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            <title type="main">Donnerstag, der  8. März 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_01">Donnerstag, 8. März 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_02">Die deutsche Autozulieferfirma Ullmann hat, wie mir der Senior-<lb/>
und Juniorchef bestätigte, grosses Interesse daran, Eisert zu<lb/>
übernehmen. Entscheidend dafür war, dass der Einkaufschef des VW-<lb/>
Werkes, <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs>, für VW die Bereitschaft gezeigt hatte, deren<lb/>
Produkte zu übernehmen. Porsche Austria, Dir. <rs type="person" ref="#per__150226">Lenning</rs>, hatte schon<lb/>
bei anderen zugrunde gegangenen österreichischen Firmen erfolg<lb break="no"/>reich als Vermittler mitgewirkt. Das typischste Beispiel ist<lb/>
Körting, Hallein. Wirklich überrascht war ich über die Flexibili<lb break="no"/>tät des Masseverwalters Dr. <rs type="person" ref="#per__149773">Dachs</rs>. Die Firma Ullmann, wie er berich<lb break="no"/>tete, hatte niemals in Deutschland eine Krise, selbst als einzelne<lb/>
Autofirmen schwere Rückschläge erleiden mussten. Er produzierte<lb/>
eben nicht für eine Firma und vor allem mal nicht nur ein Produkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso hat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> nicht sofort bei der Rückkunft<lb/>
mir telefonisch berichtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_04">Im Energiesparbeirat haben der Leiter, Prof. <rs type="person" ref="#per__97762">Musil</rs>, und dann die 5<lb/>
Arbeitskreisführer über ihre Tätigkeit referiert. Anschliessend sehr<lb/>
umständlich und ausführlich SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> über die Massnahmen, die<lb/>
das Handelsministerium aufgrund der Erkenntnisse der Energiespar<lb break="no"/>experten veranlasste oder setzte. Da dies alles furchtbar lang<lb break="no"/>fristig wirkt, sind Ergebnisse eigentlich noch nicht zu bemerken.<lb/>
Dazu kommt, dass viele Fragen, wie z.B. Wärmedämmung, Heizanlagen<lb break="no"/>systeme mit den Ländern in Staatsvertragsverhandlungen abgeschlossen<lb/>
werden müssten. Auch dort geht dies furchtbar langwierig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wir sollten versuchen, Zeitpläne festzu<lb break="no"/>legen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_06">Ich dankte den Mitarbeitern des Energiesparbeirates und verwies da<lb break="no"/>rauf, dass unmittelbar die Besprechungen über die 5%ige Energieeinspa<lb break="no"/>rung von der Internationalen Energieagentur, aber auch jetzt die<lb/>
Planspiele mit der Wirtschaftlichen Landesverteidigung erfolgen<lb/>
müssten. In der Diskussion stellte sich heraus, dass es grosse<lb/>
Probleme gibt, wie die x-fache Einspeisung ins Netz durch Klein<lb break="no"/>kraftwerke oder die Produktion von Energie durch Dieselmotoren,<lb/>
die gleichzeitig dann auch in einer Kraftwärmekupplung durch Satel<lb break="no"/>litenstädte bei entsprechender Wärmedichte verwendet werden könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_07">Für Betriebe ergibt sich das grosse Problem, dass bewegliche<lb/>
Kosten, die jetzt anfallen und eben leichter zu verkraften<lb/>
sind, auch dann wenn sie höhere Energiepreise ergeben, dann<lb/>
durch fixe Kosten, d.h. verhältnismässig grosse Investitionen<lb/>
ersetzt werden müssten. Ich hoffe, dass diese Probleme bei<lb/>
der Pressekonferenz entsprechend gewürdigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_08">Die Firma Rhomberg hat in Tirol eine Weberei, welche in einem<lb/>
Gebäude in Innsbruck untergebracht ist. Dieses ist bereits so<lb/>
baufällig, dass die Firma selbst nach Matrei mit den 500 Be<lb break="no"/>schäftigten ausweichen will. Für die 40 Mio. Schilling Bauinvesti<lb break="no"/>tion bräuchte sie nun entsprechende zinsverbilligte Kredite. Die<lb/>
einzige Möglichkeit die ich sehe ist der ERP-Fonds. Damit dies dort<lb/>
schneller funktioniert, habe ich <rs type="person" ref="#per__150227">Rhomberg</rs> empfohlen mit NR <rs type="person" ref="#per__137298">Egg</rs>,<lb/>
den ich dann auch im Parlament informierte, eine Bescheinigung des<lb/>
Arbeitsinspektorates und der Baubehörde beizubringen, dass eben<lb/>
