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            <title type="main">Donnerstag, der  1. Februar 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_01">Donnerstag, den 1. Februar 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_02">Im Wiener Ausschuß wurde die Diskussion über das Reform-Programm<lb/>
und die neuen Stadträte resp. die Stadtrat-Liste sehr heftig<lb/>
geführt. Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat in seinem Einleitungsreferat<lb/>
versucht, die Sachprobleme als besonders wichtig herauszustreichen.<lb/>
Die Bürgernähe sollte unter allen Umständen erreicht werden durch<lb/>
dezentrale Führung, durch besondere Servicestellen, durch Ver<lb break="no"/>besserung in den kleineren Problemen, aber auch in den großen, wie<lb/>
Verkehr, Wohnung usw. Da die neue Idee für gewisse Sparten die Dele<lb break="no"/>gation vom Rathaus in die Bezirke für gewisse ÖVP-Bezirksvorsteher<lb/>
eine ungeheure Stärkung wäre, wurde die Idee geboren, die Dezentrali<lb break="no"/>sierung auf ein Gebiet also mehrere umfassend zu delegieren. Dort<lb/>
müßte dann ein Gebietsbeauftragter mit den Bezirksvorstehern und<lb/>
Stellvertretern neu geschaffen werden. Da <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> sich nicht getraut,<lb/>
dies sofort für alle Bezirke in Kraft zu setzen, wird der 21. und<lb/>
22. Bezirk, also Transdanubien diese Regelung versuchsweise einführen.<lb/>
Mit Recht erinnerte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> daran, daß das ABGB von der Kaiserin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117656">Maria Theresia</rs> auch nicht für das ganze Reich gleich erlassen wurde,<lb/>
sondern in Galizien, ohne daß er diesen Landstrich nannte, ausprobiert<lb/>
wurde. Man kann nur hoffen, daß bei dieser Idee dieselben guten<lb/>
Erfolge gibt wie seinerzeit bei der Einführung des Allgemeinen<lb/>
Bürgerlichen Gesetzbuches, welches sich dann jahrhundertelang be<lb break="no"/>währt hat. Viele Diskussionsredner und auch ich haben Angst, daß<lb/>
es sich hier nur um eine Doppelgeleisigkeit oder gar vielleicht<lb/>
um eine zusätzliche Verbürokratisierung der Verwaltung handelt.<lb/>
Die Magistratseinteilung konnte und wollte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> noch nicht mit<lb break="no"/>teilen, denn zwischen den neuen Team der Stadträte muß dies erst<lb/>
abgegrenzt werden. Z.B. gibt es natürlich große Differenzen<lb/>
zwischen dem derzeitigen Stadtrat für Finanzen und Wirtschaft <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs><lb/>
und dem neuen Stadtrat <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs> Vermögensverwaltung, wie und ob<lb/>
die Holding aufgeteilt werden soll oder wem sie untersteht. Ebenso<lb/>
gibt es noch große Probleme bei der Errichtung des integrierten<lb/>
Verkehrsressorts <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs>, ob er auch tatsächlich den ganzen Tiefbau<lb/>
dazubekommen sollte und dadurch die Baudirektion endgültig zer<lb break="no"/>schlagen wird. Das allergrößte Problem sehe ich aber darin, daß<lb/>
<pb n="46-0132" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band46/46_1979-02-01_0132.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>neuerdings Gemeinderat <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs>, der gleichzeitig Bezirksobmann vom<lb/>
Alsergrund und Obmann der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ist<lb/>
davon warnte im Zuge der Reorganisation irgendwelche Teile zu re<lb break="no"/>privatisieren oder auch nur ähnliche Ausgliederungen aus der Ge<lb break="no"/>meindeverwaltung zu versuchen. Die Sachdiskussion war aber in Wirk<lb break="no"/>lichkeit nicht das entscheidende sondern wie sich dann sofort<lb/>
herausstellte ausschließlich die Personenvorschläge. Alle Bezirks<lb break="no"/>obleute hatten in ihren Bezirken referiert und dort mit Bezirks<lb break="no"/>ausschüssen über die neuen Vorschläge von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> auch Diskussionen<lb/>
abzuführen gehabt. Härtest umstritten und abgelehnt wurde der neue<lb/>
Stadtrat für Kultur Dr. <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> und Opportunisten den man doch nicht<lb/>
