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            <title type="main">Freitag, der 27. Oktober 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_01">Freitag, 27. Okt. 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_02">Bei der Überreichung des Dekretes für Führung des Staatswappens<lb/>
an die Fa. Gerngross hat Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> in seiner Ansprache<lb/>
erklärt, er wird alles unternehmen, um die Märkte in der Innen<lb break="no"/>stadt zu schützen resp. zu fördern. Er sprach sich ganz ent<lb break="no"/>schieden gegen die Übersiedlung von allen Verbrauchermärkten<lb/>
in die Umgebung der Stadt aus. Dies gilt auch für die auf<lb/>
Wiener Gebiet liegenden Märkte. Ich hatte aber das Gefühl, dass<lb/>
sich natürlich seine Hauptargumentation in dieser Frage gegen<lb/>
Niederösterreich richtet. Dort werden nämlich jetzt laufend<lb/>
die grossen Verbrauchermärkte auf die grüne Wiese gestellt.<lb/>
Die Autofahrer haben dadurch die Möglichkeit, in diesen Super<lb break="no"/>märkten Parkplätze zu finden und dort eben einzukaufen. Die<lb/>
Grossmärkte, z.B. der ganze Konzern auf der Mariahilfer Strasse hat da<lb break="no"/>gegen zu fast 80 % nur Fussgänger als Einkäufer, obwohl sie eine<lb/>
Parkgarage haben. Der Zentraldirektor und auch der Betriebsrats<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__114557">Kulf</rs> hatten ausdrücklich verlangt, dass ihre grossen<lb/>
Kaufhäuser – Gerngross, Herzmansky usw. – entsprechend unter<lb break="no"/>stützt werden. Gerngross hat aber, wie mir dann unter vier Augen der<lb/>
Zentraldirektor mitteilte, versagt, weil er in den letzten Jahren<lb/>
fast nichts oder zumindestens zu wenig investiert hat. Wo Gern<lb break="no"/>gross wie z.B. in Floridsdorf einen modernen Markt hinstellte,<lb/>
ist auch im Stadtgebiet ein entsprechender Umsatz festzustellen.<lb/>
Die Umsatzlage hat sich in den ersten Monaten sehr schlecht an<lb break="no"/>gelassen und auch jetzt ist das Umsatzziel nicht erreicht. Im<lb/>
heurigen Jahr wird deshalb real gesehen, ausser es kommt zu<lb/>
einem sehr guten Weihnachtsgeschäft – die vorjährigen Umsatz<lb break="no"/>ziffern nicht erreicht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_03">Der Sekretär der Privatangestelltengewerkschaft <rs type="person" ref="#per__116163">Freitag</rs> machte<lb/>
mich leider in Anwesenheit von Sekt.Obmann Handel der Bundes<lb break="no"/>handelskammer Präs. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> aufmerksam, dass die Fa. Brüder Henn,<lb/>
die um ein Staatswappen eingereicht haben, sich äusserst unsozial<lb/>
sich benehmen. Unter anderem haben sie eine Liste laufen lassen,<lb/>
wer für einen Betriebsrat ist. Als sich vor Jahren ein diesbezüg<lb break="no"/>licher Kollege meldete, wurde er schön langsam aus dem Betrieb<lb/>
hinausgeekelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte sieh Dir den Fall an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_05">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs>, Wiener Stadtwerke, und Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs>,<lb/>
Newag, auch ÖMV-Vertreter, kamen mit dem Austria-Ferngas-Ge<lb break="no"/>schäftsführern, um sich bei mir zu beschweren, dass auf<lb/>
Vorschlag des Handelsministeriums in dem Finanzministeriums<lb break="no"/>entwurf über die Garantie von Algerien-Gas auch die Transport-<lb/>
und Betriebsverträge aufgenommen wurden. Die Austria-Ferngas<lb/>
sieht sich ausserstande, jetzt oder zum Abschluss des Liefer<lb break="no"/>vertrages, wo die Garantie spielen sollte, dann bereits die<lb/>
Transport- und Betriebsverträge vorlegen zu können. Sie sehen<lb/>
also in dem Wunsch des Handelsministeriums, sprich Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, eine zusätzliche Auflage, die nicht erfüllt werden kann.<lb/>
