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            <title type="main">Montag, der  4. Dezember 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_01">Montag, 4. Dezember 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_02">Die Aussprache mit dem sudanesischen Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__116996">Mustafa</rs><lb/>
war einmalig. Die Sudanesen haben bei der Kontrollbank für 2,4 Mia<lb/>
Schilling Kredit und können nicht bezahlen. 240 Mio Schilling sind<lb/>
bereits fällig, wie mir <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> mitteilte. Die Österreichische Kon<lb break="no"/>trollbank ist deshalb äusserst zurückhaltend. <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> war trotzdem<lb/>
bereit, mit ihm Gespräche zu führen. Dies hatte ich ihm einleitend<lb/>
sofort mitgeteilt, was ihm sehr freute. Die Sudanesen wünschen eine<lb/>
Gemischte Kommission aufgrund unseres Wirtschafts-, Handels- und Koopera<lb break="no"/>tionsvertrages, die womöglich jährlich zusammentreten sollte. Auf diese<lb/>
Forderung ging ich gar nicht ein. Für ihre Elektrifizierung benöti<lb break="no"/>gen sie dringendst kleinere Einheiten, 40 Megawatt Kraftwerke und vor<lb/>
allem 6 Dieselaggregate à 10 Megawatt, ausserdem Pumpen und vor allem<lb/>
Getreidelager. Ein Grossteil ihrer Ernten geht verloren, da sie keine<lb/>
Lagermöglichkeiten haben. Ihre Infrastruktur muss wesentlich ver<lb break="no"/>bessert werden. Die grösste Überraschung für mich, MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> bezeich<lb break="no"/>nete es als ausgesprochene Chuzpe, dass obwohl sie nichts bezahlten,<lb/>
darauf bestanden, dass die Verträge mit Steyr-Daimler-Puch – diesen<lb/>
allein schulden sie 160 Mio Schilling – und auch mit anderen Firmen<lb/>
eingehalten werden müssen. Von der Internationalen Weltbank haben<lb/>
sie 60 Mio Dollar bekommen, von den Saudis sollen sie 300 Mio be<lb break="no"/>kommen. Sie stehen daher auf dem Standpunkt, alle anderen Staaten müssten<lb/>
ihnen auch entsprechende Kredite geben und vor allem abgeschlossene<lb/>
Lieferverträge einhalten, auch dann, wenn sie nicht bezahlen. Dies ist<lb/>
wirklich eine einmalige Situation. Was ich ihnen versprochen habe war,<lb/>
dass jetzt die Österreichische Entwicklungshilfe – vom Bundeskanzleramt<lb/>
war ein Vertreter anwesend – die 2 Techniker runterschicken wird, damit<lb/>
die technische Seite einer feasibility study ergänzt werden kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116997">Dautzenberg</rs> von der Firma Haid hat ihn dann weiter betreut. Nachmittags<lb/>
hatte er dann noch eine Aussprache mit der Österreichischen Kontrollbank,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs>, und nach einem Gespräch mit seinen OPEC-Vertretern, mit<lb/>
denen er am Telefon arabisch gesprochen hat, noch mit den Firmen<lb/>
Andritz, Steyr-Daimler-Puch, VOEST und Cincinnati.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte versuche zu erfahren, was dabei heraus<lb/>
gekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_04">GD <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> von der Firma Bauer legt mir die Absichtserklärung der<lb/>
Algerier vor, für 15 Mia Schilling grosse Projekte ausarbeiten zu<lb/>
lassen. Die Österreichische Kontrollbank hat ihm für 10 Mia Schilling<lb/>
eine Zusage gegeben, wovon 85% in Österreich gekauft werden müssten,<lb/>
10–15 Jahre Laufzeit, 3 Jahr rückzahlungsfrei. Über die Zinsen<lb/>
konnten sie sich nicht einigen. Der in Österreich zur Anwendung<lb/>
gelangende Zinssatz von 8% ist viel zu hoch, wie <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> erklärt, denn<lb/>
die Franzosen geben für 20 Jahre 5.5%. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> behauptet zu den grössten<lb/>
und höchsten Stellen Zutritt zu haben und wollte sich auch wegen des<lb/>
