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            <title type="main">Montag, der  6. November 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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der Verleihung des Staatswappens für den Gebäudeverwalter <rs type="person" ref="#per__117633">Hrabak</rs><lb/>
zur Sprache. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> will ihn scheinbar doch machen, möchte aber,<lb/>
dass ich unbedingt dies beantrage. Ich erkläre, dies sollen meine<lb/>
Beamten entscheiden.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schriftlichen Vorschlag erstellen lassen.<lb/>
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Ablauf der Periode Feber 1979 neu zu bestellen sein. Die Handels<lb break="no"/>kammer hat bis jetzt immer dazu Stellung nehmen können. Jetzt<lb/>
wird die Liste angeblich in unserem Büro zurückgehalten.<lb/>
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Prof. <rs type="person" ref="#per__117925">Winkler</rs> organisiert, wird jetzt nach Österreich kommen,<lb/>
ob ich diese empfange. Er selbst wird eine Aussprache haben.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> durch Prokuristen ersetzt werden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> fürchtete,<lb/>
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Tod <rs type="person" ref="#per__112014">Erbachers</rs> wir eine wesentlich andere Personalpolitik machen<lb/>
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diese Abteilung bekommen dürfe, da es sich auch um ihre Auf<lb break="no"/>sichtsbehörden-Abteilung handelt. Ich verweise auf die Kom<lb break="no"/>mission und deren Vorschlag, den ich bis jetzt immer akzeptiert<lb/>
habe. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verlangt von mir auch bereits jetzt eine Entschei<lb break="no"/>dung, dass die Hauptwahlkomissionsvorsitzenden nur auf Vorschlag<lb/>
der Handelskammer von mir bestellt werden dürften. Im Gesetz ist<lb/>
hier keine eindeutige Regelung. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> verlangt nun für<lb/>
die Wiener Handelskammer Gemeindebedienstete. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verweist<lb/>
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vorgeschlagen wurde und dies auch für die Länderkammer gelten<lb/>
müsste. Mein Hinweis, dass <rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs> und <rs type="person" ref="#per__116987">Markowitsch</rs>, vor allem aber<lb/>
der erstere ebenfalls Gemeindebedienstete waren und als solche<lb/>
bestellt wurden, lässt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nicht gelten. Ich informiere nach<lb/>
dieser eindeutigen Forderung der Handelskammer Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>.<lb/>
Dieser wird mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> Gespräche aufnehmen, um eine einvernehmliche<lb/>
Lösung zu erzielen.<lb/>
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aufgehoben werden sollte. Ich versichere ihm, dass dies der<lb/>
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Verlangen nachzukommen. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> selbst ist ausgesprochen gegen eine<lb/>
Aufhebung, nicht zuletzt deshalb, um sich seine Kompetenzen und<lb/>
Beschäftigungen zu sichern, wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> treffend bemerkt. Durch<lb/>
den Stützungsabbau für Milch und Getreide sollten nach Vorschlag<lb/>
der Handelskammer die Endverbraucherpreisstufen freigegeben werden,<lb/>
wenn dies nicht möglich ist, müsste die perzentuelle Spanne erhöht<lb/>
werden. In den Niederlanden ist man sogar jetzt so weit, eine<lb/>
Mindestpreisregelung für Milch, Brot und Zucker durchzuführen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird dieses Problem an Ort und Stelle studieren lassen.<lb/>
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Niederlande zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_15">Die Handelskammer hat beim Innenministerium eingereicht, dass<lb/>
