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            <title type="main">Mittwoch, der  8. November 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_01">Mittwoch, 8.11. – Samstag 11.11.1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_02">Der Staatsbesuch in Rumänien wickelte sich genau nach Protokoll<lb/>
ab. Dabei konnte ich wieder einmal mehr feststellen, wie komisch<lb/>
und wie eigentlich unpräzise ein Protokoll ist. Nach aussenhin<lb/>
funktioniert alles reibungslos und scheinbar auch vollkommen der<lb/>
Sitte entsprechend. Innen, wenn man aber die Probleme genauer kennt,<lb/>
kann man sich nur wundern, dass es überhaupt so funktioniert.<lb/>
Schon bei der Ankunft am Flughafen wurde die Bevölkerung zu<add>[einem]</add> spontanen<lb/>
Empfang abkommandiert. Die militärische Parade verlief wie zur<lb/>
Zeit Gloria Preussen. Die teils in Tracht ausgerückten Rumänien<lb/>
waren dann fast bis zur Residenz, im Stadtgebiet dann wirklich<lb/>
sehr dicht, scheinbar ausschliesslich glücklich, den hohen Gast<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__118307">Ceausescu</rs> begrüssen zu dürfen. Ein Bild des Bundespräsidenten<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__118307">Ceaucescu</rs> gross gemalt am Flughafen, Sprüche über die grosse<lb/>
Freundschaft, ich weiss nicht was sonst noch alles.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_03">Was mich verwundert hat, waren die vielen offiziellen Gespräche,<lb/>
die bei diesem Staatsbesuch vorgesehen waren und dann auch tat<lb break="no"/>sächlich abgewickelt wurden. Beim ersten offiziellen am selben<lb/>
Nachmittag wurde von <rs type="person" ref="#per__118307">Ceaucescu</rs> vorgeschlagen, <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> sollte<lb/>
beginnen und zwar über die bilateralen Probleme. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
selbst erwähnte in diesem Fall nur 3 Kooperationen, nämlich Steyr-<lb/>
Daimler-Puch, VOEST und auch <rs type="person" ref="#per__115662">Kohmeier</rs><add>[?]</add> und die weitere Zusammenar<lb break="no"/>beit auf dem Tourismus-, Wissenschafts- und Energiesektor. <rs type="person" ref="#per__118307">Ceaucescu</rs><lb/>
ging darauf im Einzelnen aber gar nicht ein, sondern meinte, darüber<lb/>
sollten die Minister sprechen und er und <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> würden sich<lb/>
jetzt zu den internationalen Fragen zurückziehen. Er stand auf und<lb/>
ging mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> weg. Die Delegation wusste nicht, wie sie<lb/>
eigentlich jetzt fortsetzen sollte. Min.Präs. <rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> hat dann den Vi<lb break="no"/>zeministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__118310">Burtica</rs>, <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> und einige andere rumänische Herren<lb/>
mitgenommen und mich, <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und unseren Handelsdelegierten <rs type="person" ref="#per__139677">Orisich</rs><lb/>
ersucht, wir sollten jetzt über die bilateralen wirtschaftlichen<lb/>
Fragen verhandeln. Er selbst hat noch eingeleitet und ist dann auch<lb/>
verschwunden. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> hat sich mit dem Aussenminister zurückgezogen,<lb/>
wodurch die Begleitung vom Bundespräsidenten, Kabinettsdirektor usw.<lb/>
übrig geblieben ist, die sich in Vorzimmern herumgedrückt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_04"><rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> hat noch als Richtlinie gesagt, es müsste der Handel in<lb/>
3 Jahren auf 500 Mio Dollar ausgedeht werden, die Perspektive<lb/>
erwartet sogar 560 Mio Dollar. Dies entspräche einer Verdoppelung<lb/>
der jetzigen Aussenhandelsaktivitäten. Ich habe mich nie einer<lb/>
