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            <title type="main">Mittwoch, der  3. Mai 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_01">Mittwoch, 3. Mai 1978<lb/>
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glaubt, dass die Automobilfabrik sich an der russischen Produktion<lb/>
der überschweren LKW bis 200 t allein beteiligen kann. Er schlägt<lb/>
mir vor, die VÖEST wegen der Anlage, Steyr-Daimler-Puch, SGP,<lb/>
die Grazer Firma List, Siemens und Elin wegen der Elektromotoren<lb/>
zu einer Sitzung einzuladen, damit abgesprochen werden kann, ob<lb/>
alle Firmen gemeinsam in einer Arbeitsgemeinschaft eine solche<lb/>
Verhandlungen mit der sowjetischen Seite führen sollte. Da das<lb/>
Auto 6 m breit, 20 m lang, 15 m hoch sein wird, müsste es erst<lb/>
in d. Sowjetunion montiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_03">Ein Finish, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich vorstellte, durch die ÖAF oder eine<lb/>
andere Firma für den LADA hat auch wenig Aussicht auf Verwirklichung.<lb/>
Die Togliatti-Werke haben ihre Kapazität jetzt ausgelastet, die<lb/>
einzige Möglichkeit sieht Daimler in dem Lada-Taiga, der derzeit<lb/>
als Verkaufsgesellschaft der Sowjets um 126.000 S gut verkaufen<lb/>
kann. Hier glaubt er, würde im Westen ca. 20.000 Stück absetzbar<lb/>
sein und hier könnte er sich vorstellen, dass die Sowjets eine<lb/>
Assemblierung in seinem Werk zustimmen könnten. Der sowj. Vize<lb break="no"/>minister für das Autowesen hat mir allerdings bei seinem Besuch<lb/>
erklärt, dies seien alles langfristige Perspektiven, die Sowjets,<lb/>
insbesondere Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__97652">Kossygin</rs>, erwarten eine Beteiligung<lb/>
Österreichs an den Schwerlastkraftwagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die obgenannten Firmen<lb/>
zu mir zu einer Sitzung einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_05">Honeywell Bull, die immerhin 10 % des Computermarktes in Öster<lb break="no"/>reich hat, 63 % hat IBM, dann kommt UNIVAC mit 7 %, bekommt von<lb/>
mir das Staatswappen verliehen. Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__114518">Denk</rs>, ein Neffe von<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__114519">Prutscher</rs>, dem das Gebäude, das Honeywell Bull gemietet<lb/>
hat, gehört, teilt mir mit, dass im Nebengebäude ein ähnlich grosses<lb/>
Bürohaus noch etliche Räume frei sind. Wir kommen schön langsam<lb/>
mit der Bauwirtschaft und insbesondere sowohl im Wohnungsbau<lb/>
als auch im Bürobau zu Schweizer Situation. Infolge zu hoher Miete<lb/>
stehen Projekts resp. Wohnungen in immer grösserem Mass leer.<lb/>
Die dominierende Stellung von IBM wird dadurch begründet, dass<lb/>
<pb n="43-0487" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band43/43_1978-05-03_0487.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>diese Firma für 1,1 Mia Dollar jährliche Entwicklungs- und<lb/>
Forschungskosten hat, während die europäische Computerfirma<lb/>
Honeywell Bull auch mit ihrem amerikanischen Zweig nur 250 Mill. $<lb/>
ausgibt. IBM wird aber als der bessere Marketingbetrieb bezeichnet,<lb/>
denn die jüngsten Entwicklungen werden von anderen Firmen ge<lb break="no"/>leistet. IBM stürzt sich dann auf die die Problemlösung und die<lb/>
neue Maschine, verbessert sie ein wenig und kommt damit gross<lb/>
auf dem Markt heraus. Die grundlegendste Erfindung, wie z.B. die EDV,<lb/>
wurde nicht von IBM, sondern von UNIVAC gemacht, den Durchbruch erzielte<lb/>
aber IBM. Sie hat die bessere Marketing-Strategie. IBM hat jetzt<lb/>
ungefähr in 10 Monaten Mieterträge seine Selbstkosten, sodass sie<lb/>
theoretisch zwei Monatsumsätze Gewinn hat. Die Konkurrenz wird<lb/>
immer stärker, früher musste man für 1 Jahr Miete Vorauszahlung leisten<lb/>
jetzt ist es 1 Monat. Die Erträge sind auf 20 % der seinerzeitigen<lb/>
Erträge gesunken. Früher war 1/3 Miete, jetzt knapp 1/4. Mein<lb/>