der Betrieb tatsächlich schnell verlagert werden muss. <rs type="person" ref="#per__150227">Rhomberg</rs><lb/>
hat auch grosses Interesse an der Vöslauer Spinnerei im Wald<lb break="no"/>viertel. Für die 25 Mio. Schilling würden sie 5 Mio. aufbringen und<lb/>
für 20 Mio bekommen sie ein 20-jähriges Darlehen mit 7.5%. Darüber<lb/>
hinaus erhalten sie für 200 Beschäftigte je 100.000 Schilling neue<lb/>
Arbeitsplatzsicherung, 50.000 Bund, 50.000 Land Niederösterreich,<lb/>
d.h. ebenfalls 20 Mio. Schilling Betriebsmittelkredit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wem wurde schon so ein Betriebsmittelkredit<lb/>
gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_10">Im Vorstand der Lebensmittelarbeiter kam es wegen der Arbeiterkammer<lb break="no"/>kandidatenliste zu einer heftigen Diskussion. Die Gruppe Bäcker<lb/>
fühlte sich nicht entsprechend vertreten. Innerhalb der Gruppe<lb/>
Bäcker konnte man sich aber auch wieder nicht auf einen Kandidaten<lb/>
einigen. Das bisherige Arbeiterkammermitglied <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs> ist ausge<lb break="no"/>schieden, der zweite starke Mann <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> vom Konsum wird von allen<lb/>
abgelehnt. Heftige Kritik musste er sich noch anhören von einigen<lb/>
Vorstandsmitgliedern, weil er ständig mit der Beitragsabführung<lb/>
im Rückstand ist und dies als eine Art Pfand zu verschiedensten<lb/>
Erpressungen, wie der Obmann der Kontrolle bemerkte, benützt. Mich<lb/>
wundert es, dass es trotz dieser heftigsten Kritik dann noch<lb/>
immer zu keinem Eklat gekommen ist. Ich fürchte aber, nachdem ich<lb/>
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er seine Drohung wahr macht und der Konsum überhaupt aus<lb/>
dem Vorstand und der Gruppe ausscheidet. Ich versuchte ihm<lb/>
davon unbedingt abzubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_11">Botschafter <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> berichtet mir, dass er jetzt von Sofia<lb/>
auf Wunsch <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr's</rs> nach Strassburg versetzt werden soll. Er<lb/>
möchte am liebsten aber nach Bukarest kommen. Um diesen<lb/>
Posten hat er sich auch beworben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111723">WIESINGER</rs>: Bitte für CSSR-Besuch Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
darüber vormerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_13">Die Bulgaren haben ein riesiges Handelsbilanzdefizit, Export von<lb/>
Österreich 900 Mio, Import nur 500 Mio. <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> hofft, dass es<lb/>
gelingen möge, von den Bulgaren Waffen für 150 Mio. Schilling<lb/>
zu kaufen. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> bestätigt mir, dass Panzerabwehrraketen möglich<lb/>
sind an denen er sehr interessiert wäre. Da die Tschechen auch<lb/>
mir angedeutet haben, dass sie panzerbrechende Waffen zur Verfügung<lb/>
stellen könnten, ist für <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> und mich vollkommen klar, dass<lb/>
die Russen die Genehmigung dazu gegeben haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_14">Die Firma Schmid, Wilhelmsburg, hat jetzt durch entsprechende<lb/>
Kredite, wofür sich der Besitzer bei mir herzlichst bedankt, einen<lb/>
ungeheuren Produktionsanstieg und kann auch Exporte tätigen.<lb/>
Er ersucht mich, ich sollte beim Exportfond intervenieren, damit<lb/>
er dort entsprechende Exportkredite bekommen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit Dr. <rs type="person" ref="#per__137416">Gabrisch</rs>, Exportfonds, ver<lb break="no"/>binden.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_16">Die Besprechung über die Vorstellung unseres neuen Fremdenver<lb break="no"/>kehrsprogrammes gibt wieder einmal mehrere Variationsmöglichkeiten.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> wäre es am liebsten, wenn die Österreichische Nationalbank<lb/>
die Einladung und nicht nur die Bezahlung der 30.000 Schilling<lb/>
Spesen übernimmt. Da Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> nicht anwesend ist, nur eine Ver<lb break="no"/>treterin von ihm, kann ein endgültiger Beschluss nicht gefasst<lb/>
