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            <title type="main">Freitag, der 16. Februar 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_01">Freitag, den 16. Februar 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_02">Die Besprechung mit Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und Landessekretär <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs><lb/>
wegen Wiener Nationalratsliste ergab, daß <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> auf alle Fälle wieder<lb/>
in den Nationalrat einziehen wird. Sollte die SPÖ nicht mehr in der<lb/>
Regierung sein und daher die Regierungsmitglieder nicht ihr Mandat<lb/>
zurücklegen, so wird vom Wiener Vorstand beschlossen werden und zwar<lb/>
jetzt vor der Wahl, daß die älteren, d.h. über 65 Jahre alten Abge<lb break="no"/>ordneten <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, <rs type="person" ref="#per__131467">Metzker</rs>, <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> und <rs type="person" ref="#per__97923">Schnell</rs> ihre Mandate zurück<lb break="no"/>legen, d.h. aus dem Nationalrat ausscheiden. Dadurch ist die Gewähr<lb/>
gegeben, daß <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> auch dann wenn wir Abgeordneten-Mandate ver<lb break="no"/>lieren, auf alle Fälle wieder im Nationalrat aufscheinen wird. Ich<lb/>
hätte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> eine so radikale Lösung, die angeblich aus der<lb/>
Diskussion im Präsidium der Wiener Partei geboren wurde, nicht zuge<lb break="no"/>traut. Ich glaube aber, so wie <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs> ebenfalls, daß<lb/>
dies eine sehr vernünftige Lösung ist, wodurch theoretisch 4 Mandate<lb/>
von den jetzigen 24 verloren gehen können. In diesem Fall wäre aber auch schon<lb/>
die relative Mehrheit für die Sozialisten verloren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_03">Bei der Besprechung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und einigen Regierungsmitgliedern mit<lb/>
der Niederösterreichischen Landesregierung wegen des Waldviertels<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aufgrund der Erfahrungen im Aichfeld-Murboden erklärt,<lb/>
daß nicht nur die Struktur der Betriebe verbessert werden muß, sondern<lb/>
daß auch Schulen, Spitäler und sonstige Infrastrukturmaßnahmen einge<lb break="no"/>leitet werden müßten. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> behauptete dann, dies sei für Schulen<lb/>
und Spitäler nicht notwendig. In jedem Bezirk, der im Waldviertel<lb/>
als kritisch betrachtet wird, gibt es die entsprechenden Schulen<lb/>
und die Spitäler werden jetzt neu gebaut, wie in Zwettl oder Gmünd.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> verwies darauf, daß Sofortmaßnahmen gesetzt werden müßten,<lb/>
wie z.B. für die Firma Eisert oder für den Waldviertler Betrieb der<lb/>
Vöslauer und dann eine weitreichende Konzeption ähnlich der Aichfeld-<lb/>
Murboden, wobei allerdings diese Erfahrungen nur die Grundlage bilden<lb/>
können, denn für Waldviertel gibt es andere wichtigere Gesichtspunkte.<lb/>
Die Arbeitslosigkeit beträgt im Krems 4,4, in Horn 5,2, in Waidhofen<lb/>
9,2, in Gmünd 9,5 laut Mitteilung <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97703"><choice><choice><sic>Siegmund</sic><corr>Ludwig</corr></choice></choice></rs> LH-<lb/>
Stellvertreter hat dann nachher erklärt 14 %, weil sie jetzt schon<add>[Korrekturen an dieser Stelle unklar, Anm.]</add><lb/>
und in Zwettl 11 %. Zwischen <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> und <rs type="person" ref="#per__97703"><choice><choice><sic>Siegmund</sic><corr>Ludwig</corr></choice></choice></rs> ergab es dann einen<lb/>
heftigen Disput, weil dieser erklärte, was die Regelung Eisert<lb/>
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10.000 S um bei der Arbeitsmarktförderung den Anspruch zu erreichen,<lb/>
als unzulänglich dargestellt wurde. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> meinte, man sollte den<lb/>
