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            <title type="main">Freitag, der  7. April 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_01">Freitag, 7. April 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_02">Der neue kubanische Geschäftsträger berichtet, dass der Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__114155">Trojber</rs> nach Österreich kommen möchte. Seinerzeit hatte<lb/>
ich den zuständigen Minister eingeladen, der jetzt aber scheinbar gar<lb/>
nicht mehr im Amt ist. <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> versuchte zu klären, ob von den<lb/>
Firmen VOEST, Vereinigte Edelstahlwerke und Voith man sich mit dem<lb/>
Staatssekretär begnügt oder doch erwartet, dass der jetzige Minister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114154">Llompart</rs> kommt. Mir persönlich ist es wirklich ganz egal. Die Ein<lb break="no"/>ladung erfolgte ausschliesslich auf Interesse der Firmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Berichte bitte, wie dies weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_04">Der Präsident des Europäischen Patentamtes <rs type="person" ref="#per__114152">van Benthem</rs> war sehr<lb/>
besorgt, ob Österreich dem Europäischen Patentamt beitreten wird.<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> dürfte ihn über die Schwierigkeiten genau informiert<lb/>
haben, die wir mit der Patentanwaltskammer und indirekt auch<lb/>
jetzt mit der Handelskammer haben. Ich schilderte ihm freimütig die<lb/>
österreichische Situation, erklärte aber dezidiert, dass ich nach<lb/>
einer letzten Aussprache mit allen Interessensvertretungen und der<lb/>
Patentanwaltskammer den Ratifizierungsantrag über die Regierung dem<lb/>
Parlament zuleiten werde. Zu meiner grössten Verwunderung war auch<lb/>
bei dieser Vorsprache Dr. <rs type="person" ref="#per__114153">Kasch</rs> von der Bundeshandelskammer, den ich<lb/>
persönlich gar nicht kannte. Zum Glück habe ich nicht die Gewohnheit,<lb/>
über Probleme je nach Anwesenheit der Teilnehmer, oder gar wo ich<lb/>
diese Aussprache habe anders zu sprechen. Als <rs type="person" ref="#per__114153">Kasch</rs> sich zu er<lb break="no"/>kennen gab, konnte ich deshalb einerseits bluffen und sagen, natür<lb break="no"/>lich kenne ich sie, und andererseits dann gleichzeitig erklären,<lb/>
sie sehen wie objektiv ich die Sache darstelle. Tatsache ist, dass<lb/>
die Handelskammer stets für eine Ratifizierung war, jetzt aber durch<lb/>
die Patentanwaltsvertretung versucht im Interesse der Wirtschaftsbund<lb break="no"/>mitglieder eine zweischneidige Haltung einzunehmen. Die Handelskammer<lb/>
will auch noch 2.000 Unternehmer fragen, was sie zum europäischen<lb/>
Patentbeitritt für eine Meinung haben. Genau die erwartete, keines<lb break="no"/>wegs eindeutige Haltung der Handelskammer und des Wirtschafts<lb break="no"/>bundes, wie ich es erwartet habe, <choice><choice><sic>ich</sic><corr>ist</corr></choice></choice> eingetreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111994">HIRSCH</rs>: Bitte alle Vorkehrungen treffen, damit ich<lb/>
nach dem letzten Gipfelgespräch sofort den Ministerratsentwurf habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_06">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__112049">Rimsky</rs>, Chemie Linz, bringen entsprechendes<lb/>
Material, das zeigen soll, die Gaspreise, die sie bezahlen müssen,<lb/>
überhöht sind. Chemie Linz ist mit einigen Prozent auch Teilhaber<lb/>
der Österreichischen Ferngas. Dadurch kennen sie die Gewinne der<lb/>
Landesgasgesellschaften. Da die Industriellenvereinigung, aber auch<lb/>
die Handelskammer jetzt immer mehr gegen Chemie Linz wegen bevorzug<lb break="no"/>ter Gaspreislieferung Stellung nimmt, will <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> trotz alledem<lb/>
die amtliche Preisbehörde überzeugen, dass er nicht höhere Preise<lb/>
bezahlen kann und soll als sich auf Grund der Kalkulationen für<lb/>
die RAG und die OÖ Ferngas ergibt. Die beste Lösung erschiene ihm,<lb/>
wenn die ÖMV ihre inländischen Gasmengen dazu benützt, um Ammoniak<lb break="no"/>produkte selbst zu erzeugen, was sie nach den Verträgen mit den<lb/>
Gasgesellschaften ohne weiteres könnte, und dadurch auf der einen<lb/>
