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            <title type="main">Montag, der 18. Dezember 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_01">Montag, 18. Dezember 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_02">Direktor <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> von der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung<lb/>
beschwert sich bei mir über die Aussage des geschäftsführenden<lb/>
Obmannes <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> von der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung<lb/>
über dessen Bemerkung im Kurier und Fremdenverkehr Intim, dass<lb/>
die Kreativität der Leitung der Österreichischen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>werbung nachlässt. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> will dieses Problem im Direktorium<lb/>
zur Sprache bringen und dann gleich entsprechende Vertragsverbes<lb break="no"/>serung für sich verlangen. Dafür habe ich eigentlich Verständ<lb break="no"/>nis, denn er hat jetzt sicherlich von anderen Stellen ganz gute<lb/>
Angebote und will diesen Fehler von <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> entsprechend nützen.<lb/>
Bei der Weihnachtsfeier der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung<lb/>
am Abend im Bärenkeller informiert er mich, dass im Direktorium<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> sehr betroffen war und beschlossen wurde, er und ich werden<lb/>
eine diesbezügliche Ehrenerklärung den Geschäftsführern geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_03">MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> ruft von Genf an und teilt mit, dass er von den<lb/>
Amerikanern jetzt 4.500 Tonnen Käse-Importquote erwartet.<lb/>
Da wir derzeit aber 8.000 Tonnen haben, die Amerikaner mit den<lb/>
Schweizern und Schweden auch nicht besser verfahren, mit der EG<lb/>
erst im Jänner 1979 abschliessen werden, wird er das endgültige<lb/>
Anbot der Amerikaner abwarten, die Sitzung wird er dann unter<lb break="no"/>brechen und insbesondere den Vertreter der Landwirtschaftskammer<lb/>
um seine Meinung fragen. Von höchster Stelle soll erst zu einem<lb/>
späteren Zeitpunkt interveniert werden. Ich informiere vor der<lb/>
Ministerratsvorbesprechung Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>. Dieser<lb/>
ist über die geringe Quote nicht sehr erfreut, obwohl wir anfangs<lb/>
befürchten mussten, eine noch viel schlechtere zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_04">Beim Jour-fixe mit der Handelskammer ist Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs><lb/>
anfangs zufällig anwesend und ich fordere ihn sofort auf, hierzu<lb break="no"/>bleiben. Die Frage Verkauf unter dem Einstandspreis wird lebhaft<lb/>
diskutiert. Ich verlange von der Handelskammer entsprechende ge<lb break="no"/>setzliche Ermächtigungen und Möglichkeiten, die Preise bei den<lb/>
Firmen prüfen zu können. Zuerst meint <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, diese Möglichkeit<lb/>
hätte ich bereits jetzt, was ich entschieden bestreite. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
zieht noch Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> zu der Besprechung zu. <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> hat<lb/>
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bei dem Bezirksgericht die einzelnen Fälle abgehandelt werden,<lb/>
dann wird in den Zeitungen ständig negativ über die Wirtschaft<lb/>
berichtet. Mein Verlangen, die Verwaltungsbehörde einzuschalten,<lb/>
wird ebenfalls abgelehnt, da laut <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> die Bezirkshauptmann<lb break="no"/>schaften dazu gar nicht imstande wären. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> meint, man<lb/>
könne es an das Nahversorgungsgesetz anhängen, wogegen ich mich<lb/>
ganz entschieden ausspreche. Eine weitere Möglichkeit wäre beim<lb/>
