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            <title type="main">Mittwoch, der 22. November 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_01">Mittwoch, 22. November 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_02">Die personelle Nachfolge von <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> wurde mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs><lb/>
seinen Wünschen entsprechend fixiert. Dampfkraftwerk Korneuburg<lb/>
Gesellschaft wird <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs>, der jetzt Prokurist wird, Geschäfts<lb break="no"/>führer. Die ÖVP nominiert nicht anstelle <rs type="person" ref="#per__112012">Artholds</rs> <rs type="person" ref="#per__115082">Wiesinger</rs>,<lb/>
sondern <rs type="person" ref="#per__114730">Sommerbauer</rs>. Dieser hat sich bei der Pro-Zwentendorf-Ak<lb break="no"/>tion als sehr kooperativ und auch aktiv gezeigt. Die Gesell<lb break="no"/>schaft wird wahrscheinlich auch das 300 MW kalorische Kraftwerk<lb/>
in Zwentendorf bauen. Ab 1980 wird <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs> in Pension gehen.<lb/>
Dann wird es zweckmässig sein, <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> zu bestellen. Dieser<lb/>
wird bereits Mitte 1979 dann einzuschulen sein. Die GKT wird wahr<lb break="no"/>scheinlich nach Meinung der KWU nicht umzurichten sein. Gespräche<lb/>
müssten dann geführt werden, wie die Einmottung erfolgt und wer aller<lb/>
sich daran beteiligt. Siemens ist hier sehr entgegenkommend. Für <rs type="person" ref="#per__112014">Erba<lb break="no"/>cher</rs> kommt in die DoKW <rs type="person" ref="#per__118693">Lohmann</rs>, in die ÖDK <rs type="person" ref="#per__115079">Neuhauser</rs>, ebenso in die<lb/>
Illwerke, <rs type="person" ref="#per__118188">Krautt</rs> in die TKW, die DKJ, Jochenstein und ÖBK, Österr.-Bayr.<lb/>
Kraftwerke, <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>. Da unser ehemaliger Sekretär <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> sofort seinen<lb/>
ÖDK-Aufsichtsratsitz zurücklegt, wird dann gleichzeitig <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs><lb/>
bestellt. Diese Ernennung wird wahrscheinlich im Jänner bei einer<lb/>
ausserordentlichen Generalversammlung zu beschliessen sein. Die in<lb break="no"/>ternationalen Verpflichtungen und Posten werden in der UCPTE vom<lb/>
Tiroler <rs type="person" ref="#per__118709">Wagensonner</rs> wahrgenommen. Es wird damit ein Bundesmandat für<lb/>
ein Land, im besonderem Fall für Tirol bereitgestellt, ein unge<lb break="no"/>heures Entgegenkommen. Im Verband der Elektrizitätswerke Österreichs,<lb/>
wo noch 1 1/2 Jahre das Mandat bei den Sozialisten läge, der städtische<lb/>
Vertreter hat seinerzeit zugunsten von der Verbundgesellschaft verzich<lb break="no"/>tet, wäre es zweckmässig, jetzt den 3-Jahresturnus neu laufen zu las<lb break="no"/>sen. In diesem Fall würden die Länder, <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> ist momentan der<lb/>
letzte im Präsidium, zum Zuge kommen. Eine diesbezügliche Bespre<lb break="no"/>chung wird bei <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> stattfinden und ich werde daran teilnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_03">Die wirklich entscheidende Frage ist, ob <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> imstande ist,<lb/>
das mittlere Management stärker heranzuziehen. Die Techniker drängen<lb/>
unbedingt. Auch andere wollen jetzt einen dritten Vorstand zu<lb break="no"/>mindestens installieren. Da dies auch parteipolitischen Gründen<lb/>
nicht möglich ist, plädiere ich nach wie vor für den Zweiervorstand.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> wird sich einen Direktionsassistenten, Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__118722">Gehmeier</rs><lb/>
heranziehen. Da er selbst, als er in der Verbund angefangen hatte,<lb/>
<pb n="45-1364" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-11-22_1364.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von dem damaligen Vorstand <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> vollkommen kaltgestellt<lb/>
wurde, glaube ich, hat er aus dieser Erfahrung gelernt und wird<lb/>
daher viel mehr seine Mitarbeiter heranziehen. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> wird<lb/>
