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            <title type="main">Mittwoch, der  7. Juni 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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mir, wann er den Orden, welchen ihm der Bundespräsident vor<lb/>
längerer Zeit verliehen hat, überreicht bekommt. Ich erklärte<lb/>
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Beschuldigung, die Vorarlberger gegen ihn erhoben haben, besitze.<lb/>
Er behauptete, dass sein Nachfolger Dr. <rs type="person" ref="#per__113021">Reich</rs> von den Illwerken<lb/>
dieses Material nur deshalb mir übergeben hat, damit er meine<lb/>
Stimme bei der Vorstandsbestellung bekommt. Ich sollte den<lb/>
Rechtsanwalt Dr. <rs type="person" ref="#per__112582">Schönherr</rs>, der die Materie wegen der Auseinander<lb break="no"/>setzung mit den Deutschen RWE genau fragen. Ich habe mit diesem<lb/>
Kontakt und <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> sieht ein, dass das Schiedsgerichtsverfahren<lb/>
RWE Vorrang hat.<lb/>
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ist, erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-07_04">Bei meiner Begrüssungsansprache zum Jubiläumsverbandstag 25 Jahre<lb/>
Elektrizitätswerke ging ich selbstverständlich auf die Kern<lb break="no"/>kraftwerksdiskussion ein. Ich ersuchte, man sollte diese sachlicher<lb/>
führen, insbesondere im Hinblick auf die Frage der Sicherheit<lb/>
des Kernkraftwerkes. Selbstverständlich ist es das gute Recht der<lb/>
Opposition, die Regierung zu kritisieren. Die Sicherheit aber<lb/>
wurde in den 65 Stunden Unterausschuss-Diskussion eindeutig klar<lb break="no"/>gestellt. Selbst die grössten Atomgegner haben erklärt, dass<lb/>
die Betreiber in Deutschland erklären, die österr. Aufsichtsbehörde,<lb/>
das Gesundheitsministerium ist das strengste, das sie kennen.<lb/>
Ich achte die Meinung der Atomgegner, auch dann, wenn sie meistens<lb/>
nur emotionell begründet werden kann. Nur gewisse Fakten sollte<lb/>
man ausser Streit stellen, wie dies ja auch innerhalb des Unter<lb break="no"/>ausschusses geschehen ist. Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> ging dann in seiner<lb/>
Festansprache auch auf das Problem Kernkraftwerke ein und meinte,<lb/>
wenn Tullnerfeld nicht in Betrieb geht, dann hätte dies für<lb/>
die Elektrizitätswirtschaft die Folge, andere Projekte zurück<lb break="no"/>stellen zu müssen. Mein Vorschlag ihm gegenüber, der Bauindustrie<lb/>
klarzumachen, dass dies selbstverständlich Konsequenzen in ihrer<lb/>
Beschäftigung in der E-Wirtschaft hat, wurde so wenigstens andeutungs<lb break="no"/>weise von ihm erwähnt. Mit Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> der Verbundgesellschaft,<lb/>
führte ich ein Gespräch über diese unglückselige Diskussion und<lb/>
Entwicklung. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> versicherte mir, er hätte sein Möglichstes<lb/>
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sei sehr beeindruckt gewesen und hätte seine Meinung, fast würde<lb/>
ich sagen "wieder einmal", geändert.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> eine Aussprache gehabt und ihn auch auf die besondere<lb/>
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Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> besuchen und dort würde man den Weg<lb/>
zu einer Formulierung der Entschliessung des Handelsausschusses<lb/>
zu kommen, besprechen. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> würde bereit sein, ein Formulierungskomi<lb break="no"/>tee einzusetzen. Selbstverständlich berichtete ich sofort <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
über diese Aussprache. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war darüber sehr erfreut und er<lb break="no"/>kundigte<add>[sich]</add>, was es in meinem Ressort Neues gibt. Ich erzählte ihm<lb/>
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Kernenergiefrage als die derzeit wichtigste erscheint.<lb/>
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haben, zeigte mir bei der Aussprache über meine Aktion "Kauft<lb/>
österr. Waren", dass seine Zentrale in Deutschland dem österr.<lb/>
Generalkonsul einen Brief geschrieben hat, wo diese sich bereit<lb/>
erklärt, mehr österreichische Waren auch im Ausland zu kaufen.<lb/>
