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            <title type="main">Montag, der 13. März 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_01">Montag, 13. März 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_02">Beim Jour-fixe beschwerte sich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> über die Zeitschrift der<lb/>
Textilarbeitergewerkschaft, Exportangriff, Spesen, Spesen war<lb/>
die headline. Ich kontrierte sofort mit der Aussendung der<lb/>
Bundeshandelskammer in einer Radiosendung, wo erklärt wurde,<lb/>
durch die Zuckerpreisfestsetzung enteigne ich die Zuckerindustrie.<lb/>
In beiden Fällen stellten wir gemeinsam fest, dass dieser unsachliche<lb/>
Ton nicht zweckmässig ist. Vom Ministerium hat eine gewisse Dr. <rs type="person" ref="#per__113819">Mühl</rs><lb/>
die Handelskammer angerufen, um über Personenkraftwagen eine Aus<lb break="no"/>kunft zu bekommen. Die Handelskammer beabsichtigt darauf nicht zu<lb/>
antworten – oder wahrscheinlich – wenn sie antwortet, sehr spät.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Sofort feststellen, was hier vorgeht, und wieso<lb/>
weiss ich nichts davon.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_04"><rs type="person" ref="#per__113037">Adlmüller</rs> bekommt jetzt ausser den Empfang durch <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> in München<lb/>
die Einkleidung seiner Hostessen und noch das Personal, welches er<lb/>
in München braucht, von der Handelskammer beigestellt. Damit, glaubt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, sind alle Möglichkeiten der Unterstützung der Modevorführung<lb/>
in München für <rs type="person" ref="#per__113037">Adlmüller</rs> durchgeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_05">Der Herausgeber der Zeitschrift "Die Bunte" sollte auf meine Inter<lb break="no"/>vention den Kommerzialrat-Titel bekommen. Dazu wäre die Handels<lb break="no"/>kammer auch bereit. Jetzt hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihm den Professor-Titel ver<lb break="no"/>liehen, wodurch die Interkalarfrist von 5 Jahren wirksam wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_07">Im Aufsichtsrat der Verbundgesellschaft sind die beiden Handels<lb break="no"/>kammervertreter <rs type="person" ref="#per__113820">Wüster</rs> und der ehemalige Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs>.<lb/>
Die Handelskammer möchte nun den in Pension befindlichen <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs><lb/>
durch Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> ersetzen. Ich erklärte sofort, dies würde den poli<lb break="no"/>tischen Proporz stören. Der Sohn <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> wird jetzt zwar in den<lb/>
Aufsichtsrat kommen und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> befürchtete, dass er anstelle<lb/>
seines Vaters entsandt wird. In diesem Fall hätte die Handels<lb break="no"/>kammer auf eines ihrer 2 Mandate – wie sie glaubte – verzichten<lb/>
müssen. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart jun</rs>. geht aber auf ein anderes Kontingent. Der<lb/>
Proporz muss aber im Aufsichtsrat der Verbundgesellschaft gewahrt<lb/>
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den anderen Gesellschaften gemacht habe, ist bei der Verbund fast<lb/>
unmöglich, weil in diesem Fall das Gesetz novelliert werden<lb/>
müsste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> habe ich informiert, wie lösen wir aber<lb/>
diese politische Schwierigkeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_09">Zum Qualitäts- und Herkunftszeichengesetz wurde Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> zuge<lb break="no"/>zogen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wollte unbedingt von mir vorweg die Zustimmung,<lb/>
dass wir auf eine gesetzliche Regelung verzichten, weil die Kom<lb break="no"/>petenz ja doch beim Bautenminister liegt. Bei der Aussprache stellte<lb/>
ich dann fest, dass die Handelskammer durch den Gesetzentwurf eine<lb/>
