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            <title type="main">Mittwoch, der 29. März 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_01">Mittwoch, 29. März 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_02">Mit Dir. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, Verbundgesellschaft, und Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> besprach ich<lb/>
die Frage der Kontrolle für die Bauaufsicht über den beabsichtigten<lb/>
Zentralbau, ein Milliardenprojekt der Verbundgesellschaft. Lt. Mit<lb break="no"/>teilung des Architekten <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> ist der Entscheid für die Baugesell<lb break="no"/>schaft Porr bereits gefallen, obwohl die diesbezüglichen Organe,<lb/>
insbesondere der Aufsichtsrat, noch gar nicht den Beschluss gefasst<lb/>
haben. Dir. <rs type="person" ref="#per__112013">Zach</rs> in der Verbund, der dafür zuständig ist, soll<lb/>
bereits mit dem Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> von der PORR AG die diesbezüglichen<lb/>
Vereinbarungen zumindestens mündlich getroffen haben. Die PORR AG<lb/>
besitzt das notwendige Grundstück und auch einen vollkommenen Plan<lb/>
für den Hochbau der Zentralverwaltung und des neuen Bundeslastverteilers.<lb/>
Letzterer müsste auf alle Fälle gebaut werden. Der Verbundvorstand war<lb/>
mit dem vorgelegten Plan nicht einverstanden und hat veranlasst,<lb/>
dass Architekt <rs type="person" ref="#per__114090">Hlaweniczka</rs> für eine neue totale Planänderung heran<lb break="no"/>gezogen wird. Dieser hat wieder verlangt, dass die neue Reformbau-<lb/>
Gesellschaft mit eingeschaltet wird. Man einigte sich dann zwischen<lb/>
den beiden Baufirmen, dass die Neue Reform 10 % des Baues in der<lb/>
Arbeitsgemeinschaft mit Porr bekommt. Das wirkliche Problem ist<lb/>
aber, dass es nach Meinung <rs type="person" ref="#per__113074">Czernins</rs> notwendig ist, eine entspre<lb break="no"/>chende Bauaufsicht zu bestellen. Dies wird normalerweise so gehand<lb break="no"/>habt, dass zwar ein Bauausschuss schon jetzt konstituiert wurde,<lb/>
dieser aber beim besten Willen nicht imstande ist, eventuelle<lb/>
Durchstechereien, vielleicht sogar, wie behauptet, auch Parteispenden<lb/>
wirklich zu erfassen. Arch. <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> hat mir einen Brief geschrieben,<lb/>
wo er sich als Sachverständiger für die Bauaufsichtsgruppe zur Ver<lb break="no"/>fügung stellen würde. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> diesen Brief ausgehändigt<lb/>
und ersucht, mit <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> zwecks Detailbesprechung Kontakt aufzu<lb break="no"/>nehmen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_03">Auf Grund meiner Aussprachen bei der ÖDK, Dir. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs>, und<lb/>
TKW, Dir. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs>, informierte ich <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, dass ich nach wie<lb/>
vor auf dem Standpunkt verbleibe, die Bauarbeiten müssen fortge<lb break="no"/>setzt werden, auch dann, wenn es finanzielle Bedeckungsschwierig<lb break="no"/>keiten gibt. Ich anerkenne, dass <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, für die Finanzierung<lb/>
verantwortlich, innerhalb der Verbundgesellschaft grosse Schwierigkeiten<lb/>
zur entsprechenden Aufbringung der Mittel hat. Ich will auch gar<lb/>
nicht <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> dreinpfuschen, erkenne auch die Wichtigkeit seiner<lb/>
Massnahmen, damit die Bausummen nicht entsprechen steigen, an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_04"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> wieder seinerseits versicherte mir, dass er volles<lb/>
Verständnis dafür hat, dass ich alles daransetze, um eine kon<lb break="no"/>tinuierliche Beschäftigung der Bauindustrie und vor allem der<lb/>
Bauarbeiter verlange. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hofft, dass es mit Dir. <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs><lb/>