mir eine Aufstellung über die finanziellen Auswirkungen des 3,5 Mia<lb/>
Schilling Verlustes Verbundanteil – GKT mitteilen. Er meint,<lb/>
dass eine gesetzliche Regelung unbedingt notwendig ist. In Wirk<lb break="no"/>lichkeit komme ich dann aber darauf, dass die Frage noch geklärt<lb/>
werden muss, ob die Verbundgesellschaft allein den Verlust tragen<lb/>
muss, oder ob er nicht in Pool kommt. In diesem Fall werden alle<lb/>
Sondergesellschaften an den Verlusten mitbeteiligt. Das Eigenkapital<lb/>
und die Reserven im Pool machen 36 Mia Schilling aus, während sie eben<lb/>
in der Verbundgesellschaft allein 3,3 Mia, inkl. Rücklagen 2.5 Mia<lb/>
plus 1 Mia Grundkapital nur ausmachen. Die Meinung der Wirtschafts<lb break="no"/>prüfer soll aber sein, dass höhere Gewalt – und dies liegt bei GKT<lb/>
vor – nur die Gesellschaft trifft, wo sie sich ereignet und nicht<lb/>
auf die anderen Gesellschaften überwälzt werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll die Rechtslage prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_05">Direktor <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> hat zugeben müssen, dass seit 75 der Sojapreis<lb/>
von 12.50 Schilling/kg auf 9.50, bei Sonnenblumen von 14.80 Schil<lb break="no"/>ling auf 11.– Schilling durch den Dollarkursrückgang gesunken ist.<lb/>
Der Margarine- und Ölsektor macht bei 1.3 Mia Umsatz ca 100 Mio<lb/>
Schilling Gewinn. Der Gesamtumsatz Unilever beträgt 4.5 Mia und hat<lb/>
77 einen negativen cash flow von 76 Mio. 1973 war der cash flow<lb/>
400 Mio plus. Trotzdem gibt er zu, dass die Möglichkeit besteht<lb/>
anstelle der geforderten Margarinepreissenkung eine grössere Menge<lb/>
von Raps zur Veredlung zu übernehmen. Derzeit sind 4.000 Tonnen<lb/>
vereinbart. Auf 8.000 Tonnen wäre dies möglich. Dafür müssten<lb/>
25 Mio Schilling aufgebracht werden, von der Unilever allein 18 Mio.<lb/>
Durch die Stillegung von Meinl hat sowohl Gebhart &amp; Herold<add>[?]</add> als auch<lb/>
die VFI entsprechende Anteile bekommen. Die Hälfte allerdings<lb/>
ging wieder an Unilever. Gebhart &amp; Herold produziert jetzt 8.000 To<lb/>
Margarine, 4000 To allein für Hofer, Unilever 28.000 To, dazu noch<lb/>
6.000 To für das Gewerbe. Schwierigkeit wegen der Aufstockung für<lb/>
die Rapsübernahme wird es höchstens bei VFI und Gebhart &amp; Herold ge<lb break="no"/>ben. Wir werden die Betriebe prüfen, ob und wieviel sie übernehmen<lb/>
können. Der Preis ist derzeit mit 6.018.– Schilling die Tonne für<lb/>
<pb n="45-1365" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-11-22_1365.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nächstjährige Übernahme, die durch die Weizenpreiserhöhung<lb/>
nächstes Jahr auf 6.300 Schilling erhöht wird. Die in der<lb/>
Allgemeinen Bauernverbandzeitung behaupteten 5.500 Schilling<lb/>
dürften nicht stimmen. Der Preis wurde für Standard 40% Fett<lb/>
und 10% Feuchtigkeit festgelegt. Die Gefahr der Importsubstitu<lb break="no"/>tion besteht nach wie vor, insbesondere VFI ist davon stark<lb/>
betroffen. Unilever selbst kämpft derzeit hauptsächlich, dass die<lb/>
Muttergesellschaft, um ihren Profit zu maximieren, entsprechende<lb/>
österreichische Produktionen, z.B. Zahnpasten, wegnehmen will. Eine<lb/>
solche Produktbereinigung wäre nur dann erträglich, wenn gleich<lb break="no"/>zeitig entsprechende Exportmöglichkeiten für die österreichischen<lb/>
Produkte, die Unilever erzeugt, in anderen Märkten ihnen zugewiesen<lb/>
wird. Ich versprach, mich dieser Sache besonders anzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mit Unilever, wobei besonders darauf<lb/>
verwiesen wird, dass dies unsere Idee ist, die Exportmöglichkeiten<lb/>
zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_07">Die Vertreter der Süsswarenindustrie mit der Handelskammer beschwerten<lb/>
sich bei mir, weil die Importe immer grösser werden, die Kontrollen<lb/>
vom Gesundheitsministerium, sprich Lebensmitteluntersuchungsanstalt,<lb/>
sich grösstenteils doch nur auf die inländische Produktion beschrän<lb break="no"/>ken und sie dadurch immer stärker vom österreichischen Markt ver<lb break="no"/>drängt werden. Darüber hinaus gibt es für sie immer grössere Schwie<lb break="no"/>rigkeiten bei den Exporten. Sie hatten ein ganzes Elaborat zusammen<lb break="no"/>gestellt und waren mit 2 Dutzend Vertretern fast erschienen. Ich<lb/>