Enteignung ihres Qualitätszeichens durch ein Gesetz befürchtet. Jetzt<lb/>
kann trotz dieses Qualitätszeichens ein guter Teil ausländischer<lb/>
Ware auch unter dem A verkauft werden. Z.B. hat die Genossenschaft<lb/>
in Fulpmes in ihren Werkzeugkasten Zangen, Hämmer usw., die sie<lb/>
importieren. Zum Glück konnte ich der Handelskammer am Kopf zusagen,<lb/>
dass SChef <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, also sozusagen ihr Vertrauensmann in der Legistik,<lb/>
auf dem Standpunkt steht, ohne Gesetz lässt sich dies kaum regeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs>, der mit ihm verhandelt hat, gab dies zu, meinte aber,<lb/>
es müsste eine Lösung geben, ohne dass man österreichische Firmen<lb/>
schädigt und ihnen Exportmöglichkeiten oder österreichische Absatz<lb break="no"/>möglichkeiten vermasselt. Wir einigten uns darauf, dass <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs><lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> direkt verhandeln soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__111994">HIRSCH</rs>: Wie weit wird das A des Vereins<lb/>
der Handelskammer tatsächlich enteignet?<lb/>
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Nordkorea fahre, um die Verträge zu unterzeichnen. Die Nordkoreaner<lb/>
sind nach seiner Information nicht bereit, den neuen Vertrag über die<lb/>
Zahlungen ihrer Schulden, nicht einmal die Zinsen, die sie sich jetzt<lb/>
extra verpflichtet haben zu zahlen, werden eingehalten. Nach Vorschlag<lb/>
der Handelskammer sollte ich lieber nach Südkorea, in die Philippinen<lb/>
und Indonesien fahren. Ich erklärte unumwunden, dass ich an einer<lb/>
Reise nach Fernost weder in dem einen oder anderen Fall interessiert<lb/>
bin. Angeblich aber die unbedingte Notwendigkeit besteht, um viel<lb break="no"/>leicht die grossen Geschäfte <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenbergs</rs> mit ihm nach Österreich zu<lb/>
bringen, die Vertragsunterzeichnungen notwendig sind.<lb/>
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wer eventuell von der Handelskammer mitfährt – von Dir mit <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs><lb/>
und den Hauszuständigen besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_13">Das Internationale Institut für Berufsausbildung hat die Handels<lb break="no"/>kammer – <rs type="person" ref="#per__113821">Piskaty</rs> fährt – eingeladen und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> interveniert bei mir,<lb/>
dass auch <rs type="person" ref="#per__111722">Kinscher</rs> fahren sollte.<lb/>
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und AK?<lb/>
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ausbezahlt wird. Ich erklärte, dies wird durchgeführt, ich hoffe<lb/>
aber, dass im Nationalrat dann nicht die Opposition womöglich mich<lb/>
deswegen angreift. Grundsätzlich wurde jetzt entschieden, dass den<lb/>
Bergbauen so wie in den vergangenen Jahren eine Bergbauhilfe zuer<lb break="no"/>kannt wird. Jetzt ist allerdings die Frage, wie lange sie noch auf<lb/>
das Geld wirklich warten müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111994">HIRSCH</rs>: Wie ist der Zeitplan dafür. Durch ein Schrei<lb break="no"/>ben möchte ich dies der Handelskammer mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_17">Die Novelle zum Preisregelungsgesetz wird genau so wie die allumfas<lb break="no"/>sende Preisregelung von der Handelskammer entschieden abgelehnt.<lb/>
Die Liste, die jetzt auf einige Produkte der Importwaren Gemüse,<lb/>
Obst usw. beschränkt ist, wird unter gar keinen Umständen einer<lb/>
Ausdehnung zugestimmt. Bei ortsüblichen Preisen wird beim derzeit<lb/>
bestehenden Gesetz, wenn die Konkurrenz die Preise senkt, dann von<lb/>
den Organen festgestellt, dass einer seinen Preis unverändert gelassen<lb/>
hat und trotzdem wird er bestraft. Dies müsste durch die Novelle be<lb break="no"/>seitigt werden. In Salzburg hat die Preisbehörde jetzt Unternehmer<lb/>
mehr oder minder freiwillig gezwungen, ihre Preise den ortsüblichen<lb/>
