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            <title type="main">Donnerstag, der  5. Oktober 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_01">Donnerstag, 5. Oktober 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_02">LR <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> von NÖ mit seinem Fremdenverkehrsdirektor Hofrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> kamen erstmalig, seit ich Minister bin, um mit mir Fremden<lb break="no"/>verkehrsprobleme zu besprechen. NÖ gibt für seine 7.000 Fremden<lb break="no"/>verkehrsbetriebe, Heilbäder, Kurorte in den Landesfremdenverkehrs<lb break="no"/>kredite 22 Tranchen 150 Mill. S aus. Insgesamt hätten sie einen<lb/>
Bedarf von 250 Mio. Die Laufzeit beträgt 10 Jahre, 2 Jahre zin<lb break="no"/>senfrei und es wird auf 5 % herabgestützt. Die ganze Aktion wird über<lb/>
die nö. Hypo abgewickelt. In Hinkunft wollen sie, dass – da wir<lb/>
die Gewerbestrukturverbesserungskredite auf 3,750.000 S angehoben<lb/>
haben – alle diese Kredite über diese Aktion abwickeln. Da wir<lb/>
3 % Zinsenstützung für 5 Jahre gewähren, wird NÖ im Anschluss<lb/>
daran für die nächsten 5 Jahre den Zinsenzuschuss übernehmen.<lb/>
Bis jetzt war ein Teil ihrer Aktivitäten auch über unsere Fremden<lb break="no"/>verkehrshausaktion abgewickelt worden. Dort hatten sie einen zu<lb break="no"/>sätzlichen Zuschuss gewährt. Im Hinkunft, meinte <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, könnten wir<lb/>
die Fremdenverkehrshausaktion-Budgetmittel ausschliesslich für<lb/>
Infrastrukturmassnahmen – Skipisten, Schlechtwetterregelungen usw.<lb/>
mit 5-jähriger Laufzeit auf 10-jährige Laufzeit ausgedehnt verwenden.<lb/>
Da wir für das nächste Jahr aber wahrscheinlich sehr viele Mittel in<lb/>
der Bürges, aber auch in der Hausaktion brauchen werden, kann ich<lb/>
nur grösste Vorsicht empfehlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte lasst eine diesbezügliche<lb/>
Budgetvorschau machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_04">NÖ entwickelt jetzt, ohne dass dies Landesrat <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> überhaupt<lb/>
will, in gewissen Gebieten Skilift-Aktivitäten, die finanziell<lb/>
nicht abgesichert sind. Das Gamsstein-Projekt kostet 140 Mio S,<lb/>
die Talstation wird schon gebaut, ERP-Liftkredite sind bis jetzt<lb/>
noch nicht genehmigt, die RAIKA finanziert dies und die Firmen<lb/>
machen Lieferungen und Leistungen, die sie in die Gesellschaft<lb/>
einbringen. Sowohl das Land als letzten Endes auch das Handels<lb break="no"/>ministerium durch Hotel- oder Restaurantbauten werden dann vor<lb/>
die vollendete Tatsache gestellt. Das Hochkar bekommt dadurch eine<lb/>
weitere Konkurrenz. Dort muss jetzt die Privatstrasse saniert werden,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> ist nicht bereit, als Strassenrefent diese in das öffentliche<lb/>
Gut zu übernehmen. Alle diese Skigebiete sind an den Feiertagen<lb/>
<pb n="44-1137" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-10-05_1137.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und Samstag bestens ausgebucht, das Problem ist nur, wer kommt<lb/>
während der Woche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_05">Der Skilift auf der Hohen Wand wurde jetzt von der Gemeinde Grün<lb break="no"/>bach an einen Tiroler namens <rs type="person" ref="#per__115028">Windisch</rs> verkauft. Die 400.000 S<lb/>
Erlöse glaubte die Gemeinde für sich verwenden zu könne, statt den<lb/>
ERP-Kredit damit zurückzuzahlen. Jetzt muss sie dies dann trotzdem<lb/>