Algeriengases einschalten. Er meinte, ich bräuchte ihm nur 2 Zeilen<lb/>
mitzugeben. Dies habe ich kategorisch abgelehnt, weil dafür die <choice><choice><sic>Austro</sic><corr>Austria</corr></choice></choice>-<lb/>
Ferngas-Verhandlungen führt und er sich mit dieser ins Einvernehmen<lb/>
setzen müsste, wenn er dort für dieses Gas aktiv wird. Angeblich hat<lb/>
er mit GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, der wieder bei der Austro-Ferngas nichts zu mel<lb break="no"/>den hat, Kontakt gehabt und mit diesen eng liiert bei den Algeriern das<lb/>
Gespräch führen wird. Ich habe das Gefühl, dass <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> eben hier ein<lb/>
Geschäft wittert und wegen seiner Lieferungen einschalten möchte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> hat ausserdem mit <choice><choice><sic>dem Elfenbein-Staat</sic><corr>der Elfenbeinküste</corr></choice></choice> 3.5 Mia Schilling eine<lb/>
ähnliche Zusage. Hier würde er Kaffee und Bananen zur Rückzahlung<lb/>
kaufen und diese über Österreich nach Ungarn liefern. Er fragte, ob<lb/>
dagegen irgend etwas einzuwenden sei. Ganz im Gegenteil, wären wir<lb/>
daran brennendst interessiert, solche Drittgeschäfte zu machen. Ich<lb/>
kann mir nur nicht vorstellen, dass diese finanziell abgewickelt<lb/>
werden können. Die Ungarn werden sicherlich nicht bereit sein für<lb/>
Kaffee und Bananen einen überwältigend guten Preis zu bezahlen.<lb/>
Ein drittes grosses Projekt, welches <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> angedeutet hat, war Mexiko<lb/>
mit 7 Mia Schilling. Eines steht fest, dass <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> immer irrsinnig<lb/>
grosse Projekte hat und dann doch irgendwelche kleinere zustande<lb/>
bringt. Er erklärte neuerdings in Anwesenheit von Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>, dass,<lb/>
wenn er <rs type="person" ref="#per__117000">Bengiva</rs> in Algerien einladet, dann auf alle Fälle für die<lb/>
Kosten, er hofft im Einvernehmen mit anderen Firmen, aufkommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_05">Dr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> vom ÖAMTC hat mich um Vermittlung ersucht, damit er mit dem<lb/>
ARBÖ wegen des Streites Freytag &amp; Berndt Karten, die rechtlich<lb/>
bei der Firma Maier in Stuttgart liegen, mit dem ARBÖ ins Gespräch<lb/>
kommen kann. Ich habe sofort den Generalsekretär vom ARBÖ angerufen<lb/>
und dieser war sehr überrascht, dass der ÖAMTC diesmal mich für die<lb/>
Vermittlung beim ARBÖ benützt. Sonst ist es nämlich meistens umge<lb break="no"/>kehrt. Selbstverständlich hat <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> sich sofort mit <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> in<lb/>
<pb n="45-1420" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-12-04_1420.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Verbindung gesetzt. Ein gemeinsames Vorgehen gegen die deutsche<lb/>
Firma Maier machte der ÖAMTC davon abhängig, dass der ARBÖ verzichtet,<lb/>
bei den Verkehrsdurchsagen genannt zu werden. Man sieht daraus deut<lb break="no"/>lich, wie es den ÖAMTC hart trifft, dass er heute in dieser Frage<lb/>
nicht mehr das Monopol hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_06">Beim Journalistenfrühstück hat Dr. <rs type="person" ref="#per__117001">Glaser</rs> vom Deutschen Reisebüro mit<lb/>
1.5 Mia Schilling Umsatz über die 6. Reiseakademie referiert. Die 800<lb/>
Reisebüros, die zu diesen Seminar eingeladen wurden, haben 450 Teil<lb break="no"/>nehmer von insgesamt 10.000 Mitarbeitern geschickt. Diese Reisebüros<lb/>
haben einen Umsatz von 5.3 Mia, davon 2 Mia allein für Touristik. Die<lb/>
Ausbildung und die Akademien sind deshalb notwendig, weil die Waren<lb break="no"/>häuser keine Ausbildung machen, dann zum Leidwesen der Reisebüros<lb/>
