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            <title type="main">Mittwoch, der 27. September 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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von Waschmitteln und Seife neue Wege zu suchen, um diese zu<lb/>
verringern. Seife selbst aber kann ihrer Meinung in Österreich<lb/>
keinesfalls kostendeckend produziert werden. Die grosse Henkel-Seifen<lb break="no"/>fabrik in Krefeld und ihre Konzernmutter ist unzulänglich aus<lb break="no"/>gelastet. Die Wertschöpfung bei Seife ist außerdem sehr gering.<lb/>
Viel zweckmässiger wäre es bei dem Import von Waschmittel 100 Mio<lb/>
Schilling, Vorwaschmittel ebenfalls 100 Mio Schilling, zu ver<lb break="no"/>suchen, diese im Inland entweder zu erzeugen, oder zumindestens<lb/>
abzupacken. Die grossen ausländischen Firmen Procter &amp; Gamble,<lb/>
Colgate, aber auch Hofer und Raier<add>[?]</add> haben einen Importanteil von<lb/>
24% des Verbrauches. Ausser Raier füllt keine dieser 3 Firmen<lb/>
ihre Waschmittelpulver in Österreich ab. Wir werden mit den anderen<lb/>
diesbezügliche Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Nach ersten Gesprächen möchte ich an die Firmen<lb break="no"/>leitungen entsprechende Briefe schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_04">Mit GD <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> kam ich überein, dass Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs><lb/>
bezüglich der Aufsuchungsverträge der ÖMV eine Punktation vorlegen<lb/>
werden. Bei uns bearbeitet MR Dr. <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> diese Materie. Er hat bis<lb/>
jetzt mit den ÖMV-Vertretern keine Übereinstimmung erzielen<lb/>
können. Die provisorische Verlängerung bis Ende des Jahres wird<lb/>
kaum ausreichen, um bis zu diesem Zeitpunkt die endgültigen Ver<lb break="no"/>träge abzuschliessen. Ich lege grössten Wert darauf, dass diese<lb/>
Materie endlich bereinigt wird. Die ÖMV hat allerdings meinem<lb/>
Vorschlag, sie soll einen Vertragsentwurf vorlegen, auch nicht<lb/>
entsprochen. Die ÖMV, ganz besonders Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, steht nach wie<lb/>
vor auf dem Standpunkt, dass es ausschliesslich das intransingente<lb/>
Verhalten der Bergbehörde ist, gemeint ist aber selbstverständlich<lb/>
wieder SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, das das Nichtzustandekommen der Verträge ver<lb break="no"/>ursacht. Für mich ist dieser Versuch über <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> mit der ÖMV,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, friedlich auszukommen, der letzte. Sollte die ÖMV wieder,<lb/>
so wie bei den Gasverträgen, glauben ihre sture Haltung nicht aufge<lb break="no"/>ben zu müssen, dann wird von uns eben ein entsprechender Bescheid<lb/>
ergehen. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> ist fest davon überzeugt, die ÖMV würde dann genauso<lb/>
beim Verfassungsgerichtshof ebenfalls wieder verlieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_05">Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> ist mit Präsident <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs>, Verbundgesellschaft,<lb/>
und Dr. <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> als Aufsichtsratvorstandsmitglied, scheinbar<lb/>
schwerste Stütze von der ÖVP, für Präsident <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> erschienen, um<lb/>
die Personalverhältnisse des Verbundvorstandes zu besprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> behauptete, der Aufsichtsrat der Verbund hat einstimmig auf<lb/>
meinen Wunsch den Beschluss bei der Verlängerung des Vertrages<lb/>
von Generaldirektorstellvertreter <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> bis 31.12.1978 gefasst,<lb/>
diesen Posten als Nachfolger nur mehr einem aus einem Konzern<lb break="no"/>betrieb kommenden nebenamtlichen Generaldirektorstellvertreter<lb/>
zu geben. Die ÖVP sieht dafür den Direktor <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> von der DoKW<lb/>
