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            <title type="main">Sonntag, der  5. März 1978 bis Mittwoch, der  8. März 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band42_1978-03-05</idno>
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überwältigend, vom König angefangen alles was Rang und Namen<lb/>
hatte. Die militärische Zeremonie, die natürlich allen sehr<lb/>
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in Preussens Glorie könnte es auch nicht anders gewesen sein.<lb/>
Ich komme mir dabei immer ungeheuer überflüssig vor, was ich sicher<lb break="no"/>lich auch bin. Sonntag habe ich sofort eine Vorbesprechung<lb/>
mit Handelsdelegierten <rs type="person" ref="#per__113380">Schneider</rs> und den Firmenvertretern abge<lb break="no"/>halten. Innerhalb der 3 Stunden gab es die Möglichkeit, sich<lb/>
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Wünsche in einem Papier festgehalten waren und 18 mehr oder minder<lb/>
interessante Projekte vorgelegt werden konnten. Ich hatte natür<lb break="no"/>lich sofort den Handelsminister <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs>, der übrigens mit<lb/>
Kronprinz <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> in Österreich war und den ich Gott sei Dank<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_04">Die offiziellen Essen immer im Palais des Königs, eine Kombination<lb/>
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gibt, denn dann würde es wahrscheinlich nur Schaffleisch sein.<lb/>
Und alles mit Schaffett gekocht. Da ich glaube alle wichtigsten<lb/>
Botschafter, wenn nicht zu sagen alle eingeladen waren, war es<lb/>
ein richtiggehendes Massen-Essen. Die Ansprache des Königs<lb/>
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ergänzte. Die offizielle Sitzung am nächsten Tag begann mit<lb/>
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fällig sind, unterfertigen. In beiden Fällen hat die jordani<lb break="no"/>sche Seite, so behauptete <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs>, den österr. Gegenvorschlag<lb/>
angenommen. Beim Schutz in Jordanien von ausländischen Investi<lb break="no"/>tionen ist das Finanzministerium zuständig und <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hat mir<lb/>
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Die jordanische Seite hat auch keinesfalls den Gegenentwurf so<lb/>
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wahrscheinlich überhaupt gar nicht dieses Abkommen forcieren<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Klärt, was hier wirklich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_06">Das zweite Abkommen über die Zollfreistellung über handwerklich<lb/>
hergestellte Waren hätten wir fertig machen können, waren aber<lb/>
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Abkommen bringen. Soweit es sich um handgetriebene oder fuss<lb break="no"/>getriebene handelt, ist dagegen nichts einzuwenden. Die Frage,<lb/>
wie weit elektrisch betriebene Maschinen die Jordanier ernstlich<lb/>
wollen, wurde nicht genau geklärt. Auf alle Fälle war <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_08">Da <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs> auch nicht gegenüber <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> dokumentieren wollte<lb/>
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abzuschliessen, kurz zu berichten. <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> selbst erwähnte zu<lb/>
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Unterstützung, die gemeinsamen Gesellschaften und insbesondere<lb/>
die Kreditfazilitäten. <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> ergänzte dann noch über das Trai<lb break="no"/>ningscenter und über die Notwendigkeiten von grösseren gemeinsamen<lb/>