gelingen wird, die EVS, d.h. die deutschen Abnehmer in Schwaben<lb/>
für eine Beteiligung am Zillergründl zu gewinnen. Die beste Lösung<lb/>
wäre, wenn die Deutschen die 850 Mill. DM, die für den Bau<lb/>
notwendig sind, durch Kreditaufnahme, die sie wesentlich billiger<lb/>
zustandebringen als wir in Österreich, vorfinanzieren und die<lb/>
Bezahlung österreichischerseits durch Stromlieferungen, die jetzt<lb/>
bereits zu Fixpreisen vereinbart werden könnten, wozu nur dann noch<lb/>
die Betriebskosten kommen würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_05">Mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> wurde neuerdings festgehalten, dass die Reduzierung der<lb/>
Aufsichtsräte der Verbundgesellschaft mit 6:5, bei den Tauern 6:5:1,<lb/>
jetzt in den Generalversammlungen abzuschliessen ist. In der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft ist eine Reduktion leider nicht möglich, weil der Auf<lb break="no"/>sichtsrat durch Gesetz fast 50 Personen festgelegt ist. Da die<lb/>
Handelskammer anstelle des Staatssekr. a.D. <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> den Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>,<lb/>
ihren Energiereferenten, austauschen möchte und wahrscheinlich auch<lb/>
wird, muss von Seiten des ÖVP-Verhandlungsführers Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs><lb/>
des Aufsichtsrates der Verbundgesellschaft eine entsprechende<lb/>
Zurückziehung eines anderen ÖVP-Mandatars vorbereitet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> die entsprechenden<lb/>
Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_07">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vorgeschlagen, dass<lb/>
die Geschichtslehrer 2.300 plus 40 Stück für den Bundespressedienst<lb/>
das Geschichtsbuch "Vom Justizpalast zum Heldenplatz" gratis bekommen<lb/>
sollen. Diese Aktion würde 691.000 S kosten, ausgelöst wurde sie,<lb/>
weil in der Staatsdruckerei 1.200 Stück lagern und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch<lb/>
für die Staatsdruckerei verantwortlich ist. Der Unterrichtsminister<lb/>
und der Bundeskanzler werden die Verteilung durchführen, wobei<lb/>
ich nicht sicher bin, dass diese Aktion die einhellige Zustimmung<lb/>
der Geschichtslehrer oder gar der Opposition finden wird. Die<lb/>
Geschichtslehrer haben aber dann wenigstens nicht die Ausrede, sie<lb/>
können über die Neuzeit in ihrem Geschichtsunterricht nicht bezug<lb/>
nehmen, weil sie nicht entsprechende Informationen besitzen. Das<lb/>
Buch soll, wie mir <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> zuflüsterte, sehr gut sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_09"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schilderte bis in die letzten Details seine Stellung<lb break="no"/>nahme und Telefonate zum Einsatz der UNO-Truppen in Libanon.<lb/>
Israel überfällt einen autonomen Staat Libanon, um gegen die<lb/>
Partisanen der PLO, die von dort aus ihre Operationen gegen<lb/>
Israel führen, zu bekämpfen. Daraus wird sich ein Partisanen-Krieg<lb/>
entwickeln, wie ihn in der SU nach der Revolution gegen die<lb/>
<choice><choice><sic>Bedsama-Regierung</sic><corr>?</corr></choice></choice> Finnlands bis herauf zu den Türken in Zypern<lb/>
und viele Bewegungen in Afrika jetzt noch führen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
vergleicht die Möglichkeit, die auch Jugoslawien zur Befreiung<lb/>
von Slowenen durch Besetzung von Südkärnten als theoretischer Fall<lb/>
ergreifen könnte. Österreich muss deshalb äusserst vorsichtig<lb/>
vorgehen und seine Aussenpolitik danach richten. Noch wichtiger als<lb/>
dieser Gesichtspunkt war aber das Ansuchen von <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> vorerst<lb/>
mit Feststellungsfragen nicht sofort zu bejahen, weil die Militärs,<lb/>
sowohl General <rs type="person" ref="#per__114092">Philipp</rs>, ein Österreicher, der bei der UNO auf den<lb/>
Golan-Höhen jetzt das Kommando führt, als auch <rs type="person" ref="#per__114096">Kuntner</rs>, der in<lb/>
