslosen<lb break="no"/>raten ohne weiteres vergleichen. Auch die Schwimmer-Behauptung,<lb/>
die Erhebungstage sind manipuliert, stimmen nicht. Im Feber wollte<lb/>
man zuerst am 22. den Stichtag nehmen. Da dies zu früh ist, wurde<lb/>
dann der 26. Feber und beim März anstelle des 27. dann der 29.<lb/>
endgültig fixiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_06">Im Ministerrat fragte dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ganz automatisch, als bei<lb/>
meinem Antrag über die Delegation zur EFTA, nicht für die Presse,<lb/>
ausdrücklich unterstrichen steht, wozu dies. Zum Glück ist es mir<lb/>
vorher auch aufgefallen und ich habe mich bei Dr. <rs type="person" ref="#per__114718">Dersch</rs> erkundigt.<lb/>
Die Schweizer haben Bedenken dagegen, dass wenn der Ministerrats<lb break="no"/>vortrag in der Wiener Zeitung abgedruckt wird, dort ausser der Tages<lb break="no"/>ordnung auch noch die informellen Gespräche vermerkt sind. Jahre<lb break="no"/>lang geschieht dies. Auch in der Schweiz glaube ich, weiss dies je<lb break="no"/>dermann, warum man dies nicht dann bei uns publizieren soll, ist<lb/>
mir eigentlich ein Rätsel. Daß sich in Wirklichkeit kein Hund über<lb/>
die Tagesordnung der EFTA interessiert, müsste wahrlich auch schon<lb/>
in der Schweiz jedermann aufgefallen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_07">Der Chemieverband hat eine Aktion, modernes Leben, Kunststoff<lb break="no"/>recycling, geschaffen und ersucht mich nun, einer Studie zuzustimmen,<lb/>
die 800.000 Schilling kostet, wovon 400.000 das Handelsministerium<lb/>
tragen soll. An dieser Studie sind die privaten Firmen mit 200.000<lb/>
Schilling beteiligt. Die Handelskammer würde die anderen 200.000<lb/>
Schilling bezahlen. Im Prinzip stimme ich der Studie zu, meine aller<lb break="no"/>dings, dass es bis jetzt üblich war, dass die Aufwendungen zwischen<lb/>
Handelskammer und Ministerium geteilt werden. Der richtige Schlüssel<lb/>
wäre also, 200.000 die Firmen, 300.000 die Handelskammer und 300.000<lb/>
das Handelsministerium. Die Studie hätte die Aufgabe, praxisbezogen<lb/>
<pb n="48-0505" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-02_0505.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Kunststoffverwertung zu untersuchen und Vorschläge zu unter<lb break="no"/>breiten. Die Aktion modernes Leben hat in Wöllersdorf-Steinabrückl<lb/>
eine Sammelaktion mit 30 Behältern gestartet. Jetzt ergibt sich<lb/>
die Frage, wer in Hinkunft diese Kosten übernehmen soll und wie<lb/>
die Einsammlung in Hinkunft natürlich nicht nur auf eine Ortschaft<lb/>
beschränkt erfolgen sollte. Zu diesem Zweck hat die Abteilung vor<lb break="no"/>geschlagen, dass man unbedingt den Recyclingbeirat bei der ÖPG<lb/>
damit beschäftigen müsste. Bevor <rs type="person" ref="#per__150427">Hinterhofer</rs> vom Kunststoffinstitut<lb/>
die Studie in Angriff nimmt. In Steinabrückl war das Sammelergebnis<lb/>
sehr positiv. Ich führe dies allerdings darauf zurück, dass dort<lb/>
mit 400 Beschäftigten eine grosse Kunststoff-Fabrik Alpla besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Recyclingbeirat soll so schnell als möglich<lb/>
entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_09">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> von der EFTA berichtet mir, dass er den Eindruck<lb/>
hat, die Europäischen Gemeinschaften haben Interesse an einer engeren<lb/>
Kooperation mit der EFTA. Dies hat nicht nur <rs type="person" ref="#per__114457">Duchateau</rs> dem EFTA-<lb/>
Konsultativrat referiert, sondern auch ihm dann noch ausdrücklich<lb/>
in einem 4-Augen-Gespräch bestätigt. Der Coreper-Bericht, d.h. der<lb/>
