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            <title type="main">Dienstag, der 20. Februar 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band47_1979-02-20</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_01">Dienstag, 20. Feber 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_02">Die Sitzung bei Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über Weinimporte<lb/>
im Rahmen des GATT-Kontingentes verlief für mich wie erwartet.<lb/>
LR <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, gleichzeitig Präsident der NÖ Landwirtschafts<lb break="no"/>kammer und der Präsident des Weinwirtschaftsfonds <rs type="person" ref="#per__114721">Mauss</rs>, beide<lb/>
Agrarier, sahen zwar ein, dass wir unser GATT-Kontingent erfüllen<lb/>
müssen, stimmten aber nur zögernd meinem Kompromissvorschlag<lb/>
zu. Ich hatte sofort den Vertretern der Handelskammer erklärt,<lb/>
vor dem 25. März, den nö. Landtagswahlen, gibt es keine zweite<lb/>
Tranche. Die erste von den 180.000 hl mit 26.000, hat den<lb/>
Brennereien 10.000, den Weinhändlern für Deckweine 10.000 und<lb/>
dem Fremdenverkehr 6.000 hl gebracht. Nach langer Diskussion<lb/>
einigten wir uns dann auf den Vorschlag von Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
für Brennwein sofort die zweite Tranche mit Anfangs April<lb/>
mit 10.000 hl und im Juli dann die dritte Tranche ebenfalls<lb/>
mit 10.000 hl, womit die Brennweinproduzenten befriedigt<lb/>
waren. Deckwein sollte ebenfalls in zwei Tranchen dann den<lb/>
Rest bekommen, doch konnte man sich über die Höhe nicht einigen.<lb/>
Dasselbe galt dann auch für d. Fremdenverkehrsbetriebe, darüber<lb/>
wird dann noch am Freitag weiter verhandelt. LR <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs><lb/>
stellte zur Diskussion, ob man nicht in die 180.000 hl<lb/>
GATT-Kontingent die 60.000 hl Accordino einbauen könnte.<lb/>
Ebenso wollte er womöglich seine Bestimmung, dass nur der eine<lb/>
Importmenge bekommen kann, der gleichzeitig als Exporteur<lb/>
zusätzliche österr. Weine ausser Land bringt. Beides ist nicht<lb/>
möglich. Die Reduzierung des GATT-Kontingentes würde sofort<lb/>
bedeuten, dass wir entgegen dem Zusage-Brief des damaligen<lb/>
Verhandlungsleiters, Botschafter <rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs> an die EG-Kommission<lb/>
mit steigender inländischer Produktion wird auch das Kontingent<lb/>
erhöht, vertragsbrüchig werden. Wir würden anstelle dass wir<lb/>
mehr importieren und uns dazu GATT-mässig verpflichten, weniger<lb/>
importieren. Dies lässt sich BRD z.B. sicherlich nicht ge<lb break="no"/>fallen. Der Vorschlag wurde deshalb von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> sofort abgelehnt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> fürchtet, dass die Verhandlungen mit der EG über eine<lb/>
Definition der Qualitätsweine und insbesondere auch die Anerkennung<lb/>
Deutschlands, dass Weine über 150 Alkohol geliefert werden könnten<lb/>
stören, resp. sogar zerschlagen würde. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> erklärt, er hat<lb/>
vergeblich in der Landwirtschaftskammer erfragen wollen, wo eine<lb/>
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erfolgt ist und wo die Unterlagen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diese Unterlagen für mich sofort<lb/>
zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_04">Der Zeitungsherausgeberverband Dr. <rs type="person" ref="#per__150193">Weber</rs>, begleitet von Kurier-<lb/>
Kommerzialisten <rs type="person" ref="#per__122025">Piller</rs> erklärte sich im Prinzip einverstanden,<lb/>
die Made in Austria-Aktion zu unterstützen. Problematisch<lb/>
bleibt nur, wie die Zeitungen ihren ausländischen Inserenten<lb/>
klar machen, dass sie für diese Aktion Platz zur Verfügung<lb/>
