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            <title type="main">Freitag, der  6. Oktober 1978 bis Sonntag, der  8. Oktober 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <idno type="signature">Band44_1978-10-06</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_01">Freitag, den 6. Oktober bis Sonntag, den 8. Oktober<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_02">Die Firma De Beukelaer, Amstetten, hat mit der Firma Hofer einen<lb/>
Liefervertrag von 2.000 t Keks gehabt, von ihrer Gesamtproduktion<lb/>
5.000 t ein beträchtlicher Teil. Die Firma Hofer hat den Vertrag<lb/>
jetzt nicht mehr verlängert, weil keine Preisvereinbarung zustande<lb/>
kommen konnte und importiert derzeit De Beukelaer selbst, wie<lb/>
der Direktor <rs type="person" ref="#per__116354">Balluff</rs> mitteilte, von den 4.000 t verbilligtes in<lb break="no"/>ländisches Mehl 1.200 t, erst um 3,50 S wesentlich teurer als<lb/>
das Importmehl gewesen wäre, jetzt mit 2,86 S, was dem Weltmarkt<lb break="no"/>preis entspricht. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, daß auch<lb/>
bis jetzt die Abschöpfung, d.h. die Ausgleichsabgabe im Verhältnis<lb/>
zu der deutschen Abschöpfung zu gering war. Immer wieder muß ich<lb/>
feststellen, daß die Bürokratie nicht den vollen Schutz der in<lb break="no"/>ländischen Industrie, der auf Grund der jetzigen Gesetzeslage<lb/>
möglich wäre, durchführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte sorge dafür, daß wir vom Außenreferat<lb/>
resp. Fachverband der Nahrungs- und Genußmittelindustrie diesbe<lb break="no"/>zügliche Informationen zeitgerecht bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_04">Selbst <rs type="person" ref="#per__116354">Balluff</rs> ist auch an De Beukelaer mit 15 % beteiligt,<lb/>
General Biscuits hat die restlichen 85 und diese jetzt an die<lb/>
Franzosen verkauft. <rs type="person" ref="#per__116354">Balluff</rs> befürchtet, daß die französische Kon<lb break="no"/>zernpolitik dahin geht, die Produktion in Österreich zu verringern.<lb/>
In Frankreich hat diese Firma Ceraliment angeblich der Regierung<lb/>
versprochen um 100.000 t in Frankreich mehr zu erzeugen. Da jetzt<lb/>
ihre 47 Betriebe nur 280.000 t erzeugen, kann dies nur dann ge<lb break="no"/>schehen, wenn eben in einem Großteil dieser Betriebe, die sich<lb/>
im Ausland befinden, entsprechende Produktionsreduzierungen er<lb break="no"/>folgen. Ich erklärte mich sofort bereit, wenn <rs type="person" ref="#per__116354">Balluff</rs> will, mit<lb/>
den französischen neuen Besitzern entsprechende Gespräche zu<lb/>
führen und auf die österreichischen spezifischen Verhältnisse<lb/>
hinzuweisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_05">Direktor <rs type="person" ref="#per__115069">Vetsch</rs> von der Schweizer Firma Wild, Heerbrugg, kam mit<lb/>
dem österreichischen Direktor <rs type="person" ref="#per__114954">Brutschy</rs>, auch einem Schweizer,<lb/>
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wenn sie die dann dort zu erzeugenden Zieleinrichtungen mit Hilfe<lb/>
der österreichischen Regierung exportieren kann. Derzeit sind<lb/>
300 Beschäftigte und auf lange Sicht wäre sogar eine Verdoppelung<lb/>
möglich. Voraussetzung dafür ist aber, daß das Außenministerium<lb/>
und insbesondere das Verteidigungsministerium die Firma bei<lb/>
diesen Zieleinrichtungsexporten unterstützt. Die Schweizer<lb/>
Regierung hat bis jetzt große Schwierigkeiten gemacht. <rs type="person" ref="#per__115069">Vetsch</rs><lb/>
führt dies auf den Prozeß bei Burle zurück, obwohl bekanntlich<lb/>
wegen Waffenschiebung dieser bedeutende Konzern in der Schweiz<lb/>
angeklagt und auch verurteilt wurde. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> führte mit<lb/>
der Firma langwierige und teils sehr erfolgreiche Gespräche, um<lb/>
