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            <title type="main">Mittwoch, der 15. März 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <idno type="signature">Band42_1978-03-15</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_01">Mittwoch, 15. März 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_02">Präs. <rs type="person" ref="#per__114046">Bock</rs> des Aufsichtsrates der TKW fragt, ob bei der nächsten<lb/>
Hauptversammlung <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> ausscheidet, weil Landesrat <rs type="person" ref="#per__112216">Basetti</rs><lb/>
an seine Stelle kommt. Ich stelle noch einmal fest, dass die poli<lb break="no"/>tischen Verhältnisse 6 SPÖ – 5 ÖVP – 1 FPÖ werden, wie vereinbart<lb/>
wurde. Bei dieser Gelegenheit wird auch Dr. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> von Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs><lb/>
abgelöst. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> kommt dafür in den Verbund-Aufsichtsrat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte alle Vorbereitungen treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_04">Im Bürges-Beirat wird berichtet, dass die Eingänge für Kredit-An<lb break="no"/>suchen in den ersten zwei Monaten dieses Jahres der Anzahl nach<lb/>
und der Kreditsumme nach bis zu einem Viertel geringer sind als<lb/>
im Vorjahr. Übereinstimmend wird festgestellt, dass die Banken<lb/>
versuchen, ihre Konditionen ihren Kommittenten aufzuzwingen und<lb/>
die Bürges-Möglichkeiten, 3 % Zinsverbilligung, wenn eben die Kredit<lb break="no"/>höhe 8,5 % nicht überschreitet, vernachlässigen. Wir einigen uns<lb/>
darauf, in den Handelskammer-Zeitschriften diesbezügliche Hinweise<lb/>
mit Fachartikeln, nötigenfalls Annoncen einzuschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte kontrolliere, wie dies geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_06">Bei der Bettenvermehrung für Fremdenverkehr wird festgestellt, dass<lb/>
die Komfortzimmer-Aktion so durchschlagend war, dass jetzt die<lb/>
Einbaumöglichkeiten weitestgehend erschöpft sind. In gewissen Regionen,<lb/>
wo ein Bettenstop sogar regional vorgesehen ist, wird es notwendig<lb/>
sein, alte Hotels stillzulegen und neue aufzubauen. Ich habe für<lb/>
diese Aktion sofort den Slogan: Niederreissen, bessere bauen, geprägt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll ein solches Konzept entwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_08">Im Parlamentsklub berichtete <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> über den Strassenförderungs<lb break="no"/>beitrag 100.- S pro t und Monat bei 5-Tonnern, über 8-Tonner 200.- S<lb/>
pro Tonne und Monat. Die Abgeordneten wollen im Detail wissen auch<lb/>
über die Dieselbeschränkung, welche <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> nicht beantworten<lb/>
kann, weil die Detailarbeit vom Finanzministerium nicht nicht abgeschlos<lb break="no"/>sen ist. Hier zeigt sich für mich einmal mehr, dass fast alle Mass<lb break="no"/>nahmen im Finanzministerium münden und dort wahrscheinlich auch<lb/>
durch Überarbeitung die diversen Verzögerungen eintreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_09"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann über die Koalitionsideen der ÖVP und FPÖ<lb/>
über <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs> und natürlich die wirtschaftspolitische Frage, insbesondere<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Korens</rs> Äusserung der Steuersenkungsmöglichkeit. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Korens</rs> Stellungnahmen wird man noch später dringend brauchen. Im<lb/>
Wahlkampf bei der Konfrontierung, wer ist der bessere Wirtschafts<lb break="no"/>politiker, <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> oder <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>. Eingehend geht er zum Schluss auf die<lb/>
Israel-Ereignisse ein. Er hat nicht telepathisch, sondern den<lb/>
vollen Text der <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>-Erklärung gekannt und vertritt ihn in Inhalt<lb/>
