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            <title type="main">Montag, der 18. September 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_01">Montag, 18. September 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_02">Beim Jour-fixe, welches mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> alleine stattfand, wurden nur<lb/>
wenig Details besprochen. Der Konsulentenvertrag mit dem pensionier<lb break="no"/>ten MR Dr. <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs>, Handelsministerium, der für die Textilindustrie<lb/>
von grosser Bedeutung ist, läuft Ende des Jahres ab und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
schlug vor, dass wir ihn jetzt bezahlen resp. verlängern sollten. Ich<lb/>
sagte sofort, dafür hätte ich keine Möglichkeit, der Fachverband ist<lb/>
daran primär interessiert und er soll daher den Vertrag verlängern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_03">Für das Staatswappen möchte er jetzt den Tiroler Gremialvorsteher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115702">Moser</rs> vorschlagen. Nachdem wir jetzt in Mayrhofen den ersten Gast<lb break="no"/>wirt gemacht haben, war mir vollkommen klar, dass nun auch andere<lb/>
kommen werden, wogegen ich gar nichts einzuwenden habe. Neuerdings<lb/>
kam das abgelehnte – und 1975 zurückgezogene – Auszeichnungsverfah<lb break="no"/>ren der Firma Prack, 70 Beschäftigte, 75 Mio Schilling Umsatz, zur<lb/>
Sprache. <rs type="person" ref="#per__116948">Braun</rs> Einrichtungskontor hat gleichzeitig seinerzeit ein<lb break="no"/>gereicht, es bekommen und jetzt, sagt <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, hält er den Druck<lb/>
nicht mehr aus. Natürlich erklärte ich sofort, dass die Arbeiter<lb break="no"/>kammer ablehnt, ohne natürlich den Grund zu sagen. Meine Begrün<lb break="no"/>dung ist, dass vielleicht doch nicht alle gesetzlichen Bestimmungen<lb/>
eingehalten werden. Sekretär <rs type="person" ref="#per__114537">Oder</rs> kennt den Fall natürlich genau<lb/>
und meinte, man könne doch einen Unternehmer nicht verpflichten,<lb/>
dass er einen Betriebsrat schafft. Offiziell bestritt ich, dass<lb/>
dies der Ablehnungsgrund sei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wo bleibt übrigens das Schreiben gegen den<lb/>
Rechtsanwalt, der eine solche Behauptung schriftlich mir mitge<lb break="no"/>teilt hat.<add>bereits vorgelegt</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_05">Mit den BÜRGES-Richtlinien resp. der Neufassung der Merkblätter<lb/>
ist die Handelskammer, wie man auf Wienerisch sagt, sauer. Ich<lb/>
konnte mich rausspielen, dass ich erklärte, dies sei, so viel mir<lb/>
mitgeteilt wurde, im Beirat besprochen worden und nach langen<lb/>
Diskussionen beschlossen worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll doch noch einmal versuchen eine<lb/>
Lösung mit der Handelskammer zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_07">Die Handelskammer macht sich Sorgen, wenn die Abfangjäger ge<lb break="no"/>kauft werden sollten, ob die Kompensation für Exporte dann ge<lb break="no"/>sichert sind. Ich verwies darauf, dass <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> eine andere Wehr<lb break="no"/>politik macht als <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> und dass bereits bei den Hubschraubern<lb/>
Agusta die entsprechenden Kompensationsvoraussetzungen von sei<lb break="no"/>tens des Handelsministeriums geschaffen wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie weit funktioniert jetzt diese Verein<lb break="no"/>barung.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_09"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wollte nur wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, den<lb/>
Brauereivertrag mit einer längeren Laufzeit als 12 Monate abzu<lb break="no"/>schliessen. Ich sehe keine Möglichkeit, weil auch die letzte<lb/>
Paritätische Kommission, wo dieses Problem von Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs><lb/>