Preisen anzupassen und dies sich noch schriftlich bestätigen lassen.<lb/>
Die Handelskammer wird dagegen beim Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> pro<lb break="no"/>testieren.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte erkundige Dich, was da los ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_19">Auch das Versorgungssicherungsgesetz wird von der Handelskammer<lb/>
abgelehnt. Ihrer Meinung nach genügt es vollkommen, wenn das Roh<lb break="no"/><pb n="42-0278" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-03-13_0278.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stofflenkungsgesetz verlängert wird.<lb/>
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Industriesektion eventuell bereit ist dem Handelsministerium zuzu<lb break="no"/>gestehen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_21"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird wegen der Einigung statt 4.5% nach Zugeständnis der<lb/>
Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund nur 4.4% Erhöhung der Elek<lb break="no"/>trizitätspreise noch einmal mit den EVUs reden. Ich erklärte, wenn<lb/>
eine einvernehmliche Regelung zustande kommt, den 1.4. zu akzeptieren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> kannte nicht die Details und hatte deshalb dann ein Fern<lb break="no"/>schreiben geschickt, wo er mit den 4.4% zwar einverstanden wäre,<lb/>
die von der AK aber geforderte gleichmässig Aufteilung entschieden<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll versuchen, jetzt auf Grund 4.4%<lb/>
eine einvernehmliche Lösung – wie immer sie aussieht, ist mir egal –<lb/>
zu versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_23">Die Handelskammer intervenierte bei mir wegen der Besetzung der<lb/>
Wirtschaftlichen Landesverteidigung und tritt – während sie früher<lb/>
doch für <rs type="person" ref="#per__112950">Winterleitner</rs> sympathisierte, da sie befürchtete ein<lb/>
Sozialist könnte die Abteilung bekommen – jetzt für Dr. <rs type="person" ref="#per__113823">Preglau</rs> ein.<lb/>
Ich erklärte ihnen, wie ich unter Druck der Personalvertretung nicht<lb/>
einmal imstande bin, <rs type="person" ref="#per__112948">Degischer</rs>, der von beiden als tüchtig bezeichnet<lb/>
wurde, hinzubringen. Die Zumutung, ich müsste ihn entgegen seinem<lb/>
Willen dort hin mit Bescheid dekretieren, lehnte ich, wie mir die<lb/>
Handelskammer sagte, zu recht ab. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, dies sind die Folgen<lb/>
mit der Mitsprache der Betriebsräte in Personalfragen. Die Handels<lb break="no"/>kammer in ihrem Bereich lehnt es daher ganz entschieden ab. Nicht<lb/>
einmal eine Personalpolitik kann ich machen, war der Ausspruch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil's</rs>, den ich erklärte unbedingt festzuhalten. Ich bin überzeugt,<lb/>
ich werde dies im Parlament noch einmal gut gebrauchen können.<lb/>
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der Österreichischen Nationalbank in Baden, am 31.5., über Wirt<lb break="no"/>schaftsmodelle diskutieren sollen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wusste nicht, wie wir über<lb/>
diese Probleme einen Vormittag reden sollten. Ich sagte ihm sofort,<lb/>
was immer in der Überschrift steht, wir werden den Vormittag gemeinsam<lb/>
so gestalten, wie wir wollen. Ich stelle mir vor, eine Conférence,<lb/>
wie wir es früher im Parlament als nur Abgeordnete, insbesondere in<lb/>
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geredet<add>Ja Wais</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_26">Mit Befriedigung <choice><choice><sic>stellt</sic><corr>stelle, stellte</corr></choice></choice> ich gegenüber <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> fest, dass mit seiner<lb/>