die Investition in Österreich zu ermöglichen. Landesrat <rs type="person" ref="#per__115072">Schober</rs><lb/>
hat bei der Firma zugesagt 30 Mio S zuzuschießen in Form einer<lb/>
Beteiligung. Da die Firma Wild aber noch niemals Beteiligungen<lb/>
anderer Firmen, geschweige denn des Staates akzeptiert hatte,<lb/>
meinte <rs type="person" ref="#per__115072">Schober</rs>, sie können es ja verbuchen, wie sie wollen. Daraus<lb/>
leitet <rs type="person" ref="#per__115069">Vetsch</rs> ein Geschenk ab, was <rs type="person" ref="#per__115072">Schober</rs> wahrscheinlich auch<lb/>
vielleicht gemeint hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_06">ANMERKUNG AN <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte kläre dies äußerst vorsichtig!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_07">Wir sind an der Errichtung dieser Fabrik deshalb besonders in<lb break="no"/>teressiert, weil dies die einzig absehbare Investition in diesem<lb/>
Raum ist und die wahrscheinlich schließende Papier- resp.<lb/>
Zellulosefabrik entsprechende Arbeitskräfte freisetzt. Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> hat deshalb auch <choice><choice><sic>den Firmenleiter</sic><corr>dem Firmenleiter? den Firmenleitern?</corr></choice></choice> versprochen<lb/>
die entsprechenden Kredite vom Bund aus zu geben, wenn eventuell<lb/>
das Land nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt oder<lb/>
stellen kann. Die entscheidendste Frage ist aber ob der Besitzer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114953">Schmidheiny</rs> mit dem Gen.Dir. der Steyr-Daimler-Puch <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs>,<lb/>
ein Studienkollege und guter Freund <rs type="person" ref="#per__97543">Heindls</rs>, einig wird, wie<lb/>
weit die österreichischen Steyr-Werke diese Zieleinrichtungen,<lb/>
sei es für den Kürassier oder für andere Waffen verwendet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_08">ANMKERUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> soll mir eine verlässliche Auf<lb break="no"/>stellung nach Rücksprache mit den anderen Ministerien machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_09">Die Fraktion von der Verbundgesellschaft mit Dir. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114385">Kasamas</rs>, dem Fraktionsführer, und Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs><lb/>
wollen ebenfalls von mir bekräftigt haben, ob ihr Aufsichts<lb break="no"/>ratsbeschluß, daß <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs>, der mit Jahresende in Pension geht,<lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> von der Donau ersetzt wird, aufrecht bleibt.<lb/>
Ich habe dies sofort bestätigt und sie nur über die Vorsprache<lb/>
von Dir. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs>, der übrigens jetzt schwer krank ist, Gelbsucht<lb/>
oder sowas, <rs type="person" ref="#per__115078">Maurer</rs> möchte dann <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> und <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs>, informiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> wird Voll-Vorstand der Verbund mit den über General<lb break="no"/>direktor-Stellvertreter und bleibt nebenamtlich bei der Donau.<lb/>
Die DoKW aber wird dann de facto von <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> geführt. Da er<lb/>
gleichzeitig bei dem Donaukraftwerk Jochenstein und bei den Bayri<lb break="no"/>schen Kraftwerken technischer Direktor ist, gibt es jetzt von<lb/>
den Verbundleuten eine neue Idee. Die Fraktion möchte, daß in<lb/>
Nachfolge von dem in Pension gehenden Donaukraftwerks<lb break="no"/>vorstand, der auch gleichzeitig bei den Ennskraftwerken kauf<lb break="no"/>männischer Direktor ist, alle die Ennskraft-, die Bayernkraft-<lb/>