UWG die Materie zu regeln. Da es sich dabei um keinen Vernichtungs<lb break="no"/>wettbewerb handelt, wird auch diese Variante als nicht zweckmäs<lb break="no"/>sig verworfen. Die Erfahrung von Amerika, Robinson–Patman Act,<lb/>
oder von Frankreich, Hore<add>[?]</add>, haben gezeigt, dass das Problem furcht<lb break="no"/>bar schwierig zu lösen ist. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> vermuten, dass<lb/>
ich im Parlament den ganzen Antrag ablehnen will, um über die<lb/>
Handelskammer zu triumphieren. Genau das möchte ich nicht, sondern<lb/>
erkläre, die beste Lösung ist das Problem, welches wir 9 Jahre<lb/>
nicht angegriffen haben, also gemeinsam hinausgeschoben haben,<lb/>
auch jetzt die letzten 9 Monate nicht zu erledigen. Damit ist <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
zwar nicht einverstanden, meint aber, bevor im Parlament der Unter<lb break="no"/>ausschuss eingesetzt wird, der diese Materie behandeln soll, wird<lb/>
es dringendst notwendig sein, dass sich die Sozialpartner zuerst<lb/>
über die Lösung einigen. Mit dieser Vorgangsweise bin ich sofort<lb/>
einverstanden. Das Europäische Patentgesetz und die Abhandlung im<lb/>
Parlament ist den Handelskammervertretern in die Knochen gefahren.<lb/>
Ein solches Debakel wollen sie scheinbar nicht wieder erleben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_05"><rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> teilt mir mit, dass sie jetzt über die Milchpreis<lb break="no"/>regelung noch grosse Differenzen haben. 250 Mio Schilling müssten<lb/>
noch hereingebracht werden. Die Händler verlangen unter allen Um<lb break="no"/>ständen auf den Milchpreis eine Handelsspannenerhöhung von 10 Gro<lb break="no"/>schen. Dann wären sie bereit auf alle anderen Forderungen wie Butter<lb/>
und Käsehandelsspannenerhöhung zu verzichten. Ich mache selbstver<lb break="no"/>ständlich keinerlei Zusagen, sondern appelliere nur darauf, dass<lb/>
sie sich endlich einigen sollen, denn vor Weihnachten muss der Preis<lb/>
festgesetzt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_06">Bezüglich der Wünsche der Parlamentarier mit dem Ladenschluss<lb break="no"/>problem konfrontiert zu werden, vereinbaren <choice><choice><sic>wird</sic><corr>wir?</corr></choice></choice>, dass <rs type="person" ref="#per__111717">Schön<lb break="no"/>bichler</rs> als Vorsitzender des Ausschusses im Parlament die Dis<lb break="no"/>kussion dahingehend führen wird, dass alles nur ein Zwischenbericht<lb/>
ist. <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> meint nämlich, er könnte bei dieser Gelegenheit<lb/>
den Abschlussbericht geben. Da wir zwar in der Sache, dass am<lb/>
Ladenschluss nichts geändert werden soll, vollkommen überein<lb break="no"/>stimmen, wir aber diese Diskussion dann nicht neuerdings auf<lb break="no"/>brechen wollen, wird der Bericht von <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> nur als Zwischen<lb break="no"/>bericht bezeichnet. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilt mit mir vollkommen die Meinung,<lb/>
dass wir über dieses Problem scheinbar ständigen diskutieren,<lb/>
vielleicht sogar neue Meinungsumfragen einmal durchführen werden,<lb/>
aber niemals sagen sollen, die ganze Angelegenheit ist erledigt.<lb/>
Für gewisse Kreise ist sie es nämlich sicherlich nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_07">Die Vorarlberger Arbeiterkammer hat wegen der Ofenheizölpreise<lb/>
insbesondere die Firma BP hart attackiert. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> hat mir des<lb break="no"/>halb einen Brief geschrieben und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> urgiert, wie ich darauf<lb/>
antworten werde.<lb/>
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für die Firma Evva, Schmiermittelwerk. Angeblich hat die Arbeiterkam<lb break="no"/>mer dort abgelehnt, weil kein Betriebsrat besteht.<lb/>