und Form. Wenn man den 3 Mill. Palästinensern keine Heimat geben will,<lb/>
dann wird es zu Terror kommen, den er ganz entschieden ablehnt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs> selbst hat auch mit solchen Methoden für den Judenstaat<lb/>
gearbeitet. Jetzt ist er sicher, ist das Ende der Verständigungsbereit<lb break="no"/>schaft gekommen, er bleibt dabei, dass seine Beurteilung richtig ist,<lb/>
diese hat übrigens 250.000 Israelis ermöglicht aus der Sowjetunion<lb/>
über Schwechat nach Israel auszuwandern. Das Palästinenser-Büro in Wien<lb/>
wird deshalb auch nicht verboten. Jedermann hat erwartet, dass jetzt<lb/>
eine Debatte darüber losbricht. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat als ÖGB-Präsident Histadrut<lb/>
ein Beileidstelegramm geschickt, der dritte Präsident des National<lb break="no"/>rates, gleichzeitig Präsident der israelisch-österreichischen Ge<lb break="no"/>sellschaft, hat in aller Öffentlichkeit für Israel Stellung genommen.<lb/>
Obwohl <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> bei diesem Tagesordnungspunkt auch schon im Klub war,<lb/>
herrschte nichts als betretenes Schweigen. Das hat mich eigentlich<lb/>
sehr überrascht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_10">Im Plenum gab es eine langwierige Debatte über den Rechnungshof<lb break="no"/>bericht. Interessanterweise hat sich kein einziger Minister<lb/>
zu Wort gemeldet, da die ganze Taktik der Opposition nur auf die<lb/>
allgemeine Verschwendungspolitik aufgebaut war. Selbst <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
der sich mit viel Material versorgt hatte, reagierte, Gott sei Dank,<lb/>
nicht darauf. Ich sehe nämlich gar keinen besonderen Vorteil,<lb/>
wenn man in der Öffentlichkeit sagt, die Landeshauptleute oder<lb/>
die Kammern sind genauso repräsentationsverpflichtend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_11">Bei der BAWAG-Filialeröffnung in der Josefstadt hat Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs><lb/>
darauf hingewiesen, dass in Hinkunft keinerlei Beschränkungen über<lb/>
Neuzulassung von Filialen bestehen werden. Dadurch hat die BAWAG<lb/>
die Möglichkeit, jetzt im verstärkten Ausmass ihr Filialnetz<lb/>
auszubauen. Wenn dies alle Banken und Sparkassen machen werden,<lb/>
wird es sicherlich bald soweit kommen, wie seinerzeit bei den<lb/>
Münzwaschanstalten, Tankstellen usw. Hier wird es zu vielen Fehl<lb break="no"/>investitionen kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_12">Der Vorsitzende der Schweizer Delegation, <rs type="person" ref="#per__114048">Sommaruga</rs>, die erstmalig<lb/>
mit österreichischen Beamten eine Art Gemischte Kommission bildeten,<lb/>
teilte mir mit, dass er persönlich genauso wie <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> der<lb/>
Meinung ist, heuer würde noch die GATT-Runde abgeschlossen. Ich<lb/>
teile diese Optimismus nicht. Obwohl seit Tokio, wo 1973 bereits<lb/>
die Minister grosse Grundsatzerklärungen abgaben, diese längst fällig<lb/>
wäre. Die Schweiz erwartet, dass Österreich, jetzt Vorsitzender des<lb/>
EFTA-Rates, alles unternimmt, um Spanien so schnell wie möglich<lb/>
in die EFTA aufzunehmen. Da dies die erklärte Politik unserer<lb/>
Regierung ist, darüber hinaus <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> als Aussenminister die nächste<lb/>
EFTA-Tagung leiten wird, sind alle Voraussetzung getroffen, dass dies<lb/>
hoffentlich zustandekommt. Die Schweiz ist auch daran sehr interessiert<lb/>
von unseren wirtschaftlichen Erfahrungen mit dem Osten zu profitieren.<lb/>
Wirklich beschwert hat er sich nur über die Einfuhrscheinregelung<lb/>
bei Textilien und Stahl, von der wir allerdings nicht abgehen<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_13">Vizeminister <rs type="person" ref="#per__114049">Gineff</rs> mit dem bulgarischen Botschafter <rs type="person" ref="#per__113027">Georgiew</rs> beschwert<lb/>
sich ebenfalls über das Vidierungsverfahren. Angeblich muss er bis<lb/>
zu drei Wochen warten, bis die Vidierung durchgeführt wird. Ich<lb/>