Vorschlag, von der Produktionsspitze in Paris eine Produktionsver<lb break="no"/>lagerung zu verlangen, wurde als utopisch bezeichnet. Die inte<lb break="no"/>grierten elektronischen Schaltkreise sind jetzt derartig kompli<lb break="no"/>ziert, teuer und müssen in grösseren Serien hergestellt werden, sodass<lb/>
nur in der Zentrale die Hardware erzeugt werden kann. Eine mögliche<lb/>
Verbesserung der Zahlungsbilanzsituation sieht Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__114518">Denk</rs><lb/>
und seine Mitarbeiter nur in der Verlagerung von Software-Entwicklung<lb/>
in Österreich. In der Problemlösung könnte Österreich bedeutend mit<lb break="no"/>mischen. Die Software nimmt immer einen grösseren Teil des Umsatzes<lb/>
ein. Leider hatte ich vergessen, dass Honeywell Bull auch eine Mess<lb break="no"/>regeltechnikfirma im 12. Bezirk errichtet hat, die ich eröffnete.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte in Hinkunft immer versuchen klarzustellen,<lb/>
wie weit ich schon persönlichen Kontakt mit Firma gehabt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_07">Landesrat <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> und sein Hofrat <rs type="person" ref="#per__114521">Starzer</rs> aus Oberösterreich<lb/>
erkundigen sich über die Erdölbevorratung. Sie waren besorgt,<lb/>
ob die ÖMV aus ihren Lager St. Valentin auch Oberösterreich damit<lb/>
versorgen würde. Die ÖMV wollte seinerzeit ein Lager in Wels<lb/>
errichten, doch konnte sie die Zustimmung der dortigen Gemeinden<lb/>
nicht bekommen. St. Valentin soll um 200.000 noch vergrössert werden,<lb/>
in der Steiermark sind 500.000 und in Tirol 300.000 Lager vorgesehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> war mit der Auskunft von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> sehr zufrieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_08">Ein weiteres Problem war die Bürges-Betriebsneugründungs-Aktion<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> hatte mit LR <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs>, NÖ, und LR <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs>, Tirol, ge<lb break="no"/>sprochen und diese weigerten sich ganz entschieden, dass die<lb/>
Länder in die Bürges mit dieser Aktion integriert werden. Sie<lb/>
fürchtete, sie müssten ihre 50 %-igen Landesanteile an die Bürges<lb/>
abgeben. Ich erklärte ihnen sofort, dass dies gar nicht beab<lb break="no"/>sichtigt sei und Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> setzte ihnen auseinander, dass<lb/>
bei der letzten Aussprache mit den Ländervertretern ein Einvernehmen<lb/>
erzielt werden konnte. So wie die Hausaktion für Fremdenverkehr<lb/>
soll der neu zu gründende Betrieb beim Land ansuchen, dort wird ge<lb break="no"/>prüft, ob er alle Voraussetzungen, insbesondere den Gewerbeschein,<lb/>
besitzt und befürwortend an die Bürges weitergereicht. Wir zahlen<lb/>
dann unseren 50 %-igen Anteil bis zu 1 Mill. S. Das Land kann aber,<lb/>
da wir nur für Investitionen den Zinsenzuschuss geben, gegebenenfalls<lb/>
seine 50 % auch teils für Betriebsmittelkredite verwenden. <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs><lb/>
übernahm, dieses Problem auch mit den anderen Landesräten zu besprechen<lb/>
und stimmte dieser Lösung zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_09">Die Untersuchung und insbesondere die Marketing-Lösung für die<lb/>
Mühlviertler Weber sollen jetzt auch durch die Linzer Kunsthochschule<lb/>
geprüft und unterstützt werden. <rs type="person" ref="#per__114520">Trauner</rs> befürchtete, dass das<lb/>
Handelsministerium jetzt seine Zusage über die Subvention dem<lb/>
Wissenschaftsministerium übertragen möchte, d.h. aus unserer<lb/>
Verpflichtung heraussteigen will. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> stellte klar, dass<lb/>
zwar die Linzer Hochschule eingeschaltet wird, nicht zuletzt auf Wunsch<lb/>
der Mühlviertler Weber, dass aber selbstverständlich unsere Verpflich<lb break="no"/>tungen, allerdings diesmal letztmalig, erfüllt werden.<lb/>
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Schinagl, Klaus, Mentil hat er bereits zweimal 750.000 S vom<lb/>