Illusion hingegeben, dass in allen Staatshandelsländern meistens<lb/>
immer solche Zahlen irgendwie konstruiert, dann verlautbart werden,<lb/>
die man niemals erreichen kann. Die einzige Möglichkeit bestünde in<lb/>
Rumänien darin, dass der Dollar weiter so fällt und dadurch auch<lb/>
500 Mio Dollar möglich sind zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_05">Vizeministerprüsident <rs type="person" ref="#per__118310">Burtica</rs>, der gleichzeitig Aussenhandelsminister<lb/>
ist, hat dann die Gespräche sofort auf den Donau-Schwarzmeer-Kanal<lb/>
gelenkt. Dieser wird 1982 fertig, weil alles in Rumänien dafür<lb/>
mobilisiert wird. Derzeit sind allerdings erst 12 km fertig und die<lb/>
Schleusen – 2 Stück sind notwendig – die 18 und 24 Meter je über<lb break="no"/>winden, in Bau. Die Rumänen erwarten, dass sich österreichische Fir<lb break="no"/>men daran beteiligen. Die Ausrüstungen für Hafeneinrichtungen und<lb/>
viele andere Möglichkeiten gäbe es. In Wirklichkeit kommt es aber<lb/>
den Rumänen nur darauf an, neuerdings einen grösseren Kredit zu<lb/>
bekommen. Die Aussprache am nächsten Tag fortgesetzt, wo wieder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> den Vorsitz führte, wurden sogar für dieses Projekt 2 Mia<lb/>
Dollar in Aussicht gestellt, dass die rumänische Seite einen frei<lb/>
verfügbaren Kredit möchte. 1 Mia Dollar erwarten sie sich aber auf<lb/>
alle Fälle. <rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> hat am nächsten Tag nämlich festgehalten, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> 1975, als er in Rumänien war und er 1977 in Wien, diesbe<lb break="no"/>zügliche Zusagen bekommen hat. Die rumänische Regierung erwartet<lb/>
einen Regierungskredit, wie sie auch für Entwicklungsländer gegeben<lb/>
werden. Rumänischer Seite erwartet man ein Konsortium, an dem sich<lb/>
Österreich beteiligt mit Deutschland und Luxemburg, z.B. welches<lb/>
entsprechende Kreditfazilitäten ausarbeitet. Wichtig sei ein mässiger<lb/>
Zinssatz und nach wie vor die Rückzahlung durch Dienstleistungen.<lb/>
In Konstanza, welches dann ebenfalls eine Freihandelszone bekommen<lb/>
wird so wie jetzt Sulina, könnten dann die österreichischen Firmen<lb/>
Piers errichten, Industrieanlagen bauen und mit diesen Leistungen<lb/>
würden dann die Kredite zurückgezahlt werden können. Ich habe weder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118308">Manescu</rs> noch <rs type="person" ref="#per__118310">Burtica</rs>, geschweige denn <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> im Unklaren gelassen, dass<lb/>
es in Österreich nicht möglich ist, einen solchen Kredit aufzutreiben,<lb/>
auch nicht in Form einer Beteiligung an einem internationalen Kon<lb break="no"/>sortium, wo nicht die Rückzahlungsmodalitäten anders konstruiert<lb/>
sind. Zum Glück hatte ich durch reinen Zufall vor meiner Abreise<lb/>
<pb n="45-1300" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-11-08_1978-11-11_1300.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erfahren, dass die Creditanstalt sich an einem 300 Mio Dollar-<lb/>
Kredit der Londoner Bank Barclays beteiligt hat. Dort wurde,<lb/>
weil ich mich eingehenst informierte, der Jahr-Zinssatz mit 5/8<lb/>
für die ersten 4 Jahre und 3/4 für die nächsten 3 Jahre über Libor,<lb/>
d.h. London Interbankrate festgelegt. Ich konnte daher bei der lang<lb break="no"/>wierigen Aussprache durch sehr eingehende Erörterung der inter<lb break="no"/>nationalen Kreditmöglichkeiten doch wenigstens ein wenig den Fach<lb break="no"/>mann vortäuschen, der sich doch auch für die rumänischen Fragen und<lb/>
Wünsche sehr interessiert hat. Bei einer dritten Aussprache wurde dann<lb/>
auch noch der Präsident der Aussenhandelsbank <rs type="person" ref="#per__118313">Woloschenuk</rs> zugezogen,<lb/>
