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            <title type="main">Dienstag, der 16. Jänner 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band46_1979-01-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_01">Dienstag, 16. Jänner 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_02">Direktor <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, Verbund, und <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs>, GKT, berichten <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs><lb/>
und mir, dass die SAFE beschlossen hat, auf Weisung des Landes<lb break="no"/>hauptmann <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> bei der nächsten Hauptversammlung der GKT die<lb/>
Zahlungsverpflichtungen grundsätzlich anzuerkennen. Die Klage<lb break="no"/>notwendigkeit fällt dadurch weg. Ich verlange, dass im Protokoll<lb/>
ausdrücklich genau diese Vereinbarung aufgenommen werden muss und<lb/>
mir dann die entsprechende Mitteilung sofort zukommt. Das Handels<lb break="no"/>ministerium wird dann eine diesbezügliche Aussendung machen, sodass<lb/>
in der Öffentlichkeit genau bekannt wird, wie <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> aus allein<lb/>
politischen Gründen dieses Manöver vor der Volksabstimmung und vor<lb/>
allem vor den Landtagswahlen in Salzburg veranlasst hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die entsprechenden Aussendungen<lb/>
sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_04"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> sieht für die 200 Beschäftigten bei der GKT derzeit keine<lb/>
Verwendungsmöglichkeit. Ich schlage ihm vor, er soll unabhängig –<lb/>
wie sie sich mit den Ländern bezüglich einer Beteiligung an dem<lb/>
kalorischen Kraftwerk 430 Megawatt einigen, oder nicht – unverzüglich<lb/>
einen Grund neben dem GKT-Gelände kaufen und dort mit dem Bau begin<lb break="no"/>nen. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> überlegt nämlich falls die Länder nach wie vor Schwie<lb break="no"/>rigkeiten machen, diesen kalorischen Kraftwerksblock bei dem derzeit<lb/>
bestehenden in Korneuburg zu errichten. Dies halte ich nicht nur<lb/>
aus optischen Gründen sondern auch vor allem wegen der furchtbaren<lb/>
Rückwirkung auf die Kernkraftgegner für falsch. Bei diesen würde der<lb/>
Eindruck entstehen, dass man sich doch gar nicht ernstlich mit einen<lb/>
Ersatzenergiebau in Zwentendorf beschäftigt, sondern jetzt bereits<lb/>
klar auf die Inbetriebnahme von Zwentendorf hin arbeitet. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs><lb/>
teilt mit, um die Dokumentation abschliessen zu können, müssen jetzt<lb/>
2,2 Mio. Schilling für Komponentendokumentation dem TÜV, Hr. <rs type="person" ref="#per__149719">Salcher</rs><lb/>
zur Verfügung gestellt werden. Von den 200 Beschäftigten sind 20<lb/>
Lizenzträger. Diese müssen jetzt nach Ablauf ihrer Lizenz im Okto<lb break="no"/>ber neuerdings in andere Kernkraftwerke eingesetzt werden, damit sie<lb/>
gegebenenfalls dann irgendwann einmal als GKT in Zwentendorf arbei<lb break="no"/>ten können. Die Kraftwerksunion ist nach wie vor bereit, einen<lb/>
Kommissionsvertrag über die Verwertung von Zwentendorf abzuschliessen.<lb/>
Dies erscheint mir als die beste Lösung, weil damit gegenüber den<lb/>
<pb n="46-0053" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band46/46_1979-01-16_0053.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Kraftwerkgegnern gezeigt wird, dass eine Verwertung angestrebt<lb/>
wird. Wie sie dann ausgeht ist eben eine zweite Sache. Der Cogema-<lb/>
Vertrag konnte günstig verkauft werden, so dass 70 Mio. Schillinge<lb/>
