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            <title type="main">Freitag, der 14. Juli 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_01">Freitag, 14. Juli 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_02">Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> berichtete mir über die letzte Sitzung<lb/>
der Verbundgesellschaft. Ich bin auch überzeugt, dass es dringend<lb/>
notwendig ist, eine Aussprache im kleinerem Kreis mit SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und mir zu führen. Meine Funktion wird es dabei<lb/>
sein – und davon will ich mich auch nicht drücken –<add>[zu]</add> versuchen,<lb/>
das gute Klima, wie es bei der Bestellung von SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ge<lb break="no"/>herrscht hat, wieder herzustellen oder zumindestens einen Ver<lb break="no"/>such zu unternehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_03">Mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> wurde die weitere Vorgangsweise<lb/>
für die Informationskampagne der Elektrizitätswirtschaft zur Volks<lb break="no"/>abstimmung besprochen. Hauptvorstand des Verbandes der Österr.<lb/>
Elektrizitätsunternehmer, <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__114645">Seitlinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__115640">Haussmann</rs>, die<lb/>
drei sind heute das Präsidium, ermächtigt die notwendigen Ausgaben<lb/>
zu tätigen, ohne eine konkrete Zahl festzulegen. Für die allge<lb break="no"/>meine Energieinformation, insbesondere die Möglichkeit der Alterna<lb break="no"/>tivenergie, wurde ein Betrag von 8 Mio Schilling festgelegt, wie<lb/>
mir <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> diesmal erzählte. Das letzte Mal hat er gemeint, es<lb/>
seien nur 5 Millionen. Das wirklich Entscheidende ist aber, ob der<lb/>
PR-Ausschuss der Elektrizitätswirtschaft das Konzept neben ihrer<lb/>
hauseigenen Werbeagentur Gould &amp; Cargill, <rs type="person" ref="#per__114563">Pfaffenberger</rs> zuzieht,<lb/>
der letzten Endes ja auch die Kampagne machen muss. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> ist<lb/>
zuversichtlich, dass ihm dies auch gelingen wird und er die not<lb break="no"/>wendigen Durchführungsbestimmungen mit den Verbundleuten und den<lb/>
Ländervertretern ohne weiteres durchbringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_04">Die Vorsprache der NÖ Landesregierung bei der Bundesregierung war<lb/>
durch einen Brief <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer's</rs> mit entsprechenden Vorschlägen ausge<lb break="no"/>löst worden. Die jetzt seit einigen Jahren laufende Grenzland<lb break="no"/>aktion geht heuer zu Ende und soll um 2 Jahre verlängert werden.<lb/>
Darüber herrschte prinzipielle Einverständnis. Nach dieser Grund<lb break="no"/>satzübereinstimmung wurde dann über die einzelnen Kapitel resp.,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich ausdrückte, zuerst über die Geldvergabe diskutiert.<lb/>
Im ERP-Verfahren wurden seit 1973 212 Mio Schilling für das NÖ Grenz<lb break="no"/>land ausgegeben. die weiteren 2 Jahre seien 200 Mio vorgesehen<lb/>
und zwar nur für die Industrie, Fremdenverkehr ausgenommen. Landes<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> versuchte zu erreichen, dass die üblichen Kürzungen<lb/>
<pb n="44-0836" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-07-14_0836.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>im ERP-Verfahren auf 50% für Grenzland unterbleiben sollte.<lb/>
Dagegen hat sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aus prinzipiellen Gründen ganz ent<lb break="no"/>schieden ausgesprochen. Das nächste Kapitel war Fremdenver<lb break="no"/>kehr. Meine Information war die mangelhafteste, die ich je<lb break="no"/>mals gehalten habe. Lakonisch wurde mir mitgeteilt, dass bei der<lb/>
letzten Fremdenverkehrs-ERP-Kommissionssitzung der Antrag des Kur-<lb/>
und Kneipp-Zentrums Harbach wegen mangelnden Unterlagen zurückge<lb break="no"/>stellt wurde. Fast bin ich versucht zu schreiben – schmecks, mei<lb/>
Herzerl. Zum Glück habe ich gleich einleitend erklärt, dass ich<lb/>
ja mit Herrn Landesrat <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> übereinstimme, so hoffe ich, dass<lb/>
