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            <title type="main">Dienstag, der  6. Juni 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band43_1978-06-06</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_02">Das Gespräch mit Vertretern der Quäker-Organisation bezüglich der<lb/>
weiteren Verwendung der Kernenergie verlief, fast würde ich sagen,<lb/>
"quäker-like". Still, ruhig, auf einem hohen Niveau, nüchtern,<lb/>
das erste Kernkraftwerk steht, wird daher, so glauben auch sie,<lb/>
in Betrieb genommen, doch sollten nicht noch weitere folgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_03">In der Ministerratsvorbesprechung<add>[war]</add> ebenso das beherrschende Thema<lb/>
"Wie geht es im Parlament mit der Kernkraftwerksfrage weiter?"<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> wurde von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> aufgefordert, die Regierungs<lb break="no"/>mitglieder zu informieren, weil eine Entscheidung getroffen werden<lb/>
muss. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> schilderte den bisherigen Verlauf und stellte zwei<lb/>
Variationen für die Entschliessung, die letzten Endes der Ausschuss<lb/>
fassen muss, zur Debatte. Die eine Möglichkeit ist vom Entschlies<lb break="no"/>sungsantrag der ÖVP nur dem Satz über die positive Einstellung<lb/>
zur Kernenergie zuzustimmen, dafür dann z.B. über die Sicherheits<lb break="no"/>fragen von Seiten der SPÖ vorzuschlagen. Die zweite Möglichkeit<lb/>
ist einen eigenen Entschliessungsantrag einzubringen, der aber<lb/>
weitestgehend die Formulierungen der ÖVP berücksichtigt, auch<lb/>
in dieser eine positive Aussage zur Kernkraft, Sicherheitsvorrang<lb/>
bei allen Energieformen und Aussagen über Energiesparen und<lb/>
Alternativ-Energie. Bezüglich der Abstimmung hat er mit dem<lb/>
Parteiobmann Vorarlbergs, Bgm. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs>, gesprochen und ihn gefragt,<lb/>
wie sich die Vorarlberger Abgeordneten verhalten werden, wenn<lb/>
der Klubzwang nicht aufgehoben wird. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> meinte, er würde dann<lb/>
empfehlen, dass natürlich die Vorarlberger mitstimmen. Die Frage<lb/>
der Abstimmung wurde eingehend diskutiert, doch als zu riskant<lb/>
bezeichnet. Ich bezweifelte, ob überhaupt es möglich ist, im<lb/>
Plenarsaal geheim abzustimmen. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meinte, man müsste dann<lb/>
eine Zelle aufbauen, wo jeder sich hinbegibt, sodass sein Nachbar<lb/>
nicht sehen kann, wie er tatsächlich votiert. Da dies noch niemals<lb/>
im Parlament durchgeführt wurde, ich mir auch gar nicht gut vorstel<lb break="no"/>len kann, dass ein so komplizierter Abstimmungsvorgang letzten<lb/>
Endes kommt, plädierte ich dafür, doch nicht schon am Freitag im<lb/>
Handelsausschuss zu entscheiden, sondern zu verschieben. Fest stand,<lb/>
dass am 15. Juni die ganze Frage nicht im Plenum behandelt wird,<lb/>
sondern erst Ende des Monats. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtete, dass am<lb/>
Freitag mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> bei einer anderen Gelegenheit<lb/>
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Gesprächsbasis zu suchen. Sonntag hätte dann <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> gesprochen und man hätte sich geeinigt, dass <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Höflichkeitskrankenbesuch abstatten wird.<lb/>
Von grossem Einfluss auf die Entscheidung wären die deutschen<lb/>
Wahlen gewesen, die FDP wurde in Hamburg von 10,9 % auf<lb/>
unter 5 % aus dem Senat hinausgewählt. In Niedersachsen erging es<lb/>
ihnen ein klein wenig besser. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> plädierte trotzdem dafür,<lb/>
am Freitag im Handelsausschuss zu entscheiden. Er und <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
fragten <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wann sie mit ihm über dieses Problem sprechen<lb/>
