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            <title type="main">Freitag, der 11. August 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_02">Prof. <rs type="person" ref="#per__116095">Koren</rs>, Fachmann für Ausgleiche und Geschäftsführer eines<lb/>
diesbezüglichen Verbandes, hat auf Vermittlung von <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> – und<lb/>
nicht wie er gegenüber mir behauptete – als Beauftragter des Han<lb break="no"/>delsministeriums die Firma Rotter geprüft. Dies ist ein Kleinbe<lb break="no"/>trieb mit 12 Beschäftigten, der Gürtel für die Blue Jeans für die<lb/>
amerikanische Firma Levi's erzeugte. Derzeit mit 11,4 Mio Schilling<lb/>
überschuldet, müsste eigentlich in die Liquidation resp. Konkurs<lb/>
getrieben werden. <rs type="person" ref="#per__116096">Rotter</rs> hat mit seinem Sohn, der ein Betriebs<lb break="no"/>ingenieur sein soll, den Betrieb durchgearbeitet und ist überzeugt, so<lb/>
wie er dies schon bei dutzenden anderen Betrieben schon gemacht hat,<lb/>
dass dieser Betrieb existieren kann. Levi's ist angeblich bereit, eine<lb/>
5-jährige Garantie und Absatzvertrag zu machen. Dadurch würde der<lb/>
Umsatz von 25 Mio, der derzeit möglich ist, auf 35 Mio Schilling ge<lb break="no"/>steigert werden können. Beim jetzigen Umsatz könnten bei 3.000 Stk.<lb/>
Gürtel pro Tag 5 Mio Gewinn herausgewirtschaftet werden. Der Ver<lb break="no"/>lustbetrag im Vorjahr betrug 2,1 Mio, wozu jetzt noch 2,5 Mio<lb/>
heuriger Verlust garantiert dazukommen. Damit wäre der Gewinn eines<lb/>
Jahres verbraucht. Die Firma braucht mindestens 3–4 Mio Betriebs<lb break="no"/>kapital, d.h. Betriebsmittel und <rs type="person" ref="#per__116095">Koren</rs> hatte gehofft, ich könnte ihm<lb/>
hier behilflich sein. Ich habe sofort mit aller Deutlichkeit erklärt,<lb/>
dass wir keine Betriebsmittelkredite vermitteln können, auch nicht<lb/>
subventionieren. Zinsverbilligung über die BÜRGES gibt es nur für<lb/>
Investitionskredit. <rs type="person" ref="#per__116095">Koren</rs> hat mit der Zentralsparkasse, der Haus<lb break="no"/>bank der Firma, verhandelt und diese wäre bereit mit ihren Forderungen<lb/>
zuzuwarten. Ich sehe noch nicht klar, warum <rs type="person" ref="#per__116095">Koren</rs> diese Arbeit auf<lb/>
sich genommen hat. Der Besitzer und seine Mutter nämlich sind bis<lb/>
jetzt nämlich keinesfalls gewillt, ihren aufwendigen Lebensstandard<lb/>
zu ändern und ist sich scheinbar über die Situation seiner Firma<lb/>
auch gar nicht klar. Zu uns gekommen ist Herr <rs type="person" ref="#per__116096">Rotter</rs> über den Ombuds<lb break="no"/>mann <rs type="person" ref="#per__98066">Weisz</rs>, bei dem er sich scheinbar über irgend etwas beschwert<lb/>
hat. Für <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> war dies eine wertvolle Erkenntnis, dass man nämlich<lb/>
auch bei der Vermittlung von pleitegehenden Firmen sehr vorsichtig<lb/>
vorgehen muss. Wenn sich <rs type="person" ref="#per__116095">Koren</rs> als Beauftragter der Handelsministerium<lb/>
ausgibt, wenn die Firma Rotter nicht saniert werden kann, dann wird<lb/>
es letzten Endes auch heissen, dass Handelsministerium war daran be<lb break="no"/>teiligt.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Betrachte die Angelegenheit nur als Fall<lb break="no"/>studie.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_04">Prof. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>, Energieverwertungsagentur EVA, berichtet, wie er<lb/>
sagt, mir unbedingt über die letzte Vorstandssitzung, wo ich infolge<lb/>
Moskau-Aufenthalt nicht anwesend war. EVA schlägt vor, dass die<lb/>