Land gegeben. Da die Aktion Existenzsicherung bei uns schon ausge<lb break="no"/>laufen ist, wird <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> sich die beiden Fälle noch einmal ansehen,<lb/>
ob es nicht doch eine Lösung gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_11">Bezüglich der Schuhfabrik Högl, wo nächste Woche die Arbeiter ge<lb break="no"/>kündigt werden müssten, wird er mit dem Sozialministerium Verhand<lb break="no"/>lungen führen. Wie wir dann von dort erfuhren, sieht das Sozial<lb break="no"/>ministerium keine Möglichkeit aus der Arbeitsmarktförderung Subven<lb break="no"/>tion zu geben, wenn nicht die Sowjets einen Auftrag in Aussicht<lb/>
stellen.<lb/>
ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort bei den Sowjets neuerlich inter<lb break="no"/>venieren lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_12">Den Staatspreis für die schönsten Bücher erhielt diesmal der nö.<lb/>
Landesverlag sogar für einen Schwarz-Weiss-Druck. Lange unterhielten<lb/>
wir uns dann über die Entwicklung des graphischen Gewerbes.<lb/>
Zu meiner Druckerzeit hätte man solchen Schwarz-Weiss-Druck in Offset<lb/>
nicht herstellen können. Es ist also hier wirklich eine ungeheure<lb/>
drucktechnische Revolution im Gange, beschäftigungspolitisch aller<lb break="no"/>dings die grösste auf dem Hochdrucksektor Zeitungsherstellung durch<lb/>
den Lichtsatz. Dr. <rs type="person" ref="#per__114524">Schwabl</rs>, der Präsident des Hauptverbandes, hat<lb/>
mich eingeladen, den Springer-Verlag zu besuchen. Ich habe im Prinzip<lb/>
zugesagt und nur gebeten, er möge sich einen besonderen Anlass dafür<lb/>
aussuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte auf besonderen Anlass achten!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_14">Unsere 4 Amtsgehilfen, wovon 2 pragmatisiert und zwei Vertragsbe<lb break="no"/>dienstete sind, möchten – wie die im Landwirtschaftsministerium –<lb/>
endlich in die Verwendungsgruppe D kommen. Nur noch im Unterrichts<lb break="no"/>ministerium und Wissenschaftsministerium sind sie angeblich auch<lb/>
schon umgestuft. Diesen Wunsch verhandeln sie bereits mit allen<lb/>
Sekretären resp. Personalvertretungen und selbst mit den Präsidia<lb break="no"/>listen seit 1970. Jeder hat ihnen Hoffnungen gemacht, aber nie wurde<lb/>
sie tatsächlich erfüllt. Mir hat man bis vor einem Monat, wie ich<lb/>
ihnen auch erwidern konnte, überhaupt dieses Problem nie vorgetragen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> sieht die Lösung darin, dass für die Pragmatisierten eine entspre<lb break="no"/>chende Zulage vom BKA genehmigt wird, dann können wir sofort die<lb/>
Vertragsbediensteten auch entsprechend nachziehen. Worauf <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> und<lb/>
ich grössten Wert legen, dies haben wir ihnen auch gesagt, ist, dass<lb/>
alle vier gleichmässig behandelt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Wieso ist dies so lange anhängig, ohne dass<lb/>
ich etwas davon erfuhr?<add>1. Amtsdiener haben bei Weihnachtsfeier 1975 mit BM darüber gesprochen 2. siehe Gespräche mit Löschnak[,] damals habe ich den Auftrag erhalten !!</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_16">Präs. <rs type="person" ref="#per__111729">Skardarasy</rs> und sein Vertreter Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__114525">Zorn</rs> sowie die General<lb break="no"/>sekretärin der Hoteliervereinigung Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111735">Träxler</rs> forderten neuerdings,<lb/>
dass eine eigene Sektion Fremdenverkehr im Handelsministerium er<lb break="no"/>richtet werden soll. Die Voraussetzung dafür, <choice><choice><sic>erklärt</sic><corr>erklärte; erkläre</corr></choice></choice> ich, dass<lb/>
die ÖVP im Parlament mich dazu auffordert. Ich lasse mich nicht auf<lb/>
eine Reorganisation ein, um dann womöglich von der Opposition kriti<lb break="no"/>siert zu werden. Ein weiterer Wunsch war, dass jetzt endlich geklärt<lb/>
wird die Berechtigung der Hoteliers mit einer FS-Bewilligung alle<lb/>
Zimmer mit Fernseheranschlussmöglichkeit auszustatten. Der ORF spricht<lb/>
