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            <title type="main">Dienstag, der 16. Mai 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band43_1978-05-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_01">Dienstag, 16. Mai 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_02">Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs>, DoKW, berichtet, dass die Altenwörth-Reparatur<lb/>
mit Elin so vereinbart wird, dass die Ersatzlieferung erfolgt,<lb/>
ohne dass grössere Verluste durch Nicht-Ausnützung der Wasser<lb break="no"/>führung entsteht. Für die Zukunft überlegen sie, ob der Betrieb<lb/>
nicht eine Ausfallshaftungsversicherung abschliessen sollte.<lb/>
Ich stelle eindeutig fest, dass über die entstandenen Verluste<lb/>
mit Elin noch zu verhandeln ist. Die Schuld liegt eindeutig bei<lb/>
Elin, doch mache ich den Vorstand der DoKW Vorwürfe, dass er<lb/>
sich viel zu wenig um die Umstellung von 24 MW auf 40 MW gekümmert<lb/>
hat. Für Melk ist der Baubeginn mit 1. März 1979 festgelegt, die<lb/>
Baugrube könnte jetzt bereits vorzeitig begonnen werden. Mit<lb/>
der ARGE besteht noch 11% Preisdifferenz. Das Anhängeverfahren<lb/>
wird beibehalten. Meine Kritik, warum die DoKW bei der Presse<lb break="no"/>konferenz darauf verwiesen hat, obwohl ich eine Preissteigerung<lb/>
für die Elektrizität durchsetzte, sie einen fallenden Erzeuger<lb break="no"/>preis von über 16 Groschen jetzt auf 15 Groschen zeichnet, meint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs>, 1970 hätte <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> die Weisung gegeben, sollten die Er<lb break="no"/>folgsziffern über den billigen Donaustrom bei den Bilanzbespre<lb break="no"/>chungen mitgeteilt werden. Ich ersuchte sofort MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> die<lb/>
Akte diesbezüglich mir vorzulegen, der von einer solchen Weisung<lb/>
nichts weiss. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> ersucht mich, ich sollte an den bayrischen<lb/>
Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97598">Jaumann</rs> einen Brief schreiben, damit jetzt<lb/>
endlich geklärt wird, ob die Salzach, die im 10-Jahresausbau<lb break="no"/>programm der Österr. Elektrizitätswirtschaft vorgesehen ist, end<lb break="no"/>lich begonnen werden kann. Bei den Bayern gibt es grosse Schwie<lb break="no"/>rigkeiten mit den Naturschützern. Ein Briefentwurf wird von ihm<lb/>
vorgelegt. Bei der DKJ Jochenstein gibt es mit den Deutschen<lb/>
Schwierigkeiten, da der Rhein-Main-Donau-Kanal als Eigentümer<lb/>
der Hälfte dieses Kraftwerkes das Pumpspeicherwerk Riedl<lb/>
errichten möchte. Die Verbundgesellschaft als Eigentümer<lb/>
der zweiten Hälfte wehrt sich dagegen, weil es sich hier um ein<lb/>
verhältnismässig unrentables Pumpspeicherwerk handelt. Die deutsche<lb/>
Steuerbegünstigung war bis heuer begrenzt, weshalb die Deutschen<lb/>
auf eine unbedingte ?? drängten. Jetzt wurde die Steuerbegün<lb break="no"/>stigung bis 1985 verlängert, sodass der Baubeginn bis 1985 rausge<lb break="no"/>schoben werden kann. Für die Verbund wird es erst 1990 interessant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_03">Mit den Tschechen werden Verhandlungen für das letzte Donau<lb break="no"/>kraftwerk geführt. Der ursprüngliche Plan, in Wolfstal mit den<lb/>
Tschechen gemeinsam zu bauen, wenn das grosse tschechisch-<lb/>
ungarische<add>[Kraftwerk]</add> Gabcikovo-Nagymaros gebaut wird, 8 km auf das öster<lb break="no"/>reichische Gebiet raufverlegt werden und in Hainburg ein rein<lb/>
österreichisches entstehen, wodurch dann Regelsbrunn ausfallen<lb/>
würde und nur mehr in Wien die nächste Stufe gebaut werden<lb/>
würde. Durch die Erhöhung der Donaubrücken und den Neubau der<lb/>
