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            <title type="main">Dienstag, der 11. Juli 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band43_1978-07-11</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_01">Dienstag, 11.7.1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_02">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs><lb/>
verlangt, eine Aufstellung über die Reisetätigkeit der Ministerien<lb/>
im ersten Halbjahr. Diese Auslandsfahrten sind für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schein<lb break="no"/>bar ein rotes Tuch. Keine Sitzung vergeht, wo er nicht immer wieder<lb/>
darauf hinweist, dass die Budgetziffer unter gar keinen Umständen<lb/>
überschritten werden dürfen. Unser Glück im Handelsministerium<lb/>
liegt darin, dass wir seinerzeit von den EG-Verhandlungen einen<lb/>
sehr grossen Budgetpost noch haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_03"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> hat mir anschliessend noch erzählt, dass jede Auslands<lb break="no"/>dienstreise unter allen Umständen vom Bundeskanzleramt genehmigt<lb/>
werden muss. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst lässt sich scheinbar auch hier immer<lb/>
wieder berichten, vielleicht sogar noch einzelne Fälle vorlegen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112992">Löschnaks</rs> Brief wegen der nicht genehmigten Reise von Dr. <rs type="person" ref="#per__114460">Luchinetti</rs><lb/>
nach Paris ist deshalb von ihm nicht als Eigeninitiative zu be<lb break="no"/>trachten, sondern eben in Durchführung eines Kanzlerauftrages.<lb/>
Mir war es unerklärlich, dass <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> nicht die notwendige Ge<lb break="no"/>nehmigung eingeholt hat. Die Aufklärung über das Büro hat viel<lb/>
zu lange gedauert, weshalb ich <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> persönlich ersuchte, unver<lb break="no"/>züglich festzustellen, wieso es zu dieser Unterlassung gekommen<lb/>
ist. <rs type="person" ref="#per__114460">Luchinetti</rs> hatte eine genehmigte Dienstreise nach Paris für<lb/>
zwei Tage mit Genehmigung des Bundeskanzleramtes. Anschliessend<lb/>
daran war eine zweite Sitzung, ebenfalls 2 Tage, 6. u. 7. Juli bean<lb break="no"/>tragt worden und hier wurde scheinbar nicht abgewartet, bis die<lb/>
Genehmigung erfolgte. Der Antrag wurde aber von <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> gestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: In Hinkunft bitte auf die Genehmigungen unbe<lb break="no"/>dingt warten und zeitgerecht stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_05">Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hatte mich früh morgens angerufen, um mir mit<lb break="no"/>zuteilen, dass er sich ausserstande fühlt, einer Informations<lb break="no"/>kampagne, die ihm finanzielle schrittmässige Zuschüsse abverlangt,<lb/>
zuzustimmen. Die anderen Länder können über ihre Landesgesell<lb break="no"/>schaften ohne weiteres finanzielle Zuschüsse übernehmen, weil sie<lb/>
in den Landesbudgets nicht aufscheinen. In Wien ist die Regelung<lb/>
aber so, dass die Stadtwerke über das Budget abrechnen, dadurch<lb/>
scheint jeder Betrag automatisch im Wiener Budget auf. Vor der<lb/>
Wiener Landtagswahl sieht sich <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ausserstande, hier eine<lb/>
Entscheidung zu treffen und lehnt deshalb jedwedes finanzielles<lb/>
<pb n="43-0816" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-07-11_0816.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Arrangement ab. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> machte im Ministerrat selbst eine diesbezüg<lb break="no"/>liche Bemerkung, dass eben die Gemeinde Wien nicht mit kann, ohne<lb/>
eigentlich Details zu erklären, weshalb meiner Meinung nach im<lb/>
Protokoll, wenn überhaupt, nur sehr unzulänglich berichtet wird.<lb/>
Ich habe sofort GD <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> von der Verbundgesellschaft, der auch<lb/>
jetzt Vorsitzender des Verbandes der Österreichischen Elektrizi<lb break="no"/>tätswerke ist, angerufen und über den Sachverhalt informiert. Ich<lb/>
schlug ihm vor, man sollte, ohne den Betrag jetzt zu nennen, einen<lb/>
prinzipiellen Beschluss über die Notwendigkeit einer solchen<lb/>