Wahlkampf hier heraussen lassen, es handelt sich hier nicht um eine<lb/>
Wirtshaus-Diskussion. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann <rs type="person" ref="#per__97703"><choice><choice><sic>Sigmund</sic><corr>Ludwig</corr></choice></choice></rs> hart attackiert, weil<lb/>
dieser erklärte bis 1985 bräuchte man im Waldviertel 12.000 neue<lb/>
Arbeitsplätze, die Tabakwerke hatten die Feuerzeuge von Bic gekauft<lb/>
und Waffen die Eisert auch erzeugen könnte, hat das Verteidigungs<lb break="no"/>ministerium dort nicht bestellt. Man sollte eine Werkzeugfabrik<lb/>
errichten für die ÖMV und eine Lokomotivfabrik für die ÖBB oder zu<lb break="no"/>mindestens Bestandteile im Waldviertel produzieren. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> er<lb break="no"/>widerte mit Recht, Schuld an dieser Entwicklung sei, eindeutig die<lb/>
Privatfirma, wie eben die Strumpffabriken und jetzt Eisert. Der Streit<lb/>
bringt aber nichts, man muß eine Konzeption entwickeln. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> be<lb break="no"/>richtet, daß der Wasserwirtschaftsfonds 550 Mio. in der nächsten<lb/>
Zeit drauflegen wird von der Bund allein 470 Mio. beisteuert. In<lb/>
Karlstein soll ein Zubau zur Schule erfolgen, der 20 Mio. S kostet.<lb/>
Gleichzeitig müßte das Land jetzt endlich das Internat in Angriff<lb/>
nehmen; die Gasleitung, die jetzt gebaut wird, wird Zwettl und andere<lb/>
Orte mit Gas versorgen. Ich habe darauf verwiesen, daß es richtig<lb/>
ist, daß die Gasleitung jetzt gebaut wird und dann auch die einzelnen<lb/>
Orte anschließt, daß aber niemand die Garantie übernehmen kann, daß<lb/>
dieses iran-sowjetische und daher sowjetische Austauschgas nach<lb/>
Westeuropa, wofür 2 Mrd. m³ für Österreich bliebe auch geliefert<lb/>
wird. Vom Fremdenverkehr bin ich der Meinung, daß der Vorschlag<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs>, eine eigene Gesellschaft zu gründen, wobei die öffentliche<lb/>
Hand allein sondern eben gute Wirtschaftsunternehmen sich daran be<lb break="no"/>teiligen müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_04">Nach Erfahrung von einigen Ärzten, könnte das raue Klima im Wald<lb break="no"/>viertel sehr wohl eine größere Fremdenverkehrs-Saison als derzeit<lb/>
60 Tage, wenn es sich um eine Kur handelt erreicht werden. Ich<lb/>
selbst schlug vor, nachdem jetzt Harbach die weiteren 20 Mio. ERP-<lb/>
Kredit bekommt und damit 40 Mio. mindestens in Niederösterreich erwartet<lb/>
dann erhalten haben, man sollte hier gewisse Aktivitäten durch In<lb break="no"/>vestorenberatung aber vor allem auch durch entsprechende Konzen<lb break="no"/>tration beim Fremdenverkehr neue Hotels usw. erweitern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint,<lb/>
er selbst könne aus Wörishofen die Erfahrung beisteuern, daß dort<lb/>
auch nichts als wie Wasser sogar nicht von besonders hervorragender<lb/>
Qualität die Grundlage für den Aufschwung gewesen ist. Das Wasser<lb/>
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die Wasserkuren dort eingeführt hätte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat für das Wald<lb break="no"/>viertel den Architekten <rs type="person" ref="#per__115641">Grünberger</rs>, der sogenannte Bäderpapst, dafür<lb/>
gewonnen, daß<add>der?</add> auch für Treffpunkt eine Art Freizeitkonzentrations<lb break="no"/>zentrum für Horn und Gmünd entworfen hat. Die Studie die ich mir<lb/>
dort allerdings angesehen habe, war nichts anderes wie<lb/>
von einer kleineren Freizeitzentrum und dann ringartig über diese<lb/>
Halle sich das Zentrum ausdehnen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß Dir die Unterlagen von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> geben!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_06"><choice><choice><sic>Bundesrat</sic><corr>Landesrat</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> berichtet, daß er in Gmünd mit 400 Managern<lb/>
über die Möglichkeit von Investitionen verhandelt hat. Die wenigsten<lb/>