neuen Reichsbrücke müsste die Wr. Staustufe 6 km stromaufwärts<lb/>
verlegt werden, wodurch es Schwierigkeiten mit der geplanten Donau<lb break="no"/>insel gibt, weil ein Grossteil der Grünfläche dort verschwinden<lb/>
würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Lass Dich auf dem Laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_05">Der pakistanische Botschafter <rs type="person" ref="#per__114581">Sattar</rs> wird in absehbarer Zeit<lb/>
in sein Land zurückkehren, sieht mehrere Grossprojekte, wenn die<lb/>
Finanzierung Österreichs beigestellt werden kann. Sein grösster<lb/>
Export nach Österreich sind handgewebte Teppiche, die über 50%<lb/>
ausmachen. Dort ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 18 auf<lb/>
30% für ihn absatzhemmend. In Wirklichkeit kommt er aber nur,<lb/>
um zu intervenieren, weil ein Zollvergehen bei einer grossen<lb/>
pakistanischen Firma noch immer nicht, wie er hofft, positiv<lb/>
erledigt ist. <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> übernimmt, mit dem Finanzministerium<lb/>
darüber zu reden, obwohl ich dezidiert erkläre, dass unsere<lb/>
Gerichte unabhängig sind und nur sehr schwer überhaupt für Inter<lb break="no"/>ventionen zugänglich. Das Einzige, was wir machen können, ist, zu<lb/>
ersuchen, dass das Verfahren schneller abgewickelt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_06">Die Verhandlungen mit der Bundeshandelskammer bezüglich Schrott<lb break="no"/>lenkung und Versorgungssicherung gehen verhältnismässig zügig wei<lb break="no"/>ter und werden sicherlich positiv abgeschlossen. Bezüglich einer<lb/>
Novelle des Preisgesetzes, aber auch des Energielenkungsgesetzes<lb/>
meint Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, käme eine Veränderung nicht in Frage, sondern<lb/>
es könnte maximal eine Absichtserklärung von ihnen gegeben werden,<lb/>
dass sie nach durchgeführtem Begutachtungsverfahren und intensiven<lb/>
Beratungen im Parlament einer Änderung des Energiesicherungsgesetzes<lb/>
zustimmen könnten. In diesem Fall könnten wir in der parlamentari<lb break="no"/>schen Behandlung darauf verweisen, dass im Zusammenhang mit<lb/>
<pb n="43-0536" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-05-16_0536.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der <choice><choice><sic>Erschliessung</sic><corr>Entschließung?</corr></choice></choice> über das Kernkraftwerk für diese Novelle<lb/>
entsprechende Grundsatzbeschlüsse gefasst werden. Dies wäre<lb/>
eine gute Kompensation gegenüber den Forderungen von Abg. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>,<lb/>
der in die Entschliessung schon eine steuerliche Entlastung<lb/>
womöglich durch Gesetzesbeschluss wünscht. Beide Seiten würden<lb/>
also dann auf die Zukunft vertröstet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_07">In der Ministerratsvorbesprechung berichtet für die Österrei<lb break="no"/>chische Nationalbank, <rs type="person" ref="#per__97873">Rieger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, über die Erfolge in der Lei<lb break="no"/>stungsbilanz, die im I. Quartal nur 4.1 Mia Defizit erbrachte, gegen<lb break="no"/>über 9.9 Mia im Vorjahr. Die Währungsreserven haben zwar um 4.5<lb/>
Mia abgenommen, doch ist dies auf SWAP-Konstruktionen der Banken<lb/>
zurückzuführen, wenn man die ausschaltet, ergibt sich ein Zuwachs<lb/>
von 3.6 Mia. Sie betragen derzeit 68.9 Mia, mit den Goldreserven<lb/>
genau bewertet 37 Mia noch dazu. Das Wirtschaftsforschungsinstitut<lb/>
hat für heuer eine Leistungsbilanzdefizit von fast 20 Mia pro<lb break="no"/>gnostiziert. Trotz des guten Quartalsergebnis glaubt <rs type="person" ref="#per__97873">Rieger</rs> aber,<lb/>
dass eine weitere Korrektur dieser Prognose nicht möglich sein<lb/>
