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            <title type="main">Freitag, der 21. April 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_01">Freitag 21. April l978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_02">In der Fraktion des Gesamtvorstandes der Lebensmittelarbeiter<lb/>
setzte ich den Genossen die politische Situation auseinander.<lb/>
Natürlich beschäftigte ich mich auch mit der ÖVP und insbesondere<lb/>
mit der Neuführung von der FPÖ, <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs>. Interessanterweise ergab sich<lb/>
in der Diskussion dann eine Kritik an dieser Methode. Wir befinden<lb/>
uns in einer Verteidigungsstellung, indem wir uns viel zu viel<lb/>
mit dem Gegner befassen und viel zu wenig unsere positive Arbeit<lb/>
herausstreichen. Andererseits wurde aber wieder festgehalten,<lb/>
dass die Politiker die Gewohnheit haben, den Gegner zu analysieren<lb/>
und zu kritisieren und viel zu wenig an der eigenen Politik Kritik<lb/>
zu üben. Die härteste Kritik war, dass vielen der Mut fehlt, die<lb/>
eigenen Zustände zu kritisieren, weil man dadurch eventuell seine<lb/>
Stellung am Futtertrog verlieren könnte. So hart wurde noch niemals<lb/>
kritisiert, trotzdem bin ich sehr froh darüber, denn die Angriffe<lb/>
richteten sich interessanter Weise nur indirekt gegen unsere Orga<lb break="no"/>nisation und deren Führung, sondern vielmehr gegen andere, wie z.B.<lb/>
die steirische Landespartei, von Steirern ausgesprochen. Natürlich<lb/>
muss man hier streng unterscheiden, wie weit es sich um frustrierte<lb/>
Gewerkschaftssekretäre handelt, die durch entsprechende Verluste<lb/>
wie in Graz oder in der letzten steirischen Landtagswahl schon<lb/>
jetzt wieder prognostizieren, dass auch die nächste Landtagswahl<lb/>
gegen <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> garantiert hoch verloren wird. Das wirkliche Dilemma<lb/>
sehe ich aber in den ehrlichen Genossen, die auf der einen Seite<lb/>
Wache stehen oder vielleicht gar falsche Auffassungen abkritisieren<lb/>
möchten und es sicherlich auch im kleinsten Kreis tun, auf der<lb/>
anderen Seite aber wegen der Einigkeit der Partei und auch der<lb/>
Gewerkschaftsbewegung vor der Entscheidung stehen, es bei der Kritik<lb/>
in diesem kleineren Kreis zu belassen und nicht in die grössere<lb/>
Versammlung oder gar in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich glaube eben,<lb/>
dass das Verhalten des Einzelnen einer Gruppe, ja vielleicht einer<lb/>
ganzen Bewegung immer zwischen diesen Extremen, Kritik in eigenen<lb/>
Reihen auf der einen Seite und dadurch Loyalität und Einheit oder<lb/>
Frucht und Kritik in der Öffentlichkeit und dadurch den Eindruck<lb/>
einer zerstrittenen Gruppe oder Bewegung, das wirkliche Dilemma ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_03">In der Gesamtvorstandssitzung berichtete ich dann über die Punkte,<lb/>
welche die Lebensmittelarbeiter besonders interessieren. Erstens<lb/>
die Wirtschaftsgesetze, die unmittelbar von Bedeutung sind und ganz<lb/>
besonders die Marktordnungsgesetzverhandlungen, zweitens die Vor<lb break="no"/><pb n="42-0428" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-04-21_0428.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aussetzungen und Durchführungen unserer Lohnbewegungen,<lb/>
drittens die allgemein wirtschaftliche Situation, die Be<lb break="no"/>schäftigungsfrage und natürlich die Steuersenkung. Auch hier<lb/>
gab es dann entsprechende Diskussionen, nur zeigte sich einmal<lb/>
mehr, dass die einen Diskussionpartner sich besonders mit den<lb/>
Lohnbewegungen der Bäckereiarbeiter beschäftigten. Dort wird<lb/>
von der Unternehmerseite erwartet, dass wir nicht nur bezüglich<lb/>
der Höhe entsprechend der wirtschaftlichen Situation Rücksicht<lb/>
nehmen, sondern auch schlechtgehende Betriebe, wie z.B. Ankerbrot<lb/>
Wien, oder Spatenbrot Linz, besonders schonen. Die zweite wirklich<lb/>
auch für mich erschütternde Diskussion zeigte, wie sehr die Ge<lb break="no"/>werkschaftsbewegung unter Fusionen von Betrieben auch leidet. Die<lb/>
Brauereien, Schwechater und Brau AG, werden zusammengeschlossen,<lb/>