die Generaldirektoren der Aussenhandelsstellen in der DDR und<lb/>
andere wichtige Behördenvertreter ein Sichtvermerkvisum bekommen,<lb/>
wo sie öfters nach Österreich kommen können. Nach Schätzung<lb/>
der Handelskammer sind davon 100 Personen betroffen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ersucht<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_17">Die Handelskammer hat mit NR-Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__116706">Ettmayer</rs> über dessen<lb/>
Attacke der Regierung wegen Rhodesien-Exporten gesprochen. <rs type="person" ref="#per__116706">Ett<lb break="no"/>mayer</rs> wird hier keine Erklärungen mehr abgeben. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte, dass<lb/>
ich daher den Entwurf, wonach auch Drittlandgeschäfte mit Rhodesien<lb/>
durch österreichische Firmen verboten werden, zurückziehe. Ich ver<lb break="no"/>lange von der Handelskammer zu unserem Verordnungsentwurf eine<lb/>
schriftliche Stellungnahme. Die Handelskammer soll bemerken, dass<lb/>
wir doch auf unqualifizierte Äusserungen der ÖVP-Mandatare ent<lb break="no"/>sprechend reagieren. Im Jour fixe wird natürlich ständig und haupt<lb break="no"/>sächlich über das Problem, was geschieht jetzt mit Zwentendorf<lb/>
gesprochen. Dieses Ergebnis hat auf der anderen Seite scheinbar niemand<lb/>
erwartet. Die Handelskammer möchte jetzt ein wenig abwarten, bis<lb/>
sich die Gemüter beruhigt haben und dann neue Überlegungen anstellen.<lb/>
In Wirklichkeit habe ich das Gefühl, dass sie selbst in so eminent<lb/>
wichtigen Fragen gar keine Verhandlungsmöglichkeit mehr hatten.<lb/>
Die Politik wird jetzt bis ins letzte Detail auch in Wirtschaftsfragen<lb/>
von der Kärntner Strasse – sprich Büro der ÖVP gemacht. Es war in meinen<lb/>
Augen kein Zufall, dass <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>, als er die tüchtigen Männer der ÖVP<lb/>
aufgezählt hat, keinen wirklichen Exponenten des Wirtschaftsbundes<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_18">Beim Journalistenfrühstück berichtet <rs type="person" ref="#per__114579">Ladstätter</rs> über die Warenkenn<lb break="no"/>zeichnungsverordnung, auch der Vertreter von Oberösterreich ist an<lb break="no"/>wesend. Die Länder haben nämlich gefragt, wie sie eigentlich diese<lb/>
Vorschläge resp. Verordnung durchführen sollten. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs><lb/>
berichtet über die Strumpfhosenmindestpreisverordnung. Niemand inter<lb break="no"/>essiert diese beiden Probleme, kein Mensch fragt. Die Diskussion<lb/>
wird dann erst angeregt auf Anfragen der Journalisten und FS-Leute<lb/>
wegen der Nichtinbetriebnahme von Zwentendorf. Meine Haltung ist<lb/>
eindeutig, so wie ich dies auch am Vorabend beim Innenminister als<lb/>
einziger, der sich dort zu einer Diskussion resp. Information<lb/>
dem Rundfunk gestellt hat, schon erklärte. Die Volksabstimmung<lb/>
läuft scheinbar auf negativ und damit ist Zwentendorf nicht in<lb/>
Betrieb zu nehmen. Was jetzt weiter geschehen muss und wird, hat<lb/>
die Gesellschaft vorzuschlagen. Eine Strompreiserhöhung kann es<lb/>
nicht geben, denn mit der Elektrizitätswirtschaft besteht ein Still<lb break="no"/>halteübereinkommen bis Ende 1979. Dies selbe Problem wird von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> am Abend im Parteivorstand ebenfalls angeschnitten. Er<lb/>
steht auf dem Standpunkt, dass wir unbedingt ein Gesetz jetzt im<lb/>
Parlament beschliessen müssen, das dem Abstimmungsergebnis Rechnung<lb/>
trägt. Wenn es nämlich zu keiner Gesetzesregelung kommt, würde<lb/>
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von <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolters</rs> Ministerium dann den Verwaltungsgerichtshof anrufen,<lb/>
der gegebenenfalls vielleicht sogar gegen die Volksabstimmung<lb/>
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zu halten. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meint, man muss sehr genau den Gesetzes<lb break="no"/>text ausarbeiten, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat seinen Verfassungsdienst damit beauf<lb break="no"/>tragt, weil ansonsten wieder ein Verwaltungsgesetz entsteht. Dies<lb/>
