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            <title type="main">Montag, der 11. September 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band44_1978-09-11</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_01">Montag, 11. September 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_02">Die gemeinsame Sitzung des Wiener SPÖ-Vorstandes mit dem Wiener<lb/>
Klubvorstand des Gemeinderates war nicht aus besonderem Anlass,<lb/>
sondern nur aus Zweckmässigkeitsgründen wegen der ausserordentlichen<lb/>
Gemeinderatssitzung, die die ÖVP verlangt hat. Die erklärte Absicht,<lb/>
den angeblichen Grundstückskandal bei dieser ausserordentlichen<lb/>
Gemeinderatssitzung vor den Wiener Wahlen zu diskutieren, wird durch<lb/>
eine Mitteilung von Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> insoferne unterlaufen, dass dort<lb/>
entsprechende Massnahmen dann verlangt werden. Materialisierter Gewinn ?<lb/>
durch Umwidmung soll abgeschöpft werden. <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> teilte mit, dass die<lb/>
Aktenprüfungen keinerlei Anhaltspunkt bei den Grundtransaktionen<lb/>
ergaben. Nur bei einer Holdingprüfung wurde jetzt festgestellt, dass<lb/>
die GESIBA, Dr. <rs type="person" ref="#per__116958">Muchna</rs>, der jetzt schon in Pension geschickt wurde, ein<lb/>
billigeres Angebot für den Rudolfsplatz gehabt hätte, was er uner<lb break="no"/>klärlicher Weise nicht angenommen hat, sondern zu einem späteren Zeit<lb break="no"/>punkt teurer kaufte. Der Gemeinderat beginnt diesmal auch erstmalig<lb/>
mit einer Fragestunde. 27 Fragen liegen vor. Wenn die Gemeinde so die<lb/>
Fragestunde abwickelt wie beim Nationalrat, kommt es wahrscheinlich<lb/>
nicht einmal zur 8. Frage, wo <rs type="person" ref="#per__97907">Schaumayer</rs> wegen der Consultatio frägt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_03"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> teilt mit, dass er <rs type="person" ref="#per__116693">Neunteufel</rs>, dem Gemeinderat, der jetzt von der<lb/>
ÖVP abgesprungen ist, empfohlen hat, er soll sich dies genau über<lb break="no"/>legen. Bei einer Aussprache, die er im Juli mit ihm hatte, er meinte,<lb/>
er wird es nervlich nicht durchstehen und er soll daher lieber auf<lb/>
diesen Schritt verzichten. Jetzt hat er ihm auch empfohlen, auf gar<lb/>
keinen Fall zu der Gemeinderatssitzung zu kommen. <rs type="person" ref="#per__114547">Gawlik</rs>, der seinen<lb/>
Vater sehr gut kannte, empfahl ihm ebenfalls diesen spektakulären<lb/>
Schritt nicht zu tun. Als Renegat wird er sich furchtbar schwer<lb/>
in Zukunft tun, den letzten Endes wird er von seinen Freunden in<lb/>
der ÖVP mißachtet werden. Von so viel Menschlichkeit sowohl <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>'<lb/>
als auch <rs type="person" ref="#per__114547">Gawliks</rs> war ich sehr überrascht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_04"><rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> berichtete über die Aktivitäten des Gemeinderatswahl<lb break="no"/>kampfes und daran entwickelte sich eine riesige Diskussion. Teils war<lb/>
man mit den Aktivitäten auch der Spitzenpolitiker unzufrieden. teils<lb/>
wurden insbesondere die Passagendiskussionen kritisiert. Diese seien<lb/>
nur Propagandaplattform für die kleineren politischen Gruppen und<lb/>
gleichzeitig Angriffsmöglichkeiten für Querulanten usw. Ich empfahl<lb/>
<pb n="44-0994" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-11_0994.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Passagendiskussionen eben nicht nur bei den Wahlen zu machen,<lb/>
sondern unangekündigt während der ganzen Legislaturperiode. Dadurch<lb/>
kommen nicht die Querulanten so leicht zu den Plätzen, die sie jetzt<lb/>
überall lesen können und mit den paar Betrunkenen, die immer dabei<lb/>
sind, wird man schon fertig. Eine harte Diskussion gab es dann auch<lb/>