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von Firmen, die das Staatswappen nicht bekommen können, die Ablehnung<lb/>
der Handelskammer diesen mitgeteilt wird. Eine solche Vorgangsweise<lb/>
halte ich für ausgeschlossen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> kann mir auch keinen konkreten<lb/>
Fall unmittelbar nennen. Ich verweise darauf, dass der Ablehnungs<lb break="no"/>brief immer nur so lauten kann, dass die Firma den Anforderungen<lb/>
des Gesetzes nicht entspricht.<lb/>
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Punkte von ihnen nicht akzeptiert werden können. Derzeit gibt<lb/>
es Privatverträge, die höher liegen, als die jetzt in der Verord<lb break="no"/>nung vorgesehen. Stromeinspeisungstarife. In diesem Fall erkläre<lb/>
ich sofort, würden wir in der Verordnung höher liegende Verträge<lb/>
unberührt lassen. Zweitens ist in der Verordnung vorgesehen, dass<lb/>
die Erlöse für Investitionen vornehmlich zu verwenden sind. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
möchte den Passus gestrichen und wir einigten uns dann, dass es<lb/>
Erträge heissen soll und nicht insbesondere für Investitionen zu<lb/>
verwenden, sondern besonders für Investitionen zu verwenden. Ich<lb/>
bin sehr erstaunt, als mir dann spät abends <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> mitteilt,<lb/>
die Handelskammer hat jetzt in einem Fernschreiben trotzdem neuer<lb break="no"/>dings diesen Verordnungsentwurf abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Unverzüglich Sitzung mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und Prä<lb break="no"/>sidium des Verbandes der Elektrizitätsunternehmer einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_15">Bezüglich der China-Reise werden wir Montag den 15. Jänner im<lb/>
Jour-fixe mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> eine endgültige Besprechung<lb/>
führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_16">Beim Pressefrühstück berichtet der Leiter des Ostinstitutes über<lb/>
die 46 Mia Dollar Ostverschuldung und über die drei Varianten,<lb/>
wie Österreich seine, ohne dass der Osthandel zusammenbricht, bis<lb/>
1980 abbauen könnte. Dabei unterscheidet er mit Recht zwischen der<lb/>
UdSSR und den anderen Ostländern. Denn hier ergibt sich eine gegen<lb break="no"/>läufige Bewegung. MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> berichtet über die Verordnung über die<lb/>
Kleinkraftwerke. Von derzeit 22 Groschen würde sich die Kilowatt<lb break="no"/>stunde auf 35 Groschen erhöhen. Natürlich gibt es dann eine lange<lb/>
Diskussion über die Ölpreiserhöhung der OPEC-Staaten. Über die 14%<lb/>
ist jedermann schockiert, auch ich habe nicht annähernd eine solche<lb/>
Preissteigerung erwartet. Ob allerdings die OPEC-Staaten sie tatsäch<lb break="no"/>lich realisieren können, ist eine zweite Frage. Auf die österreichi<lb break="no"/>schen Preise erwarte ich unmittelbar keinerlei Auswirkungen, denn die<lb/>
Ölfirmen werden zuerst versuchen ihre Kalkulation entsprechend zu<lb/>
erstellen, was einige Zeit dauern wird, und dann wird es insbesondere<lb/>
im Preisverfahren etliche Monate dauern, bis wir überhaupt zu einer<lb/>
Lösung kommen. Ich glaube kaum, dass dies vor den nächsten Wahlen<lb/>
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Deutschen und die Schweizer mit ihren Benzinpreisen raufgehen,<lb/>
die Ölgesellschaften ihren freiwilligen Rabatt von 30 Groschen<lb/>
streichen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_17">GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> von Chemie Linz mit seinen Herren spricht neuerdings<lb/>
wegen der Erdgasmengen vor. Die Preisvereinbarung ist für sie<lb/>
sehr befriedigend verlaufen. In den nächsten Jahren werden nur<lb/>
80 bis 100 Millionen cbm Gas fehlen, was 60 bis 70.000 Stickstoff<lb/>
Primärausfall bedeutet. Ein ungarisches Geschäft 60.000 Tonnen<lb/>