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vorsichtig formulieren muss, damit eine finanzielle Verpflichtung<lb/>
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Gesellschaft, entsteht.<lb/>
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ich nicht teilnehmen kann, wird vorher nur an LAbg. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> und<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> Orden der Deutschen Handelskammer verliehen. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sowieso dort ist, verlasse ich unmittelbar nach der<lb/>
Ordensverleihung die Veranstaltung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_20">Im Wiener Vorstand und dann auch im Ausschuss berichtet <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> über<lb/>
die Situation Wiens nach der Volksabstimmungsniederlage. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
fürchtet, dass der Bundeskanzler tatsächlich zurücktreten wird.<lb/>
Er schlägt deshalb nur im Vorstand vor, gegebenenfalls <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
aufzufordern, unmittelbar Neuwahlen zu starten. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> fürchtet<lb/>
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bis zu seiner Pressekonferenz mit ihm geführt hat, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
nicht mehr bereit ist, nur eine Loyalitätserklärung zu akzeptieren<lb/>
und damit als Bundeskanzler weiter zu bleiben. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meinte, die<lb/>
Wahlen müssten auf alle Fälle von Oktober des nächsten Jahres<lb/>
vorverlegt werden, denn durch die Sommerunterbrechung Juli/August<lb/>
läuft der Organisationsapparat und der Wahlkampf im September für<lb/>
Oktober viel zu spät an. Im Vorstand ist mehr als die Hälfte der<lb/>
Diskussionsredner für die Vorverlegung der Wahl. Im Ausschuss dann<lb/>
gibt es fast gar keine Bedenken mehr, spätestens im April/Mai die<lb/>
Wahlen abzuhalten. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> kann sich also bei den Verhandlungen im<lb/>
Erweiterten Parteipräsidium auf die Meinung der Wiener Organisation<lb/>
stützen, einhellig ist man der Überzeugung, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> muss als Bundes<lb break="no"/>kanzler bleiben, dies verlangt allein schon die Parteidisziplin.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_21">Die Gespräche mit der ganzen nö. Landesregierung über Grenz<lb break="no"/>landförderung werden von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dahingehend kurz und bündig<lb/>
positiv erledigt, dass, wie <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> feststellt, 850 Mio S zu<lb break="no"/>sätzlich der nö. Wirtschaft in den nächsten 5 Jahren zufliessen.<lb/>
Darüber hinaus gibt es noch entsprechende Verwendungszusagen für<lb/>
all die Wünsche, die die Niederösterreicher vorgeschlagen haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> muss letzten Endes dann auch der Bundesregierung den Dank<lb/>
für diese Unterstützung in der Grenzlandförderung aussprechen.<lb/>
Vor der Sitzung habe ich <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> an unser Samstag-Gespräch erinnert,<lb/>
wo ich ihm andeutete, wir müssen, wenn es schief geht, über<lb/>
die finanziellen Auswirkungen der Nichtinbetriebnahme Zwentendorfs<lb/>
reden. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> hat Samstag gemeint, wir werden sowieso gewinnen und<lb/>
ist jetzt umso mehr erstaunt und weiss eigentlich auch noch nicht, wie<lb/>
es in den Landesgesellschaften weitergehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_22">Im Parteivorstand hat mich LH <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> aufmerksam gemacht, dass<lb/>
die Nichtinbetriebnahme Zwentendorfs für die Kelag eine ganz<lb/>
