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            <title type="main">Montag, der 10. Juli 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_02">Beim Jour fixe mit der Handelskammer hat <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auf die unter<lb break="no"/>schiedliche Situation des Frächterstreiks in Chile und Österreich<lb/>
hingewiesen. In Chile wurde bei einer 300%igen Inflation der<lb/>
Tarif der Frächter nicht entsprechend erhöht. <rs type="person" ref="#per__114478">Allende</rs> hat ihnen<lb/>
gedroht, nachdem sie zuerst eine Demonstration ausschliess<lb break="no"/>lich wegen einer Tariferhöhung geführt haben, sie zu verstaat<lb break="no"/>lichen. Daraus wurde dann dort die grosse Boykottbewegung in<lb/>
die schliesslich das Militär eingriff und putschte. In Österreich<lb/>
ging es tatsächlich nur um die zusätzliche Steuerbelastung. Der<lb/>
Handelskammer ist die ganze Fachgruppe sozusagen aus der Hand ge<lb break="no"/>glitten. Ich glaube auch, dass vorerst die Antiregierungsstimmung<lb/>
der Handelskammer und allen anderen recht war, dann aber wirklich die<lb/>
die Geister, die sie riefen, wie beim Zauberlehrling, nicht mehr<lb/>
bändigen konnten, ihnen dann selbst unheimlich wurde. Mein Hinweis,<lb/>
dass eben die Gewerkschaften eine jahrhundertlange Tradition haben<lb/>
und daher besser wissen, wie man Kampfmassnahmen einleitet, setzt,<lb/>
dann aber auch wieder zurückführt, konnte und wurde nicht wider<lb break="no"/>sprochen. Der Wunsch der Handelskammer war, dass man den Frächtern<lb/>
eine Art Dienstnehmerbefähigungsnachweis gibt, wurde von mir abends<lb/>
in der Regierungsbesprechung an <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> weitergegeben. Für diese<lb/>
Berufsgruppe ist das Güterbeförderungsgesetz zuständig und nicht<lb/>
die Gewerbeordnung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_03">Die Milch- und Getreidepreisregelung wurde – auch was die Auswir<lb break="no"/>kungen betrifft – von der Handelskammer positiv zur Kenntnis ge<lb break="no"/>nommen. Grosse Schwierigkeiten sieht <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> in der Festlegung für<lb/>
das nächstjährige Normalweizen-Mahlkontingent. Da wir nur 70.000<lb/>
Tonnen maximal nächstes Jahr Normalweizen für die Mahlzwecke brauchen,<lb/>
was ungefähr bei einer guten Ernte 10% und ansonsten 15% der Gesamt<lb break="no"/>menge wäre, wird die Aufteilung sehr problematisch sein. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
sieht aber auch keine andere Lösung als eine Art Kontingentierung.<lb/>
Der Getreidehandel wird unter allen Umständen zu Schaden kommen,<lb/>
denn die Bauern werden, wenn der Normalweizenpreis auf den Futter<lb break="no"/>weizenpreis zurückfällt, nicht wie jetzt der Fall, das Getreide über<lb/>
den Handel oder Genossenschaft zuerst verkaufen und dann als Futter<lb break="no"/>weizen wieder zurücknehmen, wodurch der Handel seinen Umsatz hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_04">Der Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, mit dem ich dieses Problem<lb/>
abends sehr eingehend besprochen habe, wird noch in dieser Woche<lb/>
die erste Sitzung einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs>: Bitte mit Landwirtschaftsministerium unver<lb break="no"/>züglich die Beamtenverhandlungen führen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_06">Ich berichte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> über die regen Kontakte in der<lb/>
letzten Zeit mit Ägypten, Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__112982">Sultan</rs> als Energie<lb break="no"/>zuständiger und Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__114481">Sayeh</rs> als Vorsitzender der<lb/>
Gemischten ägyptisch-österr. Kommission. Mein grosses Interesse<lb/>
den Ägyptern gegenüber ist hauptsächlich durch die Möglichkeit<lb/>
der Schliessung der Entsorgungskette Kernkraftwerk gegeben. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