wußten, daß sie 300.000 S investieren müssen, um vom Land 50.000 S<lb/>
als Kopfquote und vom Bund 50.000 S durch ein Arbeitsmarktförderungs<lb break="no"/>projekt bekommen können. Bei dieser Gelegenheit haben die Manager<lb/>
darauf verwiesen, daß sie nicht nur die fragwürdigen Betriebe unter<lb break="no"/>stützt sehen möchten, sondern daß man die bestehende Substanz er<lb break="no"/>halten müßte. Zu diesem Zweck sollte die LKW-Steuer aufgehoben werden<lb/>
die vorzeitige AFA die in der Vergangenheit wieder <choice><choice><sic>eingeführt</sic><corr>?</corr></choice></choice> und<lb/>
auch die Exportindustrie stärker gefördert. Bezüglich Eisert ist er<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__134299">Litschauer</rs> einer Meinung, daß die Länderbank, die jetzt 70 Mio. S<lb/>
Kredite gewährt hat, die Gesamtsumme der Verschuldung beträgt<lb/>
150 Mio. S, noch 27 Mio. S geben wird, wenn der Bund und das Land<lb/>
die Absicherung übernimmt. Das Land wäre dabei einverstanden, wenn<lb/>
es wüßte welches Ausmaß diese Kredithaftung annehmen könnte. Außerdem<lb/>
muß vorher noch mit dem Masse-Verwalter verhandelt werden, der die<lb/>
Konkursverpflichtung gegenüber den anderen Gläubigern abdecken muß.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> berichtet, daß die Gläubiger-Versammlung stattgefunden<lb/>
hat, daß eine Bestandsaufnahme jetzt in 14 Tagen zu erwarten ist,<lb/>
nachdem 30 Angestellte daran jetzt arbeiten. Der Masse-Verwalter ist<lb/>
sehr positiv eingestellt, denn er hat auch die Lehrwerkstätte mit<lb/>
den 30 Lehrlingen weiter beschäftigen lassen. Der Verlust, aus<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> dieser<lb/>
neuen Produktion zu<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> der die Länderbank 27 Mio. Löhne zuschießen<lb/>
wird, könnte maximal 10 Mio. sein, so daß je die<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> Hälfte auf den Bund<lb/>
und das Land entfallen. Entweder wird der Betrieb verpachtet, oder<lb/>
der Masse-Verwalter wird ihn fortführen lassen. 3 Feuerzeugfabriken<lb/>
haben sich gemeldet und 5 andere, konkret ist die Firma Faber-<lb/>
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zusammen, daß jetzt sofort ein konkretes Projekt ähnlich Aichfeld-<lb/>
Murboden von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet werden soll, wo Glas<lb/>
an der Donau, Sulfatfabrik an der Donau, General Motors eventuell auf<lb/>
der niederösterreichischen Seite bei Enns und für Eisert eine Auffang<lb break="no"/>gesellschaft geplant werden soll. Bezüglich der Glanzstoff in<lb/>
St. Pölten hat er mit dem Direktor <rs type="person" ref="#per__150032">Zempelin</rs> verhandelt, daß der Be<lb break="no"/>trieb und die Kunstseiden-Produktion nicht nur allein bis September<lb/>
aufrecht erhalten werden kann, jetzt momentan ist ein richtiger Boom.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat noch angedroht, wenn die Niederländer Glanzstoff schließen,<lb/>
würde eine österreichische Firma als Auffanggesellschaft vom Staat<lb/>
entsprechend gefördert, die den Betrieb übernehmen. Seinerzeit die<lb/>
Niederländer als sie das deutsche Eigentum zurückbekommen haben, haben<lb/>
ausdrücklich darauf verwiesen, daß die Betriebsarbeitsplätze erhalten<lb/>
bleiben, jetzt will<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> man die Kunststoffproduktion in Österreich ein<lb break="no"/>stellen, um ein deutsches Werk besser auslasten zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_07">Nach der Sitzung hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mit Landesrat <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, in dem Fall als<lb/>
Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreichs und mir über<lb/>
die Weineinfuhren gesprochen. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> sieht ein, daß eine ent<lb break="no"/>sprechende Einfuhr im Zuge des GATT-Kontingentes genehmigt werden<lb/>
muß, weil ansonsten<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> die Verhandlungen mit der Bundesrepublik über die<lb/>