Projekten am Toten Meer. In diesem Zeitpunkt erschien dann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> und <rs type="person" ref="#per__113384">Hussein</rs> und dieser begann mit der politischen<lb/>
Situation im Nahen Osten. <rs type="person" ref="#per__113384">Hussein</rs> ist sehr pessimistisch, der<lb/>
Schwung vom <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs>-Besuch ist in der arabischen Welt vorüber.<lb/>
Von einer allgemeinen Deklaration des Friedens, wie ihn scheinbar<lb/>
die Amerikaner jetzt mit ihrer Besuchsdiplomatie erzwingen wollen,<lb/>
hält er gar nichts. Wie <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> nachher mitteilte, ist<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113384">Hussein</rs> wegen dieser Vorgangsweise auf die Amerikaner nicht<lb/>
sehr gut zu sprechen. Er meint, er wisse auch gar nicht, warum er<lb/>
nach Amerika fahren sollte, da er dort auch nichts erreichen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs> selbst hat, wie er <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> vertraulich sagte, niemals<lb/>
mit den arabischen Freunden ernstlich die Probleme besprochen,<lb/>
sondern alles überraschend im Alleingang entschieden. So war<lb/>
es beim letzten Kriegsbeginn und auch dann bei seinem Jerusalem-<lb/>
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einem Zeitplan genau zwischen Israel und den Arabern vereinbart<lb/>
haben möchte: das Recht der Palästinenser, die Freigabe der besetzten<lb/>
Gebiete und die Räumung der Settlements. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Nahostpolitik<lb/>
wird auf arabischer Seite hoch geschätzt, bringt aber scheinbar<lb/>
auch nicht einmal einen ersten Schritt zu einer Lösung. Die PLO<lb/>
macht den Jordaniern auch grosse Schwierigkeiten, u.a. wie wir beim<lb/>
Flug nach Akaba feststellen konnten, mussten sie eine ganz neu ge<lb break="no"/>baute Strasse im Jordantal sperren. Von dort hat man von PLO-Seite<lb/>
immer die Israeli durch Grenzübergang und Sprengung von Autos<lb/>
provoziert, ist dann verschwunden und die Jordanier, die dort<lb/>
natürlich die Grenzsicherung durchführen, haben dann die entsprechen<lb break="no"/><pb n="42-0253" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-03-05_1978-03-08_0253.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den Probleme. Über die wirtschaftlichen oder bilateralen Be<lb break="no"/>ziehungen, hat <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> vorgeschlagen, sollen die Mini<lb break="no"/>ster Gespräch führen und man hat sie nicht einmal erwähnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_09">Bei dem am Nachmittag geführten Gespräch hatte ich vorgeschlagen,<lb/>
dass österreichische Firmenvertreter ebenfalls dabei sein sollten,<lb/>
um Gelegenheit zu bekommen, ihre eigenen Projekte zu vertreten.<lb/>
Dies hat erstens den Vorteil, dass es mit wesentlich besserem<lb/>
Englisch und genaueren Kenntnissen sicherlich in ihrem Interesse<lb/>
am besten tun, ausserdem war der weitere grosse Vorteil, dass wir<lb/>
als grosse Delegation aufgeschienen sind, weil ja die Experten<lb/>
der Firmen, in dem Fall auch optisch in Erscheinung traten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs> hat mir nachher vorgeschlagen, wir sollten diese Aus<lb break="no"/>sprache als Gemischte Kommission im Sinne des jordanisch-<lb/>
österreichischen Vertrages betrachten, wogegen ich gar<lb/>
nichts einzuwenden habe. Da wir ja eine offizielle Liste über<lb break="no"/>geben haben, Punkt für Punkt durchgesprochen, ist es sicher<lb break="no"/>lich ganz zweckmässig, wenn wir dies schriftlich in einem Protokoll<lb/>
festhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__113383">Zaky</rs> soll einen ersten Entwurf aus<lb break="no"/>arbeiten, der den Jordaniern zur Verfügung gestellt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_11">Die Jordanier sind primär an den grossen Magnesium-Oxyd und nachher<lb/>
