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            <title type="main">Donnerstag, der 15. Februar 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_02">Die Westinghouse-Geschäftsleitung, Niederlassung, beschwerte<lb/>
sich neuerdings bei mir, dass sie den Zuschlag in Klagenfurt<lb/>
für die Turbine nicht bekommen haben. Sie haben mit der Abgabe<lb/>
des Offertes damit gerechnet, dass die Unterlagen zumindestens<lb/>
genau geprüft und mit ihnen besprochen werden. Da sie aber<lb/>
nach der Offerterstellung nicht mehr gehört haben, keine Detail<lb break="no"/>gespräche geführt wurden und sie auch jetzt nicht verständigt<lb/>
wurden, warum ihr Offert nicht zum Zuge gekommen ist, haben<lb/>
sie in ihrer Muttergesellschaft grosse Schwierigkeiten. Da<lb/>
auch ich die Details nicht kannte, durch Zufall Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
anwesend war, ersuchte ich ihn, das Problem zu klären. Für mich<lb/>
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um ein Deckoffert gehandelt hat, um in Österreich besser zum<lb/>
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nachdem sie die Absicht erklärt haben, mit Elin und Waagner-Biro<lb/>
enger zusammenzuarbeiten, dass sie eben tatsächlich eine österr.<lb/>
Firma, sei es durch Kooperation oder Lizenzvergabe für ihre<lb/>
Produkte gewinnen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll uns berichten, was die<lb/>
Ursache des Nichtzustandekommens gewesen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_04">Die Energiekonferenz im Auersperg von der soz. Partei einberufen<lb/>
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von Teilnehmern ausgezeichnet. Dies halte ich nicht für ein Unglück,<lb/>
ganz im Gegenteil, denn <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> wollte ja als Vorsitzender der<lb/>
Kommission auf der einen Seite demonstrieren, dass wir jetzt<lb/>
nach Zwentendorf – Verbotsgesetz – eine neue Energiekonzeption<lb/>
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grosse Debatten innerhalb unserer Partei entfachen wollten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> ist es auch wider Erwarten gelungen, Prof. <rs type="person" ref="#per__117110">Koenig</rs> vom<lb/>
Wilhelminenberg für einen Arbeitskreis Ökologie und Energie<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, dass er mit diesem Schachzug, Umweltschützer Ökologen<lb/>
sogenannte Grüne-Listen-Anhänger neutralisieren kann. Je mehr<lb/>
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nicht gegen uns agieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_05">Vor Beginn der Konferenz hatte ich ja mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97429">Feich<lb break="no"/>tinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> kam dann später hinzu, und <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> eine ernste<lb/>
und harte Aussprache wegen des kalorischen Kraftwerkes Zwenten<lb break="no"/>dorf. <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> erklärte mit aller Deutlichkeit, er könne<lb/>
die 300.000 t Heizöl, schwer, nicht garantieren. Im Gegenteil,<lb/>
er ist fest davon überzeugt, dass eine Lieferung fast unmöglich ist.<lb/>
Schon jetzt ist er der Verbundgesellschaft vertraglich verpflichtet,<lb/>
170.000 t Heizöl, schwer, zu garantieren. Die ÖMV wird jetzt eine<lb/>
Studie ausarbeiten, wie sie 2 – 3 Mill. jato Heizöl, schwer,<lb/>
in einer Bandbreite offerieren, resp. liefern kann. Diese<lb/>
Studie soll bis 1985 reichen. Die ÖMV wird eine eigene Raffinerie<lb break="no"/>konfiguration für diese Studie vorlegen. Angeblich hat sie jetzt<lb/>
bereits Schwankungen von 600.000 jato, die sich aus Liefer<lb break="no"/>verpflichtungen nach Wien und NÖ infolge von Trockenjahren<lb/>
usw. ergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Dies verstehe ich nicht, lass Dich bitte<lb/>
aufklären.<lb/>
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vielleicht sogar auch sehr verärgert. Seiner Meinung nach hat<lb/>
die ÖMV stets alle Wünsche von Wien und NÖ erfüllt und jetzt<lb/>