dadurch ergibt sich auch eine Gewerkschaftsorganisationsänderung.<lb/>
Der Zentralbetriebsrat der Brau AG wird in Hinkunft auch für die<lb/>
Schwechater-Betrieb zuständig sein. Der aufzunehmende Betrieb<lb/>
Schwechat wird natürlich auch jetzt, obwohl sie noch immer der<lb/>
grösste Einzelbetrieb bleiben, in den Zentralbetriebsrat formell<lb/>
aufgehen. Deshalb hat der dortige Zentralbetriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__113132">Suko</rs><lb/>
vor der Fusion noch Neuwahlen ausgeschrieben. Dadurch ergeben sich<lb/>
ungeheure Spannungen, weil die Schwechater dann im neuen Zentralbe<lb break="no"/>triebsratobmann nur durch drei Stimmen kooptiert werden sollen.<lb/>
Eine ähnliche schwierige Situation ergab sich bei der Fusionierung<lb/>
von Zuckerfabriken. Schrumpfungsprozesse sind eben nicht nur allein<lb/>
im wirtschaftlichen Bereich, sondern genau so auch im politischen<lb/>
Bereich äusserst schwierig. Die Betroffenen können es weder von der<lb/>
wirtschaftlichen Seite, noch von der politischen Seite verstehen,<lb/>
dass man solche Massnahmen aus wirtschaftlichen Gründen setzen muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_04">Bei den Berichten der Länder- und Fachgruppen, insbesondere aber der<lb/>
Bildung und der Jugend, konnte ich bei den Letzteren feststellen,<lb/>
dass dort wirklich aktive Funktionäre, aber vor allem Sekretäre<lb/>
am Werk sind. Da es immer schwieriger wird für Kurse Teilnehmer zu<lb/>
bekommen, die meisten haben Angst, ihren Arbeitsplatz früher oder<lb/>
später zu verlieren, wollen wir auf Wochenendschulungen im stärkerem<lb/>
Masse übergehen.Um dort aber nicht die Familien zu sehr zu trennen,<lb/>
werden wir den Versuch starten, den Teilnehmer mit seiner Frau,<lb/>
eventuell sogar Kindern einzuladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_05">Den Finanzbericht, den <rs type="person" ref="#per__113133">Balaz</rs> gab, war für das Jahr 1977 sehr<lb/>
ungünstig. Für Agitation und Organisation haben wir statt 3,9 Mio,<lb/>
5,3 Mio ausgegeben. Für Unterstützung statt 2,9, 3,4 Mio. Für<lb/>
Bildung und Information von 2 Mio auf 2.1 Mio und für sachliche<lb/>
Verwaltungskosten statt 2.4 Mio um 21.000 Schilling weniger, dies<lb/>
ging aber nur deshalb, weil der Gewerkschaftsbund bereit war, die<lb/>
EDV-Kosten zur Hälfte uns zu refundieren. Wäre dies nicht geschehen,<lb/>
dann hätte unser Beitragsanteil noch weiter gesenkt werden müssen.<lb/>
Wir haben von 15%, die wir vor etlichen Jahren hatten, jetzt 8%<lb/>
erreicht. Persönliche Verwaltungskosten stiegen von 8.7 Mio auf<lb/>
9.3 Mio. Die Kontrolle hat umfangreich unsere Zentrale, aber auch<lb/>
Landesorganisationen und Ortsgruppen geprüft und alles in Ordnung<lb/>
befunden. Formell ist die Lebensmittelarbeitergewerkschaft also<lb/>
sicherlich in Ordnung. Wo junge Sekretäre wirken, gibt es sogar<lb/>
anfangs grosse Aktivitäten. Leider aber wird dann im Laufe der<lb/>
Jahre, manchmal aber auch im Laufe der Jahrzehnte die Einstellung<lb/>
der Sekretäre sehr verbürokratisiert und der jugendliche Schwung und<lb/>
Elan geht verloren. Dies trifft aber sicherlich nicht nur bei den<lb/>
anderen, sondern ganz gewiss auch bei mir zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_06">SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat mir angekündigt, er wird jetzt einen Brief an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
schicken, der aktmässig erledigt das Ergebnis seiner Verhandlungen<lb/>
in Kairo enthält. Zu meiner grössten Überraschung behauptete er,<lb/>
ich hätte von dem seinerzeitigen Besuch <rs type="person" ref="#per__113105">Maculans</rs> in Kairo entsprechen<lb break="no"/>de Aktennotizen, die dieser zur Verfügung stellte, ihm gegeben. An<lb/>
Hand des Tagebuches konnte ich nachweisen, dass ich ein einziges<lb/>
Mal mit <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> in Anwesenheit von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> eine Aussprache gehabt habe,<lb/>
die vor der Abfassung der beiden Aktennotizen lag. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> muss also<lb/>