in der weiteren Stufe Magnesiumstein-Herstellung am Toten Meer<lb/>
brennendst interessiert. Sie haben angeblich nicht einmal eine<lb/>
zweite Firma dazu aufgefordert. Dieses 420 Mill. S-Projekt<lb/>
könnte also nach jordanischer Seite sofort in Angriff genommen<lb/>
werden. Die feasibility study haben die Jordanier sogar der<lb/>
Firma Ruthner bezahlt. Dr. <rs type="person" ref="#per__113385">Ladenbauer</rs>, der Verkaufsdirektor,<lb/>
erklärte auch mir gegenüber dezidiert, dass er imstande ist,<lb/>
die Finanzierung zu lösen. Er ersuchte mich nur, seine Vorstands<lb break="no"/>kollegen und ihn zu einer Besprechung ins Ministerium einzu<lb break="no"/>laden. Da ich sowohl bei <rs type="person" ref="#per__113384">Hussein</rs> als auch bei allen anderen<lb/>
feststellen konnte, dass tatsächlich dieses Projekt Priorität I<lb/>
in Jordanien hat, war ich dazu gerne bereit.<lb/>
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Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_13">Immer wieder kam die Finanzierung der Projekte zur Sprache.<lb/>
Arch. <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs>, der gleichzeitig Konsul der Jordanier in Wien ist<lb/>
und seit Monaten an dem Televisions-Center für Amman arbeitet,<lb/>
meinte, das ungefähr 428 Mill. S betragende Projekt könne<lb/>
seiner Meinung nach finanziert werden. Die Österr. Kontroll<lb break="no"/>bank hätte eine entsprechende Lösung vorgesehen. In Wien hat<lb/>
sich ein Konsortium unter Dr. <rs type="person" ref="#per__113608">Annani</rs>, AEG, nachdem Universale<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> sich zerstritten haben, jetzt die Baufirma Mischek<lb/>
und andere gebildet. Dieses Konsortium hat einen Brief an den<lb/>
Televisionsdirektor <rs type="person" ref="#per__113604">Kamal</rs> geschickt, und sich verpflichtet, die<lb/>
Verzinsung 3 % unter der normalen Rate zu halten. Die Credex<lb/>
CA, Dkfm. <rs type="person" ref="#per__113606">Wagner</rs>, ist dazu bereit und imstande. Die Laufzeit beträgt<lb/>
3 Jahre, fraglich ist noch, ob ein Respiro von 1–3 Jahren noch<lb/>
zu den 10 Jahren dazukommen soll. Bei allen anderen Projekten<lb/>
wurde von <rs type="person" ref="#per__113379">Dajani</rs> immer und überall dieselbe Kreditbedingung<lb/>
verlangt. Auch bei dem Garagenprojekt und die Müllkompostier<lb break="no"/>anlage, welche ich mit dem Bürgermeister unter Anwesenheit von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> besprochen habe, wurde ebenfalls diese Kreditbedingung als<lb/>
Voraussetzung genannt. Ich erklärte überall dezidiert, dass<lb/>
der österr. Staat keine Kreditsubvention gibt, dass aber die Firmen<lb/>
entsprechende Lösung haben, wie sie auch im einzelnen jeder von<lb/>
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anderen, d.h. alle Teilnehmer zum Sprechen zu bringen, habe<lb/>
ich Dkfm. <rs type="person" ref="#per__113607">Syrovatka</rs> vorgeschlagen, er soll über das Semperit-<lb/>
Projekt, die eine Verkaufsorganisation dort aufziehen wollen,<lb/>
referieren. Zu meiner grössten Verwunderung musste ich feststellen,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__113607">Syrovatka</rs> die Liste, von der <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> behauptet, sie ist in der<lb/>
Handelskammer gemacht worden, gar nicht kannte. <rs type="person" ref="#per__113607">Syrovatka</rs> wieder<lb/>
hat mir nachher erzählt und sich beklagt, dass diese Liste diesmal<lb/>
vom Handelsministerium zusammengestellt wurde und er sie über<lb break="no"/>haupt nie zu Gesicht bekommen hat. Koordinierung kann bei uns wirk<lb break="no"/>lich gross geschrieben werden. Unangenehm war, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> seiner<lb break="no"/>zeit schon eine Musterfarm ähnlich der ägyptischen Kronprinz<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> versprochen hatte. Zum Glück konnten wir nachweisen,<lb/>