erörterte <rs type="person" ref="#per__114049">Gineff</rs>, dass dies nur vereinzelt der Fall sein kann,<lb/>
wenn die Exporteure behaupten, dies sei generell, dann möge man<lb/>
mich sofort informieren und ich werde der Sache sofort nachgehen.<lb/>
Tatsächlich stellte sich dann heraus, dass nur bei einigen landwirt<lb break="no"/>schaftlichen Produkten, saure Gurken in Gläsern und pikantes, soge<lb break="no"/>nanntes Donaugemüse hätte wegen der Dumpingpreise eine Verzögerung<lb/>
resp. Nichteinfuhr in der letzten Zeit gegeben. Bei Hemdenimporten<lb/>
wurden 95.000 Stück vereinbart und aus 1977 sei noch ein Rest von<lb/>
45.000 Stück nach Meinung der Bulgaren. Beantragt haben sie aber<lb/>
240.000 Stück. Hier verlangt unsere Textil- und Bekleidungsindustrie<lb/>
eine ähnliche Regelung, wie wir sie mit Rumänien getroffen haben.<lb/>
In den letzten 5 Jahren hätten die Bulgaren 170 Mill. $ Handels<lb break="no"/>bilanzdefizit auszugleichen gehabt. Nach ihrer Statistik sei der österr.<lb/>
Export von 85 Mill. $ 1976 auf 73 Mill. $ 1977 zurückgegangen, der<lb/>
Import von 46 Mill $ auf 41 Mill. $. Im Jänner dieses Jahres ist nach<lb/>
unserer Statistik erstmalig der Import aus Bulgarien mit 50,8 Mill. S<lb/>
höher als unser Export mit 49,7 Mill. Tatsache ist, dass durch De-facto-<lb/>
Importrestriktionen Bulgarien den Ausgleich herbeiführen will, obwohl<lb/>
sie immer das Gegenteil behaupten. Min-Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> teilt mir an<lb break="no"/><pb n="42-0297" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-03-15_0297.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schliessend an die Aussprache mit, dass bei der bulg.-österr. Gesell<lb break="no"/>schaft unser Handelsdelegierter <rs type="person" ref="#per__113839">Schmidt</rs> allen Ernstes erklärt hat,<lb/>
die Vidierung sei eine Diskriminierung Bulgariens. Dies steht im<lb/>
krassen Widerspruch auch zur Handelskammer-Wünschen und -Ideologie<lb/>
und muss deshalb vom Handelsministerium der Handelskammer klar<lb/>
und deutlich gesagt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte veranlasse die entsprechende Information.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_15">Bei der Ordensüberreichung auch an Dir. <rs type="person" ref="#per__114050">Diotallevi</rs>, Alitalia, erfuhr<lb/>
ich von diesem, dass die italienische Fremdenverkehrswerbung viel<lb/>
stärker dezentralisiert wird, d.h. von der ENIT auf die Provinz<lb/>
übergeht, als ich dies erwartet habe. Bei uns ist der umgekehrte<lb/>
Trend festzustellen, von den Ländern mehr in die Zentralwerbung<lb/>
ÖFVW zu gehen, ich persönlich glaube, dass die richtige Lösung ein<lb/>
Mittelweg ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_16">In der Paritätischen Kommission, wo ich den Vorsitz führe, kommt<lb/>
es insbesondere wegen der Lohnfreigaben für Metallarbeiter, Chemie<lb break="no"/>arbeiter usw. zu einer interessanten Diskussion und Feststellung.<lb/>
Die Bundeskammer möchte, dass die konkrete Freigabe erst im Lohn<lb break="no"/>unterausschuss erfolgen soll und möchte am liebsten den Antrag wieder<lb/>
zurückverweisen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> stellt mit Recht fest, dass immer kleine<lb/>
Gruppen wie z.B. viele der Lebensmittelarbeiter von der Paritätischen<lb/>
Kommission freigegeben werden müssen, weil eben der Lohnunter<lb break="no"/>ausschuss sich nicht einigen kann und diese herausschickt. Jetzt<lb/>
würde bei den Grossen, Metallarbeiter, Chemiearbeiter und Angestellte,<lb/>
nicht die Paritätische zur Fühlungnahme freigeben, sondern der Lohn<lb break="no"/>unterausschuss. Da die Angestellten noch nicht eingereicht haben,<lb/>
schlägt <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> vor, Freigabe, aber gleichzeitige Aufforderung<lb/>
an den Lohnunterausschuss, <choice><choice><sic>der</sic><corr>das</corr></choice></choice> Problem noch einmal zu behandeln und<lb/>
die Angestellten mit einzubeziehen. Der Obmann der Angestellten<lb break="no"/>gewerkschaft <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> erklärt, dass dies zum ersten Mal ist, dass<lb/>