noch, weil die junge Generation mitteilte, Extrablätter, die oder<lb/>
deren Inhalt sie nicht goutierten, nicht auszutragen. Sie meinten zu<lb break="no"/>erst müsste man über den Inhalt diskutieren und eben nicht nur über<lb/>
die Verteilungsmodalitäten. Da kamen sie bei manchen Genossen sehr<lb/>
schlecht an, denn mit Recht sagten diese, im Wahlkampf verlangt man<lb/>
Disziplin, die materielle Seite des Wahlkampfs läuft optimal. Ob es<lb/>
tatsächlich dann aber den Erfolg bringt, den man erwartet, nicht zu<lb/>
viele Mandate zu verlieren, wird sich erst zeigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_05">Beim Journalistenfrühstück berichtete <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> von der BÜRGES neuer<lb break="no"/>dings über die gigantische Ausweitung. 1 Mia 1970, 6 Mia heuer, das<lb/>
ist ein maximales Kreditvolumen von 12 Mia, das gefördert wird. <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs><lb/>
berichtete über die Wurstpreiserhebung in 5.000 Lebensmitteleinzel<lb break="no"/>händlergeschäften, wo bis zu 100% Preisdifferenz festgestellt wurde.<lb/>
Vorarlberg mit 5 Sorten an der Spitze, die restlichen 4 Sorten in<lb/>
Tirol am teuersten. Wien schneidet äusserst günstig ab, da es die<lb/>
niedrigsten Durchschnittspreise hat. Der nächste Schwerpunkt, der jetzt<lb/>
von den Preisbehörden erhoben wird, sind Schulartikel, eben bei Schul<lb break="no"/>beginn. Da wir bei einer Preiserhebung für Fleisch mit dem berühmten<lb/>
Schnitzelpreis in den Gaststätten einen riesen Krach auslösten, weil<lb/>
tatsächlich statistisch falsch der Mindestpreis und der Höchstpreis in<lb/>
den einzelnen Bundesländern verglichen wurde, wurden diesmal die<lb/>
Detailziffern nicht vorgelegt. Trotzdem erwarte ich, wie ich bei der<lb/>
Pressekonferenz mitteilte, einen neuerlichen Sturm der Entrüstung von<lb/>
den betroffenen Ländern. MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> schilderte die Idee eine vernünftige<lb/>
Beschilderung für den Fremdenverkehr durch Semantik ? der gleichzeitig<lb/>
auch für Alu- und Eisenindustrie helfen könnte. Das Vorbild für mich<lb/>
ist Italien, wo die Kunstgegenstände entsprechend für den Touristen<lb/>
leicht erkenntlich geschildert werden. In Österreich aber soll das<lb/>
mit seinem Schilderwald entlang der Strasse führen, in Italien insbe<lb break="no"/>sondere durch die Reklame. Ich erklärte, kein Schilderwald, sondern<lb/>
nur eine vernünftige Beschilderung, ohne dass natürlich dasoft sehr<lb/>
komplizierte Genehmigungsverfahren auch nur in einem einzigen Punkt<lb/>
von uns abgeändert wird. Eine Studie und ein Arbeitskreis soll nichts<lb/>
anderes als entsprechende Empfehlungen ausarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_06">Anschliessend hat der Redakteur von HELP<add>[mit]</add> <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und mir noch einmal<lb/>
die Heiratsvermittler besprochen. Heiratsvermittlung ist laut ABGB,<lb/>
wie ich ihm erklärte, als Kuppelei verboten. Die Eheanbahnung aber ist<lb/>
ein freies Gewerbe. Obwohl zur grössten Überraschung von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> sich<lb/>
herausgestellt hat, dass die beiden grossen Firmen Schlütter und<lb/>
Bernard angeblich gar keinen Gewerbeschein besitzen. Da sie aber<lb/>
selbständige Unternehmen sind, immer wieder dieselbe Tätigkeit ausüben<lb/>
und auf Gewinn ausgerichtet sind, sind sie selbstverständlich verpflich<lb break="no"/>tet einen Gewerbeschein sich zu lösen. HELP kritisiert vor allem, dass<lb/>
bei einem Rücktritt oft ein Pönale von 20.000 Schilling verlangt wird.<lb/>
Wir einigten uns darauf, dass wir jetzt durch Verordnung versuchen, die<lb/>
Adressenvermittler zu erfassen und dann uns nach entsprechenden Vor<lb break="no"/>legen von Material durch die Sendung HELP mit dem Problem der Ehe<lb break="no"/>anbahnung beschäftigen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte nimm mit dem HELP-Redakteur Kontakt auf.<lb/>