die Aktenvermerke von <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> direkt bekommen haben, weil er mit<lb/>
ihm noch einige Aussprachen hatte, ohne dass ich dabei war oder gar<lb/>
die Information, auf die er sich jetzt beruft, gesehen habe. Auf<lb/>
meine fast inquisitorische Frage an <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, ob die Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft, zumindestens GD <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> davon informiert ist, sagte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, dieser wisse davon und müsse sich halt entscheiden, ob sie<lb/>
dem Wunsch Ägyptens entsprechen oder nicht. Seinen Verhandlungen<lb/>
sei es gelungen, die dezidierte Aufforderung, ein Spital zu bauen,<lb/>
herauszubekommen. Der Betrag bleibt natürlich nach wie vor bestehen,<lb/>
doch könne man eben eine andere Verwendung dafür erreichen. Einmal<lb/>
mehr zeigt sich für mich, wie nicht zeitgerechte Entscheidungen,<lb/>
<pb n="42-0430" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-04-21_0430.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>was mit dem Müll geschehen soll, vor dem Baubeschluss des<lb/>
Kernkraftwerkes dann in einer hektischen Zeit zu ungünstigen<lb/>
Situationen repariert werden soll, zu fast unmöglichen Situationen<lb/>
führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte halte alles chronologisch genau fest<lb/>
und veranlasse entsprechende Übersetzungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_08">Ein gewisser Dr. <rs type="person" ref="#per__113135">Haindl</rs>, Rechtsanwalt, den ich persönlich gar<lb/>
nicht kenne, hat sich an mich gewendet, damit ich im Streik<lb/>
bei Semperit als Vermittler auftrete. Bevor ich dieser Kanzlei,<lb/>
die nur mit Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> Kontakt gehabt hat, antwortete, veranlasste<lb/>
ich eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, <rs type="person" ref="#per__109297">Lackner</rs>, <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>, <rs type="person" ref="#per__112966">Goldmann</rs>, <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>. <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> schilderte mir genau, wie es zu der Entwick<lb break="no"/>lung dieses Streiks gekommen ist. Sowohl Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, als auch<lb/>
der Bundeskanzler wurden vom Vorstand der Semperit eingeschaltet.<lb/>
Ein Vermittlungsvorschlag von <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> wurde bis jetzt weder vom Be<lb break="no"/>triebsrat <rs type="person" ref="#per__113138">Maierhofer</rs>, noch vom Vorstand akzeptiert. <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> legt<lb/>
deshalb grossen Wert darauf, dass dieses Gespräch als vertraulich<lb/>
und vor allem nicht für die eine oder andere Seite bestimmt war.<lb/>
Ich habe deshalb selbstverständlich erklärt, keine Vermittlungs<lb break="no"/>vorschläge auch nur anzugeben, sondern wenn ich von dem Rechtsanwalt<lb/>
wieder angerufen werde, nur zu erklären, dass dieser Vermittlungs<lb break="no"/>versuch ja jetzt sowieso läuft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_09">Beim Jour-fixe AK und ÖGB kam die Zinssituation im Zusammenhang<lb/>
mit der Regierungsklausur zur Sprache. Die Arbeiterkammer meinte,<lb/>
man sollte unbedingt, so wie ich dies bei den gewerblichen Krediten<lb/>
habe, eine Zinsobergrenze festlegen. Jetzt kommt es trotzdem<lb/>
die Kreditzusage <choice><choice><sic>von seitens</sic><corr>von Seiten; seitens</corr></choice></choice> der Regierung vorliegt und für die<lb/>
Zinsstützung budgetmässig gesorgt ist, trotzdem zu keinem Abschluss,<lb/>
weil die Unternehmungen womöglich noch auf eine Zinssatzsenkung durch<lb/>
die Nationalbank warten. Der Kredit ist bei uns mit noch immer 9.5%<lb/>
gegenüber Deutschland 6% und der Schweiz 4%, wobei dort der inländi<lb break="no"/>sche Kreditnehmern noch von den Banken um 1 % weniger bezahlen muss. Es<lb/>
hat sich jetzt als richtig herausgestellt, dass ich bei den 8.5%<lb/>
Höchstzinssatz für Klein- und Mittelbetriebe geblieben bin. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
