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            <title type="main">Dienstag, der 26. September 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_01">Dienstag, 26. September 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_02">Der österr. Botschafter in Bonn, <rs type="person" ref="#per__116681">Pein</rs>, informiert mich über seine<lb/>
Aktivitäten, um in Norddeutschland entsprechende Absatzmöglich<lb break="no"/>keiten zu erschliessen. Er hat eine Konsularkonferenz einberufen.<lb/>
Ausser den 4 Generalkonsulen <rs type="person" ref="#per__116980">Mühlbacher</rs>, München, <rs type="person" ref="#per__116682">Fitz</rs>, Düsseldorf,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116683">Schwarz</rs>, Hamburg, <rs type="person" ref="#per__116684">Kußbach</rs> Berlin, kamen auch die 12 Honorarkonsule,<lb/>
bedeutende Männer der deutschen Wirtschaft wie <rs type="person" ref="#per__146940">Krupp</rs>, <rs type="person" ref="#per__116686">Bahlsen</rs> usw.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116681">Pein</rs> glaubt, wir müssten in Norddeutschland mehr Aktivitäten ent<lb break="no"/>falten. Die Firmen, so stellte ich fest, müssten, wie der deutsche<lb/>
Botschafter <rs type="person" ref="#per__116687">Grabert</rs> mir mitteilte, wesentlich mehr auf das dortige<lb/>
Marketing und die Mentalität dieser Leute Rücksicht nehmen. Wichtig<lb/>
erschien <rs type="person" ref="#per__116681">Pein</rs>, dass ich endlich in Deutschland meinen offiziellen<lb/>
Besuch abstatte. Wir einigten uns darauf, dass der beste Zeitpunkt<lb/>
Donnerstag vor Pfingsten wäre. <rs type="person" ref="#per__116681">Pein</rs> möchte auch mit den Fremden<lb break="no"/>verkehrszweigstellenleiter der ÖFVW, 6 Stück an der Zahl, und den<lb/>
Direktor <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> ein Gespräch führen. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> soll bei dieser Ge<lb break="no"/>legenheit und auch bei meinem Besuch entsprechende österreichische<lb/>
Fremdenverkehrsaktivitäten organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Details alle bereits jetzt ein<lb/>
leiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_04">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über das argentinische<lb/>
Panzergeschäft berichtet. Vom Völkerrechtsstandpunkt wäre dagegen<lb/>
nichts einzuwenden, da sich Argentinien nicht im Krieg befindet.<lb/>
Die Schweden und die Schweizer wollen aber nicht liefern. Die Verei<lb break="no"/>nigten Staaten haben ein Embargo gegen argentinische Waffenliefe<lb break="no"/>rungen festgelegt. Österreich wird deshalb sowohl von der Welt,<lb/>
aber noch viel mehr innerösterreichisch ungeheure Proteste aus<lb break="no"/>lösen. Trotzdem möchte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eher liefern, um dem Vorwurf, man hat<lb/>
für die Beschäftigten in Steyr nicht vorgesorgt, zu entgehen.<lb/>
Die Idee, dass das Bundesheer vorliefert, ist unmöglich, dafür wäre<lb/>
ein eigenes Bundesgesetz, da es sich um eine Veräusserung von<lb/>
Bundesvermögen handelt, notwendig. Bundesobmann <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
gegenüber bei Abendessen für <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> seine Verhandlungsbereitschaft<lb/>
erklärt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint aber, bei der Verhandlung wird dabei kaum<lb/>
etwas herauskommen. Sein Vorschlag war deshalb, wir sollten jetzt zu<lb break="no"/>warten, bis die argentinische Regierung eine Verpflichtungserklärung<lb/>
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resp. verwenden wird. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> verwies dann noch besonders darauf, dass<lb/>
Steyr-Daimler-Puch die Vorlieferung von 50 Panzern wollte. Ma<lb break="no"/>ximal aber kämen dafür 17 in Frage, das ist eine Panzerkompanie.<lb/>
Selbst diese aber, glaubt <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, würden niemals lautlos im Parlament<lb/>
beschlossen werden. Die Opposition im Inland, aber auch in der<lb/>
Welt würde dies ganze als ein Geschäft von Regierung zu Regierung<lb/>