wo die Verbund Öl oder Gas braucht, stünde keines für ihn zur<lb/>
Verfügung. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> glaubt, so wie seinerzeit Theiss für Newag<lb/>
und Simmering für Wien von der ÖMV beliefert werden, wird auch<lb/>
in Hinkunft der zweite Block in Zwentendorf wahrscheinlich<lb/>
dann in <choice><choice><sic>Berglan</sic><corr>?</corr></choice></choice> gebaut, ebenfalls ohne weiteres auf Öl- und Gas<lb break="no"/>basis genehmigt werden. Fast als Schreckschuss hat er <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs><lb/>
gesagt, er wird die Belieferung mit Niogas besprechen und eben<lb/>
einen entsprechenden Gasvertrag machen. <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> glaubt, dass<lb/>
die Niogas eine solche Verpflichtung gar nicht übernehmen könnte,<lb/>
denn die erwarteten Iran-Gas-Mengen 1981/82 aus dem Tausch mit<lb/>
der Sowjetunion 16 Mia. m³ wovon die ÖMV 2 Mia. bekommen sollte,<lb/>
ist mehr als fraglich. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> neuerdings gebeten,<lb/>
er soll doch noch einmal mit seinen Gesellschaftern, den<lb/>
sieben Landesgesellschaften, darüber reden, ob sie nicht auf<lb/>
Öl-Kohle oder Gas-Kohle umsteigen sollten. Ich weiss, dass ich<lb/>
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Ich hoffe, dass wir im engsten Einvernehmen doch dieses Problem<lb/>
gemeinsam lösen werden. Vor allem ersuchte ich <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, nicht<lb/>
verärgert zu sein und nicht zu glauben, dass sich diese Politik<lb/>
gegen die Verbundgesellschaft richtet. Das Handelsministerium<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> versicherte ihm dies, wird genau dieselbe harte Politik<lb/>
gegen die Newag machen müssen, weil die Internationale Energie<lb break="no"/>agentur mit ihrer Information uns gar keine andere Möglichkeit<lb/>
lässt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_08">Interessant war, dass dann in der Diskussion auf das Referat<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__117110">Koenig</rs> insbesondere im Schlusswort die Frage der Kernenergie<lb/>
zur Sprache kam. <rs type="person" ref="#per__117110">Koenig</rs> hat nämlich in seinem Referat von<lb/>
Energieeinsparen, ja überhaupt von einem neuen Energie-Nichtver<lb break="no"/>wendungskonzept gesprochen. Der ökologische Kreis wird<lb/>
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braucht immer wesentlich mehr Energie und ist daher sehr proble<lb break="no"/>matisch. Die immer stärkere Verwendung von Kohle, Gas und Öl<lb/>
zerstört die Ozonschicht, was natürlich dann zu seiner Überraschung<lb/>
sofort dazu führte, dass ihm die Elektroenergetiker sagten,<lb/>
darum ist es eben notwendig, Kernenergie zu produzieren. Darin<lb/>
sieht <rs type="person" ref="#per__117110">Koenig</rs>, so wie <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> und <rs type="person" ref="#per__115683">Matzner</rs>, grosse Gefahren und dagegen<lb/>
sind sie daher in ganz besonderem Ausmass. Die Meinung dieser<lb/>
Leute ist eben, kein quantitatives Wachstum sondern differenziertes<lb/>
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Ressourcen – <rs type="person" ref="#per__97354">Blaus</rs> Meinung, obwohl er gleichzeitig auch<lb/>
keinen Kaufvorverlust, keinen Arbeitsplatzverlust sondern eben<lb/>
alles mit weniger Energie und weniger Kapitaleinsatz lösen<lb/>
möchte. Wirklich erschüttert war ich über eine Aussage, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117110">Koenig</rs> im Schlusswort besonders herausstrich. Er meinte, die<lb/>
Biologen und Ökologen könnten nur die Art schützen, nicht aber<lb/>
das Individuum. Im Tierreich decken sie sich mit den Natur<lb break="no"/>schützern daher nur dann, wenn eine Art sehr dezimiert ist und<lb/>
daher auch von der Ökologie her als unbedingt notwendig erhaltens<lb break="no"/>wert in vollem Umfang geschützt wird. Wenn es sich aber um eine<lb/>
Ausbreitung der Art in einem Ausmass handelt, die die Ökologie<lb/>