Autos mit Vakuummeter von der italienischen Firma Borletti ausge<lb break="no"/>stattet werden sollen. Seine Leute waren in Italien, um mit dem<lb/>
Besitzer zu verhandeln. Diese Fabrik rüstet zwar FIAT mit allen<lb/>
Armaturen aus, hat aber nur 500 dieser Vakuummeter auf Lager und<lb/>
kann maximal 1.500 Stück pro Monat erzeugen. Er und insbesondere<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__98032">Veith</rs> vom ÖAMTC würden aber 300.000 Stück für Österreich benötigen,<lb/>
um eine grosse Aktion zu starten. Allen Ernstes hat er gehofft,<lb/>
dass die beiden Autofahrerverbände ein solches Vakuummeter als<lb/>
Klubgeschenk ihren Mitgliedern geben. Ab Fabrik soll dieses Gerät<lb/>
104.– Schilling kosten. Dazu kommt dann allerdings noch die Mon<lb break="no"/>tage. Die Benzinersparnis beträgt 25%. Angeblich sind die Toyota<lb/>
mit diesen Vakuummeter ausgestattet. Als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> von dieser Idee<lb/>
hörte, meinte er, hier könne man sofort bei der Firma Glanzstoff<lb/>
in St. Pölten die Produktion dafür aufnehmen. Borletti wäre auch<lb/>
bereit, sich an einer österreichischen Firma mit 30% sich zu<lb/>
beteiligen. Eine eigene Betriebsstätte möchte er aber nicht errichten,<lb/>
ausgenommen, wenn er die Genehmigung bekäme, in Österreich auch<lb/>
Zündköpfe für Kanonen zu erzeugen und dann natürlich den grössten Teil<lb/>
davon zu exportieren. Für die Glanzstoff St. Pölten hat er<lb/>
eine Produktionsidee für Fussbodenheizung. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> hat ihn dann<lb/>
sofort mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> bekanntgemacht.<lb/>
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die Rauchfangkehrer aufgenommen. Mit Landesamtsdirektor <rs type="person" ref="#per__116100">Kathrein</rs><lb/>
von Tirol hatte er eine Aussprache, der sehr positiv zu dieser Idee<lb/>
steht. In Innsbruck haben nämlich die Rauchfangkehrer, <rs type="person" ref="#per__116099">Unteregger</rs>,<lb/>
ihr Sprecher, in der Wärmetechnischen Gesellschaft in Innsbruck ent<lb break="no"/>sprechende Vorarbeiten geleistet. Dort werden auch tatsächlich die ent<lb break="no"/>sprechenden Heizungsanlagen stets kontrolliert. Dr. <rs type="person" ref="#per__116097">Brötzenberger</rs>,<lb/>
der für die Sektion V eine diesbezügliche Studie ausgearbeitet hat,<lb/>
kennt, wie <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> mit Recht berichtet, das Problem sehr genau.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_06"><rs type="person" ref="#per__116098">Kapral</rs>, Industriellenvereinigung, hat sich bei <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> beschwert,<lb/>
dass die BÜRGES eine Rindenverbrennungsanlage, die unter 5 Mio<lb/>
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eben die Mindestgrenze nicht erreicht ist und für die anderen Kre<lb break="no"/>dite keine Richtlinien diesbezüglich bestehen. Ich erkläre mich<lb/>
sofort bereit, diese Frage genau prüfen zu lassen und, wenn dies<lb/>
zutrifft, abzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit BÜRGES sofort abändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_08"><rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> ersucht als Ministerium-Ersatz, wenn wir keine Gelegenheit<lb/>
haben, nach Paris zur Internationalen Energieagentur zu fahren,<lb/>
in Unterausschüssen oder sonstigen Gremien als Österreich-Ver<lb break="no"/>treter nominiert zu werden. Er hat bei der Fachtagung Energiesparen<lb/>
Gelegenheit gehabt, viele bedeutende Leute dort kennenzulernen und<lb/>