angeschnitten wurde, zu keinem Beschluss führte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_10"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat mir angedeutet, er muss mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs><lb/>
die Streitfragen, welcher dieser in der letzten Zeit entfacht hat,<lb/>
besprechen, da er sonst für die weitere Entwicklung der Zusammen<lb break="no"/>arbeit in der Handelskammer grosse Schwierigkeiten sieht. Bei den<lb/>
Handelskammerwahlen im April 1980 besteht sonst die grosse Gefahr,<lb/>
dass die Freiheitlichen sowohl auf Kosten des Freien Wirtschafts<lb break="no"/>verbandes, als natürlich vor allem des Österreichischen Wirtschafts<lb break="no"/>bundes stärker werden. Daran hat er gar kein Interesse. Da <rs type="person" ref="#per__97757">Mühl<lb break="no"/>bacher</rs> anschliessend zu einem 4-Augengespräch mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> kam,<lb/>
habe ich einleitend insoferne mich eingeschalten, als ich 1/4 Stunde,<lb/>
länger konnte und wollte ich nicht, bei diesem Gespräch anwesend war.<lb/>
Ich sagte sofort, nicht dass ich, wie jetzt <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs> in Camp David,<lb/>
versuche die beiden Streitteile mit Druck zu einer Lösung zwingen<lb/>
möchte. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat einmal mehr auf <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> seine Freundschaft<lb/>
verzichtet. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> wieder versichert, dass er niemals die Han<lb break="no"/>delskammer-Idee nicht auch überall verteidigt. Ich glaube und hoffe,<lb/>
dass doch die offenen Probleme, die letzten Endes zu dieser harten<lb/>
Auseinandersetzung führten, beigelegt werden können. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
jedenfalls legt, sicherlich bedingt durch seine wirklich sehr<lb/>
schmerzhafte Krankheit, grössten Wert darauf, mit allen persönlich,<lb/>
ja fast freundschaftlich verbunden zu sein. Dies schafft ihm inner<lb break="no"/>halb der ÖVP sicherlich einen schweren Stand. Umso mehr glaube ich,<lb/>
muss man ihm wirklich entgegenkommen, was übrigens auch <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs><lb/>
sicherlich einsieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_11">Beim Pressefrühstück berichte ich auf Anfrage von Redakteur <rs type="person" ref="#per__116949">Auer</rs><lb/>
über meine Bemühungen zur Lösung der Rabattsenkung auf Ölprodukte,<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die Bulgarien-Verhandlungen, <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> über die<lb/>
Ö-Norm-Änderungen resp. Beratertätigkeit der Industriesektion,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> vor allem aber präsentierte unsere Arbeitstätigkeit des<lb/>
Handelsministeriums für Klein- und Mittelbetriebe seit 1970.<lb/>
Damit wurde diese Arbeit prinzipiell einmal der Presse über<lb break="no"/>geben. Durch ihren Umfang wird sie wahrscheinlich total unter<lb break="no"/>gehen. Wichtig wird jetzt sein, für die nächste Zeit – fast<lb/>
könnte man sagen als Reservethemen für Journalistenfrühstücke,<lb/>
wo wir nicht brandneue Informationen geben können – diese um<lb break="no"/>fangreiche Studie im Detail immer auszuwerten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Die Abteilungen sollen entsprechende Detail<lb break="no"/>informationen liefern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_13">Beim Abholen von Präsident <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> erfuhr ich, dass Argentinien<lb/>
bei Steyr-Daimler-Puch für über 4 Mia Schilling Panzerkürassiere<lb/>
kaufen möchte. GD <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> hat sich an Minister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und Finanz<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gewendet. Alle haben aber grösste Bedenken, auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97629">Kirchschläger</rs>. Hätte sich <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> an mich gewendet,<lb/>
was er zu meiner grössten Verwunderung nicht tat, so hätte ich ihm<lb/>
