<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19780221.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19780220.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19780222.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Dienstag, der 21. Februar 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band42_1978-02-21</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1978-02-21">Dienstag, 21. Februar 1978</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2017-04-19">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="42-0188" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0188.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_01">Dienstag, den 21. Februar 1978<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_02">Der iranische Fremdenverkehrsminister möchte insbesondere Koopera<lb break="no"/>tionen, Trainingsprogramme, sonstiges know how für alle Aktivitäten<lb/>
wie Wintersport, Heilbäder usw. In der offiziellen Sitzung waren<lb/>
eine ganze Reihe von österreichischen Fachleuten, Präsident der<lb/>
Hoteliervereinigung, Bankenvertreter bis zu Skiproduzenten. Beim<lb/>
Mittagessen hatten dann noch alle Gelegenheit mit ihm zu sprechen,<lb/>
nachmittags war beabsichtigt, daß Frau Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97899">Fröhlich-<lb/>
Sandner</rs> mit ihm ins Kurzentrum Oberlaa fährt. Obwohl er die ganze<lb/>
Zeit neben ihr gesessen ist und sich blendend unterhielt, war er<lb/>
dann scheinbar so müde, daß er anstelle nach Oberlaa zuerst in<lb/>
sein Hotel zurück fuhr und eine Stunde sich ausruhte. <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs><lb/>
hat dann selbstverständlich in Oberlaa nicht mehr gewartet. Diesem<lb/>
Minister traue ich es wirklich zu, daß er, hätte ich ihn nicht am<lb/>
Flughafen abgeholt, nicht nur sehr verärgert gewesen wäre, sondern<lb/>
womöglich wirklich seine Reise vorzeitig beendete. Die Aus<lb break="no"/>sprache bei Bundespräsidenten und Bundeskanzler wurde von diesen<lb/>
auf meinen Wunsch hin so genützt, über die Atommüllagerung kurz<lb/>
zu sprechen, um sich für die Möglichkeit der Kooperation und<lb/>
der wohlwollenden Verhandlungsführung zu bedanken. Es ist nämlich<lb/>
anzunehmen, daß er bei seiner Rückkehr dem Schah berichten wird.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_03">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ein Schreiben eines Jugoslawen zur<lb/>
Kenntnis gebracht, der sich an ihn wandte, um eine Arbeitsbe<lb break="no"/>willigung zu bekommen, respektive sein Sohn, der studierte, eine<lb/>
Studienbeihilfe und fürchtete früher oder später ausgewiesen zu<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kritisierte, daß wir in der Entwicklungshilfe so<lb/>
wenig machen, was allerdings in seinem Ressort liegt und jetzt<lb/>
auch noch im individuellen Fall kaum berücksichtigen, daß Gast<lb break="no"/>arbeiter weiterhin bei uns arbeiten möchten. <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> versprach<lb/>
den Fall zu prüfen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte erkundige Dich, was mit unserem Koch<lb break="no"/>lehrling im Sozialministerium geschehen ist?<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_05"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war auch sehr verärgert, daß er einige Petitionen von Ar<lb break="no"/>beitsbauern bekommen hat, die auf die Beibehaltung des erhöhten<lb/>
Krisengroschens für Milch drängten, da, wie mir <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> vorher<lb/>
mitteilte, der Arbeitsbauernbund<lb/>
<pb n="42-0189" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0189.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>seinem Erhöhungsantrag von 6 1/2 Groschen zugestimmt hat. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
meinte, er hätte von Präsident <rs type="person" ref="#per__113055">Tillian</rs> vom Arbeitsbauernbund nur<lb/>