den Vertrauenspersonen zutrauen kann bis zu der Androhung die Sek<lb break="no"/>tionsleiter werden ihre Funktion zurücklegen, wenn dieser gewählt<lb/>
wird. Hatten die halben Dutzend<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> Diskussionsredner in einer Art gegen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> polemisiert und mitgeteilt, wie ihre Bezirke denken und dabei<lb/>
waren dies lauter große Bezirke, da <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> neben mir sagte, der<lb/>
bringt <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> nie durch. Da ich zur Mittagszeit mit Wirtschafts<lb break="no"/>journalisten der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung eine Aus<lb break="no"/>sprache vereinbart hatte, schickte ich dem Vorsitzenden <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> die<lb/>
Mitteilung, daß er mich, wenn er Wert darauf legt, selbst einteilen<lb/>
müsse, damit endlich einer einmal den Präsidiumsvorschlag und vor<lb/>
allem wegen des Bürgermeisters verteidigt. Es war also ein reiner<lb/>
Zufall, daß ich als erster meine bekannte These vertreten habe,<lb/>
die ich auch die letzten beiden Male vertrat, also gar nichts<lb/>
Neues war. Der Bürgermeister muß genauso wie der Bundeskanzler<lb/>
das Recht haben, sich sein Team zu suchen, dies wird er nicht will<lb break="no"/>kürlich tun, sondern womöglich im Einvernehmen mit dem Präsidiums<lb break="no"/>vorstand und wenn es natürlich geht, auch den Ausschuß. Berichtete<lb/>
natürlich auch über unsere Diskussion auf der Landstraße und daß<lb/>
dort nicht nur <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> sondern auch andere heftigst kritisiert wurden.<lb/>
Zum Schluß appellierte ich vor allem darauf, daß bei der Wiener<lb/>
Konferenz die Partei nicht als gespaltener, zerstrittener Haufen<lb/>
auftreten darf, wenn ansonsten unsere Ausgangslage für den Wahl<lb break="no"/>kampf zur Nationalratswahl äußerst ungünstig sein würde. Nach mir<lb/>
kamen dann zufälligerweise wieder einige Redner, die nicht mehr<lb/>
so hart gegen <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> polemisierten und so entstand scheinbar der<lb/>
optische Eindruck, wie wenn ich das Rad herumgedreht hätte. Als<lb/>
<pb n="46-0133" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band46/46_1979-02-01_0133.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ich dann nach kürzester Zeit wieder zur Abstimmung zurückgerufen<lb/>
wurde, wie dies zumindestens <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> behauptet, damit ist dann sogar<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> zu mir gekommen und hat gemeint, er sei mir zu großem Dank<lb/>
verpflichtet. Dies ist wohl ein bisschen stark übertrieben. Vielleicht<lb/>
liegt es daran, daß ich mich in den Diskussionen des Bundesvor<lb break="no"/>standes oder auch beim Wiener Vorstand sehr selten zu Wort melde<lb/>
und versuche nur entweder auf Anfragen, die mich direkt betreffen<lb/>
oder wirklich nur bei, wie ich glaube bedeutenden Ereignissen<lb/>
meine Meinung zu dokumentieren. Wenn ich nämlich sehe, daß eine<lb/>
Diskussion sowieso in der Richtung läuft, die ich glaube vertreten<lb/>
zu können, dann stehe ich auf dem Standpunkt, da brauche ich mich<lb/>
ja nicht unbedingt immer melden. Bei der Abstimmung an der 57 stimm<lb break="no"/>berechtigt waren, hat dann <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> immerhin 41 und <rs type="person" ref="#per__97772">Nekula</rs> 51 Pro-<lb/>
Stimmen bekommen. <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs> erhielt 53 und <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> als Landtagspräsident<lb/>
55. Das Team resp. die Personalfrage war damit durch, dies war<lb/>
aber sicherlich nur dadurch möglich, daß <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> und damit auch<lb/>
sein Bezirk Liesing sich bereit erklärt hatte, durch die Bundes<lb break="no"/>ratslösung für ihn zu akzeptieren. Wäre es zu dem angedrohten Kampf<lb/>
gekommen, dann bin ich nicht ganz sicher, wie die ganzen Abstim<lb break="no"/>mungen ausgegangen wären. Personalfragen sind eine unangenehme Auf<lb break="no"/>gabe in jedem Forum, in jeder Organisation, in jeder Funktion. Es<lb/>