die Paritätische Kommission die Angestellten auffordert, ebenfalls<lb/>
Anträge zu stellen. Bei den Lebensmittel-Anträgen auf Freigabe für<lb/>
Müller, Bäcker usw. wird festgehalten, dass diese Verhandlungen<lb/>
nicht vor Mitte April beginnen sollen. Die Preisanträge, meistens<lb/>
Lebensmittelpreise, Sirup, Konserven, Limonaden, werden an den Preis<lb break="no"/>unterausschuss zur Entscheidung zurückverweisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_17">Dir. <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs> von der BRAU-AG berichtet NR <rs type="person" ref="#per__98016">Tonn</rs> und mir, dass in<lb/>
Schwechat 16 Angestellte und 99 Arbeiter sofort in weiterer Folge<lb/>
insgesamt 189 eingespart werden müssen. Die Direktoren nehmen eine<lb/>
15 %-ige Gehaltskürzung zur Kenntnis und auch dort werden verschiedene<lb/>
nicht mehr ersetzt resp. entlassen. Schwechat hat eine Minus-Bilanz<lb/>
und überproportionale Personalbesetzung und Kosten. Die beabsichtigte<lb/>
Bierpreiserhöhung, die jetzt mit 3. April vereinbart ist, bringt auch<lb/>
nicht die 55.– S pro hl, sondern nur 40.– S pro hl für Flaschenbier<lb/>
in Wien, 35.– S in der Provinz, für Fassbier nicht die 50.– S, sondern<lb/>
34.– S pro hl und 32.– S in NÖ. Nach Berechnung der Brauer müssten<lb/>
zu den 18 Groschen je Flasche 41 % Steuer 8 Groschen kommen und<lb/>
insgesamt der Handelseinstandspreis 26 Groschen nur betragen, sodass<lb/>
ihrer Meinung nach die Verbraucherpreise für das Flascherl Bier um<lb/>
30 Groschen steigen werden. Beim Wirt wird das Krügel 50 Groschen<lb/>
mehr kosten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte durch Preisvergleiche diese Behauptung<lb/>
prüfen lassen<add>Müller arbeitet daran</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_19">Ing. <rs type="person" ref="#per__114052">Drescher</rs>, der Italien-Vertreter Agusta, teilt <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und mir<lb/>
mit, am späten Abend dann noch Präs. <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs>, den er gut kennt und<lb/>
auch NR <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> als seinen Obmann des Freien Wirtschaftsverbandes,<lb/>
dass es unmöglich ist, die Pönale-Zahlung höher als 6 % zu erreichen.<lb/>
Er hat mit Rom noch einmal telefoniert und Graf <rs type="person" ref="#per__114053">Agusta</rs> hat ihm als<lb/>
weitere Sicherung zugesagt, er könne im Vertrag jedwede Bestimmung,<lb/>
wie wenn die Kompensation nicht 100 %-ig erfüllt wird, dann kann<lb/>
Agusta mit keinen weiteren Geschäften in Österreich rechnen, ohne<lb/>
weiteres aufnehmen. Da Agusta nur mehr zu 49 % der Familie gehört,<lb/>
51 % hat der verstaatlichte Konzern EFIM, so kann nur mit dessen<lb/>
Zustimmung das Pönale festgesetzt werden. Die Italiener fühlen<lb/>
sich jetzt schon diskriminiert, denn die VÖEST z.B. hat nur gegenüber<lb/>
Oststaaten ein 5 %-iges Pönale bei Nichterfüllung. Bei Westlieferungen<lb/>
wurde so etwas vom österr. Staat überhaupt noch nie verlangt. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
wird die Textvereinbarung für den Vertrag, den letzten Endes das<lb/>
Verteidigungsministerium schliesst, mit <rs type="person" ref="#per__114052">Drescher</rs> am Freitag verein<lb break="no"/>baren. Wenn dieses Monat der <choice><choice><sic>later offident</sic><corr>?</corr></choice></choice> vom <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> unterzeichnet<lb/>
wird, dann bekommt Österreich noch um 7 Mill. die 24 Hubschrauber<lb/>
billiger. Insgesamt wird das Geschäft ca. 6 Mill. S alles in<lb/>
allem ausmachen. Agusta hat sich verpflichtet, die 23 alten Hubschrauber<lb/>
für 80–100.000 S das Stück zurückzunehmen. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, den ich über<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__114052">Drescher</rs> zuzustimmen, weil tatsächlich schon optimale Bedingungen<lb/>
erreicht wurden und <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> überzeugt ist, dass die Kompensation<lb/>