und lass Dich über die weitere Tätigkeit ständig informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_08">GSekr. Dr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__116015">Ertl</rs> von der Handelskammer, Dr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs>,<lb/>
Fachverband Nahrungs- und Genussmittelindustrie, wollten <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs><lb/>
und mir unbedingt einreden, dass wir für die Kosten des Fonds auf Grund<lb/>
des internationalen Zuckerabkommens aufkommen müssten. Amerika und die<lb/>
Schweiz haben aber schon eindeutig entschieden, dass dies die Importeure<lb/>
resp. Exporteure zu zahlen haben. Wenn das Finanzministerium diesen Fonds<lb/>
finanzieren soll, so wäre dies reine Subvention. Der Finanzminister<lb/>
müsste dazu ein eigenes Durchführungsgesetz schaffen. Der Mitglieds<lb break="no"/>beitrag für das Internationale Zuckerabkommen wird sowieso vom Handels<lb break="no"/>ministerium bezahlt. Der Fonds, der Zinsenzuschüsse und Lagerhaltung<lb/>
auf Grund des Artikel 51 leisten wird, kann aber nur von der Zucker<lb break="no"/>industrie selbst finanziert werden. Für die 80.000 Tonnen Rohzucker,<lb/>
entspricht 70.000 Tonnen Maisszucker, den sie exportieren würden,<lb/>
wird dies 7 Mio Schilling im Jahr ausmachen. Auch das Aussenministerium<lb/>
lehnt eine staatliche Subvention ab. Die Einigung mit den Sozialpartnern,<lb/>
habe ich der Handelskammerseite mitgeteilt, bestünde darin, dass da die<lb/>
fixen Kosten sowieso von inländischen Verbraucher übernommen werden,<lb/>
wenn die variablen Kosten durch den Export gedeckt sind, dann die<lb/>
Zuckerindustrie auf alle Fälle diese 7 Mio Schilling bezahlen kann, bevor<lb/>
theoretisch die Zuckerindustrie diesen Überschuss abgeschöpft bekommt.<lb/>
Der untere Interventionspunkt ist 11 Cent, ca 4.20 Schilling, der<lb/>
Kostenpreis bei uns 4.80 Schilling, derzeit liegt aber der Zuckerpreis<lb/>
<pb n="44-0996" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-11_0996.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bei 7 Cent, das sind nicht einmal 3 Schilling.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte verfolge, was die Zuckerindustrie tatsäch<lb break="no"/>lich jetzt dann mit dem Finanzminister besprechen wird und wie.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_10"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dann unter 4 Augen sich bei mir bitter beschwert, dass<lb/>
die Handelskammer bei der Begutachtung der BÜRGES-Kredite durch dieses<lb/>
neue Mitteilungsblatt ausgeschalten werden soll. Er glaubt, dass dies<lb/>
ein taktischer Zug ist, um die Arbeiterkammer einzuschalten. Ich<lb/>
erklärte sofort, ich misch mich in die bürokratische Abwicklung der<lb/>
BÜRGES nicht ein, denn was dort erreicht werden müsste, ist eine<lb/>
Vereinfachung. Natürlich hat er mir diese Erklärung nicht abgenommen.<lb/>
Ich versprach ihm nur, mit SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, von dem er behauptet, dass<lb/>
dieser die Herausgabe des Merkblattes nach der alten Regelung verhindert,<lb/>
zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Auf Sektionsleitersitzung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_12">Vorstanddirektor <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> von der Verbund begann seine Aussprache mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> und mir wegen Reorganisation des Elektrizitätsförderungs<lb break="no"/>beirates. Dieser prüft die Wirtschaftlichkeit und die Vertreter der<lb/>
Landesgesellschaften wollen der Verbund in ihrem Projekt nicht weh<lb/>
tun und umgekehrt. Oft werden von den Landesgesellschaften Projekte<lb/>
genehmigt, wo über 100 Tage Wasser über das Wehr läuft, während die Ver<lb break="no"/>bund wenigstens nur 33 Tage durch die Grössenprojektion des Kraftwer<lb break="no"/>kes akzeptiert. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> meint, es müsste daher in Hinkunft der Kalorien<lb break="no"/>verbrauch bei Öl- und Kohlekraftwerken mehr berücksichtigt werden,<lb/>
