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            <title type="main">Mittwoch, der 14. Juni 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_01">Mittwoch, 14. Juni 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_02">In der Lebensmittelgewerkschaft traf ich die Genossenschafts<lb break="no"/>vertreter, insbesondere den Generalgeschäftsführer <rs type="person" ref="#per__114950">Kadic</rs>, der<lb/>
wegen offener Fragen mit den verschiedensten Gewerkschaften, LUGA,<lb/>
HTV, Gespräche führte. Bei dieser Gelegenheit erzählte er mir,<lb/>
dass sie mit der Lösung Verwertungsgesellschaft für die Ölsaaten<lb/>
einverstanden sind. Sie haben jetzt ihre entsprechende Vertre<lb break="no"/>tung bekommen, <rs type="person" ref="#per__114950">Kadic</rs> ist auch fest davon überzeugt, dass man mit<lb/>
Unilever zu einer Lösung wegen des Ölmühlenprojektes kommen kann.<lb/>
Er möchte eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und mir, um festzustellen,<lb/>
wie weit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hinter <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs>, der in der Gesellschaft Olioprot<lb/>
diese Ölmühle errichten möchte, diesen protegiert. Ich selbst er<lb break="no"/>klärte sofort, dass ich bei dieser Aussprache gar nicht anwesend<lb/>
sein möchte, denn mir liegt Unilever und <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs>, um es wienerisch<lb/>
auszudrücken, stagelgrün auf.<lb/>
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Frage Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_04">Im Parlament beschwerte sich bei mir der ÖVP-Abgeordnete <rs type="person" ref="#per__114949">Regens<lb break="no"/>burger</rs>, dass er mir am 18. Jänner einen Brief geschickt hat, den<lb/>
er am 17. April urgierte und bis heute keine Antwort erhielt.<lb/>
Ich habe mich sofort bei ihm entschuldigt, <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hat festgestellt,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> diese Frage behandelte und eine Beschwerde wegen der<lb/>
Arlberg-Leitung, die eine komplizierte Kompetenzfrage auslöste<lb/>
und vielleicht wirklich sehr schwierig zu beantworten ist.<lb/>
Was mich aber erschüttert, ist, dass keinerlei Zwischenerledigung<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_05">ANMERKUNG AN ALLE: In Hinkunft muss innerhalb eines Monats unbe<lb break="no"/>dingt geantwortet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_06">In der Fragestunde hatte <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> zur ersten an sie gerichteten<lb/>
Frage wegen Umweltschutz 20 Minuten benötigt. Die ÖVP regte sich<lb/>
darüber, insbesondere für ihre erste von der Bürokratie ihr auf<lb break="no"/>gesetzte langatmige Antwort, sehr auf. Im Gegensatz dazu ist mein<lb/>
System, wo ich ja überhaupt nichts herunterlese, sondern schon<lb/>
allein aus taktischen Gründen die erste Frage immer ganz kurz<lb/>
beantworte. Wenn möglich nach dem Bibel-Wort: Deine Antwort sei<lb/>
ja oder nein. Zu einer harten Auseinandersetzung kam es zwischen<lb/>
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mich, weil ich bei den Wirtschaftsgesetzen keine Regierungs<lb break="no"/>vorlage eingebracht habe und vor allem aber das Antidumping-<lb/>
und Antimarktstörungsgesetz noch immer nicht novellierte, als<lb/>
Verzögerungsminister. Da er falsch informiert war, gerade die<lb/>
Massnahmen, die er verlangte hatte, die Handelskammer seinerzeit,<lb/>
als ich diese beiden Gesetze eingebracht habe, verhinderte,<lb/>
konnte ich ihn mit aller Deutlichkeit, wie man so schön sagte,<lb/>
niedersetzen. Gebracht hat es nicht sehr viel, ausser natürlich<lb/>
entsprechenden Beifall auf unserer Seite, denn am Ende der Sitzung<lb/>