sieht dies vollkommen ein, macht sich sicherlich auch jetzt Ge<lb break="no"/>danken, dass wir Milliardenbeträge nach Ägypten geben werden und<lb/>
diese dem Waldviertel oder einer sonstigen Gegend in Österreich<lb/>
fehlen werden. Das Hauptproblem wäre nur, dass momentan die<lb/>
Amerikaner noch nicht zustimmen und vielleicht Ägypten irgendwann<lb/>
einmal unter Sowjeteinfluss kommt. Eine schwache Hoffnung habe ich,<lb/>
ohne dass ich dies natürlich beim Jour fixe sagte, dass doch viel<lb break="no"/>leicht in Österreich eine Region oder Gemeinde sich überlegt und<lb/>
diese hunderte Millionenbeträge für eigene Infrastrukturmassnahmen<lb/>
bekommen könnte. Landeshauptmannstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> hat nach<lb/>
der Regierungsbesprechung – von mir informiert – auch diese Meinung<lb/>
geäussert.<lb/>
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Management Schulen ich noch nicht endgültig entscheiden sollte,<lb/>
sondern vorerst alle Beteiligten feststellen sollen, wer dafür aller<lb/>
infrage kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll Gruppen fragen und eine<lb/>
Liste aufstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_09">Das Kabinett des Bundeskanzlers hatte mich ersucht festzustellen,<lb/>
wie die Firma <rs type="person" ref="#per__115589">Karasek</rs>, Viehimporteur, der ausschliesslich bis<lb/>
jetzt ungarische Importe durchgeführt hat und jetzt von der DDR<lb/>
ebenfalls als Importeur herangezogen wird, zu dieser Sonderstellung<lb/>
gekommen ist. Die berechtigte Vermutung liegt nahe, dass er für eine<lb/>
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muss. Der Tatbestand, nicht nur wegen der Firma Karasek, sondern<lb/>
auch wegen anderen Firmen, ist der Handelskammer sehr wohl be<lb break="no"/>kannt, sie haben diesbezüglich auch schon in der DDR einmal<lb/>
versucht zu verlangen, dass andere Firmen ebenfalls eingeschal<lb break="no"/>tet werden. Da weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft<lb/>
diesbezüglich ein Erfolg zu erwarten ist, stellen wir den Tatbe<lb break="no"/>stand nur fest. Ich erkläre sofort, ich werde nicht bei der DDR,<lb/>
sei es Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> oder gar Dr. <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> intervenieren.<lb/>
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besprechen.<lb/>
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Besichtigungstour der Aussenhandelsstellen starten, hat aber jetzt<lb/>
wegen der Frächterauseinandersetzung davon Abstand genommen. Er<lb/>
hofft, dass er dies im Frühjahr nachtragen kann. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilt mir<lb/>
mit, dass wegen der Teilnahme des Aussenhandelsobmannes Wien,<lb/>
Bundesrat Dr. <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs>, durch die Aussenhandelsstelle in Moskau bei<lb/>
den Russen intervenieren lasst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_12">Im Pressegespräch berichte ich über die Getreide- und Milchpreis<lb break="no"/>regelung und Situation. Interessanter Weise knüpft sich daran keine<lb/>
Diskussion. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> informiert über die Papierförderung, 3 Mia<lb/>
Kreditvolumen, 120 Mio Schilling Budgetbelastung, die zu den 1,7<lb/>
Mia, die der Finanzminister <sic>angekündet</sic> hinzukommen, <rs type="person" ref="#per__114516">Buchmann</rs> über<lb/>
die Befähigungsnachweise für technische Büros und Sprengung, ins<lb break="no"/>gesamt also schon 30 Verordnungen auf Grund der Gewerbeordnung,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> über Chemisch-Putzer, <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die Ägyptenverhandlung.<lb/>
Hier ergänze ich, dass wir die engen Kontakte Wirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114481">Sayeh</rs>, Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__112982">Sultan</rs>, Präsident <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> dazu nützen,<lb/>