Syrien war und zeitgerecht zurückgekommen ist, von einem solchen<lb/>
Einsatz dringendst abgeraten haben. Die österr. UNO-Truppe ist<lb/>
dafür militärisch überhaupt nicht ausgerüstet. Die Franzosen, die<lb/>
sich zu dem Einsatz gemeldet haben und dort eine Fallschirmjäger<lb break="no"/>Einheit mit schweren Waffen, Hubschraubern usw. eingesetzt haben,<lb/>
wollten bereits vor einem Jahr der libanesischen Regierung Militär<lb break="no"/>unterstützung durch Truppenentsendung gewähren, diese hat aber abgelehnt,<lb/>
und wieso Frankreich jetzt als Mitglied des Sicherheitsrates Militär<lb break="no"/>truppen entsendet hat, ist, da nicht üblich, mehr als fraglich.<lb/>
Damit Österreich Truppen entsendet, müssten die Kampfhandlungen<lb/>
eingestellt werden und vor allem sowohl die Israeli als auch die<lb/>
Libanesen zu einer solchen Massnahme zustimmen. <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> hat sich<lb/>
deshalb brüskiert gefühlt, weil er bereits im Sicherheitsrat, ohne mit<lb/>
Österreich vorher gesprochen zu haben, erklärt hat, die Österreicher<lb/>
werden als erstes eine Vorausabteilung stellten. <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> hat Redak<lb break="no"/>teur <rs type="person" ref="#per__114094">Strouhal</rs> angerufen und sich besonders geärgert über die Bemer<lb break="no"/>kung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, die UNO-Soldaten würden dort wie Hasen abgeschossen<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> hat auch dann sehr verärgert die Redakteure <rs type="person" ref="#per__114097">Sretz</rs><lb/>
von der Kronen-Zeitung und <rs type="person" ref="#per__114095">Chorherr</rs>, Presse, angerufen. Für gewisse<lb/>
Redakteure als <choice><choice><sic>Kibiz</sic><corr>Kiebitz?</corr></choice></choice> ist der Einsatz natürlich nicht hoch genug.<lb/>
Die Bundesregierung muss aber auch als aussenpolitischen Gründen<lb/>
sowie zur Sicherheit des österr. Bataillons gewisse Voraussetzungen<lb/>
haben, wenn sie in der UNO zu Einsätzen zustimmt. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ergänzte, dass<lb/>
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nach Israel verhindern, die Libanesen erwarten, dass die UNO-Truppe<lb/>
den israelischen Rückzug bis an die Grenze durchführt, also zwei<lb/>
ganz gegensätzliche Meinungen über den UNO-Auftrag bestehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> schlug auch vor, für das Flüchtlingselend im Libanon eine<lb/>
entsprechende Spende zu veranlassen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangt eine Aktion,<lb/>
wie wir sie bis jetzt immer gemacht haben, die Bevölkerung oder<lb/>
Institutionen spenden und die Bundesregierung verdoppelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_10"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet auch, dass die 4 deutschen Forschungsinstitute<lb/>
jetzt eine sehr negative und pessimistische Prognose für das<lb/>
Jahr 1978 in Deutschland ausgearbeitet haben, obwohl sie bis jetzt<lb/>
immer sehr optimistisch die Lage beurteilten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> mir einen entsprechenden<lb/>
mündlichen Bericht mir geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_12"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass der als grosse Schlagzeile heute vom Kurier<lb/>
behauptete Grund, dass die Krebshilfe noch nicht angelaufen ist,<lb/>
auf vollkommen falschen Informationen beruht. 60 Mill. sind schon<lb/>
längst vergeben und die entsprechenden Geräte bestellt, doch handelt<lb/>
es sich dabei um langfristige Lieferzeiten. 60 Mill. S bekommt das<lb/>
Hanusch-Krankenhaus, die Rudolfsstiftung und Graz, die steuerliche<lb/>
Belastung, Befreiung von der Schenkungssteuer, wurde bereits am<lb/>
6. Mai 1977 entschieden und auch eine Lösung bezüglich der Ersparnis<lb/>
von Zoll und sonstigen Eingangsabgaben wurde bereits im Jänner ds.J.<lb/>
endgültig entschieden.<lb/>
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und dem Bundespräsidenten nach Norwegen fahren soll. Sein Wunsch<lb/>