wird, denn bereinigt werden 20 bis 25 Mia Schilling auch heuer<lb/>
entstehen. Der Verschuldungsstand beträgt derzeit 128 Mia Schilling.<lb/>
Der Fremdenverkehr brachte im I. Quartal 25% Nächtigungszuwachs und<lb/>
2.3 Mia Schilling Mehrerlös. Die Ausgaben abgezogen ergeben netto<lb/>
1.8 Mia, dies ist gegenüber dem Vorjahresquartal 24% Steigerung. Die<lb/>
Exporte ergaben 5.8% nominelle Steigerung und um 2.2 Mia mehr.<lb/>
Die Importe sind um 1% zurückgegangen, gegenüber dem Vorjahresquartal<lb/>
um 17% Zuwachs, ein grosser Erfolg. Die PKW wurden 43.000 weniger<lb/>
importiert, dies gab eine Ersparnis um 2.4 Mia. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwidert,<lb/>
man weiss nicht, ob die PKW-Importrückgänge anhalten. Ein wirk<lb break="no"/>liches Problem sind aber die schweren Exportverluste der VOEST<lb/>
1 Mia, <choice><choice><sic>Vgt</sic><corr>Vereinigte</corr></choice></choice>. Edelstahlwerke, die Chemie, die Papierindustrie usw.<lb/>
die mengenmässige Verbesserung nützt denen wenig. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> wird<lb/>
gefragt, wie sich die Kursrelationen verhalten. Der Dollar hat sich<lb/>
gestärkt, weil die Erdölpreise gleichbleiben. In Amerika haben sie<lb/>
eine Verbraucherpreiserhöhung um 9%, in Skandinavien um 10%. Niemand<lb/>
weiss, wie die amerikanische Wirtschaft sich wirklich entwickelt<lb/>
und damit der Dollar sich gestaltet. Der Schilling ist gegenüber<lb/>
der DM im 1.5% gefallen. Die Nationalbank wird ihre Geldpolitik<lb/>
so einrichten, dass für Investitionen die Mittel zur Verfügung<lb/>
stellen, der Limes für die Privatkredite wird aber streng einge<lb break="no"/>halten. Der Weltmarktzinsfuss ist auf 9% gesunken und die prime-<lb/>
<pb n="43-0537" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-05-16_0537.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rate beträgt derzeit 7.5%. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> berichtet, dass er<lb/>
jetzt für Mitte Monat Mai und auch in Hinkunft für <sic>Mitte<lb break="no"/>monats</sic> Arbeitslosenziffern zusammenstellen lasst. Für Mitte Mai<lb/>
ist sie von 59.500 auf 52.500 zurückgegangen. Die Arbeitslosen<lb break="no"/>rate beträgt nur mehr 1,9%. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verweist darauf, dass Saudi-<lb/>
Arabien jetzt ihre Politik ändert. Daß in Ägypten <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> 6 Generale<lb/>
entlassen wollte, aber sich nicht durchgesetzt hat und jetzt um<lb/>
seine Überlebenschance kämpft. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwartet von der Österr.<lb/>
Nationalbank volle Unterstützung, um die Strukturbereinigung in<lb/>
Österreich durchführen zu können. Zum Unterschied von Deutschland<lb/>
und der Schweiz haben wir noch die Möglichkeit die Infrastruktur<lb/>
zu verbessern, obwohl auch unsere Schulbauten bereits als abge<lb break="no"/>schlossen betrachtet werden müssen. Wichtig ist aber vor allem,<lb/>
dass die betrieblichen Investitionen durch die National<lb break="no"/>bank finanziert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, daß <rs type="person" ref="#per__114582">Ecevit</rs> sich auf einer Unterstützungstour<lb/>
befindet und ersucht mich bei den Besprechungen am Nachmittag<lb/>
und beim Abendessen dann teilzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_09"><rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> möchte ein Kongress-Kulturzentrum in Eisenstadt. Der Finanz<lb break="no"/>minister hat aber grösste Bedenken dagegen. Da <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> aber<lb/>