ihre Mitarbeiter abwerben. An Schulung muss<add>[mit]</add> 1 Mio DM für 1.000 Mit<lb break="no"/>arbeiter gerechnet werden. 5–10 Prospekte sind notwendig, die pro<lb/>
Buchung kostenmässig den Reisebüros anfallen. 28 Mia DM wird der Deut<lb break="no"/>sche heuer im Ausland ausgeben. Fast peinlich für mich war, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117001">Glaser</rs>, so wie auch gestern, wieder erwähnte, dass die Österreicher<lb/>
mit ihrer Fremdenverkehrspolitik sehr geschickt liegen, sehr gut lie<lb break="no"/>gen, und dass insbesondere der Minister dafür nicht nur grosses Ver<lb break="no"/>ständnis hat, sondern sich auch einmalig einsetzt. Fast hätte man den<lb/>
Eindruck haben könne, das hätte ich mir bestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_07">MR <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> berichtete über die Verhandlungen mit der DDR. So farb<lb break="no"/>los, so ohne Schwung, fast kränklich, beleidigt oder ich weiss nicht<lb/>
sonst was. Mich wunderte, dass die Leute nicht eingeschlafen sind und<lb/>
überhaupt eine Frage stellten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_08">MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> berichtete über Recycling. 7.500 Glascontainer sind jetzt<lb/>
aufgestellt, 32 bis 35.000 Tonnen wird die Flaschensammlung erbringen.<lb/>
Wenn man bedenkt, dass sie erst 2 Jahre läuft, ein grosser Erfolg.<lb/>
Auch bei Papier sind wir jetzt bei 30.000 Tonnen. 1975 waren wir<lb/>
erst bei 7.000. Der Preis für die Papierfabriken konnte von 80 Groschen<lb/>
auf 60 Groschen gesenkt werden. Auch die Importe sind von 160.000 auf<lb/>
100.000 zurückgegangen. Die meisten allerdings müssen als Gegenge<lb break="no"/>schäfte gegen Kartonlieferungen in die Oststaaten akzeptiert werden.<lb/>
Die Frage, die sich dann von der APA, <rs type="person" ref="#per__117002">Kirsten</rs>, an mich richtete, war,<lb/>
was ich mit dem Einweggebindegesetz jetzt machen würde. In Deutschland<lb/>
ist vom zuständigen Minister eine gesetzliche Regelung angekündigt<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Die Industriesektion soll dieser Frage nach<lb break="no"/>gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_10">Bei der Fraktion für den Unterausschuss Europäische Patentüberein<lb break="no"/>kommen wurden unsere Experten gehört, die wahrscheinlich nicht ein<lb break="no"/>mal unserer Partei angehören. Diese Taktik von mir hat sich bestens<lb/>
bewährt. Unter anderem haben wir als Experten den Vertreter der Indu<lb break="no"/>striellenvereinigung, Graf <rs type="person" ref="#per__113033">Hartig</rs>, nominiert, der aber mit seinem Chef<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> darüber eine schwere Auseinandersetzung hatte. <rs type="person" ref="#per__113033">Hartig</rs><lb/>
wollte zwar zu der Sitzung trotzdem kommen, doch hat ihm <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> em<lb break="no"/>pfohlen, sich unter irgend einen Vorwand zu entschuldigen. Um wieviel<lb/>
anders handeln da wir. Die ÖVP hat den Personalvertreter des Patent<lb break="no"/>amtes Hofrat <rs type="person" ref="#per__117003">Stöger</rs> als ihren Experten nominiert. Ein Beamter, der<lb/>
in Wirklichkeit in einem Treueverhältnis zum Staat steht und von<lb/>
seinem Minister bzw. Behördenleiter entsprechende Weisungen bekommen<lb/>
könnte, wurde von uns selbstverständlich als Experte der Gegenseite<lb/>
toleriert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_11">Im Unterausschuss hat <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> den Vorsitz geführt, vorher aber<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117004">Mühlbacher</rs> wissen lassen, dass die ÖVP nur bereit ist, die Experten zu<lb/>
hören und, obwohl wir das letzte Mal beschlossen haben mit Open end,<lb/>
