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            <title type="main">Dienstag, der 27. März 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_01">Dienstag, 27. März 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_02">Die Vertreter der Fleischergruppe in der Lebensmittelgewerkschaft<lb/>
beharren darauf, dass unsere Gruppeneinteilung und Gruppenauto<lb break="no"/>nomie auch gegenüber dem Konsum eingehalten werden muss. Der Be<lb break="no"/>triebsratsobmann der Arbeiter vom Konsum hat seine sämtlichen Be<lb break="no"/>triebe in einen Betriebsrat vereint. Dies widerspricht eindeutig<lb/>
dem Gesetz, solange dieser alte Betriebsrat, der noch vor der<lb/>
Fusionierung des Konsums geschaffen wurde dauert – und dies ist<lb/>
noch 2 Jahre – wird sich an dem Zustand nichts ändern. Dann muss<lb/>
er aufgrund des Gesetzes in jeden Betrieb einen eigenen Betriebsrat<lb/>
wählen und kann dann noch einen Zentralbetriebsrat schaffen. Wenn<lb/>
der Fleischerbetrieb des Konsum St. Marx dann einen eigenen Betriebs<lb break="no"/>rat hat, bin ich fest überzeugt, wird dieser sowieso zur Fleischer<lb break="no"/>gruppe wollen. Überrascht war ich nur zu erfahren, dass der Industrie<lb break="no"/>vertrag der Fleischergruppe höhere Löhne vorsieht als der Konsum mit<lb/>
seinem Hausvertrag. Dies hätte ich nie geglaubt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_03">Fraktionsobmann <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> und SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> teilen mir mit, dass jetzt<lb/>
die Definitivstellung, die nach 4 Jahren erfolgen kann, bei den jün<lb break="no"/>geren Leuten dadurch erfüllen können, wenn man ihnen die Vordienst<lb break="no"/>zeiten und insbesondere ihr Studium anrechnet. Dies geschieht in<lb/>
anderen Ministerien schon länger. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> wird jetzt die entspre<lb break="no"/>chenden Anträge fertigmachen. Bis zu 2 Jahre kann angerechnet wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_04">Vor dem Ministerrat lasse ich <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> die Antwortbriefe und Fernschreiben<lb/>
von MR <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> an die Landwirtschaftsvertreter lesen, der sich sehr<lb/>
geschickt, aber mit aller Deutlichkeit gegen die unverantwortlichen<lb/>
Meinungen und Äusserungen der Agrarier wendet. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ist genau so<lb/>
wie ich davon begeistert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_05">In einer Nachbesprechung nach dem Ministerrat informiert <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
dass er jetzt Ministerratsanträge aus der <rs type="person" ref="#per__85755">Dollfuß</rs>-Zeit gefunden<lb/>
hat, wo jeder Ministerrat sich immer mit so und so viel zehntau<lb break="no"/>senden von Aussteuerungen beschäftigt hat. Demgegenüber meint er,<lb/>
wird jetzt bei uns in jedem Ministerrat immer Massnahmen beschlossen,<lb/>
um die Arbeit sicherzustellen. Er bezieht sich darauf auf die ERP-<lb/>
und vor allem Regierungszinsenzuschussaktion. Er wird die alten<lb/>
<pb n="47-0373" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band47/47_1979-03-27_0373.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Ministerratsprotokolle zur Verfügung stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_06">Ebenso kommen die Prozesse die jetzt laufen zur Sprache. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat den gegen das Profil, <rs type="person" ref="#per__127760">Lingens</rs>, gewonnen und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet<lb/>
dass er zwei gegen <rs type="person" ref="#per__118667">Pretterebner</rs> gewonnen hat und gegen die ÖVP-<lb/>
Zeitung "PLUS" der Anwalt der ÖVP, <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs>, den Vorwurf der Berei<lb break="no"/>cherung sofort zurückgezogen hat und beim zweiten Beweisanträge<lb/>