dass einige Informationen von jordanischer Seite fehlten. Ebenso<lb/>
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dieser Frage konkret unternimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_15">Die ÖMV hat seinerzeit versprochen, sie bei der Aufsuchung<lb/>
von Öl und Gas ebenfalls zu unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111994">HIRSCH</rs>: Bitte kläre, wie dies weitergehen soll<add>Stari mit GD Bauer bereit[s] geredet[,] Toni</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_17">Der Besuchsflug von Amman über das Tote Meer nach Akaba war<lb/>
für mich ungeheuer interessant. Auf der israelischen Seite die<lb/>
deutlich sichtbaren neuen Kibbuze, durch entsprechende Wassermengen<lb/>
grossflächig grüne Anlagen, auf der herüberen Seite noch alles<lb/>
halbe Wüste. Im Roten Meer dann aber grössere Aktivitäten<lb/>
auch in Akaba. Die Deutschen haben die Bahn bis dorthin fertig<lb break="no"/>gestellt und die Phosphate-Verschiffung kann jetzt über diesen<lb/>
Hafen abgewickelt werden. Tourismus hat dort auch eine gute<lb/>
Chance, wie ich beim Tieftauchen im Korallenmeer selbst feststel<lb break="no"/>len konnte. Der Aufwand und der Sommerpalast des Königs und auch<lb/>
des Kronprinzen, der Strand zu israelischer Grenze Eilat hin<lb/>
wird von diesen beiden sozusagen okkupiert, entspricht den<lb/>
Residenzen der Oststaaten Bulgarien und Rumänien für die Partei<lb break="no"/>führer am Schwarzen Meer und wahrscheinlich auch der Sowjet<lb break="no"/>union, den ich allerdings nie besuchte. Die Ausstattung ist nur<lb/>
wesentlich luxuriöser, da alles vom Westen importiert wurde,<lb/>
was gut und teuer ist. Drei Jachten, Taucher-Ausrüstung, Wasser<lb break="no"/>skifahren mit etlichen Motorbooten usw. Dass der König seine eigene<lb/>
Maschine fliegt, der er uns übrigens dann zum Rückflug zur<lb/>
Verfügung gestellt hat, rundet das Bild nur noch ab. Ich muss<lb/>
zugeben, er ist aber überaus charmant und macht einen sehr<lb/>
guten Eindruck. Ähnlich ist es beim Kronprinzen, der mich<lb/>
zur Besichtigung des nördlichen Jordantales eingeladen hat.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit hatte ich die Möglichkeit unter vier Augen<lb/>
ihm unsere Schwierigkeiten mit der Lagerung von Atommüll zu<lb/>
erzählen. Ich ersuchte ihn, er sollte eventuell dem noch zwei<lb/>
Tage in Amman verbleibenden Aussenminister mitteilen, ob er<lb/>
eine Chance für Lagerung in jordanischer Wüste sieht. Die ent<lb break="no"/>sprechenden Aufschliessungsarbeiten, natürlich auch Bauten,<lb/>
würde die österr. Elektrizitätswirtschaft durchführen. Da die<lb/>
Schweiz in <choice><choice><sic>Bajan</sic><corr>Bayern?</corr></choice></choice> und Schweden auch jetzt schon in eine<lb/>
ähnliche Situation kommen, ein Atommüll-Lager zu suchen, könnte<lb/>
ich mir sehr gut vorstellen, dass nicht nur Österreich, sondern<lb/>
wenn sie uns diese Chance geben, auch andere Länder sehr bald<lb/>
kommen würden. Dadurch würde Jordanien eine Schlüsselstellung<lb/>
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diese Frage unverzüglich mit dem König zu besprechen und mir<lb/>
dann Bescheid zu geben. Im positiven Fall würde ich, so erklärte<lb/>
ich ihm, sofort eine entsprechende Delegation der Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft streng vertraulich nach Amman schicken. Ich unterrichtete<lb/>
nachher den Bundespräsidenten und auch den Aussenminister. Meine<lb/>
Einstellung resp. Schlussfolgerung war, wenn es nichts hilft,<lb/>
schaden kann es nicht. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> meinte, die Jordanier seien<lb/>
mit den Iranern so gut, dass es fraglich wäre, ob sie tatsächlich<lb/>
jetzt hier stärkere Aktivitäten entfalten würden. Meine Absicht<lb/>
war ja genau, die Iraner, deren Forderungen fast unerfüllbar<lb/>