machen und LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> hat zugesagt, denselben Betrag als Bedarfs<lb break="no"/>zuweisung für die ERP-Rückzahlung zur Verfügung zu stellen. Wie<lb/>
dieser Skilift aber saniert wird, ist vollkommen offen. <rs type="person" ref="#per__115028">Windisch</rs> er<lb break="no"/>wartet, dass die Gemeinde ständig auch ihm einen Zuschuss gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_06">In Bad Schönau hat unser ERP-Kredit 20 Mill., <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> glaubt sogar,<lb/>
dass wir sogar einen <choice><choice><sic>Erstz-ERP-Kredit</sic><corr>Ersatz-ERP-Kredit? Erst-ERP-Kredit?</corr></choice></choice> für weitere 20 Mill. gegeben<lb/>
haben, zuzüglich grosser Landesmittel zu einem schönen Ausbau<lb/>
geführt. Deutsch-Altenburg ist jetzt erledigt, für Reichenau fehlt<lb/>
die Rentabilitätsvorschau, die nach Hofrat <rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> nachgeliefert<lb/>
wird. Jetzt ist es dringend notwendig, für das Waldviertel,<lb/>
Harbach – ein Moorbad – ein Kurhaus um 86 Mill. S zu errichten.<lb/>
Die Gemeinde hat um ein Hallenbad im FAG ersucht. LR <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs><lb/>
meint, dort sei jetzt die Kärntner ETA KG eingestiegen und damit<lb/>
die Gewähr gegeben, dass auch tatsächlich etwas Positives heraus<lb break="no"/>kommt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_07">Die Niederösterreicher urgieren, dass jetzt endlich der Tulbinger<lb break="no"/>kogel, <rs type="person" ref="#per__115029">Pleuel</rs>, als Sicherungsfall mit 600.000 S Landesanteil, damit<lb/>
aber auch 600.000 S Bundesanteil erledigt werden soll. Auflage<lb/>
müsste sein, dass er sein Bad im Seminarhotel jetzt fertigbaut.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> war sehr zurückhaltend. Nachher erzählte er mir, dass dies<lb/>
deshalb jetzt in seiner Abteilung zögernd behandelt wird, weil<lb/>
damit Arch. <rs type="person" ref="#per__115030">Holezius</rs> verbandelt ist, den <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs>, den Abteilungs<lb break="no"/>leiter, beschuldigt, Geld genommen zu haben. Die ganze Angelegenheit<lb/>
wird jetzt vom Staatsanwalt untersucht. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> sofort,<lb/>
man kann nicht aus internen Gründen oder auch weil der Fall jetzt<lb/>
bei der Staatsanwaltschaft anhängig ist, den Betrieb darunter leiden<lb/>
lassen. Der Fall ist objektiv zu prüfen und dann gewissenhaftest<lb/>
zu entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_08">Der Fremdenverkehrsverband Wienerwald, Prof. <rs type="person" ref="#per__115033">Schlintner</rs>, hat einen<lb/>
Brief an die Niederösterreicher gerichtet, wo er ganz entschieden<lb/>
gegen die Absicht, auf der Hochramalpe ein militärisches Übungs<lb break="no"/>gebiet zu errichten, protestiert. Ich habe mit Vizebürgermeister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> dieses Problem besprochen und bin vom ihm ermächtigt, den<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__115033">Schlintner</rs> mitzuteilen, dass seit April mit der Gemeinde<lb/>
Gablitz Verkaufsverhandlungen über diese 35.000 m2 geführt<lb/>
werden. Bereits seit diesem Zeitpunkt ist der Wiener Militär<lb break="no"/>kommandant <rs type="person" ref="#per__115037">Schrems</rs> verständigt, dass die Hochramalpe daher für<lb/>