jetzt an die Gesellschaft zurückfliessen. Nur für Zinsen und Mani<lb break="no"/>pulationsverluste muss man 2 Mio. Schillinge abschreiben. Die<lb/>
nächsten 50 Tonnen Uran in diesem Jahr abzunehmen, werden nicht<lb/>
abgenommen, können natürlich von der Gesellschaft geliefert, sofort<lb/>
günstig weiterverkauft werden. Wichtig ist nur, dass die GKT nach<lb/>
wie vor im Vertrag bleibt. Grosse Schwierigkeiten bereiten nur die<lb/>
Anreicherungsverträge. Mit Amerika besteht die Kündigungsmöglich<lb break="no"/>keit und Rücktritt. Dann müssten allerdings 200 Mio. Schillinge be<lb break="no"/>zahlt werden, wenn es nicht als Force Majeure, d.h. höhere Gewalt,<lb/>
anerkannt wird. In der UdSSR gibt es keine Kündigung und Rücktritts<lb break="no"/>möglichkeit in den Vertrag, was mir vollkommen unerklärlich ist.<lb/>
Dadurch würde sogar dieser Vertrag 2 Mia. Schilling die Gesellschaft<lb/>
belasten. Auch hier geht es primär darum, dass die höhere Gewalt<lb/>
anerkannt wird. Ein Team der Gesellschaft hat in Moskau Verhandlun<lb break="no"/>gen geführt, ohne wie ich später erfuhr, die Botschaft in Moskau<lb/>
davon zu verständigen. Eine solche Vorgangsweise halte ich für<lb/>
ausgesprochen schlecht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte veranlasse, dass in Hinkunft die Bot<lb break="no"/>schaft unter allen Umständen gegebenenfalls vom Handelsministerium<lb/>
verständigt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_06">Die offenen 2 Mio. Schillinge für die Aktion für Zwentendorf wird jetzt<lb/>
auch von den Wiener Stadtwerken mitfinanziert. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> vereinbarungsgemäss zusammengebracht und sie einigten<lb/>
sich, dass die Stadtwerke 1 Mio. Schilling über den Verband der<lb/>
Elektrizitätswirtschaft mitbezahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_07">Die Stromversorgung ist äusserst kritisch. Die Tschechen und Polen<lb/>
werden die 100 Megawatt, die sie jetzt liefern sollten, nicht<lb/>
liefern. In der Niedertarifzeit müssten die Tschechen, in der Hoch<lb break="no"/>tarifzeit die Polen diese Menge nach Österreich liefern. Ausrede<lb/>
ist natürlich, dass die technischen Voraussetzungen momentan nicht<lb/>
zutreffen. Ab 1.2. müssten die Tschechen ausserdem die Tauschenergie<lb/>
50 Megawatt liefern, die wir auch nicht erwarten können. Derzeit<lb/>
sind die Speicher noch mit 700 GWh gefüllt. Damit könnte man bis<lb/>
<pb n="46-0054" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band46/46_1979-01-16_0054.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zum 31. März auskommen, wenn nur 8 GWh pro Tag entnommen werden.<lb/>
Derzeit können wir diese Richtlinie einhalten, wochentags 9 GWh,<lb/>
Samstag, Sonntag 3 GWh. Im April müssten nämlich noch als eiserne<lb/>
Reserve 75 GWh in den Speichern sein. Wenn eine grössere Einheit<lb/>
ausfallen würde, müsste es jetzt eigentlich auf längere Sicht ge<lb break="no"/>sehen, zu Stromzusammenbrüchen kommen. Für den nächsten Winter<lb/>
sieht <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> derzeit noch keine Möglichkeit den Bedarf tatsächlich<lb/>
zu decken. Ich schlage ihm vor, er soll sofort den Bundeslastver<lb break="no"/>teilerbeirat einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_08">Mister <rs type="person" ref="#per__146466">Hoxter</rs> aus New York, möchte von mir wissen, warum die öster<lb break="no"/>reichischen Firmen sich so wenig um Amerika kümmern. Meine Antwort<lb/>
ist sehr einfach – der schlechte Dollarkurs gibt den österreichi<lb break="no"/>schen Exporteuren kaum eine Chance. <rs type="person" ref="#per__146466">Hoxter</rs> ist vor allem von GD <rs type="person" ref="#per__98028">Vak</rs><lb/>
von der "Z" sehr begeistert, der in Amerika sich als Kreditinstitut<lb/>