betrachten und nicht als eine gewöhnliche Lieferung von Steyer<lb break="no"/>Daimler-Puch nach Argentinien. Bei bisherigen Vorleistungen, die<lb/>
das Bundesheer schon erbracht hat, wurden 2–4 Panzer zur Offert<lb break="no"/>legung zur Verfügung gestellt und dann als Reparatur getarnt. Steyr<lb break="no"/>Daimler-Puch hat dann neue Panzer in diesem Reparaturverfahren zur<lb/>
Verfügung gestellt. Da ich derzeit den Aussenminister vertrete, wurde<lb/>
mir auch bezüglich der argentinischen Panzerlieferung ein diesbe<lb break="no"/>züglicher Akt vorgelegt. Meine Entscheidung war klar, ich habe hand<lb break="no"/>schriftlich vermerkt, dass der Herr Bundeskanzler die Mitteilung<lb/>
der argentinischen Regierung abwarten will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_05"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, dass mit den ORF-Kuratoren der sozialistischen<lb/>
Seite vereinbart wurde, zur Interimslösung stimmen alle für <rs type="person" ref="#per__114975">Oberhammer</rs>.<lb/>
Damit ist die Kontinuität aufrecht erhalten, die <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> fordert. Für<lb/>
die neu dann auszuschreibende Wahl sei alles offen. Die einzelnen<lb/>
Gruppen haben sehr unaufrichtig, ja sogar unfair gearbeitet. Dro<lb break="no"/>hungen wurden ausgesprochen, der Vertreter des Finanzministeriums<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116106">Mauhart</rs> von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sogar speziell genannt. <rs type="person" ref="#per__116688">Slunsky</rs>, der Vorsitzende<lb/>
im Kuratorium, ist frei jeder Weisung, es war aber ein Fehler, dass<lb/>
er <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> vorgeschlagen hat. Letzten Endes berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wird der<lb/>
Parteivorstand über den Kandidaten entscheiden müssen. Bei unserer<lb/>
Sektionsleitersitzung am Abend wurde dieses Problem auch eingehend<lb/>
besprochen und selbst ich kritisiert, dass ich gar keine wirkliche<lb/>
Entscheidung ihnen mitteilen konnte, sondern nur hoffe, dass wir<lb/>
über die Runden kommen. Die von der AZ behauptete Meinungsvielfalt<lb/>
der Kuratoren sei Schwäche, Ratlosigkeit, die SPÖ mache sich damit<lb/>
lächerlich. Die berechtigte Kritik konnte ich weder entkräften, noch<lb/>
eigentlich entgegentreten. Ich glaube auch, obwohl ich in die un-<lb/>
mittelbaren Verhandlungen Gott sei Dank gar nicht eingeschalten bin,<lb/>
dass hier in dieser Frage ein untragbarer Zustand sich heraus ent<lb break="no"/>wickelt hat. Personalentscheidungen sind die schwierigsten Entschei<lb break="no"/>dungen, Personalentscheidungen bringen Personen gegeneinander auf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_06">Personalentscheidungen können für gewisse Personen tödlich<lb/>
sein. Ich fürchte, dass wir uns wieder einmal nach 10 Jahren<lb/>
Ruhe in einer solchen Situation derzeit befinden.<lb/>
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möchte, wo ihr Ministerium festhält, dass mit dem Kompaktlager,<lb/>
dem Cogema-Wiederaufbereitungsvertrag und der Lagerung in Ägypten<lb/>
die Versorgungskette geschlossen ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangte sofort,<lb/>
dass man mit der Atombehörde Prof. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> Kontakt aufnehmen soll,<lb/>
damit diese und diese uns die adviser opinion mitteile. Ich habe<lb/>
unverzüglich auf Wunsch <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolters</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> den Kontakt mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> hergestellt. Dieser schlägt vor, wir sollten zuerst mit den<lb/>
neuen Reaktorreferenten <rs type="person" ref="#per__116690">Laue</rs>, er war bisher im Kernkraftwerk<lb/>
Karlsruhe beschäftigt, und dann mit seinem Abteilungsleiter, dem<lb/>
Russen <rs type="person" ref="#per__116689">Schepilow</rs> Gespräche führen. Letzten Endes entscheidet<lb/>
natürlich der Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__114164">Eklund</rs>. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> aber<lb/>