nicht anwesend ist, wird dieses Problem vertagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_10"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, dass für bauliche Investitionen in Maut<lb break="no"/>hausen 1.5 Mio Schilling notwendig sind. Es soll eine Gedenk<lb break="no"/>stätte errichtet werden. Hier sagt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu, obwohl <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
angeblich auch dagegen Bedenken hat.<lb/>
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meint, hier müsse mehr vom Rechtsstandpunkt aus geschehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114126">Hitler</rs>-Münzen können vertrieben werden und man hat keine Mög<lb break="no"/>lichkeit dagegen einzuschreiten. Überhaupt liegen wir wahnsinnig<lb/>
schlecht in der Rechtspolitik bei der Bevölkerung. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> ant<lb break="no"/>wortet, dass die Grundsätze der Rechtspolitik ja einvernehmlich<lb/>
festgelegt wurden, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht bestreitet. Die Gesetze reichen<lb/>
seiner Meinung nach voll aus, wir brauchen keine Sondergesetze wie<lb/>
in Deutschland. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> befürchtet, dass, nachdem jetzt 3 Terroristen<lb/>
bereits in Österreich sind und noch <rs type="person" ref="#per__114584">Tiedemann</rs> eventuell dazu kommt,<lb/>
dass dann der österreichische Terror beginnen wird, weil diese<lb/>
von den anderen befreit werden würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_12"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spricht sich ganz entschieden gegen den Cogema-Vertrag<lb/>
aus und meint, er würde dagegen stimmen. Nach längerer Debatte<lb/>
lässt er sich dazu bewegen, dass er nur zu dem Tagesordnungspunkt<lb/>
mich einlädt. Ich sollte die Organe, die die volle Verantwortung<lb/>
tragen, aufmerksam machen, dass dieses Arrangement unabsehbare<lb/>
finanzielle Belastung bringt, das Lagerproblem nicht löst. Die<lb/>
genaue Formulierung verlange ich dann vom Ministerratsdienst,<lb/>
der mir diese unverzüglich schicken wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_13">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtet über die Verhandlungen<lb/>
über die Marktordnung. Diese gehen gut voran und man hat sich bei<lb/>
der Milch auf 3 Stufen geeinigt. Die Exportfinanzierung, derzeit<lb/>
10% durch den Staat 580 Mio Schilling umfassend, sollen auf<lb/>
ÖVP-Wunsch auf 18% erhöht werden. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> hat ihn allerdings<lb/>
wissen lassen, er ist bereit mit 14% abzuschliessen. Der Finanz<lb break="no"/>minister hat 12 ihm bereits zugesagt. Der Krisengroschen als<lb/>
zweite Etappe soll höchsten 7% betragen<add>[und]</add> von der Landwirtschaft<lb/>
allein finanziert werden. Der Krisengroschen würde sich dadurch<lb/>
von 38 Groschen auf 18 Groschen reduzieren. Alles, was über diese<lb/>
2% Sätze dann hinausgeht, wird durch extreme Senkung des Erzeuger<lb break="no"/>preises, wahrscheinlich von 3.30 Schilling unter 1 Schilling,<lb/>
durch eine restriktive Abgabe entsprechend eingeschränkt. Dadurch<lb/>
hofft <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, dass von der derzeitigen 25%igen Überproduktion<lb/>
mit 2,270.000 Tonnen, damit 20%ig entstehen würde. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ermächtigt <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> weiterzuverhandeln und gegebenenfalls zwischen<lb break="no"/>durch zu berichten, denn er möchte auf alle Fälle, dass lieber<lb/>
der Landwirtschaftsminister abschliesst, als wie dass er sich wieder<lb/>
einschalten muss. Die Versuche, die Landwirtschaft kampfmässig zu<lb/>
bezwingen, sind auf dem Marktordnungsgebiet bis jetzt immer geschei<lb break="no"/>tert. Einmal Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>, dann einmal der<lb/>