Seite Gas zweckmässiger verwenden und den Stickstoffwerken dann<lb/>
billiger Halbfabrikate verrechnen könnte. Diese Idee würde auch<lb/>
die Zustimmung von Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund finden,<lb/>
wie ich nachmittags beim Jour-fixe feststellen könnte. Die Be<lb break="no"/>hauptung des Präsidenten der OÖ Ferngas, <rs type="person" ref="#per__114157">Kalinger-Alzinger</rs>, Reform<lb break="no"/>werk Wels, dass es sich bei der OFG um eine non profit-Gesellschaft<lb/>
handelt, ist, glaube ich, nicht aufrecht zu erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte eine schriftliche Stellungnahme der Chemie<lb/>
Linz offiziell für die Preisbehörde verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_08">Die sowj. Handelsdelegation <rs type="person" ref="#per__114158">Malinow</rs> überreicht neuerdings eine Denk<lb break="no"/>schrift, wo sie gegen die Diskriminierung sowj. Waren durch Zollbela<lb break="no"/>stungen im Vergleich zu EFTA und EG-Staaten Lieferungen protestiert.<lb/>
Teils sind darin Produkte aufgenommen, wie z.B. Fotoapparate, die<lb/>
jetzt bereits auf Grund des § 6 Zollgesetzes geregelt sind. Teils<lb/>
handelt es sich um Forderungen, wie PKW-Importe, die wahrscheinlich,<lb/>
weil der Finanzminister dies beim letzten Mal schon machen wollte,<lb/>
tatsächlich abgesenkt werden können. Die grosse Schwierigkeit<lb/>
wird es aber bei den sonstigen Wünschen, insbesondere Maschinen<lb/>
geben, da das Finanzministerium nicht geneigt ist, hier ent<lb break="no"/>sprechend entgegen zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mit Finanzministerium die<lb/>
Frage prüfen, damit man dem sowj. Wunsch entgegenkommen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_10">Der spanische Staatssekretär für Fremdenverkehr <rs type="person" ref="#per__114159">Aguirre</rs>, den ich auf<lb/>
Wunsch von unseren Botschafter <rs type="person" ref="#per__114156">Hinteregger</rs>, Madrid, eingeladen habe,<lb/>
<pb n="42-0369" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-04-07_0369.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erwartete, dass sein Besuch mit Paraphierung, er sagte sogar,<lb/>
er könnte unterschreiben, des Abkommens zwischen Spanien und Öster<lb break="no"/>reichs enden würde. Österreich ist an diesem Abkommen deshalb be<lb break="no"/>sonders interessiert, so behauptet <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, weil erstmalig in einem<lb/>
solchen Abkommen die Stellung der Österr. Fremdenverkehrswerbung in<lb/>
Madrid geregelt wird. Die Steuerbefreiung von gewissen Steuern,<lb/>
die Beschäftigung österr. Arbeitskräfte sollte dadurch ermöglicht<lb/>
werden. Da dies aber auch für Spanier in Österreich gilt, haben<lb/>
wir gewisse Schwierigkeiten mit dem Finanzministerium und Sozial<lb break="no"/>ministerium. Derzeit profitiert Spanien vom Tourismus mehr als<lb/>
umgekehrt. 51.000 Grenzübertritte Spanier nach Österreich, aber<lb/>
130.000 Österreicher nach Spanien. Da die Spanier nur 118.000 Über<lb break="no"/>nachtungen erbringen, ist es für mich klar, dass es sich haupt<lb break="no"/>sächlich um Geschäftsreisende handelt, die kurzfristig 1–2 Tage<lb/>
nur in Österreich bleiben. Andererseits kann man mit Garantie an<lb break="no"/>nehmen, dass die Österreicher, wenn sie nach Spanien fahren,<lb/>
mindestens 14 Tage dort bleiben. Die Übernachtungsziffern, die die<lb/>
Spanier nicht zählen, müssten ein Verhältnis 1:10 leicht ergeben.<lb/>
Spanien hat allerdings erst seit 1951 einen Aufschwung, denn<lb/>
damals zählte man 1 Mio Gäste, im vergangenen Jahr waren es 35 Mio<lb/>
und heuer sollen es sogar 37 Mio werden, bei 4 Mia Dollar Fremden<lb break="no"/>verkehrseinnahmen. Wenn man bedenkt, dass Österreich fast auch<lb/>
dieselben Deviseneinnahmen hat, kann man die Bedeutung des Tourismus<lb/>
und die Spitzenstellung Österreichs daraus klar und deutlich erkennen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__114156">Hinteregger</rs> soll uns am Laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_12">Beim Jour-fixe mit Arbeiterkammer und ÖGB berichtete Dr. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> vom<lb/>
Gesundheitsministerium die Schwierigkeiten, die er mit der dortigen<lb/>