das Pendant zum Kontrollbank-Direktor <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs>. Die rumänische Seite<lb/>
erwartet nach wie vor eine Delegation, die nach Bukarest kommen müsste,<lb/>
um dort die Einzelheiten der Zusagen des Bundeskanzlers und auch des<lb/>
Finanzministers, welcher vor etlichen Monaten in Bukarest war, im<lb/>
Konkreten zu besprechen. Bei der Rückkunft in Wien habe ich sofort<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> am Flughafen auf diese Wünsche aufmerksam gemacht. Er hat<lb/>
nicht einmal mit dem Ohrwaschl gewackelt, würden wir sagen. Wie also<lb/>
diese lockere Art der Scheinbarzusagen von österreichischen Stellen<lb/>
dann konkretisiert, nicht weitergehend, hier wirklich in Zukunft ge<lb break="no"/>löst werden kann, erscheint mir jetzt als ein Rätsel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> soll einen Bericht abfassen und vor allem<lb/>
einen Brief an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> entwerfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_07">Mit Vizeminister <rs type="person" ref="#per__118310">Burtica</rs> besprach ich dann im einzelnen die Koopera<lb break="no"/>tionswünsche. Das älteste Projekt ist die Gemischte Gesellschaft<lb/>
von Kohmeier. Dort haben aber die Rumänen scheinbar noch prinzi<lb break="no"/>pielle Einwände. Unter anderm wurde sowohl von <rs type="person" ref="#per__118310">Burtica</rs> als auch<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> immer wieder gesagt, dass der Grundsatzvertrag vom Juli<lb/>
1975 zwar gilt, aber doch noch eine Vertrauensbasis gefunden werden<lb/>
muss. Finanzielle Schwierigkeiten werden bei Kohmeier erwartet. Die<lb/>
Technik sei in Ordnung, die Kapitaleinlage verzögert sich aber.<lb/>
Wichtigstes Problem sei, dass der Vertrieb im Ausland für die 35% der<lb/>
Exporte, die diese Gesellschaft durchführen soll und muss, unbedingt<lb/>
eingehalten wird. Dafür bräuchten sie noch entsprechende Garantien.<lb/>
Die Effizienz der Gesellschaft wird also nicht als sehr hoch enge<lb break="no"/>rechnet. Am nächsten Tag resp. vor der Abfahrt wurde dann noch<lb/>
einmal von <rs type="person" ref="#per__118310">Burtică</rs> und <rs type="person" ref="#per__118213">Avram</rs> mir mitgeteilt, am zweckmässigsten wäre<lb/>
es, von der Firma Kohmeier würde jemand so schnell als möglich<lb/>
nach Bukarest kommen, um doch noch einen Versuch zur Finalisierung<lb/>
<pb n="45-1301" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-11-08_1978-11-11_1301.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zu unternehmen. <rs type="person" ref="#per__115662">Kohmeier</rs> selbst war ja über diese Entwicklung<lb/>
so empört, dass er im Kurier an denselben Tag, an dem wir nach<lb/>
Rumänien reisten, verlautbaren liess, er wird jetzt die rumä<lb break="no"/>nische Seite klagen, weil er durch den langwierigen Verzug dieser<lb/>
Gemischten Gesellschaft 60 Mio Schilling bereits investiert hat und<lb/>
als verloren betrachten muss. Zum Glück hatten die Rumänen diesen<lb/>
Artikel noch nicht gelesen, sonst hätten sie mir erklärt, jedwede<lb/>
Verhandlungen sind ja fast sinnlos, wenn <rs type="person" ref="#per__115662">Kohmeier</rs> nur auf dem Klage<lb break="no"/>weg sein Recht suchen will. Meiner Meinung ist dies vollkommen hoff<lb break="no"/>nungslos, dafür auch nur 1 Groschen zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_08">Zur Kooperation mit VOEST Alpine über Streckenvortriebsmaschinen<lb/>
meinten sie, es sei jetzt eine Delegation hier und die Verhandlungen<lb/>
würden so geführt, dass man in Kürze mit einem Abschluss rechnen<lb/>
könnte. Das Volumen wären 400 Mio Schilling. Für die dritte<lb/>
Kooperation von Steyr-Daimler-Puch, 600 Motoren, 320 PS Lieferung<lb/>