Eine Aussprache, die ich dann mit <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> von den Wiener Stadt<lb break="no"/>werken hatte und die anschliessend auch durch eine Telefongespräch<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ergänzt wurde, hat mir bestätigt, dass <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> vorsichtshalber,<lb/>
um nicht, wie dies bei dem ersten Algerien-Vertrag der Fall war,<lb/>
wieder zu entsprechenden Verlusten kommt, eine solche Vertrags<lb break="no"/>vorlage auch der Transport- und Betriebsgesellschaft dringend<lb/>
braucht. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> verwies darauf, dass jetzt auch der Bund an der<lb/>
Austria-Ferngas beteiligt ist und daraus die Gefahr besteht, dass<lb/>
er wieder zu Leistungen herangezogen wird, wenn es zu einem<lb/>
schlechten Vertragsabschluss kommen würde. Das Argument <rs type="person" ref="#per__97865">Reisingers</rs>,<lb/>
dass er sowieso als Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der<lb/>
Gesellschaft tätig ist, lässt er deshalb nicht gelten, weil<lb/>
er im Aufsichtsrat nur ad personam tätig werden kann. Er möchte<lb/>
primär aber auf Grund des Energiegesetzes die entsprechenden<lb/>
Verträge zeitgerecht vorgelegt bekommen. In diesem Fall wird<lb/>
nicht er als Sektionschef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, sondern eben das Handelsministerium<lb/>
tätig. Da ich den Vorsprechenden empfohlen habe, über ihren<lb/>
Standpunkt allen Klubs die Mitteilung zu machen, fällt die<lb/>
Entscheidung, wie ich gleich einleitend bei unserer Besprechung<lb/>
feststellte, sowieso im Finanz- und Budgetausschuss im Parlament.<lb/>
Dort liegt derzeit der Gesetzentwurf und dort wird auch letzten<lb/>
Endes entschieden, ob man den Einwänden Rechnung trägt, liegt<lb/>
also gar nicht mehr in meiner Kompetenz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Halte Dich bitte auf dem Laufenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_07">Bei der Überreichung des Staatspreises Werbung konnte ich<lb/>
einmal mehr danken, dass sich immer mehr an diesem Wettbe<lb break="no"/>werb beteiligen. Diesmal wurden 33 Projekte eingereicht.<lb/>
Auch die ÖFVW ist mit einem Anerkennungspreis dabei gewesen.<lb/>
Mit der Zeit arten alle diese Auszeichnungsüberreichungen<lb/>
schon in eine Routinesitzung aus. Ich war daher sehr froh,<lb/>
dass ich diesmal von der Abteilung ein brauchbares Konzept<lb/>
zu einer Rede bekommen habe. Allein die Aufführung der Punkte,<lb/>
der sich die Antiwerbeleute bedienen, war für mich sehr wertvoll.<lb/>
Wenn also zeitgerecht die Aufforderung an die Abteilung erfolgt<lb/>
und wenn vor allem einmal dort ein tüchtiger Mann sitzt, ist<lb/>
es möglich sogar brauchbare Unterlagen für all diese Auszeich<lb break="no"/>nungszeremonien zu bekommen. Vielleicht könnte man auch bei<lb/>
den nächsten entsprechendes Material erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte den Verfasser möchte ich kennen<lb break="no"/>lernen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_09">Die Sitzung des Antimarktstörungsbeirates, wo wir für die<lb/>
Strumpfhosen wieder Mindestpreise einführten, war die kürzeste<lb/>
und für mich beeindruckendste. Die Handelskammer oder ihre<lb/>
Vertreter haben überhaupt nicht das Wort genommen. Hätte ich<lb/>
nicht kurz auch noch auf die schwierige Situation hingewiesen<lb/>
und mich dann bei allen Beteiligten bedankt, dass wir doch wieder<lb/>
zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind, hätte es<lb/>
überhaupt keine Diskussion gegeben. Der Arbeiterkammer-Vertreter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117893">Krywult</rs> hat dann allerdings wieder die Bemerkung gemacht,<lb/>
die Arbeiterkammer verspricht sich von den Mindestpreisen für<lb/>
Strumpfhosen gar nichts, stimmt aber nolens volens zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_10">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB kam es dann wegen dieser Haltung<lb/>
der Arbeiterkammer zu einer interessanten Diskussion zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, ÖGB. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> ist der felsenfesten Überzeugung,<lb/>