gibt nämlich niemals eine Lösung, die alle befriedigt und es gibt<lb/>
auch keine Lösung, die nicht irgendwelche, wie ich es ausgedrückt<lb/>
habe, Wunden zurückläßt. Bei der Wiener Konferenz konnte ich wegen<lb/>
der dringlichen Einladung von dem ENIT-Vertreter <rs type="person" ref="#per__122903">Bortoluzzi</rs> zum<lb/>
Empfang des Präsidenten von Montecatini<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> leider nicht bis zum<lb/>
Schluß bleiben, ich habe also die Diskussion dort nicht miterlebt.<lb/>
Da meine Frau sogar <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> mobilisiert hatte, was ich nicht<lb/>
wußte, auch <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> war dann gekommen, was mich sehr überraschte,<lb/>
so hätte ich wahrscheinlich wegbleiben können, ich muß aber ein<lb break="no"/>gestehen, daß mir dies meine Frau niemals verziehen hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_03">Bei den Wirtschaftsjournalisten aus Westeuropa konnte ich einmal mehr<lb/>
feststellen, daß diese nicht nur allgemeine Auskünfte und globale<lb/>
Ziffern wissen wollten, sondern allen Ernstes von mir Detail<lb break="no"/>informationen über den belgisch-österreichischen Außenhandel er<lb break="no"/>warteten. Unglückseligerweise hatte ich meine Tasche im Rathaus<lb/>
gelassen und konnte ihre Detailfrage nur sehr global beantworten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_04">Für mich war dies eine Lehre, in Hinkunft wirklich niemals ohne<lb/>
meine Unterlagen, die ich sowieso immer bei mir trage, zu einer<lb/>
Besprechung zu gehen. Ansonsten aber waren sie sehr erstaunt und<lb/>
überrascht, wie es Österreich gelingt diesen wirtschaftlichen Auf<lb break="no"/>schwung zu tätigen und diese gute Position zu erreichen. Dies galt<lb/>
natürlich auch ganz besonders für den Schweizer Vertreter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_05">Mit Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> besprach die weiteren<lb/>
Schritte auf dem Agrarsektor soweit sie das Handelsministerium be<lb break="no"/>treffen. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> bestätigte mir, was mir <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> bereits mitgeteilt<lb/>
hat, daß die deutsche Delegation bei der Grünen Woche klar und<lb/>
deutlich erklärt hat, wenn Österreich die Dekonsolidierung der<lb/>
Stärkeprodukte im GATT drängt, dann die Viehexporte in die EG<lb/>
gefährdet sind. Als Retorsionsmaßnahme würde die deutsche Seite<lb/>
die seinerzeitigen Zugeständnisse soweit sie nicht GATT-mäßig<lb/>
vereinbart sind streichen. Im GATT haben wir von den 38.000 Stück<lb/>
Nutzrinder nur 20.000 fest vereinbart und gebunden. 10.000 wurden<lb/>
in einem Briefwechsel zugestanden, wofür wir Wein und andere Kom<lb break="no"/>pensation gegeben haben, diese wären wahrscheinlich auch zu halten.<lb/>
Ganz sicher sind aber die erst im November 78 zugestandenen 8.000 Stk.,<lb/>
die durch nichts kompensiert wurden und die sozusagen ein reines<lb/>
Zugeständnis der EG, sprich der Deutschen gewesen sind, auf das<lb/>
äußerste gefährden. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> meinte deshalb, wie dürften unter gar<lb/>
keinen Umständen die GATT-Dekonsolidierung weiter ernstlich be<lb break="no"/>treiben. Wir einigten uns also darauf, daß es nur dilatorisch<lb/>
geschehen dürfe, d.h. die GATT-Verhandlungen zwar weitergeführt<lb/>
werden, aber unter gar keinen Umständen gegen die deutschen Partner<lb/>
durchgesetzt werden, wenn diese nicht zustimmen. Ich verlangte<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> aber eine entsprechende politische landwirtschaftliche<lb/>
Absicherung, denn ich kann nicht ertragen, Woche für Woche von<lb/>
Organisationen der Landwirtschaft gefragt zu werden, warum ich<lb/>
nichts für die Kartoffelbauern im Waldviertel tue. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> ver<lb break="no"/>sprach dies abzustellen, ich bin allerdings nicht überzeugt, daß<lb/>
er dies wird zustande bringen. Ich schlug deshalb vor, es müßte<lb/>
jetzt sofort die interministerielle Kommission zusammentreten<lb/>
um die weitere Vorgangsweise zu besprechen. Gleichzeitig wird<lb/>