sich ganz entschieden dagegen aus und behauptet auch, dass dies<lb/>
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vor, sie sollte einen Musterprozess führen, denn die Rechtsauf<lb break="no"/>fassung darüber ist geteilt. KR <rs type="person" ref="#per__114525">Zorn</rs> aus Seefeld musste zugeben,<lb/>
dass die meisten Forderungen der Hoteliervereinigung bezüglich der<lb/>
Kreditgewährung jetzt erfüllt wurden. Die ERP-Kreditgewährung wurde<lb/>
auf 12 Jahre mit 1 Jahr Rückzahlungsfreiheit verlängert. Ein<lb/>
gleichzeitiger Wunsch, auch die Gewerbestruktur und FV-Hausaktion<lb/>
eine Verlängerung einzuführen, musste ich deshalb derzeit ablehnen,<lb/>
weil wir durch die Erhöhung der Höchstgrenze sowieso eine sehr grosse<lb/>
budgetäre Mehrleistung erbringen werden. Die Hoteliervereinigung<lb/>
hat dies anerkennend zur Kenntnis genommen. Die Hoteliervereinigung<lb/>
erwartet jetzt nur bald die Richtlinien für Förderung von Basis<lb break="no"/>organisation usw., die <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> zusagte. Ein Wunsch, die Zuschüsse auf<lb/>
Grund der Komfortzimmeraktion zu erhöhen, lehnte ich aus zwei Gründen<lb/>
ab. Erstens würden dafür zusätzliche budgetäre Mittel notwendig,<lb/>
die ich derzeit nicht sehe und zweitens lauft die Komfortzimmer<lb break="no"/>aktion sowieso aus. Die zweckmässige Umgestaltung von alten Räumen<lb/>
ist eigentlich jetzt abgeschlossen. Für mich war diese Aktion nur<lb/>
eine Zwischenlösung. Auf lange Sicht muss das Motto gelten: nieder<lb break="no"/>reissen, neu bauen! Nur so können wir den Standard der Hoteliers<lb/>
und Gastwirte und Pensionen erhöhen, ohne dass wir weitere Betten<lb/>
vermehren. Die Hoteliervereinigung stimmt dieser Politik<lb/>
hundertprozentig zu. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird berechnen, wie sich eine solche<lb/>
Politik finanziell auswirken würde. Bezüglich der steuerlichen<lb/>
Wünsche haben zwar alle zugegeben, dass dafür die Himmelpfortgasse<lb/>
kompetent ist, doch erwarten sie von mir, dass ich ebenfalls<lb/>
die berechtigten Forderungen unterstütze. Ihr Wunsch, von der<lb/>
Dienstleistungsbesteuerung zur Einkaufsbesteuerung überzugehen,<lb/>
hat allerdings wenig Aussicht auf Erfolg. In diesem Fall müsste<lb/>
für die Getränke überall ein höherer Steuersatz verlangt werden,<lb/>
um zu demselben Steuerertrag zu kommen. Dies würde eine weitere<lb/>
Belastung der Konsumenten bei Käufen von Getränken in Diskonter-<lb/>
oder Handelsgeschäften bedeuten und daher sicherlich nicht die<lb/>
Zustimmung der Arbeiterkammer, des ÖGB finden. Der Anteil des<lb/>
Fremdenverkehrs am gesamten Getränkeumsatz beträgt nur 17 %. Die<lb/>
Umlegung auf die anderen 83 % würde allerdings dort trotzdem<lb/>
eine entsprechende Verteuerung auslösen. Ich schlug ihnen daher<lb/>
neuerdings vor, sie sollten mit <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> gemeinsam versuchen, meine<lb/>
uralte Idee durch Verrechnungsvereinfachung doch arbeitsmässige<lb/>
Ersparnisse zu erzielen. Der Finanzminister hat mir seinerzeit vor<lb/>
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wenn tatsächlich entsprechende Verrechnungsvereinfachungen von<lb/>
allen akzeptiert werden, auch kleine Ertragsverluste in Kauf nehmen<lb/>
würde. Das Groteskeste aber an Steuerbelastung war, dass im Bristol<lb/>
der Klavierspieler in der Halle resp. Bar von 6–11 Uhr dem<lb/>
Hotel ca. 180.000 S im Jahr kostet, aber 419.000 Raumpauschalsteuer<lb/>
bezahlt werden muss. Dafür bekommt man dann 5 % Subvention wieder<lb/>
von der Gemeinde Wien rückerstattet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_17">Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__114526">Wewalka</rs> beschwert sich, dass immer mehr Parallel-Importe<lb/>
von Whisky und anderen Spirituosen durch nicht den Generalimporteur,<lb/>
sondern durch jedermann über Diskonthäuser vom Ausland erfolgt.<lb/>
Die Handelskammer hat sich jetzt bereiterklärt, uns eine Liste<lb/>
der Generalimporteure zur Verfügung zu stellen, wo jedes Spezial<lb break="no"/>produkt verzeichnet ist. Mit dem Finanzministerium wird dann<lb/>