erfahren, daß sie sich an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wenden. Da gleichzeitig aber<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> scheinbar bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> intervenierte, sah dieser darin<lb/>
eine ordnende Hand, wie er gelinde gesagt sich ausdrückte. Mir war<lb/>
von vornherein klar, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in dieser Frage unbedingt nach<lb break="no"/>geben will, ja sogar nachgeben muß. Bei der letzten Sitzung konnte<lb/>
ich schon feststellen, daß <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> einige Male darauf hinge<lb break="no"/>wiesen hat, daß sich die Bauern in kritischen Situationen an den<lb/>
Bundeskanzler wenden und dieser doch immer Verständnis für ihr<lb/>
Problem hatte. Die Verhandlungen über dieses Problem waren des<lb break="no"/>halb zäh und währten stundenlang. Zuerst war wieder der Streit<lb/>
zwischen <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs>, wer dem anderen Vertragsbruch<lb/>
vorgeworfen hat und wer sich an das Übereinkommen gehalten hat und<lb/>
wer nicht. In Wirklichkeit geht es um das Problem, daß in den ver<lb break="no"/>gangenen Jahren ca 50 bis 70 Mio S Überhang bestanden. Der Krisen<lb break="no"/>fonds hat also stets mit Defizit abgeschlossen, welches in das<lb/>
nächste Jahr übertragen wurde. Illiquid ist er deshalb nicht<lb/>
geworden, weil er eben die Auszahlung der Exportförderung an<lb/>
OEMOLK und andere Organisationen zu einem späteren Zeitpunkt vor<lb break="no"/>nahm. Im vergangenen Jahr ist nun dieser Überhang auf 218 Mio S<lb/>
angestiegen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> beabsichtigt, mit Halbjahr ein neues System<lb/>
der Milchkontingentierung einzuführen und hat deshalb den Krisen<lb break="no"/>groschen so erhöht, daß er bis auf 87 Mio Schilling, nicht nur<lb/>
alle Exportstützungen und Inlandsverbilligungen bezahlen kann,<lb/>
sondern auch den Überhang entsprechend abbaut. Dagegen wehrt sich<lb/>
die Bauernschaft, Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> von der Landwirtschaftskammer<lb/>
hat mir vorher angedeutet, hätte <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mit ihnen die Hälfte des<lb/>
Milchkrisengroschenerhöhung vereinbart, wäre das glatt über die<lb/>
Bühne gegangen. Sein Diktat von 6 1/2 Groschen können sie sich<lb/>
aber nicht gefallen lassen. Die Verhandlungen gingen dann also<lb/>
von Bauern an 2 1/2 Groschen und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>-Vorschlag 4 1/2 Groschen<lb/>
Beginn mit der Senkung 1. März oder 1. Februar dahin. Zum Schluß<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihnen das Anbot gemacht 3 1/2 Groschen ab 1. März.<lb/>
Die Bauern verlangten dann neuerdings eine Unterbrechung, wobei<lb/>
immer eine Partie den Saal verließ und die wartenden Journalisten<lb/>
<pb n="42-0190" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0190.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schon fragten, na wie gehts. Ich prophezeite <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>,<lb/>
der immer wieder sagte, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> soll hart bleiben, denn letzten Endes<lb/>
muß er es ja im Budget irgendwie decken, daß die Bauern jetzt den<lb/>
1. Februar mit 3 1/2 Groschen vorschlagen werden. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> er<lb break="no"/>schien dann tatsächlich, verlangte, so wie bereits ein paar Mal vor<lb break="no"/>her schon beim Vier-Augengespräch mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dieser erschien<lb/>
dann und wies daraufhin, daß <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> ihn ersucht hatte, man<lb/>
sollte den 1. Februar akzeptieren, denn er hat sich gerade mit den<lb/>
Bauernvertretern immer sehr für die Lösung des Kernkraftwerks<lb break="no"/>problems eingesetzt und stets kooperationsfreundlich. Selbstver<lb break="no"/>ständlich wurde daher auch letzten Endes 1. Februar mit 3 1/2<lb/>
Groschen beschlossen. Präsident <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> fragte, wann endlich die<lb/>