sicherlich abgenommen wird. Die Italiener rechnen nämlich mit weite<lb break="no"/>ren Hubschrauberlieferungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_20"><rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> berichtet mir nach einer Rücksprache mit <rs type="person" ref="#per__116109">Ettl</rs> von der Textil<lb break="no"/>arbeitergewerkschaft, dass die Vöslauer Sanierung misslungen ist.<lb/>
Bis 1980 werden 450 Mill. neuerdings benötigt. 130<add>70</add> Mill. S<add>Verlust 1977 = 130 bzw. 130+50+40 Mio</add> ist<lb/>
das Defizit<add>bei Auflösung (angestrebt)</add> des rumänischen Strumpfhosenvertrages. Die Beschäftigung<lb/>
müsste bei den Arbeitern von 1.015 auf 807 zurückgeführt werden.<lb/>
Insgesamt würden die 1.360 Beschäftigten auf 1.050 im Jahre 1979<lb/>
schrumpfen, wenn es eine Sanierung nach dem derzeitigen Vorstands<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__114056">Angerer</rs> geben soll. Abg. <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> hat an Minister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>,<lb/>
aber auch an mich eine Anfrage gerichtet, was wir gegen die Erlag<lb break="no"/>scheinschwindler, die auch Unternehmer schädigen, unternehmen.<lb/>
Abg. <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> verweist mir gegenüber darauf, dass der Pensionisten<lb break="no"/>verband schon immer gegen die Belästiger und Schädiger der Pensionisten<lb/>
aufgetreten ist. Dies sollte man in der Anfragebeantwortung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> bemerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> sich ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_22">Die Abg. <rs type="person" ref="#per__114055">Dobesberger</rs> wird in Linz mit den soz. Frauen eine Enquete<lb/>
über Werbung gegen oder für den Konsumenten veranstalten. Sie ersucht<lb/>
das Handelsministerium durch Referenten daran teilzunehmen. Insbesondere<lb/>
wäre sie natürlich auch daran interessiert, Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> als den<lb/>
Vorsitzenden des Werbe-Ausschusses zu gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte setze Dich sofort mit <rs type="person" ref="#per__114055">Dobesberger</rs> in<lb/>
Verbindung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_24">Spät abends nach 10 Uhr, d.h. nach der Haussitzung wurde ich verständigt,<lb/>
dass im Hauptausschuss auch die Verordnung über die Bewilligungspflicht<lb/>
von Roheisen und Warmbreitband bei der Einfuhr verhandelt wird. Ich<lb/>
war sehr überrascht, dass mich niemand verständigte, angeblich wurde<lb/>
das Büro um 8 Uhr früh davon in Kenntnis gesetzt. Natürlich musste<lb/>
ich dann zu dieser Hauptausschuss-Sitzung gehen, dort herrscht aber die<lb/>
strenge Sitte, dass der Minister nur zu seinem Tagesordnungspunkt<lb/>
zugelassen wird. Ehe ich noch den Saal betreten konnte, hatte schon<lb/>
der Hauptausschuss einstimmig die Verordnung beschlossen. Ich prote<lb break="no"/><pb n="42-0300" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-03-15_0300.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stierte spasshalber gegen die Vorgangsweise und erklärte, dies<lb/>
sei eine Diskriminierung des Ministers. Zuerst wird man hinbe<lb break="no"/>stellt und dann ohne seine Anwesenheit sogar beschlossen. Dieses<lb/>
Problem der Einfuhrscheine wird uns organisatorisch noch viel<lb/>
aufzulösen geben. Bei Textilien sind derzeit 30.000 bis 40.000<lb/>
Anträge pro Monat, bei Stahl immerhin auch 1.200 durch die funktionellen<lb/>
Organe in den Bundesländern abzuwickeln. Die starke Antragszahl ist<lb/>
darauf zurückzuführen, dass wir über 4.000 S Einfuhr jeden Antrag<lb/>
vorgelegt bekommen müssen. Wir sind allein schon aus administrativer<lb/>
Notwendigkeit zu einer liberalen Politik Gott sei Dank verurteilt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-15_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso wurde ich von dieser Sitzung nicht ver<lb break="no"/>ständigt?</p>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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