stellen und nichts verrechnen. Sie schlugen deshalb vor, man<lb/>
sollte bei der Presseförderung einen Teil mit der Auflage,<lb/>
eben diese Aktion zu fördern, ausdrücklich dafür bestimmen. So<lb/>
könnten sie die ausländischen Inserenten leichter verstehen.<lb/>
Ich habe ihnen gleichzeitig angeboten, sie können ohne weiteres<lb/>
darauf verweisen, dass der Handelsminister sie unter Druck ge<lb break="no"/>setzt hat. In Grossbritannien, Schweden und Deutschland wird<lb/>
für die dortigen Aktionen zumindestens teilweise Inseratentarife<lb/>
bezahlt. Wichtiger als Einschaltungen, Österreich-Beilagen usw.<lb/>
wären die Journalistenseminare, welche die Leitung von MIAU,<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__115655">Mautner-Markhof</rs>, NR <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> und insbesondere die beiden Ge<lb break="no"/>schäftsführer <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__113034">Dorffner</rs> zugesichert haben. Dort würden<lb/>
die Journalisten beeinflusst werden, in den Nachrichten, Reporta<lb break="no"/>gen usw. immer wieder die österr. Qualitätswarenkäufe einfliessen.<lb/>
Zum Schluss einigten wir uns, dass sie wo wie der Rundfunk auch<lb/>
so schnell wie möglich mit den ersten Aktionen beginnen sollten.<lb/>
Dies ist allein schon deshalb notwendig, dass der Verein wo<lb break="no"/>möglich noch vor den Wahlen aktiv wird, was sicherlich auch der<lb/>
Regierungspolitik zugute kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte dränge auf diese Lösung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_06">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ersucht, die Zinsenzuschussfälle<lb/>
der Bundesregierung um eine Woche zurückzustellen. Die Banken<lb/>
waren nur bereit, von 9,65 % Zinsen 3/4 % Diskontsenkung eventuell<lb/>
weiterzugeben und verlangen daher noch immer 8,9 %. Dieser<lb/>
Zinssatz ist nach <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> viel zu hoch, nur das Dynamit-Projekt<lb/>
wurde genehmigt, das die Zentralsparkasse nur 8 % Zinsen verlangt.<lb/>
Vorher hatte ich bereits mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> über das<lb/>
Projekt SUGANA verhandelt, <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> erklärte mir, die Firma<lb/>
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Projekt auch 3,5 % bekommen. Zweimal wird nicht gefördert, Sugana<lb/>
wollte sich also mehr oder minder einen Zinsenzuschuss der Bundes<lb break="no"/>regierung erschleichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_08"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berichtet, dass bis 1982 600 Reisewagen gekauft werden<lb/>
sollen, zu diesem Zeitpunkt können dann alle Zweiachser aus dem<lb/>
Verkehr genommen werden. Diese Investition sichert 4.000 Beschäf<lb break="no"/>tigen der SGP und <choice><choice><sic>Jenach</sic><corr>Jenbacher?</corr></choice></choice>. In Hinkunft werden alle Investitionen<lb/>
ja wahrscheinlich, wenn die Investitionsanteile immer kleiner werden,<lb/>
durch die geringeren Budgetmöglichkeiten, jedwede Ausgabe des<lb/>
Staates als Arbeitsplatzsicherung behandelt werden.<lb/>
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und Post gemeinsam machen und mit Bildmaterial deren Investitionen<lb/>
und Arbeitsplatzsicherungsmassnahmen der letzten Jahre zu demon<lb break="no"/>strieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_10">Zum Ford-Projekt stellt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fest, dass <rs type="person" ref="#per__111750">Davignon</rs> von der EG<lb/>
behauptet, es wäre zu prüfen, ob wir durch die Unterstützung mit<lb/>
öffentlichen Mitteln nicht den Freihandelsvertrag verletzen. <rs type="person" ref="#per__111750">Davignon</rs><lb/>
will, wie deutlich sichtbar, auch Frankreich von dieser Seite<lb/>