Österreichische Gewerkschaftsbund und einmal <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst haben<lb/>
sehr stark erklärt, es wird nicht mehr die Marktordnungen geben,<lb/>
und dann sind sie doch immer wieder verlängert worden. Im Sommer<lb/>
kann man sich auch übrigens keinen Agrarkrieg mit den Bauern<lb/>
in Form eines täglichen Milchkrieges leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_14">Im Ministerrat macht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> neuerdings darauf aufmerksam, dass<lb/>
die Reisen drastisch einzuschränken sind. Im Bundeskanzleramt hat<lb/>
man die Quote bereits überschritten und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt für das<lb/>
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gibt es keine Überschreitung und keine Genehmigung, auch<lb/>
wenn noch so eine wichtige<add>[eine noch so wichtige]</add> Dienstreise zur Debatte steht.<lb/>
Dies gilt übrigens für alle Minister.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_15">GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> kommt mit <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs> von Austria-Ferngas, um mir nur zu erklären, dass sie<lb/>
sich jetzt geeinigt haben, gemeinsam vorzugehen, um das Algerien<lb break="no"/>gas nach Österreich zu bringen. Die Italiener, SNAM, werden eine<lb/>
Pipeline von 18 Mia cbm bauen, 2 Mia werden dafür für Österreich<lb/>
reserviert sein. Die ÖMV wird federführend bei der Peagierung<lb/>
sein, die Austria-Ferngas bei den Verhandlungen mit Algerien<lb/>
Sonatrach. Das algerische Gas wird 1.30 Schilling franko österr.<lb/>
Grenze kosten und damit höher sein als das sowjetische, auch<lb/>
das, das aus Iran abgetauscht wird mit 1.20. Dies wird uns grosse<lb/>
Schwierigkeiten bereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_16">Ich informiere GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> und <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> für die Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft in Anwesenheit von SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> über die Cogema-<lb/>
Vertragsgenehmigung im Ministerrat. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> bestätigt mir, dass<lb/>
er immer wieder für ein Zwischenlager in Zwentendorf einge<lb break="no"/>treten ist. Leider hat er sich halt nicht beim NÖ Landeshaupt<lb break="no"/>mann <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> durchsetzen können. Ich selbst muss zugeben, dass ich<lb/>
letzten Endes auch nur eine solche Zwischenlagerung in Zwenten<lb break="no"/>dorf für realistisch halte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_17">Beim Mittagessen, das ich für die UNO-Kommission über die<lb/>
Multinationalen, jetzt transnationale Unternehmungen genannt,<lb/>
gebe, bin ich überrascht, dass dort nicht maximal 20 Personen,<lb/>
sondern fast die dreifache Menge verpflegt wird. Die Aussenamts<lb break="no"/>beamten erklären sich selbst überrascht, dass das Handelsmini<lb break="no"/>sterium dieses Essen in so grossem Umfang zugesagt hat. Tatsächlich<lb/>
lässt sich hier nicht genau mehr auf Grund der Aktenlage rekon<lb break="no"/>struieren, wie es zu dieser Zusage gekommen ist. Nachmittags kläre<lb/>
ich mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> diesen Zustand und erkläre sofort, dass ich nicht<lb/>
bereit bin, alles zu bezahlen. Wir einigen uns darauf, dass die<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte in Hinkunft bei Zusagen vorsichtiger<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_19">Der geschäftsführende Obmann der ÖFVW Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> und die<lb/>
Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> fragen, wie sie die<lb/>