um die Entsorgungsfrage zu klären. Aber auch selbst bei so brisanten<lb/>
Themen gibt es keine Diskussion. Entweder sind die Journalisten<lb/>
schon urlaubsmüde oder die Fragen sind wirklich so eindeutig klar,<lb/>
dass niemand mehr dazu sprechen will. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> berichtet dann noch<lb/>
über den Einfluss des Frächterboykotts auf dem Fremdenverkehr.<lb/>
Da muss ich aber bereits zum Flughafen fahren, um den Minister der<lb/>
Elfenbeinküste <rs type="person" ref="#per__114483">Ekra</rs> abzuholen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_13">Der Sohn des Ministers musste mit einer anderen Maschine<lb/>
kommen, wodurch ich Gelegenheit hatte, vorher mit ihm über sein<lb/>
Land zu sprechen. Er ist Direktor einer Ananasbearbeitungsfabrik<lb/>
mit 600 Beschäftigten. Seinem Vater gehört die Fabrik, der gleich<lb break="no"/>zeitig aber jetzt Minister für die verstaatlichte Industrie wurde.<lb/>
Dieser hat, wie er mir nachher erzählte, das grosse Dilemma, dass<lb/>
die Manager der verstaatlichten Industrie Sicherheit wie ein<lb/>
Beamter wünschen – also Fixanstellung – und gleichzeitig aber<lb/>
entlohnt wie die Privatindustrie werden möchten. Ausserdem klagt<lb/>
er über den mangelnden Einsatz dieses Managements. In Österreich,<lb/>
erklärte er, möchte er primär die Verhältnisse studieren. Ausser<lb/>
VÖEST Alpine und Vereinigte Edelstahlwerke, die er auch besuchen<lb/>
wird, hat er dann auch den Wunsch einer Papierfabrik, Nahrungs<lb break="no"/>und Genussmittelfabrik sowie wegen der Düngererzeugung Chemie-Linz.<lb/>
Da er und sein Sohn, aber auch seine Begleitung das erste Mal in<lb/>
Österreich waren, haben wir dann auch noch in Wien eine Stadtbesich<lb break="no"/>tigung eingefügt. Obwohl er im Hilton wohnt, wurde dann das Mittag<lb break="no"/>essen im Imperial gegeben. Dr. <rs type="person" ref="#per__113001">Leupold</rs> sagte, das Protokoll, <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs>,<lb/>
hätte dies verlangt, weil das Büro des Ministers erklärt hat,<lb/>
ich wollte nicht im Hilton essen, sondern bevorzuge das Imperial,<lb/>
so einen Blödsinn habe ich überhaupt noch niemals gehört. Ich kann<lb/>
mir ungefähr schon ausrechnen, wie oft etwas behauptet wird, das ich<lb/>
will oder nicht will, obwohl ich davon gar nichts weiss und die<lb/>
Entscheidung genau entgegengesetzt meiner Absicht erfolgt. Bei den<lb/>
blöden Repräsentationsessen ist dies nur ganz egal. Ich hoffe nur,<lb/>
dass es nicht bei wirklich entscheidenden Sachfragen auch solche<lb/>
Behauptungen gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_14">Der japanische Botschafter hatte eine diplomatische Demarche, wie<lb/>
er selbst sagte, wegen der mengenmässigen Beschränkung gewisser<lb/>
japanischer Waren bei der Einfuhr. Ähnliche Demarchen sind auch<lb/>
in Schweden und Norwegen schon erfolgt. Die Japaner möchten, dass<lb/>
wir jetzt unverzüglich alle diese Beschränkungen aufheben, damit<lb/>
dann umso leichter die japanische Regierung einer Schutzklausel,<lb/>
die im Rahmen der grossen Verhandlungen jetzt mit den Amerikanern,<lb/>
EG und einem starken Entwicklungsland durchgeführt werden, um so<lb/>
leichter zugestanden werden können. Solange die endgültige For<lb break="no"/>mulierung der Schutzklausel für uns nicht vorliegt, solange aber<lb/>
insbesondere die Japaner sich dagegen wehrten, uns bilateral, wie<lb/>
den Benelux<add>[-Staaten]</add>, Frankreich und Grossbritannien, bis 1964 eine Schutz<lb break="no"/><pb n="43-0809" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-07-10_0809.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>klausel gegeben hat, nicht auch uns bilateral ein diesbezügliches<lb/>
Angebot gemacht wird, sehe ich keine Möglichkeit irgendwelche<lb/>
Zusagen zu machen. Trotz unserer Kontingente hat im Vorjahr<lb/>
Japan für 4,6 Mia Schilling Waren nach Österreich gebracht und<lb/>
wir nur für 700 Mio ausführen können, in den ersten 5 Monaten<lb/>