er mir zumindestens bestätigen wird, dass er alle Ansuchen, die den<lb/>
Fremdenverkehr betreffen in der Grenzregion bevorzugt behandelt haben<add>[?]</add><lb/>
und dass ich ihm neuerdings zusichern kann, wie ich auch das letzte<lb/>
Mal schon erklärte, dass alle ERP-Ansuchen berücksichtigt werden.<lb/>
Sollte wider Erwarten ein Ansuchen einmal nicht durchgehen, dann<lb/>
bitte ich ihn neuerdings, sich an mich zu wenden, ich werde dann<lb/>
den Fall genau prüfen. <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> bestätigte, dass ich mich zu dieser<lb/>
Aussage jederzeit bekannt habe und er keinen einzigen Fall mit<lb/>
mir im einzelnen besprechen musste. Bezüglich HARBACH meinte ich,<lb/>
sei ich ausserstande, dies habe ich mir aus den Unterlagen, die<lb/>
andere hatten, herausgelesen, für das Startkapital die 50 Mio<lb/>
Schilling zur Verfügung zu stellen. Jetzt ergab sofort die Dis<lb break="no"/>kussion zwischen <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> und Finanzminister, dass sich natürlich<lb/>
auch das Ganze rechnen muss. Das Finanzministerium hat 5 Mio Schil<lb break="no"/>ling à fonds perdu gegeben. Wo und wie konnte ich nicht erfahren.<lb/>
Das Land hat sich ebenfalls bereit erklärt, 5 Mio Schilling auch<lb/>
à fonds perdu zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird ein<lb/>
Landeshypothekenkredit eingereicht und gewährt und vom ERP-Fonds<lb/>
kommen 20 Mio und 20 Mio sollen aus der Ersatzaktion ERP kommen.<lb/>
Da wider Erwarten in Kärnten die Kuranstalt Altenhofen,<add>[nicht]</add> zuletzt<lb/>
durch den dort tüchtigen Manager, funktioniert, hofft man auch, dass<lb/>
im Gmünder Bezirk Harbach für die ganze Region eine bedeutende<lb/>
Fremdenverkehrsattraktion wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ergänzte, er hätte einen<lb/>
Architekten ersucht, eine Studie für Waldviertel ähnlich wie sie<lb/>
die Firma Steigenberger Hotelgesellschaft im Bayrischen Wald<lb/>
ausführen liess, auszuarbeiten. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> teilte mir mit, dass dies<lb/>
der Architekt <rs type="person" ref="#per__115641">Grünberger</rs> ist, der auch Schwimmbecken und solche Anlagen<lb/>
entwirft. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat in<add>[Bad]</add> Wörishofen festgestellt, dass dort nur Grund<lb break="no"/>wasser zur Verfügung steht und gar keine grosse Mineral- oder gar<lb/>
<pb n="44-0837" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-07-14_0837.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Heilquelle. Trotzdem wurden durch entsprechende Investitionen,<lb/>
geschicktes Management und Propaganda ein Kurgebiet ungeheuren<lb/>
Ausmasses getroffen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte, dass jetzt Niederösterreich<lb/>
mit ihm gemeinsam ein solche Freizeitangebot für Kinder und<lb/>
ältere, denen man eine Beschäftigung im Urlaub und in der Er<lb break="no"/>holung geben muss, sowie durch Anlage von Radfahrwegen, der Wald<lb/>
und die frische Luft in dieser Gegend gefördert werden. Er könnte<lb/>
sich sehr gut vorstellen, dass man diese Musteranlage dann in<lb/>
mehrere Gebiete des Mühl- und Waldviertels errichten könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso die mangelnde Information, wieso<lb/>
das Nichtwissen unseres Hauses?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_06">Bezüglich er Investorenwerbung und Beratung habe ich mit LR <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs><lb/>
unter Zustimmung aller Anwesenden vereinbart, dass wir jeden<lb/>
Vorschlag, sei es der Handelskammer oder der Landesregierung,<lb/>
für entsprechende Informationstagungen, wie wir sie bereits<lb/>
durchgeführt haben, aufgreifen und durchführen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll einen diesbezüglichen Plan<lb/>
erstellen, wenn es gewünscht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_08">Eine lange Diskussion wurde über eine spezifische Grenzland<lb break="no"/>förderung, an sich 1.000 Schilling pro Arbeitsplatz den NÖ gibt<lb/>
und jetzt auf 50.000 Schilling erhöht werden soll, wenn der Bund<lb/>
ebenfalls 50.000 Schilling dazu zahlt, abgewickelt. Die Subvention,<lb/>
die das Land Niederösterreich gibt, kostet jetzt 10 Mio Schilling<lb/>