sind und die vor allem noch monatelange brauchen, bis sie sich<lb/>
dazu eventuell entschliessen, durch einen überraschend<lb/>
schnelleren Abschluss in Jordanien zu unterlaufen. Ich machte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> nämlich dezidiert darauf aufmerksam, dass nur ein schneller<lb/>
Entschluss für uns von grösster Bedeutung sei. Ein Regierungs<lb break="no"/>abkommen würde als erster Schritt uns vollkommen genügen,<lb/>
damit endlich dann KKW Tullnerfeld in Betrieb gehen kann. Beim<lb/>
Besuch im nördlichen Jordantal konnte ich feststellen, dass die<lb/>
Bevölkerung gegenüber Israel natürlich unvergleichlich ärmer<lb/>
ist, aber doch schön langsam mit der Bewässerung auch eine Ver<lb break="no"/>besserung ihres Lebensstandards erreichen wird. Die Jordantal<lb break="no"/>organisation Jordan Valley Authority übernimmt dieselbe Funktion,<lb/>
meinte <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs>, wie seinerzeit in Tennessee Valley in Amerika.<lb/>
Wir besichtigten vollkommen überraschend von Südkoreanern er<lb break="no"/>richtete neue Schulen, der Wasserkanal, der bereits von den<lb/>
Nebenflüssen Jarmuk an der syrischen Grenze und sonstigen ge<lb break="no"/>speist wird, ist fertig, nimmt dem Jordan das ganze Wasser<lb/>
auf dieser Seite weg, so wie er aus dem See Genezareth auf der<lb/>
anderen Seite das ganze Wasser entzieht. Im endgültigen Projekt<lb/>
werden 625 Mill. m3 Wasser jährlich für die Bewässerung zur<lb/>
Verfügung stehen. Selbstverständlich rechnet die jordanische<lb/>
Regierung, dass wir mehr Früchte auch von ihnen kaufen wie<lb/>
wir sie derzeit grösstenteils aus Israel beziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sich mit Grossabnehmern, Genossenschaf<lb break="no"/>ten sollen jordanische Verkäufer einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-03-05_19">Der Aufwand, das Entgegenkommen, <choice><choice><sic>wie</sic><corr>wir</corr></choice></choice> wohnten zwar nicht im Gäste<lb break="no"/>haus wie der Bundespräsident, sondern im Intercontinental, war<lb/>
<pb n="42-0257" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-03-05_1978-03-08_0257.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>überwältigend. Meine Frau sagte, früher hiess es "wie König in<lb/>
Frankreich", jetzt wird sie sagen "wie Majestät in Jordanien".<lb/>
Überhaupt herrscht dort natürlich die vollkommenste absolute<lb/>
Monarchie. Der Hubschrauber, der mich, von <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> gelenkt, wieder<lb/>
nach Amman zurückbrachte, hat – weil wir in der Bürgermeisterei die<lb/>
Besprechung hatten – von ihm pilotiert, mitten in der Stadt<lb/>
auf einem schmalen höchsten 3 Meter breiten teilausgegrabenen<lb/>
Fussgängerweg beim römischen Zirkus gelandet. Abgesehen von der<lb/>
guten Piloteneigenschaft, aber immerhin des grossen Risikos<lb/>
in Österreich vollkommen undenkbar. Vieles in diesen Staaten ist<lb/>
für mich unvorstellbar und mein einziger Schluss, den ich<lb/>
daraus ziehe ist, wie glücklich ich bin, in Österreich ein<lb/>
Staatsbürger so wie alle anderen zu sein.<lb/>
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            <head>Typoskript "Zum Tagebuch 'Sitzung der Pressereferenten der Ministerien' bei Charly Blecha", 7.3.1978</head>
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            <head>Tagesordnung Pressereferentensitzung, 7.3.1978</head>
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            <head>Einladung Blecha an Wais zur Pressereferentensitzung vom 7.3., 21.2.1978</head>
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            <head>Liste Themen Journalistenfrühstück 3.6.1977 bis 27.2.1978</head>
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            <head>Protokoll Pressereferentensitzung, 7.3.1978</head>
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