zerstören würde, dann kann man eben das Einzelindividuum nicht<lb/>
schützen. Beim Menschen ist es ja jetzt so, dass die neuesten<lb/>
Berechnungen ergeben, dass nicht diese exponentielle Vermehrung<lb/>
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Menschen auf der Erde haben, sondern um 2 – 3 Mia. weniger als<lb/>
diese alten Prognosen ergeben haben. Bei dieser Gelegenheit<lb/>
fiel dann die Bemerkungen, auch beim Menschen gilt es, die<lb/>
Art zu erhalten, nicht das Individuum. Dies ist in meinen Augen<lb/>
aber faschistoides Gedankengut. Meine Einstellung ist, lieber<lb/>
durch Ausbreitung der Ressourcen, durch risikoreiche Energie<lb break="no"/>gewinnung, wenn man will auch der Kernenergie und der schnellen<lb/>
Brüter, vielleicht sogar gegen die Art Mensch ein gewisses<lb/>
Risiko einzugehen, als jetzt klar erkennend, dass ich das<lb/>
Individuum nicht schützen kann, das Individuum also den Einzel<lb break="no"/>menschen, sozusagen biologisch und ökologisch abzuschreiben.<lb/>
Da in der Diskussion <rs type="person" ref="#per__115683">Matzner</rs> meinte, wenn <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und ich schon<lb/>
vor einem halben Jahr oder einem Jahr dieselbe Meinung vertreten<lb/>
hat, wie er sie jetzt bei uns zu erkennen glaubt, dann wäre er niemals<lb/>
in Gegensatz zu uns gekommen. Ich musste schon allein, um unser<lb/>
freundschaftliches Verhältnis nicht weiter zu belasten, nachher in<lb/>
kleinstem Kreis klipp und klar sagen, dass er hier einem Irrtum<lb/>
unterliegt, natürlich müssen wir jetzt auf Grund des Verbotsgesetzes<lb/>
für Kernkraft eine neue Konzeption entwickeln, diese entspricht<lb/>
aber nicht meinem Plan und Ziel, nämlich dass ich nach wie vor, wie<lb/>
ich auch in meinem Referat zum Schluss andeutete, die Pflicht<lb/>
habe, die notwendigen Energiemengen unter allen Umständen zur<lb/>
Verfügung zu stellen, Sparmassnahmen, neue Überlegungen, alles<lb/>
ist gut, aber bringen wird es uns – wie die Fakten zeigen – und<lb/>
insbesondere das ständige Ansteigen des Energieverbrauches – nicht<lb/>
viel, um nicht zu sagen, nichts. Darüber war <rs type="person" ref="#per__115683">Matzner</rs> wieder sehr<lb/>
erschüttert, denn er ist nach wie vor fest davon überzeugt, wenn<lb/>
wir nur alle weniger Energie verbrauchen wollen, dann wird dies<lb/>
nicht nur durch entsprechende Massnahmen sondern allein schon<lb/>
durch den Willen hie der Bevölkerung den Eindruck erwecken und<lb/>
die Energieverbauchsquoten werden entsprechend zurückgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_09">Im ÖGB-Bundesvorstand musste ich mich – da gleichzeitig die<lb/>
Energiekonferenz gelaufen ist – nicht lange aufhalten. Die ansonsten<lb/>
hart angreifenden Oppositionsredner, <rs type="person" ref="#per__113374">Gassner</rs> für die Christlichen<lb/>
und vor allem die KP-ler aller Schattierungen waren verhältnismässig<lb/>
sehr zahm. Dies dürfte doch scheinbar darauf zurückzuführen sein,<lb/>
dass man innerhalb des ÖGB keine Wahlkampfhysterie aufkommen<lb/>
lassen will. Natürlich hat <rs type="person" ref="#per__113374">Gassner</rs> versucht, die ÖVP-Behauptungen,<lb/>
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Betriebe geschwächt und darauf sind die Insolvenzen zurückzuführen,<lb/>
das Lehrlingsproblem sei insbesondere bei den weiblichen Lehrlingen<lb/>
nicht gelöst und müsste daher Berufsinformationen verstärken,<lb/>
die Hartwährungspolitik schädige den Fremdenverkehr und die Export<lb break="no"/>wirtschaft usw. zu bringen, doch wurde ich diesmal als Handelsminister<lb/>
überhaupt nicht zitiert, geschweige denn angegriffen. Ich habe mich<lb/>
daher bei <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> entschuldigt, ansonsten stehe ich nämlich immer gerne<lb/>
als Diskussionsredner zu seiner Verfügung und bin so schnell als<lb/>
möglich in die ökonomische Konferenz zurückgegangen. Dort war<lb/>
ich am meisten überrascht, schon sehr viele Journalisten anzutreffen.<lb/>
Eine solche offene Konferenz hat natürlich den Nachteil, vor den<lb/>