würde dadurch auch für Österreich einige profitable Informationen<lb/>
bekommen. Bei dieser Fachtagung z.B. wurde ihm erklärt, dass<lb/>
irgend welche public relation-Arbeit zwischen Mai und September<lb/>
vollkommen wertlos ist. Sehr zum Unterschied von der österreichi<lb break="no"/>schen Auffassung, insbesondere <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, hat dieser einige Male<lb/>
geäussert, dass in dieser Urlaubszeit sehr viele Zeitung lesen,<lb/>
genau die Informationen verfolgen, daher also am besten zu infor<lb break="no"/>mieren sind, haben die anderen Länder festgestellt, dass in dieser<lb/>
sauren Gurkenzeit überhaupt niemand Informationen aufnimmt. Ich<lb/>
habe ihm zugesagt, wir werden auf sein Angebot zurückkommen. Ich<lb/>
glaube nämlich, dass selbst bei den grössten Bedenken von SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>,<lb/>
der natürlich immer am liebsten seine Leute schicken möchte, es<lb/>
zweckmässig ist, <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> mehr heranzuziehen. Eines kann man ihm<lb/>
nämlich nicht abstreiten, dass er bezüglich des Vermittelns von Ideen,<lb/>
vielleicht auch vom kreativen Denken sicherlich besser ist als so<lb/>
mancher Bürokrat. Dass er durch seine geschickte Art auch ein wesent<lb break="no"/>lich grösseres Budget hat als die Energiesektion bei uns, muss man ihm<lb/>
neidlos anerkennen. Da er sich hinter <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stecken kann, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
seine Idee aufnehmend, die Länder und Interessensvertretungen gezwungen<lb/>
hat, zum Budget der EVA beizutragen, ist er eben jetzt in einer besseren<lb/>
Position als <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>. Für mich war dies wieder einmal mehr ein Beweis,<lb/>
dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, nur reine sachlich und fach<lb break="no"/>liche Arbeit zu leisten, sondern dass man diese eben auch dann mit<lb/>
entsprechenden Ideen verkaufen muss. Nur zu hoffen, dass man im Bud<lb break="no"/>get vom Finanzminister die notwendigen Mittel bekommt, ist eben zu<lb/>
wenig. Bei der Budgetsituation kann nämlich der Finanzminister gar<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_09">Der sowjetische Handelskammervertreter in Wien, <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs>, ist auf<lb/>
Vermittlung von Direktor <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, Girozentrale, bei mir erschienen,<lb/>
um <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und mir über den letzten Stand der Bestellung der Handels<lb break="no"/>kammer von der Halle 2 im Ausstellungsgelände zu berichten. Er ist<lb/>
fest davon überzeugt, dass die Arbeitsgemeinschaft Girozentrale,<lb/>
Porr und Siemens, diesen Auftrag bekommen werden. Die Vermutung,<lb/>
ja sogar die ....Meldung <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, die Sowjets sind fest davon<lb/>
überzeugt, dass Österreich unter amerikanischem Druck keine Kredite<lb/>
für diese Exportgeschäfte geben wird, hat sich als vollkommen falsch<lb/>
erwiesen. <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> hat nur angedeutet, dass es innerhalb des Aussen<lb break="no"/>handelsministeriums Leute gibt, die Bedenken gegen diese Halle 2,<lb/>
österreichische Produktion haben. Dies ist mir nichts Neues, denn<lb/>
ich habe selbst bei <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> feststellen können, dass in der<lb/>
UdSSR auf Regierungsebene grosse Bedenken herrschen, dass die<lb/>
Handelskammer der UdSSR, die keinerlei notwendige Organisationen<lb/>