sofort erklärt, die Regierung wird kaum auf Grund der innenpoliti<lb break="no"/>schen öffentlichen Meinung, da angeblich sogar die Schweden und<lb/>
Schweizer ablehnen, einer solchen Ausfuhr zustimmen können. Hier<lb/>
hätte <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> müssen einen anderen Weg suchen. Betriebsratsob<lb break="no"/>mann <rs type="person" ref="#per__116950">Schmidl</rs>, Präsident der Arbeiterkammer OÖ, der anschliessend<lb/>
telefonisch bei mir intervenierte, behauptet, dass <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> mit<lb/>
mir gesprochen hat. Ich ersuchte <rs type="person" ref="#per__116950">Schmidl</rs> seinem Chef <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> aus<lb break="no"/>zurichten, dass er zwar wegen Nigeria bei mir war und Verhandlungen<lb/>
führte, aber kein Wort über dieses Geschäft verlor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_14">Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> wollte doch noch während der Fahrt<lb/>
im Auto mir klar machen, dass <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> ein eigenes Protokoll über<lb/>
die Wirtschaftsprobleme bei seinem Staatsbesuch erwartet. Ich<lb/>
setzte ihm auseinander, nachdem ich neuerdings vorher mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> darüber gesprochen habe und dieser auch aus prinzipiellen<lb/>
Gründen ein solches Spezialprotokoll ablehnt, dass nur die Mög<lb break="no"/>lichkeit besteht im Rahmen des Communique alle Wünsche, die<lb/>
<pb n="44-1038" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-18_1038.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Bulgarien besonders hat, zu erwähnen. Ausserdem wünscht <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs>,<lb/>
dass wir, da wir auch eine Auslastungsgarantie für Fremdenver<lb break="no"/>kehrseinrichtungen und Bäder in Bulgarien, genau wie bei den Un<lb break="no"/>garn ablehnten, doch ein Gespräch zwischen dem Hauptverband für<lb/>
Sozialversicherungsträger und bulgarischen Fachleuten zustande<lb/>
kommen sollte. Darüber habe ich anschliessend mit Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leo<lb break="no"/>dolter</rs> gesprochen, die ich dann bei der Vertragsunterzeichnung<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> vorstellte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_15">Die bulgarische Seite, <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> insbesondere, wünscht eine Zusammen<lb break="no"/>stellung von Firmen die teils mit Unterstützung des österreichischen<lb/>
Staates feasibility study für ihre Wintersport- und Fremdenver<lb break="no"/>kehrsattraktionen machen kann und will. Ich schliesse mich dieser<lb/>
Forderung insoferne an, als ich erklärte, dass z.B. Doppelmayr,<lb/>
der in Vorarlberg bei meinem Besuch ausdrücklich informierte, dass<lb/>
er sehr wohl Problemlösungen für alle die Projekte, die er letzten<lb/>
Endes verkaufen will, vorher anbieten muss. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat dann<lb/>
von Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113839">Schmidt</rs> in Sofia eine Gedächtnisstütze wie dieser<lb/>
sie mit Recht bezeichnet, anfertigen lassen. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> wollte diese,<lb/>
in dieser Form den Bulgaren übergeben. Dagegen hatte ich grösste<lb/>
Bedenken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass dann von <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> mit der Handels<lb break="no"/>kammer eine solidere Liste mit Zustimmung der einzelnen Firmen<lb/>
zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_17">Das Arbeitsgespräch <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> – <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs>, war eine reine<lb/>
tour d'horizon. <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> ist interessiert an neuen Formen der<lb/>
Zusammenarbeit, die den traditionellen Warenaustausch sprengen<lb/>
soll. Der Rhein-Main-Donau-Kanal gibt Möglichkeiten für den Touristen<lb break="no"/>transport und aber auch Warentransport, den man gemeinsam wahrneh<lb break="no"/>men sollte. Dritte Länderaktivität für Wirtschaftszweige, die dem<lb/>