sagte ihnen eine genaue Überprüfung aller ihrer Wünsche zu. Ins<lb break="no"/>besondere, soweit es sich nicht um steuerliche Fragen handelt, für<lb/>
die ich nicht zuständig bin, werde ich versuchen ihre berechtigten<lb/>
Wünsche auch im Gesundheitsministerium durchzusetzen. Die Fachver<lb break="no"/>bände machen sich scheinbar immer stärker in eigener Regie ihre Pro<lb break="no"/>bleme in Angriff zu nehmen. Dies war auch der Grund, weshalb mich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> bei einem Jour-fixe ersuchte, ich möchte immer die Handels<lb break="no"/>kammer mitnehmen. Dagegen ist an und für sich nichts einzuwenden.<lb/>
Trotzdem glaube ich, wird es tatsächlich notwendig sein, dass sich<lb/>
das Handelsministerium im Branchenreferat resp. Industriesektion<lb/>
in Verbindung mit den anderen Sektionen wesentlich mehr um die Einzel<lb break="no"/>probleme der Fachverbände kümmert. Ich werde zwar immer darauf drängen,<lb/>
dass die Handelskammer dabei ist, doch wird es sich nicht vermeiden<lb/>
<pb n="45-1366" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-11-22_1366.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>lassen, dass tatsächlich jetzt von seitens der Fachverbände eine<lb/>
immer stärkere Aktivität zu verzeichnen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte das Elaborat sofort entsprechend bear<lb break="no"/>beiten lassen, damit man Antwort geben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_09">Der Minister für Industrie und Entwicklung in Gambia wollte vom<lb/>
österreichischen Staat eine entsprechende Unterstützung für die Er<lb break="no"/>richtung von zwei kleinen 10 MW Elektrizitätswerken durch die<lb/>
Simmering-Graz-Pauker. Der Brennstoff wären Ölfruchtschalen. Das so<lb/>
arme Gambia ist ausserstande Öl als Grundlage für Elektrizitäts<lb break="no"/>erzeugung zu kaufen. Die Regierung erwartet, dass Österreich ihnen<lb/>
entsprechende Entwicklungshilfe gibt. Ich halte es tatsächlich für<lb/>
notwendig, dass man eine gewisse Unterstützung diesen ärmsten<lb/>
aller armen Staaten zukommen lässt. Der begleitende Generalkonsul<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__118757">Huber</rs> berichtete, dass man bei Simmering-Graz-Pauker bereit wäre,<lb/>
die entsprechenden Dampfkessel geheizt mit Schalen zu konstruieren<lb/>
und zu liefern, wenn sie einen Zuschuss für die Zins- und Kapital<lb break="no"/>kosten bekommen würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs>-Büro verständigen und für<lb/>
mich nächste Ministerratssitzung Information mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_11"><rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> verständigt mich, dass er 132.000 Tonnen Weizen nach Polen<lb/>
heuer liefern könnte. Der Preis ist 1.895 Schilling. Dazu müssten<lb/>
1.194 Schilling die Tonne Stützung kommen. Im Vorjahr konnten wir<lb/>
200.000 für einen Preis von 2.040 Schilling exportieren. Darin waren<lb/>
allerdings 60.000 Tonnen Qualitätsweizen enthalten. Der Klebergehalt<lb/>
war damals 26, heute ist er 15 bis 18. Der an und für sich schlechte<lb/>
Preis ist nach Meinung <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthners</rs> noch immer um 300 Schilling höher, als<lb/>
die EG erreicht. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat Angst, dass wenn ich bei der EFTA bin,<lb/>
dann niemand dieses Geschäft abschliessen könnte. Ich verweise<lb/>
darauf, dass mein Vertreter dies sofort akzeptieren wird, wenn Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ihm die notwendigen Ausfuhren zulässt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Was ist aus dem Geschäft geworden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_13">Die Präsentation des ersten in Österreich erzeugten Autos bei der Firma<lb/>
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Hintransport ins Parkhotel hat der Tieflader einen Unfall gehabt,<lb/>
das Auto ist verspätet angekommen. Die anwesenden Journalisten<lb/>
haben mir dann mitgeteilt, es sei überhaupt noch nicht kraftfahr<lb break="no"/>technisch zugelassen. Bei meiner Eröffnungsansprache habe ich daher<lb/>
nur auf die ungeheure unternehmerische Initiative der Firma Ledl,<lb/>
einem Kleinbetrieb, verwiesen. Natürlich wünschte ich ihnen alles<lb/>