hat, mit der Stadt?? Sowjets<add>[mit den Stadtsowjets?]</add> gemeinsam die Olympischen Spiele<lb/>
auch tatsächlich 1980 restlos abwickeln können. Alle Bauten und<lb/>
sonstige Anlagen, die benötigt werden, können die Stadt-Sowjets ??<lb/>
nur unter grössten Schwierigkeiten beschaffen. Hier gibt es ein<lb/>
Konkurrenzverhältnis zwischen Aussenhandelsministerium und Han<lb break="no"/>delskammerorganisation, das sich, wie mir <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> auch ver<lb break="no"/>traulich mitteilt, für ihn anfangs hier in Wien grosse Schwierig<lb break="no"/>keiten bereitet hat. Dies ist jetzt alles aus der Welt geschaffen,<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>, der dem Zentralkomitee berichtet hat und zwar<lb/>
sehr positiv, hat er jetzt das beste Einvernehmen. Bei dieser Vor<lb break="no"/>sprache erfuhr ich, dass neben der Firma Gärtner, der den Maschinen<lb break="no"/>import aus der UdSSR durchführt und in Moskau eine Lizenz für ein<lb/>
Büro hat, jetzt auch die VOEST eine solche Lizenz bekommen haben<lb/>
soll. <rs type="person" ref="#per__116101">Steiner</rs> von der VOEST hätte dies bestätigt. Bei dieser Ge<lb break="no"/>legenheit erfuhr ich, dass es auch eine Firma OWEG, Rotenturmstrasse,<lb/>
geben soll, der ebenfalls ein Büro im Moskau erhalten hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte beide Fälle genau prüfen und mir sofort<lb/>
berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_11">Erschütternd für mich war, dass <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> jetzt von einem 4-wöchigen<lb/>
Urlaub in Moskau mitteilte, dass man dort im Jahre 1980 mit einem<lb/>
Krieg gegen China rechnet. Interessant für mich ist, dass ich immer<lb/>
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einer kriegerischen Auseinandersetzung mit der UdSSR rechnen<lb/>
und dieser natürlich die Schuld geben und auch umgekehrt, zumindestens<lb/>
in der sowjetischen Bevölkerung, denn nur von dort hat <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> diesen<lb/>
Eindruck, man ebenfalls mit einer kriegerischen Auseinandersetzung<lb/>
mit China rechnet. <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> ist für uns ein äusserst interessanter<lb/>
und wichtiger Mann. Ich bedaure zutiefst, dass ich während seines<lb/>
monatelangen Aufenthaltes bis jetzt so wenig Kontakt mit ihm hatte.<lb/>
Ich muss aber leider auf die sowjetische Handelsvertretung viel mehr<lb/>
achten, als mir dies lieb ist. Von <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> könnte ich wahrscheinlich<lb/>
wesentliche zusätzliche Informationen bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte halte Du mit <rs type="person" ref="#per__116102">Nikotim</rs> besten Kontakt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_13">Die Porsche haben für den 65. Geburtstag von Dir. <rs type="person" ref="#per__116105">Kozel</rs> zur<lb/>
Feier in der Theodor Körner eine grosse Party mittags gegeben.<lb/>
Unwahrscheinlich, wieviele Spitzenleute vom Bund, dem Ministerium,<lb/>
aber auch den Landesregierungen, Gendarmerie, Polizei, Post usw.<lb/>
gekommen sind. Ich war nicht ganz überzeugt, ob es die wirkliche<lb/>
Ehrung für <rs type="person" ref="#per__116105">Kozel</rs> war oder ob sich herumgesprochen hat, dass man<lb/>
auf der Theodor Körner ganz hervorragend essen kann. GD <rs type="person" ref="#per__116104">Himmer</rs><lb/>
hielt die Laudatio und ich musste dann für die ganzen Gäste<lb/>
ebenfalls <rs type="person" ref="#per__116105">Kozel</rs> gratulieren. <rs type="person" ref="#per__116104">Himmer</rs> hielt eine ernste, würdige,<lb/>