vorgeschlagen, er wird jetzt zuerst mit <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> zu <rs type="person" ref="#per__114164">Ecklund</rs> gehen,<lb/>
um gegebenenfalls diese Information resp. Bestätigung zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> darüber unbedingt verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_09">Innenminister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> hat vor der Ministerratssitzung mir auch mitge<lb break="no"/>teilt, er ist von seinen Beamten informiert, gegen die Ö-Norm<lb/>
Änderung zu stimmen. Wir einigten uns aber dann dahingehend – und<lb/>
ich habe das im Ministerrat selbst vorgeschlagen – dass die Meldung<lb/>
an die Informationsstelle nur bei Auslandsgeschäften über 1 Mio<lb/>
Schilling erfolgen soll. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> verlangt ausserdem ein bundesein<lb break="no"/>heitliches Formular.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte Entsprechendes sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_11"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat im Ministerrat bei einer Auslandsreise wieder darauf<lb/>
hingewiesen, dass die Budgetpost nicht überschritten werden darf.<lb/>
Sollte aber auf andere Konten verbucht werden, dann wird er mit<lb/>
aller ihm zur Verfügung stehenden Macht dies verhindern und Kon<lb break="no"/>sequenzen ziehen. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> teilt mir allerdings dann mit, dass<lb/>
das Bundeskanzleramt nicht keinerlei Mittel mehr frei hat, sondern<lb/>
dass die Reisetangente 104.000 Schilling pro Monat ausmacht und<lb/>
dass sie jetzt aber nur mehr eine Summe von 266.000 Schilling zur<add>[Verfügung]</add><lb/>
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Reisetangentendeckung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_12"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> legte auch einen mündlichen Ministerratsvortrag über<lb/>
seine Ungarn-Reise vor. Darin behauptet er zwar falsch, dass er<lb/>
für die Bergbauförderung zuständig ist, mündlich ergänzte er,<lb/>
dass mit diesem ungarischen Kohle-Elektrizitätsproblem nicht<lb/>
zuletzt auch wegen der Finanzierung und wegen Raumplanung und ich<lb/>
weiss nicht was sonst noch, er als Bundeskanzler zur Koordinierung<lb/>
verpflichtet ist, weil eben mehrere Ministerien davon betroffen<lb/>
sind. Er schlägt deshalb ein kleines Ministerkomitee, Bundeskanzler,<lb/>
Finanzminister, Handelsminister vor. Verärgert ist er scheinbar über<lb/>
die Verbund, weil seiner Meinung nach die nicht entsprechend expedi<lb break="no"/>tiv arbeiten. Ich hörte fast die Stimme von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> aus ihm sprechen.<lb/>
Die Verbund hätte auch nicht die politische Kraft und die Motivation<lb/>
so schnell als möglich zu einem Abschluss zu kommen. Ähnlich war es<lb/>
auch bei er seinerzeitigen Verhandlung mit den Polen. Die Koordi<lb break="no"/>nation wird jetzt sehr schnell erfolgen und momentan wird der Finanz-<lb/>
minister als Vizekanzler diese Koordination führen. Mich stört dies<lb/>
insoferne nicht, weil ich überzeugt bin, dass das Hauptproblem sein<lb/>
wird, die riesigen Kohlenmengen, welche die Ungarn liefern wollen<lb/>
und liefern müssen, in Österreich unterzubringen. Die Elektrizitäts<lb break="no"/>gesellschaft wird höchstens einen Teil davon verarbeiten können.<lb/>
Den Rest muss dann die verstaatlichte Industrie irgendwie verkraften.<lb/>
Darüber hinaus wird es äusserst schwierig sein, die finanziellen Mit<lb break="no"/>tel für dieses ganze Projekt aufzubringen. Der Finanzminister wird,<lb/>
davon bin ich überzeugt, ähnlich wie mit den Polen diesbezügliche<lb/>
Verträge abschliessen müssen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> für die Verstaatlichung, der<lb/>
Finanzminister für die Österr. Kontrollbank werden daher auch letzten<lb/>
Endes die Verantwortung so wie bei Polen zu tragen haben.<lb/>
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jetzt wegen der 30 Groschen Mineralölsteuererhöhung ein Interview<lb/>
geben. Er wird von Einnahmen von 1 bis max. 1.2 Mia Schillinge reden,<lb/>
in Wirklichkeit aber müssten es mehr sein, denn 10 Groschen bringen<lb/>