die grossen Kraftwerke gegenüber den kleineren bevorzugt, siehe Dorfer<lb break="no"/>speicher und Gemeindekraftwerk Matrei und vor allem die Kraftwerke früher<lb/>
zur Begutachtung kommen und nicht, wenn sie schon fast fertig sind.<lb/>
Die Wirtschaftlichkeit muss aber festgestellt werden, um die steuerlichen<lb/>
Begünstigungen zu bekommen. Ich habe ihm vorgeschlagen, er soll ent<lb break="no"/>sprechende Vorschläge uns schriftlich mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_13">Ein zweiter Punkt war, dass er untersucht hat, dass wir in Österreich<lb/>
teurer bauen als im Ausland, insbesondere in Deutschland. Dies liegt<lb/>
seiner Meinung nach an der starken Baukontrolle und an der Überwachung<lb/>
und an den Auflagen der Behörden. Für die obere Drau wurde ein Modell<lb break="no"/>versuch verlangt, der 10 Mio Schilling kostet, für das Osttiroler<lb/>
Speicherkraftwerk ein ökologische Gutachten, was ebenfalls 10 Mio<lb/>
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sofort, dass aus Sicherheitsgründen ich gar nicht daran denke, hier<lb/>
einzugreifen, schlug ihm aber vor, er soll mir ruhig alles schriftlich<lb/>
mitteilen, damit wir genau überprüfen, was wirklich geschehen soll<lb/>
oder geändert werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_14">Der wichtigste Grund, warum er aber kam, war, mir mitzuteilen, dass die<lb/>
jetzt von der ÖVP beabsichtigte Lösung, den Verbundvorstand nach Aus<lb break="no"/>scheiden von <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> durch DoKW-Vorstandsmitglied <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> zu er<lb break="no"/>setzen, unzweckmässig ist. In diesem Fall würde <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> in einer<lb/>
Mutter, nämlich Verbund, und gleichzeitig einer Tochter DoKW arbeiten<lb/>
und natürlich in Konfliktsituationen kommen. Was die Verbundgesellschaft<lb/>
braucht, ist stärkere Kontrollrechte in der Gebarungskontrolle der<lb/>
Sondergesellschaften, auch in der Frage der Personalentscheidung.<lb/>
Diesbezüglich möchte er einen Brief von mir an die Verbundgesell<lb break="no"/>schaft mit einem diesbezüglichen Auftrag, um alle Kontrollen stärker<lb/>
durchführen zu können. Was die Verbund aber gar nicht braucht, ist<lb/>
eine Vermengung von Führertätigkeit mit den Sondergesellschaften.<lb/>
Sein Vorschlag war, stellvertretende Vorstandsmitglieder, die gleich<lb break="no"/>zeitig Hauptabteilungsleiter allerdings bleiben. Ihm schwebt vor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116698">Oberleitner</rs> den <choice><choice><sic>Bau, Hauptabteilungsleiter</sic><corr>Bauhauptabteilungsleiter?</corr></choice></choice> in der Verbund, oder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114730">Sommerbauer</rs>, der das Sekretariat macht. Ich erklärte sofort, dass die<lb/>
Idee, <rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs> zum zweiten Vorstandmitglied der ÖVP in der Verbund zu<lb/>
machen, von der ÖVP stammt. Ich selbst wurde damit noch nicht be<lb break="no"/>fasst, sehe das auch, wenn überhaupt, nur für eine Übergangslösung<lb/>
an, denn mein Ziel ist es, so wie in der Donau nur 2 Vorstandsmitglieder<lb/>
zu machen, wie heuer auch geschehen wird und wenn übernächstes Jahr<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> ausscheidet, dann auch in der Verbundgesellschaft nur mehr<lb/>
2 Vorstandsdirektoren zu bestellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_15"><rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> kam auch auf das Problem Osttirol zusprechen und meinte, man sollte<lb/>
eine Mantelgesellschaft zwischen TIWAG und TKW 50:50 machen, ähnlich<lb/>
wie die Verbund dies auch in Korneuburg, Dampfkraftwerk, allerdings mit<lb/>