Schützenhilfe leisten. Ford soll veranlasst werden, auf den EG-<lb/>
Markt mit dem Projekt zu gehen und nicht nach Österreich. <rs type="person" ref="#per__97587">Jankowitsch</rs><lb/>
berichtete, dass in Frankreich von der dortigen Autoproduktion grosser<lb/>
Widerstand gegen Subventionierung des Ford-Projektes mit dem<lb/>
sinnigen Namen "Erika" zur Erinnerung an das deutsche Soldatenlied<lb/>
entstehen. General Motors wird sich bereits im März/April ent<lb break="no"/>scheiden, Ford angeblich erst im Mai. Für mich ist das Ford-Projekt<lb/>
längst schon indirekt entschieden und wir sollten uns keiner Hoffnung<lb/>
mehr hingehen. <rs type="person" ref="#per__114486">Giscard d'Estaing</rs> braucht es für Lothringen um<lb/>
jeden Preis es dann wahrscheinlich auch bekommen.<lb/>
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und meinte, jeder von uns wird drankommen. Momentan lauft das Gerücht,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat ein uneheliches Kind mit einer Magistratsbeamtin und er<lb/>
sei schwer krebskrank. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wird sich zu diesem Vorwurf selbst<lb/>
nicht wehren, er hat <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs> als Gesundheitssprecher aufgefordert,<lb/>
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auch bei der Skandalisierung des Überfalls auf Aussenminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ist in der zweiten Phase Österreich propagandistisch be<lb break="no"/>teiligt. <rs type="person" ref="#per__118667">Pretterebner</rs> hat guten Kontakt zu den Schweizern<lb/>
<rs type="person" ref="#per__150194">Ziegler</rs>, der ja die ganze Affäre als homosexuelle Tat hinstellen<lb/>
wollte. Prof. <rs type="person" ref="#per__137925">Hacker</rs> hätte vor etlicher Zeit, bevor noch in den<lb/>
Massenmedien in Frankreich, Schweiz oder Österreich geschrieben<lb/>
wurde, schon auf diese Entwicklung hingewiesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_12">Beim Mittagessen mit dem Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__97910">Scheel</rs> sass auch der<lb/>
deutsche Regierungssprecher, ein politischer Beamter als Staats<lb break="no"/>sekretär an unserem Tisch mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs>. Er<lb/>
wunderte sich über die Skandalisierung der Politik durch unsere<lb/>
Massenmedien und meinte, in Deutschland gibt es seriösere<lb/>
Presse, die hier nicht in diesem Umfang mitmachen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
konnte nichts anderes sagen als auch ihr Bundesparteiobmann<lb/>
hätte ja erklärt, die ÖVP wird bei solcher Skandalisierung nicht<lb/>
mitmachen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs>, ihr<lb/>
grosser Wahlstratege, das nicht nur einkalkuliert hat sondern<lb/>
auch zumindestens gerne zulässt, wenn nicht sogar fördert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_13">Handelsrat <rs type="person" ref="#per__110925">Mádai</rs> brachte mir vom Binnenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__110926">Sághy</rs><lb/>
die besten Grüsse und liess mir ausrichten, dass wenn die<lb/>
Universale und Porr von ihren 628 Mio. S für ein Hotel in<lb/>
Ungarn unter die 600-Mio.-S-Grenze mit ihrem Anbot gehen, sie<lb/>
dann sofort den Zuschlag bekommen und auch ein zweites Hotel<lb/>
ihnen zugesichert wird. Ich habe sofort Dir. <rs type="person" ref="#per__113107">Walter</rs> von der<lb/>
Porr mit <rs type="person" ref="#per__110925">Mádai</rs> telefonisch verbunden und beide ersucht, sie<lb/>
sollten alles unternehmen, damit eine Lösung gefunden wird.<lb/>
Beide waren mir insoferne sehr dankbar, als sie mich als ehrlichen<lb/>
Makler anerkannt haben und beide Seiten wirklich grosses Inter<lb break="no"/>esse haben, diesen Vertrag abzuschliessen. Geärgert habe ich mich,<lb/>