schwierige finanzielle Situation ergibt. Sie ist die einzige<lb/>
sozialistische Landesgesellschaft, die daran beteiligt ist und<lb/>
erwartet einen Verlust von 250 Mill. S, die sie kaum verkraften<lb/>
kann. Durch die Schweizer Kursaufwertung hat sie bereits ebenfalls<lb/>
250 Mill. S verloren, durch Rückzahlung der Anleihen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
selbst hat in seinem Referat dann angedeutet, dass man versuchen<lb/>
wird, für die Kelag eine Lösung zu finden. Er hat aber dezidiert<lb/>
erklärt, eine Preiserhöhung oder eine sonstige Unterstützung<lb/>
der Landesgesellschaften kommt nicht in Frage. Die Taktik von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__97346">Benyas</rs>, vielleicht von dem noch viel mehr, ist,<lb/>
die Gesellschaften haben zu spüren, dass die Volksabstimmung gegen<lb/>
Zwentendorf ausgefallen ist. Sie hätten sich innerhalb der ÖVP<lb/>
eben mehr exponieren müssen. Eine Strompreiserhöhung in der nächsten<lb/>
Zeit, er meint sogar bis über die Wahlen hinaus, komme nicht in<lb/>
Frage, wobei er insbesondere an mich appelliert. Vollkommen un<lb break="no"/>erklärlich ist ihm das Ergebnis in Braunau, wo eine überwältigende<lb/>
Mehrheit gegen Zwentendorf war, obwohl Ranshofen der stromabhängigste<lb/>
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erledigen, damit bis 15. Dezember die Entscheidung fällt, damit er<lb/>
noch im Gemeinderat die notwendigen Beschlüsse erreichen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte diesen Terminwunsch womöglich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_25">Die Vorstandssitzung begann mit einer 3/4-stündigen Verspätung,<lb/>
weil sich im Präsidium fast alle zu Wort gemeldet hatten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
berichtet über die Volksabstimmung und insbesondere, dass jetzt<lb/>
eben ein Gesetzesbeschluss notwendig ist, keine Strompreiserhö<lb break="no"/>hung erfolgt und dass die Wahlen ähnlich der Dreissigerjahre waren,<lb/>
die Jugendlichen sind damals auch den Nazis zugelaufen und der<lb/>
Wahlkampf wurde in derselben Methode und Taktik geführt. In der<lb/>
Informationskampagne seien Fehler geschehen und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hätte ins<lb break="no"/>besondere jetzt Blödheiten gemacht mit den Erklärungen, die<lb/>
Nichtinbetriebnahme Zwentendorfs sei keine Katastrophe. Vorher<lb/>
hatte mich <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> schon darauf aufmerksam gemacht, dass dies<lb/>
in der Öffentlichkeit bedeutet, wozu haben wir dann für Zwenten<lb break="no"/>dorf gekämpft. Ich werde mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ein ernstes Wort reden<lb/>
müssen. Politisch hat er wirklich sehr wenig Gefühl. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint dann, auch mit den Jugendlichen müsse man jetzt eine<lb/>
ernste Aussprache führen, weil man sich nicht die Partei zerstören<lb/>
lassen wird. Die Konsequenz einer solchen Aussprache wird aber<lb/>
wahrscheinlich die sein, dass man die Beziehungen zu den Jugendlichen<lb/>
stillegt. Er befürchtet und erwartet, dass ansonsten wieder<lb/>
in ein paar Wochen mit neueren und anderen Problemen die<lb/>
Organisation auf Kollisionskurs gehen wird. Gegen die einzelnen<lb/>
wird nicht disziplinär vorgegangen, aber der gute Name der<lb/>
Partei und der Gewerkschaft wurde von Organisationen missbraucht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> berichtet dann über die Präsidiumssitzung und den<lb/>
Auftrag, den sie von dort übernommen hat, dem Vorstand vorzu<lb break="no"/>schlagen. Da der Parteivorstand die Volksabstimmung einstimmig<lb/>
beschlossen hat, bleibt auch die Verantwortung beim Parteivor<lb break="no"/>stand und nicht, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> immer sagt, ausschliesslich bei ihm.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat das absolute uneingeschränkte Vertrauen des<lb/>
Präsidiums. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde deshalb auch ermächtigt, rasche Ent<lb break="no"/>scheidungen selbst treffen zu können. In der Diskussion kommt<lb/>