könnten, und dieser entschied, unmittelbar nach der Minister<lb break="no"/>ratssitzung. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> teilte mir auf meine Anfrage dann tele<lb break="no"/>fonisch mit, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> doch auch für eine Verschiebung plädierte,<lb/>
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könnte keinen endgültigen Zeitplan über die Inbetriebnahme des<lb/>
Kernkraftwerkes vorhersagen, man sollte <rs type="person" ref="#per__114164">Eklund</rs> von der Inter<lb break="no"/>nationalen Atomenergieorganisation ersuchen, er möge ein Team<lb/>
zur Überprüfung zur Verfügung stellen. Diesbezüglich habe ich<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ersucht, der <rs type="person" ref="#per__114164">Eklund</rs> sehr gut kennt, mit ihm<lb/>
die Gespräche zu führen. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat tatsächlich mir dann nach<lb break="no"/>mittags einen Brief gezeigt, den er an <rs type="person" ref="#per__114164">Eklund</rs> schicken will.<lb/>
Darin wird ersucht, ein Team soll für die Regierung bis 26.6.<lb/>
mitteilen, was sie über das Kernkraftwerk hält und wann es<lb/>
ihrer Meinung nach in Betrieb gehen kann.<lb/>
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1979 nicht bereits jetzt im Juni hinausgeben. Durch die Steuer<lb break="no"/>senkungsdebatte, den Finanzausgleich und auch die Besoldungs<lb break="no"/>frage der öffentlich Bediensteten sieht er keine Möglichkeit,<lb/>
Richtlinien jetzt schon zu erlassen. Er ersuchte, damit die<lb/>
Budgetentwürfe nicht gigantisches Ausmass in den einzelnen Mini<lb break="no"/>sterien annehmen, auf März-Basis zu operieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_06">Freitag, um 10 Uhr ist im Redoutensaal ein Symposium über das<lb/>
österr. Auto und es sollen so viel Regierungsmitglieder als<lb/>
möglich dort erscheinen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Wie sieht mein Zeitplan aus?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_08">Bezüglich des Abgabegesetzes für Ölfrüchte fragte <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>,<lb/>
wie es mit den Amerikanern läuft, ich kündigte grosse Schwierig<lb break="no"/>keiten an, ich bin fest überzeugt, dass selbst wenn wir im GATT-<lb/>
Verfahren formell gut bestehen können, werden die Amerikaner<lb/>
aus der Überzeugung, für die EG dann ein gefährliches Präjudiz<lb/>
zu schaffen, unserer Abgabe nicht zustimmen. Im Parlament wird<lb/>
ein Unterausschuss eingesetzt. Ich habe mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
vereinbart, dass in diesen <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> berufen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_09">Im Ministerrat berichtete <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> über die Arbeitslosensituation.<lb/>
45.000, 1,6 % Arbeitslosenrate, 1/2 % weniger als im Vormonat,<lb/>
allerdings 0,3 % mehr als im Vorjahr ist ein phantastisches Ergebnis.<lb/>
12.000 Gastarbeiter weniger, dadurch um 29.000 Inländer mehr be<lb break="no"/>schäftigt. 6 Länder: Wien, NÖ, Burgenland, OÖ, Salzburg und Vorarl<lb break="no"/>berg über dem Durchschnitt, im letzten Bundesland 0,6 % Arbeitslosen<lb break="no"/>rate, 673 Arbeitslose. Steiermark, Tirol und Kärnten über dem<lb/>
Durchschnitt, wobei Kärnten mit 3,4 % Arbeitslosenrate die höchste<lb/>
innerhalb der Bundesländer hat. Die 45.000 Arbeitslose sind nur<lb/>
bedingt vermittelbar. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> machte dazu die Bemerkung, dass<lb/>
die Produktion und Auftragseingänge der Industrie aber sehr<lb/>
schlecht sind, was leider stimmt. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> werden nach<lb/>
Brüssel fahren, um mit der EG über Landwirtschaftsfragen vom<lb/>
7. bis 9. Juni zu verhandeln. Ich vertrete <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berich<lb break="no"/>tete über die CEMT – internationale Strassenvereinigung – dort<lb/>
stattgefundene Diskussion über die Strassenabgabe, die dort ein<lb break="no"/>hellig abgelehnt wurde. Man anerkannte aber die Notwendigkeit,<lb/>
internationale Unterstützung für den Transitverkehr in Österreich<lb/>
zu geben.<lb/>