und die Jochensteinkraftwerke, die ja nur mehr Betriebsgesell<lb break="no"/>schaft sind, in eine Betriebsgesellschaft zusammengefaßt werden.<lb/>
In diese Betriebsgesellschaft könnte dann Dr. <rs type="person" ref="#per__115079">Neuhauser</rs> 1933<add>[?]</add><lb/>
Handelsbevollmächtigter bei der Verbundgesellschaft als kauf<lb break="no"/>männischer Direktor hingeschickt werden. Dadurch würde der Streit<lb/>
nicht entstehen, der jetzt in der Verbund schwelt. <rs type="person" ref="#per__115079">Neuhauser</rs>,<lb/>
der von <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, aber auch von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> protegiert wird, ist<lb/>
nur Handlungsbevollmächtigter und würde, wenn er bei den Ennskraft<lb break="no"/>werken jetzt nebenamtlicher Direktor wird, Prokuristen unter sich<lb/>
haben, er könnte aber bei den Prokuristenbesprechungen nicht<lb/>
teilnehmen, wohl aber dann bei den Direktorenbesprechungen.<lb/>
Dies und wahrscheinlich auch noch andere Gründe veranlaßt die<lb/>
Fraktion <rs type="person" ref="#per__118189">Austeda</rs>, Prokurist, bei der Verbund 1921<add>[?]</add> vorzuschlagen,<lb/>
der sich allerdings um diesen Posten nicht beworben hat. Damit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> die beiden ÖDK, DKJ aufgibt, soll er dafür Vorsitzender<lb/>
bei der DoKW werden. Ob dies ohne weiters geht, bezweifle ich,<lb/>
denn die ÖVP-Seite werde dadurch eine Verstärkung der SPÖ-Position<lb/>
in der Donau sehen. Nicht nur, daß sie dann nebenberuflich einen<lb/>
Vertreter dort hat, würde sie auch noch dazu für einen eventuellen<lb/>
Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> eine schlechtere Position schaffen, da<lb/>
auch dann nicht sicher ist, ob die deutsche Seite bereit ist<lb/>
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Fraktion versuchen, dies zu klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_10">Ein weiteres Problem ergibt sich, ob bei dem Dampfkraftwerk in<lb/>
Korneuburg nach wie vor <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> als Geschäftsführer bleiben soll,<lb/>
wenn <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> jetzt ausscheidet. Die Fraktion möchte, daß man<lb/>
den Nullgruppen-Mann Prokurist <rs type="person" ref="#per__115082">Wiesinger</rs> anstelle von <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs><lb/>
nominiert. Wird dies der Fall, dann müßte allerdings <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
auch ausscheiden und dem jetzigen Prokurist <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs> die Geschäfts<lb break="no"/>führung übertragen. Er ist jetzt bereits in der DKG vielleicht<lb/>
in Korneuburg nebenamtlich tätig. Wir einigten uns darauf, daß<lb/>
es nicht meine Aufgabe sein kann, alle diese Personalentscheidungen<lb/>
gleich von vorneherein als Minister zu verhandeln. Wenn nämlich<lb/>
einer der Betreffenden ablehnt und sich wirklich querlegt, dann<lb/>
gibt es ja gar keine Möglichkeit mehr an jemanden zu appellieren,<lb/>
d.h. dieses Problem heranzutragen. Meine alte Taktik überall<lb/>
wird daher auch hier sofort akzeptiert, daß dies zuerst auf unterer<lb/>
Instanz besprochen und verhandelt werden muß. Die Aufgabe des<lb/>
Vorsitzenden-Stellvertreters des Aufsichtsrates der Verbundgesell<lb break="no"/>schaft, Landesrat <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs>, der leider an der Sitzung nicht teilnehmen<lb/>
konnte, wäre es jetzt die entsprechenden Gespräche zu führen. Ich<lb/>
bin sehr gespannt, was dabei herauskommt. In Wirklichkeit<add>[bin ich?]</add> über<lb/>
dieses ewige Verschachteln der Arbeitnehmer in der Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft gar nicht glücklich. Andererseits ist die Verbund<lb break="no"/>gesellschaft und auch die Sondergesellschaften mit derartig<lb/>