1,5 Mia zu 320. Ein bisschen hat sich die Situation verbessert,<lb/>
ist noch immer aber sehr unbefriedigend. Die Beschwerden der<lb/>
Firma <rs type="person" ref="#per__115590">Rögelsperger</rs>, Importeur, welcher die Verordnung vom<lb/>
14.3.78 wegen der Importbeschränkung bekämpft, muss abgewartet<lb/>
werden. Ohne diese Verordnung hat der Verwaltungsgerichtshof<lb/>
in 5 Fällen gegen uns entschieden. Die Japaner – und dies hat der<lb/>
Botschafter klar und deutlich gesagt – möchten eben jetzt im Zuge<lb/>
der Verhandlungen im Rahmen des GATT alle Massnahmen, die sie be<lb break="no"/>nachteiligen, ausräumen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>: Bitte Informationsbrief von mir an Österr.<lb/>
Mission in Genf entwerfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_16">Das Programmgespräch mit <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, der letzten Endes die Koor<lb break="no"/>dination und auch Initiative tragen soll, sowie <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und mir ergab, dass meine ursprüngliche Absicht, bei dieser<lb/>
Gelegenheit für den Gewerkschaftskongress im nächsten Jahr eine Art<lb/>
sozialdemokratisches Marktwirtschaftskonzept zu entwickeln, nicht<lb/>
möglich sein wird. Einleitend stellte ich sofort fest, dass ich<lb/>
auf Intervention von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> die Initiative und Durchführung<lb/>
selbstverständlich <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> gerne überlasse. Er muss als volkswirt<lb break="no"/>schaftlicher Referent der Gewerkschaftsbundes, so wie dies in der<lb/>
Vergangenheit immer <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> getan hat, jetzt bei dieser Arbeit<lb/>
deutlich sichtbar in Erscheinung treten. Betrüblich ist nur, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und ganz besonders <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> eine Stärkung des planwirt<lb break="no"/>schaftlichen Elementes in diesem Programm verlangt. Im Einzelfall,<lb/>
z.B. bei der Energie, diskutierten wir dann, wie wenig tatsächlich<lb/>
eine planmässige gelenkte Wirtschaft die Probleme lösen kann, die<lb/>
zugegebener Massen auch nicht der Markt befriedigend löst. Gegen<lb/>
eine weitestgehende Information, wie sie <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> vorschlägt, hat<lb/>
niemand etwas einzuwenden. Die Frage ist nur, was wurde bis jetzt<lb/>
aus der Idee der indikativen Planung z.B. in Frankreich. Meiner<lb/>
Meinung nach ist ein starker Einflussschwund all dieser planwirt<lb break="no"/>schaftlichen Instrumente, Ideen, Konzepte festzustellen. Vielleicht<lb/>
irre ich mich aber.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_18">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> festgehalten,<lb/>
dass am 5.9. um 9.30 Ministerrat und dann gleich anschliessend<lb/>
Regierungsklausur bis <choice><choice><sic>6. Nachmittag</sic><corr>18 Uhr?</corr></choice></choice> stattfindet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte sofort eintragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_20">Die Aussprache mit Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> und der NÖ Landesregierung<lb/>
über Landesprogrammwünsche soll am Freitag um 10 Uhr schon erfol<lb break="no"/>gen. Ein Wunsch ist Erhöhung für Zuschüsse von 20.000 für Dauer<lb break="no"/>arbeitsplätze, die das Land NÖ gibt, auf 100.000 Schilling je<lb/>
Arbeitsplatz, wenn der Bund auch die Hälfte bezahlt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte, dies liegt in meiner Kompetenz. Ich verwies sofort darauf,<lb/>
dass hier nur aus der Arbeitsmarktförderung das Sozialministerium<lb/>
Zuschüsse geben könne.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_21">Die politische Akademie soll für hardware 3,5 Mio Schilling<lb/>
zugeschossen bekommen. Dies müsste in einem Budgetüberschreitungs<lb break="no"/>gesetz fixiert werden. Laut <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wäre dies insoferne sehr recht,<lb/>