weit über 400 Mio Schilling.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte kläre, wieviel jetzt 10 Groschen Mine<lb break="no"/>ralölsteuer wirklich bringen.<add>ca 1,4 Mrd S [Paraphe Satzinger]</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_15">Vor der anschliessenden Industriekommissionssitzung hatte ich<lb/>
Gelegenheit mit <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, Creditanstalt, <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, Industriellen<lb break="no"/>vereinigung, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, Arbeiterkammer, zeitweise hat sich sogar<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dazugestellt, dann aber, als er das Problem erfasste, sich<lb/>
sofort entfernt, mit <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> über die Frage der Be<lb break="no"/>schäftigung von Rieser Herderzeuger in Stumm zu sprechen. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs><lb/>
möchte die grosse Lösung herbeiführen. Firma Tirolia, sein<lb/>
Freund <rs type="person" ref="#per__115647">Heiß</rs>, soll sich endlich mit Elin arrangieren, damit Elin<lb/>
nicht immer nur Herde importiert für ihr Verkaufsprogramm. Kommt<lb/>
es zu dieser grossen Lösung, dann ist das Problem für die Beschäf<lb break="no"/>tigten in Stumm geklärt. Da diese Frage aber sicherlich nicht von<lb/>
heute auf morgen entschieden wird, haben wir im Handelsministerium<lb/>
versucht, mit dem Konkursverwalter und dem Bürgermeister Kontakt<lb/>
aufzunehmen, um eine Lösung herbeizuführen. Alle Gespräche ergaben,<lb/>
dass in Wirklichkeit die AEG sich stärker engagieren muss. Wenn<lb/>
die AEG, die den Betrieb Rieser de facto beherrschte, manche be<lb break="no"/>haupten auch sogar besass, einsteigt, gibt die Bank sofort weiter<lb/>
Geld. Der Bürgermeister meint, es werden dafür nicht 30 Mio Schilling<lb/>
Betriebsmittel benötigt, sondern 5 Mio. Ich habe mit einem eigenen<lb/>
Brief die AEG jetzt zur unverzüglichen Stellungnahme bezüglich<lb/>
dieser Vorschläge aufgefordert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_16">In der Sitzung der Industriekommission hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen schrift<lb break="no"/>lichen Bericht über die Investitionsförderungsmassnahmen vorgelegt.<lb/>
Ergänzt hat er ihn dann durch aktuelle Industrieprojekte, primär<lb/>
natürlich das BMW-, Steyr-Daimler-Puch-Projekt mit dem <rs type="person" ref="#per__114911">List</rs> Diesel<lb break="no"/>motor. Der Generaldirektor von BMW hat ihm mitgeteilt, es werden<lb/>
nicht nur 100.000 Stück erzeugt werden, sondern wesentlich mehr. Die<lb/>
Oberösterreicher geben nur 86 Mio Schilling, wenn es nach <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs>,<lb/>
dem Landeshauptmann geht, die SPÖ Oberösterreichs, Landeshauptmann<lb break="no"/>stellvertreter <rs type="person" ref="#per__114936">Hartl</rs>, verlangt 200 Mio Schilling. Die Steirer sind<lb/>
bereit 500 Mio zu geben und 150.000 qm Grund zur Verfügung zu stellen.<lb/>
Wie weit es sich hier nur um ein wahltaktisches Manöver handelt,<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs>, aber auch LHStV. <rs type="person" ref="#per__97935">Sebastian</rs> werden diesbezüglich bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vorsprechen, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Alle be<lb break="no"/>zweifeln, dass die Steirer wirklich 500 Mio haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangt,<lb/>
wenn es tatsächlich nach Steiermark kommt, dann müsste es in ein<lb/>
Industriegebiet kommen, z.B. Obersteiermark, keinesfalls dürfte man<lb/>
überhaupt irgendwo auf die grüne Wiese dieses Werk stellen, denn es<lb/>
muss damit auch ein schwaches Industriegebiet gestützt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_17">Prof. <rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs> verwies darauf, dass man seinerzeit in Deutschland<lb/>
Opel auch auf diese Art und Weise nach Bochum gezwungen hat.<lb/>
Damit sich die Länder nicht überbieten und den Deutschen immer<lb/>
noch bessere Konditionen geben, sollte man kartellmässig Ab<lb break="no"/>sprachen durchführen. Die Regierung sollte dies einleiten. Wenn<lb/>