gestellt, die der Richter dann am 11. Mai abhandeln wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_07">Im Ministerrat selbst hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gegen die starke Delegation an<lb/>
der Welthandelskonferenz in Manila, die über ein Monat dauern<lb/>
wird, grösste Bedenken. Er meinte sogar, wenn die Spitzenbeamten<lb/>
so lange vom Haus weg sein können, wer macht dann ihre Arbeit.<lb/>
Das Handelsministerium ist durch MR <rs type="person" ref="#per__116916">Waas</rs> vertreten. Da aber das<lb/>
Aussenamt und das Finanzministerium jeweils immer zwei Vertreter<lb/>
haben, wird er sich noch überlegen, wie man die Delegation verkürzen<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_08">GD <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> teilt mit, dass sie in der gestrige GKT-Sitzung keine<lb/>
Einigung über das Ersatzkraftwerk für Zwentendorf finden konnten<lb/>
und deshalb dieses Projekt für die Verbundgesellschaft eigentlich<lb/>
gestorben ist. Der Vertreter der STEWEAG, <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs>, war der Meinung<lb/>
man müsse doch überlegen, ob man nicht statt Gas, Öl, auf Kohle um<lb break="no"/>stellen müsste. Dies bedeutet eine längere Planung und die anderen<lb/>
Landesvertreter waren auch eher abwartend. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> meinte, sie<lb/>
hätten ihn sehr schonend behandelt und meinten sogar, sie seien so<lb/>
unglücklich, dass sie ihn jetzt in diesem Projekt nicht folgen<lb/>
könnten. Er hatte den Eindruck, dass alle ein richtiges Schuldgefühl<lb/>
ihm gegenüber hatten. Obwohl er versicherte, dass ihm dies gar nichts<lb/>
ausmacht. Er erklärte, dass der sowieso nicht bestandene Konflikt<lb/>
zwischen ihm und mir, ob Öl oder Kohle, damit zugunsten vom Mi<lb break="no"/>nister entschieden ist und er sei damit sehr einverstanden. In Wirk<lb break="no"/>lichkeit bin ich überzeugt, ist von ihm eine schwere Last genommen<lb/>
worden, denn er hätte auf alle Fälle bei dem Ölkraftwerk dann allein<lb/>
die Verantwortung tragen müssen, wenn es zu keiner ausreichenden<lb/>
Ölversorgung in Zukunft gekommen wäre. Ein Ölkraftwerk meinte er,<lb/>
hätte er daher auch nur bauen können, wenn die Elektrizitätswirt<lb break="no"/>schaft geschlossen wie ein Mann hinter ihm gestanden wäre. Dazu<lb/>
kommt nach meiner Auffassung aber noch, dass bezüglich der Inbetrieb<lb break="no"/><pb n="47-0374" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band47/47_1979-03-27_0374.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nahme von Zwentendorf die Umweltbelastung noch stärker geworden<lb/>
wäre. Angeblich haben die niederösterreichischen Vertreter <rs type="person" ref="#per__150038">Pöhnl</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__117159">Plöchl</rs> erklärt, dass die Landesregierung einem Kohlenkraftwerk<lb/>
an diesem Standort nie zustimmen wird. Die Kombination Atom und<lb/>
Kohlekraftwerk wäre überhaupt unmöglich gewesen. Die Verbund beab<lb break="no"/>sichtigt deshalb strengstvertrauliche Untersuchungen anzustellen,<lb/>
wieweit in St. Andrä ein Kohlekraftwerk auf jugoslawischer Kohle<lb/>
errichtet werden kann. Dir. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> von der ÖDK ist fest davon<lb/>
überzeugt, dass man mit den Jugoslawen einen Kohlenliefervertrag<lb/>
zu günstigen Bedingungen abschliessen kann, wenn er die Kohlever<lb break="no"/>handlungen für eine langfristige Lieferung für die bisherigen Werke<lb/>
St. Andrä I und II behandelt. Nur wenn vorzeitig den Jugoslawen<lb/>
bekannt wird, dass wir ein grosses Kohlekraftwerk dort errichten,<lb/>
werden sie dann sofort für diese Kohle mehr verlangen. Zur Überbrückung<lb/>
der zu erwartenden Elektrizitätsschwierigkeiten im Winter soll die<lb/>
Bauzeit von Voitsberg III um 1 Jahr verkürzt werden, was angeblich<lb/>
möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lass Dir von der Verbund die Stromproduktion<lb/>
nach einzelnen Kraftwerken und Ex- und Importverträge der nächsten<lb/>