wollte aber auch, dass im Gewerbestrukturgesetz die Höchstgrenze<lb/>
von 3,750.000 erhöht wird, um Anschluss zu finden an die 5 Mio<lb/>
Untergrenze, die jetzt für die Industrie laut der letzten Re<lb break="no"/>gierungsklausur gilt. Dies lehnte ich entschieden ab, weil ich<lb/>
<pb n="42-0431" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-04-21_0431.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Sorge habe, die Budgetmittel aufzutreiben, um die<lb/>
Erhöhung von 2.5 Mio auf 3,750.000 bei einer zukünftigen Konjunktur<lb break="no"/>verbesserung aufzubringen. Ich erklärte freimütig, ich hätte nicht<lb/>
einmal die Erhöhung auf 3,750.000 durchgeführt, da ich dazu in Hinkunft<lb/>
wahrscheinlich beträchtliche Budgetmittel brauche. Der Finanz<lb break="no"/>minister hat, ohne mit mir Kontakt aufzunehmen, bei der vorletzten<lb/>
Regierungsklausur diese Erhöhungen von selbst dekretiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_10">Der Vorschlag Landwirtschaftskammer, Handelskammer, die Qualitätsweizen<lb break="no"/>produktion so zu erhöhen, dass 120.000 ha mit 3.300 bis 3.500 kg<lb/>
pro ha kontingentiert werden und gleichzeitig die Mühlen verpflichtet,<lb/>
10 Monatsweizen-Vermahlungsmengen zu übernehmen, wird zur Kennt<lb break="no"/>nis genommen, wenn die Normalweizenpreisbildung nur mehr für Brot<lb break="no"/>getreidemengen gilt und alles andere als Futtergetreide der freien<lb/>
Preisbildung unterliegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_11">Die Wirtschaftsgesetze-Initiativanträge werden zur Kenntnis ge<lb break="no"/>nommen</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_12">Die Gütezeichenverordnung, die in Wirklichkeit aus der NS-Zeit stammt<lb/>
und deshalb auf Gesetzesstufe steht, soll novelliert werden. Die<lb/>
Austrofizierung eines neuen Gütezeichenrechtes würde zu lange dauern.<lb/>
Durch die Novelle soll der jetzt zu gründende Verein eine entspre<lb break="no"/>chende Kontrollmöglichkeit bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_13">Die vorbeugenden Massnahmen auf Grund der Novelle zum Markt<lb break="no"/>störungsgesetz und Antidumpinggesetz, die von Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> ständig<lb/>
wegen der schlechten Situation in der Textil- und Bekleidungsindustrie<lb/>
verlangt werden, sind durch die jetzigen Formulierungen dieser Novelle<lb/>
gedeckt. Derzeit müsste bei einem Verfahren erst alle Waren, die<lb/>
4 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung zollanhängig gemacht<lb/>
werden, dann noch 1 Monat die Zollabfertigung dazugerechnet, nach<lb/>
Österreich, ohne dass der Antidumpingzoll eigehoben werden kann,<lb/>
hereingelassen wird. Ich bin sehr gespannt, wie die Handelskammer<lb/>
im Parlament dann zu diesem Problem sich stellen wird und ob die ÖVP<lb/>
dieser Regelung zustimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_14">Die Papierkreditförderung, wo <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ebenfalls, ohne mit mir<lb/>
Kontakt zu haben, 4% Verbilligung versprochen hat, soll jetzt durch<lb/>
Innovationsrichtlinien festgelegt werden. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, <rs type="person" ref="#per__114467">Wehsely</rs><lb/>
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sofort der Gewerkschaftsbund, dass er dazu nicht eingeladen<lb/>
wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_15">ANMERKUNG AN ALLE: Der Gewerkschaftsbund ist unbedingt, als für<lb/>
alle Gewerkschaften zuständig, stets einzuladen und nicht allein<lb/>
die Fachgewerkschaften.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_16">Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, ersucht ich mich, §4 Preisgesetz gegen Fruchtsirup<lb/>
anzuwenden. Die Firmen haben, trotzdem die Paritätische Kommission<lb/>
am 7.3. und am 12.4. zweimal also den Antrag zurückgestellt haben,<lb/>
weil vorher die Löhne erhöht werden sollten, die Preise eigenständig<lb/>
erhöht. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wird unverzüglich die Preislisten schicken.<lb/>