sich die Länder nicht daran halten, sollte man ihnen den Finanzaus<lb break="no"/>gleich entsprechend kürzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies darauf, dass es Landtags<lb break="no"/>wahlen gibt, eine solche Vorgangsweise unmöglich ist und selbst<lb/>
bei Beamtenverhandlungen die Regierung zwar mit den Gewerkschaften<lb/>
verhandelt, dann aber die Länder ihre Beamten wesentlich besser<lb/>
honorieren als die Vereinbarung lautet. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> versucht ebenfalls<lb/>
immer wieder bei solchen Aussprachen darauf hinzuweisen, wie sehr<lb/>
die Handelskammer sich auch, sei es um grössere Exporte im Zuge<lb/>
der Autozubehörlieferung, sei es um Handelsdelegationen in Staats<lb break="no"/>handelsländern usw. bemüht, ihr Möglichstes dazu beizutragen. Dieses<lb/>
Spiel <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> – <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, wer leistet sozusagen mehr, belustigt<lb/>
mich. Für mich ist die Erkenntnis interessant und wichtig, dass<lb/>
natürlich alles zum Höchsten, d.h. Bundeskanzler strebt. Dieser be<lb break="no"/>kommt also alle Offerte, macht auch entsprechende Zusagen auf Un<lb break="no"/>terstüztung, worauf sich dann letzten Endes bei der Durchführung<lb/>
natürlich entsprechende Schwierigkeiten ergeben. In der Minister<lb break="no"/>ratssitzung wurden der VOEST über 5 Mia Schilling für Alpine-<lb/>
Betrieb Zinsstützung zugesagt. Ich bin gespannt, was BMW letzten<lb/>
Endes wirklich herausreissen wird. Die beabsichtigte Koordinierung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs> sehr sehr schön, erklärte ich, nur könne sie nie funktionie<lb break="no"/>ren, wie ich bei der Investorenwerbung im Handelsministerium immer<lb/>
wieder feststellen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_18"><rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs> berichtete dann auch über seine Konzeptvermögensbildung in<lb/>
Arbeitnehmerhand über Beteiligungsfinanzierungsgesellschaften. Die<lb/>
neben mir sitzenden Unternehmervertreter <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs><lb/>
wurden ganz schön nervös. Prof. <rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs> hat wirklich eine romantische<lb/>
Vorstellung. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> mussten sehr vorsichtig reagieren,<lb/>
denn letzten Endes ist es ja scheinbar auch die neue Linie der ÖVP,<lb/>
zumindestens des ÖAAB. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sprach von einem ehrenwerten Beginnen,<lb/>
man dürfe aber nur auf freiwilliger Basis operieren, nicht Fonds<lb/>
schaffen, sondern nur innerbetrieblich lösen, <choice><choice><sic>Intensivlöhne</sic><corr>Investivlöhne</corr></choice></choice> würden<lb/>
nur zu den normalen Lohnaufschlägen noch weitere Zuschläge bringen<lb/>
und die Institutionalisierung sei überhaupt von Übel. Die Form, die<lb/>
Andrae also vorschlägt, sei abzulehnen. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> und <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> sprachen<lb/>
<pb n="44-1089" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-26_1089.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von einem Zwangssparen und nicht Lösung dadurch der ungleichen<lb/>
Vermögensverteilung. <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> meinte, am besten sei eine steuer<lb break="no"/>freie Investitionsrücklage, wie wir sie bis jetzt gehabt haben,<lb/>
wenn man einen solchen Weg überhaupt beschreiten will. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs><lb/>
meinte, in der Vergangenheit hätten die Unternehmer über Selbst<lb break="no"/>finanzierung die notwendigen Investitionen tätigen können. Derzeit<lb/>
und in der Zukunft sei dies nur über Fremdfinanzierung möglich<lb/>
und auch hier müsse man äusserst vorsichtig vorgehen. <rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs><lb/>
fasst dann Kritik als kurzfristig und statisch zusammen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte mir gegenüber, willst Du vielleicht auch dazu etwas sagen,<lb/>
was mich nur dazu veranlasste, über dieses Problem hätte ich vor<lb/>