pro Jahr. 598 Arbeitsplätze 77, jetzt bereits im I. Halbjahr 529,<lb/>
weshalb NÖ mit dem Budgetansatz nicht mehr zurecht kommt. Die<lb/>
Wirtschaftsenquete in Laa hat ergeben, dass grösste Anstrengungen<lb/>
gemacht werden müssen, um die Bevölkerung im Grenzland zu halten<lb/>
und auch 50.000 neue Arbeitsplätze bis in die 80er Jahre zu schaf<lb break="no"/>fen. Bis jetzt wurden 5000 bis 6000 durch entsprechende Aktionen<lb/>
in 8 Verwaltungsbezirken NÖ, die das Grenzland bilden, errichtet.<lb/>
Das Sozialministerium fördert jetzt aus Arbeitsmarktförderungs<lb break="no"/>massnahmen oft mehr als 50.000 Schilling pro Arbeitsplatz. Im<lb/>
Prinzip wollte aber die Arbeitsmarktverwaltung von ihren System<lb/>
nicht abweichen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> machte dann doch aber eine Zusage dahin<lb break="no"/>gehend, soweit der Eigenmittelnachweis erbracht wird und soweit<lb/>
insbesondere neue zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden und<lb/>
<pb n="44-0838" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-07-14_0838.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nicht z.B. aus dem Wiener Raum Leute durch besonders günstige<lb/>
Subvention abwandern, würde er die Verwendungszusage geben, sich<lb/>
beim Sozialminister dafür einzusetzen. Landeshauptmannstellver<lb break="no"/>treter <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> erwähnte, dass NÖ für die Arbeitsmarktförderung 6 Mio,<lb/>
ausser diesen 10 Mio gibt, während der Bund immerhin 200 Mio Schil<lb break="no"/>ling bis jetzt für NÖ zur Verfügung gestellt hat resp. abwickelte.<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> meinte, niemand hätte ein Interesse einer Abwanderung<lb/>
von Wiener Betrieben nach Niederösterreich. Diese seien aber sozu<lb break="no"/>sagen durch nichts aufzuhalten und es sei für ihn die Frage, ob<lb/>
sie ins Umland Wiens gehen, oder ob man sie nicht doch durch solche<lb/>
Aktionen ins Grenzland bringen könnte. Derzeit arbeiten 70.000<lb/>
<choice><choice><sic>NÖ</sic><corr>Niederösterreicher</corr></choice></choice> in Wien. Über die anderen Vorschläge resp. Ergebnisse kann<lb/>
ich nicht berichten, weil ich für die Aussprache mit dem Elfen<lb break="no"/>beinküste-Minister <rs type="person" ref="#per__114483">Ekra</rs> die Sitzung vorzeitig verlassen musste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte von <rs type="person" ref="#per__115644">Kohlbacher</rs> die notwendigen<lb/>
Unterlagen und Informationen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_10">Minister <rs type="person" ref="#per__114483">Ekra</rs> war mit seinem Besuch und dem Programm sehr einver<lb break="no"/>standen. Da er für die verstaatlichte Industrie zuständig ist, hat<lb/>
er Gelegenheit ausser mit den Firmenvertretern über die konkreten<lb/>
Projekte, die die österreichischen Unternehmer gerne an der Elfenbein<lb break="no"/>küste errichten möchten, auch über die Problematik verstaatlichte –<lb/>
private Wirtschaft, Management und Organisationsform der Verstaat<lb break="no"/>lichten eingehend zu diskutieren. Bezüglich der konkreten Projekte,<lb/>
die ich ihn gegenüber erwähnte, konnte und wollte er auch keinerlei<lb/>
konkrete Zusagen, ja nicht einmal eine konkrete Diskussion darüber –<lb/>
abführen. Ich kann mir dies nur so erklären, dass er sich entweder<lb/>
nicht präjudizieren oder eben auch dafür keinerlei Kompetenz hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Das nächste Mal lass Dir bitte vor der Schluss<lb break="no"/>besprechung nicht nur von unserem Haus, sondern auch von den Unterneh<lb break="no"/>mern kurz berichten, was sie im konkreten gesprochen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_12">Einen an und für sich ein gar nicht so hochrangiger Orden für Komm.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115642">Haider</rs> von der Linzer Glasspinnerei in Stockerau musste ich auf<lb/>
besonderes Verlangen von Bürgermeister und Generaldirektor der<lb/>
Holding, <rs type="person" ref="#per__115645">Machtl</rs>, diesem persönlich übergeben. Natürlich nützte ich<lb/>