Botschafterbericht der EG-Länder an den EG-Ministerrat ist von<lb/>
diesem genehmigt worden. Die EG wird jetzt aufgeschlossener,<lb/>
pragmatischer und weniger doktrinär vorgehen. Jetzt fürchtet <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs><lb/>
wird vielleicht von EFTA-Seite oder zumindest von einzelnen Ländern<lb/>
eine gewisse Zurückhaltung zu erwarten sein. Unser Angebot müsste<lb/>
daher sofort sehr konkret sich auf bessere Ursprungsregeln, nicht<lb/>
tarifarische Hemmnisse, Patente und Marken usw. beziehen. Nach<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115599">Müllers</rs> Erfahrung haben jetzt die Franzosen ihren Widerstand gegen<lb/>
engere Kooperation mit der EFTA aufgegeben. <rs type="person" ref="#per__114486">Giscard</rs> hat grosses<lb/>
Interesse ein weiteres Europa, europäische Gemeinschaften, EFTA-<lb/>
Staaten und des Süden anzustreben. Jetzt kommen die Vorbehalte<lb/>
von den Briten. Nach den Wahlen dort kann sich allerdings auch einiges<lb/>
ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_10">Die Verhandlungen mit den Beitritt Spaniens sind soweit gediehen,<lb/>
dass es nur mehr jetzt an den Annex P, d.h. in dem Fall an Portugal<lb/>
liegt, ob tatsächlich zeitgerecht der Vertrag akzeptiert wird und<lb/>
die bilateralen Gespräche zwischen Spanien und Portugal positiv<lb/>
abgeschlossen werden können. Die Regierung hat in Spanien den Par<lb break="no"/>teien das Ergebnis mitgeteilt und vor allem auch im Parlament den<lb/>
<pb n="48-0506" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-02_0506.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Aussenpolitischen Ausschuss. Beide hätten akzeptiert. Theoretisch<lb/>
stünde also der Unterzeichnung im Juni in Madrid nichts entgegen.<lb/>
Die Hauptschwierigkeit wird aber sicherlich die sein, dass es keine<lb/>
abschlussfähige Regierung in Portugal derzeit gibt. <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> rechnet<lb/>
nicht, dass daher der Zeitplan eingehalten werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_11">Der Beitritt Griechenlands zur EG, der am 28. Mai unterzeichnet<lb/>
wird und mit 1. Jänner 1981 in Kraft tritt, dass jetzt die EFTA-<lb/>
Staaten bilateral mit Griechenland verhandeln. Es erscheint aber<lb/>
dringendst notwendig, dass die EFTA-Staaten sich gegenseitig koor<lb break="no"/>dinieren, um auch eine Bilanzierung der bilateralen Wünsche der<lb/>
Griechen an die einzelnen EFTA-Länder vorzunehmen. Wenn nämlich ein<lb/>
Land vorprellt und bereit ist, den Griechen, sei es durch Quoten,<lb/>
durch Zollplafonds, durch vielleicht gar restriktive Beschränkungen<lb/>
entgegenzukommen, so hat dies selbstverständlich Auswirkungen auf<lb/>
alle anderen EFTA-Länder. Ich glaube, dass gegen eine Koordinierung<lb/>
keiner etwas dagegen haben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_12">Verwundert war ich, dass <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> auch gegen die Vorschläge der<lb/>
nordischen Gewerkschaft, bezüglich Ergänzung oder besser gesagt stär<lb break="no"/>kere Kooperation des Konsultativkomitees mit dem Ministerrat<lb/>
grosse Bedenken hat. Mir erschien die praktischste und billigste<lb/>
Lösung, wenn man tatsächlich den Vizevorsitzenden der Arbeitgeber<lb/>
und der Arbeitnehmer zur Ministerratssitzung einlädt. Das Konsul<lb break="no"/>tativkomitee hätte zwar noch weitergehende Wünsche, wie mir morgens<lb/>
in einem Telefonanruf der Arbeiterkammervertreter <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs>, der gerade<lb/>
von Genf gekommen ist, mitteilte. Das Konsultativkomitee möchte<lb/>
am liebsten, dass die Wirtschaftskommission, welche übrigens jetzt<lb/>
in Wien tagt, ähnlich wie die EG entsprechend Studien ausarbeitet,<lb/>