20 Jahren schon vor <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> debattiert und nicht zu sagen gestritten.<lb/>
Als Gewerkschafter wollte ich dazu nichts sagen. Ich hätte es auf<lb/>
alle Fälle, wie auch seinerzeit bei <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>, abgelehnt, wenn man dadurch<lb/>
die Lohnerhöhungen der Arbeitnehmer kürzen wollte. Als Handels<lb break="no"/>minister aber habe ich gar keine Veranlassung<add>[mich]</add> in diesen theoretischen<lb/>
Streit einzumischen. Ich glaube allerdings, dass es für die sozi<lb break="no"/>alistische Seite eine gute Gelegenheit wäre, sowohl die Diskussion<lb/>
über den Mittelstand als auch über den Investivlohn usw. mehr<lb/>
zu schüren. Die ÖVP würde dadurch in eine ganz schöne unglückliche<lb/>
Situation gedrängt. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und der ÖAAB wurden hier immer wesentlich<lb/>
andere Vorstellungen haben als die Wirtschaft, Handelskammer oder<lb/>
Wirtschaftsbund gerade noch verkraften könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Warum nützt die Partei dies wirklich so wenig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_20">In der Vorbesprechung zum Integrationsausschuss wurde die Taktik festge<lb break="no"/>legt, im Integrationsausschuss selbst dann auch tatsächlich von der<lb/>
ÖVP genau so vorgegangen. Die Regierung, insbesondere der Handels<lb break="no"/>minister macht zu wenig, <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> verlangt Initiative, neuen handels<lb break="no"/>politischen Vorstoss und <rs type="person" ref="#per__112149">Gorton</rs>, <rs type="person" ref="#per__116695">Leidenfrost</rs>, <rs type="person" ref="#per__97369">Brandstätter</rs>, <rs type="person" ref="#per__116696">Huber</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__112142">Feurstein</rs> kritisieren dann entsprechend. Der FPÖ-Abgeordnete<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs> hat in diesem Fall wirklich wesentlich mehr sachlich dis<lb break="no"/>kutiert und vor allem mehr konkrete Informationen verlangt. Der<lb/>
sozialistische Abgeordenete <rs type="person" ref="#per__116697">Luptowits</rs>, der im Europaparlament auf<lb/>
dieser Sparte sehr tätig ist,<add>[hat]</add> dann die schwierige Situation erörtert.<lb/>
In einer Rezession <choice><choice><sic>erleidet</sic><corr>leidet?</corr></choice></choice> die Integration, war sozusagen der<lb/>
Tenor aller Ausführungen. Für mich ist es gar keine Frage, dass die<lb/>
Abgeordneten der Opposition ja nur in den Ausschüssen Munition,<lb/>
sammeln, um dann in der Haussitzung entsprechend angreifen zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_21">Viel werden sie dabei nicht erreichen, denn mit Recht konnte<lb/>
ich immer wieder darauf verweisen, dass ja alle unsere Integra<lb break="no"/>tionsvorschläge und Massnahmen mit allen Interessensvertretungen<lb/>
abgestimmt sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte stets darauf, dass intermini<lb break="no"/>steriell tatsächlich alles abgedeckt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_23">Interessant war nur, dass <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, der Vorsitzende des Ausschusses,<lb/>
zuerst bei dem Besuch von <rs type="person" ref="#per__114113">Gundelach</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> eine Zusammenkunft<lb/>
auch der Parlamentarier vereinbaren wollte. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> war davon nicht<lb/>
sehr begeistert und meinte, der Besprechungsterminkalender von <rs type="person" ref="#per__114113">Gunde<lb break="no"/>lach</rs> sei übervoll. Ich habe ihm sofort vorgeschlagen, er soll am<lb/>
Samstag vormittags noch eine Besprechung arrangieren, wenn die Par<lb break="no"/>lamentarier dies wirklich wollen. Das Interesse für Samstag war aber<lb/>
nicht mehr vorhanden. Die ÖVP hat überhaupt sich nicht diesbezüglich<lb/>
gerührt. An diesem Beispiel habe ich erkannt, wie es zweckmässiger<lb/>
ist beweglich auf Vorschläge der Parlamentarier einzugehen, die,<lb/>
wenn es eine ungünstige Zeit ist, von ihnen sowieso nicht genützt<lb/>