gleich die Gelegenheit, um den Betrieb neuerdings zu besichtigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_13"><choice><choice><sic>Ser</sic><corr>Sein?</corr></choice></choice> Sohn ist bei einem Lawinenunglück vor ein paar Jahren töd<lb break="no"/>lich verunglückt, der Schwiegersohn <rs type="person" ref="#per__115650">Sigert</rs> dürfte aber sehr<lb/>
tüchtig sein. Ich interessierte mich insbesondere für den neuen<lb/>
Schmelzofen von Glas, welcher auf Elektrobasis ausgebaut ist.<lb/>
Mir ist es vollkommen unerklärlich, wie man kostenmässig diese<lb/>
teure Energieform heranziehen kann. Angeblich zahlt die Firma<lb/>
47 Groschen für die Kilowattstunde der NEWAG. Der technische Direktor<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__115650">Sigert</rs> behaupten aber, wenn sie die Umweltschutzmassnahmen, die<lb/>
sie sonst treffen hätten müssen, einbeziehen ......... sich dieses<lb/>
Projekt. Die einzige Frage ist, ob die Elektrowanne ebenfalls<lb/>
2 Jahre halten wird. Die Stromverbrauchsmengen, die kalkuliert wurden,<lb/>
reichen bei dem kurzen Probebetrieb, der bis jetzt durchgeführt<lb/>
wurde, aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Was weiss unsere Energiesektion über diese<lb/>
Probleme der stromintensiven Energie. Ein Betrieb jetzt mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band44_1978-07-14_15">Die Gespräche mit den Landesvertretern in der Energiesektion<lb/>
über die Korrektur des vorgelegten Ausbauprogrammes verliefen zu<lb/>
meiner grössten Überraschung sehr amikal. SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat dem Ver<lb break="no"/>band der Elektrizitätsunternehmungen Österreich in einem Brief mit<lb break="no"/>geteilt, dass für die Korrektur des Energieplanes 1976 notwendig<lb/>
wäre, 3 Punkte zu ändern. 1. Die Hochspannungsnetzausbaupläne<lb/>
müssten konkret dargelegt werden. Dies ist eine Aufgabe der Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft und wird, wie <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> erklärte, keinerlei Schwierig<lb break="no"/>keiten machen. 2. sollen die 1000 Öl-Megawatt-Kraftwerke und<lb/>
die 400 Megawatt-Gasturbinen-Kraftwerke von den Landesgesellschaften<lb/>
durch Kohlekraftwerke oder Beteiligung bei Speicherausbau ersetzt<lb/>
werden. Dies ist nach der Charakteristik der Speicher und Gas<lb break="no"/>turbinen, die nicht gleich ist, unmöglich. Dies hat nicht nur <rs type="person" ref="#per__114463">Alt<lb break="no"/>ziebler</rs> mir schon bei der letzten Sitzung mitgeteilt, sondern neu<lb break="no"/>erdings auch die Ländervertreter <rs type="person" ref="#per__115649">Höhnl</rs>, NEWAG, <rs type="person" ref="#per__113044">Märzendorfer</rs>, STEWEAG,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115646">Hofstätter</rs>, KELAG, bestätigt. Dazu kommt noch, dass die Landesgesell<lb break="no"/>schaften natürlich sich nicht durch Koordinierung ihrer Verträge<lb/>
mit der Verbund vor Jahren auf einen gewissen Versorgungsanteil ge<lb break="no"/>einigt haben und diesen Versorgungsanteil nicht vergrössern wollen,<lb/>
sondern wenn irgendwie möglich, sich an allen Kraftwerken über<lb break="no"/>beteiligen, um ihren Einfluss zu vergrössern. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> machte auf<lb/>
diesen Umstand besonders aufmerksam und meinte, die Versorgung könnte<lb/>
ja ohne weiteres durch Ausbau der koordinierten Vertragsmengen, die<lb/>
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Bezüglich der Möglichkeit Kohle anstelle von Gas und Öl zu ver<lb break="no"/>wenden, gilt dies besonders für die Wiener, NÖ und Steirer.<lb/>
Der Wiener Vertreter hatte die unmöglichste Erklärung, warum sich<lb/>
Wien nicht daran beteiligen will. Er meinte tatsächlich dezidiert,<lb/>
Wien müsse seine eigenen Kraftwerke errichten und könnte sich nicht<lb/>
sozusagen mit anderen Gesellschaften verbinden oder gar vielleicht<lb/>
an Bezug binden. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ist dann aber richtig in die Parade ge<lb break="no"/>fahren und dies ausnahmsweise zu Recht. Ich habe natürlich wesent<lb break="no"/>lich ruhiger auch darauf verwiesen, dass ein solcher Standpunkt<lb/>
von mir nicht akzeptiert werden kann. Die Versorgung Wien's ist<lb/>
genauso wichtig und genauso zu sichern als wie die Versorgung<lb/>
jedes kleinsten Dorfes in Österreich. Auch die anderen Landeshaupt<lb break="no"/>städte müssen dafür vorsorgen, dass mit der Verbundgesellschaft<lb/>