vor. Man richtete an mich die dezidierte Frage, ob ich nicht doch<lb/>
einer Lösung zustimmen würde, dass ein vollwertiger zweiter Direktor<lb/>
von der ÖVP als Nachfolge <rs type="person" ref="#per__112012">Artholds</rs> bestellt werden könnte. Dies habe<lb/>
ich entschieden abgelehnt, gleichzeitig stellte ich aber fest, dass<lb/>
die Lösung, einen zweiten Konzerndirektor zu bestellen, nicht mein<lb/>
Wunsch war. Ich schlug immer eindeutig vor, es genügt vollkommen,<lb/>
wenn zwei Vorstandsdirektoren nach Ausscheiden von Generaldirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> dann bestellt werden. Die ÖVP, insbesondere Bundesobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> hat nur verlangt, es müsse der Proporz bis zu diesem Zeitpunkt<lb/>
gewahrt werden. Zu diesem Zweck zieht man jetzt <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> als General<lb break="no"/>direktorstellvertreter vor, der übrigens ansonsten die Donaukraft<lb break="no"/>werke auf alle Fälle verlassen würde. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> meinte, er hätte<lb/>
seinerzeit als <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs>, der ÖVP-Vertreter, und Dr. <rs type="person" ref="#per__114462">Fenz</rs>, ein soge<lb break="no"/>nannter unpolitischer Fachmann, der allerdings auch der ÖVP zuzurech<lb break="no"/>nen ist, die Donau führten, die besten Erfahrungen gemacht. Nur<lb/>
dem Drängen der Sozialisten hätte er unter <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> nachgegeben und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> als dritten Vorstandsdirektor akzeptiert. Dann sei sogar<lb/>
noch der Enns-Vorstand <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs> zur DoKW gekommen. Seit dieser<lb/>
Zeit arbeiten die vier Direktoren nicht mehr zusammen, sondern<lb/>
streiten ständig. <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs> interessierte sich nur mehr um seinen<lb/>
Pensionsvertrag, <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> ist als Halbtagsarbeiter zu betrachten.<lb/>
Die andere Zeit verbringt er mit seinen anderen Posten, insbesondere<lb/>
auch der Bürgermeisterei. Ich begründete die Besetzung <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartners</rs> als<lb/>
Vorstand mit der Übertragung der Enns an die Donau und der Auflösung<lb/>
der Enns als bauende Gesellschaft und damit als eine Betriebsgesell<lb break="no"/>schaft, die wasserrechtlich und hydrologisch nur zur Donau ressortie<lb break="no"/>ren kann. Auf Anfrage von <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> erklärte ich dezidiert, dass keine<lb/>
Absicht besteht, einen dritten Vorstand bei der DoKW zu bestellen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> teilte mit, dass GD <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> ihn verständigt hat, er legt auf<lb/>
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65. Lebensjahres keinen Wert.<lb/>
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dritter Vorstand DoKW und Zweiervorstand nach Ausscheiden <rs type="person" ref="#per__112014">Erbachers</rs>,<lb/>
alle Beteiligten verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_07">Mit <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> diskutierte ich dann selbstverständlich die Frage Zwenten<lb break="no"/>dorf. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> verteidigt das Gutachten, welches angeblich die Ver<lb break="no"/>fassungswidrigkeit der Volksabstimmung eindeutig feststellt. Mein<lb/>
Hinweis, dass darüber nur der Verfassungsgerichtshof entscheiden<lb/>
kann, wird von ihm insoferne nicht anerkannt, weil er sagt, in der<lb/>
Gemeindezusammenlegung Alberndorf hat er auch zwar den Spruch des<lb/>
Verfassungsgerichtshofes exekutieren müssen, steht aber auf dem<lb/>
Standpunkt, dass dieser falsch entschieden hat. Genauso, meint<lb/>
er, würde er auch eine Entscheidung zum Volksabstimmungsgesetz be<lb break="no"/>handeln. Wichtiger als dieser Streit war mir aber die Aussage<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112031">Maurers</rs> bezüglich der Alarmpläne. Darauf angesprochen antwortete<lb/>