um 1 Uhr nachts hat er zwar modifiziert seine Behauptungen wieder<lb break="no"/>holt, nur um recht zu behalten, dort hat ihm allerdings fast niemand<lb/>
mehr zugehört.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_07">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs>, auf dem Rückflug von Rom nach Berlin, hat in<lb/>
Wien unterbrochen, damit wir die weitere gemeinsame Arbeit bespre<lb break="no"/>chen. Bestens informiert, ich wäre froh, das Handelsministerium<lb/>
wüsste einen Bruchteil von dem, schlug er gleich als erstes vor,<lb/>
einen Entwurf eines langfristigen Handelsabkommens nicht weiter<lb/>
zu verfolgen, sondern das jetzt bestehende Handelsabkommen um 5 Jahre<lb/>
zu verlängern. Ich war natürlich damit einverstanden, denn <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
hatte mir schon vor einiger Zeit erzählt, er fürchtet, dass wenn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> zu Besuch kommen wird, dann über das neue Handelsabkommen<lb/>
die DDR Forderungen wie Zollermässigungen, Aufhebung der Vidierung<lb/>
usw. verlangen wird, welches wir ja keineswegs zustimmen könnten<lb/>
oder dürften. Mit dieser Verlängerung waren wir aller Sorgen ent<lb break="no"/>hoben. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, aber wahrscheinlich ganz besonders der<lb/>
Referent <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> war über diese Lösung gerade nicht überglück<lb break="no"/>lich, <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> fürchtet, dass <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs> ja seinerzeit von dem neuen<lb/>
Handelsvertrag gesprochen hat und dies vielleicht nicht hält, wenn<lb/>
ich mir aber vorstelle, welche schwierigen und langwierigen Ver<lb break="no"/>handlungen und wie oft die Beamten nach Berlin hätten fahren müssen,<lb/>
was sie sicherlich sehr gerne tun, dann kann man nur sagen, die<lb/>
optimale Lösung war die Verlängerung des jetzigen Handelsabkommens.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_08">Als zweiter Punkt wurde für die Regierungskommission der 21. bis<lb/>
24. September in Wien festgelegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_09">Drittens wurde festgehalten, dass der Braunkohlen-Abbau an der<lb/>
burgenländisch-ungarischen Grenze, an dem auch die DDR sehr inter<lb break="no"/>essiert ist, auch durch Verzögerung unsererseits noch nicht konkret<lb/>
verhandelt werden kann, weil die Ungarn grössere Mengen Kohle<lb/>
anbieten, die wir zur Elektrizitätserzeugung nicht brauchen können.<lb/>
Die Ungarn beabsichtigen deshalb jetzt auch eine Vergasung auf<lb/>
ihrem Gebiet zu installieren. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> erklärte, er wird jetzt mit den<lb/>
Ungarn selbst Kontakt über eine Kooperation auch mit der DDR<lb/>
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Andritz, Voith, Lenzing, Zuckermann, Chemie-Linz werden jetzt<lb/>
durch zwei weitere ergänzt, Waagner-Biro und Simmering-Graz-<lb/>
Pauker. Spätestens zur Frühjahrsmesse in Leipzig 1979 könnten<lb/>
diese endgültig abgeschlossen werden.<lb/>
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VEW, Waagner-Biro, SGP sehr gut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_12">Sechstens: Die technischen Tage 1979 werden zwischen 18. und<lb/>
22. April in Berlin stattfinden und in den Achtzigerjahren dann<lb/>
in Wien abgehalten werden.<lb/>
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das sind Konsumgüter, wurden bis jetzt 240 Mill. in Direktkäufen<lb/>
incl. allerdings der 70 Mill., die erst im September endgültig<lb/>
fixiert werden, abgeschlossen. Damit haben sie ihre Zusage<lb/>