gemeinsam die Versorgung gesichert ist und nicht die Netze zusammen<lb break="no"/>brechen. Ein Inselbetrieb Wien ist daher unzweckmässig, unrentabel<lb/>
und auch durch gar nichts zu rechtfertigen. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> erörterte dann<lb/>
für die Landesgesellschaften die drei grossen in Untersuchung resp.<lb/>
in Ausbau stehenden Projekte. Erstens wird mit Polen weiter verhan<lb break="no"/>delt wegen zusätzlichen Strombezügen und die Pipeline für Kohle<lb break="no"/>transport von Polen an die Donau. Zweitens wird mit Jugoslawien<lb/>
in einem internationalen Konsortium über Abbau der grossen Kohle<lb break="no"/>vorkommen und Verstromung im Kosovo-Gebiet. Hier könnte Österreich<lb/>
800 Megawatt beziehen. Drittens wird mit Ungarn jetzt über 400 Mio<lb/>
Tonnen Jahres-Braunkohlelieferung verhandelt, durch 3 x 300 MW<lb/>
Blöcke an der Grenze in Burgenland errichtet werden können. Die Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft würde einen Block betreiben, der zweite steht den<lb/>
Landesgesellschaften zur Verfügung. Die Ländervertreter wollten<lb/>
natürlich wissen, zu welchen Bedingungen die Kohle bezogen werden<lb/>
kann und wieviel der Strom aus diesem Projekt kostet. Für die<lb/>
Sicherheit, erklärte ich, könnten wir ja die österreichischen<lb/>
Kohlevorräte, ca 60 Mio Tonnen, in der ungarischen Seite ca das<lb/>
zehnfache, diese österreichischen Kohlevorräte zuerst unangetastet<lb/>
lassen. Sollten aus irgend welchen Gründen die Ungarn dann nicht<lb/>
die Kohle liefern können oder wollen, dann bleibt für die Abschrei<lb break="no"/>bung des Betriebes und vor allem für die garantierte Kohlenanlie<lb break="no"/>ferung die inländischen Vorräte. Die Landesgesellschaften haben sich<lb/>
im Prinzip bereit erklärt, die Möglichkeit der Bezüge von diesem<lb/>
Kraftwerk sich genau zu überlegen. Der dritte Problemkreis war die<lb/>
Wärmekopplung. Hier hat <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> mit Recht festgestellt, dass dies<lb/>
<pb n="44-0841" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band44/44_1978-07-14_0841.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>das einzige Gebiet ist, wo man grössere Energiesparmassnahmen<lb/>
durchführen könne. Die technische Lösung von Fernwärme ist überall<lb/>
gegeben und ist kein Problem. Das wirkliche Problem ist die<lb/>
Finanzierung und ob sich kostenmässig eine so grosse Verteuerung<lb/>
der Wärmeenergie überhaupt verrechnen lässt. Nötige Untersuchungen<lb/>
werden jetzt von der Gesellschaft für moderne Technik, die der Verband<lb/>
der Elektrizitätsunternehmungen Österreichs gegründet hat, vorgelegt<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 14.7.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Höhnl, A</persName>
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               <persName type="label">Haussmann, Raimund</persName>
               <persName><surname>Haussmann</surname><forename>Raimund</forename></persName>
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               <persName type="label">Ekra, Mathieu</persName>
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               <occupation>Min. Elfenbeinküste</occupation>
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               <persName type="label">Kohlbacher, Alfred</persName>
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               <persName><surname>Sigert</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Linzer Glasspinnerei, Stockerau (NÖ)</occupation>
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               <persName type="label">Seitlinger, Josef</persName>
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               <persName type="label">Hofstätter, Anton</persName>
               <persName><surname>Hofstätter</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <persName type="label">Machtl, Josef</persName>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
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               <persName><surname>Grünberger</surname><forename>Friedrich F.</forename></persName>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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