er dezidiert, dies sei eine ausschliessliche Kompetenz des Landes.<lb/>
Die Niederösterreicher hätten alle Vorkehrungen getroffen, der<lb/>
niederösterreichische Alarmplan steht und sie seien für innerhalb<lb/>
und ausserhalb des Kernkraftwerkes Tullnerfeld, also Zwentendorf,<lb/>
zuständig. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> erklärt sich bereit, nach Studium dieses speziellen<lb/>
Falles mit seinen Beamten eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> oder<lb/>
den entsprechenden Beauftragten von Wien und ihm und mir abzuführen,<lb/>
um endgültig diese Frage zu bereinigen. Die Kompetenz vom Lande<lb/>
Niederösterreich muss aber dabei in jeder Beziehung gewahrt bleiben.<lb/>
Meinen Hinweis, dass die ÖVP-Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> und ganz besonders<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> immer wieder auf dieser überregionalen Alarm<lb break="no"/>planerstellung herumreiten, hat er vollkommen negiert. Mit der<lb/>
offiziellen Auffassung der ÖVP zu Zwentendorf, unsicher, Erdbebengebiet<lb/>
usw. identifiziert er sich unter gar keinen Umständen. Dies sei auch<lb/>
der Grund, weshalb auch die ÖVP-Plakate in Niederösterreich nicht<lb/>
plakatiert werden.<lb/>
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entsprechenden Vorarbeiten einleiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_09">Die Instant-Pulver Erzeuger möchten, wie ihr Sprecher von Maresi, Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116981">Rebernig</rs>, und Oetker, Dkfm. <rs type="person" ref="#per__116425">Ladentrog</rs>, und Dr. <rs type="person" ref="#per__116430">Hierold</rs> namens der an<lb break="no"/>deren 5 Firmen mir erklären, eine eigene Gruppe im Fachverband der Ge<lb break="no"/>tränkeindustrie werden. Da dies eine reine Organisationsangelegenheit<lb/>
der Handelskammer ist, erkläre ich sofort, dies nicht entscheiden zu<lb/>
können. Ich persönlich hätte dagegen nur gar nichts einzuwenden. Ein<lb/>
erster Schritt, um ihnen eine gewisse Selbständigkeit zu bescheinigen,<lb/>
wäre, wenn man in der Zusatzstoffverordnung nicht nur von den Ge<lb break="no"/>tränken spricht, sondern eben die Instant-Getränke als besondere<lb/>
Gruppe herauslöst. Alle Vorschriften könnten natürlich dann auch<lb/>
für diese Gruppe gelten. Ihnen wäre aber schon gedient, wenn sie als<lb/>
eigene Gruppe aufscheinen würden. Da sie 2.000 Tonnen Zucker ver<lb break="no"/>brauchen, glauben sie auch eine entsprechende Unterstützung durch<lb/>
die Zuckerindustrie in ihrer Selbständigkeitspolitik im Rahmen<lb/>
des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte kläre im Gesundheitsministerium, ob eine<lb/>
solche Vorgangsweise möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_11">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte die Aussprache mit dem EG-<lb/>
Kommissar <rs type="person" ref="#per__114113">Gundelach</rs> gleichzeitig mit meiner Aussprache und seiner<lb/>
mit diesen verbinden. Damit bin ich im Prinzip sehr einverstanden,<lb/>
denn ich wüsste nicht, was ich überhaupt mit <rs type="person" ref="#per__114113">Gundelach</rs> besonderes<lb/>
besprechen sollte. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> macht sich grosse Sorgen wegen der Zucht<lb break="no"/>rinder. Insgesamt wird neben den 38.000 Nutzrinder abschöpfungsfreies<lb/>
Kontingent noch ca 30.000 Zuchtrinder exportiert. Die Hälfte davon,<lb/>
vermutet <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, sind aber keine echten, sondern mit Zuchtrinderver<lb break="no"/>bändezertifikaten ausgestattete ältere Kühe, die insbesondere in<lb/>
Italien dann sofort geschlachtet werden. Neben dem Problem der Ein<lb break="no"/>tragung der echten Zuchtrinder in die Herdenbücher der EG gibt es<lb/>
also diese Schwierigkeit, die <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> versuchen muss zu beseitigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114113">Gundelach</rs> möchte er dann auch noch anbieten, Interventionsfleisch<lb/>