ebenfalls zum Ausdruck, dass alle Organisationen, d.h. die Länder,<lb/>
aber auch die soz. Gewerkschaft melden, um diesen Entschluss<lb/>
des erweiterten Präsidiums neuerdings zu bestätigen. Nur der<lb/>
<pb n="45-1290" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-11-06_1290.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Vertreter der Jungen Generation, <rs type="person" ref="#per__114541">Konecny</rs>, oder der SJ, <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs>,<lb/>
melden sich überhaupt nicht. Die Abstimmung zwischendurch<lb/>
in der Parteivorstandssitzung über diesen Antrag des Erweiterten<lb/>
Präsidiums erfolgt einstimmig und stark akklamiert. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> wird<lb/>
beauftragt, dies den Reportern mitzuteilen. Die Diskussion geht<lb/>
dann weiter und <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> macht den Vorschlag, man sollte jetzt ein<lb/>
neues Energiekonzept mit den <choice><choice><sic>Antiatomkraftgegnern</sic><corr>Atomkraftgegnern</corr></choice></choice>, insbesondere<lb/>
Sozialisten gegen Zwentendorf erstellen, um deren intellektuelle<lb/>
Redlichkeit zu erproben. Ich verweise darauf, dass wir ein Energie-<lb/>
Arbeitsgruppe haben, die noch auf die Ökonomische Konferenz zurück<lb break="no"/>geht, wo wir ständig an den neuen Energieproblemen gearbeitet<lb/>
haben und dort einige mitarbeiteten, die dann oft in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit auch konträre Stellungnahmen abgegeben haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
in seinem Schlusswort hat insbesondere die Zusammenarbeit mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115683">Matzner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs>, <rs type="person" ref="#per__117943">Kreisky jun</rs>. und Genossen ganz entschieden abgelehnt.<lb/>
Er hätte sich bei der Programmerstellung der Partei mit <rs type="person" ref="#per__115683">Matzner</rs><lb/>
und sieben anderen stundenlang unterhalten, eine einvernehmliche<lb/>
einstimmige Lösung gefunden und dann hätten sich diese Leute in<lb/>
Gegenaktionen gegen die Partei ausgesprochen. Die Vorschläge, welche<lb/>
jetzt von diesen Leuten kommen, seien Träumereien wie Nullwachstum,<lb/>
billige neue Energieformen usw. Da <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> in seinem Diskussions<lb break="no"/>beitrag gemeint hat, man müsse Personen-orientiert und nicht sach<lb break="no"/>orientiert dieses Problem besprechen, hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann zum Schluss<lb/>
auch gemeint, <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> und <rs type="person" ref="#per__117943">Kreisky jun</rs>. und diese Leute sollte man<lb/>
als nicht existent betrachten. Mit den Organisationen muss man verhan<lb break="no"/>deln und es wird wahrscheinlich zur Stillegung der Beziehungen kommen,<lb/>
mit aber Einzelpersonen, die sich insbesondere durch Aktionen gegen<lb/>
die Partei ausgezeichnet haben, sollte man keinerlei Sachgespräche<lb/>
führen, sie aber keinesfalls zur Mitarbeit heranziehen. Die<lb/>
Taktik, zuerst mitzuarbeiten, dann sich nicht durchsetzen zu<lb/>
können in dem einen oder anderen Fall und dann gegen die Partei<lb/>
zu agieren, kann und muss auf das Entschiedenste abgelehnt werden<lb/>
und angeprangert werden. Im Parteiprogramm auf Seite 82, sagte<lb/>
er, steht eindeutig drinnen, dass wir zwar eine Willensbildung<lb/>
auf breitester Basis suchen, dass jeder seine Diskussion und<lb/>
Meinung beitragen kann, dass aber dann gefasste Beschlüsse auch einzu<lb break="no"/>halten sind, die einhellige Meinung und verhältnismässig kurze<lb/>
Debatte über die Unterstützung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> hat bei den Journalisten<lb/>
wahrscheinlich doch einige Überraschung ausgelöst, denn man hatte<lb/>
scheinbar angenommen, dass die SPÖ jetzt noch ein Führungsproblem auch<lb/>