zu klären sein, ob die Spiritus-Monopolverwaltung bereit ist, eine<lb/>
gewisse Einschränkung der Importeure vorzunehmen. KR <rs type="person" ref="#per__114526">Wewalka</rs><lb/>
erklärt, er ist ein Anhänger der freien Wirtschaft, darauf habe ich<lb/>
ihm nur erwidern können, daraus erklärt sich, wie wenig Chance wir<lb/>
haben, gegen dieses Auswuchern der Importeure etwas zu unternehmen.<lb/>
Natürlich hat der Generalimporteur durch die Werbung, die er<lb/>
betreiben muss, die höheren Unkosten, wenn dann das Produkt bekannt<lb/>
ist, kommen die Parallelimporteure, meistens auch Diskonter oder<lb/>
Schleuderer, wie er sagte, und nützen die Marktchance. Wesentlich<lb/>
interessanter als diese Intervention waren seine Ausführungen<lb/>
über den Verkauf von <choice><choice><sic>Kif-Kif</sic><corr>[?]</corr></choice></choice>, das ihm gehörte, an Denner. Dieser<lb/>
hat auf seinen besonderen Wunsch die Geschäfte mit 27. Dezember<lb/>
übernommen und bis jetzt nicht bezahlt. Das Geld hat er bereits<lb/>
von der Schweiz nach Österreich mit Zustimmung der OeNB transferiert,<lb/>
befindet sich aber noch immer im Rechtsstreit mit <rs type="person" ref="#per__114526">Wewalka</rs>. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114526">Wewalka</rs> sich einen Advokaten ersparen wollte, hat er den Vertrag<lb/>
ohne einen solchen gemacht. Jetzt verlangt Denner immer wieder<lb/>
neuerliche Vertragspunkte, wie z.B. die Inventur muss auf<lb/>
drei Dezimalen gemacht werden, und zögert so die Bezahlung hinaus.<lb/>
Der Grund ist für mich sofort klar, in der Schweiz hat er das Geld<lb/>
billigst aufgenommen und legt es hier hoch verzinst zwischenzeitig<lb/>
an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Das Haus müsste sich auch um solche Aktionen<lb/>
viel mehr kümmern und uns entsprechend informieren.<add>Keine Stelle befaßt sich genauer mit dem Handel. Vorschlag: Branchenreferat "Handel"</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_19">KR <rs type="person" ref="#per__114523">Jaekel</rs> von der Fa. Futurit, die die Strebel-Werke aufgekauft<lb/>
haben, beschwert sich, dass in OÖ z.B. die Firma nicht einmal<lb/>
zu Ausschreibungen zugelassen wird. Öffentliche Aufträge werden<lb/>
ausschliesslich an ausländische Firmen ausgeschrieben und vergeben.<lb/>
Ich verlange sofort entsprechende Unterlagen, denn dies höre ich<lb/>
zum ersten Mal. Dass man ausländische Firmen zur Konkurrenz und<lb/>
Preisverbesserung heranzieht, ist geläufig, dass man aber ausschliess<lb break="no"/>lich ausländische Firmen auffordert, Offerte zu erstellen, ist<lb/>
mir neu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band43_1978-05-03_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Lass bitte solche Fälle genau untersuchen und<lb/>
zusammenstellen, damit wir sie beim Ministerrat ÖNORM-Richlinien<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 3.5.1978</head>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName><surname>Daimer</surname><forename>Richard</forename></persName>
               <occupation>Dir. ÖAF-Gräf &amp; Stift AG</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <occupation>ehem. Wr. Wirtschaftsstadtrat, ÖVP</occupation>
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               <occupation>nö. LR f. Wirtschaft u. Fremdenverkehr, ÖVP</occupation>
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               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <occupation>Präs. Hoteliervereinigung</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. Hoteliervereinigung</occupation>
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               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <occupation>GD Fa. Honeywell Bull</occupation>
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               <occupation>Präs. Hauptverband d. österr. Buchhandels</occupation>
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               <occupation>Beamter Bautenministerium/HM</occupation>
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