Messerede die Handelskammer wieder zu ihrer alten Handelspolitik<lb break="no"/>linie zurückgefunden hat. Ich stelle diese Rede im krassen Gegen<lb break="no"/>satz zu der Erklärung des Vizepräsidenten der Handelskammer <rs type="person" ref="#per__111717">Schön<lb break="no"/>bichler</rs> bei der Gerngross-Eröffnung dar. Dort hat ein Handelsver<lb break="no"/>treter – weil ihm dies von <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> aufgesetzt wurde – <choice><choice><sic>entgegen</sic><corr>gegen</corr></choice></choice><lb/>
die bisherige Handelspolitik, die mit der Handelskammer gemeinsam<lb/>
festgelegt wurde, polemisiert. Dort wurde ich als eine Art Neoprotek<lb break="no"/>tionist dargestellt. Jetzt hat <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wieder genau die gegenteilige<lb/>
Politik verlangt, die allerdings im Einklang steht, was wir bis<lb/>
jetzt gemeinsam beschlossen haben. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> stimmte mir in dieser<lb/>
Frage zu. Ich erörterte noch einmal, dass ich nicht bereit bin, die<lb/>
Antidumpinggesetznovelle mit dieser wochenlangen Frist, wonach der<lb/>
Handel noch immer abgeschlossene Verträge einhaltend Waren im<lb break="no"/>portieren könnte, vorlegen werde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärte neuerdings, dass<lb/>
die Handelskammer dagegen nichts unternehmen wird, da sie aber<lb/>
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Ihr Handelsvertreter <rs type="person" ref="#per__113826">Lauscher</rs> wird deshalb dagegen schärfstens<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> soll auf Grund dieser Erklärung die end<lb break="no"/>gültige Formulierung <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_28">Im Journalistenfrühstück hat <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> über die BÜRGES<lb/>
referiert. Die Leistung ist wirklich beachtlich, von von 1,4 Mia<lb/>
Kreditvolumen 1969 auf fast 5 Mia heuer. <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> berichtet über die Roh<lb break="no"/>stoffsicherung, wo ausser dem Gesetz tatsächlich viel in den nächsten<lb/>
Jahren an Förderung und Projekten durchgeführt wird. Aeromagnetische<lb/>
Aufnahmen, mineralische Untersuchung, 57 Projekte vom Bund mit<lb/>
10 Mio gefördert, Koordinationskomitee in der Steiermark, Kärnten,<lb/>
Tirol und Burgenland. Erstmals wird das Lagerstättengesetz von<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_29">Beim Staatsakt in der Hofburg hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zur Erklärung der so<lb break="no"/>zialdemokratischen Haltung des Anschlusses nach 1918 wieder auf den<lb/>
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als beste Lösung eine Art Wirtschaftsgemeinschaft zu gründen. Erst<lb/>
als dies entschieden abgelehnt wurde, gab es keine andere Lösung<lb/>
als den Anschluss an das grosse Wirtschaftsreich, an das demokratische<lb/>
Deutschland. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat sehr systematisch – und meiner<lb/>
Meinung nach – eine seiner besten Reden die Lage dargestellt.<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__113829">Kahn</rs> aus Amerika, ein österreichischer Emigrant, Sozial<lb break="no"/>demokratisch-Liberaler, hat den eindeutig die Entwicklung ge<lb break="no"/>schildert, deren Ursache ja doch die Ausschaltung der Demokratie<lb/>
in Österreich war und auch das Fehlverhalten der Westmächte ange<lb break="no"/>prangert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat in der Regierungsvorbesprechung dann noch<lb/>
ergänzend dazu mitgeteilt, dass nach dem Berliner Abkommen Juni 36<lb/>
der franz. Aussenminister und engl. Aussenminister <rs type="person" ref="#per__113828">Schuschnigg</rs> nach<lb/>
Genf eingeladen haben, um die Lage mit ihm zu besprechen, dieser aber<lb/>
ablehnte. Damit hat <rs type="person" ref="#per__113828">Schuschnigg</rs> auch noch aussenpolitisch den Fehler<lb/>
gemacht, die Westmächte formell aus ihrer Verantwortung zu entlasten.<lb/>
Bei dem Staatsakt war auch Vizekanzler a.D. <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs>, den ich<lb/>
selbstverständlich dann die ganze Zeit betreute, worüber er – und<lb/>
ganz besonders seine Tochter – sehr erfreut waren. Beim Hinuntergehen<lb/>