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sonstigen Firmen Preislisten versuchen zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_18">Dipl.Kfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, AK, beschwert sich, dass in der Milchpreisvor<lb break="no"/>besprechung MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> nach wie vor das Kaluklationschema, das ich<lb/>
stets abgelehnt habe, als Grundlage seiner Verhandlungen nimmt.<lb/>
Ich schätze, dass dadurch der Milchpreis um 40 Groschen erhöht werden<lb/>
müsste, was <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> sofort bestätigt. Die Arbeiterkammer hat eine<lb/>
Erhöhung der Leistung von 4.000 Liter auf 4.200 Liter der Kalkula<lb break="no"/>tionsgrundlage verlangt, dass aber von allen anderen, ja selbst<lb/>
vom Finanzministeriumvertreter <rs type="person" ref="#per__114468">Mehrfeld</rs> abgelehnt wird. Die Be<lb break="no"/>gründung liegt darin, dass die Durchschnittsleistung Österreichs<lb/>
3.400 Liter ist. Mein Auftrag an <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, die Ergebnisse der Buch<lb break="no"/>führungsgesellschaft zu berücksichtigen, wurde so erfüllt, dass<lb/>
man diese zwar aufforderte, MR <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> ersuchte dann die Ergebnisse<lb/>
zu prüfen, aber bis jetzt nichts geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte im Landwirtschaftsministerium neuer<lb break="no"/>dings urgieren und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> Sachverhalt darstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_20">Die Arbeiterkammer wendet sich gegen das Abgabegesetz bzw. Öl<lb break="no"/>früchteanbau, weil sie dort keinerlei Mitbestimmungsmöglich<lb break="no"/>keiten bekommt. Der Finanzministeriumvertreter <rs type="person" ref="#per__113146">Gratschmayer</rs> hat<lb/>
dies dezidiert abgelehnt. Wahrscheinlich will man mit den Erlösen<lb/>
andere agrarische Produkte wie Butterexporte usw. stützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte die Stellungnahme des Finanzministeriums<lb/>
ergründen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_22">Arbeiterkammer und ÖGB nehmen die Rausschiebung der Zwiebel<lb break="no"/>liberalisierung vom 1. auf den 8. Mai zur Kenntnis, da tat<lb break="no"/>sächlich grössere Mengen Zwiebel lagern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_23">Im ERP-Plan 78/79 soll der Elektrizitätswirtschaft die 100 Mio<lb/>
gestrichen werden. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angerufen und darauf auf<lb break="no"/>merksam gemacht, dass ich dies nicht zur Kenntnis nehmen kann.<lb/>
Die Kredite für die Mittelbetriebe von 50 Mio Schilling sollen so<lb/>
wie im Vorjahr bleiben. Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> möchte zwar am liebsten, dass<lb/>
diese Post ebenfalls gestrichen wird, aus optischen Gründen und<lb/>
weil gerade man jetzt immer sagt, dass der Mittelbetrieb – die<lb/>
ÖVP spricht immer vom Mittelstand – so benachteiligt wird, halte<lb/>
ich ein solches Vorgehen für unzweckmässig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_24"><rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>, ÖIAG, berichtet, dass die Bleiberger Bergwerksunion heuer<lb/>
100–120 Mio Schilling Verlust haben wird. Er erwartet, dass das<lb/>
Handelsministerium über die Bergbauförderung diesen Betrieb stärker<lb/>
unterstützt. In der Aluminiumproduktion hat sich eine Verbesserung<lb/>
ergeben, obwohl die angepeilten und geplanten Ziffern nicht er<lb break="no"/>reicht werden. Der cash flow wird minus 200 Mio geringer sein, als<lb/>
angenommen. Dadurch wird die 100 Mio Schilling Kapitalzufuhr eben<lb break="no"/>falls nicht ausreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_25">Da Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, OeNB, jetzt nachmittags immer Vorlesungen an der<lb/>
Universität hat, werden wir versuchen, den Jour-fixe auf 13.30 Uhr<lb/>
vorzuverlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-21_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte darauf Rücksicht nehmen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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