Informationskampagne, bezahlt sollte dann diese ganze Kampagne<lb/>
von den Unternehmungen werden, die am Kernkraftwerk Zwentendorf<lb/>
beteiligt sind. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> teilte mir zu meiner grössten Verwunde<lb break="no"/>rung und zum ersten Mal überhaupt mit, dass eine solche Idee auch<lb/>
bereits der Landesvertreter der NEWAG, GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs>, gehabt hat. Eine<lb/>
Aussprache dann mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs>, Generaldirektor der<lb/>
STEWEAG, gab mir die Gelegenheit dieses Problem dort anzu<lb break="no"/>schneiden. Mein Interesse und vor allem das der Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft, insbesondere der beteiligten Gesellschaft, muss es<lb/>
sein, dass diese Mittel, 45 Mio Schilling, dafür bereitgestellt<lb/>
werden, ohne dass es aber zu einer Diskussion innerhalb der Elek<lb break="no"/>trizitätswirtschaft selbst kommt. Auch die notwendigen Beträge<lb/>
könnten nicht vorher im Detail beschlossen werden, sondern man<lb/>
sollte einen generellen Beschluss und eine generelle Ermächtigung<lb/>
in dieser Frage von seitens des Hauptverbandes aussprechen. <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs><lb/>
meinte, dass er meine Auffassung teilt, denn auch er sieht nicht<lb/>
ein, dass die Städte und Gemeinden, die alle im Verband der Elektrizi<lb break="no"/>tätsunternehmer organisiert sind, zur Zwentendorf-Inbetriebnahme<lb/>
etwas beitragen müssen resp. sollen. Zu dieser Auffassung war die Frage<lb/>
soweit vorbereitet und abgestimmt, dass tatsächlich dann, wie<lb/>
mir <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> am Abend berichtete, der Hauptausschuss des Verbandes<lb/>
für 5 Mio Schilling eine Kampagne, die alle bezahlen und sich aus<lb break="no"/>schliesslich nur über den Bedarf von Strom und allen Alternativ<lb break="no"/>energien, die der Verband unterstützt, bis zur Sonnenenergie<lb/>
durchgeführt wird. Für die Information Aufklärung und ganz be<lb break="no"/>sonders Inbetriebnahme Zwentendorf-Kampagne wurde eine generelle<lb/>
Ermächtigung dem PR-Ausschuss gegeben. Dieser Beschluss konnte ein<lb break="no"/>stimmig auch mit der Zustimmung der Gemeinde Wien-Vertreter gefasst<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs> :Bitte sofort <rs type="person" ref="#per__114464">Kunz</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_07">Die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> wurde von mir ver<lb break="no"/>langt, um klarzustellen, wie jetzt beschleunigt die Arbeiten an<lb/>
der Energieplankorrektur weitergeführt werden sollen. Zwischen<lb/>
dem Verband und der Sektion V, sprich <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, gibt es<lb/>
einen umfangreichen Briefwechsel. Die E-Wirtschaft kann sich<lb/>
nicht zur gewünschten Korrektur ihrer Ausbauprogramme entschliessen.<lb/>
Die Landesgesellschaften haben dort Investitionen von Gasturbinen<lb/>
vorgesehen. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> verweist mit Recht darauf, dass die Internationale<lb/>
Energieagentur verlangt, es müssten auf dem Ölsektor Einsparungen er<lb break="no"/>folgen und nicht ein Ausbau dieser Kraftwerkstypen. <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> für<lb/>
die Landesgesellschaften meint, dass die Charakteristika der Gas<lb break="no"/>turbinen aber so sind, dass sie durch Speicherkraftwerke nicht<lb/>
ersetzt werden können. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat nämlich vorgeschlagen, die Länder<lb/>
sollen sich stärker am Ausbau der Speicherkraftwerke der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft beteiligen. Wir einigten uns darauf, dass jetzt eine<lb/>
Aussprache der Länder mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> sofort erfolgen soll, damit spä<lb break="no"/>testens September mit der Korrektur des Energieplanes begonnen<lb/>
werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_08">Der Hochspannungsnetzausbau durch die Verbund und teilweise durch<lb/>
die Landesgesellschaften wird keinerlei Schwierigkeiten bereiten<lb/>
und kann auch den <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>-Wünschen entsprechend motiviert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_09">Die Frage der Fernwärme und Kraftwärmekupplung aber ist nach<lb/>