ist Nationalratspräsident <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> zu <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> und mir gekommen<lb/>
und hat sich über die Äusserung <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr's</rs>, der Terroranschlag in Israel<lb/>
sei die Folge, weil man die Palästinenser israelischer Seite nicht<lb/>
anerkennt, ungeheuer aufgeregt und empörend geäussert. <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> meinte,<lb/>
da müsse er den Aussenminister nicht nur korrigieren, sondern wahr<lb break="no"/>scheinlich auch öffentlich angreifen. <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> meinte sarkastisch,<lb/>
das sind eben die Folgen, wenn man als Kanzler sich einen Aussen<lb break="no"/>minister nimmt, der zu allem ja sagt. Ich konnte dazu nur sagen,<lb/>
zuerst muss man wissen, was er tatsächlich gesagt hat. Auf Agentur<lb break="no"/>meldungen bin ich nicht bereit ein Urteil zu fällen. Von Kuwait<lb/>
sieht die Lage eben anders aus, als von Wien aus betrachtet. Die<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_30">Beim Besuch des tunesischen Ministers bei Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
interessierte sich dieser hauptsächlich über die aussenpolitischen<lb/>
Beziehungen Tunis. Neu und interessant auch für mich war, dass sich<lb/>
Tunesien und Libyen jetzt geeinigt hat, wegen des Festlandsockels<lb/>
den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gemeinsam anzurufen.<lb/>
Da ich bei der Besprechung nachmittags beim Bundeskanzler nicht an<lb break="no"/>wesend sein konnte, verabschiede ich mich von ihm und schickte<lb/>
gleichzeitig <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> zur Besprechung. Man einigte sich dort wegen<lb/>
<pb n="42-0281" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-03-13_0281.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Kreditgewährung dahingehend, dass bei konkreten Grossimporten<lb/>
von Anlagen aus Österreich die Kreditfazilität neu verhandelt wird<lb/>
und Österreich weitgehend entgegenkommen wird. Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__110169">Nuss<lb break="no"/>baumer</rs> hat mir dies bei der Ministerratsvorbesprechung auch be<lb break="no"/>stätigt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_31">Die Firma Heraklith bekam das Staatswappen und gleichzeitig eine<lb/>
befriedigende Auskunft für einen Forschungsförderungsbeitrag.<lb/>
Die Direktion und Betriebsräte waren, wie sie mir beim Runtergehen<lb/>
dann versicherten, sehr zufrieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_32">Die Eröffnung der ungarisch-technischen Woche nützte ich dazu,<lb/>
um den anwesenden Handelsministeriumsvertretern, <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> und<lb/>
anderen, durch die Blume zu sagen, dass das Ziffernmaterial, welches<lb/>
ich bei der Ansprache benützte, stimmen müsse, denn es stammt von den<lb/>
Ungarn. Dass ich vom Haus überhaupt erst auf eine Urgenz und dann<lb/>
unzulänglich etwas bekomme, ist mehr als typisch. Durch den Wiener<lb/>
Schmäh, einigen Gags und doch ein handgreifliches solides Material<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> durch die Ungarn erfragt, kam die Eröffnungsrede bei<lb/>
allen sehr gut an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: In Hinkunft ist es vielleicht wirklich am<lb/>
besten, Du beschaffst Dir die wichtigen Daten von den Ausstellern<lb/>
selbst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_34">Die Firma Ruthner, <rs type="person" ref="#per__113385">Ladenbauer</rs> und Vorstandsdirektor <rs type="person" ref="#per__113830">Schurk</rs> waren<lb/>
sehr erfreut von mir zu hören, dass ihr Magnesiumoxid-Projekt in<lb/>
Jordanien Priorität I hat. <rs type="person" ref="#per__113830">Schurk</rs> hat <rs type="person" ref="#per__113385">Ladenbauer</rs>, der in Amman er<lb break="no"/>klärte, 5% Verzinsung sei ohne weiteres akzeptabel, insoferne<lb/>
korrigiert, als dies grosse Schwierigkeiten bereitet. Im Rahmen der<lb/>