nach Rumänien und dafür 100%ige Kompensation durch Fahrerhäuser<lb/>
oder Teile davon, glaubte man, dass hier unmittelbar unterschrieben<lb/>
werden kann. Ein Grundsatzvertrag zwischen Steyr-Daimler-Puch und<lb/>
der Lastkraftwagenfabrik in Brasov war bereits vor Monaten abge<lb break="no"/>schlossen. Jetzt sollte der zweite Vertrag die Umfang- und Liefer<lb break="no"/>möglichkeiten fixieren. Zu unserer grössten Verwunderung ist dies dann<lb/>
aber auch nicht geglückt. Die Steyr-Daimler-Puch-Delegation unter Füh<lb break="no"/>rung des Vorstandsdirektors <rs type="person" ref="#per__118324">Pulz</rs> war auf Grund eines Telegrammes,<lb/>
wonach die Unterzeichnung nur mehr von den vereinbarten Vertrags<lb break="no"/>text angekündigt wurde, nach Bukarest gekommen. Sie waren sehr er<lb break="no"/>staunt, als sie dann eine ganze Reihe von Abänderungswünschen hören<lb/>
mussten. Unter anderem sollten Sicherheitsvereinbarungen über 50 Mio<lb/>
Schilling reduziert werden. Gleichzeitig wollte man die Wechselfazili<lb break="no"/>tät und Pönale beim Verzug von Lieferungen sollten reduziert werden,<lb/>
Zahlungskonditionen verschlechtert. Aber was das wichtigste war,<lb/>
man wollte unbedingt noch eine Überkompensation womöglich. Es<lb/>
wären also nicht nur die 600 Motoren mit Führerhäusern zu kompensieren<lb/>
gewesen, sondern womöglich noch andere Produkte abzunehmen. Die Ge<lb break="no"/>währleistung der Ausgleichswarenströme war also nicht gegeben. Da<lb/>
die Steyr-Daimler-Puch-Gesellschaft ihre Motorenproduktion ausge<lb break="no"/>dehnt hat, legt sie grössten Wert darauf, dass Motoren aus Österreich<lb/>
nach Rumänien exportiert werden können. Die neue Idee war dann aber von<lb/>
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und sie würden dann dafür entsprechende Lizenzgebühren zahlen.<lb/>
An einer solchen Vorgangsweise ist niemand interessiert. Ich war<lb/>
bass erstaunt, jetzt zu erleben, wie die Rumänen bis zu <rs type="person" ref="#per__118307">Ceaucescu</rs><lb/>
hinauf ununterbrochen versuchten, die Delegation der Steyr-Werke,<lb/>
mich persönlich, den Bundespräsidenten, alle dort zu beeinflussen,<lb/>
man sollte doch auf ihre Wünsche eingehen. Da die Steyr-Werke dies<lb/>
ganz entschieden ablehnten und ich deren Meinung auch vertrat, hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118307">Ceaucescu</rs> dann im letzten Moment, bevor er feierlichst mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschlä<lb break="no"/>ger</rs> das Protokoll, besser gesagt das Communiqué unterfertigte, noch<lb/>
einmal mit mir gesprochen. Dort verlangte er, wenn schon die Steyr-<lb/>
Werke für die weiteren Motorlieferungen nicht die Lizenz geben wollen,<lb/>
dann sollte man halt versuchen eine gemeinsame Fertigung dieser<lb/>
Motoren in Österreich und Rumänien aufzubauen. Die Steyr-Werke<lb/>
konnten nur ein Protokoll neuerdings unterschreiben, wo über die<lb/>
weiteren Verhandlungen entsprechende Richtlinien festgelegt werden.<lb/>
Ich glaube, dass es möglich sein wird, den ersten Vertrag, 600 Motoren<lb/>
gegen Führerhäuser, unter Dach und Fach zu bringen. Eine weitere reine<lb/>
Lieferung von Motoren bis zu 3.000 Stück, hat <rs type="person" ref="#per__118307">Ceaucescu</rs> gesagt,<lb/>
brauchen sie selbst und dann könnte man noch Lastkraftwagen in Dritt<lb break="no"/>ländern gemeinsam verkaufen, wird ungeheuer schwierig zu verhandeln<lb/>
sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_10">Das einzig konkrete Geschäft war die Lieferung einer horizontalen<lb/>
Langschmiedemaschine von<add>[der]</add> GFM-Gesellschaft für Fertigungstechnik<lb/>
und Maschinenbau in Steyr. Dort wollten die Rumänen ebenfalls eine<lb/>
Kooperation. Die Firma, insbesondere der Besitzer <rs type="person" ref="#per__119181">Kralowetz</rs> lehnt<lb/>