Berechnungen der Landesgesellschaften unrentabel. Das Fernheiz<lb break="no"/>werk Graz hat 180 Mio Schilling Verlust. Ab 77 können sie wieder<lb/>
ausgleichend gebaren. Neudorf und Werndorf liegen nur 12 km von<lb/>
Graz entfernt, könnten 300 MW mit Fernwärme koppeln, doch die Be<lb break="no"/>rechnung, dass der Tarif um 50% höher sein müsste als jetzt, diese<lb/>
Stadt mit Fernwärme versorgt wird. Voitsberg III, wo 30 km entfernt<lb/>
die notwendigen Abnehmer wären, kann daher überhaupt nicht rentabel<lb/>
ausgelegt werden. Überall stossen wir auf das Phänomen, dass die<lb/>
Energie behauptet wird in Zukunft knapp zu sein, die Preise aber noch<lb/>
immer so tief liegen, obwohl sie in der letzten Zeit wesentlich<lb/>
erhöht wurden, dass rentable, theoretische Modelle nicht gefunden<lb/>
werden können. <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> erklärte im Prinzip sich aber bereit,<lb/>
z.B. an der burgenländisch-ungarischen Kohle durch ein grosses<lb/>
Elektrizitätswerk an Ort zu beteiligen. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat befürchtet, dass<lb/>
auch hier aus Widerstandsüberlegungen der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
nichts weitergeht. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> erklärte, dass die Verzögerung darauf<lb/>
zurückzuführen ist, weil die Ungarn eine so grosse Kohlenmenge<lb/>
<pb n="43-0818" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-07-11_0818.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wollten, dass wir abnehmen, dass dies nur in Form von Vergasung<lb/>
möglich gewesen ist. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die<lb/>
Investitionen zu gross sind, eine Vergasungsanlage daher in<lb/>
absehbarer Zeit nicht in Frage kommt, weshalb die Ungarn jetzt<lb/>
wieder bereit wären, auf unser ursprüngliches Projekt, nur ein<lb/>
Elektrizitätswerk zu bauen, eingeschwenkt sind. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> wird<lb/>
dieses Projekt daher auch jetzt beschleunigt verfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_11">GD <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> von Siemens berichtete mir über seine Kontakte<lb/>
und Unterstützungsmassnahmen für die Aufklärungskampagne der<lb/>
Elektrizitätswirtschaft zur Inbetriebnahme von Zwentendorf. Er<lb/>
möchte, dass eine schweizerische Agentur, die auch dort die entsprechen<lb break="no"/>de Aufklärungskampagne durchführt, herangezogen wird. Ich habe sofort<lb/>
festgehalten, dass ich mich in die Details nicht einmischen kann<lb/>
und schon nicht einmischen will. Wenn die beiden österreichischen<lb/>
Agenturen, die für diese Aufgabe von der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
herangezogen werden, dies für notwendig befinden, wird es geschehen.<lb/>
Ich möchte in keiner Weise irgendeinen Einfluss darauf nehmen,<lb/>
wer diese Kampagne durchführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_12"><rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> hatte mir dann auch mitgeteilt, dass jetzt Siemens<lb/>
selbständig in Deutschlandsberg eine Vielschichtkondensator-<lb/>
Produktion aufnimmt. Die Verhandlungen mit der amerikanischen<lb/>
Firma AVX haben sich zerschlagen, die gehen nach Irland. Siemens<lb/>
befürchtet jetzt eine irrsinnig harte Konkurrenz, weshalb sie in<lb/>
Deutschlandsberg mit ERP-Mitteln 36 Mio Schilling investieren<lb/>
wollen und müssen. Siemens wird diese Frage bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Vorsprache<lb/>
erwähnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_13"><rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> hat mir dann auch gestanden, dass sie mit Lieferungen<lb/>
für Moskau Olympiade in Verzug sind. Sie werden zwar ihre TV-<lb/>
Schaltzentrale zeitgerecht liefern. Sie waren aber gleichzeitig<lb/>
auch für die Ungarn Unterlieferanten für Bauelemente. Dort hat<lb/>
sich, weil wieder ihre Lieferanten AEG, Texas Instruments und die<lb/>
Amerikaner, Fairchild, sie hängen lassen hat, mit 2 1/2 Monaten<lb/>
Verspätung geliefert. <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> wird mir den Brief, den er an den<lb/>
russischen Botschafter gerichtet hat, übersenden, falls dieses<lb/>