dass die Ausgabe ab ja<add>[?]</add> Partei 3,5 Mio nicht allzu gross ist, aber<lb/>
damit bewiesen, dass die Oppositionsparteien, wenn es um ihre<lb/>
Zuschüsse geht, sehr wohl sofort zustimmen, was sie dem Finanz<lb break="no"/>minister ansonsten immer verwehren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_22">Auch für die Presseförderung soll für 1979, insbesondere für die<lb/>
Ausbildung der Journalisten, wie <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> immer fordert, verhandelt<lb/>
werden, ob eine höhere Budgetpost möglich wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_23">Ein österr. Filmkonzept wird von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> neuerdings urgiert, ins<lb break="no"/>besondere im Hinblick auf die vielen Förderungswünsche der<lb/>
aktiven Österreicher. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sagt, wäre der Frächterboykott nicht<lb/>
gekommen, hätten schon zwischen Unterrichts-, Handelsministerium<lb/>
und ihm die entsprechenden Gespräche stattgefunden. Er glaubt<lb/>
nämlich jetzt eine Lösung auf finanzieller Art gefunden zu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_24">Das Ergebnis des Symposiums über Austro-PKW soll, wie Prof. <rs type="person" ref="#per__114484">Lenz</rs><lb/>
fordert, nicht mit einer grossen Publikation enden, wohl aber<lb/>
über den Bundespressedienst eine sehr nette und schöne Broschüre<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_25">Die sozialistische Fraktion, ein gewisser <rs type="person" ref="#per__114485">Petschnik</rs>, den<lb/>
ich nicht kenne, verlangt, dass Prof. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs>, der jetzt zur<lb/>
internationalen Atomenergie als stellvertretender Generaldi<lb break="no"/>rektor kommt, nicht karenziert, sondern entlassen wird. Dagegen<lb/>
spricht sich sowohl <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, als überhaupt die gesamte<lb/>
Regierung ganz entschieden dagegen aus. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> hat uns sehr unter<lb break="no"/>stützt, ist ein exzellenter Fachmann, wird jetzt in eine ehren<lb break="no"/>volle Position der Internationalen Atomenergie berufen und gleich<lb break="no"/>zeitig soll man ihn nicht wie üblich karenzieren, eine solche<lb/>
Vorgangsweise wird einheitlich ganz entschieden abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_26"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass er gegen die Spitalfondsgestion von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, die leider in Ungarn ist und daher die Diskussion<lb/>
nicht mithören kann, entschieden Einspruch erheben muss. <rs type="person" ref="#per__115591">Kunze</rs>,<lb/>
der Berater von <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, öffentl. Bediensteter des Hygenie<lb break="no"/>instituts, soll jetzt einen Werkvertrag für Verträge für Dritte<lb/>
für einen Rahmen von 145 Mio bekommen. Zwei Spitzenkräfte von ihm<lb/>
würden 400.000 Schilling pro Monat bekommen, er selbst eine 5-jäh<lb break="no"/>rige Bindung. Dies ist vollkommen inkompatibel. Es kann nicht der<lb/>
Berater gleichzeitig der Mann sein, der auch beauftragt ist, die<lb/>
entsprechenden Verträge abzuschliessen und für sich selbst Ge<lb break="no"/>schäfte zu machen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> dieses<lb/>
Problem bei ihrer Anwesenheit dann bereinigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_27">Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verweist darauf, dass im Verband der Elektri<lb break="no"/>zitätswerke jetzt über die PR-Aktion entschieden werden soll.<lb/>
Wien ist daran mit ca 5 % beteiligt. Da Wien als einziger nicht<lb/>
eine Landesgesellschaft besitzt, sondern die E-Werke ein Teil<lb/>
der Gemeindeverwaltung, hat <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> die grössten Bedenken, dass er<lb/>
als politisch Verantwortlicher dafür zustimmen muss. Er möchte<lb/>