In der Schweiz gibt es die internationale Einkaufsorganisation<lb/>
in Zug, wo die Artikel, die woanders preiswert angeboten werden,<lb/>
den anderen Ländern fast kaufverpflichtend mitgeteilt werden.<lb/>
Diesen Brief hat Branchenreferent <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> durch Zufall in der<lb/>
Aussenhandelssektion entdeckt. Dieser Organisationsmangel muss<lb/>
bei uns abgestellt werden. Zwischen den einzelnen Sektionen besteht<lb/>
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gegeben, die er sofort kaufen würde, um sein Cash and Carry-Sorti<lb break="no"/>ment abrunden zu können. Bei Textilien, Ski, Skischuhe, Puch-<lb/>
Fahrräder, wo über die internationale Einkaufsorganisation hundert<lb break="no"/>tausend Stück verkauft werden könnten, weigern sich aber die<lb/>
österr. Produzenten Metro zu beliefern. Ich erklärte ihm, ich<lb/>
werde einen Brief an alle diese Firmen schreiben. Im Zuge der<lb/>
Aussprache mit den österr. Grosshandelsorganisationen hat sich<lb/>
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Liefermöglichkeiten aufmerksam zu machen. <rs type="person" ref="#per__114782">Scheichenost</rs> stellte<lb/>
mit Befriedigung fest, dass es erst in der letzten Zeit ge<lb break="no"/>glückt ist, österr. Bier in seine Metro-Märkte zu bekommen.<lb/>
Dadurch ist der Import von deutschem Bier bei ihm um 80 %<lb/>
zurückgegangen. Natürlich kam er auch auf die Ladenschluss<lb break="no"/>regelung für SCS, insbesondere Carrefour zu sprechen. Er meinte,<lb/>
diese Einkaufsstadt war für den Abendverkauf konzipiert und<lb/>
kann daher niemals den Erfolg bringen, den sich die Geschäfts<lb break="no"/>leute dort erwarten. Carrefour hat 170 Mill. S Verlust in den<lb/>
eineinhalb Jahren und viele kleine Geschäftsleute sehen auch<lb/>
keine Möglichkeit, länger dort noch Mieter zu sein. Ich liess<lb/>
ihm, wie bei der seinerzeitigen Vorsprache vor zwei Jahren,<lb/>
keinen Zweifel, dass ich an der Ladenschlussregelung nichts<lb/>
ändern werde, was er mit grossem Bedauern zur Kenntnis nahm.<lb/>
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Kronen-Zeitung immer Interviews macht, interessierte sich<lb/>
bei meinem Interview wie alle Schweizer, mit denen ich bis<lb/>
zu tun gehabt habe, insbesondere über die Kriegserlebnisse.<lb/>
Er selbst meinte, er sei zum Unterschied von mir kein Pazifist,<lb/>
bewundert scheinbar aber meinen Lebensgang und war besonders<lb/>
interessiert an meiner militärischen Tätigkeit auch als Hilfs<lb break="no"/>krankenpfleger. Das Interview sollte wegen des österr. Fremdenverkehrs<lb/>
erfolgen, und ich bin sehr gespannt, was letzten Endes dabei<lb/>
herauskommen wird. Erfreulich für mich war, dass er erklärte,<lb/>
die ÖFVW ist die beste der Welt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-07_10">In der Paritätischen Kommission, wo ich den Vorsitz für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
führen musste, standen ursprünglich nur zwei Lohnfreigaben für<lb/>
Metallarbeiter, Chemiearbeiter und Lebensmittelarbeiterbranchen<lb/>
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Reihe von Baustoffpreis-Anträge ergänzt. Da die Präsidenten<lb/>
vorher schon genau festgelegt hatte, auf welchen Prozentsatz<lb/>
sie sich einigten, im Grossen und Ganzen ca. 3 %, war es<lb/>
für mich auch als Vorsitzender ein Leichtes, die Tagesordnung<lb/>
sehr schnell abzuwickeln, da ich diese Organisation seit<lb/>
ihrem Bestehen genau kenne, ist es mir natürlich überhaupt<lb/>
ein Leichtes, die Verhandlung zu führen und die einzelnen<lb/>
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erahnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-07_11">Spanische Journalisten interessierten sich auch für unser<lb/>
soziales Klima, die Sozialpartnerschaft und waren daher sehr<lb/>
interessiert an der gerade vorher abgewickelten Sitzung der<lb/>
Paritätischen Kommission deren Funktionsweise kennenzulernen.<lb/>
Bezüglich der Verhandlungen Spaniens mit der EFTA habe ich<lb/>
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anwesend waren, genau informiert. Obwohl Österreich den Vorsitz<lb/>
in der EFTA jetzt führt und sehr bestrebt war, die besondere<lb/>
Vereinbarung mit Spanien durchzubringen, ist es letzten Endes<lb/>