anderen Beteiligungsverhältnissen tat. Auch diesen Plan erklärte ich<lb/>
für nicht zielführend, ich sehe die einzige Möglichkeit, dass sich, so wie<lb/>
Vorarlberg bei den Illwerken, Kärnten bei der ÖDK, jetzt Tirol eben bei<lb/>
der TKW stärker beteiligt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte achte, dass Du sobald als möglich<lb/>
die schriftlichen versprochenen Unterlagen bekommst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_17">Die Aussenhandelsstellenleiter von Amerika meinen, dass die Produkt<lb break="no"/>haftung, wie sie jetzt in USA die österreichischen Exporteure verunsichert,<lb/>
eventuell durch eine österreichische Versicherung abgedeckt werden<lb/>
könnten. Gen.Sekr.-Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__116699">Walkolbinger</rs> wird so etwas prüfen.<lb/>
Ohne dass ich es sagte, wäre hier in Wirklichkeit die Handelskammer<lb/>
mit ihren Überschüssen bei den Aussenhandelsförderungsbeiträgen die<lb/>
richtige Stelle für eine Übernahme einer gewissen Leistung für die<lb/>
Exporteure. Ich bin neugierig, ob ein solcher Vorschlag von der Handels<lb break="no"/>kammer auch nur erwogen wird. Die kanadischen Aussenhandelsdelegierten<lb/>
meinten, dass Kanada ein sehr aufstrebendes Land ist und wenn es auch<lb/>
zur Spaltung in ein frankophiles und ein anglophiles kommen sollte, die<lb/>
österreichischen Exporte sich dorthin nur gut entwickeln können. Kritisch<lb/>
sind dort nur die Importhemmnisse tarifarischer und nichttarifarischer<lb/>
Art. 93 Dumpingverfahren sind anhängig, 4 davon betrafen Österreich.<lb/>
Fruchtkonzentrat, Stahl, Chemikalien. Der japanische Handelsdelegierte<lb/>
erklärte, wieso unser Export von 975 1974 auf 706 Mio zurückgegangen<lb/>
ist. Österreich hat nur Chancen bei gewissen Produkten, Eisenbahnstopf<lb break="no"/>maschinen, Spezialmaschinen usw. Ähnlich ist die Situation in Australien<lb/>
und Neuseeland, wo ebenfalls die restriktiven Importregime die Anti<lb break="no"/>dumpingmassnahmen bei Käse, die Beschwerden, dass jetzt Lammfleisch<lb/>
in das Marktordnungsgesetz einbezogen wurde, am meisten eine Rolle<lb/>
spielt. Ich habe den Eindruck, dass unsere Handelsdelegierten, ausge<lb break="no"/>richtet durch Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs>, Aussenhandelsschef der Bundeskammer, ihre<lb/>
ganze Berichterstattung, aber auch ihr ganzes Denken nur darauf aus<lb break="no"/>richten, zu erklären, wie die anderen Staaten durch entsprechende<lb/>
Hemmnisse den österreichischen Export erschweren. Wie man diese über<lb break="no"/>winden könnte, welche neuen Ideen man entwickeln müsste, darüber<lb/>
reden sie nicht, ich weiss aber auch nicht, ob sie darüber überhaupt<lb/>
ernstlich nachdenken resp. positive Ergebnisse zeitigen. In dieser<lb/>
Beziehung, glaube ich, gleichen sich die Handelskammerbeamten auch unseren<lb/>
Handelsministeriumsbeamten. Alles abwickeln so gut es irgendwie geht,<lb/>
und keinerlei wirkliche Vorschläge, wie wir aus dem Dilemma herauskommen.<lb/>
Dass daher die Unternehmungen und Exporteure sich auf ihre eigenen<lb/>
Wege verlassen und selbst helfen, erscheint mir sehr logisch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Vielleicht können wir ideenreiche Unternehmer dies<lb break="no"/>bezüglich fragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_19">Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> hat bei der Eröffnung von Wohnwelt schon den Verein<lb/>
<pb n="44-0999" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-11_0999.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Wohnforum angekündigt. Er stellt diesem Verein 1.000 qm Ausstellungs<lb break="no"/>fläche und Seminartätigkeit zur Verfügung. Auch sein Restaurant kann<lb/>
gegebenenfalls herangezogen werden. Jetzt wird die ASSA über Sonnen<lb break="no"/>energie und EVA über Energieeinsparung eine Ausstellung durchführen.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__116700">Dürler</rs> ist für den Verein verantwortlich. <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> ersucht mich, ob<lb/>