dass ein Brief, den ich an <rs type="person" ref="#per__110926">Sághy</rs> richten wollte und dessen<lb/>
Entwurf bereits vorige Woche in die Abteilung hinaufgegangen<lb/>
ist, bis jetzt nicht reingeschrieben wurde und mir der Akt<lb/>
nicht zu Abfertigung vorgelegt wurde. Dies sind unhaltbare Zustände<lb/>
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allzu viel ausgemacht hatte. Blamabel war es auf alle Fälle.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_15">Die Firma Projektbau bekam nach 25-jährigem Bestehen die Genehmigung<lb/>
zur Führung des Staatswappens. Diese reine Parteiorganisation hat<lb/>
20.000 Wohnungen für Sozialbau projektiert und kommt jetzt erstmalig<lb/>
auch mit der Gemeinde Wien in Kontakt. Auersperg war voll, denn der<lb/>
Verein für Arbeiterheime und darüber hinaus auch insbesondere die<lb/>
ganzen Sozialbaugesellschaften waren sehr zahlreich erschienen. Der<lb/>
Landesinnungsmeister von Wien hat eine sehr gescheite Rede gelesen.<lb/>
Vom Architekten <rs type="person" ref="#per__61888">Loos</rs>, der die Stilrichtung revolutionierte um<lb/>
die Jahrhundertwende und damals schon erklärte, die Bevölkerung<lb/>
hätte ein Wohnbedürfnis, welches man zu befriedigen hat, bis herauf<lb/>
zu unseren Tagen, wo ebenfalls sehr treffende und gescheite Zitate<lb/>
von ihm gebracht wurden. Ich kann mir dann immer nur helfen mit<lb/>
Wiener Schmäh und mich ein bisserl über die Situation retten.<lb/>
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Museum hatte ich vorher Gelegenheit, mir die Ausstellung vor der<lb/>
Ansprache zu besichtigen. Dadurch konnte ich wenigstens diese zu<lb/>
meinen sonst nur wieder mit Wiener Schmäh gespickten Rede heran<lb break="no"/>ziehen. Leider musste ich vor der offiziellen Eröffnungsrede <rs type="person" ref="#per__97442">Firnbergs</rs><lb/>
weggehen. Ich hätte bestimmt auch dort wieder bemerkt wie sicherlich<lb/>
geistreiche Erklärungen ihre Beamten ihr zur Eröffnungsrede zusammen<lb break="no"/>getragen haben. So wie sie überrascht war, dass ein Trio von<lb/>
Patentamtsangestellten eine Frau Klavier, einer Geige und Cello<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98646">Haydn</rs> spielten, wäre ich überrascht gewesen, von ihren sicherlich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_19">Bei der Unterzeichnung des Handelsvertrages mit den philippinischen<lb/>
Industrieminister <rs type="person" ref="#per__146006">Paterno</rs> war noch der Budgetminister und wir würden<lb/>
sagen Propagandaminister anwesend. Frau <rs type="person" ref="#per__120624">Marcos</rs> selbst hat sich entschuldigen<lb/>
lassen. Das philippinische Fernsehen wünschte dann noch ein Interview.<lb/>
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Dr. <rs type="person" ref="#per__116916">Waas</rs> eine Liste der Österreich-Projekte für die Philippinen in<lb/>
englischer Sprache besass, zweckmässig wäre es gewesen, er hätte<lb/>
diese Unterlage zeitgerecht uns zur Verfügung gestellt.<lb/>
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umfangreiche Studie schön gebunden vorgelegt. Ich konnte diese er<lb break="no"/>wähnen und gleichzeitig aber auch die Spitalsprojekte von <rs type="person" ref="#per__126434">Prutscher</rs><lb/>
und dem Demel-Besitzer <rs type="person" ref="#per__131960">Proksch</rs>. Damit habe ich mich auch der Ver<lb break="no"/>pflichtung gegenüber Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> entledigt. Interessant war,<lb/>
dass dann die Philippinen mit einem Paket von Geschenken aufgetaucht<lb/>
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Bundeskanzler und wie <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> meiner Frau erzählte auch ihr beim<lb/>