nette Rede, ich halt wieder einmal mit dem Wiener Schmäh, der natür<lb break="no"/>lich gut ankommt. Wenn ich, so wie mit <rs type="person" ref="#per__116105">Kozel</rs>, doch Jahrzehnte schon<lb/>
Kontakt habe, dann hat man persönliche Erlebnisse und Erfahrungen<lb/>
und kann sehr leicht eine solche Rede halten. GD <rs type="person" ref="#per__116104">Himmer</rs> und<lb/>
Frau <rs type="person" ref="#per__116103">Piech</rs>, die ja gleichzeitig auch in Salzburg Hotels betreiben,<lb/>
stimmten mit mir vollkommen überein, dass wir infolge der schlechten<lb/>
Witterungsverhältnisse und der klimatischen Situation kaum in Öster<lb break="no"/>reich wirklich einen Sommerfremdenverkehr werden wesentlich expan<lb break="no"/>dieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_14">Jour-Fixe mit AK und ÖGB. Natürlich gab es eine Diskussion über die<lb/>
Politikerprivilegien, über die Einkommenspolitik und über die ganzen<lb/>
Attacken der ÖVP jetzt gegen <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>. Ausgelöst wurde diese durch<lb/>
ein Telegramm von <rs type="person" ref="#per__113118">Tozzer</rs>, scheinbar an alle Minister, ich möge ihm<lb/>
unverzüglich für eine nächste Horizonte-Sendung meine finanzielle<lb/>
Situation mitteilen. Das Telegramm war wirklich nicht nur aggressiv,<lb/>
sondern auch sehr frech. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> meint, es wäre notwendig jetzt<lb/>
<pb n="44-0911" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-08-11_0911.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in einer offenen Diskussion alle diese Probleme zu lösen. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs><lb/>
sagt dagegen mit Recht – und wenn die Politiker grünes Gras fressen,<lb/>
wird dann immer wieder gesagt werden, sie bekommen noch immer zu viel.<lb/>
Die Mehrheit meinte allerdings, dass es ausschliesslich darauf an<lb break="no"/>kommt, ob ein Politiker tatsächlich in seinem Amt, für sein Amt<lb/>
ausschliesslich tätig ist. Bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, meinten sie, würde niemand<lb/>
einfallen, seinen Verdienst zu kritisieren. Die Auffassung <rs type="person" ref="#per__97498">Grün<lb break="no"/>wald's</rs> war, dass z.B. die Bankdirektoren und Vorstandsdirektoren<lb/>
wesentlich mehr als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verdienen und man daher in der Offensive<lb/>
diese Einkommensverhältnisse heranziehen soll. Hier irrt <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs><lb/>
aber ganz gewaltig. Die Masse der Bevölkerung wird nicht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
mit den Generaldirektoren vergleichen, sondern <choice><choice><sic>aben</sic><corr>eben? aber?</corr></choice></choice> die Regierungs<lb break="no"/>einkommen mit seinen eigenen und wird finden, dass alle <choice><choice><sic>überzahlt</sic><corr>überbezahlt</corr></choice></choice><lb/>
sind. <rs type="person" ref="#per__97904">Schärf</rs> hat 1945 sozusagen bei der Gründung der Zweiten Republik<lb/>
ganz recht gehabt, da er immer darauf verwies, über Politikergehäl<lb break="no"/>ter soll man im Prinzip mit gar niemand diskutieren. Sie sind so<lb/>
hoch und damit basta. Ob man sie allerdings so hoch festsetzen<lb/>
sollte, indem man eben nachher Steuern darauf einführte, die Klub<lb break="no"/>beiträge wesentlich erhöhte, die Parteisteuer neuerdings entsprechend<lb/>
hoch festsetzt, ist eine andere Frage. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, ÖGB, meinte mit Recht,<lb/>
die Partei hat verabsäumt eine Einkommensdiskussion und vor allem<lb/>