ich so wie der Bautenminister bereit bin, dem Verein als Handels<lb break="no"/>ministerium beizutreten. Wien, die Arbeiterkammer, die Handelskammer<lb/>
und die Ingenieurkammer werden noch weitere Vereinsmitglieder. Ich<lb/>
erkläre mich im Prinzip selbstverständlich dazu bereit, wenn keinerlei<lb/>
Kosten für das Handelsministerium erwachsen, was <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> sofort bestätigt.<lb/>
Seit der Eröffnung der Wohnwelt gibt es 2 Mio Schilling Umsatz pro Tag,<lb/>
mehr als je erwartet. Der Ramsch, den ihm die Fachleute eingeredet haben,<lb/>
die er zur Eröffnung auch braucht, stellt sich als eine Fehlentscheidung<lb/>
dar. Die Leute wollen Qualität und kaufen Qualität. Der Tankstellen<lb break="no"/>umsatz ist 20.000 Liter pro Tag, was wirklich auf einen riesen Besuch<lb/>
schliessen lässt. Der Preis von 6.39 Schilling Super kann bis Jahres<lb break="no"/>ende gehalten werden, dann fällt der 10 Groschen Sonderrabatt, den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> von <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs>, Shell, bekommen hat, weg. <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> wird aber mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> diesbezüglich noch weiter verhandeln. Der Preis für Benzin<lb/>
wird aber genau so tief sein wie bei den anderen Supermärkten, dann<lb/>
wahrscheinlich 6.45 Schilling.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte wegen Vereinsgründung mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und seinen<lb/>
Leuten dann sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_21">In der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass die steiri<lb break="no"/>sche Landesregierung beabsichtigt, der Steyr-Daimler-Puch 500 Mio Schil<lb break="no"/>ling zu geben, wenn sie ihr Motorenwerk nicht in Steyr, OÖ, sondern in<lb/>
der Mur-Mürz-Furche errichtet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zweifelt, dass dies zweckmässig<lb/>
ist. In Thondorf hat man jetzt sowieso die Mercedes-Fertigung hinge<lb break="no"/>legt, hat aber, als es sich ja nur um ein Wahlmanöver der Landtags<lb break="no"/>wahlen handelt, erklärt, jawohl die Regierung würde eine solche Idee<lb/>
dann unterstützen, wenn es in die Obersteiermark kommt, wo ein indu<lb break="no"/>strielles Notstandsgebiet entsteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_22">Die Hirtenberger Betriebsräte waren bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und wünschen jetzt<lb/>
eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wegen der Fertigung von Munition durch die<lb/>
Firma Assmann in Radmer. Vorher hat mir <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> erklärt, dass er jetzt<lb/>
mit der VÖEST endgültig vereinbart hat, dass nach Radmer unbedingt Assmann<lb/>
gehen muss und gehen soll und dass er jetzt die Fertigung zwischen Hir<lb break="no"/>tenberg und Assmann so teilen wird, dass, wie er glaubt, beide akzeptieren<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_23">Die Industriekommission wird am 20.9. um 10.30 Uhr einberufen und<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__111734">Andrae</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, Arbeiterkammer sollen über die Vermögens<lb break="no"/>bildung Referate halten. Die Budget-Reformkommission soll so schnell<lb/>
wie möglich aktiviert werden. Das Problem ist die Abstimmung wegen<lb/>
Termine zwischen den Betroffenen resp. Beteiligten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_24"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> berichtet über die Überstundenregelung, die im II. Quartal 78<lb/>
keinen grossen Erfolg gebracht hat, keinesfalls die von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ange<lb break="no"/>kündigte 10%ige Einsparung für das ganze Jahr. Bundeskanzleramt<lb/>