Wahlen war dies allerdings für uns ein Vorteil, dass nicht frei<lb break="no"/>mütigst über die Energiefrage wirklich diskutiert wird. Wären wir<lb/>
in einem kleineren Kreis Sozialisten unter uns gewesen, hätte sich<lb/>
wahrscheinlich eine wesentlich härtere Diskussion zwischen den,<lb/>
wie ich sie noch immer bezeichne - Energieromantikern und den<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> sich richtig bezeichnete Energieversorgungsverantwort<lb break="no"/>lichen gekommen. Letztere fühlen sich eben für eine ausreichend<lb/>
und sichere Zurverfügungstellung von Energie verantwortlich und können<lb/>
sich nicht auf hasardieren einlassen. Ausserdem haben sie für ihre<lb/>
Betriebe auch die finanzielle Verantwortung. Wenn <rs type="person" ref="#per__115683">Matzners</rs> Theorie<lb/>
die richtige ist, wenn viel gespart wird, dann werden die Unternehmen<lb/>
in rote Ziffern kommen und das ist volkswirtschaftlich notwendig<lb/>
und richtig, dann irrt er. In New York wurde als Reaktion auf Strom<lb break="no"/>einsparung die Ertragslage des Unternehmens verschlechtert, worauf<lb/>
es sofort Strompreiserhöhung durchführte. Das Ergebnis für die<lb/>
Leute war also, sie verbrauchen weniger Strom und müssen dann dafür<lb/>
trotzdem mehr bezahlen. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs>, ehemaliger Bundeslastverteiler<lb/>
hat deshalb mit Recht darauf verwiesen, dass es bereits in der<lb/>
Vergangenheit schon schwierig war, die Leistung zur Verfügung<lb/>
zu stellen. Wenn es bis zu 29 Zusammenbrüchen im Tag gekommen ist.<lb/>
Dies gilt allerdings für die unmittelbare Nachkriegszeit, so weit<lb/>
hoffe ich wird es doch nie mehr kommen. Zweckmässig erscheint<lb/>
es mir jetzt für den ÖGB, <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> hat mich darum ersucht, eine<lb/>
Rednerdienstunterlage zur Verfügung zu stellen über unsere Energie<lb break="no"/>konzeption mit dem entsprechenden Ziffernmaterial.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_11">NR <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs>, von der Privatangestelltengewerkschaft, wollte von<lb/>
mir einen Artikel sogar Bild für seine Zeitung, auch diesen<lb/>
habe ich ihm versprochen, wenn er nach dem Artikel in der<lb/>
Solidarität noch einen solchen wirklich wünscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_13">Die interministerielle Sitzung über das Ölsaatenprojekt ist<lb/>
planmässig verlaufen, Ich hatte einleitend festgestellt,<lb/>
warum wir diese Sitzung dringendst brauchen, jetzt endgültig<lb/>
zu klären, wie tatsächlich vorgegangen werden soll. Meine<lb/>
Bemerkung, dass wir mit Verhandlungen mit Amerikanern oder<lb/>
im Rahmen des GATT auch multilateral unter gar keinen Umständen<lb/>
die jetzige Lösung des Tokio-Runden-Problems insbesondere das<lb/>
Käsekontingent gefährden dürften. Für mich war diese Sitzung<lb/>
ja mehr eine Alibihandlung, um die unqualifizierten Angriffe<lb/>
von Agrariern, insbesondere <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> zu entgehen. Überein<lb break="no"/>stimmend wurde dann von allen festgehalten, dass die Politik<lb/>
der kleinen Schritte, die jetzt alle endlich einschlagen wollen,<lb/>
der einzig richtige Weg ist. Das wirklich Agrarproblem ist, der<lb/>
starke Import von Sojaschrot – 890 Mio. S aus der EWG, 121 Mio.<lb/>
aus Brasilien und nur 90 Mio. aus Amerika – der der österr.<lb/>
Landwirtschaft schwer zu schaffen macht, da heuer 250.000 t<lb/>
Futtergerste, 180.000 t Mais auf Lager liegen und sicherlich nicht<lb/>
bis zur neuen Ernte verkauft werden können. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs><lb/>
hat als Vorsitzender dann zusammenfassend den Vorschlag <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyers</rs><lb/>
aufgegriffen, im kleinsten Kreis die weitere Vorgangsweise<lb/>
zu besprechen. Die Vertreter des Finanzministeriums aber auch<lb/>
des Landwirtschaftsministeriums und der Interessenvertretungen<lb/>
Handelskammer und Landwirtschaftskammer haben mir zugesichert,<lb/>
dass die vorsichtigste Vorgangsweise noch immer verhältnismässig<lb/>