viel Direktoren besetzt und aufgebläht und auch das mittlere<lb/>
Management überbesetzt, so daß sie durch entsprechende neue Kon<lb break="no"/>struktionen von Gesellschaften über eine gewisse Erleichterung<lb/>
schaffen wollen. Ich sprach mich im Prinzip daher gegen neue<lb/>
gegründete Gesellschaften aus, bin aber gerne bereit, wenn es<lb/>
günstige und konstruktive Vorschläge gibt, wie z.B. vielleicht<lb/>
wirklich die Zusammenfassung aller Betriebsgesellschaften Enns,<lb/>
Bayern und Jochenstein eine entsprechende wirkliche reine<lb/>
Konstruktion und zweckmäßige Organisation ergibt, gegebenenfalls<lb/>
eine Ausnahme zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Stelle bitte fest, wie dies in der<lb/>
Verbund jetzt weiterläuft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_12"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mich angerufen, um mir mitzuteilen, er möchte gerne,<lb/>
wenn ich einverstanden bin, in Salzburg verkünden, daß für die Neu<lb break="no"/>gründung der kleineren Betriebe eine höhere Unterstützung vom<lb/>
Staat gewährt werden soll. Die Betriebsgründungsaktion mit<lb/>
500.000 S begrenzt und einer 12 %-igen Prämie sei seiner Meinung<lb/>
nach zu wenig attraktiv. Ich verwies darauf, daß ich deshalb<lb/>
versucht habe, Länder miteinzuschalten und dadurch eine Verdop<lb break="no"/>pelung dieser Grenze und damit auch der Subvention zu erreichen.<lb/>
Bis jetzt ist dies allerdings nicht geglückt. Wenn <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> jetzt<lb/>
eine entsprechende Ausdehnung dieser Aktion vorschlägt, dann mache<lb/>
ich darauf aufmerksam, daß wir mit dem Budgetmittel wahrschein<lb break="no"/>lich nicht durchkommen werden. Es ist zwar richtig, daß jetzt die<lb/>
30 Mio S, die wir heuer im Budget haben und die auch für nächstes<lb/>
Jahr präliminiert sind, bei der jetzigen Aktion nicht annähernd<lb/>
verbraucht werden. Doch fürchte ich bei seinem Vorschlag, daß<lb/>
dann gleich<add>[ein]</add> wesentlich größerer Andrang zu dieser Aktion sein<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> versicherte mir, er wird selbstverständlich, wie<lb/>
er diese auch in der Vergangenheit stets getan hat, die not<lb break="no"/>wendigen Budgetmittel zur Verfügung stellen. Unter diesen Um<lb break="no"/>ständen war ich bereit einer solchen Ankündigung zuzustimmen. Am<lb/>
meisten erstaunt war ich, daß <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> überhaupt diesmal vorher<lb/>
gefragt hat. Da ich weiß, nämlich seine Taktik, wenn er für die<lb/>
Klein- und Mittelbetriebe etwas unternehmen wollte, nach ent<lb break="no"/>sprechender Aufforderung von seiten des Freien Wirtschaftsver<lb break="no"/>bandes oder vielleicht auch sogar irgendeiner Gruppe sofort ent<lb break="no"/>sprechende Zusagen dort zu machen. Objektiverweise muß ich sagen,<lb/>
daß er dann daraus immer bei der Budgeterstellung die notwendigen<lb/>
Konsequenzen gezogen hat und sogar, ohne daß ich entsprechende<lb/>
Forderungen stellen mußte, die entsprechenden Budgetposten<lb/>
wesentlich erhöhte. Mir ist diese Taktik als Finanzminister<lb/>
nicht ganz klar, aber scheinbar kommt er teils unter einen ent<lb break="no"/>sprechenden Druck von seiten der Ansuchenden resp. deren Ver<lb break="no"/>treter oder die Bürokratie in seinem Ministerium berichtete ihm,<lb/>
daß eben gewisse Aktionen nicht so laufen, wie wir es uns vor<lb break="no"/>gestellt haben. Bei seiner jetzigen Budgetsituation würde ich<lb/>
allerdings eine solche Ausdehnung nicht selbst vorschlagen. Wenn<lb/>
er statt 60.000 S Prämie pro zu errichtendem Betrieb in Hin<lb break="no"/>kunft vielleicht bis zu 300.000 S zahlen muß, kann es ihm<lb/>
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und sogar für eine andere Position, soweit sie nicht verbraucht<lb/>