Budgetgestaltung des nächsten Jahres vornehmen sollen. Da<lb/>
wir derzeit 240 Mio Schilling schon Budget haben, kann ich<lb/>
mir nicht gut vorstellen, dass der Bund, der 60% dazuzahlt,<lb/>
hier noch wesentliche Erhöhungen vornimmt. <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> meint, er<lb/>
bräuchte mindestens eine 8%ige Steigerung, um die laufenden<lb/>
Kosten abdecken zu können. Wenn dieser Vorschlag kommt, werde<lb/>
ich als Gegenvorschlag verlangen, dass die Bundesländer und<lb/>
die Handelskammer ihren Anteil von jeweils 20% auf 24% des<lb/>
Budgets erhöht. Dadurch würden dem Staat keine zusätzlichen<lb/>
Ausgaben erwachsen. Ich ersuche die Geschäftsführung mit dem<lb/>
Finanzministerium diesbezügliche Verhandlungen zu beginnen,<lb/>
um zu sehen, was diese bereit sind, erhöhte Beträge einzusetzen.<lb/>
Der Wunsch der Tiroler, in Stuttgart und in Bonn eine Expositur<lb/>
zu errichten, der Wiener in Barcelona eine Zweigstelle zu<lb/>
errichten, wird von mir sehr skeptisch beurteilt. Eine Expositur<lb/>
kostet 4 Mio, eine Zweigstelle bis 6 Mio Schilling Mehrausgaben,<lb/>
die in unserem Budget nicht zu decken sind. Dieselbe Meinung<lb/>
vertritt übrigens auch Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> und wird darüber im geschäfts<lb break="no"/>führenden Ausschuss sprechen. Ebenso wird jetzt zu klären sein,<lb/>
ob und inwieweit die Österr. Fremdenverkehrswerbung zur elektro<lb break="no"/>nischen Buchung START 2 Mio Schilling beiträgt. Vom Handelsministe<lb break="no"/>rium erkläre ich dezidiert, kann es sich nur um eine moralische<lb/>
Unterstützung und maximal um einen ganz kleinen finanziellen<lb/>
Beitrag handeln. Eine lange Diskussion ergibt die Frage des<lb/>
Bürohauses. In der Hohenstaufengasse beträgt die Miete nur<lb/>
400.000 Schilling, 200.000 Schilling muss für angemietete Häuser<lb/>
bezahlt werden. Eine Lagerhalle soll jetzt errichtet werden.<lb/>
Immorent bietet jetzt 3.500 qm an der Linken Wienzeile an, was<lb/>
einen Mietaufwand von 3 Mio Schilling ausmachen würde. Ich<lb/>
habe grösste Bedenken, diese Miete abzuschliessen, weil es sich<lb/>
um grosse Belastungen in Hinkunft handeln wird. Ich ersuche<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> doch zu schauen, ob nicht in der Hohenstaufengasse<lb/>
eine Lösung gefunden werden kann durch Aussiedlung von Lehrmittel<lb break="no"/>verlag ??? oder anderen Dienststellen wie ERP-Büro usw.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte setze Dich für diese Lösung ein und<lb/>
lasse Dich ständig informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_21">Der neue Handelsdelegierte <rs type="person" ref="#per__114588">Draszczyk</rs> in Moskau möchte<lb/>
wissen, welche besondere Aufgabe er in Moskau zu erfüllen hat.<lb/>
Er wird zwar einige Grossbetriebe noch besuchen und die konkreten<lb/>
Exportwünsche, insbesondere von Voith, Papiermaschinen usw. zu<lb/>
erfahren. Das wirkliche Problem, erkläre ich ihm, wäre, die<lb/>
Konsumgüterlieferungen nach der UDSSR zu verstärken. Da wir<lb/>
im Aussenhandel hoch aktiv sind, müsste es gelingen, hier bessere<lb/>
Ergebnisse zu erzielen. <rs type="person" ref="#per__114588">Draszczyk</rs> kann leider noch nicht russisch<lb/>
und bis er so beherrschen wird, wie dies <rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs> jetzt kann,<lb/>
wird er schon wieder von Moskau in die Pension gehen. Die Handels<lb break="no"/>kammer macht jetzt genau dieselben Fehler, die das Aussenmini<lb break="no"/>sterium immer bei seiner diplomatischen Besetzung bei Auslands<lb break="no"/>posten auch macht. Beamte werden ausgewechselt, obwohl die<lb/>
Sprachbarrieren dadurch errichtet werden. Im diplomatischen<lb/>