Benzin zur Stickstofferzeugung wird – so befürchten sie – nicht<lb/>
zustande kommen.<lb/>
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klären.<lb/>
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für die Volkswagenexportmöglichkeiten, möchte aber für Opel, Ford,<lb/>
Mercedes und vor allem das Bundesheer, wo sie vorher viel hin<lb break="no"/>lieferten, eine Unterstützung haben. Ausserdem werden sie ihr<lb/>
Kleinkraftwerk, welches 5 Mio Kilowattstunden liefern kann, ausbau<lb break="no"/>en, wenn sie mehr als 20 Groschen für den Strom bekommen. Mit den<lb/>
in der Verordnung vorgesehenen wären sie einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_20">Ein kleiner Gewerbebetrieb, die Firma Knechtl, Lederwarenerzeugung<lb/>
von edelsten Reptilien, bekommt das Staatswappen. Die Familie ist<lb/>
vollzählig versammelt und sehr aufgeregt. 16 Beschäftigte, davon 6<lb/>
Lehrlinge, zeigt allein, dass es sich um einen reinen Handwerks<lb break="no"/>betrieb handelt. Bei dieser Gelegenheit werde ich von Landtagsabge<lb break="no"/>ordneten Dr. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> und anderen gefragt, wie es jetzt mit der Häute<lb break="no"/>belieferung resp. Bewirtschaftung weitergehen soll. Alle schwören<lb/>
auf den Handelsministeriumsbeamten <rs type="person" ref="#per__114472">Giglinger</rs>, der ihrer Meinung nach<lb/>
die Lösung finden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_22">Dr. <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs>, Tullner Zuckerfabrik, und Dr. <rs type="person" ref="#per__117100">Habig</rs>, früher Obmann<lb/>
der Zuckerindustrie, jetzt längst in Pension, teilen mir mit,<lb/>
dass die Landwirtschaft jetzt auch die Brucker Zuckerfabrik,<lb/>
den Mehrheitsanteil gekauft hat. <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> versichert, dass für<lb/>
die Beschäftigten keinerlei Gefahr besteht. Die Zuckerfabrik<lb/>
wird unter gar keinen Umständen geschlossen. Unwahrscheinlich,<lb/>
wie sich die Landwirtschaft in den letzten Jahren in die früher<lb/>
der privaten Wirtschaft gehörende Zuckerindustrie systematisch<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_23">Mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> bespreche ich die notwendige, in Zukunft<lb/>
aggressivere Medienpolitik. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> möchte sich jetzt wesentlich<lb/>
mehr in seiner Freizeit – wie er betont – einschalten. Innerhalb<lb/>
seiner Arbeitszeit muss er <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> über jeden Schritt berichten<lb/>
und ist unbeweglich. In der Freizeit kann er aber auch mit Zu<lb break="no"/>stimmung des Präsidenten der Arbeiterkammer tun und lassen, was er<lb/>
will. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und er werden sich jeden Mittwoch treffen. Ich werde<lb/>
auch an diesen Besprechungen teilnehmen.<lb/>
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Reaktorsicherheitskonferenz gefragt hat, ob sie sich auflösen<lb/>
möchten. Zu meiner freudigen Überraschung wurde dort einstimmig<lb/>
genau das Gegenteil beschlossen. Die Reaktorsicherheitskonferenz<lb/>
möchte das Kernkraftwerk besichtigen und möchte ständig weiter<lb/>
mit den Behörden verhandeln. Sie stellen fest, dass es dringendst<lb/>
notwendig ist, die Dokumentation abzuschliessen und zu archi<lb break="no"/>vieren. Ich unterstreiche sofort die Bedeutung der Dokumentation,<lb/>
selbst wenn das Kernkraftwerk in irgend einer Weise anders ver<lb break="no"/>wertet werden soll, als in Betrieb zu gehen. Ohne Dokumentation<lb/>
ist das Kraftwerk nur halb wert. Ich bin insbesondere begeistert,<lb/>
dass die Sicherheitskonferenz mit den Behörden weiterverhandeln<lb/>
wird. Ich befürchte nämlich, ohne dass ich es sage, dass im Ge<lb break="no"/>sundheitsministerium die Beamten jetzt auf Grund des Reaktorbetriebs<lb break="no"/>verbotsgesetz womöglich ihre Tätigkeit im wahrsten Sinne des Wortes<lb/>