eine richtige Einkommenspolitik für die breite Masse, insbesondere<lb/>
unserer Wählerschichten zu propagieren. Was ihm am meisten erschüt<lb break="no"/>tert, ist, dass letzten Endes dann Leute in Positionen kommen, wie<lb/>
z.B. <rs type="person" ref="#per__116106">Mauhart</rs> in die Tabakwerke, der Sekretär <rs type="person" ref="#per__116107">König</rs> von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt<lb/>
als Vorstand in die Porr AG, die überhaupt keine Voraussetzungen für<lb/>
diese Posten mitbringen. In dieser Beziehung, glaube ich, hat er<lb/>
wirklich recht. Man darf Genossen auch nur dann in gehobene Posi<lb break="no"/>tionen bringen, wenn sie unbestritten sind und insbesondere als<lb/>
Fachleute auf diesem Gebiet anerkannt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_15">Bezüglich meiner Aussprache mit dem Walzstahlbüro, den Verordnungs<lb break="no"/>entwurf stimmen alle überein, dass wir so schnell als möglich die<lb/>
Wünsche der Stahlindustrie im Antidumpingverfahren gegen die Italiener<lb/>
und vor allem der Einfuhrbescheinigungen und Ausdehnung sowie rigo<lb break="no"/>roseren Handhabung zustimmen. Eine Diskussion ergab sich für diese<lb/>
nichttarifarischen Hemmnisse über die Textilkennzeichnungsverord<lb break="no"/>nung. Die Zollorgane beginnen jetzt schön langsam auf Einhaltung<lb/>
dieser Verordnungen zu drängen. Natürlich gibt es jetzt beim Han<lb break="no"/>del darüber eine grosse Aufregung. AK und ÖGB aber stehen 100%ig<lb/>
<pb n="44-0912" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-08-11_0912.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hinter mir, da sie natürlich so wie ich auch die Industrie schützen<lb/>
wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_16">Bezüglich der Getreidelösung berichtete ich, da ich vorher gerade<lb/>
mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> darüber ein Gespräch führte,<lb/>
dass für das nächste Jahr neuerdings eine Preiserhöhung ins Auge<lb/>
gefasst werden muss. Vor den Wahlen werden wir nämlich auch dann,<lb/>
wenn <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> ganz entschieden dagegen protestiert, kaum diesbe<lb break="no"/>zügliche Forderungen der Bauern ablehnen können. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte<lb/>
deshalb, dass sich die Bauern beim Getreide mit einem gewissen Be<lb break="no"/>trag von 10 Groschen am Export selbst beteiligen. Damit würden ca<lb/>
100.000 Tonnen Getreide exportiert werden können. Vom Finanzminister<lb/>
hofft er, dass er die Zustimmung bekommt, 150.000 Tonnen aus dem<lb/>
Budget Exportsubvention für das nächste Jahr bereitzustellen.<lb/>
Damit möchte er mit der Landwirtschaft ein Arrangement. Er wäre be<lb break="no"/>reit, in diesem Fall dann die Kontraktweizenfläche für Qualitätsweizen<lb/>
nicht von 95.000 auf 100.000 ha, sondern wahrscheinlich auf 115.000<lb/>
ha zu erhöhen, wie dies die Landwirtschaftskammer wünscht. Daneben<lb/>
würde er eine Normalweizenaktion starten, die eben den amtlichen<lb/>
Preis für den Mahlweizen festsetzt, 70.000 Tonnen und gleichzeitig<lb/>
250.000 Tonnen für den Export garantiert. Der Rest müsste dann als<lb/>
Futterweizen von den Bauern selbst irgendwie im ....Bedarf oder<lb/>
eben über Händler<add>[zu]</add> entsprechend tieferen Preisen abgegeben werden.<lb/>
Letzten Endes haben dann AK und ÖGB meiner Idee zugestimmt, bei der<lb/>
nächsten Preisfestsetzung Juni 1979 eben diese 10 Groschen Selbst<lb break="no"/>behalt gleich in die Preiserhöhung mit einzubauen. Für Milch hat<lb/>
der ÖGB kein Verständnis, dass wir den Milchpreis gleich wieder<lb/>