werden. Eher erscheint es mir schon möglich, dass die National<lb break="no"/>bank die Ökonomische Konferenz, die sich eben Arbeitsgruppe<lb/>
<pb n="47-0304" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band47/47_1979-03-08_0304.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Fremdenverkehr damit beschäftigen sollte, sponsert. Die<lb/>
ökonomische Konferenz ist zwar keine reine Parteiveranstaltung,<lb/>
doch fürchte ich, wird es, wenn sie der Träger dieser Konferenz<lb/>
sein wird, nicht leicht möglich sein, neutrale, oder gar ÖVP<lb/>
Exponenten zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und auch ich dachten daran, dass<lb/>
wir neben dem von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> vorgeschlagenen Obmann der Gastarbei<lb break="no"/>ter, <rs type="person" ref="#per__150219">Niemetz</rs>, den Direktor von Treibach, <rs type="person" ref="#per__145320">Mayer</rs>, den Hotelier und<lb/>
Bürgermeister von Zell am See <rs type="person" ref="#per__145172">Latini</rs> und von der Technischen<lb/>
Universität Prof. <rs type="person" ref="#per__145959">Fritsch</rs> einladen sollten. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> meint, er könne<lb/>
übernehmen, dass Dr. <rs type="person" ref="#per__111698">Schachner</rs>, Österr. Reisebüroverband, und ich<lb/>
sollte versuchen Hoteliervereinigungspräsident <rs type="person" ref="#per__111729">Skardarasy</rs> dazu<lb/>
einzuladen. Von der Fremdenverkehrswerbung würden wir Dkfm. <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs><lb/>
und Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, von den Danken ebenfalls immer die ÖVP Direktoren<lb/>
ebenfalls dazu laden. Da alle Art Personen eingeladen werden, gäbe<lb/>
es vielleicht doch die Möglichkeit dies als eine Fachtagung, wo<lb/>
der Minister Rechenschaft ablegt, über das 10 Jahresprogramm,<lb/>
welches wir in 8 Jahren übererfüllt haben und über das neue<lb/>
10 Jahresprogramm, gibt. Das wirkliche Problem ist nur, wie<lb/>
können wir eine weitestgehend unpolitische Veranstaltung präsen<lb break="no"/>tieren. Meiner Meinung nach wird dies im Wahlkampf vollkommen<lb/>
unmöglich sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte nach Rückkunft <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl's</rs> sofort end<lb break="no"/>gültige Besprechung mit alle fixieren, sonst kommen wir zu spät.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_18">Dir. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> von der Shell berichtet mir, dass er von der UdSSR<lb/>
500.000 Tonnen Öl bekommen soll. Im ersten Quartal aber nur 90.000<lb/>
erhielt und dies um 15% teurer. Vom Irak erhielt er 140.000 Tonnen,<lb/>
aber auch um 19% teurer. Shell hat deshalb bis jetzt 30 Mio.<lb/>
Schilling draufgezahlt und kann nicht länger mehr mit Preis<lb break="no"/>korrekturen zuwarten. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> wird mit der Handelskammer darüber<lb/>
reden. Ich selbst habe es übernommen, dieses Problem mit der<lb/>
Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf Jour fixe AK und ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_20">Mit <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> bin ich hart zusammengekracht, weil die Mineralöl<lb break="no"/>firmen jetzt ihre Zusage mit der Energiesektion und insbesondere<lb/>
Wirtschaftliche Landesverteidigung, Oberst <rs type="person" ref="#per__123328">Fenz</rs>, ein Planspiel<lb/>
über die Versorgung durchzuführen, mehr oder minder ablehnen.<lb/>
Sie behaupten, es gäbe keine solche Zusage der Mineralölwirt<lb break="no"/>schaft an mich, Dir. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> von BP hätte ihnen gegenüber er<lb break="no"/>klärt, es müsse sich hier um ein Missverständnis handeln. Da<lb/>
Oberst <rs type="person" ref="#per__123328">Fenz</rs> zufällig im Parlament anwesend war, habe ich ihn zu<lb/>
der Besprechung sofort zugezogen und <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> dezidiert erklärt,<lb/>
ich verlange jetzt eine solche Sitzung. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> hat gesehen, dass<lb/>
ich darüber sehr verärgert bin und übernommen, mit den Ölfirmen<lb/>