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KFZ-Anschaffung im Bundesdienst festgelegt. Dort wird Mercedes<lb/>
und Fiat nicht mehr empfohlen. Hier wird es – meinte <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> –<lb/>
grosse Aufregung bei diesen Firmen geben. Ebenso berichtete er<lb/>
dann über einen mündlichen Vortrag über die Spitalsfinanzierung,<lb/>
ohne in Details einzugehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_11">Nach dem Ministerrat hat mich <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> aufmerksam gemacht,<lb/>
dass die Ungarn, mit denen er wegen Wirtschaftsprojekten, ins<lb break="no"/>besondere Kohle auch gesprochen hat, ihm mitteilten, sie würden jetzt<lb/>
in Pamhagen eine Grenzstation eröffnen, wenn Österreich dies<lb/>
etliche Male vorher bei jeder Gelegenheit fordern wird. Die Ungarn<lb/>
hoffen nur als Gegenleistung, dass man keine See-Brücke über den<lb/>
Neusiedler-See baut. Über Pamhagen würde dann der Seewinkel mit<lb/>
einer offenen Grenzstation, allerdings nur für Österreicher und<lb/>
nur während des Tages, geöffnet werden. <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> ersuchte<lb/>
mich, dass bei der Aussprache, die jetzt auf Fremdenverkehrsgebiet<lb/>
erfolgt, von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> in Ungarn diese Forderung ebenfalls erhoben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wenn tatsächlich eine solche Gemischte Kom<lb break="no"/>mission stattfindet, <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> davon informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_13"><rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> erklärte ich die Wünsche der Perlmooser bezüglich Zementabsatz<lb/>
und gleichzeitiger Finanzierung seiner Bunkerbauten. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wird<lb/>
sich mit ihnen ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_14">Das Gespräch mit dem Meinl-Vertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__114731">Hofinger</rs> und Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__114733">Wainig</rs>,<lb/>
dem Vorstandsdirektor für Einkauf und Produktion, ergab, so wie am<lb/>
Vortag mit Adeg, grösste Bereitwilligkeit, die Aktion "Kauft österr.<lb/>
Qualitätswaren" zu unterstützen. Meinl, der 1.000 Beschäftigte in<lb/>
der Produktion hat, ist überhaupt an einer restriktiven Import<lb break="no"/>politik sehr interessiert. Auf dem Sektor Backwaren, Süsswaren, ins<lb break="no"/>besondere Schokolade und Öl, müssen sie heute unter dem Einstands<lb break="no"/>preis resp. ihrem Erzeugerpreis verkaufen. Bis jetzt haben sie bei<lb/>
Schokolade einen Verlust von 7 Mio S. Bei einem Gesamtumsatz von<lb/>
6,5 Mia S haben sie ausser Kaffee noch für 250 Mill. S oder<lb/>
13.000 t importiert. Ihr Importanteil ist 15 %, ihre Eigenerzeugung<lb/>
25 %. Alles immer ausserhalb Kaffee. Kaffee importieren und verkaufen<lb/>
sie nach Jacobs mit 20 % Anteil, an zweiter Stelle mit ca. 17 %<lb/>
Anteil am inländischen Kaffee-Markt. Die vom Gesundheitsministerium<lb/>
eingeführten Meldeformulare von Importen halten sie nicht für<lb/>
zielführend, sondern nur für eine Schikane der Importeure. Waren, die<lb/>
im Inland gar nicht erzeugt werden, wie Fischkonserven, Orangensaft,<lb/>
Reis usw. könnte man überhaupt aus dieser Meldeverordnung heraus<lb break="no"/>nehmen. Eine wirkliche Lösung des Problems sehen sie nur in einer<lb/>
Kontingentierung der Einfuhr mit anderen Worten, mit anderen Worten<lb/>
durch eine Entliberalisierung. Dies erklärte ich ihnen mit aller<lb/>
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Sitzung anwesend waren, von grösseren Aktionen, die durch<lb/>
Importeure beabsichtigt sind, zu verständigen. Mein Vorschlag,<lb/>
auf freiwilliger Basis durch Absprachen gerade mit den grossen<lb/>
Ketten und Importeuren auf freiwilliger Basis zu einer gewissen<lb/>
Einschränkung zu kommen, wird mit grosser Skepsis betrachtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> als Branchenreferent soll ständig<lb/>
mit den Firmen Kontakt halten.<lb/>
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mir einen neuen Plan für die Verbauung der Radetzkystrasse im<lb/>