Militärzwecke nicht zur Verfügung steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort einen Brief von mir an<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115033">Schlintner</rs> mit dieser Erklärung veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_10"><rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat dann anschliessend nach dieser Aussprache mich um Entscheidung<lb/>
bzgl. der Gemischten Kommissionen für den Fremdenverkehr gefragt.<lb/>
Bezüglich Bulgarien wird jetzt, nachdem Borovets an die Austria<lb/>
Seilbahnen vergeben wird, Fa. Swoboda soll es bekommen, von der<lb/>
Wirtschaft verlangt, dass eine breitere Basis für Fremdenverkehrs<lb break="no"/>aktivitäten, sprich Gemischte Kommission, einberufen werden soll.<lb/>
In Jugoslawien soll für die Olympiade 1984 eine solche in Kärnten<lb/>
tagen. Dagegen hätte ich nicht einzuwenden. Die Ungarn verlangen<lb/>
Verhandlungen über die Wiederaufnahme wegen eines Fremdenverkehrs<lb break="no"/>abkommens. Der Abschluss scheitert an einer einzigen Bestimmung,<lb/>
wonach nämlich die eigenen Staatsbürger gleichgestellt werden<lb/>
sollen, wenn sie in ihr Heimatland reisen wollen. Diese Bestimmung<lb/>
haben wir im bulgarischen Fremdenverkehrsabkommen und damit einige<lb/>
Österreicher aus Bulgarien herausgebracht. Die Ungarn wehren sich<lb/>
dagegen, weil sie fürchten, dass die ganzen Flüchtlinge dann<lb/>
wieder nach Ungarn zurückkönnen. Irak verlangt ebenfalls ein<lb/>
Fremdenverkehrsabkommen, obwohl es noch nicht einmal das New Yorker<lb/>
Abkommen vom Jahre 1956 anerkannt haben. Dort ist festgehalten, dass<lb/>
die Fremdenverkehrsmittel zollfrei eingeführt werden müssen und<lb/>
dass vor allem die PKW keine Einzelgenehmigung bei der Einreise in<lb/>
ein Land brauchen. Ich empfehle <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> eine Zurückhaltung bei allen<lb/>
Fremdenverkehrs-Gemischten Kommissionen, soweit sie nicht in Österreich<lb/>
stattfinden und bei neuen Abschlüssen von Fremdenverkehrsabkommen.<lb/>
Ich habe mit den bisherigen Aktivitäten schon genug Schwierigkeiten<lb/>
bei österr. Fremdenverkehrsorganisationen – Handelskammer, Verbänden,<lb/>
usw. Ich sehe gar keinen Grund, jetzt zusätzliche Aktivitäten<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte, dass dies eingehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_12">Die WTO, World Traveller Organisation, gibt Studien heraus,<lb/>
allerdings in Originalsprache des Verfassers, d.h. meistens<lb/>
französisch oder englisch. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> möchte sie gerne übersetzen<lb/>
lassen, um sie dann anderen Institutionen wie BHK, Ländern usw.<lb/>
zur Verfügung zu stellen. Dagegen ist nichts einzuwenden, die<lb/>
Frage ist nur, wer soll es bezahlen. Bezüglich der von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
zugesagten Übersetzung einer österr. Studie über Fremdenverkehrs<lb break="no"/>fragen durch das Wirtschaftsforschungsinstitut einigen wir uns<lb/>
darauf, dass die 43.000 S natürlich nicht <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> aus seiner eigenen<lb/>
Tasche bezahlen muss. Mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vereinbare ich, dass entweder<lb/>
festgestellt wird, damit der Rechnungshof sich dann nicht<lb/>
aufregen kann, unsere Übersetzungsabteilung ist ausserstande<lb/>
diese Arbeit zu leisten, oder es wird überhaupt der Auftrag für die<lb/>
Studie mit den wichtigen Punkt ergänzt: zur Verfügungstellen<lb/>
eines englischen Textes, der allerdings auch dann bei der Auf<lb break="no"/>tragsabrechnung bezahlt werden muss.<lb/>
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über die Abgabe-Freistellung von Zweigstellen. In Österreich<lb/>