Export verbunden sind. Die Dokumente seien gut vorbereitet und schon<lb/>
unterschrieben, was zeigt, wie diese beiden, zwar auf verschiedenen<lb/>
Systemen beruhenden, Staaten gut zusammenarbeiten. Er sei mit der<lb/>
wirtschaftlichen kulturellen und sonstigen Entwicklung sehr zu<lb break="no"/>frieden. Im Tourismus wird <rs type="person" ref="#per__116952">Eftimov</rs> neue Wege gehen. Man beabsich<lb break="no"/>tigt in Österreich Schiffe zu kaufen oder eine gemeinsame Gesell<lb break="no"/>schaft sogar zu errichten. Wo es politische Differenzen gäbe,<lb/>
werden sie nicht erwähnt und dies sei gut. Kontakte auf höchster<lb/>
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Beamten mehr zusammenkommen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> erwiderte dann, dass<lb/>
der Rhein-Main-Donau-Kanal, so Gott will, im Mitte des nächsten<lb/>
Jahrzehnts fertig werden soll. Er frägt, ob es ein solches Sprich<lb break="no"/>wort auch in Bulgarien gibt und <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> meint, jawohl, wenn Gott<lb/>
zulässt. Gute Bemerkung <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger's</rs>, dann ist das Noch-Nicht-<lb/>
System geändert, was allgemeine Heiterkeit auslöst. Die Strassen<lb break="no"/>transporte seien in der öffentlichen Meinung sensibilisiert, wes<lb break="no"/>halb die Regierung Frachtverkehrsbekämpfung national und inter<lb break="no"/>national aufnehmen muss. Hier gibt es nur eine globale europaweite<lb/>
Lösung. Die bulgarischen Wünsche werden sehr ernst genommen.<lb/>
Österreich wird aber sehr zurückhaltend im Einzelfall agieren, bis<lb/>
eine Europalösung gefunden ist. Im Tourismus soll <rs type="person" ref="#per__116952">Eftimov</rs> von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> versuchen eventuelle neue Lösungen zu finden. Dann kam<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> auf die wichtigste Frage, nämlich die humanitären<lb/>
Bitten zu sprechen. Mit <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> hat er sich schon 6 bis 7 mal<lb/>
getroffen und stets hat er hier solche Wünsche übergeben und auch<lb/>
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dann die Beziehungen mit ihren Nachbarstaaten, sowohl von <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> als<add>[auch]</add> <rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs> besprochen. Die bulgarischen Verhandlungen<lb/>
und die entsprechenden Essen werden auch bei diesem Staatsbesuch<lb/>
routinemässig verlaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_18">Im erweiterten Wiener Vorstand hat <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> über eine IFES-Umfrage<lb/>
gegenüber Juni berichtet. Danach hat die SPÖ einen Zuwachs von 1%<lb/>
und 52%, die Volkspartei aber einen von 3% und 27%. 1975 war es<lb/>
3 Wochen vor der Wahl so, dass SPÖ 51 hatte, die ÖVP aber nur 23%.<lb/>
Zielgruppen wie die Angestellten zwischen 30 und 50 Jahren sollen<lb/>
jetzt von den Privatangestellten angesprochen werden, die Haus<lb break="no"/>frauen durch einen Brief <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>'. Von den Grundstückstransaktionen<lb/>
haben 77% gehört. Profil wird diese neuerdings skandalisieren. Diese<lb/>
Grundstückstransaktionsinformationen führen nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>' dazu,<lb/>
dass 57% der SPÖ eine Präferenz geben, aber nur 52 bereit wären,<lb/>
die SPÖ jetzt zu wählen. In der Diskussion gab es eine harte Aus<lb break="no"/>einandersetzung und Kritik über die Verunsicherung unserer Funk<lb break="no"/>tionäre und Unbehagen im Funktionärskader. Aus der Sommerdiskussion<lb/>
innerhalb der Partei, noch mehr aber jetzt durch die Gründung von<lb/>
Sozialisten gegen Kernkraftwerke usw. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> klärte auf,<lb/>
dass das Profil wieder mit dunklen Andeutungen behauptet, dass<lb/>
42 Mio Schilling direkt die SPÖ von Sozialbau resp. GESIBA bekommen<lb/>
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Sozialbau nicht 6%, aber 3% bekommen hat und GESIBA 2.5%. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs><lb/>