und auch der von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> an mich ist, eventuell später nachzu<lb break="no"/>reisen. Ich bin sofort bereit, auf diesen Vorschlag einzugehen,<lb/>
doch überlegt sich dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und wir einigen uns, am Sonntag<lb/>
vorher die ganztägige Regierungsbesprechung zu machen. Dort sollen<lb/>
die 300 Mill. S Zinsenstützung, die Ersatzaktion, alles im Rahmen<lb/>
des 10 Mia-Investitionsprogramms, sowie die Beteiligung des Bundes an<lb/>
der Investitionskredit AG und der Kommunalkreditbank beschlossen<lb/>
und besprochen werden.<lb/>
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importiert wird, wenn es dort zu den Schwierigkeiten mit der<lb/>
Maul- und Klauenseuche kommt. Ich informiere <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass ich<lb/>
vorher mit <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> vereinbart habe, dass wenn das Gesundheits<lb break="no"/>ministerium die Gefahr sieht, dass diese Maul- und Klauenseuche<lb/>
eingeschleppt wird, eine sofortige Sperre erfolgt und verhindert<lb/>
wird, dass vorher noch grössere Verträge zwischen österr. Importeu<lb break="no"/>ren und insbesondere in der Viehverkehrskommission und Argentinien<lb/>
ausgeschrieben resp. zugeschlagen werden. Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat nur Bedenken, dass dadurch die Mittel durch Abschöpfung<lb/>
fehlen werden, die er dann zum Export des österr. Viehs zur Stützung<lb/>
benötigt.<lb/>
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über zu erwartende Sperre nicht den Importeuren weitergegeben werden.<add>wurde von GUSCH (Psota) [?] an Kaiser (Viehfonds) weitergegeben !! bzw. angeregt!</add><lb/>
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Maxi-Märkten. Diese zeigen deutlich, dass die landwirtschaftliche<lb/>
Genossenschaftsorganisation selbst alle Importe, die nur möglich sind,<lb/>
durchführt und gleichzeitig klagt, dass die österr. Produkte nicht<lb/>
verkauft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_18">Im Forschungsförderungsfonds soll der Regierungseinfluss verstärkt<lb/>
werden, diesbezügliche Verhandlungen zwischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>,<lb/>
die bei dieser Sitzung nicht anwesend ist, werden aufgenommen werden.<lb/>
Der chilenische Finanzminister soll nicht nur vom Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs>, sondern auch noch vom Aussenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> empfangen werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> stellt auf Anfrage <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fest, dass der chilenische Aussen<lb break="no"/>handel zwischen Österreich und Chile ständig steigt. Das Flüchtlings<lb break="no"/>lager in Traismauer ist, was die Ausstattung betrifft, ein Skandal,<lb/>
der Finanzminister erklärt, dass die notwendigen Mittel seit längerer<lb/>
Zeit schon bereitstehen und aber von den im Bautenministerium zu<lb break="no"/>ständigen Beamten und auch im Innenministerium dafür verantwort<lb break="no"/>lichen nicht genützt werden. Bautenminister <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> ist nicht anwesend,<lb/>
und es wird dieses Problem mit ihm bilateral besprochen. Im Minister<lb break="no"/>rat wird dann die Tagesordnung so wie immer ganz kurz abgewickelt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verweist diesmal sogar nur, damit im Protokoll dies fest<lb break="no"/>gehalten wird, die Frage des Einsatzes österr. UNO-Truppen in der<lb/>
Vorbesprechung schon im Detail erörtert wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_19">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> fragt an, ob er an der Wirtschaftsbundveranstaltung<lb/>
über den Fremdenverkehr teilnehmen soll. Ich erkläre ihm sofort,<lb/>
dass ich ihn zwar dort nicht hinschicke, aber keineswegs etwas<lb/>
dagegen habe, wenn er der Einladung, die an ihn ergangen ist,<lb/>
Folge leistet. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> versichert mir, dass er selbstverständlich<lb/>
bei jedweder anderen Parteiveranstaltung anderer Parteien ebenfalls<lb/>