einstellen. Waren sie bis jetzt schon wenig kooperativ und haben al<lb break="no"/>les verzögert, wird dies in Hinkunft noch stärker sein.<lb/>
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es zu einer einstimmigen Entschliessung des Parlamentes gekommen<lb/>
ist, jetzt auf der Regierungsebene eine Vorlage geben wird<lb/>
oder nicht doch durch Initiativanträge. Für die Regierungsmitglieder<lb/>
wird eine Regierungsvorlage erarbeitet, für die Abgeordneten wird<lb/>
ein Initiativantrag erwartet. Beide könnten dann im National<lb break="no"/>rat gemeinsam zu einer Novelle des Unvereinbarkeitsgesetzes führen.<lb/>
Aufgrund der jetzigen Regelung ist es interessant, dass z.B. im Auf<lb break="no"/>sichtsrat der Länderbank <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> sein Mandat zurückgelegt hat – schein<lb break="no"/>bar hätte er ein solches bekommen sollen – während <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> nach<lb/>
wie vor drinnen ist. Bei den Geschäftsführern hat <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> bei<lb/>
der Volksfürsorge zurückgelegt und <rs type="person" ref="#per__117103">Zittmayr</rs> seine Position beim<lb/>
Schärdinger Verband behalten. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> berichtet, dass er nicht bereit<lb/>
ist, eine Vereinbarung über die Schulposten mit der ÖVP zu schliessen,<lb/>
wie dies in der Vergangenheit der Fall war. In anderen Bundeslän<lb break="no"/>dern, wo die Sozialisten viel stärker sind, ist die ÖVP nicht bereit,<lb/>
solche zu schliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_26"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> berichtet über die Rechnungshofberichte und meint, eine<lb/>
Fristerstreckung sei laut Gesetz nicht möglich. De facto aber ist<lb/>
es in den vergangenen Jahren, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> richtig feststellt,<lb/>
stets zu einer Überziehung der Kredite gekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt<lb/>
vor, wir sollten jeder eine Teilbeantwortung des Rechnungshofbe<lb break="no"/>richtes durchführen und die offenen Fragen, die alle betreffen,<lb/>
wie Arbeitsleihverträge und Sektionschef-Autobeförderung zurück<lb break="no"/>stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> und <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_28"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet über die Meinungsumfrage in der zweiten November<lb/>
und ersten.??? Die Umfrage ergab einen eindeutigen Trendumkehr<lb/>
zugunsten der SPÖ. Die Sozialisten haben von 42 auf 44% eine<lb/>
Steigerung feststellen können, Ende Oktober, bei der letzten Er<lb break="no"/>hebung, war es wesentlich schlechter. Die ÖVP ist mit 39% gleich<lb/>
geblieben, die Freiheitlichen haben von 6% auf 4% verloren. Unent<lb break="no"/>schieden sind 13%, wovon 19% der SPÖ und 44% der Volkspartei zuge<lb break="no"/>rechnet werden. Damit ergibt sich für die Volkspartei ein Höchst<lb break="no"/>satz von 45%. Mehr haben sie noch niemals erreicht. Die Sozialisten<lb/>
haben 48 bis 49% und damit allerdings die absolute Mehrheit ver<lb break="no"/><pb n="45-1493" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-12-18_1493.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>loren. Bei der Personenbeurteilung liegt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit 2.56 besser<lb/>
als bei der letzten mit 2.23. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>, bisher knapp im Plusbereich,<lb/>
ist jetzt in den Minusbereich abgesunken. Aufgegliedert ergibt sich,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bei den Jugendlichen plus 1.99, bei den älteren aber<lb/>
2.96 hat. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> hat bei den Jugendlichen verloren und liegt jetzt<lb/>