Exportmöglichkeiten von über 15-grädigen Weinen wieder gefährdet<lb/>
wären. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> möchte aber, daß erstens vor dem 25. März nichts mehr<lb/>
geschieht, was man ihm ohneweiters zusagen konnte und daß zweitens<lb/>
aber dann doch letzten Endes <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> die Entscheidung trifft. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
selbst möchte aber und dafür habe ich volles Verständnis, dies nur<lb/>
mit Zustimmung der Landes- und Wirtschaftskammer Wien resp. Nieder<lb break="no"/>österreich machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_08">Der ÖAMTC hat die Reisejournalisten zum Franziskaner eingeladen, um<lb/>
eine Schallplatte Romantik Hotels in Deutschland, Schweiz und Öster<lb break="no"/>reich vorzustellen. Der Generalsekretär dieser Organisation <rs type="person" ref="#per__150033">Jens<lb/>
Diekmann</rs> hat mir mitgeteilt es gibt 111 Romantik-Hotels in Europa<lb/>
und hat 30.000 Gäste. Da die Franziskaner auch ein Romantik-Gasthof<lb/>
zumindestens ist, war es selbstverständlich, daß dort der ÖAMTC-<lb/>
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Platte überreichte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_09">Der koreanische Botschafter <rs type="person" ref="#per__150035">Dzong</rs> ist ausschließlich mit einer Inter<lb break="no"/>vention zu mir gekommen, nämlich daß ich mich einsetzen soll, damit<lb/>
sie die 18 Vortriebsmaschinen, die Korea vor Monaten von der VÖEST<lb/>
verlangt hat, endlich geliefert bekommt. Sie haben zweimal über die<lb/>
Angebote verhandelt, die am 30. Jänner noch wegen der Preise nicht<lb/>
abgeschlossen werden konnten. Da die Koreaner in bar zahlen, haben<lb/>
sie angenommen, daß bei der anderen Besprechung am 4. Februar der<lb/>
Vertrag fixiert werden könnte. Bis jetzt aber haben sie noch immer<lb/>
keine positive Erledigung. Die VÖEST und das weiß ich verbindlich,<lb/>
will die 18 Bohrmaschinen deshalb nicht schicken, weil die Süd-<lb/>
Koreaner erwarten oder befürchten, daß damit die unter der Grenze<lb/>
gegrabenen Tunnels nur noch schneller und noch weiter nach Süd-Korea<lb/>
vorangetrieben werden können. Die Süd-Koreaner meinen, daß es sich<lb/>
hier zwar um Kohlenabbaumaschinen handelt, daß diese aber in keinen<lb/>
Bergwerken eingesetzt werden. Ich habe daher dem Botschafter auch<lb/>
nichts anderes zugesagt, als er meinte, ich müßte doch eine Lösung<lb/>
finden können, daß ich nur mit dem Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> darüber sprechen<lb/>
werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte bei nächster Anwesenheit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
in Wien, Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_11">Beim Jour fixe mit AK/ÖGB diskutierten wir selbstverständlich unsere<lb/>
Energie-Situation. AK, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, ÖGB, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> und <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> sind der Meinung,<lb/>
daß die Versorgung mit Benzin bis zur Wahl gesichert ist, weil<lb/>
die ÖMV eben entsprechende gegebenenfalls zu <choice><choice><sic>teureren</sic><corr>?</corr></choice></choice> Preisen durch<lb break="no"/>führen müßte, falls die Internationalen tatsächlich eine Versorgungs<lb break="no"/>lücke herbeiführen. Das einzige Problem, das sich daraus ergibt,<lb/>
wären höhere Preise, die aber ab 6. Mai erst zur Diskussion gestellt<lb/>
werden können. Die freien Tankstellen könnten gegebenenfalls in<lb/>
der nächsten Zeit ihre Kunden voll befriedigen. Der Angebots-Ausfall<lb/>
international ist verkraftbar, die Nachfragesteigerung aber, wenn<lb/>
tatsächlich dann daraus ein Run auf die Tankstellen entstehen würde<lb/>
nicht. Die ÖMV hat im vergangenen Jahr 2,8 Mio. t für die Multis<lb/>
verarbeitet, die Kapazität der ÖMV würde, wenn sie entsprechende<lb/>