Anschluss an das Bundesrechenzentrum vor. Dort soll ein neues<lb/>
Bürogebäude entstehen für die Bundesgebäudeverwaltung, das<lb/>
Verkehrsministerium und auch ein Teil der im Regierungsgebäude<lb/>
untergebrachten Ministerien. Am liebsten wäre ihm, wenn das<lb/>
Landwirtschaftsministerium als Ganzes hinüberziehen würde. Bauten<lb/>
und Handel haben ein gemeinsames Präsidium, ebenso Soziales und<lb/>
Gesundheit, sodass es unzweckmässig ist, diese aus dem Regierungs<lb break="no"/>gebäude zu übersiedeln. Um die Unterstützung der Bezirksvertretung<lb/>
zu erreichen, ersuchten sie mich, mit Bezirksvorsteher <rs type="person" ref="#per__97347">Berger</rs><lb/>
darüber zu sprechen, telefonisch vereinbarte ich mit diesem und<lb/>
den beiden einen Aussprachetermin.<lb/>
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Prüf-Teams wegen des neuen Bürogebäudes der Verbund Vorstands<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> vorschlagen wird, ein internationales Gremium<lb/>
sogar einzusetzen. Von Österreich soll Prof. <rs type="person" ref="#per__114754">Schimmerl</rs>, ein<lb/>
Statiker, herangezogen werden. Dieser ist kein Fachmann für<lb/>
die wirkliche Kontrolle von Bauwerken. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> möchte unter allen<lb/>
Umständen verhindern, dass sein Parteifreund <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> für diese<lb/>
Kontrollfunktion eingesetzt wird. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> wird dieses Problem<lb/>
neuerdings mit dem Verbund-Genossen <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_18">Dr. <rs type="person" ref="#per__113385">Ladenbauer</rs> von der Fa. Ruthner, der wegen der Magnesium<lb break="no"/>oxidanlage in Jordanien bei mir vorsprach, meinte, eine Finan<lb break="no"/>zierung könnte doch noch gefunden werden, die unter 6 % Verzin<lb break="no"/>sung liegt. Eine Einrechnung von höheren Zinsen in den Preis<lb/>
kommt deshalb nicht in Frage, weil dann die feasibility-study<lb/>
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sehr erfreut von mir zu hören, dass ich gegenüber dem Kronprinz<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> dieses Projekt besonders als auch im österreichischen<lb/>
Interesse gelegen bezeichnet habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte als die Finanzierungsmöglichkeit<lb/>
auch prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_20">Der Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__113045">Etemad</rs> aus Iran und der iranische<lb/>
Botschafter sprachen bei mir vor. Ich versicherte ihm, dass<lb/>
Österreich grösstes Interesse daran hat, eine Endlagerung zu<lb/>
erreichen und daher die Verhandlungen mit Iran nicht, wie von<lb/>
dieser Seite befürchtet wird, dilatorisch führt. Insbesondere<lb/>
Botschafter <rs type="person" ref="#per__113095">Herndl</rs> und Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> bekräftigten meine Aussage.<lb/>
Das Resümee dieser Aussprache war, dass <rs type="person" ref="#per__113045">Etemad</rs> sich verpflichtete,<lb/>
uns jedwede Briefinformation zu schreiben, wo die iranische Re<lb break="no"/>gierung erklärt, dass sie den Atommüll bereit ist, wenn ein<lb/>
entsprechender Platz in Iran gefunden wird, aufzubewahren. Niemals<lb/>
aber kann Österreich von diesem Müll sich trennen. Die iranische<lb/>
Seite kann ihn nicht endgültig übernehmen. <rs type="person" ref="#per__113095">Herndl</rs> machte den<lb/>
Vorschlag, dass dann aber vorgesorgt werden muss, dass die<lb/>
Iraner nur dann uns den Atommüll zurückgeben, wenn auch sie<lb/>
aus irgendwelchen Gründen, ihren dort gelagerten Atommüll heraus<lb break="no"/>nehmen müssen. Die Lösung zeichnet sich also ab, dass Österreich<lb/>
nicht diskriminiert wird. <rs type="person" ref="#per__113045">Etemad</rs> meinte mit Recht, je mehr<lb/>
die Verhandlungen in die Details gehen, umso schwieriger wird<lb/>
es dann werden, eine so generelle Zustimmung zur Müllübernahme,<lb/>
wie jetzt er gerne bereit ist zu geben, dann tatsächlich im<lb/>