Bürokratie hat. Die Regierung hat beschlossen, dass die Lebens<lb break="no"/>mittelimporte strenger kontrolliert werden sollen, ob sie den österr.<lb/>
Gesetzen entsprechen. Mit 1.1.79 soll jetzt sogar eine neue Konser<lb break="no"/>vierungsverordnung in Kraft treten. Die GuSCH-Beamten, aber auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs> sollen nur eine nachlaufende Kontrolle und nicht eine<lb/>
präventive. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> möchte dass bereits an der Grenze, wie auch die Re<lb break="no"/>gierung beschlossen hat, stichprobenartig geprüft wird, <rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs><lb/>
möchte aber gelegentliche Beschlagnahmen und dann gleich Anzeigen<lb/>
bei Gericht, vereinzelt bei den österr. Händlern. 1977 hat <rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs><lb/>
252 Kontrollen bei Obst und Gemüse gezogen und dort nur auf Pestizide<lb/>
untersucht. 150 sind beanstandet worden. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> hat auch grosse bud<lb break="no"/><pb n="42-0370" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-04-07_0370.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>getäre Schwierigkeiten. Die im Budget vorgesehenen Mittel sind<lb/>
für die Importmeldeverordnung, die seiner Meinung mach kaum<lb/>
etwas bringt, bereits verbraucht. In St. Marx wird jetzt mit<lb/>
Mitte des Jahres eine eigene Untersuchungsanstalt eröffnet, die<lb/>
entsprechende Kontrollen durchführen könnte. Die Frage ist<lb/>
nur, wie kann man diese finanziell absichern, denn die Gemeinde<lb/>
Wien, Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, ist nicht bereit, alles auf die Dauer zu be<lb break="no"/>zahlen. ÖGB und AK werden <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> auffordern, <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> in jeder<lb/>
Beziehung zu unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Unsere Branchenreferate sollen bei den GuSCH<lb break="no"/>Beamten auch entsprechende Forderungen stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_14">Endlich wird übereinstimmend festgestellt, dass es zielführend ist,<lb/>
die Nettopreisverordnung für Möbel auslaufen zu lassen. Bis jetzt<lb/>
hat zwar der Gewerkschaftsbund diese Idee stets vertreten, die Arbei<lb break="no"/>terkammer aber dagegen grösste Bedenken gehabt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die aktmässige Erledigung vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_16">Übereinstimmend wird festgehalten, dass die Preiserhebungen von den<lb/>
Landespreisbehörden nicht automatisch veröffentlicht werden. Dies<lb/>
sollte nur fallweise nach eingehender Rücksprache mit mir erfolgen.<lb/>
Die Erhebungen sollen aber selbstverständlich dem Preisunterausschuss<lb/>
zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung dafür ist, damit die<lb/>
Handelskammer mich nicht attackiert und die Landespreisbehörden<lb/>
vielleicht dann gar ihre Erhebungen einstellen, dass der Preis<lb break="no"/>unterausschuss eine diesbezügliche Anforderung an das Ministerium<lb/>
richtet. Zur Koordination all dieser Preisfragen wird von der Preis<lb break="no"/>abteilung <rs type="person" ref="#per__114161">Salomon</rs> herangezogen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechende Veranlassung<lb/>
treffen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_18">Die Koordination für Preisaktionen durch <rs type="person" ref="#per__114161">Salomon</rs> ist deshalb auch<lb/>
notwendig, weil die Beschwerde der Kleinhändler wegen der Angriffe<lb/>
der Arbeiterkammer gegen die teuren Osterhasen als berechtigt an<lb break="no"/>erkannt werden. Richtig ist, dass 1 kg Schokolade durch die Dünn<lb break="no"/>wandigkeit der Osterhasen auf 500 Schilling kommt. Genauso richtig<lb/>
ist aber die Beschwerde der Kleinhändler, dass die Arbeiterkammer<lb/>
sich nur gegen gewisse wendet, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo der<lb/>
Kleinhandel sich nicht wehren kann und durch die Veröffentlichung<lb/>
<pb n="42-0371" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-04-07_0371.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eine Geschäftsstörung erleidet. Die Osterartikel waren heuer<lb/>