Rohölmengen bekommt ausreichen, um auch die freien Tankstellen-Be<lb break="no"/><pb n="47-0218" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band47/47_1979-02-16_0218.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dürfnisse zu befriedigen. Die Einspar-Propaganda oder Energiespar<lb break="no"/>parole hat hier nur sehr wenig geholfen. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> meinte wir müßten<lb/>
schichtenspezifische Propaganda bei der Energie machen, noch steht<lb/>
das Energieproblem an erster Stelle und erst die Vollbeschäftigung<lb/>
die eben jetzt größtenteils gewährleistet ist und daher die Leute<lb/>
nicht beunruhigt an zweiter. Ich habe freimütig zugegeben, daß die<lb/>
öffentliche Meinung derzeit gegen mich spricht, ich glaube auch, daß<lb/>
mein Image dadurch sehr gelitten hat. Diese Meinung teilen die anderen<lb/>
nicht, <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> meint nur, ich müßte halt aufhören mich immer auf<lb/>
die Nicht-Kompetenz zu berufen. Dies ist eine falsche Politik und<lb/>
nur auf meine Trotzhaltung zurückzuführen. Politik wird niemals ge<lb break="no"/>macht, indem man sagt, ich habe eine Kompetenz oder ich habe keine,<lb/>
sondern Politik wird gemacht, indem man eben eine Aufgabe an sich<lb/>
reißt, sie erfüllt, ganz unabhängig ob man dafür berufen ist oder<lb/>
nicht. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> meinte, in den vergangenen Jahren hätten wir immer eine<lb/>
Politik gemacht, wenig Kompetenz dafür viel Initiative. Nach reif<lb break="no"/>licher Überlegung muß ich sagen, daß sie recht haben, für mich ist<lb/>
es deshalb nur so schwer, in den Griff zu kriegen, weil ich halt<lb/>
leider feststellen muß, daß die ganzen Spar-Appelle nichts bringen<lb/>
und ich davon nichts halte. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> meinte mit Recht, diese letzten<lb/>
Sätze dürfe ich mir zwar denken, aber dürfte sie nie aussprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_12"><rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> bestätigt, daß eine Aluminium-Einfuhr aus Ungarn überhaupt<lb/>
nicht in Frage kommt. Derzeit bezieht Ranshofen von den Ungarn<lb/>
Tonerde, die 80.000 t, die sie produzieren können, resp. die<lb/>
33.000 t, die sie aufgrund des Vertrages von <choice><choice><sic>Rinhold</sic><corr>Reynolds</corr></choice></choice> in Hamburg noch<lb/>
dazukaufen müßten, reichen auf lange Sicht aus, um ihren Bedarf<lb/>
hinlänglich zu decken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_13">IBM ist bereit in Österreich nicht nur Lager und eine entsprechende<lb/>
Vertriebsorganisation sondern auch jetzt die Reparaturen und ein<lb/>
Einkaufszentrum zu errichten, außerdem sucht IBM Zulieferer für<lb/>
Produktion nach Deutschland. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> hat mir dann noch mitgeteilt,<lb/>
daß auch die Möglichkeit besteht, einen größeren Montagebetrieb in<lb/>
Österreich zu errichten. IBM hat die OECD-Richtlinien anerkannt<lb/>
und wird alle Unterlagen die das Handelsministerium braucht zur<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_14">Bezüglich der Förderung für die Textilindustrie besteht jetzt von<lb/>
der Handelskammer der Wunsch, diese auch auf die Bekleidungsindustrie<lb/>
auszudehnen. Der Gewerkschaftsbund befürchtet und dies nicht ganz<lb/>
zu Unrecht, daß dadurch alles wieder zersplittert wird. Es gibt<lb/>
mehrere Branchen und nicht nur die Bekleidungsindustrie allein, die<lb/>
dringend einer solchen spezifischen Strukturänderungsbehandlung<lb/>
bedürfe. Nach Papier müsse eben jetzt erst Textil in Ordnung gebracht<lb/>
werden und nicht dann noch eine halbes oder ein Dutzend von zusätz<lb break="no"/>lichen anderen Fachverbänden ebenfalls solche Forderungen stellen.<lb/>
Dies könnte der Staat finanziell nicht verkraften.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-16_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Warten, wie das Finanzministerium entscheidet<lb/>
und welche Mittel es dafür zur Verfügung stellen könnte.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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