Detail festzulegen. <rs type="person" ref="#per__113095">Herndl</rs> wird jetzt die Verhandlungen, wo er<lb/>
Leiter ist, mit den Iranern derart führen, dass es womöglich<lb/>
zu einem völkerrechtlich verbindlichen Briefwechsel zwischen<lb/>
der iranischen Regierung und der österreichischen Regierung kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_21">Anschliessend an diese Besprechung teilte ich <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> in Anwesen<lb break="no"/>heit von <rs type="person" ref="#per__111994">Hirsch</rs> mit, dass dieser uns jetzt ebenfalls verlassen<lb/>
wird. Er ist der 10. Sekretär, der bei mir war und auch eine bessere<lb/>
Beschäftigung in Deutschland gefunden hat. Die niedersächsische<lb/>
Regierung wird ihn als Projektleiter und gleichzeitig Kontrollmann<lb/>
für die Atommüllagerung mit einem Sondervertrag, wo er mindestens<lb/>
das Dreifache wie in Österreich verdient, anstellen. <rs type="person" ref="#per__111994">Hirsch</rs> hat<lb/>
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diesen Job angenommen, sondern er hat auch Bedenken gegen<lb/>
die Atompolitik, auch in Österreich. <rs type="person" ref="#per__111994">Hirsch</rs> fürchtet eine<lb/>
<choice><choice><sic>exprononzielle</sic><corr>exponentielle</corr></choice></choice> Ausweitung der Atomkraftwerke und sieht darin,<lb/>
so wie viele andere Wissenschaftler, eine Gefahr. Interessanter<lb break="no"/>weise hat er mir dies nach der Aussprache mit den Quäkern<lb/>
eröffnet. Ich anerkenne seine Stellungnahme, ich forderte<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> auf, mir aus seinem Bereich einen Mann für<lb/>
das Büro zur Verfügung zu stellen. Meiner Meinung nach kommt<lb/>
dafür nur <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> in Frage. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wird sich dieses Problem<lb/>
genau überlegen und mir in den nächsten Tagen Bescheid sagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_22">In der Gewerkschaftsfraktion hat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> über sein Ressort be<lb break="no"/>richtet. Diskutiert wurde dann über das Problem Wohnen, Verkehr,<lb/>
Parken, insbesondere Parkgaragen usw. Die finanzielle Situation<lb/>
schilderte der dafür zuständige Stadtrat so, dass von 1958, wo<lb/>
das erste Mal die Gemeinde Kredit aufgenommen hat bis 1976<lb/>
18 Mia S der Schuldenstand angewachsen ist, 1977 allein auf<lb/>
21 Mia, d.h. um 3 Mia in einem Jahr. Darin sieht <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> die<lb/>
grosse Unterstützung der Regierungspolitik, die Beschäftigung<lb/>
sicherzustellen. Meiner Meinung nach ergibt sich diese aber<lb/>
hauptsächlich aus der Finanzierung der gleichzeitig in Angriff<lb/>
genommenen Grossprojekte, die natürlich auch Wien nicht ohne<lb/>
weiteres verkraften kann.<lb/>
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Einnahmen, ein kleiner Überschuss und nur 25 Mio S, die Jahr<lb/>
für Jahr für den Streikfonds zurückgelegt werden können.<lb/>
Die Streikunterstützung, die 1976 wenigstens noch 34.000 S<lb/>
betragen hatte, war 1977 mit 336 S die niedrigsten, die jemals<lb/>
auch im ÖGB verrechnet wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-06-06_24">Die Gewerkschaft Hotel und Gastgewerbe und persönliche Dienst<lb break="no"/>leistung werden sich im November bei einem gemeinsamen Gewerk<lb break="no"/>schaftstag zusammenlegen. Damit ist die Gefahr, die immer be<lb break="no"/>standen hat, dass die Hotel- und Gastgewerbearbeiter zur Lebens<lb break="no"/>mittelgewerkschaft kommen, endgültig gebannt. Ich erinnere mich<lb/>
noch sehr gut, wie vor 25 Jahren mein Vorgänger versucht hat,<lb/>
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Lösung, denn die Erfahrung in der Schweiz und in der BRD<lb/>
haben gezeigt, dass diese Gruppe nur ein Hemmschuh für die<lb/>
Entwicklung der Lebensmittelarbeiter dort ist. Vor die Frage<lb/>
gestellt, einer grösseren Gewerkschaft vorzusitzen oder eine<lb/>
schlagkräftigere Organisation zu haben, habe ich mich stets<lb/>
für das letztere entschieden.<lb/>
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