bestens eingeführt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_09">Im Ministerrat berichtet <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> über die Pest in Kenia, die<lb/>
keinerlei Gefahr für die österreichische – ja nicht einmal für die<lb/>
europäische Bevölkerung darstellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_10">Die Aussprache mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, <rs type="person" ref="#per__117674">Ostleitner</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> über die Vorgangsweise im Unterausschuss für die Ener<lb break="no"/>giefragen ergibt den Wunsch, wir sollten positiv versuchen, mit<lb/>
eventuell einfachgesetzlichen Regelungen Energiesparmassnahmen vor<lb break="no"/>zuschlagen. Ideal wäre es, wenn es gelänge, die ÖVP zu einer Zu<lb break="no"/>stimmung für irgendwelche Massnahmen zu gewinnen. Ich persönlich<lb/>
glaube, dass es an dem Widerstand der ÖVP an jedweden "dirigistischen<lb/>
Massnahmen" scheitern wird. Den Initiativantrag von <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, der mit<lb/>
Verfassungsbestimmungen, die Verlängerung der jetzt bestehenden Ener<lb break="no"/>giesicherungsmassnahmen resp. der Möglichkeit im Heizöl- und Wärme<lb break="no"/>dämmungssektor, Landeskompetenzen an das Handelsministerium zu über<lb break="no"/>tragen wird, davon bin ich fest überzeugt, bis zum letzten Bei<lb break="no"/>strich vom Anfang bis zum Ende von der ÖVP abgelehnt. Die Versuche,<lb/>
eine einfachgesetzliche Regelung für irgendein Energieproblem zu<lb/>
finden schlagen fehl, nachdem Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, unser Jurist in der Energie<lb break="no"/>sektion, auch nicht imstande ist, auch nur einen einzigen Fall uns<lb/>
aufzählen zu können, den wir einfachgesetzlich regeln könnten. Um<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> von der Energieverwertungsagentur die Chance zu geben,<lb/>
<pb n="46-0055" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band46/46_1979-01-16_0055.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>seine Ideen dem Parlament mitzuteilen, wird für 31.1., 9.30 Uhr<lb/>
eine Aussprache im Klub angesetzt, wo die Handelsausschuss, Ver<lb break="no"/>kehrsausschuss und Finanzausschussmitglieder eingeladen werden<lb/>
sollen. Ich soll dort einleitend über die Energiesituation und<lb/>
meine Energiekonzeption berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte zweckmässigerweise so wie für die<lb/>
Regierungsklausur entsprechende schriftliche Unterlagen vorbereiten<lb/>
lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_12">Im ÖGB berichtet <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> den Zentralsekretären und Obmännern<lb/>
der Gewerkschaften über die Arbeiterkammerwahlen in Wien. Die<lb/>
Arbeiterkammer muss sich darauf einstellen, dass doch noch der<lb/>
Verfassungsgerichtshof im Jänner die Beschwerde von der ÖVP über<lb/>
die Ausschaltung der Selbständigen berät. Bis jetzt haben 70.000<lb/>
Selbständige durch Meldung ihr Wahlrecht aufgegeben. Der Verfassungs<lb break="no"/>richter <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> ist mit 31. Dezember ausgeschieden. Da die ÖVP im<lb/>
Bundesrat bis zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit hatte, wollte man<lb/>
nicht seinen Nachfolger Dr. <rs type="person" ref="#per__149720">Heller</rs> nominieren. Normal hält der Ver<lb break="no"/>fassungsgerichtshof im Jänner keine Sitzung ab. Da die ÖVP aber<lb/>
jetzt den Ersatzmann von <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> einen ÖVP-Mann über den Bundesrat<lb/>
schon vor längerer Zeit nominiert hat, wurde, bevor jetzt Dr. <rs type="person" ref="#per__149720">Heller</rs><lb/>