wird, dringend brauchen, gar nicht mehr auskommt. 100 Neugründungen<lb/>
im Jahr in Österreich sind eine verhältnismäßig kleine Anzahl.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte sofort die entsprechenden Verein<lb break="no"/>barungen schriftlich mit dem Finanzministerium treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_14">Der kanadische Energieminister wollte nur die Situation von mir<lb/>
wegen der Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf und die<lb/>
allgemeine Energielage wissen. Das einzig Positive bei diesem<lb/>
Gespräch war, daß ich ihn natürlich auch sofort fragte, nachdem<lb/>
sie das Abfallagerproblem aus den Atomkraftwerken scheinbar<lb/>
positiv lösen können, ob wir nicht mit ihnen kooperieren, d.h.<lb/>
in Klarschrift ihnen unseren Abfall schicken können. Der Minister<lb/>
sagte mir zu, er wird mir diesbezüglich zumindestens nach Rück<lb break="no"/>sprache in seiner Regierung und entsprechender Untersuchung ein<lb/>
diesbezügliches Schreiben schicken. Unter vier Augen erklärte ich<lb/>
ihm, daß ich daran brennendst interessiert wäre, auch dann, wenn<lb/>
dies ein negativer Bescheid wäre. Niemand soll nämlich von der<lb/>
Opposition behaupten können, daß wir nicht alle Möglichkeiten mit<lb/>
tun, um dieses Problem mit einem anderen Staat gemeinsam zu lösen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_15"><rs type="person" ref="#per__114075">Erich Schmidt</rs>, Gewerkschaftsbund hat angerufen und mir mitgeteilt,<lb/>
er hätte dem Vertreter von den Ölfirmen, <rs type="person" ref="#per__114404">Ebeling</rs>, zugesichert, daß<lb/>
das Motoröl derzeit unverändert, d.h. Herausnahme aus der Preis<lb break="no"/>regelung und die Paritätische akzeptiert würde, Vorschläge bleiben<lb/>
soll. Der Gewerkschaftsbund, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ist jetzt scheinbar sehr<lb/>
interessiert mit den Ölfirmen auf einem guten Fuß zu stehen. Mit<lb/>
Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> hat er sogar vereinbart, 25 Groschen Mineralöl<lb break="no"/>steuer-Erhöhung würde die ÖMV nicht veranlassen den Superbenzin<lb break="no"/>preis von S 7,– im Jahre 1979 zu erhöhen.<add>[Der]</add> ÖGB wird beim Finanz<lb break="no"/>minister veranlassen, daß dieser jetzt von seinen 30 Groschen auf<lb/>
25 zurückgehen sollte. Ich bin sehr gespannt, ob ihm dies gelingt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_16">Der jordanische Prinz <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> kam auf dem Retourflug von Oslo<lb/>
über Wien am Flughafen für 2 Stunden an. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte mit <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs><lb/>
allein ein Gespräch führen, weshalb er mich ersuchte, mit dem<lb/>
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zu führen. Die Aussprache brachte keine neuen Erkenntnisse. Das<lb/>
Großprojekt Fernseh- resp. Radio-Center in Amman stockt angeblich,<lb/>
weil die österreichischen Firmen, insbesondere ihr Honorarkonsul<lb/>
in Österreich, <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs>, nicht alle Fragen beantworteten. <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs> war<lb/>
darüber sehr erstaunt, denn er meinte wieder, die Jordanier<lb/>
möchten jetzt eine allgemeine Ausschreibung machen. Angeblich ist<lb/>
dies aber nicht der Fall, sondern es soll nur auf technischer und<lb/>
kommerzieller Seite getrennt geprüft werden, ob das österreichische<lb/>
Offert so einigermaßen entspricht. <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs> wird jetzt alle offenen<lb/>
Fragen bereinigen. Genauso behauptet der Handelsminister, daß<lb/>
bezüglich der Verbrennungsanlage für Amman nicht der Bürgermeister<lb/>
nicht entschieden hat, sondern die VÖEST-Alpine die entsprechenden<lb/>