Vorschläge über die Wirtschaftslage und dann entsprechende Vor<lb break="no"/>schläge, wie man die verbessern kann, erarbeitet und dann dem Rat<lb/>
präsentiert. Dass dabei die Gewerkschaft sich eine besondere Mit<lb break="no"/>sprache auf internationaler Ebene erwarten, ist selbstverständlich.<lb/>
Da die Schweizer Gewerkschaften aber sehr zurückhaltend sind, kommt<lb/>
Österreich jetzt in eine immer brenzligere Situation. Die Nord<lb break="no"/>länder haben immer wieder weitergehende Vorschläge, u.a. wollen sie,<lb/>
dass der Gewerkschaftsbund einen Beobachterstatus bekommt. Die<lb/>
Schweiz ist dagegen und <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs> weiss jetzt nicht, wie er allein bei<lb/>
dieser Diskussion dann abschneiden wird. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> hat auch<lb/>
Bedenken, denn er sagt, das Konsultativkomitee würde, wenn es im<lb/>
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Gremien, eben diesen Ministerrat zu stark in Erscheinung treten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115599">Müller</rs> möchte daher auch die Ebenen Interessensvertretungen und<lb/>
Minister streng getrennt haben. Eher glaube ich, plädiert er dafür,<lb/>
dass tatsächlich das Konsultativkomitee oder die Wirtschafts<lb break="no"/>kommission viel mehr Aktivitäten entfalten sollten. Davon habe ich<lb/>
ihm ausdrücklich gewarnt, denn dies bedeutet in meinen Augen, dass<lb/>
er ein gigantisches Büro dann brauchen wird. Abgesehen von den Leuten,<lb/>
die er sich beschaffen müsste, wird dies hohe Kosten verursachen,<lb/>
die die Länder bezahlen müssten. Ich glaube nicht, dass diese dazu<lb/>
bereit wären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-02_13">Die Wirtschaftskommission der EFTA hat unter Vorsitz vom Österr.<lb/>
Nationalbank-Vertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__145969">Hain</rs> getagt. Ich habe auf Wunsch – ich<lb/>
weiss allerdings nicht von wem – dort eine Eröffnungsansprache ge<lb break="no"/>halten. Am meisten verwundert war der Nationalbankdirektor <rs type="person" ref="#per__97873">Philipp<lb/>
Rieger</rs>, mit dem ich mich dann auch sehr lange über die Wirtschaftssi<lb break="no"/>tuation unterhalten habe, dass ich in Englisch spreche. Von Englisch<lb break="no"/>sprechen kann wahrlich keine Rede sein. Die Ansprache ist aber so<lb/>
einigermassen geglückt, weil der übrigens auch bei der Wirtschafts<lb break="no"/>kommission anwesende <rs type="person" ref="#per__111384">Weiser</rs> von unserem Haus, ein in Südafrika ge<lb break="no"/>borener und dort lange gelebter, guter Mann, nicht nur sehr gut<lb/>
Englisch spricht, sondern mir auch die entsprechenden Reden her<lb break="no"/>richtet. Normalerweise wird eine Rede in Österreich zuerst in<lb/>
Deutsch, mit recht langen Schachtelsätzen aufgebaut und dann ins<lb/>
Englische übersetzt. Dies ist für mich schwer zu lesen und ent<lb break="no"/>spricht, wie mir alle versichern, gar nicht dem Stil von Engländern.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111384">Weiser</rs> vereinfacht daher und macht kurze Sätze. Dafür bin ich ihm<lb/>
wirklich sehr dankbar.<lb/>
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Entwürfe bekommt.<lb/>
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               <persName type="label">Müller, Charles</persName>
               <persName><surname>Müller</surname><forename>Charles</forename></persName>
               <occupation>EFTA-Generalsekr.</occupation>
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               <occupation>Dir. Beziehungen EG-Kommission</occupation>
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