Besuch von Frau <rs type="person" ref="#per__120624">Marcos</rs> überreicht. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> meinte zu recht die<lb/>
müssen eine ganze Flugzeugladung von Geschenken mitführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_23"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> ist mit den soz. Direktoren und Betriebsräten überraschend<lb/>
zu einer Besprechung gekommen, weil diese aus den Zeitungen und dem<lb/>
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ein schwerer Konflikt besteht. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hat sie zuerst allein<lb/>
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ihnen gesagt, dass davon keine Rede sein kann. Die sachliche Differenz,<lb/>
ob wir ein Öl-Gas-Werk oder ein Kohle-Gas-Werk errichten ,kann<lb/>
niemals dazu führen, dass ich meine freundschaftlichen Gefühle<lb/>
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ich muss als verantwortlicher, weitblickender Energieminister darauf<lb/>
verweisen, dass die Internationale Energieagentur heute dezidiert<lb/>
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stehen. Ich selbst bezweifle, ob überhaupt die Niogas, die jetzt<lb/>
sich für einen zwanzigjährigen Liefervertrag an die Gesellschaft<lb/>
bereit erklärt, dazu imstande sein wird, diese Gasmengen zu liefern.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> sagte mir, dieser Vertrag wird nicht auf können und vermögen<lb/>
aufgebaut sein, ich fürchte dass GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> von der Newag und Niogas<lb/>
nur so sicher mit Algeriengas rechnet, dass er eine stärkere Ver<lb break="no"/>pflichtung eingeht. Ich wäre schon sehr glücklich, wenn tatsächlich<lb/>
dieses Algerien-Gas nach Österreich kommen könnte, resp. zumindestens<lb/>
der Vertrag abgeschlossen wäre. Derzeit sehe ich nämlich bezüglich<lb/>
der Iran-Gas-Lieferung an die Sowjetunion und damit abgetauscht für<lb/>
Westeuropa und Österreich 2 Mia. m³ in unmittelbarer Zukunft keine Lie<lb break="no"/>ferchance. Vielleicht bessert sich die Situation. Brauchen würden<lb/>
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nach wie vor die Absicht, auf Gas-Öl das Kraftwerk zu errichten,<lb/>
gleichzeitig aber die Versicherung zu geben und alle Vorbereitungen<lb/>
zu treffen, dass gegebenenfalls ein Kohle-Kessel dazugebaut werden<lb/>
kann. Dies würde aber nicht wie erwartet, 700 Mio. S zusätzliche<lb/>
Investition sonder fast den doppelten Betrag erfordern. Ob sich<lb/>
dies mit der dadurch möglichen zeitlichen Verkürzung der Bauzeit<lb/>
begründen und verantworten lässt, liegt ausschliesslich in der<lb/>
Entscheidung der Verbundgesellschaft resp. der daran beteiligten<lb/>
7 Landesgesellschaften. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> teilte auch vor allen davon<lb/>
betroffenen Betriebsräten mit, dass jetzt endgültig geklärt ist,<lb/>
die 130 GKT-Beschäftigten werden bis zum Probebetrieb in zwei<lb/>
bis drei Jahren bei der GKT verbleiben und dann aber zur neuen<lb/>
Gesellschaft übernommen werden. Die Beschäftigung ist damit für<lb/>
diese Leute gesichert, obwohl die Newag und die anderen Landes<lb break="no"/>gesellschaften eine so dezidierte Erklärung, wie die Verbundgesell<lb break="no"/>schaft dazu noch nicht abgegeben haben. Ich liess aber keinen<lb/>
Zweifel daran, dass sich Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> an seine Aussage in<lb/>
meinem Ministerium erinnern würde, die Beschäftigten brauchen<lb/>
sich keine wie immer gearteten Sorgen zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-20_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> verbinden.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 151. Ministerratssitzung, 20.2.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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