dass dies die einzige Möglichkeit ist, die österr. Strumpfhosen<lb break="no"/>industrie einigermassen zu erhalten. Angeblich ist die<lb/>
Firma Kunert bereit, weil wir jetzt wieder eine Mindestpreis<lb break="no"/>verordnung haben, Investitionen zu tätigen und die österr.<lb/>
Strumpfhosenproduktion aufrecht zu erhalten. Immer mehr kann<lb/>
ich feststellen, dass die Gewerkschaftsvertreter viel mehr<lb/>
bereit sind, für die Erhaltung österr. Industriebetriebe<lb/>
selbst nicht in ihr Konzept passende Massnahmen zu akzeptieren,<lb/>
<pb n="45-1250" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-10-27_1250.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>während die Arbeiterkammer die sture Haltung einnimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_11">Die Zinsenzuschussaktion für die Papierindustrie wurde mit<lb/>
7 Betrieben und 605 Mio S beschlossen. Für Frantschach 410,<lb/>
Neusiedler 61,5, Steyrermühl 40 Mill. und vor allem die vom<lb/>
Finanzminister der Firma Rechberg zugesagten 16 Mill. werden<lb/>
erst verhandelt. Rechberg hat aber bis jetzt nicht einmal<lb/>
noch einen Antrag gestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Wie soll diese À-fonds-perdu-Lösung<lb/>
Rechberg aussehen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_13">Bezüglich des Ladenschluss-Ausschusses wird vereinbart, dass<lb/>
zwar im Konsumenten-Forum durch <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> als Vorsitzender<lb/>
ein entsprechender Bericht gegeben wird, dass aber der<lb/>
Ladenschluss-Ausschuss seine Tätigkeit weiter <choice><choice><sic>aufrechthält</sic><corr>aufrecht hält? aufrechterhält?</corr></choice></choice>.<lb/>
Sollte nämlich die ursprünglich Absicht, einen Abschlussbericht<lb/>
zu machen, verwirklicht werden, besteht die grosse Gefahr, dass<lb/>
dann erst recht die Ladenschluss-Debatte neuerdings beginnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_14">Das Handelsstatistische Gesetz kann auch gegebenenfalls durch<lb/>
einen Initiativantrag im Parlament beschlossen werden, wenn<lb/>
die Zeit zu kurz wird, dieses Gesetz bis zum 1. Jänner 1979<lb/>
in Kraft zu setzen. Durch diese Novelle wird es möglich,<lb/>
dass bei der Veredlung nur mehr die Zutaten und nicht mehr<lb/>
die Wertsteigerung als Grundlage für die Aussenhandelsbeiträge<lb/>
der Handelskammer in der Berechnung der Abgabe dienen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit Parlament Zeitplan abstimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_16"><rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> urgiert neuerdings, dass die Verhandlungen mit der<lb/>
RAG wegen Chemie-Lenzing und Steyrermühl fortgesetzt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_17">Die Errichtung des Sperrlagers für Mais wird von <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> ab<lb break="no"/>gelehnt, doch alle vernünftigen Vertreter der Arbeiterkammer<lb/>
und auch des ÖGB sehen eventuelle Notwendigkeit zur Errichtung<lb/>
eines Sperrlagers ein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_18">Die Errichtung einer Kohle-Pipeline von Polen nach Österreich,<lb/>
ja selbst die Tätigkeit der Studiengesellschaft wird von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> bezweifelt. Dir. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, Verbundgesellschaft, teilt<lb/>
dezidiert mit, dass sich die E-Wirtschaft daran keinesfalls<lb/>
beteiligt. Durch die 380 KV-Leitung und die 1 Mia S Investitionen<lb/>
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nicht nur 400 MW, wie ab 1.10.1981 geliefert werden soll,<lb/>
sondern wesentlich mehr noch Strom aus Polen bezogen werden<lb/>
könnte. Ich bezweifle, dass die Polen zu solchen Stromlieferungen,<lb/>
die über 1000 MW hinausgehen könnten, imstande sind. Da die<lb/>
Polen mit 24 Mia S Krediten Abzahlungsmöglichkeiten bekommen,<lb/>