sind 32 Angehörige aller anderen Fremdenverkehrsländer betroffen,<lb/>
während wir zur selben Zeit 60 Beamte im Ausland von der<lb/>
ÖFVW tätig haben. So ein Abkommen würde also Österreich zumindestens<lb/>
beim jetzigen Statut einen Vorteil bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_14">Die Österr. Fremdenverkehrswerbung beabsichtigt ein Haus in<lb/>
der Wasagasse zu kaufen. Der Schätzwert ist 21 Mill., die Gesiba,<lb/>
der das Haus gehört, verlangt 24 zuzüglich der Garantie, dass<lb/>
sie dann die Reparatur, die ca. 40 Mill. S betragen würde, be<lb break="no"/>kommt. Ich hatte seinerzeit schon entschieden, es dürfe unter<lb/>
gar keinen Umständen über das Schätzgutachten des Finanzmini<lb break="no"/>steriums hinausgegangen werden. Jetzt stellt sich zusätzlich noch<lb/>
heraus, dass die Tiroler behaupten, dieses Haus wird deshalb<lb/>
gekauft, um ein Geheimministerium für den Tourismus in Wien zu<lb/>
schaffen. Der Tiroler Vertreter <rs type="person" ref="#per__112562">Lässer</rs>, aber auch die Tiroler<lb/>
Arbeiterkammer und ein gewisser <rs type="person" ref="#per__115040">Willberger</rs> aus Tirol haben<lb/>
sich daher ganz entschieden gegen diesen Kauf ausgesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_15">Sie schlagen ein wesentlich kleineres Objekt in der Hirschen<lb break="no"/>gasse vor. Da aber jetzt Ländervertreter, selbst wenn es nur<lb/>
ein einziges Land ist, gegen eine Übersiedlung polemisieren,<lb/>
schliesse ich mich sofort dem Vorschlag <rs type="person" ref="#per__111367">Würzls</rs> an, jetzt<lb/>
insbesondere vor den nächsten Nationalratswahlen nichts zu<lb/>
unternehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dies <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> mit aller Deutlichkeit<lb/>
erklären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_17">Bezüglich <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> werde ich von <rs type="person" ref="#per__115043">Heschgl</rs>, AUA, angerufen, der mir<lb/>
mitteilt, dieser hätte im Verkehrsministerium Akte von der<lb/>
Firma Montana Fluggesellschaft verlangt. Da <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> angeblich<lb/>
gleichzeitig Konsulent der Fa. Montana ist, hat man sie ihm<lb/>
natürlich verweigert. Ich informiere darüber sofort Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>,<lb/>
der eine diesbezügliche Untersuchung einleiten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_18">Der Botschafter von Oman meint, unsere Handelsbeziehungen könnten<lb/>
verbessert werden. Jetzt haben sie z.B. Lasergeräte in<lb/>
Österreich gekauft. Die Amerikaner wollen in Dhofar, Grenzgebiet<lb/>
zu Südjemen, wo entsprechende Rebellen derzeit, wie man weiss,<lb/>
ohne dass natürlich der Botschafter dies erwähnte, agieren,<lb/>
9 Mia Dollar für Nickel- und Kupfergewinnung investieren.<lb/>
Die österr. Exporte betrugen 1976 53 Mio S und sind auf<lb/>
weniger als die Hälfte gesunken. Die Importe von 82.000 S<lb/>
auf 17.000 S sind überhaupt vernachlässbar. Der Botschafter<lb/>
spricht zwar ein wenig Deutsch, Englisch wollte er gar nicht<lb/>
sprechen und verlangte dann, als er erschien, eine Dolmetscherin.<lb/>
Die Kollegin <rs type="person" ref="#per__113001">Leupold</rs> stellte sich, wie sie mir erklärte, jeder<lb break="no"/>zeit gerne zur Verfügung. Dies hebt ihr Ansehen in der Sektion,<lb/>
obwohl MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> gerade nicht sehr begeistert war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte kläre ihre Einsatzmöglichkeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_20">Der Botschafter von Irak kam, um neuerdings die Gemischte<lb/>