bei den älteren bei 0.01. <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> schneidet besser ab als <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs>.<lb/>
Bei der Kanzlerpräferenz ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> von 56% auf 57% gestiegen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> ist mit 23 gleichgeblieben und unentschieden sind 20%. Getestet<lb/>
wurde dann auch noch über die Kernkraftwerk-Volksabstimmung. Es<lb/>
wurde eine geheime Wahl mit verschlossenen Kuverts simuliert. 30%<lb/>
haben mit ja, 30% mit nein gestimmt. 2/3 der Nein-Stimmen waren<lb/>
Jugendliche. Über 50 Jahre haben die Ja-Mehrheit ergeben. Die Frage,<lb/>
warum wir im Westen schlechter abschneiden, erklärt <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> darin,<lb/>
dass die Jungwähler in Salzburg am stärksten, in Vorarlberg am<lb/>
zweitstärksten und in Kärnten am drittstärksten durch die Abwan<lb break="no"/>derung bedingt und die Bevölkerungsstruktur dominieren. Dies schlägt<lb/>
also bei den Meinungsumfragen eindeutig durch. Darüber hinaus gibt<lb/>
es in diesen Ländern einen stärkeren Tertiärbereich. Die dort Be<lb break="no"/>schäftigten sind von der ÖGB-Organisation nicht erfasst und daher<lb/>
auch für die sozialistische Idee nicht gewonnen. Wenn die Trendum<lb break="no"/>kehr anhält und wir im Frühjahr und Sommer eine bessere Politik,<lb/>
insbesondere keine Personaldiskussion mehr haben, müsste es doch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möglich sein, vielleicht noch einmal die absolute Mehrheit<lb/>
zu bekommen. Derzeit ist sie allerdings nicht drinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_29">Bei der Weihnachtsfeier der Österreichischen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>werbung lerne ich endlich einmal den grössten Teil unserer Beschäf<lb break="no"/>tigten kennen. Nach einer kurzen launigen Ansprache organisiert der<lb/>
Pressereferent <rs type="person" ref="#per__97559">Hofbauer</rs> dann, dass ich, so wie bei seinen Veran<lb break="no"/>staltungen mit Journalisten und sonstigen Medienleuten, auch hier<lb/>
von Tisch zu Tisch gehen soll und daher auch gehen muss, um mich<lb/>
mit den Leuten zu unterhalten. Im Prinzip sind alle sehr zufrieden<lb/>
mir den Arbeitsbedingungen in der Österreichischen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>werbung mit Ausnahme der Unterbringung. Hier verspreche ich ihnen,<lb/>
dass wir uns bemühen werden, in absehbarer Zeit eine Verbesserung<lb/>
zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte bleibe ständig mit dem Bautenministerium<lb/>
in dieser Frage in Kontakt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_31">Der ehemalige Geschäftsführer MR <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs>, jetzt in Pension,<lb/>
beschwert sich bei mir, dass er jetzt Pro Austria Nostra,<lb/>
eine Art Umweltschutzorganisation die österreichische Kultur<lb break="no"/>landschaft usw., im Ausland bekannt machen möchte, allein führen<lb/>
muss. Der bisherige Mitarbeiter ist schwer erkrankt. <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs><lb/>
muss alles selbst machen, arbeitet angeblich täglich bis 12 Uhr<lb/>
nachts, und beschwert sich bitter, dass er von der Handelskammer<lb/>
keine Unterstützung bekommt. Ich verspreche, dieses Problem beim<lb/>
nächsten Jour-fixe zur Sprache zu bringen. Er verspricht mir eine<lb/>
schriftliche Stellungnahme. Wenn diese eintrifft, werde ich dann<lb/>
im nächsten Jour-fixe mit der Handelskammer das Problem bespre<lb break="no"/>chen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-18_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte für nächsten Jour-fixe vormerken.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Akkumulatorenfabrik Dr. Leopold Jungfer, Feistritz im Rosental
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
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