der EG zu kaufen und dafür in Österreich weniger südafrikanisches<lb/>
und argentinisches zu importieren. Für diesen Vorgang braucht er<lb/>
allerdings eine Novelle der Fleischmarktordnung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_13">Direktor <rs type="person" ref="#per__116442">Bach</rs> von Fichtel &amp; Sachs ist mit Direktor <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs>, Metall<lb break="no"/>werke Wien, erschienen, um mir zu bestätigen, dass er mit <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs>,<lb/>
VW-Vertreter, und der Alu-Ranshofen jetzt in Möllersdorf einen Teil<lb break="no"/>betrieb errichten wird. Bei einer Investition von 50 Mio Schilling<lb/>
werden sie eine Zubehöraufbereitung, zuerst Kupplungsreparatur, in<lb/>
weiterer Folge aber Übergang zu leichteren Werkstoffen, eine Betei<lb break="no"/>ligungsgesellschaft errichten. Die Diskussion geht jetzt noch, ob<lb/>
25% die beiden österreichischen Firmen Porsche und Ranshofen betragen<lb/>
soll, oder dieses berühmte 0.1% mehr. Wahrscheinlich wird man über<lb/>
die Schwierigkeit, da Fichtel &amp; Sachs keine höhere Beteiligung ak<lb break="no"/>zeptieren würden, durch einen Konsortialvertrag hinwegkommen. <rs type="person" ref="#per__116442">Bach</rs><lb/>
schilderte, wie es zu dieser, wie ich glaube, wirklich guten Lösung<lb/>
kommt und welche Schwierigkeiten es allerdings bei der Firma Fichtel<lb/>
&amp; Sachs deshalb gibt. Normal werden dort keine Beteiligungsgesell<lb break="no"/>schaft gemacht, wenn Fichtel &amp; Sachs irgendwo neue Investitionen<lb/>
tätigt. Für Möllersdorf ist, wie mir GD <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> auch ausdrücklich<lb/>
bestätigte, diese Frage von grösster Bedeutung. Ich habe Dir. <rs type="person" ref="#per__116442">Bach</rs><lb/>
deshalb auch klar und deutlich gesagt, dass er als Verkaufsdirektor<lb/>
jedwede Unterstützung von seitens des Handelsministeriums bekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll Dir über den weiteren Vorgang stets<lb/>
berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_15">GD <rs type="person" ref="#per__114782">Scheichenost</rs> von der Firma METRO möchte in Salzburg-Grödig einen<lb/>
neuen Betrieb errichten. Die Gemeinde, Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__116982">Schorn</rs>, war<lb/>
davon begeistert, denn er würde 250 Beschäftigte dazu bekommen. Das<lb/>
Land Salzburg hat aber die Genehmigung verweigert. Aus diesem Grund<lb/>
wurde jetzt an das Handelsministerium rekuriert. Die Beamten <rs type="person" ref="#per__116454">Wur<lb break="no"/>mitzer</rs> und <rs type="person" ref="#per__116455">Göller</rs> sollen dies hier bearbeiten. <rs type="person" ref="#per__114782">Scheichenost</rs> befürchtet,<lb/>
dass auch das Handelsministerium ablehnt, weil NR <rs type="person" ref="#per__116983">Frauscher</rs>, ein<lb/>
cash &amp; carry Ladenbesitzer in der Nähe von Grödig, sich ganz ent<lb break="no"/>schieden dagegen ausspricht. Aus diesem Grund hätte auch dieser ÖVP-<lb/>
Nationalrat die Salzburger Landesentscheidung herbeiführen können.<lb/>
Der Rechtsanwalt vom METRO Dr. <rs type="person" ref="#per__116456">Woltschek</rs> steht allen Beamten des<lb/>
Handelsministeriums zur Auskunfterteilung zur Verfügung. Ich habe<lb/>
unter Anwesenheit von <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> gesagt, dass wir den Fall genau prüfen<lb/>
werden und uns nicht nach den Gesichtspunkten der ÖVP-Politik in<lb/>
Salzburg richten werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> u. <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Akt mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vorlegen und be<lb break="no"/>sprechen. <pb n="44-1097" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-27_1097.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Der Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__116464">Schöller</rs> von der Firma Friedmann, Klima<lb break="no"/>und Heizungserzeuger bei ÖBB-Waggonbau, möchte die Lizenz von<lb/>