Österr. Kontrollbank könnte höchstens die Kommission einen Kredit,<lb/>
wenn er volkswirtschaftlich förderungswürdig ist, von dieser Höhe<lb/>
beschliessen. Wieso bei dem Lindl-Projekt die Credex in Deutschland<lb/>
3% Verbilligung zusagen konnte, ist nicht ganz klar. 2% Verbilligung<lb/>
bedeutet bei 10 Jahre Laufzeit, 9.8% Preiserhöhung. Für die<lb/>
feasibility-study haben sie 1,7 Mio Schilling von den Jordaniern<lb/>
schon erhalten und müssen diese bis Mitte des Jahres abliefern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Prüft, wie weit hier tatsächlich<lb/>
eine finanzielle Sicherung möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_36">In der Ministerratsvorbesprechung kam das Verhalten des Landes<lb break="no"/>hauptmann <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs>, der anlässlich der 40-Jahr-Feier den Erlass<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_37">Die Dienstwagenproblematik wurde neuerdings diskutiert. Von 70<lb/>
bis 78 wird festgestellt, dass trotz wesentlicher Ausdehnung der<lb/>
privaten Autos die Dienstwagen eingeschränkt werden. Die ÖVP Wien,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, hat es gerade notwendig, nachdem ihm <rs type="person" ref="#per__113832">Berger</rs> seinen Dienst<lb break="no"/>wagen bezahlte, dieses Problem aufzugreifen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ersuchte, über<lb/>
die ganzen Dienstwagen, Bund, Länder, Kammern usw. soll jetzt der<lb/>
Bundeskanzler alle davon Betroffenen hören, wie sie sich dazu<lb/>
stellen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, die ÖVP zahle ihrem Obmann die Differenz<lb/>
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Gehalt als Bankdirektor. <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> führt seine Kinder mit dem Dienst<lb break="no"/>wagen morgens zur Schule. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, da müsse man aber <choice><choice><sic>vor<lb break="no"/>sichtigt</sic><corr>vorsichtig? vorsichtigst?</corr></choice></choice> vorgehen, denn dann käme sofort wieder die Parteienfinan<lb break="no"/>zierung zur Diskussion und dies möchte er auch nicht. Für mich neu,<lb/>
erklärte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, dass die Siemens 32 Mio Schilling Investitions<lb break="no"/>zuschuss bekommen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_38">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte kläre, was hier geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_39">Eine lange Debatte war wieder die Frage der Pokale. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte,<lb/>
wir geben alle die kleinsten und man sollte eventuell bei Berndorf<lb/>
eine grössere Anzahl bestellen, wodurch sie noch billiger werden<lb/>
könnten. Für die ASKÖ-Verbände hat der Künstler <rs type="person" ref="#per__113831">Hausner</rs> Ehrenplaket<lb break="no"/>ten entworfen, 2.000 Stück aus Kupfer wurden für 80 Schilling ge<lb break="no"/>prägt, die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt vergibt. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> meinte als alter Sportver<lb break="no"/>treter, dies ist alles sinnlos, die Leute wünschen Pokale. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
erinnert an die Linzer Parteiprogrammdiskussion, wo alle daran<lb/>
teilnehmen sollen. Ich entschuldigte mich sofort, da ich Unteraus<lb break="no"/>schuss Atomenergie habe, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sofort akzeptierte. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
ersuchte nur, ich sollte ihm entsprechende Unterlagen zur Verfügung<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_41">Für die Zeitschrift Austria today, die das Bundeskanzleramt<lb/>
mit 2,100.000 Schilling subventioniert, sollen noch 450.000<lb/>
Schilling aufgebracht werden. Den grössten Teil das Unterrichts<lb break="no"/>ministerium, auch an das Handelsministerium wurde appelliert.<lb/>
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aufgeben könnten.<lb/>