ergänzte, dass mit diesem Baubetreuungsprozentsatz nicht das<lb/>
Auslangen gefunden werden kann. Bei der Verbauung Forum Kino<lb/>
wurde dies von der Gemeinde im Detail geprüft. 2.5% wurden zuerst<lb/>
vereinbart, 2.85% musste man jetzt schon zugestehen und wenn man<lb/>
nicht 3% bezahlt, wird die GESIBA auch dort einen Verlust haben.<lb/>
Der Verband für Gemeinnützige Wohnungen hat in seinen Richtlinien<lb/>
festgelegt, bis 4% können verlangt werden, dann ist noch immer die<lb/>
Gemeinnützigkeit gewährleistet. Ein Prüfungsgericht 75/76 ergibt<lb/>
17.6 Mio Schilling Verlust von der GESIBA wegen unzulänglicher Bau<lb break="no"/>betreuungszuschläge. Leider musste ich dann die Sitzung verlassen,<lb/>
als die Diskussion über Kernkraftwerke abgewickelt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> kann Dich im Detail informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_20">Die Triester Handelskammer hat im Hilton einen Empfang gehabt und<lb/>
dort gleichzeitig Film vorgeführt und grosse Ansprachen gehalten.<lb/>
Ich habe dort wirklich nur guten Tag gesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_21">Mit den philippinischen Handelsminister <rs type="person" ref="#per__116953">Quiazon</rs> hatte ich bei der<lb/>
Eröffnung des Handelszentrums Gelegenheit sehr in Detail gehende<lb/>
Gespräche zu führen. Nachdem wir ein Kraftwerk Elin, VOEST mit den<lb/>
Philippinen abschliessen konnten, wurde jetzt noch die Aufschlies<lb break="no"/>sung von Kohlenfeldern im Tagbau vertraglich vereinbart und wahr<lb break="no"/>scheinlich ist dort ein weiteres Kraftwerk für uns zu erwarten. In<lb/>
den Philippinen gibt es grosse Exportmöglichkeiten. Da wir dort<lb/>
keinen Botschafter haben, hat der Handelsminister den Wunsch, einen<lb/>
Freund von ihm zum Honorarkonsul zu bestellen. Mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> habe ich<lb/>
dieses Problem dann abends im Detail besprochen. Da wir bereits<lb/>
einen Honorarkonsul dort haben, der allerdings nicht sehr aktiv ist,<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> dann zugestimmt, wenn ich wegen der umlaufenden Geschäfte<lb/>
diesen Mann haben möchte, dann wird er ihn auch tatsächlich ernennen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte stelle Kontakt mit den<add>[dem?]</add> österreichischen<lb/>
Partner<add>[Partnern?]</add> dieses Handelszentrums her.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_23">Beim Empfang für die Generalkonferenz für die Atomenergieorga<lb break="no"/>nisation konnte ich mich nur kurze Zeit aufhalten, da er bereits<lb/>
zu Ende ging. Da alle gleichzeitig um 18.30 Uhr begannen, konnte<lb/>
ich natürlich nicht überall sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-18_24">Beim Abendessen habe ich dann mit <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs> noch einmal die bulgari<lb break="no"/>schen Wünsche, insbesondere auch weitere ad hoc-Kommissionen be<lb break="no"/>sprochen. Ich versuchte ihm neuerdings klarzumachen, dass die<lb/>
wirkliche Entscheidung über ein Geschäft ausschliesslich durch<lb/>
die Firma erfolgt. Wenn seine Organisation mit den Firmen, z.B.<lb/>
VOEST ALPINE, eine Vereinbarung treffen, dann ist es für das Han<lb break="no"/>delsministerium und für die Regierung selbstverständlich, dass<lb/>
sie diese Vereinbarung akzeptiert, ja sogar unterstützt. Wir<lb/>
brauchen dazu nicht, wie <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs> sich ausdrückte, einen Schirmver<lb break="no"/>trag über alle diese Geschäfte. Die bulgarische Mentalität dürfte<lb/>
aber sein, über solche Schirmverträge des Staates resp. der Mini<lb break="no"/>sterien dann die österreichischen Firmen zu Aktivitäten zwingen,<lb/>
die diese eben nicht machen wollen. Ohne dass wir es aussprachen,<lb/>
ist dies der grosse Gegensatz zwischen den Bulgaren und uns. Eine<lb/>
Lösung sehe ich daher für dieses Problem in absehbarer Zeit nicht.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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