dass es unbedingt zu einem Abschluss kommen muss, sie nicht bereit<lb/>
sind, diese Vorgangsweise einzuhalten. Nach stundenlangen Diskussionen<lb/>
hat dann <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> <rs type="person" ref="#per__117004">Mühlbacher</rs> mitgeteilt, dass wenn wir darauf bestehen,<lb/>
dass der Handelsausschuss am 12.12. sich mit dem Problem beschäftigt<lb/>
und es auf die Tagesordnung der letzten Nationalratssitzung kommt, sie<lb/>
gegen die Ratifizierung stimmen werden. Da es sich hier um ein Verfas<lb break="no"/>sungsgesetz handelt, wäre damit der ganze Vertrag gefallen. Dieses Risi<lb break="no"/>ko wollten weder unsere Fraktion noch Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, den wir<lb/>
dann informierten, auf sich nehmen. Wir beschlossen daher entgegen<lb/>
unseren ursprünglichen Beschlüssen auf alle Fälle durchzuziehen, ein<lb break="no"/>zuschwenken. Für mich interessant war, die verschiedensten Gründe von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs> und ich weiss nicht noch wem allen zu hören, warum<lb/>
jetzt bei Klein- und Mittelbetrieben die grosse Gefahr besteht, bei<lb/>
dem EPÜ-Beitritt, obwohl es in Wirklichkeit ausschliesslich um das Ge<lb break="no"/>schäft der Patentanwälte geht. <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs> behauptete, die imitative Inno<lb break="no"/>vation sei so ungeheuer wichtig. Die Österreichischen Patentanwälte<lb/>
hätten seiner, aber auch anderen Firmen stets Mitteilung gemacht,<lb/>
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dann imitieren konnten. Dies sei der Grund, warum er vorher, vor<lb/>
2 Jahren, noch der Meinung war, man könnte sofort dem Europapatent<lb/>
beitreten, jetzt aber seine Meinung eben geändert hat. Er verglich<lb/>
auch auf die ähnliche Entwicklung im Kernkraftwerk-Zwentendorf-Verfah<lb break="no"/>ren. Den wirklichen Grund aber hat Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> – dann allerdings<lb/>
sehr spät – unserem Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> mitgeteilt, wie mir dieser bei<lb/>
der Regierungsvorbesprechung sagte. Die ÖVP will dieses 2/3-Gesetz<lb/>
mit den Marktordnungen binden und gegen <rs type="person" ref="#per__116108">Haiden</rs> verwenden.<lb/>
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recherchieren lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_13">Im Wiener Vorstand und im Wiener Ausschuss berichtete <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> über die<lb/>
schweren Differenzen zwischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> selbst hatte<lb/>
seit der Früh stundenlange Gespräche mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
geführt. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> fürchtet, dass die Konsequenzen verheerend sind, wenn<lb/>
jetzt die Regierungsmannschaft – insbesondere durch Ausscheiden <rs type="person" ref="#per__97311">An<lb break="no"/>drosch's</rs> – umgebildet wird und mit einer neuen Regierung man auch dann<lb/>
in den Wahlkampf gegen müsste. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat auch grösste Bedenken, wenn<lb/>
jetzt sogenannte Anhänglichkeitsresolutionen bei den Parteitagen –<lb/>
wie z.B. im Burgenland zum <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, den er als seinen Freund bezeich<lb break="no"/>nete – beschlossen werden. Dies kann alles nur zur weiteren Schwä<lb break="no"/>chung unserer Partei und Regierung führen und die Volkspartei fühlt<lb/>
sicht jetzt schon entsprechend stark, obwohl sie von der Sachpolitik<lb/>
dazu gar keinen Grund hätte. <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> meinte in der Diskussion, man sollte<lb/>