der Firma Scharfenberg aus Deutschland bei den U-Bahn-Bauten.<lb/>
Diese Kupplungen werden heute überall eingebaut und die Firma hat<lb/>
nur eine unzulängliche Serviceeinrichtung. Angeblich ist ein einziger<lb/>
Mann, <rs type="person" ref="#per__116457">Oretz</rs>, der Sohn des ehemaligen Direktors der Verkehrsbetriebe,<lb/>
jetziger Generalvertreter und Servicestelle. Dieser nimmt nur die<lb/>
Beschwerde zur Kenntnis, telefoniert nach Deutschland und bestellt<lb/>
einen Monteur. Die tagelange Zeit, bis dieser kommt, wird von den<lb/>
obersten Verkehrsbetriebe-Vertretern ohne weiteres akzeptiert. An<lb break="no"/>geblich wissen die davon gar nichts, wie es bei dieser Serviceleistung<lb/>
zugeht. Da die Firma Friedmann aber befürchtet, dass wenn diese Be<lb break="no"/>schwerde der ÖBB oder den Verkehrsbetrieben zur Kenntnis kommt,<lb/>
sie dann von weiteren Lieferungen ausgeschaltet wird, wird SChef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> auf Grund der neuen ÖNorm Regelungen eine entsprechende Um<lb break="no"/>frage durchführen. Bei dieser Gelegenheit sollte geprüft werden,<lb/>
ob nicht wirklich die Firma Friedmann als Servicestelle bei ent<lb break="no"/>sprechender Lizenz eingeschaltet werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_17">Die Aussprache mit Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> und <rs type="person" ref="#per__116458">Höllersberger</rs> von<lb/>
der Gewerkschaft mit dem Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> und seinem<lb/>
Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__114449">Nowotny</rs> brachte das erwartete Ergebnis. Die Konsum<lb break="no"/>genossenschaft, insbesondere der Zentralkonsum möchte die ver<lb break="no"/>schiedensten Verträge und damit Überschneidungen zwischen der Ge<lb break="no"/>werkschaft HTV und LUGA dadurch beseitigen, dass womöglich in<lb/>
jedem Betrieb der Arbeiter nach seiner Funktion zugeteilt wird.<lb/>
Dies wäre ein ganz neuer Weg und würde die derzeitige starke Position<lb/>
der Lebensmittelarbeiter im Konsum, aber ganz besonders auch die<lb/>
des Betriebsratsobmanns <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> ungeheuer schwächen. Der HTV hat<lb/>
bis jetzt nur vereinzelt die Betriebe organisieren können. Die<lb/>
meisten von ihnen gehören der Lebensmittelarbeitergewerkschaft an<lb/>
und haben einen eigenen Hausvertrag, der noch günstiger liegt als<lb/>
unsere Verträge und damit natürlich wesentlich günstiger als der<lb/>
HTV-Transportarbeitervertrag. Da leider bei uns der Konsumausschuss<lb/>
sich aus dem Streit von <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> mit dem seinerzeitigen Gruppensekre<lb break="no"/>tär <rs type="person" ref="#per__140390">Gludowats</rs> gespaltet hat, ist <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> immer noch als zweite<lb/>
Organisationseinheit für den Konsum tätig. Alle Bemühungen vom<lb/>
jetzigen Sekretär <rs type="person" ref="#per__116458">Höllersberger</rs> eine Einigung herbeizuführen, ist<lb/>
bis jetzt gescheitert. <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> möchte seine starke Position nicht auf<lb break="no"/>geben. Er war nicht einmal bereit in den Konsumausschuss zurückzu<lb break="no"/><pb n="44-1098" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-27_1098.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kehren, als man ihm den Obmann angeboten hat. Seine Idee ist,<lb/>
es muss der Konsum die Organisationsform akzeptieren, dass nämlich<lb/>
nur ein Zentralbetriebsrat existiert und dieser wird von <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> ge<lb break="no"/>stellt. Da <rs type="person" ref="#per__116458">Höllersberger</rs> diese Meinung nicht vertritt, sondern im<lb/>
Einvernehmen mit den anderen Konsumbetrieben in den Bundesländern<lb/>
mit Ausnahme von Salzburg, der sich zur <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs>-Gruppe und Organisation<lb/>
bekennt, wird <rs type="person" ref="#per__116458">Höllersberger</rs> auch von <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> wollte<lb/>