teilnehmen würde, wenn er eingeladen wird. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wird auch zur<lb/>
25-Jahr-Feier der Österr. <choice><choice><sic>Hotel-Vereinigung</sic><corr>Hoteliervereinigung</corr></choice></choice> die Laudatio halten.<lb/>
Die Hotel-Vereinigung betrachtet ihn als Gründer, was <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> aber<lb/>
sagt, nicht zutrifft. Ich empfehle ihm, nachdem die Hotelvereinigung<lb/>
ihm dies schriftlich bestätigt hat, nicht unbedingt jetzt als<lb/>
"Nicht-Gründer" erscheinen zu wollen. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> weiss nicht, ob ich bei<lb/>
dieser Veranstaltung nur eine Begrüssungsansprache oder vielleicht<lb/>
sogar ein kleineres Referat halten werde. Die diesbezüglichen Wünsche<lb/>
der Hotelvereinigung sind ihm und mir noch nicht bekannt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte kläre das Programm.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_21">Prof. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>, Energieverwertungsagentur, teilt mir mit, dass er auf<lb/>
einer Pressekonferenz 3 Punkte besprechen wird. 1. die Kleinkraft<lb break="no"/>werke müssten ausgebaut werden, diesbezügliche Vorschläge werden<lb/>
von der Handelskammer, <rs type="person" ref="#per__113096">Placek</rs>, <rs type="person" ref="#per__114099">Oberdorfer</rs>, Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> befür<lb break="no"/>wortet, die Industriellenvereinigung ist dagegen. Mit der Delegie<lb break="no"/>rung der im Preisfestsetzung für die <choice><choice><sic>Übernahmstrompreise</sic><corr>?</corr></choice></choice> der<lb/>
Landesgesellschaften an die Landeshauptleute ist er sehr einver<lb break="no"/>standen, möchte aber noch, dass eine Abnahmegarantie der Landes<lb break="no"/>gesellschaften statuiert wird. 2. will er über die Verkehrs<lb break="no"/>probleme sprechen. In Wien zahlt man für die Baustelle auf öffent<lb break="no"/>lichem Gebiet 2.– S/m2 und Monat, in Bregenz 40.– S. Da ein Lager<lb break="no"/>platz mindestens 5.– S pro m2 und Monat kostet, ist in Wien niemand<lb/>
bereit, diese Baustellen so schnell wie möglich wieder zu räumen.<lb/>
3. hat <rs type="person" ref="#per__114098">Fantl</rs> festgestellt, dass die Sommerzeit-Einführung dringend<lb/>
notwendig wäre. Da er aber im Krieg mit Bautenminister <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs><lb/>
dort geschieden ist, ersucht <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>, dass ich diese Studie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> übergebe, wofür ich mich sofort bereiterkläre. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> hat<lb/>
ausserdem festgestellt, dass die Rauchfangkehrer CO2- und Abgas<lb break="no"/>temperaturmessungen nur in Tirol und Vorarlberg bereit sind vorzu<lb break="no"/>nehmen und dort eine 20 %-ige Energieersparnis bei Heizen erreicht<lb/>
werden konnte. In Wien hat sich die Innung dagegen ausgesprochen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> hat mit der Handelskammer verhandelt und GSekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat<lb/>
versprochen, dies abzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte aufs nächste Jour fixe setzten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_23">Prof. <rs type="person" ref="#per__112582">Schönherr</rs>, der die Illkraftwerke gegen den deutschen Partner<lb/>
vertritt und den ich besuche, bittet mich inständig, dass <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> jetzt<lb/>
von einer Anzeige wegen angeblich falscher Zeugenaussage GD <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtolds</rs><lb/>
unbedingt Abstand nehmen sollte. Da im Mai die Klagebeantwortung der<lb/>
Deutschen erfolgt, sollte man zumindestens jetzt einmal bis zu<lb/>
diesem Zeitpunkt zuwarten. Ich verspreche eine Aussprache mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, <rs type="person" ref="#per__112582">Schönherr</rs> und mir zu veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_25">Bei der Staatswappenüberreichung an die Fa. Weiner besichtige<lb/>