nicht umstellen, die Partei muss jetzt durchziehen. Der Privilegien<lb break="no"/>abbau wird gar nichts bringen. <rs type="person" ref="#per__97904">Schärf</rs> hat schon immer sich dagegen aus<lb break="no"/>gesprochen. In diesem Punkt vertrat auch ich in der Diskussion dieselbe<lb/>
Meinung. Bezüglich der Wünsche von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs>, dass man mit der<lb/>
jetzigen Mannschaft durchziehen müsste, hatte ich grösste Skepsis,<lb/>
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dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dies akzeptiert. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> meinte auch, man müsste <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zusammenzwingen. <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> dagegen, der als Parteiobmann<lb/>
von Floridsdorf, also mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, nicht nur Kontakt hat, sondern auch<lb/>
die Situation am besten kennt, teilte meine Meinung. Auch bezüglich<lb/>
des Privilegienabbaues meinte er, dass bei dem Initiativantrag von der <lb/>
SPÖ im Nationalrat überhaupt niemand kontaktiert wurde. Er hat bezüg<lb break="no"/>lich der Beamtenlösung grösste Bedenken. Bezüglich des Privilegien<lb break="no"/>abbau waren sowohl <rs type="person" ref="#per__97772">Nekula</rs>, <rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs>, <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs>, als <rs type="person" ref="#per__117008">Nentwich</rs> und <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs><lb/>
<pb n="45-1423" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-12-04_1423.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Meinung, dass wir hier über diese Politik in der Öffentlich<lb break="no"/>keit nichts erreichen werden und durch den Streit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> – <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> es drastisch ausdrückte, wir die Wahl das nächste Mal<lb/>
schon verloren haben. Der Redakteur der Arbeiterzeitung, <rs type="person" ref="#per__114544">Kölbl</rs>,<lb/>
berichtete, dass <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs> ständig mit den ÖVP-Journalisten der so<lb break="no"/>genannten unabhängigen Zeitungen Kontakt hat und Besprechungen ab<lb break="no"/>führt und <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> die Wiener sogar vergattert. Die Massenmedien – hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> richtig bemerkt – zwingen uns jetzt oft zu Verhaltensweisen.<lb/>
Es ist nicht entscheidend, ob ein Argument richtig ist, sondern ob es <lb/>
in der Öffentlichkeit ankommt oder nicht. Er wird versuchen, ob der<lb/>
Streit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> – <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zumindestens bis zu den Wahlen verschoben<lb/>
werden kann. Darüber soll ein Präsidium am Mittwoch letzten Endes<lb/>
entscheiden. Die Wiener Organisation wird ihre Sachdiskussion bis<lb/>
Jänner 1979 abschliessen und dann entsprechende Beschlüsse fassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_14">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wegen Unterbringung der<lb/>
vietnamesischen Flüchtlinge interveniert. Insgesamt haben wir, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> dann mitteilte, 264 vor 1 1/2 Jahren Vietnamesen und Kambodschaner,<lb/>
sogenannte boat-people, also Flüchtlinge aufgenommen. Nach längerer<lb/>
Diskussion einigten wir uns auf 100 Familien. Die Vorarlberger wollen<lb/>
nämlich allein 50 übernehmen, um ihren Gastarbeiterbedarf befriedigen<lb/>
zu können. Der Präsident der Vorarlberger Handelskammer <rs type="person" ref="#per__117009">Hämmerle</rs> war<lb/>
bei <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> und hat einen Bedarf von 800 bis 1000 neuen zusätzlichen<lb/>