Kommission, die in Bagdad schon voriges Jahr stattfinden sollte,<lb/>
jetzt endgültig zu fixieren. Ich habe ihm keinerlei Zusagen<lb/>
gemacht, doch werde ich schwer über das nächste Jahr hinwegkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_21">Die Exporte bleiben mit 1 Mia gleich, bei den Importen haben<lb/>
wir von 4,2 Mia auf 3,5 Mia im Vorjahr durch geringere Öl<lb break="no"/>importe reduzieren können. Das Ungleichgewicht will er nicht<lb/>
anerkennen, denn so wie die Russen möchten alle diese Länder<lb/>
Öl- und Gaslieferungen aus der Bilanzierung ausschalten. Grosses<lb/>
Interesse haben sie an Dattel-Exporten, hier empfahl ich dem<lb/>
Botschafter er soll versuchen, direkte Exporte nach Österreich<lb/>
zu tätigen, und nicht, wie dies jetzt üblich ist, über die BRD<lb/>
abzuwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_22">Herr <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> kam mit seinem kaufm. Direktor <rs type="person" ref="#per__115055">Hummer</rs> wegen Zitronen<lb break="no"/>säure-Abschöpfung, die er in Berndorf, NÖ, erzeugt, zu verhandeln.<lb/>
Seinerzeit wurde mit der EG im Vertrag vereinbart, dass die<lb/>
14.– S Zoll abgebaut werden und seit 1977 ist daher der Zoll<lb break="no"/>satz Null. Vom österr. Bedarf – 2.000 t – werden 600 t von ihm<lb/>
geliefert. Dafür verwendet er 16.000 t Inlandszucker und möchte<lb/>
einen gewissen zusätzlichen Schutz. Als er erfuhr, dass dann sofort,<lb/>
wenn überhaupt, die Europäischen Gemeinschaften bereit sind, eine<lb/>
Abschöpfungsregelung zu akzeptieren, dann mit seinen 8.000 t<lb/>
Lieferung in der EG mit derselben Massnahme rechnen muss, zog<lb/>
er diesen Antrag resp. die Idee sofort wieder zurück.<lb/>
Von seiner 1978 16.000 t betragenden Produktion geht ja ausser<lb/>
den 600 t alles in den Export, die Hälfte in die EG. Der Inlands<lb break="no"/>preis ist von 18.– S jetzt auf 16.– S gefallen. Da 1.50 S der<lb/>
Firma Knorr, die dieses Produkt vertreibt, für Fracht und<lb/>
Vertriebsspesen bezahlt werden muss, erreicht die Firma nur einen<lb/>
Fabrikabgabepreis von 14,50 S. Sollten, erklärte ich ihm,<lb/>
Länder ein Dumping betreiben, könnte man mit Hilfe des Anti<lb break="no"/>dumpingverfahrens dagegen einschreiten. <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> meint, dies<lb/>
könnte man äusserst schwierig nur nachprüfen und damit behaupten.<lb/>
Der Hauptgrund dürfte aber der sein, dass er selbst auch im Ausland<lb/>
entsprechende Verkaufsmethoden entwickelt. Gegen die Konkurrenz will<lb/>
er sich jetzt so schützen, dass er den österr. Abnehmern flüssige<lb/>
Zitronensäure anbietet. Die ist bei den Grossabnehmern beliebter<lb/>
als in fester Form, obwohl sie weitere Kosten durch Auflösung der<lb/>
Zitronensäure verursacht. Da aber die flüssige Zitronensäure nicht<lb/>
sehr weit durch die hohen Transportkosten dann transportiert<lb/>
werden kann, rechnet er mir einem besseren Absatz für den Inlands<lb break="no"/>verbrauch.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_23">Die Firma Motomat hat ihre Lagerhalle auf den Trabrenngründen<lb/>
neu gebaut und ersucht, ich soll sie eröffnen. Da sich auch<lb/>
diese Firma einer sehr geschickten P.R.-Agentur bedient, die<lb/>
u.a. das Team 7 in Vösendorf betreute, wo ich mich als Holz<lb break="no"/>bastler betätigte, hat Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> zugesagt. Dieses Team war<lb/>
imstande, wie er mir erklärte, diese Präsentation in allen<lb/>