vom Bundesrat neuerdings bestätigt wurde, eine Sitzung des Verfas<lb break="no"/>sungsgerichtshofes einberufen. Das Verhältnis 7 Sozialisten, 6<lb/>
ÖVP-ler, wurde dadurch umgedreht. Wenn es auch am 30. Jänner eventuell<lb/>
zu keiner Entscheidung kommt, wird auch dann, wenn Dr. <rs type="person" ref="#per__149720">Heller</rs> bereits<lb/>
nominiert ist, der jetzt eingeschaltete Ersatzmann für diesen Fall<lb/>
weiter bleiben. Niemand weiss wie dieser Prozess ausgehen wird. Die<lb/>
Wahlen allerdings – so hofft man – werden dadurch nicht berührt.<lb/>
Der Verfassungsgerichtshof gibt nämlich normalerweise der Regierung<lb/>
1 Jahr Zeit, um die Verfassungswidrigkeit aufzuheben. Die Lebens<lb break="no"/>mittelarbeitergewerkschaft wird in der Wiener Arbeiterkammer anstelle<lb/>
von 5 Mandaten nur mehr 4 haben. Dies erklärt sich daraus, dass von<lb/>
94 Arbeitermandaten bei der letzten Wahl, 12 an die Angestellten, die<lb/>
dann 83 Mandate haben werden, abgetreten werden müssen. Bei den<lb/>
letzten Wahlen haben die Angestellten ebenfalls schon zusätzliche Man<lb break="no"/>date bekommen und die sozialistische Fraktion konnte diese zusätz<lb break="no"/>lichen Mandate bei den Angestellten erobern. Ob es diesmal gelingen<lb/>
wird, steht noch nicht fest. Ich glaube sogar eher, wir werden einen<lb/>
Verlust bei den Arbeiterkammerwahlen erreichen. Ich bin daher der<lb/>
Meinung, dass es gut ist, auch in dieser Beziehung, dass die Natio<lb break="no"/><pb n="46-0056" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band46/46_1979-01-16_0056.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nalratswahlen vorverlegt wurden. Für die Nationalratswahlen wird<lb/>
der Gewerkschaftsbund, d.h. die sozialistische Fraktion 9,5 Mio.<lb/>
Schillinge spenden. Dazu kommen sicherlich auch noch von den ein<lb break="no"/>zelnen Gewerkschaften, soweit es diesen möglich ist, entsprechende<lb/>
Spenden. Der Wahlkampf wird meiner Meinung nach aber viel aufwendi<lb break="no"/>ger sein und ich fürchte, dass dann mehr noch für den Nationalrats<lb break="no"/>wahlkampf aufgewendet werden muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_13">Die sozialistische Presse stellt ein grosses Problem dar. Die AZ<lb/>
hat jetzt einen Abgang von fast 8 Mio. Schilling, verkauft nur<lb/>
40.000 Exemplare und müsste eigentlich sofort eingestellt<add>werden</add>. Die<lb/>
Fraktion ist aber der Meinung, dies dürfe nicht geschehen, man wird<lb/>
versuchen eine Lösung für diese Weiterführung zu finden. Die<lb/>
sozialistischen Gewerkschafter haben als einziges Organ neben der<lb/>
Arbeiterzeitung nur mehr dann noch Welt der Arbeit mit 72.000 Auf<lb break="no"/>lage. Eine verhältnismässig hohe Anzahl. Im Verhältnis aber zu der<lb/>
grossen Verbreitung der Solidarität, die allerdings gratis abgegeben<lb/>
wird, ist dies verschwindend klein. Ein noch einziges sozialisti<lb break="no"/>sches Organ zentral ausgegeben ist Die Frau, mit zwar 120.000 Stück<lb/>
Druck, von dem aber, wie mir die graphische Gewerkschaft – meine<lb/>
Freunde also – sofort mitteilen, höchstens die Hälfte verkauft wird.<lb/>
Die Einstellung der Arbeiterzeitung würde dieselbe Schockwirkung<lb/>
und vor allem dann die Langzeitfolge haben, wie dies bei den Partei<lb break="no"/>organen in Schweden und Berlin usw. der Fall gewesen ist. Die Ar<lb break="no"/>beiterzeitung ist heute aber nur mehr für Wien und Niederösterreich<lb/>
wirksam. Die Tiroler und Vorarlberger Ausgabe mit 3.000 ist längst<lb/>
schon eingestellt. Auch im Burgenland findet sie kaum Verbreitung,<lb/>
weil dort verständlicherweise die burgenländischen Genossen grössten<lb/>