Gastarbeitern angemeldet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_15"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies darauf, dass beim Arlberg-Tunnelbau 14 Arbeiter töd<lb break="no"/>lich verletzt wurden und dass dort nur die Caritas mit einem soge<lb break="no"/>nannten Christophorus-Verein hilft. Er meinte, auch der Staat müsste<lb/>
hier einspringen. Der Sozialminister hatte – sowie der Bautenminister –<lb/>
grösste Bedenken, weil daraus, wie bei vielen anderen Baustellen,<lb/>
enstprechende Verpflichtungen erwachsen würden. Ich verwies darauf, dass<lb/>
in der Elektrizitätswirtschaft es üblich ist, dass ich für Familien,<lb/>
dass ich für Familien, deren Ernährer umgekommen ist, 6.000 Schil<lb break="no"/>ling zu Weihnachten spende. Da die anderen Minister erklärten, dafür<lb/>
keine Budgetpost zu haben, wird sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> an die Volkshilfe wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_16"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> bei ihm jetzt vorsprechen wird, um<lb/>
für 2 Mia Schilling einen frei finanzierbaren Kredit, d.i. 4% der Netto<lb break="no"/>anleihenvolumen Österreichs, zu verlangen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wäre bereit, bis<lb/>
<pb n="45-1424" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-12-04_1424.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zu 800 Mio Schilling einen Finanzierungskredit für sogenannte<lb/>
local-coast zu geben. In Wirklichkeit handelt es sich hier um eine<lb/>
Kredithilfe, die die Polen zu irgendwelchen Käufen im westlichem<lb/>
Ausland brauchen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte Bedenken und auch ich verwies da<lb break="no"/>rauf, dass 24 Mia Kreditvolumen von den Polen kaum zurückgezahlt<lb/>
wird werden. Auch <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> flüsterte mir diesen Tatbestand bestätigend<lb/>
zu, ohne allerdings das Wort zu ergreifen. Ich äusserte auch neuer<lb break="no"/>dings meine Bedenken, dass die Polen erklären, Elektrizität in<lb/>
grossen Mengen zu liefern, ausser dem 400 MW-Vertrag noch 800 ohne<lb/>
weiters abschliessen zu können, obwohl sie kaum den notwendigen Aus<lb break="no"/>bau der Elektrizitätswirtschaft vornehmen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, das hört<lb/>
er zum ersten Mal, die Elektrizitätswirtschaft Österreichs war immer<lb/>
gegen den Vertrag und er ist fest davon überzeugt, dass sie alles<lb/>
liefern werden. Hoffentlich hat er recht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lass bitte noch einmal recherchieren, wie es<lb/>
in dieser Frage mit Polen wirklich steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_18"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> hat mir ein Fernschreiben gezeigt, wonach die Amerikaner die<lb/>
Emmentalerimportregelung durch einen speziellen waiver für uns im GATT<lb/>
anders regeln werden. Es ist nach seiner Meinung nach mit Kontingent,<lb/>
d.h. Länderquoten zu rechnen. Dies bedeutet, dass unser Käseexport<lb/>
dorthin äusserst schwierig und vor allem in der Menge unzulänglich<lb/>
sein wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war darüber sehr erschüttert und meinte, es müsste<lb/>
jetzt sofort eine Demarche von <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> bei den Amerikanern gemacht werden.<lb/>
Uns verhindern sie das Ölsaatenprojekt, schädigen dadurch die öster<lb break="no"/>reichische Landwirtschaft und wollen jetzt auch den Export von Emmen<lb break="no"/>taler-Käse mehr oder weniger unterbinden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, er sei jetzt<lb/>
bereit, eventuell über die Möglichkeit der Mehrwertsteuererhöhung für<lb/>
die Ölprodukte, um den Vorwürfen der Japaner auszuweichen, GATT-konform<lb/>
und unseren Verträgen entsprechend, doch die Mittel dadurch bereitzuste<lb break="no"/>len, um das Ölsaatenprojekt voranzutreiben. Ich selbst erklärte, dass<lb/>