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Mittwoch, 20. bis Freitag 22. erfolgen. Es besteht die Absicht,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> die Vöest besucht, zuerst war auch daran gedacht, dass<lb/>
Voith als Privatbetrieb besucht wird. Später beim Mittagessen er<lb break="no"/>klärte mir <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs>, sie möchten von Voith Abstand nehmen, denn bei<lb/>
dieser 75-Jahr-Feier, die gleichzeitig wäre, sind viele Ver<lb break="no"/>treter aus dem Voith-Stammwerk der BRD anwesend und <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> will<lb/>
natürlich mit diesen nicht gerade zusammentreffen. Man schlug<lb/>
deshalb die Wiener Firma Waagner-Biro vor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_16">Bei der Anwesenheit <rs type="person" ref="#per__114101">Mittags</rs> soll zwischen Vöest und der<lb/>
DDR-Ilsenburg abgeschlossen werden, 70 Mill. S weitere Textil-<lb/>
und Schuhimporte, die ich oben schon erwähnte, das Handelsabkommen<lb/>
um 5 Jahre verlängert und ein neuer Kreditrahmen festgelegt<lb/>
werden. Die seinerzeit vereinbarten 6 Mia S sind zu diesem<lb/>
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von <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> und <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> in der Lobau geschossen werden können.<lb/>
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Brief von mir an <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> schreiben.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__114102">Stoph</rs>, der in der zweiten Hälfte Oktober kommt, offizielle Essen,<lb/>
Gegenessen, Kranzniederlegung, Betriebsbesuch in Wien, dass er<lb/>
nur zweieinhalb Tage hier sein wird, Unterfertigung des Umwelt<lb break="no"/>schutzabkommens, Akademien-Abkommen und wirtschaftlich-technische<lb/>
Zusammenarbeit. Da ich dafür überhaupt nicht zuständig bin,<lb/>
wusste ich davon gar nichts, <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> legt nur grössten Wert darauf,<lb/>
dass womöglich ein Wiener Betrieb besucht werden soll, scheinbar<lb/>
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wie Dr. <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>.<lb/>
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BKA besprechen.<lb/>
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befriedigt diese Aussprache und Vereinbarungen zur Kenntnis ge<lb break="no"/>nommen.</p>
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kommen konnte, Agrarsprecher <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs> sowie <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und mir wegen der<lb/>
Milchpreiserhöhung und Getreidepreisregelung verlief zu meiner<lb/>
Überraschung sehr amikabel. Natürlich wollte man von mir heraus<lb break="no"/><pb n="43-0681" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-06-14_0681.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bringen, welche Preise ich für die Erzeuger mir vorstellen könnte,<lb/>
doch gelang es mir, eine andere Taktik einzuschlagen. Da ich mehr<lb/>
oder minder überzeugt bin, dass sie doch wahrscheinlich sich an<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wenden, wenn er nächste Woche hier ist, erklärte ich sofort,<lb/>
entscheidend ist nicht, welchen Erzeugerpreis ich zugestehen könnte,<lb/>
sondern welche Verbraucherpreise die Fachleute erklären, dass über<lb break="no"/>haupt noch und in welchem Ausmass erhöht werden können. Die von der<lb/>
Amtlichen Preiskommission im Vorprüfungsverfahren errechneten 45 gr.<lb/>
wurden von der Landwirtschaftsseite nur erwähnt, meine Argumenta<lb break="no"/>tion, dass das Schema nicht stimmt und z.B. 70 % mehr Traktoren<lb/>
hätten eingeführt werden müssen, als tatsächlich eingeführt wurden,<lb/>