riskant ist, um ja nicht die Ergebnisse der Tokio-Runde, sprich<lb/>
Emmentaler-Kontingent zu gefährden. Einmal mehr hat sich<lb/>
die Taktik als richtig erwiesen, man muss den Agrariern das<lb/>
Risiko vor Augen führen, was sie mit ihrer harten Politik<lb/>
die Politiker ihres Klubs sehr leichtfertig aufbrechen, zerstören<lb/>
können, dass sie dann doch vernünftig handeln. Sowohl <rs type="person" ref="#per__123746">Slezak</rs><lb/>
als auch <rs type="person" ref="#per__123178">Kucera</rs>, beide Präsidentenkonferenz der LWK, waren<lb/>
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erschüttert. Die Vertreter des FM, insbesondere MR <rs type="person" ref="#per__149872">Kratschmeier</rs>,<lb/>
hat erklärt, er ist weggegangen, weil er sich so viel Unsinn<lb/>
nicht anhören konnte. Einmal mehr für mich die Erkenntnis,<lb/>
wenn die Agrarier unter sich bleiben oder sind, dann kommen<lb/>
sie auf die grössten Schnapsideen und auf die unmöglichsten<lb/>
Vorschläge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> soll Dir sagen, wie er den<lb/>
kleinsten Kreis zusammensetzen will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band47_1979-02-15_15">Die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> und dem Vertreter des Renner-<lb/>
Instituts sowie <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> über unsere Arbeitsgruppe<lb/>
Sozialdemokratische Marktwirtschaft hat wieder einmal gezeigt,<lb/>
welch schlauer Fuchs <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> ist. Er erkannte sofort, dass<lb/>
wir vor den Wahlen unter gar keinen Umständen eine grössere<lb/>
Diskussion darüber entfachen sollten oder dürfen. In diesem<lb/>
Fall würde es nämlich sicherlich zu einer für die Oppositions<lb break="no"/>parteien wahlpropagandamässig harte Konfrontation innerhalb<lb/>
der sozialistischen Bewegung kommen. Sie schlagen deshalb vor,<lb/>
wir sollten nach einem Referat von Prof. <rs type="person" ref="#per__114139">Nowotny</rs> über die Be<lb break="no"/>deutung des Marktes 4 Arbeitskreise einsetzen. Wettbewerb, Markt,<lb/>
Planung und Bedürfnisse. In diesen Arbeitskreisen können dann<lb/>
Detailuntersuchungen und Diskussionen, die ja in der Öffentlichkeit<lb/>
nicht mehr so beachtet werden, bis zu den Wahlen geführt werden.<lb/>
Die grosse Diskussion, ob es eine sozialdemokratische Marktwirt<lb break="no"/>schaft überhaupt geben kann und wie sie sich aufbauen sollte,<lb/>
würde dann erst nach den Wahlen wirklich durchgeführt werden.<lb/>
In diesem Fall, meint <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs> zurecht, können wir dann<lb/>
auch bereits auf die Wahlergebnisse und die eventuelle Oppositions<lb break="no"/>rolle der Partei entsprechend Rücksicht nehmen. <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs><lb/>
vertritt nämlich nicht zu unrecht – auch ich neige manchmal<lb/>
dieser Auffassung zu – die Meinung, wenn die Partei wirklich<lb/>
wieder in die Opposition gehen muss oder freiwillig geht, dass<lb/>
dann nicht nur für die Theorie sondern auch in der Praxis für<lb/>
die Arbeiterschaft eine wesentlich geänderte Situation im wahrsten<lb/>
Sinne des Wortes entsteht. Er sieht dies aber nicht so kritisch,<lb/>
weil dann gerade der ÖGB eine für die Arbeitnehmer härtere Politik<lb/>
von der zukünftigen Regierung insbesondere wenn sie eine<lb/>
nicht sozialistisch beteiligte sein wird, verlangen kann und auch<lb/>
tatsächlich verlangen wird. In diesem Fall würden zwar gesamt<lb break="no"/><pb n="47-0212" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band47/47_1979-02-15_0212.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wirtschaftliche Problemlösungen weniger erfolgen können,<lb/>
dafür aber interessenwirtschaftliche für die Arbeiter um so<lb/>
härter verlangt und wahrscheinlich auch teilweise durchge<lb break="no"/>setzt werden können. Da wir dieses Problem aber erst nach<lb/>
dem 6. Mai haben, brauchen wir uns jetzt darüber noch nicht den<lb/>
Kopf zu zerbrechen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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