die Arbeiterkammer im Prinzip bereit ist, darüber zu verhandeln, wie<lb/>
mir übrigens auch <rs type="person" ref="#per__116108">Haiden</rs> mitgeteilt hat. Am meisten verärgert war<lb/>
aber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, als er erfuhr, dass für die Amerikaner jetzt auch die<lb/>
Autozölle auf 4% gesenkt werden. Die Erklärung ist für mich sehr ein<lb break="no"/>fach. Die Russen haben, gegen die Diskriminierung der EG protestierend,<lb/>
eine Zollsenkung von 20 auf 4% bekommen und die Amerikaner haben jetzt<lb/>
nach etlichen Jahren auf Grund der Meistbegünstigungsklausel nachge<lb break="no"/>zogen.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso wurde ich darüber nicht vom Haus infor<lb break="no"/>miert?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_20"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> berichtet, dass der Rechnungshof die Abhol- und Heimfahrt<lb/>
der Sektionschefs hart kritisiert hatte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte die blendenste<lb/>
Idee, nämlich es sollten jetzt die Sektionschef aller Ministerien<lb/>
zu diesen Vorwürfen des Rechnungshofes Stellung nehmen. Er erwartet,<lb/>
dass sich diese entsprechend wehren. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> wird ihnen einen dies<lb break="no"/>bezüglichen Brief schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-12-04_21">Der Rechnungshof hat auch die Arbeitsleihverträge hart kritisiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies darauf, dass es ihm vollkommen unerklärlich ist, wie<lb/>
z.B. <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> eine Schreibkraft beschäftigen kann, die fast 400.000<lb/>
Schilling kostet, obwohl im Bundeskanzleramt gute Kräfte um 120.000<lb/>
Schilling Kosten beschäftigt sind. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangte, dass alle diese<lb/>
Arbeitsleihverträge genau überprüft werden müssen. Fast könnte man<lb/>
glauben, dass ich mit einem sechsten Sinn ein richtiges timing habe,<lb/>
denn mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> habe ich gesprochen und vereinbart, dass zu seiner<lb/>
Unterstützung, aber auch zu besseren Kontakten mit dem Handelsmi<lb break="no"/>sterium <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> wieder in seinen Stand ab 1.1. übernommen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> bleibt aber bei uns herüben sitzen, wird auch die Schreibkraft<lb/>
Kollegin <rs type="person" ref="#per__117011">Spangl</rs> weiter, zumindestens teilweise zur Verfügung haben.<lb/>
Da im Landwirtschaftsministerium derzeit kein Arbeitsleihvertrag be<lb break="no"/>steht, wird es keine Schwierigkeiten bringen, wenn der ursprünglich<lb/>
vom Landwirtschaftsministerium aufgenommene <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> jetzt wieder dorthin<lb/>
mit seinem Arbeitsleihvertrag zurückgeht. Dadurch bleiben bei uns<lb/>
nur 2, nämlich Kollegin <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> und Kollege <rs type="person" ref="#per__116918">Reiss</rs> zu verkraften.<lb/>
Auch hier wird es sicherlich eine genaue Prüfung geben. Das Unangenehme,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagte, ist, dass die vergleichbaren Bezahlungen in den<lb/>
Ministerien wesentlich tiefer liegen als die Arbeitsleihverträge.<lb/>
Dies wird grosse Unruhe auslösen, weshalb eben eine genaue Überprüfung<lb/>
erfolgen muss.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 4.12.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Typoskript "Sitzung der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Messen", 4.12.1978</head>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <occupation>Präsident Vbg. Handelskammer</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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