Jahre zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_10">Der niederländische Botschafter hat für den Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__150039">Beyen</rs><lb/>
ein Mittagessen gegeben, wo er ausser Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, Vizekanz<lb break="no"/>ler a.D. <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs>, Prof. <rs type="person" ref="#per__97731">Mautner-Markhof</rs> und vor allem alle Generaldi<lb break="no"/>rektoren der holländischen grossen Betriebe eingeladen hat. GD <rs type="person" ref="#per__134985">Homan</rs><lb/>
von der Glanzstofffabrik St. Pölten hat mich an einen Brief erin<lb break="no"/>nert, den er mir schrieb, wo er um Unterstützung durch Beistellung<lb/>
von 2 Leuten, <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> und <rs type="person" ref="#per__114499">Krehlik</rs> für einen Arbeitsausschuss ersuchte.<lb/>
Ich habe ihm sofort zugesichert, dass das ganze Ministerium zu seiner<lb/>
Verfügung steht, wenn es darum geht, die Arbeitsplätze in St. Pölten<lb/>
zu sichern. Der niederländische Botschafter hat auch den Staatssekre<lb break="no"/>tär ein Schreiben mitgegeben, wo er darauf verweist, dass es nicht<lb/>
gut angeht, jetzt die Arbeiter dort mit September zu kündigen. Hier<lb/>
muss eine Ersatzlösung gefunden werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was ist mit dem Brief geschehen??<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_12"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war natürlich über das Wahlergebnis vom Sonntag sehr<lb/>
wenig begeistert. <rs type="person" ref="#per__127177">Papacek</rs>, mein Chauffeur, hat mir allerdings mit<lb break="no"/>geteilt, dass der Chauffeur von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ihm erzählte, dass<lb/>
sein Chef schon immer mit einer Niederlage in Niederösterreich<lb/>
und Salzburg gerechnet hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_13">Die Firma Knoblich hat einen Ionisator entwickelt und bei einem<lb/>
Essen im Hilton vorgestellt. Univ.Prof. <rs type="person" ref="#per__150040">Fleck</rs> vom Atominstitut und<lb/>
ein Dozent für die medizinische Seite erörterten die Bedeutung<lb/>
vom Ionengehalt in der Luft. Ionisatoren gibt es schon seit<lb/>
Jahrzehnten, wie mir der Pressereferent des Gewerkschaftsbundes<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__141695">Duval</rs> beim rausgehen sagte. Dieser ist technisch sicherlich<lb/>
vollendeter und wenn die medizinischen Voraussagen zutreffen, wirk<lb break="no"/>lich dann ein ganz grosser Erfolg. Ich bin sehr gespannt. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs><lb/>
erzählte mir, er hat einmal eine Party zu Hause gehabt und da seien<lb/>
die Gäste bis fast in der früh geblieben, nur weil sie durch die<lb/>
Ionisierung sich wie im Gebirge gefühlt haben. Ich weiss nicht, ob<lb/>
es dort nicht eher der Alkohol oder die gute Gesellschaft gewesen<lb/>
ist, die sie zu so langem Verweilen veranlasst hat!! Auf alle Fälle<lb/>
bedeutet der Ionisierer eine weitere Stromquelle, allerdings nur in<lb/>
der Stärke einer Glühlampe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_14">Die zentrale Lehrlingsstelle im Gewerbehaus wurde mir jetzt von<lb/>
Kammerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> und den Obmann der Gewerbesektion Stadt<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__126257">Neusser</rs> sowie Kammeramtsdirektor <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und den dort anwesenden<lb/>
Verantwortlichen präsentiert. Da weder SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> noch ich bei der<lb/>
Eröffnung eingeladen wurden, wollte man uns jetzt – die fast übrigens<lb/>
10 Mio. Schilling betragende Investition zeigen. Das alle Details<lb/>
und Informationen jetzt in einem Computer gespeichert werden, ist für<lb/>
etliche schon selbstverständlich. Bei dieser Gelegenheit intervenierte<lb/>