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wo bis jetzt die VOEST Erz förderte, eine Produktionsstätte zu<lb/>
legen. Das Bundesheer hat mit ihm einen 5-Jahresvertrag abgeschlossen,<lb/>
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übernommen werden, ein ERP-Bergbaukredit gewährt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Was weiss die Industriesektion davon!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_45"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtete, dass im Burgenland die Landwirtschaftskammer<lb break="no"/>wahlen für den Arbeitsbauernbund erfolgreich abgeschlossen wurden.<lb/>
300 Stimmen wurden gewonnen, 1 Mandat dazu, von 25% auf 28% der<lb/>
Anteil erhöht. Der österreichische Bauernbund verlor 6.400 Stimmen<lb/>
und ist von 72% auf 69 % zurückgegangen. Die Freiheitlichen bleiben<lb/>
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aussprachen, meinte, dass 40% der Wahlberechtigten auch Landwirt<lb break="no"/>schaftskammer-Wahlberechtigte sind. Dies erklärt den Erfolg des<lb/>
Arbeitsbauernbundes und die hohe Beteiligung an der Wahl von 78%.<lb/>
Trotzdem das erste Mal ein grosser Erfolg auch auf dem Landwirtschafts<lb break="no"/>kammer-Sektor.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_46"><rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg's</rs> Anfragebeantwortung wegen Personal, Auskunft an Per<lb break="no"/>sonalvertretung usw. kam zur Diskussion. Einstimmig wurde be<lb break="no"/>schlossen, die restriktive Linie, wie sie <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> seinerzeit schon<lb/>
als Staatssekretär empfohlen hatte, einzuhalten. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> wurde be<lb break="no"/>auftragt, alles zu koordinieren. Die Minister verpflichteten sich<lb/>
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behauptet, im Wissenschaftsministerium und Unterrichtsministerium<lb/>
würden sie die Unterlagen bekommen. Dies wird von <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> entschieden<lb/>
bestritten. Alle Anfragen müssen in Hinkunft mehr koordiniert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_47">Dies gilt ganz besonders auch für die Befragung <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg's</rs> bezüglich<lb/>
der Verstaatlichten Industrie-Unterstützung durch die Arbeits<lb break="no"/>marktförderung. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> wird jetzt die Handelskammer fragen,<lb/>
welche Betriebe als indirekt verstaatlicht zu bezeichnen sind. Er<lb/>
ist überzeugt, dafür keine verlässliche Auskunft zu bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meint, dass überhaupt eine Definition, was indirekt ver<lb break="no"/>staatlicht ist, sehr schwer ist und auf gar keinen Fall das<lb/>
Sozialministerium dafür kompetent sei. Eine Anfrage wegen der Re<lb break="no"/>präsentationskosten wird <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so beantworten, dass er darauf<lb/>
hinweist, er hätte 3.5 Mio Schilling, NÖ und Tirol jeder Landes<lb break="no"/>hauptmann 3 Mio Schilling, dazu noch zusätzliche Verfügungsmittel.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> bekannte sofort, dass er 8 Mio Schilling hat, davon aber un<lb break="no"/>zählige Veranstaltungen. So behauptet er, alle 16 Gewerkschaften<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_48">Ausserhalb der Tagesordnung ersuchte ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wegen der Regelung<lb/>
Bergbauförderungsgesetz dem Kompromiss, dass wir nur die Auf<lb break="no"/>suchung unterstützen wollen, zuzustimmen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wollte sofort<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_50">Mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> und <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> besprach ich den Wunsch des ägyp<lb break="no"/>tischen Botschafters, die höchste Sicherheit für den Besuch des<lb/>