auch vom Handelsministerium den davon betroffenen Organisationen<lb/>
und insbesondere auch <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> von der Gmündner Agrarindustrie<lb/>
streng vertraulich diese Taktik und Vorgangsweise, die die Land<lb break="no"/>wirtschaft jetzt von mir verlangt, mitgeteilt. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs><lb/>
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an der auch Sektionsleiter <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> vom Landwirtschaftsministerium<lb/>
und ihr Außenhandelsspezialist Dr. <rs type="person" ref="#per__118678">Reisch</rs> teilnehmen soll. Für mich<lb/>
ist es dieselbe interministerielle Kommission und Zusammensetzung,<lb/>
wie wir sie auch jetzt für das Soja-Projekt resp. Ölsaatenprojekt<lb/>
schon einberufen haben sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dies sofort veranlassen!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_07"><rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> stimmten mir auch zu, daß es unmöglich ist, die<lb/>
neue Idee von Bauernbundsekretär Nationalrat <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs> zu verwirk<lb break="no"/>lichen, nämlich ein selbsttragendes Außenhandelsregime in Agrar<lb break="no"/>produkten einzuführen. Da die Importe immer geringer werden und<lb/>
die landwirtschaftliche Produktion immer mehr Exporte erfordert,<lb/>
können die Einnahmen aus den Importabschöpfungen nur ständig kleiner<lb/>
werden und werden in kürzester Zeit in gewissen Produkten, wie z.B.<lb/>
Getreide überhaupt nichts mehr erbringen. Wie man dann die immer<lb/>
gigantischer werdenden Exporte mit den Nicht-Erlösen stützen soll,<lb/>
bleibt ein Rätsel. Wenn man dann gleichzeitig damit rechnet, daß<lb/>
dann eben der Staat, d.h. das Bundesbudget einspringen muß. Eine<lb/>
genauso große Schnaps-Idee im wahrsten Sinne des Wortes ist den<lb/>
Schnaps, sprich Sprit aus Zucker oder sonstigen Agrarprodukten<lb/>
dem Benzin beizumischen. Noch viel teurer käme es, das Rapsöl das<lb/>
man ins Ausland nicht verkaufen kann, dem Dieselkraftstoff beizu<lb break="no"/>mischen. Der Dieselpreis von 6,00 S würde sich dann weit über 10,- S<lb/>
stellen. Das beste Argument dabei war, daß dann auch die Landwirte,<lb/>
die jetzt verbilligten Diesel beziehen, eine wesentliche Belastung<lb/>
auf sich nehmen müßten. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> mußte mir zugeben, daß vor den Wahlen<lb/>
eben manchmal die tollsten Ideen geboren werden, die niemand<lb/>
durchrechnet und die gar nichts anderes sind, als wie schlechte<lb/>
Wahlpropaganda, weil sie zwar den Gegner als untätig und als<lb/>
unfähig hinstellen können, aber bei genauem Hinsehen sich sehr<lb/>
bald dann als wirkliche Schnapsidee entpuppt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die ÖMV soll trotzdem die Berechnungen<lb/>
weiter führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_09">Bezüglich der Importe von Wein hat <choice><choice><sic>so wie</sic><corr>sowohl?</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> als <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> zuge<lb break="no"/>standen, daß die Händler mehr als nur die 8.000 <choice><choice><sic>t</sic><corr>?</corr></choice></choice> hl jetzt als<lb/>
erste Tranche<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> bekommen müssen. Sollten nämlich die Händler wirklich<lb/>
auf eine wesentliche Kürzung der Kontingente gesetzt werden, dann<lb/>
können sie auch die inländischen Weinmengen nicht aufkaufen, weil<lb/>
sie die importierten Weine zum Decken dringendst brauchen. 1977<lb/>
haben wir für 200 Mio. ca. 260.000 hl importiert, 1978 für denselben<lb/>
Betrag 220.000 hl. Gleichzeitig haben wir aber unsere Exporte von<lb/>
77 312 Mio. S mit 175.000 hl auf 430 Mio. S mit 230.000 hl steigern<lb/>
können. Wir exportieren jetzt annähernd dieselbe Menge bei einem<lb/>
fast doppelten Ertrag wie wir importieren. Dies zeigt also deutlich,<lb/>
daß Qualitätsweine bei uns rausgehen und wirklich nur Verschnitt<lb break="no"/>weine zu uns hereinkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte den Weinhandel über unsere Sektion<lb/>