ich auch diesen bedeutenden Japan-Importeur, der sich in den<lb/>
letzten Jahren ungeheuer vergrössert und ausgebaut hat. <rs type="person" ref="#per__114100">Weiner</rs><lb/>
erörtert mir, dass die Japaner durch die Einführung der Zölle<lb/>
grösseren Anteil jetzt verlieren und dieser durch die stärkeren<lb/>
Importe aus der EG, die nach wie vor zollfrei hereinkommen, ver<lb break="no"/>drängt werden. Dies könnte nicht im österreichischen Interesse<lb/>
sein, weil erstens die Preise von den Siemens, AEG, Philips und<lb/>
sonstigen Produkten höher sind und zweitens die österr. Zahlungs<lb break="no"/>bilanz dadurch noch mehr belastet wird. Ich verspreche <rs type="person" ref="#per__114100">Weiner</rs> nur,<lb/>
die Beschwerde genau prüfen zu lassen. <rs type="person" ref="#per__114100">Weiner</rs> versichert mir auch,<lb/>
dass er sich jetzt bemüht, nach Japan entsprechende Exporte zu<lb/>
organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte setze dich mit <rs type="person" ref="#per__114100">Weiner</rs> ins Einvernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_27">Die AEZ-Diskussion war 1 3/4 Stunden ausgesprochen ruhig, zeitweise<lb/>
hatte ich fast das Gefühl, wir müssen die Diskussion abbrechen,<lb/>
weil sich dann gar niemand mehr zu Wort gemeldet hat. Dann aber sind<lb/>
einige Gegner aufgetaucht und es wurde sofort wieder eine lebhafte,<lb/>
wie es sonst auch dort üblich ist, harte Diskussion weitergeführt.<lb/>
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass andere Mandatare sich nicht<lb/>
immer so wie ich freiwillig dazu bereitfinden, ja sogar die Junge<lb/>
Generation drängen, ständig entsprechende Diskussionsveranstaltungen<lb/>
zu organisieren. Ich kann mir auch etwas Besseres und Angenehmeres<lb/>
vorstellen als diese Diskussionen zu führen, obwohl ich fest davon<lb/>
überzeugt bin, dass dies die Grundvoraussetzung ist, damit eine<lb/>
Regierung und Partei in der Öffentlichkeit bestehen kann. Nur<lb/>
das ständige Bereitsein, sich auch mir unangenehmen Fragen und<lb/>
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Voraussetzung dafür, dass die Bevölkerung das Gefühl hat,<lb/>
wenn man auch nicht alles lösen kann, so dass wenigstens man bereit<lb/>
ist, über dieses Problem zu diskutieren und aufklärend zu wirken.<lb/>
Ich habe daher der JG zugesichert, ja sie sogar aufgefordert,<lb/>
immer zeitgerecht mit Koll. <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> die notwendigen Diskussions<lb break="no"/>abende zu vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-29_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte den Vorschlägen der JG so weit als<lb/>
möglich Rechnung tragen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 29.3.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 111. Ministerratssitzung, 29.3.1978</head>
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               <occupation>Chefredakteur "Die Presse"</occupation>
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               <persName><surname>Weiß</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Verkehrsminister, Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Weiser, Peter</persName>
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               <occupation>Energieverwertungsagentur</occupation>
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               <persName type="label">Strouhal, A</persName>
               <persName><surname>Strouhal</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Redakteur</occupation>
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               <persName type="label">Hlaweniczka, Kurt</persName>
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               <occupation>Architekt</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Berchtold, Adolf</persName>
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               <occupation>GD Illwerke</occupation>
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