wird, als nein zu sagen und dann Vorwurf von <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> zu bekommen, die<lb/>
Regierungsmitglieder wollen die Parlamentarier ausschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte parlamentarische Wünsche immer sofort<lb/>
erfüllen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_25">Bei meinem Referat in der Fraktion des Arbeiterkammertages ging<lb/>
ich natürlich speziell auf die Kompetenzen und Wünsche des Handels<lb break="no"/>ministeriums ein. Einmal mehr plädierte ich dafür, man sollte die<lb/>
starre Preisregelung, soweit wir sie überhaupt noch haben, aufgeben.<lb/>
Die Präsidenten haben durch Kopfnicken, allerdings nicht durch<lb/>
Diskussionsbeiträge meiner Meinung zugestimmt. Ich hoffe, dass dies<lb/>
auf <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> doch einen gewissen Einfluss haben wird. In der Dis<lb break="no"/>kussion war aber die Frage der Offenhaltszeit für das Modezentrum<lb/>
St. Marx und ganz besonders die Staatswappenverleihung sowie die<lb/>
Benzinpreise interessant. Bezüglich Staatswappenverleihung habe<lb/>
ich mich verpflichtet in Hinkunft bei jedem Fall, den ich über<lb break="no"/>reiche, die zuständige Landesarbeiterkammer zu verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__115082">WIESINGER</rs>: Bitte unbedingt darauf achten,<lb/>
neben Partei bei Länderaufenthalt auch Arbeiterkammer jetzt<add>[zu]</add> ver<lb break="no"/>ständigen.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_27">Der Salzburger Arbeiterkammerpräsident <rs type="person" ref="#per__116915">Brunauer</rs> und sein Kammeramts<lb break="no"/>direktor ersuchten mich um Stellungnahme, ob nicht doch für Salz<lb break="no"/>burg zumindestens ein Semmelkartell errichtet werden könnte. Die<lb/>
Firma Zrost, die sie jetzt gewerkschaftlich organisiert haben,<lb/>
wird ansonsten zu Grunde gehen und damit ihre grösste Bäckerei<lb/>
verschwinden. Ich erklärte sofort, ich sehe da fast keine Mög<lb break="no"/>lichkeit, da sich nicht nur die Arbeiterkammer und der ÖGB, sondern<lb/>
auch die Bundesinnung dagegen ausgesprochen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_28">In der Sektionsleitersitzung auf der Landstrasse gab es dann über<lb/>
die Volksabstimmung eine heftige Diskussion. Während es inner<lb break="no"/>halb unserer Partei selbstverständlich war und auch auf der Land<lb break="no"/>strasse so ist, dass die Mitarbeiter bei den Wahlen durch klare<lb/>
Linien <choice><choice><sic>eingesetze</sic><corr>?</corr></choice></choice>, wirklich aktivst mitarbeiten, wird dies bei der<lb/>
Volksabstimmung bezweifelt. Teils in diesem Kreis wurde heftigst<lb/>
diskutiert, wie man und ob man einen Mitarbeiter dazu überhaupt<lb/>
motivieren resp. überhaupt verpflichten kann. Da ich bis jetzt<lb/>
verhindern konnte, dass in unserem Kreis vor der Gemeinderatswahl<lb/>
diese Diskussion ausbricht, war ich darüber gar nicht sehr glück<lb break="no"/>lich. Ich habe daher auch ersucht – und dies wurde dann auch angenom<lb break="no"/>men – dass wir diese Debatte nicht vor der Gemeinderatswahl im Oktober<lb/>
führen. Nachher werden wir uns sowieso klar werden müssen, wie man<lb/>
vorgeht. Die Gefahr, die ich sehe, ist, dass ansonsten jetzt in den<lb/>
Sektionen und bei den Mitarbeitern, ganz zu schweigen von den Mit<lb break="no"/>gliedern und Wählern ein Streit ausbricht, den wir gerade für die<lb/>
Gemeinderatswahlen nicht brauchen können. Zuerst muss die Wiener<lb/>
Wahl geschlagen sein, dann werden wir uns über dieses Problem un<lb break="no"/>terhalten.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-26_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs> Hier müssen wir unsere Taktik noch genau<lb/>
festlegen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 26.9.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 132. Ministerratssitzung, 26.9.1978</head>
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               <persName type="label">Schiwkow, Todor</persName>
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               <persName type="label">Vranitzky, Franz</persName>
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