allen Ernstes, dass zur nächsten Aussprache mit den Konsumdirektoren<lb/>
nur Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> geht. Von HTV geht angeblich auch nur<lb/>
ein Vertreter. Dieses Verlangen wurde von mir nicht akzeptiert, doch<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> noch klären, wer wirklich zu der Aussprache eingeladen<lb/>
wird resp. hingeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_18">Dr. <rs type="person" ref="#per__115021">Ehninger</rs>, Ringbrotwerke Ges.m.b.H. in Linz, hat mir bei meinem<lb/>
letzten Besuch dort schon erklärt, dass der Betrieb in der zentralen<lb/>
Lage nicht bleiben kann. Der sehr teure Grund dort soll der Gemeinde<lb/>
für 60 Mio Schilling verkauft werden. Mit diesem Verkaufserlös möchte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115021">Ehninger</rs> dann am Stadtrand auf Pachtgrund der Gemeinde Linz einen neuen<lb/>
Betrieb errichten. Die Verhandlungen mit der Gemeinde stocken nun<lb/>
und er ersuchte mich, wenn er nicht weiterkommen sollte, dass ich<lb/>
ebenfalls bei <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> oder dem Stadtrat <rs type="person" ref="#per__115022">Ahamer</rs>, den ich gut aus<lb/>
der Arbeiterkammerzeit her noch kenne, zu intervenieren. Ich habe ihm<lb/>
zugesagt. Gleichzeitig hat er in der Finanzlandesdirektion in Linz<lb/>
geklärt, dass wenn der § 12 des Einkommensteuergesetzes nicht ange<lb break="no"/>wendet wird, für diesen Verkaufserlös er 74% Steuer zahlen müsste.<lb/>
Damit wäre die Transaktion unmöglich. Ring-Brot müsste auf seinen<lb/>
jetzigen Standort in ein paar Jahren auf alle Fälle sperren, sein<lb/>
Betrieb wäre zugrunde gegangen, der Finanzminister würde dann eben<lb break="no"/>falls keinerlei Geld mehr sehen. Da ich für diese Frage nicht kompe<lb break="no"/>tent bin, habe ich nur zugesagt, dass das Handelsministerium beim<lb/>
Finanzministerium diesbezüglich intervenieren wird. Vorher wird von<lb/>
unserem Büro mit dem Büro des Finanzministeriums Kontakt aufgenommen<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-27_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte notwendige Massnahmen einleiten.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Generalvertreter Fa. Scharfenberg (BRD)? Sohn ehem. Dir. WVB</occupation>
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               <persName><surname>Arthold</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>stv. GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Ladentrog, M.</persName>
               <persName><surname>Ladentrog</surname><forename>M.</forename></persName>
               <occupation>Fa. Oetker</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Woltschek, A</persName>
               <persName><surname>Woltschek</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Rechtsanwalt Metro</occupation>
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               <persName type="label">Gröger, Adolf</persName>
               <persName><surname>Gröger</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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            <person xml:id="per__112031">
               <persName type="label">Maurer, Andreas</persName>
               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Andreas</forename></persName>
               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
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               <persName type="label">Weiß, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Weiß</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Verkehrsminister, Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Erbacher</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Wiesinger, Günther</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Scheichenost, Franz</persName>
               <persName><surname>Scheichenost</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>GD Metro Österreich</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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