Dienst vielleicht noch erträglich, im Geschäftsbereich ein<lb/>
Wahnsinn.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_22">Die Aussprache mit dem türkischen Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__114582">Ecevit</rs><lb/>
und dem Finanzminister zeigt eindeutig, dass die Türken weitere<lb/>
Kredite wollen, um grössere Importe durchführen zu können. Die<lb/>
österr. Firmen Simmering-Graz-Pauker, Eisenbahnlieferungen,<lb/>
Steyr-Daimler-Puch, Traktoren, Linz-Chemie, Stickstoff, wären<lb/>
dazu bereit und möchten unbedingt liefern, doch hat die Österr.<lb/>
Kontrollbank Exportkreditfinanzierung abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst<lb/>
erklärt, dies könne man dann am Abend mit dem aus dem Ausland<lb/>
zurückkommenden <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> besprechen. Dort wird allerdings von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ebenfalls wieder festgehalten, dass zuerst eine Regelung<lb/>
über die alten Schulden gefunden werden muss, die im Rahmen des<lb/>
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sollen. Vorher sieht er keine Lösung zur Lockerung der Finanzierungs<lb break="no"/>beschränkungen, wie sie die Kontrollbank jetzt verfügt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-16_23">Ein weiterer Wunsch <rs type="person" ref="#per__114582">Ecevits</rs> ist die Frage der Kinderbeihilfe zu<lb/>
regeln, damit nicht wie in Deutschland – weil man dort die<lb/>
türkischen Kinder in der Bundesrepublik haben muss, um Kinder<lb break="no"/>beihilfe zu bekommen – jetzt 340.000 Türkenkinder dort gelandet<lb/>
sind. Dies kostet viel Geld infrastrukturmässig, weil entsprechende<lb/>
Schulen errichtet werden müssen usw. <rs type="person" ref="#per__114582">Ecevit</rs> hofft auch, dass es<lb/>
gelingt, für die Wahlen in der Türkei Möglichkeiten in Österreich<lb/>
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gegebenenfalls, weil unser Handelsabkommen aus dem Jahre 1949<lb/>
stammt, ein neues mit uns zu verhandeln. Die wirkliche Kernfrage –<lb/>
und die stellt sich dann aber abends bei einem Gespräch zwischen<lb/>
den Finanzministern heraus – ist die Frage der Kreditgewährung<lb/>
für Exportfinanzierung. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meint mir gegenüber, er wird bei<lb/>
den Türken genau so hart bleiben, wie er auch jetzt in Polen<lb/>
bei seinem Besuch weitere Kreditgewährungen ablehnen musste.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.5.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 118. Ministerratssitzung, 16.5.1978</head>
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               <persName type="label">As-Sadat, Anwar</persName>
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               <occupation>Staatspräsident Ägypten</occupation>
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               <persName type="label">Zolles, Helmut</persName>
               <persName><surname>Zolles</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
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               <persName type="label">Ecevit, Bülent</persName>
               <persName><surname>Ecevit</surname><forename>Bülent</forename></persName>
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               <persName type="label">Lanc, Erwin</persName>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Weißenberg, Gerhard</persName>
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               <occupation>Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Canisius, Georg</persName>
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               <occupation>Handelsdelegierter</occupation>
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