ägyptischen Energieministers <rs type="person" ref="#per__112982">Sultan</rs>. Dieser reist über ein Wochenende<lb/>
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wenn <rs type="person" ref="#per__112982">Sultan</rs> ein Jäger oder Fischer ist, wir uns an die Mürz, wo<lb/>
ich einige ausländische Gäste schon hatte, zurückziehen sollten.<lb/>
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dem ägyptischen Botschafter Kontakt aufzunehmen, wenn der Besuchs<lb break="no"/>termin endgültig feststeht.<lb/>
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eine Werbung durchzuführen. Die Schuhindustrie hat sich damals<lb/>
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nachzukommen. Jetzt bräuchte sie eine gewisse Unterstützung. Ich<lb/>
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deutlich Sichtbares geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-13_54">Spät abends hatte ich eine Diskussion mit meinen Söhnen, übrigens<lb/>
nach langer Zeit wieder einmal anlässlich des 40-jährigen Gedenktages<lb/>
Österreichs Aufgehen in den Hitler-Staat. Die jungen Leute, die<lb/>
dies nicht selbst mitgemacht haben, beurteilen dies sehr nüchtern.<lb/>
Ihre Einstellung zu den Politikern zu dieser Zeit ist, dass soferne<lb/>
sie Jugendliche waren und bei der HJ mitgemacht haben, <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs>, <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und ich weiss nicht wer sonst noch aller, von ihnen in<lb/>
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geschützt, weil er ihn vielleicht einmal als Koalitionspartner<lb/>
brauchen könnte. Meine Argumentation, dass ein damals verhältnis<lb break="no"/>mässig junger Mann später zur Erkenntnis kommen kann, einen fal<lb break="no"/>schen Weg eingeschlagen zu haben und deshalb sich zu einem aufrechten<lb/>
Demokraten gewandelt hätte, wird kaum akzeptiert. Mehr beunruhigt<lb/>
mich die politische Methode, die z.B. <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs> jetzt scheinbar einführt.<lb/>
Hoffentlich nur, um sich zu profilieren. Während ich noch verstehen<lb/>
konnte oder zumindestens zu verstehen versuchte, dass er mit dem Aus<lb break="no"/>spruch, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sei "der Papp" ins Hirn gestiegen, seiner emotionellen<lb/>
Verärgerung zuschrieb, kann ich dies jetzt bei seiner Argumentation<lb/>
im Profil, die Roten Bonzen usw. nicht mehr tun. <rs type="person" ref="#per__113834">Wolfgang</rs> meint,<lb/>
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betreiben als wir Alten. Vielleicht hat er damit gar nicht so un<lb break="no"/>recht. Übereinstimmend aber stellten wir fest, dass es für Österreich<lb/>
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gewesen ist, als wir die schwere Zeit nach 1934 und eigentlich<lb/>
schon vorher die wirtschaftliche Schwierigkeit mitgemacht haben,<lb/>
in Österreich politische Zustände, wie sie die Schweiz hatte, zu<lb/>
schaffen. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich bis zum Jahre<lb/>
45 von nichts anderem träumte, als Schweizer Verhältnisse erleben<lb/>
zu können. Zu meiner grössten Verwunderung konnte ich mit Befriedi<lb break="no"/>gung feststellen, dass auch dies von den jungen Menschen restlos<lb/>
anerkannt wird. Wie weit also eine neue Politikergeneration dies<lb/>
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möchte ich nicht entscheiden müssen. Wohl aber hoffe ich, dass es<lb/>
auch den Technokraten gelingen möge, ohne ihre persönlich<lb/>
schlechten Erfahrung, die wir machen mussten, den richtigen Weg in<lb/>
dieser Frage zu gehen.<lb/>
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                  AR-Vors.)</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
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               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <occupation>LH Sbg.</occupation>
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               <occupation>Vertreter HK AR Verbund</occupation>
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