müssen sie die einzige Chance ausser Strom, der schon vereinbart<lb/>
ist und vielleicht noch ein zweiter Stromvertrag, der zustande<lb/>
kommen kann, insbesondere durch Kohlelieferungen die starken<lb/>
Kreditüberhänge abdecken zu können. Mir ist es vollkommen<lb/>
unerklärlich, wie man sich gegen die Untersuchung einer Kohle-<lb/>
Pipeline aussprechen kann. Für die Firmen, die daran inter<lb break="no"/>essiert sein sollten oder die dafür in Frage kommen, können<lb/>
die erwachsenden Kosten einer solchen Studie wirklich eine<lb/>
quantité négligeable sein.<lb/>
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Studiengesellschaft stark engagieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_20">Die ungarischen Kohlevorkommen sollten jetzt so schnell mit<lb/>
der E-Wirtschaft als möglich abgestimmt werden, um die notwendigen<lb/>
Vorarbeiten jetzt zu einem Abschluss zu bringen. Angeblich<lb/>
liegen unter der ungarischen Kohle grössere Bauxitvorkommen,<lb/>
wodurch dann die Ungarn eine eigene Aluminiumproduktion auf<lb break="no"/>nehmen würden, die Österreich – Ranshofen – entsprechend Konkur<lb break="no"/>renz machen würde. Einmal mehr konnte ich feststellen, wie<lb/>
schlecht der Informationsfluss bei uns im Hause funktioniert.<lb/>
Ich habe das erste Mal von dieser Tatsache Mitteilung erhalten und<lb/>
dies von einem Aussenstehenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_22">Dir. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hat grosse Angst über die Ergebnisse der Volks<lb break="no"/>abstimmung, weil jetzt durch die Propaganda der ÖVP, aber wie<lb/>
er sich ausdrückte, auch die Erklärung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, die Ja-Stimmen<lb/>
immer mehr verunsichert werden. Die E-Wirtschaft bricht in<lb/>
dieser Frage jetzt auseinander, bis jetzt wurde zwar alles ge<lb break="no"/>deckt und auch bezahlt, unmittelbar aber nach der Erklärung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> wurde der Vertreter der STEWEAG, <rs type="person" ref="#per__117912">Tschiggerl</rs>, aus der<lb/>
Durchführungsgruppe bei der Verbundgesellschaft abgezogen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_23">Der letzte, der ihm verblieb, ist <rs type="person" ref="#per__114730">Sommerbauer</rs>, auch ein<lb/>
ÖVP-Exponent von der Verbundgesellschaft, der aber sehr<lb/>
loyal noch weiter arbeitet und alles abwickelt. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs><lb/>
ist genauso wie Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> der Meinung, ich sollte<lb/>
jetzt niemanden mehr in der nächsten Woche von der E-Wirtschaft<lb/>
empfangen. Es ist weder notwendig, diese zu beruhigen, noch<lb/>
irgendwelche Erklärungen ihnen gegenüber abzugeben. Beide sind<lb/>
fest davon überzeugt, dass alles jetzt auch in der letzten Woche<lb/>
von ihrem Standpunkt vorbereitete ablaufen wird, ohne<lb/>
dass sich jemand speziell aufregt, ohne dass etwas Besonderes<lb/>
noch geschieht. Auf den Rat beider unterlasse ich also die Ein<lb break="no"/>ladung von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs>, OKA, und <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs>, STEWEAG.<lb/>
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unverändert ist und dass durch die entsprechenden Kostenstei<lb break="no"/>gerungen ein Antrag der Wiener Stadtwerke von 12,5 % Tariferhöhung<lb/>
für das nächste Jahr zu erwarten ist. Die Hauptpost macht derzeit<lb/>
dort die Rohrsanierung aus, im Vorjahr 180 Mill., heuer 360 Mio<lb/>
und 1979 420 Mio S sind im Budget dafür notwendig. Die ent<lb break="no"/>sprechenden Unterlagen werden zeitgerecht übermittelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf nächste Jour fixe AK-ÖGB<lb/>
setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_26">Die Sitzung bei Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mit den Vertretern der Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer war wenig ergiebig. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs><lb/>