Gute. <rs type="person" ref="#per__118758">Gunther Philipp</rs> hat dann die Taufrede gehalten. Wenn man<lb/>
glaubt, dass dieses Ereignis uninteressant ist, dann irrt man.<lb/>
Das Fernsehen war anwesend, der Rundfunk hat übernommen, die Zeitun<lb break="no"/>gen sind vertreten gewesen. Wenn es um Gags, Sensationen, negative<lb/>
Informationen geht, da sind die Massenmedien immer anwesend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_14">Die Parteienverhandlungen im Parlament verliefen, wie ich sie<lb/>
erwartet habe. In der Fraktionsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schon<lb/>
darauf verwiesen, er möchte am liebsten die 2 Briefe, die <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> ihm<lb/>
geschrieben hat wegen Rentengarantie und wegen Verstaatlichung zur<lb/>
Debatte stellen. Dann meinte er, könne man noch über Energie spre<lb break="no"/>chen. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er neuerdings, dass bezüglich<lb/>
der Verlustabdeckung aus dem Kernkraftwerk Tullnerfeld wir nicht<lb/>
initiativ sein sollten. Er meinte neuerdings, dass ich hier zu<lb/>
weit <choice><choice><sic>vorprelle</sic><corr>vorpresche?</corr></choice></choice>. Ich erklärte ihm ebenfalls neuerdings, dass ich<lb/>
nicht die Absicht habe <choice><choice><sic>vorzuprellen</sic><corr>vorzupreschen?</corr></choice></choice>, wohl aber die Pflicht ihn da<lb break="no"/>rauf hinzuweisen, welche Folgen für die Verbundgesellschaft und<lb/>
für die KELAG eine Nichtlösung bringen wird. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> äusserte<lb/>
sich eigentlich in der Sitzung wenig, doch hat er mir nachher mitge<lb break="no"/>teilt, dass <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> auch bei ihm vorgesprochen hat. Er meint,<lb/>
bis ins nächste Jahr könne man die ganze Sache auf alle Fälle ziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_15">Bei der offiziellen Parteiengesprächseröffnung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> daher<lb/>
nur zuerst den Brief über die Rentengarantie erwähnt und meinte,<lb/>
da sei eigentlich gesetzlich alles geregelt. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> meinte, es sollte<lb/>
sich hier bei diesem Schreiben um nichts anderes handeln, als um<lb/>
eine Pensionsgarantie, damit die älteren Leute sich keine Sorge ma<lb break="no"/>chen, also eine Art politische Garantie der Parteien. Bei dem ÖIAG-<lb/>
Brief handelt es sich um gar nichts anderes, als dass die ÖVP bereit<lb/>
ist, die Sanierung mitzumachen. Die zwei Fragen seien also beant<lb break="no"/>wortet und er gäbe jetzt das Wort wieder an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zurück. Momen<lb break="no"/>tan schien es als wie nach 5 Minuten oder 10 Minuten die Sitzung sei<lb/>
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eben nur um eine gewöhnliche politische Garantie, die ja letzten<lb/>
Endes <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> mit <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs> ja auch schon besprochen hat. <rs type="person" ref="#per__98091">Withalm</rs> hat<lb/>
dann aber erklärt, der Finanzminister hätte von Staatszuschüssen<lb/>
in der Zukunft, die nicht mehr gewährleistet sind, gesprochen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass auch Zurückhaltung geübt werden muss. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> er<lb break="no"/>klärte sofort, dass es sich hier nur um neue sozialpolitische Mass<lb break="no"/>nahmen handeln kann und nicht um die Sicherung der Pensionen. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
meinte, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hätte zur <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-Erklärung ebenfalls etwas gesagt<lb/>
und dann begann eine lange und breite Diskussion wegen der Sozial<lb break="no"/>versicherung, wer im Wahlkampf Plakate verwendet hat, die Unruhe<lb/>
gestiftet haben, wer in Wirklichkeit mehr für die Rentner und Pen<lb break="no"/>sionisten getan hat usw. <rs type="person" ref="#per__97641">Kohlmaier</rs> verwies darauf, dass die Sicherheit<lb/>
um die Renten derzeit überhaupt nur möglich ist, weil Überbrückungs<lb break="no"/>massnahmen wie z.B. Übertragung von der Reserve der PV-Ang. zu den<lb/>
Arbeitern durch Herabsetzung der Familienlastenleistung, Gesunden<lb break="no"/>untersuchungen usw., wodurch die Pensionsversicherungen der Arbeiter-<lb/>