von dem Ergebnis verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_11">Die ATB früher Austria Tourist Börse jetzt Austria Travel Business<lb/>
ist ein voller Erfolg. Der Name mußte deshalb geändert werden,<lb/>
weil seinerzeit der Redakteur der Zeitschrift Austria Tourist,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__115175">Norden</rs>, diesen Begriff Austria Tourist Börse sich hat schützen<lb/>
lassen. Seine erste Börse <choice><choice><sic>ist</sic><corr>in?</corr></choice></choice> Tatzmannsdorf war eigentlich nicht<lb/>
ein besonders großer Erfolg aber immerhin eine Pioniertat. Jetzt<lb/>
ist dies natürlich mit wesentlich größerem Aufwand der Österr.<lb/>
Fremdenverkehrswerbung, kostet ca. 1 Mio. S im Messepalast groß<lb break="no"/>zügigst angelegt und ausgelegt. Die Aussteller sind soweit ich mit<lb/>
ihnen reden konnte sehr zufrieden. Die Pressekonferenz zu der ich<lb/>
zufällig reinschneite und die alle Landesfremdenverkehrsverant<lb break="no"/>wortlichen mit der Österr. Fremdenverkehrswerbung für die ausländi<lb break="no"/>schen Journalisten gegeben hatte, zeigte mir, daß man auch dort<lb/>
sehr großes Interesse hat. Ich war eigentlich sehr erstaunt, durch<lb/>
reinen Zufall dorthin zu kommen, ich hätte eigentlich schon erwartet,<lb/>
daß mich die österr. Fremdenverkehrswerbung, Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, dazu einlädt.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs>, der Wiener Fremdenverkehrsverantwortliche, hat mich dann<lb/>
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Handelsministerium angesprochen wird und er gleichzeitig Aussagen<lb/>
macht, daß er sich frei in seiner Tätigkeit im Handelsministerium<lb/>
sozusagen mit meinem Einverständnis bewegen kann. Da gegen <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
eine immer größere Antipathie entsteht, werden ihm gerade solche,<lb/>
in meinen Augen wahrlich unbedeutende Äußerungen oder gar sicher<lb break="no"/>lich nicht mit seinem Zutun zu krassen Bezeichnungen wie Staats<lb break="no"/>sekretär sehr übel genommen. Die ausländische Redakteurin, die auch<lb/>
bei der Pressekonferenz war, fragte mich dann sofort, was ich zu<lb/>
diesem Artikel zu sagen habe, den ich allerdings im Detail nicht<lb/>
lesen konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Kennst Du diesen Artikel?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_13">Der ENIT-Empfang war für <rs type="person" ref="#per__122903">Bortoluzzi</rs>, aber auch für den Präsident<lb/>
aus <choice><choice><sic>Monte Cardini</sic><corr>Montecatini?</corr></choice></choice> ein voller Erfolg. Nicht nur, daß drei Minister<lb/>
dort waren, kamen auch die verschiedensten Vertreter vom ehemaligen<lb/>
Polizeipräsidenten <rs type="person" ref="#per__131046">Joschi Holaubek</rs> bis zu den Reisebüro-Vertretern.<lb/>
Der Sekretär des Freien Reisebürovertreterverbandes <rs type="person" ref="#per__111698">Hary Schachner</rs><lb/>
teilte mir mit, daß für die Incoming-Lösung jetzt der Verband<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> vereinbart hat, an ihre Mitglieder heranzutreten ob und<lb/>
wer sich für eine Incoming-Organisation interessiert. Die Mindest<lb break="no"/>einlage sei 1 Mio. S, damit nicht die ganzen Kleinen mittun können.<lb/>
Dieser dann sicherlich potente Verband sollte mit den 10 Mio. S, die<lb/>
wir für das Incoming-Geschäft jetzt als neue Budgetpost vom Finanz<lb break="no"/>ministerium auf Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> bekommen haben, ein großes<lb/>
Incoming-Geschäft aufziehen können. Alle, mit denen ich dort dis<lb break="no"/>kutierte, waren klar, daß es sich nicht auf Europa sondern auf die<lb/>
Übersee Japan, Amerika, naher Osten konzentrieren sollten. Mit<lb/>
einer solchen Lösung wäre ich sehr einverstanden, weil man damit<lb/>
die 10 Mio. S wahrscheinlich zweckmäßig als intensiv anlegen kann.<lb/>
Ich bin nämlich nicht so sicher, ob wir alle Jahre für diese Aktionen<lb/>
10 Mio. S vom Finanzminister bekommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-02-01_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weist Du über diese Aktivitäten?<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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