darüber zu sprechen. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die<lb/>
Ölfirmen scheinbar nicht bereit sind mit der Sektion V zu koope<lb break="no"/>rieren. Ihrer Meinung nach ist durch den Beitritt zur Internationalen<lb/>
Energieagentur genau festgelegt, wann und wo etwas geschieht. Sie<lb/>
wollen unter gar keinen Umständen scheinbar, bevor der Notstand nicht.<lb/>
ausgerufen ist, irgendwelche Kontakte, sei es mit der Wirtschaftli<lb break="no"/>chen Landesverteidigung und schon gar nicht mit SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> von der<lb/>
Energiesektion. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> betrachtet auch die gesamte Ölversorgung,<lb/>
auch selbst die 5%ige Einsparung berührt ihn scheinbar nicht, als<lb/>
gesichert und als ein ausgesprochenes Preisproblem. Dies gilt zu<lb break="no"/>mindestens für das I.Halbjahr. Ich verlangte mit aller Entschieden<lb break="no"/>heit, dass dieses Planspiel unverzüglich durchgeführt werden muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_21">Da die Parlamentssitzung fast wieder bis Mitternacht dauerte waren<lb/>
die Abgeordneten dann schon sehr gereizt u.a. haben sie jetzt immer<lb/>
entdeckt, dass ich mich bei den Abstimmungen sehr wenig, um nicht<lb/>
zu sagen, gar nicht daran beteilige, und meckern dann, der <rs type="person" ref="#per__97985">Stari<lb break="no"/>bacher</rs> stimmt nicht mit. Da ich gelesen habe, ist mir dies gar nicht<lb/>
aufgefallen und auch gar nicht zu Ohren gekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mir<lb/>
nachher gesagt – scheinbar hat er sich umgedreht – sehr humorvoll<lb/>
und freundschaftlich, Du stehst ja wirklich nicht auf, worauf ich<lb/>
humorvoll erwiderte, ich bekomme auch keine Gage für meine National<lb break="no"/>ratstätigkeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_22">Mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> haben wir dann Gott sei Dank das Problem der<lb/>
Verbundgesellschaft gelöst. Zu meiner grössten Überraschung hat <rs type="person" ref="#per__97311">An<lb break="no"/>drosch</rs> in einer Besprechung vorher mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und mir diese Ent<lb break="no"/><pb n="47-0306" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band47/47_1979-03-08_0306.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>scheidung nicht selbst gefällt, sondern meinte, wir sollten<lb/>
zu <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gehen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war eigentlich sofort dafür, nachdem<lb/>
ich ihm die Situation erörtert habe. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint nur mit Recht<lb/>
dass, wenn wir die 10-jährige Aufteilung des Kernkraftwerkbau<lb break="no"/>verlustes, die über 7 Mia. den Ländern und damit auch der Ver<lb break="no"/>bund zugestehen, dass dann der letzte Druck für diese Länder<lb/>
zu einer Kompromisslösung zu kommen, wegfällt. Gegen die Quasi-<lb/>
Konzernregelung, wie sie <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und ich besprochen haben,<lb/>
hat er nichts einzuwenden. Verwundert war ich eigentlich, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dies nicht in eigener Regie erledigt hat. Je stärker<lb/>
er scheinbar wird, indem er innerhalb der Partei als Fachmann un<lb break="no"/>umstritten gilt, je mehr er aber durch kleinliche Angriffe, wie<lb/>
Anzüge, Opernball usw. optisch geschwächt wird, umso enger möchte<lb/>
er scheinbar mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kooperieren. Mir war nur wichtig – und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hat dies auch entsprechend nachher mir gegenüber aner<lb break="no"/>kannt – dass wir diese Lösung so schnell als möglich beschliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-03-08_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte alles vorbereiten, damit es<lb/>
nächsten Dienstag im Ministerrat genehmigt wird.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Deutsch</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BV Wien-Favoriten, Wr. SPÖ-GR-Abg., stv. LUGA-Vors., BRO
                  Ankerbrot</occupation>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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