Problem in Moskau zur Sprache kommt. In Wirklichkeit geht es bei<lb/>
diesen Fragen weniger darum, wer, wo schuldig ist, sondern das<lb/>
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ausreden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_14">Vertreter der Obersteirer-Gasversorgung Dr. <rs type="person" ref="#per__114465">Huber</rs> und Herr <rs type="person" ref="#per__114466">Wessely</rs><lb/>
von der Firma Integral intervenierten bei mir, da die Letzver<lb break="no"/>braucherpreisfestsetzung so lange dauert. Sie müssen bereits mit<lb/>
1.1.78 von der Steirischen Ferngas das Gas wesentlich höher<lb/>
beziehen, können es aber nicht weiter verrechnen, weil sie noch<lb/>
keinen Bescheid haben. Der zuständige Referent Dr. <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs> war<lb/>
krank, ist jetzt auf Urlaub, weshalb sich die Verhandlungen so<lb/>
lange hinzögern. Obersteiergas<add>[?]</add> ist mit 2.88 Schilling wesent<lb break="no"/>lich billiger als Niederösterreich, um ca 15%, und vor allem im<lb/>
Vergleich zu Wien mit 3.63 äusserst preisgünstig. Eine Erhöhung<lb/>
muss deshalb erfolgen. Die Energiesektion, SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, hat ihnen<lb/>
auch deshalb zugesichert, dass sie rückwirkend eine Preiserhöhung<lb/>
bekommen werden. Dies kann ich mir zwar nicht genau vorstellen,<lb/>
doch wird Obersteirer-Gasversorgung eine Mitteilung an die Abnehmer<lb/>
schicken, dass sie mit 1.1.78 mit einem höheren Gaspreis zu rechnen<lb/>
haben. Sie wollten von mir die Zustimmung zu dieser Massnahme,<lb/>
welche ich aber abgelehnt habe. Ich erklärte nur freimütig, wenn<lb/>
sie eine solche Mitteilung rausgeben, kann ich dies nicht ver<lb break="no"/>hindern. Die Firma sagt, sie hat im Jahre 1977 schon 1 Mio Schilling<lb/>
Defizit gehabt und wird, wenn man die normalen Abschreibungen be<lb break="no"/>rücksichtigen würde, sogar 3 Mio Schilling Verlust haben. Insge<lb break="no"/>samt hat sie 35 Mio Schilling in ihrem Gebiet investiert, die sie<lb/>
jetzt durch den tiefen Preis nicht einmal annähernd decken kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Arbeiterkammer informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_16">Der stellvertretende Handelsdelegierte der UdSSR <rs type="person" ref="#per__114158">Malinow</rs> hat eine<lb/>
dringende Aussprache verlangt, um mir dann nichts anderes mitzu<lb break="no"/>teilen, als dass an der Gemischten Kommission neben <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs><lb/>
Vizeminister vom Gasministerium, Elektro-Maschinenbauministerium<lb/>
und Autoproduktionsministerium teilnehmen wird. Die unnötige Sitzung<lb/>
hätte ich mir wirklich ersparen können. Da wir aber stets grössten<lb/>
Wert darauf legen den Russen immer wieder unser ganz besonderes<lb/>
Interesse zu zeigen, wird es auch in Hinkunft nicht möglich sein,<lb/>
solche Gschaftlhuber-Sitzungen abzusagen. Meistens ist es ja so, dass<lb/>
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alles dem Minister persönlich zu übermitteln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-11_17">Bei des Überreichung des Staatswappendekrets in Baden an die<lb/>
Firma Industrie-Bau waren eine Menge Leute eingeladen. Auch<lb/>
überall, wie selbst die Redner sagten, ist nur die zweite Garnitur<lb/>
gekommen. Der Landeshauptmann war durch den Bezirkshauptmann ver<lb break="no"/>treten, der Bürgermeister durch einen Vizebürgermeister, der<lb/>
Handelskammerpräsident durch einen Vertreter der Baugruppe,<lb/>
übrigens einer Konkurrenzfirma Lang &amp; Menhofer aus Wiener Neustadt.<lb/>
Trotzdem war die Feier nach meinem Geschmack, nur waren leider<lb/>
zu wenig Angehörige der Firma selbst anwesend. In Libyen hatte<lb/>
ich Kontakt mit Ing. <rs type="person" ref="#per__114469">Nemetz</rs> und konnte daher auch persönliche<lb/>
Beziehungen in meiner Festansprache erwähnen. Unwahrscheinlich<lb/>
erscheinen mir die Umsatzziffern. 76 auf 77 hat sich das Volumen<lb/>
von 720 Mio auf 790 erhöht. Im Jahre 78 sollen es 1 Mia Schilling<lb/>
sein. Angeblich gibt es Anschlussaufträge für 2 1/2 Jahre. In<lb/>
diesem Fall wäre die Firma wirklich eine seltene Ausnahme, wenn<lb/>
diese Angaben stimmen. Ich bezweifle sie. In meiner Unterlage wurde<lb/>
auch erwähnt, dass 2.600 Beschäftigte die Firma hat, in Wirklichkeit<lb/>