dann <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> noch einmal wegen einer entsprechenden Auszeichnung für<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs>. Ich habe ihm zugesagt – und dies ist jetzt auch<lb/>
bereits durchgeführt – dass er das goldene Ehrenzeichen bekommt.<lb/>
Darüber wird er sich sicher sehr freuen und die Handelskammer wird<lb/>
anerkennen, dass ich die Wirtschaft ordensmässig besser behandle,<lb/>
als Beamte. Meiner Meinung nach ist dies aber auch berechtigt, denn<lb/>
die Einteilung der Ordensklassen hat die Beamtenschaft ausschliess<lb break="no"/>lich in der Vergangenheit nach ihren Gesichtspunkten und ihren Ver<lb break="no"/>diensten ausgerichtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_15">Im Energiebeirat wurde der Energiebericht zur Diskussion gestellt.<lb/>
Einleitend habe ich erklärt, dass wir im Handelsministerium<lb/>
Kritik gerne entgegennehmen, nur wollte man nicht unbedingt immer<lb/>
in den Massenmedien glauben, dass das Handelsministerium nicht<lb/>
aufgrund von genauen Ziffern, womöglich letzten Prognosen des<lb/>
Wirtschaftsforschungsinstitutes und vor allem auf Informationen der<lb/>
einzelnen Sparten verzichten kann. Dieser Bericht, der sich nur den<lb/>
Namen nach von den bisherigen Energieplänen unterscheidet, weil er<lb/>
eben auch dem Parlament vorgelegt werden wird, ist aufgrund der jetzi<lb break="no"/>gen Erkenntnisse erstellt. Nächstes Jahr, wahrscheinlich schon in<lb/>
1/2 Jahr, ist er längst überholt. In der Diskussion, die übrigens<lb/>
sich nur auf Einzelheiten und in sehr geringem Ausmass bewegte,<lb/>
wurde dann wieder angeschnitten, dass man eben mehr sparen sollte.<lb/>
Dies sogar von einem Vertreter der Handelskammer. Ich konnte nicht<lb/>
umhin, neuerdings zu erklären, dass ein Handelsminister es verdammt<lb/>
einfach hätte, wenn er die Energieversorgung nur darauf aufbauen würde,<lb/>
was die Massenmedien oder irgendwelche andere Gruppen hier immer vor<lb break="no"/>schlagen. In diesem Fall würde ein Energiequantum in Aussicht ge<lb break="no"/>nommen, welches zur Verfügung steht. Sollte es dann gegen Jahresende<lb/>
keine Energie mehr geben, weil eben die Sparquote als zu hoch ange<lb break="no"/>setzt wurde, dann wäre das eine Katastrophe für die Wirtschaft, aber<lb/>
auch für die Konsumenten. Wir haben gar keine andere Möglichkeit als<lb/>
von den tatsächlichen Verbrauchsmengen auszugehen um zu sehen, ob<lb/>
im laufendem Jahr die notwendigen Verbrauchsmengen wieder zur Ver<lb break="no"/>fügung gestellt werden. Dies ist die einzige Aufgabe des Energie<lb break="no"/>ministers. Alles andere, vom Energiesparen, von geringeren Ver<lb break="no"/>brauchsmengen, sind Wunschziele, die jedermann stärker berücksichtigen<lb/>
kann, als gerade der Energieminister.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_16">Die Handelskammer ersuchte mich zur Ölpreisbesprechung zu kommen. Dort<lb/>
hatte ich auch Gelegenheit, den sogenannten Fachleuten, auch der<lb/>
Handelskammer neuerdings diese Politik auseinanderzusetzen. Sie hat<lb/>
uneingeschränkt die Zustimmung erfahren. Für mich ist es ganz deutlich<lb/>
dass daher die ganze ÖVP-Oppositionspolitik, die mich in diesem<lb/>
Punkt besonders stark attackiert, nicht von den Fachleuten geteilt<lb/>
wird. Nur im politischen Wahlkampf wird jetzt geschwiegen, um diese<lb/>
offene Angriffsmöglichkeiten gegen das Handelsministerium nicht zu<lb/>
stören.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_17">Bezüglich der Ölpreise wird mir von den Sozialpartnern, Arbeiter<lb break="no"/>kammer, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, Gewerkschaftsbund, <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, Handels<lb break="no"/>kammer, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>, und die Ölgesellschaftsvertreter mitgeteilt,<lb/>
dass sie den Rabatt um 30 Groschen sofort aufheben. Die Paritätische<lb/>
Kommission, der Unterausschuss, wird am 2. April für Bitumen 100<lb/>