auf der Handelskammerseite, <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs>, Ing. <rs type="person" ref="#per__113077">Altmann</rs><lb/>
auf der Landwirtschaftsseite konnten sich mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> nicht<lb/>
einigen. Die Handelskammer wollte unbedingt, dass <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> jetzt<lb/>
sofort einer Sperrlagerlösung von mindestens 80.000 t zustimmt.<lb/>
Die Händler, aber auch die Genossenschaften kaufen derzeit Mais<lb/>
nicht auf, weil sie bereits im Vorjahr einen Verlust von 80 Mio S<lb/>
tragen mussten. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wäre zu einer solchen Sperrlagerlösung<lb/>
sofort bereit gewesen, wenn die Landwirtschaftsseite wenigstens<lb/>
in einem Kommunique festgehalten hätte, dass über ein geändertes<lb/>
Getreidekonzept mit gemeinsamer Finanzierung von Weizenexporten<lb/>
aus der Ernte 1979 verhandelt wird. Die Landwirtschaftskammer<lb break="no"/>vertreter wollten aber unbedingt den Satz drinnen, dass dies<lb/>
auf Wunsch des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft<lb/>
geschieht. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wird nun wegen dieses Getreidekonzeptes bei<lb/>
den ganzen Versammlungen und wahrscheinlich noch viel mehr<lb/>
<pb n="45-1253" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band45/45_1978-10-27_1253.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in der Mundpropaganda von der Landwirtschaft hart attackiert.<lb/>
Man erklärt dort, es soll ähnlich wie bei der Milch der<lb/>
Bauer entsprechend finanziell belastet werden. Gespräche,<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> bis jetzt mit dem oö. Referenten der Landwirt<lb break="no"/>schaftskammer Dir. <rs type="person" ref="#per__117929">Maierhofer</rs> oder mit dem Präsidenten<lb/>
der Landwirtschaftspräsidentenkonferenz <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> geführt hat,<lb/>
der selbst in offener Sitzung erklärt hat, eine Selbstbeteiligung<lb/>
auf breitester Basis sei möglich, ja sogar Gespräche, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97425">Fachleutner</rs> als Obmann des Getreideausgleichsfonds mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
führte, werden glattwegs abgestritten. Über einzelne Worte<lb/>
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kam es dann letzten Endes zu keiner einvernehmlichen Lösung,<lb/>
sondern <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, der Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ,<lb/>
verlangte eine Vertagung auf nächsten Freitag. Nolens volens<lb/>
mussten <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und ich dem zustimmen, da es ganz aussichtslos<lb/>
war, eine Einigung heute zu erzielen. Der wirkliche Grund war<lb/>
für mich gleich nach Sitzungsbeginn erkennbar. Da weder der<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs>, geschweige denn der Präsident der<lb/>
nö. Landwirtschaftskammer <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> bereit waren, allein die<lb/>
Verantwortung zu übernehmen, ja nicht einmal in einem Ge<lb break="no"/>spräch irgendwann einmal verantwortlich gemacht zu werden,<lb/>
dass sie bei der Diskussion dieser Idee einer Beteiligung<lb/>
der Bauern an den Exporten nähergetreten sind, haben sie nichts<lb/>
anderes als hinlänglich Widerstand geleistet. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat sich<lb/>
sehr bemüht, doch noch zu einer Lösung zu kommen, die Sitzung<lb/>
wurde einige Male unterbrochen, die verschiedensten Formu<lb break="no"/>lierungswünsche wurden ausgetauscht, das Ergebnis nach stunden<lb break="no"/>langen Verhandlungen: Null. Der optische Eindruck von einer<lb/>
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musste allgemein sein, dass wir im Handelsministerium mit<lb/>
der Handelskammer ein besseres Verhältnis haben als der Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister zur Landwirtschaftskammer. Ich drückte dies<lb/>