für die nächsten Jahre festlegen, sondern das möchte er nach den<lb/>
Wahlen. Dafür habe ich volles Verständnis, obwohl es nicht leicht<lb/>
sein wird, die Bauern davon zu überzeugen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_17">Bezüglich des Reisebürogesetzes, welches der Präsident des Reisebüro<lb break="no"/>verbandes <rs type="person" ref="#per__112934">Raml</rs> von mir wollte, herrscht vollkommene Übereinstim<lb break="no"/>mung beim Jour-fixe, dass ein solches, wenn überhaupt, erst nach<lb/>
Inkrafttreten des Konsumentenschutzgesetzes erfolgen dürfe. Es ist<lb/>
keine Übereinstimmung zwischen Arbeiterkammer und Reisebüroverband<lb/>
bezüglich der Richtlinien über die Reisebedingungen erzielt worden.<lb/>
Ganz im Gegenteil hat die Arbeiterkammer ganz andere Vorstellungen.<lb/>
Da <rs type="person" ref="#per__112934">Raml</rs> aber erklärte, er würde die jetzt von ihm bezeichneten ein<lb break="no"/>vernehmlichen Richtlinien als Empfehlungen seinen Mitgliedern vor<lb break="no"/>schlagen, hat dagegen die Arbeiterkammer natürlich nichts einzuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_18">Sekretär <rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs> von der Arbeiterkammer bekrittelte ganz besonders,<lb/>
dass in diesen Richtlinien, zwar wenn man von der Reise zurücktritt,<lb/>
entsprechende Abschlagszahlungen das Reisebüro zurückhalten kann,<lb/>
während wenn das Reisebüro stornieren muss, überhaupt nichts dem<lb/>
Anmelder gegeben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte unsere Abteilungen besonders auf die<lb/>
Stellungnahme der Arbeiterkammer aufmerksam machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_20">Bezüglich der Propaganda für das Kernkraftwerk wird einvernehmlich<lb/>
festgehalten, dass es zweckmässig ist ein Proponentenkomitee für<lb/>
einen unabhängigen Verein Pro Zwentendorf zu gründen. Als Exponent<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> vorgeschlagen. Diesen kann ich leider nicht erreichen,<lb/>
weil er auf Urlaub irgendwo in den Bergen herumkraxelt. Da ich<lb/>
aber die Einstellung <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl's</rs> genau kenne, ausserdem weiss, dass<lb/>
er mir dazu sicherlich das Pouvoir gibt, schlage ich <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> vor,<lb/>
er kann jetzt schon jedermann mitteilen, dass Pro-Zwentendorf von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> geführt wird. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat nämlich mit den Elektrizitätsunter<lb break="no"/>nehmungen, insbesondere aber ÖVP-Firmen wie z.B. <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> vereinbart,<lb/>
dass eben dieser unpolitisch überparteiliche Verein sich jetzt sobald<lb/>
als möglich konstituieren sollte. Sitz dieses Vereines wird ein<lb/>
Lokal in der Raiffeisenkasse in der Teinfaltstrasse sein, das man<lb/>
anmieten kann. Der Verein wird 1 Mio Schilling von der E-Wirtschaft<lb/>
zur Verfugung haben. Herausgeber des Pressedienstes wird dieser Ver<lb break="no"/>ein sein, der von <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs> geführt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-08-11_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte diese ganze Frage mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und den<lb/>
Exponenten besprechen und endgültig die notwendigen polizeilichen<lb/>
Anmeldungen durchführen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 11.8.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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