dies daher ablehnen. Schon während der Sitzung, aber ganz besonders<lb/>
nachher, erkläre ich, dass dies eine unmögliche Vorgangsweise<lb/>
ist. Wir haben diese Mittel verlangt, die Elektrizitätswirtschaft<lb/>
ist bereit sie jetzt zu geben und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat wegen der Wiener Ge<lb break="no"/>meinderatswahlen jetzt dagegen diese Bedenken. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verlangt, dass<lb/>
die Landeshauptleute schriftlich einer solchen Aufklärungsaktion<lb/>
zustimmen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> versuchen mit mir ihn dazu zu bringen,<lb/>
dass es genügt, wenn die Landesgesellschaften Vorstände ihre Prä<lb break="no"/>sidenten des Aufsichtsrates fragen müssten. Der Koordinator <rs type="person" ref="#per__114464">Kunz</rs><lb/>
<pb n="43-0812" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-07-10_0812.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ist über die Entwicklung sehr beunruhigt und meint, wenn die<lb/>
Elektrizitätswirtschaft das Geld nicht gibt, dann hat er keine<lb/>
Möglichkeit den Aufklärungsfeldzug zu starten. Ich hoffe, dass<lb/>
es mir geglückt ist, anschliessend an die Ministerratssitzung <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
neuerdings auf diese Situation hinzuweisen und hoffe, dass er<lb/>
dagegen nicht Einspruch erhebt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_28"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte die Reaktorsicherheitskommission so schnell als<lb/>
möglich einberufen und diesbezügliche Vorschläge von <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>,<lb/>
den beiden Oppositionsführern, verlangen. Er stellt sich vor,<lb/>
dass ein Dutzend Fachleute berufen werden sollen. Ich plädiere<lb/>
für maximal 6 und verweise darauf, dass die ÖVP vorgeschlagen<lb/>
hat, je einen Vertreter der Handelskammer und Arbeiterkammer.<lb/>
Dadurch würden auf alle Fälle zwei Befürworter reinkommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint zu recht, es dürften aber keinesfalls nur lauter<lb/>
neutrale oder gar Atomkernkraftwerkbefürworter sein. Ich blamiere<lb/>
mich insoferne, als ich nicht weiss, dass es eine solche Reaktor<lb break="no"/>kommission in Amerika, England, Frankreich, Deutschland und der<lb/>
Schweiz gibt, wie sich zusammensetzt und welche Funktion sie dort<lb/>
hat. In Hinkunft muss ich vielmehr aufpassen, gleich wenn solche<lb/>
Beschlüsse irgendwelcher Art irgendwo gefasst werden, dass ich ent<lb break="no"/>sprechendes Informationsmaterial von der zuständigen Sektion be<lb break="no"/>komme. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat z.B. von Prof. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> eine dies<lb break="no"/>bezügliche Information besessen. In der Atomdebatte konnte der<lb/>
Oppositionssprecher Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> auf ein Gutachten der GKT verweisen,<lb/>
jetzt Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> die Unterlage mir zeigen und der zuständige<lb/>
Ressortminister weiss nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Unterlagen beschaffen und Problem<lb/>
auf die nächste Sektionsleitersitzung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_30"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet über die Verhandlungen wegen der Retorsionsmass<lb break="no"/>nahmen Strassenverkehrsabgabe. Die bulgarische Seite wäre bereit<lb/>
auf jedwede Retorsionsmassnahme zu verzichten, wenn ihre 15.000<lb/>
Einzelgenehmigungen, die manchmal, wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sagt, 3-5 mal<lb/>
benützt werden, auf 30.000 erhöht werden sollten. Österreich hat<lb/>
dagegen höchsten 7.500 genutzt. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> fragt, wie er sich jetzt<lb/>
bei den Verhandlungen mit den Bulgaren stellen soll, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> lehnen diesen Wunsch entschieden ab.<lb/>