nämlich 10.000, ist ja wirklich schwer zu widerlegen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wieder<lb/>
deponierte, dass wenn wir den Trinkmilchpreis, der das letzte Mal<lb/>
um 1.20 S erhöht wurde und sofort zu einem 7 % Rückgang geführt<lb/>
hat, diesmal überhöhen, dann ist die Reaktion ein weiterer Verlust<lb/>
von absatzfördernden §-7-Mitteln. Derzeit bekommt er davon 300 Mio,<lb/>
ausserdem würden, wenn der inländische Konsum sinkt, die Bauern weni<lb break="no"/>ger an Stützungsmitteln vom Finanzminister erhalten, da diese jetzt<lb/>
mit 115 % des Inlandsverbrauches begrenzt sind. Wir einigten uns<lb/>
daher darauf, dass ich mit den Experten <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, AK, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>, HK, und <rs type="person" ref="#per__114571">Wejwoda</rs>, LWK, gleichzeitig auch Obmann des Milch<lb break="no"/>wirtschaftsfonds, Bedeckungsvarianten besprechen und festlegen<lb/>
sollten. Eine diesbezügliche Sitzung wurde daher von mir sofort<lb/>
einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_24">Bezüglich des Getreidepreises kam es zu einer heftigen, aber sehr<lb/>
freundschaftlichen Auseinandersetzung, weil die Landwirtschaft<lb/>
nicht zur Kenntnis nehmen will, dass ich diesmal ernstlich erwäge,<lb/>
nur mehr für Mahlweizen die Preise zu fixieren. Sie erklären,<lb/>
das wäre für sie der Kriegsgrund, denn mit diesem System würden<lb/>
die Bauern ihrer garantierten Weizenpreise verlustig werden.<lb/>
Die Amtliche Preisregelung bestimmt zwar nur Höchstpreise, aber<lb/>
in der Praxis hat sich herausgestellt, dass dies fast Fixpreise<lb/>
sind. Das Äusserste, was die Landwirtschaft zugestehen will,<lb/>
ist, dass man über ein neues System reden soll. Damit konnte ich<lb/>
mich nicht einverstanden erklären, denn dies würde bedeuten, den<lb/>
Zustand wieder zu verlängern, ich persönlich bemühe mich seit<lb/>
1974, seitdem ich die Preiskompetenz habe, ein anderes System<lb/>
mit der Landwirtschaft zu verhandeln. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meinte, es müsste eine<lb/>
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Bauern eintritt. Die Futtergetreidesituation wird aber uner<lb break="no"/>träglich. In den EG wird jetzt aus den AKPE<add>[?]</add>, d.h. den afrikanischen<lb/>
Staaten, 4 Mill. t Maniokwurzeln als Futtermittel importiert.<lb/>
In Österreich wird dies nicht so leicht möglich sein, weil wir<lb/>
im Abschöpfungssystem von Stärke diese Wurzeln aufgenommen haben.<lb/>
Die Bauern urgierten bei dieser Gelegenheit gleichzeitig auch<lb/>
eine Änderung der Stärkeregelung für Stärkesirup, Kartoffel-Dauer<lb break="no"/>produkte, technische Kartoffelstärke, sollte die Abschöpfung er<lb break="no"/>höht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte diese Wünsche sofort mit Interessens<lb break="no"/>vertretungen und insbesondere Finanz- und Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium verhandeln lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_26">Die Landwirtschaft wollte unbedingt von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> eine Zusicherung,<lb/>
dass er 40.000 t Mais mit einer Stützung von 1.100 S pro Tonne<lb/>
zustimmt. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> erklärt, er hat dafür im Budget keine Mittel, das<lb/>
Finanzministerium hat solche bis jetzt abgelehnt. Die Sitzung<lb/>
wurde letzten Endes unterbrochen und für nächste Woche die Fort<lb break="no"/>setzung vereinbart. Feststeht, dass wir noch im Juni zu einem<lb/>
Ende kommen müssen, denn mit 1.7.1978 sollen die neuen Verbraucher<lb break="no"/>preise in Kraft treten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-14_27">Die Verhandlungen zwischen Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114951">Rabasa</rs> über die ägyptische Atommüll-Lagerung war, wie mir sowohl<lb/>