Offerte resp. Auskünfte nicht gegeben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll sofort mit der VÖEST verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_18">Die Staatswappenüberreichung am Samstag in Etsdorf am Kamp <choice><choice><sic>der</sic><corr>an die</corr></choice></choice><lb/>
Firma Wittmann war insofern aus der Norm, als am Rathausplatz<lb/>
sich alle Honoratioren mit Musik und Feuerwehr versammelten. Et<lb break="no"/>liche Nationalräte und sonstige Funktionäre aller Parteien waren<lb/>
anwesend. Bei der Firma selbst hat dann <rs type="person" ref="#per__113628">Wittmann</rs> uns alle<lb/>
feierlichst empfangen. Am interessantesten für mich war, als er<lb/>
seine zahlreiche Familie mir vorstellte, anschließend daran die<lb/>
Belegschaftsvertreter und das leitende Management. <rs type="person" ref="#per__113628">Wittmann</rs> ist<lb/>
natürlich für dieses Dorf einer der bedeutendsten Betriebe, ja<lb/>
in Wirklichkeit "der Betrieb". Da er 6 Töchter hatte und Landes<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> die Kollektion, die allerdings auf lauter exotischen<lb/>
Damennamen lautete, vorlas, meinte ich als Gag, er sollte, und dann<lb/>
habe ich alle sechs Vornamen der Mädchen genannt, doch solche pro<lb break="no"/>duzieren, wo er schon einmal so erfolgreich war. Die Firma ist<lb/>
derzeit wirklich groß im Geschäft, das sah man an der Anzahl von<lb/>
Gratulanten und hörte man auch von den härtesten Konkurrenten,<lb/>
die dort waren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-06_19">Die Wahlen in der Steiermark am Sonntag gingen wider Erwarten<lb/>
wesentlich besser aus, als allgemein befürchtet. Die Steirer<lb/>
haben ihre 23 Mandate gehalten, die ÖVP hat von 31 eines an die<lb/>
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zwei Sprengelmeldungen feststellen, daß wir wesentlich schlechter<lb/>
abschneiden werden. Bei der Diskussion dann innerhalb unseres<lb/>
Bezirkes und letzten Endes auch dann am Abend noch im Rathaus<lb/>
wurde allgemein festgestellt, daß unsere Genossen verärgert sein<lb/>
müssen, denn sie gingen auf alle Fälle nicht zur Wahl. Soweit<lb/>
dürften sie nicht gegangen sein, daß sie wegen der Verärgerung<lb/>
vielleicht Gegner gewählt haben, was allerdings vereinzelt auch<lb/>
möglich sein kann. Im Bezirk haben wir im Verhältnis zu Wien und<lb/>
insbesondere anderen Bezirken ganz gut abgeschnitten. Der wirklich<lb/>
große Verlust aber ist nicht die 4 Mandate, vom jetzigen Stand<lb/>
nach dem neuen Wahlrecht 3 Mandate, sondern die Tatsache, daß wir<lb/>
in 4 Bezirken den Bezirksvorsteher verlieren. Für <choice><choice><sic>Währing</sic><corr>Döbling</corr></choice></choice>, Hietzing,<lb/>
Alsergrund und Mariahilf ist dies der größte Schlag. Daß die ÖVP<lb/>
jetzt mit 35 Mandaten auch noch den Vizebürgermeister bekommt,<lb/>
sicherlich ihr Traumziel, das sie nicht glaubte zu erreichen, ist<lb/>
optisch sicherlich für sie wichtig und für uns eine große Nieder<lb break="no"/>lage, trifft aber nicht so hart als für die Bezirke der Verlust<lb/>
der Bezirksvorsteher. Ich bin überzeugt, jetzt wird eine allge<lb break="no"/>meine Diskussion über diese Niederlage einsetzen, obwohl es noch<lb/>
immer ein verhältnismäßig gutes Ergebnis mit 57 % Stimmenanteil<lb/>
ist. Man soll eben nicht Traumergebnisse erzielen, denn dann<lb/>
wird man immer <choice><choice><sic>nach</sic><corr>an</corr></choice></choice> diesem Traumergebnis gemessen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> mußte<lb/>
diese leidvolle Erfahrung machen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 6.10.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>hs. Notizen "[f]ür Gespräch mit kanadischem Energieminister"</head>
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