minus 13%, alle anderen unter die 10%, Gesundheitsministerium sogar<lb/>
plus 20%, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr aufregte und <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> fragte, wie sie sich<lb/>
eigentlich in ihrem Ministerium durchsetzt. Landesverteidigung plus 13%,<lb/>
Unterrichtsministerium plus 11%, Bautenministerium minus 6%, Handels<lb break="no"/>ministerium nicht gemeldet, wie Äusseres und Inneres.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie ist dies möglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_26"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet über die Budgetsituation. Die Repräsentations<lb break="no"/>kosten müssten heuer maximal dasselbe Ausmass haben wie im vergangenen<lb/>
Jahr, womöglich aber geringer sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte achte darauf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_28">Die Beamtenbudgetverhandlungen hätten 46 Mia Schilling Bruttodefizit<lb/>
ergeben bei 18.5 Mia Schuldenrückzahlung. Abstriche wären für 10 Mia<lb/>
vorgenommen worden. Durch die Finanzministerverhandlungen mit den<lb/>
anderen Ministerkollegen seien bis jetzt 700 Mio Schilling dazuge<lb break="no"/>kommen. Da noch wichtige Kapitel wie Landwirtschaft und andere ausständig<lb/>
sind, rechnet er mit weiteren 1.5 Mia. In der Sozialversicherung sei<lb/>
er noch nicht ganz einig, müsste aber weiterhin von der Arbeiterpension<lb/>
zur Angestelltenpension und für die Ärzteversicherung könnte er 1 Mia<lb/>
Schilling noch profitieren. Durch Sonderfinanzierung von Strassen<lb/>
kann er jetzt 1 Mia sich ersparen, die allerdings dann in den 80er<lb/>
Jahren anfallen. Zur Bezugserhöhung, wo bis jetzt 3.5% angeboten wurden,<lb/>
rechnet er mit mindestens 4 Mia Schilling Mehrbelastung. Die Lohnein<lb break="no"/>kommen und Gewerbesteuersenkung kosten ihm auch 3 Mia Schilling. Dies<lb/>
wird das Bruttodefizit auf 53.6 Mia Schilling erhöhen, ohne den Finanz<lb break="no"/><pb n="44-1001" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-11_1001.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ausgleich. Im Finanzausgleich wird allerdings nichts wesentlich<lb/>
Anderes herauskommen als der jetzige, ansonsten nämlich wird ganz<lb/>
einfach mit einfacher Mehrheit von uns der alte Finanzausgleich ver<lb break="no"/>längert. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> schlägt vor, dass 1% Aktivitätsaufwand, d.s. 600 Mio<lb/>
Schilling auf alle Fälle eingespart werden. Die Steuerschätzungen kann<lb/>
er ebenfalls um 1 Mia Schilling erhöhen. Trotzdem bleibt das Defizit<lb/>
noch zu hoch. Sein Vorschlag ist deshalb neuerdings die Sozialver<lb break="no"/>sicherungsbeiträge zu erhöhen. 1/2 % bei Arbeiter und Angestellten,<lb/>
brächten 1,5 Mia Schilling, 1% bei den Bauern und Gewerbetreibenden<lb/>
260 Mio Schilling. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist nicht bereit die Krankenkasse der<lb/>
Gewerbetreibenden, die 600 Mio Schilling braucht, zu subventionieren.<lb/>
Diese legen ihre Mitglieder in die I. Klasse, zahlen Ärztehonorare, die<lb/>
um 40% höher sind als die anderen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, die Schallmauer<lb/>
von 50 Mia Schilling Budgetdefizit dürfe nicht überschritten werden.<lb/>
Man müsse jetzt schon alle möglichen Massnahmen 1979 durchführen.<lb/>
Die Pensionisten bekommen 6.5%, die Steuersenkung wird eine gewisse<lb/>
Entlastung bringen. Es wären deshalb zu versuchen, die Lebensmittel<lb break="no"/>subventionen abzubauen. Bezüglich der Sozialversicherung meint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs>, dass auch die Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten<lb/>
ab 1983 einen Bundeszuschuss brauchen. Die Arbeiterpensionsverpflichtung,<lb/>
die die PVA durch 7.5 Jahre leisten muss, auch dann wenn der Betreffende<lb/>