bekommen wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst hat mit diesem Beschluss des Präsidiums<lb/>
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jetzt gestärkter denn je in entscheidenden Momenten rasche<lb/>
Entschlüsse, ohne Beschluss des Parteivorstandes, treffen zu<lb/>
können. Dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, so wie in der Vergangenheit, sowieso nur im<lb/>
Einvernehmen mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und wahrscheinlich dem einen oder anderen<lb/>
Präsidiumsmitglied tun wird, bin ich fest überzeugt. Entscheidend<lb/>
für mich war und ist nur, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt gegenüber dem erstarkenden<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> mit noch stärkerer Einheit und Möglichkeit der raschen<lb/>
Reaktion auch in der Öffentlichkeit auftreten muss. Dies ist ihm<lb/>
durch diese Beschlüsse eindeutig gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_26">Bei der Verleihung der goldenen Waage konnte ich darauf hinweisen,<lb/>
dass im Rahmen der Sozialpartnerschaft und der Verhandlungen im<lb/>
Konsumentenforum und in den Arbeitsausschüssen des Handelsministeriums<lb/>
die Handelsinteressen weitestgehend berücksichtigt werden. Natürlich<lb/>
musste ich zugeben, dass nur kleine Teilerfolge erzielt werden<lb/>
konnten, dass aber doch hier alle Interessensvertretungen dem dann<lb/>
zugestimmt haben. Im Parlament dokumentiere sich dies dadurch,<lb/>
dass wir im Handelsausschuss nur einstimmige Beschlüsse gefasst<lb/>
haben, mit einer einzigen Ausnahme, der Kernenergiefrage. Diese<lb/>
hätte eigentlich gar nicht in den Handelsausschuss hingehört und<lb/>
hat, was an und für sich sehr betrüblich ist, auch weil sie nicht<lb/>
einstimmig gefasst werden konnte, dann zu diesen Ergebnissen ge<lb break="no"/>führt. Der Redakteur des REGAL, <rs type="person" ref="#per__117982">Schuhmayer</rs>, der auch gleichzeitig<lb/>
der Herausgeber und ich glaube auch der Hauptschreiber seiner<lb/>
Artikel ist, hat mir herzlichst beim Hinausbegleiten dann ge<lb break="no"/>dankt, dass ich immer wieder sie viel Verständnis für ihn persönlich<lb/>
habe. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> behauptet, <rs type="person" ref="#per__117982">Schuhmayer</rs> ist mir wohlgewogen, was ich<lb/>
auch immer wieder bemerke. Dies ist deshalb so dringend notwendig,<lb/>
weil wir ansonsten von dieser sehr stark gelesenen Zeitung in<lb/>
Handelskreisen noch härtere Angriffe abzuwehren hätten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-11-06_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Vielleicht kann jemand mit <rs type="person" ref="#per__117982">Schuhmayer</rs><lb/>
mehr Kontakt halten.<lb/>
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               <persName><surname>Blau</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>Chefredakteur AZ, ÖGB-Bildungsreferent</occupation>
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               <persName type="label">Arthold, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Arthold</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>stv. GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Maurer, Andreas</persName>
               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Andreas</forename></persName>
               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
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               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Erbacher</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Winkler, Günther</persName>
               <persName><surname>Winkler</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>Prof. (Jurist), Taiwan-Experte</occupation>
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               <persName type="label">Cap, Josef</persName>
               <persName><surname>Cap</surname><forename>Josef</forename></persName>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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