hat aber der Firmeninhaber selbst dann bei seiner Begrüssung<lb/>
mitgeteilt, dass 1.820 Beschäftigte derzeit arbeiten. Da die Unter<lb break="no"/>lagen sicherlich aus der Zeit stammen, wo das Staatswappen einge<lb break="no"/>reicht wurde, muss in der letzten Zeit eine starke Verringerung der<lb/>
Beschäftigtenanzahl erfolgt sein. Da ich aber über Umsatzziffern so-<lb/>
wieso nie spreche, schon allein wegen der eventuell anwesenden<lb/>
Konkurrenz, konnte ich und wollte ich daher die Differenzen nicht<lb/>
aufklären. Die Firma selbst hat zur Überraschung mir eine Riesen-<lb/>
Torte mit dem Staatswappen überreicht, die ich natürlich teils für<lb/>
die dortige Belegschaft aufteilen liess und einen Teil für mein<lb/>
Büro mitnahm. Solche nette Überraschungen freuen mich eigentlich<lb/>
sehr, sie zeigen, dass sich die Firma doch auch dabei etwas denkt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 126. Ministerratssitzung, 11.7.1978, Fortsetzung</head>
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         <div type="attachment" subtype="other">
            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Löschnak, Franz</persName>
               <persName><surname>Löschnak</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Sts. BKA</occupation>
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               <persName type="label">Malinow, A</persName>
               <persName><surname>Malinow</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>sowj. Handelsdelegierter</occupation>
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               <persName type="label">Gruber, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Gruber</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>GD NEWAG</occupation>
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            <person xml:id="per__114466">
               <persName type="label">Wessely, Robert</persName>
               <persName><surname>Wessely</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>Dir. Fa. Integral</occupation>
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               <persName type="label">Kunz, Johannes</persName>
               <persName><surname>Kunz</surname><forename>Johannes</forename></persName>
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               <persName type="label">Neuhold, Peter</persName>
               <persName><surname>Neuhold</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation>Beamter Energiesektion HM</occupation>
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               <persName type="label">Altziebler, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Altziebler</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD STEWEAG</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
               <persName><surname>Patolitschew</surname><forename>Nikolaj S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Ottahal, Georg</persName>
               <persName><surname>Ottahal</surname><forename>Georg</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM, u.a. zuständig f. Protokollfragen</occupation>
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               <persName type="label">Wolfsberger, Wolfgang</persName>
               <persName><surname>Wolfsberger</surname><forename>Wolfgang</forename></persName>
               <occupation>GD Siemens Österreich</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Huber, C</persName>
               <persName><surname>Huber</surname><forename>C</forename></persName>
               <occupation>Gasversorgung Obersteiermark</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
               <persName><surname>Gratz</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <persName type="label">Luchinetti, Burgfriede</persName>
               <persName><surname>Luchinetti</surname><forename>Burgfriede</forename></persName>
               <occupation>Beamtin</occupation>
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               <occupation>Ingenieur Industrie-Bau</occupation>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
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               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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