Löcher gestopft werden. Zum zweiten Punkt ÖIAG entspannte sich dann<lb/>
auch eine längere Debatte, wobei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann feststellte, es<lb/>
würde keine Steuermittel für die ÖIAG gegeben, sondern es würden<lb/>
höchstens die vom Bund eingehobenen Steuern, die eingeflossen sind,<lb/>
in Form von Zinsenzuschüssen<add>[an die?]</add> sogenannte Verstaatlichte als auch<lb/>
an die Privaten gegeben werden. Auch bezüglich ERP wird die Verstaat<lb break="no"/>lichte eine grössere Unterstützung bekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wiederholte, dass<lb/>
er bereit ist, den Vorsitz der VÖEST im Aufsichtsrat einem ÖVP-Mann<lb/>
zu geben, der aber nicht direkt oder indirekt von der VÖEST ab<lb break="no"/>hängig sein darf resp. dort Kunde sein darf. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte dann,<lb/>
auch über die Energie sollte man sprechen. Die Länderkompetenz in<lb/>
dieser Frage sei aber das Entscheidende. Er plädiere, dass z.B. die<lb/>
Bauordnung koordiniert wird, doch müsste dies auf Artikel 15a Bundes<lb break="no"/>verfassung stattfinden. Nur wenn dies nicht möglich sei, könnte er sich<lb/>
vorstellen, dass man auch wegen der Kompetenztatbestände ein Gespräch<lb/>
führen kann. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> erwiderte, dass 18 Punkte der ÖVP zum Sparen im<lb/>
Nationalrat liegen und daher in Angriff genommen werden sollten,<lb/>
wobei er auf die grossen Anstrengungen von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> und der ÖVP verwies.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht meinen Standpunkt dazulegen. Ich verwies auf Verhand<lb break="no"/>lungen, die bereits mit den Ländern bezüglich Artikel 15a und Wärmeiso<lb break="no"/>lierung usw. seit Monaten durchgeführt werden. Bezüglich des Parlaments<lb/>
und deren Tätigkeit bemerkte ich, dass es notwendig wäre, dass die ÖVP<lb/>
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bin ich aber ganz schön eingefahren. Der Bundesparteiobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> sagte, davon wisse er nichts, und <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> selbst erklärte, es<lb/>
waren oder wurden bereits die Ausschussmitglieder nominiert.<lb/>
Ich hatte also eine falsche Information und war natürlich in dem<lb/>
Fall der Blamierte. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> selbst hat mich dann herausgerissen,<lb/>
indem er meinte, es sind zwar die Mitglieder von der ÖVP schon<lb/>
nominiert, der Vorsitzende des Unterausschusses, <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs>, aber<lb/>
hat bis jetzt noch keinen Unterausschuss einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: In Hinkunft bitte alle Tatbestände schrift<lb break="no"/>lich festlegen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-22_17">Die weitere Diskussion war dann insoferne zeitmässig zumindestens ge<lb break="no"/>rettet, als <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> über die zukünftigen Regierungsvorhaben den Bundes<lb break="no"/>kanzler fragt. Dieser erwähnte das Konsumentenschutzgesetz und ging<lb/>
sofort auf die beschäftigungspolitische Situation über. Eumig,<lb/>
Vöslauer und andere Privatbetriebe sind jetzt in Schwierigkeiten.<lb/>
Die Regierung bemüht sich aber zusätzlich Arbeitsplätze zu schaffen,<lb/>
siehe Philips, 1.000 Beschäftigte für die Videorekorderproduktion,<lb/>
Steyr-Daimler-Puch, Mercedes, BMW, ein ganz neues Werk, 183.000<lb/>
Lehrlinge untergebracht, worauf <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> dann sofort erwiderte,<lb/>
dass die Handelskammer hier die entsprechenden Voraussetzungen geschaf<lb break="no"/>fen hat, dann aber gleich wieder schwieg. Insgesamt also 350.000<lb/>
Beschäftigte in dieser Regierung mehr. Was den Abgang der Industrie<lb break="no"/>beschäftigten betrifft, so darf man nicht die Anzahl als Grundlage<lb/>
nehmen, sondern dass der output der Industrie ständig steigt. Die<lb/>
Diskussion erstreckte sich dann bereits auf 1 1/2 Stunden und ich<lb/>
musste zum Flughafen. Wie sie dann ausgegangen ist, weiss ich dann<lb/>
nicht mehr.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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