aber zurecht jedwede Kooperation, know how Lizenzvergabe usw. ab. Er<lb/>
hat diesen Wunsch weder den Russen, ich selbst war mit <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs><lb/>
damals sogar auf dessen Wunsch das Werk besichtigen, noch den Chinesen<lb/>
oder westlichen Staaten, ein solches Angebot gemacht resp. von diesen<lb/>
solche Wünsche akzeptiert. <rs type="person" ref="#per__119181">Kralowetz</rs> steht zu recht auf dem Standpunkt,<lb/>
er kann ohne weiteres die Maschinen verkaufen, wenn die ausländischen<lb/>
Staaten, soweit sie sich nicht an Patente halten, und dies ist imner,<lb/>
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sollten sie sie nachbauen, kaum in dieser Qualität. Bis dahin hat er<lb/>
bereits einen neueren besseren Typ entwickelt und hat daher keine<lb/>
Sorge, seine Maschinen nicht weiterverkaufen zu können. Dieses einzige<lb/>
Geschäft wurde mit 90 Mio Schilling rund effektuiert. Die Jour<lb break="no"/>nalisten, FS, Rundfunk usw. wollten natürlich von mir immer wieder<lb/>
Zwischenberichte<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-08_11">Band nicht mehr verständlich<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
               <persName><surname>Patolitschew</surname><forename>Nikolaj S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Avram, Io(a)n</persName>
               <persName><surname>Avram</surname><forename>Io(a)n</forename></persName>
               <occupation>rum. Maschinenbauminister</occupation>
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               <persName type="label">Wiesinger, Anna</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Anna</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
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               <persName type="label">Kralowetz, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kralowetz</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>GFM-Gesellschaft Steyr</occupation>
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               <persName type="label">Haschek, Helmut Hans</persName>
               <persName><surname>Haschek</surname><forename>Helmut Hans</forename></persName>
               <occupation>GD Kontrollbank</occupation>
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               <persName type="label">Ceausescu, Nicolae</persName>
               <persName><surname>Ceausescu</surname><forename>Nicolae</forename></persName>
               <occupation>Staatpräs. Rumänien</occupation>
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               <persName type="label">Kohmeier, A</persName>
               <persName><surname>Kohmeier</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>IV; evtl. Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Woloschenuk, A</persName>
               <persName><surname>Woloschenuk</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Präs. Außenhandelsbank Rumänien; evtl. Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Malzacher, Hans Michael</persName>
               <persName><surname>Malzacher</surname><forename>Hans Michael</forename></persName>
               <occupation>GD Steyr-Daimler-Puch</occupation>
               </person>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Burtica, Cornel</persName>
               <persName><surname>Burtica</surname><forename>Cornel</forename></persName>
               <occupation>rumänischer Vizeminpräs. und Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Pulz, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Pulz</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>Vorstandsdirektor Steyr-Daimler-Puch</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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