Schilling, für Heizöl leicht und mittel 120 Schilling und für Heizöl<lb/>
schwer 180 Schilling für die Tonne genehmigen. Ein Preisantrag über<lb/>
die ganze Palette wird Mitte Mai eingebracht werden und soll ohne<lb/>
unnötigen Aufschub erledigt werden. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> fragt noch, ob die Elek<lb break="no"/>trizitätswirtschaft ihr Stillhalteabkommen dann bis 31.12.1979<lb/>
auch aufrechterhalten wird. Dazu kann ich nichts sagen, denn da muss<lb/>
ich erst mit der Elektrizitätswirtschaft Gespräche führen. Die Handels<lb break="no"/>kammer meint, mit Mitteilung an mich sei die ganze Angelegenheit er<lb break="no"/>ledigt. Dagegen spreche ich mich ganz entschieden aus, denn da es sich<lb/>
um keine amtliche Massnahme handelt, muss die Handelskammer unbedingt<lb/>
spätestens um 9.00 Uhr abends die Öffentlichkeit durch APA-Aussendung<lb/>
verständigen. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> wird beauftragt, dies dann auch zu tun.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_18">In der Klubsitzung der Mandatare auf der Landstrasse berichte ich<lb/>
über die wirtschaftlichen und insbesondere Nachwahl-politischen<lb/>
Überlegungen. Niederösterreich und Salzburg sowie Kärnten waren<lb/>
natürlich auch für unsere Funktionäre eine angenehme Überraschung.<lb/>
Wir stellen alle übereinstimmend fest, dass der persönliche Kontakt<lb/>
mit den Wählern das Wichtigste ist, weshalb verschiedenste Varianten<lb/>
durchbesprochen werden, was wir auf der Landstrasse noch besser machen<lb/>
könnten. Ich habe aber nach wie vor das Gefühl, dass die Wiener Orga<lb break="no"/>nisation noch nicht auf vollen Touren läuft. Vielleicht aber wird sie<lb/>
überhaupt nicht mehr diese Hochform erreichen können wie Niederöster<lb break="no"/>reich vor den Landtagswahlen und wahrscheinlich auch Salzburg und<lb/>
Kärnten. Für mich ist noch immer die Frage ungeklärt, wie wir durch<lb/>
die Zäsur der Osterkarwoche, dann noch einmal unseren Apparat so<lb/>
in Schwung bringen, dass tatsächlich diese persönlichen Kontakte<lb/>
erreicht werden. In Niederösterreich sagten mir die Funktionäre auf<lb/>
der Landstrasse, hätte die Sonntagzeitung einen so grossen Erfolg<lb/>
gebracht. Die Niederösterreicher haben nämlich in den letzten 3<lb/>
Sonntagen jeweils ein Zeitungsexemplar, das sie extra dafür druckten<lb/>
ausgetragen. Hier ist meine Meinung, dass es der persönliche Kontakt<lb/>
war, die automatisch die Austräger mit den Empfängern, in Nieder<lb break="no"/>österreich vielleicht sogar noch in jeden einzelnem Haus zustande<lb/>
gekommen ist, entscheidend gewesen. Ich glaube, dass es weniger der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_19">Heute hatte ich einen Versuch unternommen, um die Spannung zwischen<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und Obersten Bergbehörde-Chef, MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>, zu bereinigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> will Frau MR <rs type="person" ref="#per__116995">Wildauer</rs> mit einer Referatsbesetzung eine<lb/>
Approbationsmöglichkeit geben. <rs type="person" ref="#per__116995">Wildauer</rs> hatte früher in der Obersten<lb/>
Bergbehörde das Personal referatsmässig bearbeitet, ohne ein eigenes<lb/>
Referat zu haben. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> erzählte mir vorher, dass <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> nicht mehr<lb/>
dazu kommt all die Arbeit zu leisten. Als Oberster Bergbehörde-<lb/>
Mann sei er so ausgelastet, dass er in der Energiesektion gar nicht<lb/>
mehr richtig mitarbeiten kann und deshalb er die Arbeit leisten muss.<lb/>
Zu diesem Zweck möchte er ihm bei der Kleinarbeit entsprechend ent<lb break="no"/>lasten und hat vorgeschlagen, dass man <rs type="person" ref="#per__116995">Wildauer</rs> das Approbationsrecht<lb/>
gibt. <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> ist über eine solche Lösung natürlich unglücklich, weil<lb/>