Wert darauf legen, ihre Burgenländische Freiheit zu verkaufen. Das<lb break="no"/>selbe gilt für Oberösterreich und die Steiermark. Wenn man bedenkt,<lb/>
wie viele sich schon bemüht haben die Arbeiterzeitung und Verlag<lb/>
Vorwärts zu sanieren und wie sie alle gescheitert sind, so kann<lb/>
man erst ermessen, wie schwierig es sein wird, hier wirklich eine<lb/>
Lösung zu finden. Erschüttert waren die graphischen Gewerkschafter<lb/>
über den Verkauf von Austria-Verlag an Morawa. Dieser hat dafür<lb/>
angeblich 29 Mio. Schillinge bezahlt. Ohne die Gewerkschaft zu ver<lb break="no"/>ständigen musste in einer Nacht- und Nebelaktion so schnell als<lb/>
möglich ein Käufer gefunden werden, weil die 8 Mio. Schilling Ab<lb break="no"/>fertigung der dort Beschäftigten niemand aufbringen hätte können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_14">Nur Morawa war bereit den Verlag mit den Rechten der Beschäftigten<lb/>
zu übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_15">In der Fraktion des ÖGB musste ich dann über die Regierungsklausur<lb/>
und die wirtschaftliche Lage referieren. Entweder war ich so<lb/>
instruktiv, oder die anderen waren so wenig desinteressiert, es hat<lb/>
sich überhaupt kein einziger zur Diskussion gemeldet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_16">Um so heftiger war die Diskussion im Präsidium, Vorstand und dann<lb/>
vor allem im Ausschuss auf der Landstrasse. Zu meiner grössten Über<lb break="no"/>raschung hat nämlich die Wiener Frauenorganisation über den Wiener<lb/>
Sekretär uns vorgeschlagen, anstelle der Genossin <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs> in unsere<lb/>
Kandidatenliste die Genossin Dr. <rs type="person" ref="#per__97843">Eva Preiss</rs> aufzunehmen. LAbg. <rs type="person" ref="#per__112037">Tisch<lb break="no"/>ler</rs> war sofort damit einverstanden, weil sie erklärte, sie gelte, so<lb/>
wie in den vergangenen Jahren nur als Zählkandidat und hätte niemals<lb/>
die Aussicht, selbst wenn <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und ich aus den Nationalrat aus<lb break="no"/>scheiden, dort einzuziehen. Bei <rs type="person" ref="#per__97843">Eva Preiss</rs> besteht aber jetzt als<lb/>
Parteinotwendigkeit die grosse Chance gegebenenfalls, wenn die<lb/>
Minister ihre Mandate zurücklegen, oder wenn eine Frau sonstwie aus<lb break="no"/>scheidet, vielleicht doch ins Parlament zu kommen. Die Genossen,<lb/>
insbesondere im Bezirksausschuss hatten zuerst dieselben Vorbehalte<lb/>
die sie auch gegen <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und auch gegen mich vor ein paar Jahrzehnten<lb/>
vorbrachten. Den kennen wir nicht, die kennen wir nicht, wer ist<lb/>
dies, haben wir im Bezirk nicht genug, ist die Genossin <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs><lb/>
schlechter als die <rs type="person" ref="#per__97843">Eva Preiss</rs> usw. – wurde heftigst und lang dis<lb break="no"/>kutiert. Zu guter Letzt gelang es <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und den anderen Präsidiums<lb break="no"/>mitgliedern und mir, unsere Genossinnen und Genossen aber von dem<lb/>
Vorteil, den diese Konstruktion mit sich bringt, zu überzeugen.<lb/>
Genauso wie letzten Endes akzeptiert wurde, dass ich nicht ein<lb/>
Bezirkskandidat, sondern eine Parteinotwendigkeit bin, um <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs><lb/>
soweit wie möglich den Einzug im Nationalrat wieder zu sichern,<lb/>
genauso wie es letzten Endes <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> geglückt ist, die Gewerkschafts<lb break="no"/>fraktion auf der Landstrasse davon zu überzeugen, dass ich auch<lb/>