Die Bulgaren haben derzeit eine schwere LKW-Flotte von 5.000 Stück,<lb/>
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ausgelastet über Österreich fahren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_31"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man hätte beim Frächterboykott beweisen müssen,<lb/>
dass mit derartigen Methoden nichts erreicht wird. Wäre es<lb/>
zu einem Nachgeben gekommen, dann hätte man mit Demonstrationen<lb/>
auch bei Kernkraftwerkentscheidungen rechnen müssen. Bei aller<lb/>
Beweglichkeit war es daher notwendig, in der Sache hart zu bleiben.<lb/>
Unerklärlich ist nur, warum <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, der ebenfalls im Ausland ist,<lb/>
den Landeshauptleuten Dank und Anerkennung ausgesprochen hat. Ins<lb break="no"/>besondere der steirische Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> hat keinesfalls<lb/>
eine eindeutige Haltung immer eingenommen. Allgemeine Erleichterung,<lb/>
aber ohne dass dies dort gesprochen wird, glaube ich, beherrscht<lb/>
alle, dass wir überhaupt aus dieser grössten Belastung<add>[der?]</add> sozialisti<lb break="no"/>schen Alleinregierung heraussteigen konnten. Ob tatsächlich der<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Vorschlag, Überredungsmethode der Betriebsräten mit Last<lb break="no"/>kraftwagenfahrer, die boykottieren, Erfolg gehabt hätten, bezweifle<lb/>
ich. Ich fürchte eher, dass es zu Zusammenstössen gekommen wäre.<lb/>
Auch die Androhung des Führerscheinentzuges und deren Durchführung,<lb/>
nachdem sie sich an der Grenze so verkeilt hatten, hätte meiner<lb/>
Meinung nach kein wirklich sichtbares Ergebnis gebracht. Wien hat<lb/>
klar und deutlich gezeigt, dass eine Strassensperre nur dann ver<lb break="no"/>hindert werden kann, wenn der Konvoi sofort aufgefangen wird und<lb/>
dort mit entsprechenden Massnahmen, die Verhaftung und Führer<lb break="no"/>scheinentzug, gedroht wird und die ersten sehen, dass damit ernst<lb/>
gemacht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_32"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass die BIZ in Basel über den Wirtschafts<lb break="no"/>gipfel in Deutschland nicht informiert ist. <rs type="person" ref="#per__114486">Giscard d'Estaing</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> haben die Absicht einen Europäischen Währungsverbund<lb/>
zu schaffen, der eine Interventionsmöglichkeit von 130 Mia gegen<lb break="no"/>über USA 10 Mia hätte. Bei 4 bis 600 Mia, die herumschwimmen, wäre<lb/>
hier schon eine beträchtliche Stabilitätspolitik möglich. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint, alle müssten zu dieser Frage positiv stehen, um die Dollar-<lb/>
Bocksprünge zu verhindern. Ob Österreich und wie Österreich mit<lb break="no"/>macht, sei eine politische Entscheidung und könnte nicht von der<lb/>
Nationalbank, wie Generaldirektor meint, getroffen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-07-10_33"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet, dass eine telefonische Umfrage wegen Kernkraftwerken<lb/>
ergeben hat, dass die Gegner von 20 auf 25% gestiegen sind, auf<lb/>
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Inbetriebnahme. Für Parteiempfehlung sind aber nur 27%, 71%<lb/>
dagegen. 21% würden eine Partei nicht mehr wählen, die sich<lb/>
für die Inbetriebnahme einsetzt, der höchste Prozentsatz in<lb/>
Vorarlberg und Wien mit 33%. Auf die Wähler gerechnet würde die<lb/>
ÖVP 1.8 % und die SPÖ 3.8% Wähler verlieren, wenn das Kernkraftwerk<lb/>
in Betrieb geht. Die Volksbefragung aber halten 62% für richtig.<lb/>
24% für falsch. Die 600 telefonischen Umfrageergebnisse sind ein<lb/>
kleines Exempel dafür, aber da die Telefonnummern bekannt sind,<lb/>
immer wieder zu wiederholen und dieselben Interviewten zu befragen.<lb/>
Schön sieht diese Entwicklung nicht aus. Ich hoffe, sie ändert<lb/>
sich noch bis November.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
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