nach Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> – wie <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> es auffasst – diese dann über<lb/>
Dienstreisen der Bezirkshauptmannschaften das Budget, Organisations<lb break="no"/>angelegenheit<add>[-en]</add> und letzten Endes auch Personalentscheidungen, ohne<lb/>
ihm zu fragen, werken könnte. Dies habe ich abgelehnt, aber auch <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> –<lb/>
so hoffe ich – eingesehen. Um die Kooperation zwischen beiden zu<lb/>
verbessern, schlug ich vor, dass an den täglichen Postsitzungen nicht<lb/>
nur die Abteilungsleiter der OB, sondern womöglich <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> auch selbst<lb/>
teilnehmen sollte. Die Post wird in Hinkunft <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> selbst sehen und<lb/>
einteilen und dann dem Sektionsleiter <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> vorlegen. Sollte dieser<lb/>
differente Auffassungen über die Entscheidung von <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> haben, wird<lb/>
er sie ihm unter allen Umständen zur Stellungnahme wieder zurück<lb break="no"/>geben. Bisher war es so, dass <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> sich beschwerte, die Post oft<lb/>
gar nicht zu sehen, sondern <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> sie direkt den Referenten zu<lb break="no"/>teilt. Über <choice><choice><sic>formirli</sic><corr>Formalien???</corr></choice></choice> und formale Kleinigkeiten, die durchlaufen sollen<lb/>
und können, hat dann <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> versucht eine Abgrenzung zu fin<lb break="no"/>den. An dieser Besprechung hat auch <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> teilgenommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-27_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie ist das Ganze ausgegangen?<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 27.3.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 156. Ministerratssitzung, 27.3.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Krehlik, Helmut</persName>
               <persName><surname>Krehlik</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Kazda, Josef</persName>
               <persName><surname>Kazda</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Beamter Bautenministerium/HM</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
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               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Homan, Klaas</persName>
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               <occupation>GD Fa. Glanzstoff, St. Pölten</occupation>
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               <persName type="label">Kehrer, Karl</persName>
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               <occupation>HK-Kammeramtsdir./Gen.Sekr.</occupation>
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               <persName type="label">Bock, Fritz</persName>
               <persName><surname>Bock</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Vizekanzler, Präs. Donaueurop. Institut, AR-Vors.
                  Leykam</occupation>
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               <persName type="label">Waas, Gerhard</persName>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
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               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Mautner Markhof, Manfred sen.</persName>
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                  sen.</forename></persName>
               <occupation>u.a. Präs. ÖAMTC, Wr. Messe, bis 1972 Vizepräs. IV</occupation>
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               <persName type="label">Sterk, Georg</persName>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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