Zeitungen unterzubringen. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> ist überzeugt, dass dies<lb/>
wieder gelingen wird, da die Firma einen Zauberer bestellt hat,<lb/>
mit dem ich sozusagen Ersatzteile hervorzauberte. Ob und wie<lb/>
dieser Gag ankam, weiss ich nicht. Meine Ansprache benützte ich<lb/>
dafür, um nicht zuletzt, weil Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> auch dort war,<lb/>
auf die Bedeutung der Regierungspolitik hinzuweisen. Das Papperl,<lb/>
der Gulden und das Wagerl muss stimmen, dann wird diese Regierung<lb/>
wieder gewählt, sagte ich, ohne dass ich Parteipropaganda natürlich<lb/>
machen wollte. Dir. <rs type="person" ref="#per__115064">Schön</rs> hatte vorher ausführlich erörtert,<lb/>
warum Motomat notwendig ist, weil es eben die Firmen mit<lb/>
billigeren Ersatzteile beliefert, die qualitätsmässig einwandfrei<lb/>
sind, meistens sogar auch den Originalersatzteilen von Automarken<lb/>
entsprechen. Natürlich verwies auch ich dann darauf, dass trotz<lb break="no"/>dem in Deutschland – wie die oö. Arbeiterkammer festgestellt hatte –<lb/>
die Ersatzteile wesentlich billiger sind als in Österreich.<lb/>
Hier gibt es, forderte ich, Motomat auf, für sie noch<lb/>
sehr viel zu leisten. Die Fa. Motomat gehört einem englischen<lb/>
Konzern an, der Präsident dieses Konzernes hat mir dann ein<lb/>
ausdrücklich numeriertes Exemplar seines Erfolgsbuches gegeben.<lb/>
Ich bin wirklich sehr gespannt, ob tatsächlich darin gedruckt<lb/>
wurde, wie diese Organisation zu ihrer Bedeutung gekommen ist<lb/>
und wie man diese Organisation bestens führt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Lass dieses Buch von jemandem lesen,<lb/>
aber keinesfalls übersetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_25">Minister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> verhandelt jetzt über die 50 Panzer aus Amerika,<lb/>
die jetzt geliefert werden sollen und 1980 bezahlt. Die Amerikaner<lb/>
möchten nun, dass 1979 die Hälfte des Kaufpreises erlegt wird.<lb/>
Da die Budgetansätze eine solche Bezahlung 1979 nicht ermöglichen,<lb/>
obwohl <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> behauptet, dass Geld bei ihm da wäre, muss mit<lb/>
der Bank, <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> und Z, eine Übergangslösung gefunden werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat grosse Bedenken, ob es uns gelingen wird, die amerika<lb break="no"/>nische Militärverwaltung dafür zu gewinnen, dass sie für die<lb/>
fast Milliarden Schilling zusätzliche Kompensationsimporte tätigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_26">In Frage käme nach Meinung <rs type="person" ref="#per__98053">Wankes</rs> Papier oder gegebenenfalls<lb/>
sogar Vollmilchpulver. Ich vereinbarte mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, dass er dem<lb/>
Militärattaché bei den Verhandlungen sagen wird, das Handels<lb break="no"/>ministerium drängt unbedingt auf Kompensation und er soll sich<lb/>
daher mit Sekt. Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> diesbezüglich in Verbindung setzen.<lb/>
Ich ermächtigte <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> sozusagen, das Handelsministerium oder,<lb/>
noch besser, mich als den Krampus hinzustellen, der unter allen<lb/>
Umständen eine Kompensationslieferung für diese Panzer verlangt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-10-05_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte lass Dir über die Entwicklung genau<lb/>
berichten.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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