gleichzeitig als ihr Gewerkschaftsmann gelte und dadurch der Zentral<lb break="no"/>sekretär des Freien Wirtschaftsverbandes <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> als vierter<lb/>
Kandidat auf unsere Liste kommt, genauso gelang es dann letzten<lb/>
Endes einen einstimmigen Beschluss für die Kandidatur für die Ge<lb break="no"/>nossin <rs type="person" ref="#per__97843">Preiss</rs> auf der Landstrasser Liste durchzusetzen. Ich habe mich<lb/>
nur verpflichtet und versprochen, dass die Genossin <rs type="person" ref="#per__97843">Preiss</rs> sicher<lb break="no"/>lich bei uns auf der Landstrasse mitarbeiten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte sofort mit <rs type="person" ref="#per__97843">Eva Preiss</rs> telefonisch<lb/>
Verbindung herstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band46_1979-01-16_18">S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat mir wieder einmal einen Brief geschrieben, den die<lb/>
anderen alle teils mit Empörung, teils mit Belustigung gelesen haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat die Weihnachtsbelohnung bereits im November ausbezahlt<lb/>
erhalten. Dies dürfte er übersehen haben und schreibt nun, er möchte<lb/>
von mir gerne wissen, was ich gegen seine Arbeitsweise oder überhaupt<lb/>
gegen ihn habe, damit er sich danach einstellen kann, da er, jetzt<lb/>
dieses Jahr keine Belohnung bekommen hat. Abgesehen davon, dass ich<lb/>
bis jetzt ihm alles direkt gleich ins Gesicht<add>gesagt</add> habe was mir nicht<lb/>
passt und ich versucht habe ihm klarzumachen, warum er in dem einen<lb/>
oder anderen Fall nicht nur total schief liegt, sondern was noch<lb/>
viel schlimmer ist, beim Bundeskanzler und bei vielen anderen grossen<lb/>
Anstand erregt hat, ist es nicht meine Art auf so eine – ich würde fast<lb/>
sagen schäbige Methode – mich bei meinen Mitarbeitern zu revanchieren.<lb/>
Was mir an jemand nicht passt, bin ich gewohnt zwar in sehr höflicher aber<lb/>
sehr bestimmter Art ihm direkt zu sagen. Dies werde ich auch <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
mit aller Deutlichkeit klarmachen, ohne allerdings seinen Brief<lb/>
schriftlich zu beantworten. Mein Bestreben kann es nur sein mit<lb/>
jedermann auszukommen, mit denen ich vor allem immer wieder zusammen<lb break="no"/>arbeiten muss. Persönliche Ressentiments, vor allem aber Autoritäts<lb break="no"/>entscheidungen, die vielleicht der eine oder andere von mir erwartet,<lb/>
muss ich in diesem Fall auf alle Fälle zurückstellen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.1.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 146. Ministerratssitzung, 16.1.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
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               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Rosenzweig, Wilhelm</persName>
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               <occupation>ÖMV-Rechtsvertreter, AR Alpine und VÖEST, Verfassungsrichter</occupation>
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               <persName type="label">Vak, Karl</persName>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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               <persName type="label">Sallaberger, Günther</persName>
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               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Ostleitner, Herbert</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
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               <occupation>Techn. GF KKW Tullnerfeld GmbH</occupation>
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               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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