um 10% teurer, mussten dann aber durch die Aufklärung der Arbeiter<lb break="no"/>kammer mit Rabatten bis über 20% abgegeben werden. Wir einigten<lb/>
uns, dass jetzt bereits wegen der Krampus- und Weihnachtsware<lb/>
mit dem Fachverband der Süsswarenindustrie Besprechungen aufge<lb break="no"/>nommen werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte nimm ebenfalls daran teil.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_20">Die Arbeiterkammer stimmt zu, dass Bruchreis in die GATT-Kündigung<lb/>
aufgenommen wird. Der Aussenschutz von 623 Schilling kann nämlich<lb/>
nur dann wirksam werden, wenn die 7 Schilling GATT-Zoll Bindung<lb/>
wegfällt. Es ist noch genau zu prüfen, ob die Handelskammer bereit<lb/>
ist, der GATT-Kündigung zuzustimmen, da ein 15.000 Tonnen abschöpfungs<lb break="no"/>freies Jahreskontingent für die Brauereien keinesfalls akzeptiert<lb/>
werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte interministeriell abhandeln, vorher aber<lb/>
bei der Handelskammer klären, ob sie tatsächlich zustimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_22">Die Gaspreisregelung, insbesondere aber der Vorschlag der Chemie<lb/>
Linz wird allgemein zugestimmt. Auch die Preisbestimmung für die<lb/>
kleinen Elektrizitätswerke durch die Landeshauptleute, d.h. der<lb/>
Delegierung, ein Wunsch der Arbeiterkammer, wird mit Befriedigung<lb/>
zur Kenntnis genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_23">ÖGB und AK beschweren sich bitter bei mir, dass ihr Wunsch, die<lb/>
Kreditvermittler im Kreditwesensgesetz zu erfassen, vom Finanz<lb break="no"/>ministerium im jetzigen Ministerratsentwurf nicht enthalten ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> erscheint dies umso unerklärlicher, als bei einer Vorsprache<lb/>
der Finanzminister ausdrücklich den Wunsch der Arbeiterkammer akzep<lb break="no"/>tierte. Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> nochmals darüber reden, damit<lb/>
kommende Woche im Ministerrat der Entwurf nicht in der jetzigen<lb/>
Fassung dem Parlament zugeleitet wird. Wenn nämlich die Kredit<lb break="no"/>vermittler heraussen sind, wird es sehr schwierig sein, im Parlament<lb/>
dann noch eine Änderung herbeizuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_24">Die Ö-Norm-Änderung kann nur im Einvernehmen mit dem Verkehrs-<lb/>
und ganz besonders Bautenministerium erfolgen, weshalb <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> mit<lb/>
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ÖGB möchten am liebsten so schnell als möglich diese Novelle.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_25">Bezüglich Herkunftszeichen und Qualitätszeichen gibt es ebenfalls<lb/>
zwischen dem Handels- und Bautenministerium differente Auffassungen.<lb/>
Nach Meinung von <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> ist dies eine Angelegenheit des Markenrechts<lb/>
resp. Produktdeklaration und untersteht eindeutig dem Handelsministeri<lb break="no"/>um, MR <rs type="person" ref="#per__114162">Jelinek</rs> vom Bautenministerium aber kann gestützt auf die Reichs<lb break="no"/>verordnung des seinerzeitigen Landwirtschaftsministers <rs type="person" ref="#per__112959">Darré</rs> be<lb break="no"/>haupten, dass dies eine Kompetenz des Bautenministers ist. Im Bauten<lb break="no"/>ministerium könnte man noch mit Dr. <rs type="person" ref="#per__114163">Schubert</rs>, der sich für die<lb/>
Austrofizierung des österr. Gütezeichenrechtes verantwortlich fühlt,<lb/>
reden. Ich fürchte aber, dass es dann dort einen Kompetenzstreit gibt,<lb/>
der letzten Endes zugunsten <rs type="person" ref="#per__114162">Jelinek</rs> entschieden wird. Da die Handels<lb break="no"/>kammer jetzt auch nicht mehr an einer gesetzlosen Regelung interes<lb break="no"/>siert ist, erscheint es mir viel zweckmässiger, auf Grund der jetzigen<lb/>
gesetzlichen Basis Regelungen mit dem WIFI zu versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_26">Maresi hat angekündigt, dass es jetzt ein Kindercola in Wegwerf<lb break="no"/>flasche erzeugen wird. Allgemein wird befürchtet, dass auch die<lb/>
Römer-Quelle auf verlorene Packung umsteigt. Dies würde bedeuten,<lb/>
dass auch sofort dann die Vöslauer aus Konkurrenzgründen die<lb/>