der Staatssekretär als auch Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__112982">Sultan</rs> abends<lb/>
dann sagten, für sie akzeptabel. <rs type="person" ref="#per__112982">Sultan</rs> war mit <rs type="person" ref="#per__114951">Rabasa</rs> gekommen,<lb/>
um einen Vertrag zwischen der ägyptischen und der österreichischen<lb/>
Regierung zu unterfertigen. Die GKT aber, die letzten Endes als<lb/>
Vertragspartner auch zur Bezahlung der 1 Mia S Infrastruktur<lb break="no"/>verbesserungen verpflichtet wäre, schrieb mir in einem Brief,<lb/>
dass sie bereit sind, weitere Gespräche zu führen, aber keinesfalls<lb/>
jetzt konkret eintreten können, bevor nicht entsprechende Vor<lb break="no"/>fragen geklärt sind. Die Ägypter sind deshalb einverstanden, dass<lb/>
die GKT unmittelbar Verhandlungen mit den ägyptischen Stellen<lb/>
aufnehmen soll, um erstens eine site-selection, d.h. einen<lb/>
entsprechenden Lagerplatz zu finden und zweitens eine feasibility<lb/>
study so schnell wie möglich zu erarbeiten und vorzulegen. Die GKT<lb/>
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wenn schon 1 Mia S aufgewendet werden muss, diese in Österreich<lb/>
einem Gebiet zugutekommen sollte, wo eine langfristige Zwischen<lb break="no"/>lagerung erfolgen könnte. Als idealstes Projekt wurde jetzt von<lb/>
der GKT das Betriebsgelände im Kernkraftwerk Tullnerfeld dem<lb/>
Gesundheitsministerium vorgeschlagen. Der Brief der GKT an mich<lb/>
ist optimal positiv, zumindestens von ihrem Standpunkt, <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat<lb/>
im Prinzip schon recht, wenn er meint, solange das Kernkraft<lb break="no"/>werk keine Betriebsbewilligung hat, wird man festzulegen haben,<lb/>
welche Massnahmen die GKT noch zu treffen hat. Jetzt ist sie zu<lb/>
Kompromissen bereit, sicherlich wenn erst einmal der Betrieb läuft,<lb/>
dann von ihr kaum mehr etwas zu erreichen wäre. Ob allerdings es<lb/>
tatsächlich zu einem Betriebsbeginn in absehbarer Zeit kommt,<lb/>
getraue ich mir jetzt nicht mehr zu beantworten. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat<lb/>
sich, und davon bin ich überzeugt, mit Zustimmung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs><lb/>
in der Öffentlichkeit sehr festgelegt, dass die Bedingung, bevor<lb/>
die Regierung die Inbetriebnahme, die in ihre alleinige Ver<lb break="no"/>antwortung fällt, genehmigt, eine Zustimmung der ÖVP zur<lb/>
positiven Nutzung der Kernkraft im Parlament notwendig ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will dies in einem Gipfel nächste Woche endgültig<lb/>
klären. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> vom ÖGB hat mir vertraulich mitge<lb break="no"/>teilt, er hört, dass im Innenministerium geprüft wird, ob und wie<lb/>
eine Volksabstimmung erfolgen könnte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dürfte also fest<lb/>
entschlossen sein, ohne eine überwältigende und sicherlich nicht<lb/>
nur knappe Mehrheit im Parlament oder doch bei einer Volksabstim<lb break="no"/>mung die Kernkraft-Frage keinesfalls allein lösen zu wollen.<lb/>
Hier wird es dann neben der Frage der Lohnsteuersenkung, wo eben<lb break="no"/>falls durch Erklärungen <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sich das Klima sehr verschlechtert<lb/>
hat, es in diesem beiden Punkten mit dem ÖGB eine grössere<lb/>
Kontroverse geben. Beides könnte ich, selbst wenn ich es wollte,<lb/>
scheinbar gar nicht mehr verhindern.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Vermittler von Geschäften, öst. Generalkonsul in Seoul,
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