an der mangelnden Verhandlungsinstruktion der spanischen<lb/>
Regierung an ihre Delegation nach Meinung <rs type="person" ref="#per__114800">Michitsch's</rs> ge<lb break="no"/>scheitert. Zwischen dem Aussenministerium und dem Handelsmini<lb break="no"/>sterium in Spanien gibt es scheinbar grosse Differenzen.<lb/>
Die Journalisten haben bestätigt, dass es grösstenteils an<lb/>
der spanischen Seite lag, dass trotz Vorsitz Österreichs<lb/>
Aussenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, <add>[der]</add> an einer Lösung brennendst interessiert<lb/>
ist, nicht gelungen ist, eine solche zu finden. Für <choice><choice><sic>Paper-pulk</sic><corr>Paper-pulp?</corr></choice></choice><lb/>
wollten die Spanier im letzten Moment 12.000 Monatstonnen<lb/>
Kontingente gegenüber den Skandinaviern einführen, das ist<lb/>
die Hälfte der jetzigen Lieferungen. Bei landwirtschaftlichen<lb/>
Verarbeitungsprodukten wollen sie 12 Positionen, darunter Schoko<lb break="no"/>lade u. Backwaren, ausnehmen. Nicht bereit waren sie, eine EFTA-<lb/>
Regelung für Wettbewerbsfragen, was geschieht mit staatlichen<lb/>
Beihilfen, mit der Umsatzsteuer usw. aufzunehmen. Die EFTA<lb/>
war bereit, über alles zu reden und selbstverständlich auch<lb/>
die Zollkonzessionen, die man in der Tokio-Runde machen wird,<lb/>
als Basis anzuerkennen. Was nottut wäre, jetzt sofort schriftliche<lb/>
Vorschläge für die Ende Juni stattfindende Sitzung von spani<lb break="no"/>scher Seite vorzulegen, damit noch unter unserem Vorsitz viel<lb break="no"/>leicht doch ein Arrangement möglich ist. Die Finnen als nächste<lb/>
Vorsitzende sind nicht so brennend interessiert mit Spanien<lb/>
zu einer Lösung zu kommen wie gerade Österreich. Ich erklärte den<lb/>
Journalisten, dass die hauptsächlich auf politischem Background<lb/>
beruht. Österreich und insbesondere die Gewerkschaftsbewegung,<lb/>
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Regime ganz entschieden ausgesprochen. Der jetzigen demokratischen<lb/>
Regierung und dem demokratischen Spanien müsste man aber die<lb/>
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Stellungnahme zur spanischen Gewerkschaftsbewegung, ich unter<lb break="no"/>schied streng zwischen den demokratischen Organisationen, die<lb/>
wir auch von der internationalen Union der Lebensmittelarbeiter<lb/>
in der Franco-Zeit entsprechend unterstützten und den autoritären.<lb/>
Mit dieser Teilung waren sie sehr einverstanden. Sie haben mit<lb/>
den kommunistischen Gewerkschaften, die natürlich die stärksten<lb/>
in Spanien sind, jetzt ganz grosse Schwierigkeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-07_12">Mit <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> erörterte ich die Frage, wie wir aus dem Dilemma<lb/>
Untersuchungsbericht, Beruhigung der Personalvertretung, heraus<lb break="no"/>kommen könnten. Die formellen Fehler sind geschehen, lassen<lb/>
sich nicht mehr aus der Welt schaffen und bringen mich in eine<lb/>
sehr schwierige Lage. Alle, die direkt und indirekt davon betroffen<lb/>
sind, müssen jetzt ein einziges Ziel haben, wie diese Frage gelöst<lb/>
werden kann, ohne dass es zu einem offenen Krieg kommt. Persön<lb break="no"/>liche Ressentiments müssen zurückgestellt werden. Um erfolgreiche<lb/>
Politik, auch Personalpolitik machen zu können, muss eine Zusammen<lb break="no"/>arbeit zwischen allen Beteiligten – Büro, Sektion, Personalvertre<lb break="no"/>tung, zumindestens bei einem Minimum gefunden werden. Momentan<lb/>
sehe ich eine solche Lösung nicht. Die ganze Frage wird mir<lb/>
noch grosse Schwierigkeiten bereiten.<lb/>
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               <persName type="label">Weiß, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Weiß</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Verkehrsminister, Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Scheichenost, Franz</persName>
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               <occupation>GD Metro Österreich</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Berchtold, Adolf</persName>
               <persName><surname>Berchtold</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>GD Illwerke</occupation>
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