Plastikflaschen einführen müsste. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> wird versuchen ein Selbst<lb break="no"/>beschränkungsabkommen jetzt so schnell als möglich in Angriff zu<lb/>
nehmen. Die ursprüngliche Idee abzuwarten, bis eine Studie, die wir<lb/>
sogar mitfinanzieren, fertig wird, muss aufgegeben werden. Wenn<lb/>
wir jetzt nicht schnell zu einer Lösung kommen, geht die Entwicklung<lb/>
über uns hinweg.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-04-07_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte die Angelegenheit als dringend<lb/>
zu betrachten.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 7.4.1978</head>
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               <persName><surname>Malinow</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>sowj. Handelsdelegierter</occupation>
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               <persName type="label">Psota, Alfred</persName>
               <persName><surname>Psota</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Konsulent Lebensmittelwesen, Gesundheitsministerium</occupation>
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               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
               <persName><surname>Würzl</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Darré, Walther</persName>
               <persName><surname>Darré</surname><forename>Walther</forename></persName>
               <occupation>NS-Reichsernährungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Llompart, Héctor Rodríguez</persName>
               <persName><surname>Llompart</surname><forename>Héctor Rodríguez</forename></persName>
               <occupation>kuban. Minister</occupation>
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               <persName type="label">Schubert, Walter</persName>
               <persName><surname>Schubert</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Beamter Bautenministerium</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Leberl, Otto</persName>
               <persName><surname>Leberl</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Präs. Patentamt</occupation>
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               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Schmidt, Erich</persName>
               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Salomon, A</persName>
               <persName><surname>Salomon</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Preisabteilung (HM?)</occupation>
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
               <persName><surname>Wais</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <persName type="label">Jelinek, A</persName>
               <persName><surname>Jelinek</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>MR Bautenministerium</occupation>
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               <occupation>Präs. oö. Ferngas</occupation>
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               <persName type="label">Hinteregger, Gerald</persName>
               <persName><surname>Hinteregger</surname><forename>Gerald</forename></persName>
               <occupation>öst. Botschafter in Spanien, der Sowjetunion, ab 1981 GS im
                  BMfAA</occupation>
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               <persName type="label">Aguirre, Ignacio</persName>
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               <occupation>span. Tourismus-Sts.</occupation>
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               <persName type="label">Trojber, A</persName>
               <persName><surname>Trojber</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>kuban. Sts.</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Willenpart, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Willenpart</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Buchner, Hans</persName>
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               <occupation>GD Stickstoffwerke/Chemie Linz</occupation>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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