so aus, dass ich erklärte, Gott sei Dank, bin ich nicht Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister geworden. Tatsächlich aber muss ich zu<lb break="no"/>geben, ist dort das Problem wesentlich schwieriger zu lösen,<lb/>
weil es darum geht, dass indirekt oder in diesem Fall sogar<lb/>
direkt die Bauern zu Leistungen herangezogen werden. Die<lb/>
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brenzligen politischen Situation, wie sie jetzt besteht,<lb/>
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Wahlen in ihre Gremien, aber auch in das Parlament erfolgen<lb/>
werden, werde sie – und davon bin ich persönlich fest über<lb break="no"/>zeugt – jetzt in Hinkunft umso weniger zu Lösungen à la Milch,<lb/>
wie sie noch im Sommer dieses Jahres möglich war, bereit sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band45_1978-10-27_27">Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> kommt, um sich bei mir zu erkundigen, ob sie<lb/>
sich für den Abteilungsleiter-Posten bewerben soll.<lb/>
Sie erklärt mir, dass sie bei Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war und dieser<lb/>
ihr versicherte, er wird sie neuerdings verständigen, wie die<lb/>
Besprechungen in der Handelskammer ausgehen. <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> vermutet,<lb/>
dass in der Zwischenzeit Ing. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> die Handelskammer in<lb break="no"/>formiert hat, dass sie keiner politischen Partei angehört.<lb/>
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erfahren. Ich selbst rufe sofort Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> zu dieser<lb/>
Besprechung. Ich erkläre Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs>, dass es ausschliesslich<lb/>
in ihrer Entscheidung liegt, ob sie sich um diesen Posten bewirbt.<lb/>
Sowohl <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> als auch ich können ihr keine Zusicherung geben.<lb/>
Weder dass sie, wenn sie sich bewirbt, bestellt wird, noch dass<lb/>
ihr Gesuch abgelehnt wird. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erklärt ihr dezidiert, dies<lb/>
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womöglich jetzt schon eine entsprechende Zusicherung. Da weder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> noch ich bereit bin, mich endgültig zu äussern, kommt<lb/>
es zu keinem abschliessenden Ergebnis. Ich empfehle <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs><lb/>
nur, sie soll sich genau überlegen, was sie macht. Wenn jetzt<lb/>
tatsächlich auch die ÖVP-Seite keinerlei Vertrauen in sie hat,<lb/>
dann muss es zu einer politischen Auseinandersetzung bei dieser<lb/>
Abteilungsleiterpostenbesetzung kommen. Die einzige Möglichkeit,<lb/>
die ich sehe, ist, dass sie sich doch noch einmal die Frage<lb/>
genau überlegt und gegebenenfalls noch entsprechende Gespräche<lb/>
führt. Ich persönlich werde mich bei dieser Bestellung in keiner<lb/>
Weise einschalten, sondern, so wie bis jetzt auch, abwarten,<lb/>
was die Kommission mir letzten Endes vorschlägt. Unabhängig davon<lb/>
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jetzt schon zusagen, dass als Nachfolger von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__117026">Schuster</rs><lb/>
in der Bürges sie wahrscheinlich die Vorsitzenden-Stelle bekommt.<lb/>
Um diesen Posten wird sich auch Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> bemühen. Da aber<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> im Vergleich zu Min.Rat <rs type="person" ref="#per__108321">Rameder</rs> wesentlich weniger in der<lb/>
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ist, kommt hier<add>[für]</add> die Nachbesetzung von <rs type="person" ref="#per__117026">Schuster</rs> in Wirklichkeit,<lb/>
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Sie nimmt diese Mitteilung zur Kenntnis und ist darüber<lb/>
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