ein Angestellter wurde, wird durch Überweisungsbeträge ausgeglichen.<lb/>
Auch für das Jahr 1979 und 1980 sind die Angestellten bereit, 530 Mio<lb/>
zu übernehmen. Interessant für mich war die Bemerkung, dass <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs><lb/>
sagte, der ÖGB hätte niemals die 2x3 % Pensionsverbesserung 1974 und<lb/>
1975 verlangt. Natürlich wirken sich diese jetzt auf die schlechte<lb/>
Finanzgebarung der Sozialversicherungsträger entsprechend aus. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
entschied sofort, dass mit diesem Problem erst der Kontakt und die<lb/>
Übereinstimmung mit dem Gewerkschaftsbund herbeigeführt werden muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_29"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> berichtete, dass 1.600 Dienstposten nächstes Jahr mehr sind,<lb/>
insbesondere natürlich im Inneres, Verkehr und eventuell Lehrer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_30"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass <rs type="person" ref="#per__113118">Tozzer</rs> jetzt seine Recherchen weiterführt,<lb/>
insbesondere wer jetzt aller von den Frauen der Minister einen Dienst<lb break="no"/>pass hat. Zu entscheiden wird sein, ob tatsächlich jetzt die ÖVP<lb/>
entsprechende Anfragen über wann die Consultatio geprüft wurde stellt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> steht auf dem Standpunkt, dass auch dies unter das Steuerge<lb break="no"/>heimnis fällt. Wenn es zu diesen Anfragen kommt, dann wird man selbst<lb break="no"/><pb n="44-1002" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-09-11_1002.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verständlich auch fragen, wann die Landesräte <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs>, <rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs>, die in<lb/>
Vorarlberg Kanzleien führen, allerdings auch <rs type="person" ref="#per__114529">Klauser</rs> in der Steiermark,<lb/>
wie es mit den Bezügen von <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs> und <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> ist, die angeblich keine<lb/>
Dienstleistungen bei ihren Unternehmungen erbringen und deshalb, so<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> beim Wirtschaftsverlag, Bezüge haben, die eigentlich gar<lb/>
nicht von der Steuer abgesetzt werden dürften. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> wird versuchen<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> dieses Problem zu klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_31">Nach der Sitzung hatte ich mit <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> und <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> eine längere<lb/>
Aussprache über die Inbetriebnahme vom Kernkraftwerk Zwentendorf.<lb/>
Nachdem <rs type="person" ref="#per__97727">Fritz Marsch</rs> schon vorher bei mir interveniert hatte, einigten<lb/>
wir uns darauf, dass auf gar keinen Fall, da <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> auch nicht bereit<lb/>
ist, einen diesbezüglichen Bescheid vor dem 5. November auszustellen,<lb/>
die Nulleistung nicht mehr gewährt wird. Der letzte Bescheid den sie<lb/>
jetzt herausgeben wird, ist die Genehmigung der schachbrettartigen<lb/>
Beladung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte erkundige Dich, wie weit die GKT wirklich<lb/>
jetzt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-09-11_33">Die Modeschau von Fürnkranz war im schönen Schönbrunner Schloss<lb break="no"/>theater bei irrsinnig lauter Musik und nur mit lauter Vorführungsgags<lb/>
wie Rauch, Seifenblasen und weiss Gott was alles, angeblich modern.<lb/>
Ich will dazu weder was den Inhalt der Modeschau betrifft, noch die<lb/>
Darbietung ein Urteil erlauben.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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