endgültige Preisregelung bei Milch beginnt. Ich erwiderte ihm,<lb/>
daß ja entgegen seiner Behauptung das Preisprüfungsverfahren ein<lb break="no"/>geleitet ist und sicherlich noch einige Zeit dauern wird, da sich<lb/>
die Interessenvertretungen bis jetzt nicht mit einer Stellungnahme<lb/>
zum Vorschlag der Landwirtschaftskammer geäußert hat. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat<lb/>
mir vorher mitgeteilt, er könnte sich vorstellen, daß mit 1. Juni<lb/>
frühestens, ich glaube allerdings spätestens, der neue Milchpreis<lb/>
fixiert werden sollte. Er braucht diese Milchpreiserhöhung zu diesem<lb/>
Zeitpunkt, um sein neues System der Kontingentierung besser ein<lb break="no"/>führen zu können. Letzten Endes hat er ja auch zugegeben, daß<lb/>
er die Erhöhung des Milchkrisengroschen mit 6 1/2 Groschen und damit<lb/>
auf 41 Groschen insgesamt Abzug für den Bauern auch aus dieser<lb/>
Überlegung so schnell und so drastisch gestartet hat. Er will die<lb/>
Krisengroschenregelung ad absurdum führen, durch eine Milchpreis<lb break="no"/>erhöhung den Bauern dann gleichzeitig für das Grundkontingent den<lb/>
Milchpreis attraktiv machen. Ich fragte ihn allen Ernstes, warum<lb/>
man gerade mit der Einführung der neuen Kontingente bis zum 1. Juli<lb/>
zuwarten muß, wenn die Bauern tatsächlich erklären, sie würden<lb/>
der Regelung unter gar keinen Umständen zustimmen und die Markt<lb break="no"/>ordnung fallen lassen, damit automatisch aber auch alle anderen<lb/>
Wirtschaftsgesetze auslaufen würden, dann könnte man sich ja schon<lb/>
vorher auf diese Taktik einstellen. Ich glaube, wenn der Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister seine Milliardenbeträge für Agrarsubventionen<lb/>
weiter zur Verfügung hat, dann kann er selbst ohne gesetzlicher<lb/>
Regelung entsprechend agieren. Die Länder müßten dann eine eigene<lb/>
<pb n="42-0191" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0191.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Milchmarktordnung errichten, sie sind ja für die Landwirtschaft<lb/>
kompetenzmäßig zuständig und bräuchten vom Finanzminister respektive<lb/>
Landwirtschaftsminister dann nur noch die notwendigen Stützungs<lb break="no"/>mittel. Wenn <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> dies nicht generell hergibt, sondern sich einen<lb/>
entsprechenden individuellen Einfluß behält, kann er dann wesent<lb break="no"/>lich mehr aktive Agrarpolitik machen, als dies jetzt im Zwangs<lb break="no"/>korsett der Marktordnungsgesetze möglich ist. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> will aber auf<lb/>
alle Fälle auch in der Frage der Kontingentierung mit den Bauern<lb/>
zu einer Übereinstimmung kommen. Die erste große Differenz liegt aber<lb/>
schon darin, daß diese 118 Prozent Bedarf als normale Basisleistung<lb/>
zum normalen Preis vorschlagen, während der Landwirtschaftsminister<lb/>
110 und der Finanzminister gar nur 105 Prozent.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_06">Bezüglich der Fleisch- und Rinderpolitik konnte <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> nachweisen,<lb/>
daß er mit über 600 Mio Schilling Subvention im vergangenen Jahr<lb/>
eine einsame Spitze im Vergleich zu allen Jahren vorher erreicht<lb/>
hat. Richtig ist, daß ca die Hälfte aus Abschöpfungen von Eier-,<lb/>
Geflügel- und Fleischimporten zustande kam, doch aus<add>[auch?]</add> dies zahlen<lb/>
die Konsumenten und es kommt den Bauern zugute. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> meinte, die<lb/>
Arbeiterkammer und insbesondere Gewerkschaftsbundpräsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
seien bereit, auf das Preisband bei Vieh einen Schilling zuzulegen,<lb/>
während die Landwirtschaft unbedingt 2 Schilling braucht. Jetzt<lb/>
bewegen sich die ganzen Viehverkäufe am oberen Rande des Preis<lb break="no"/>bandes. Durch die Stützungspolitik des Landwirtschaftsministeriums<lb/>
nach Griechenland 12 S pro kg lebend, nach Libyen, wo wir jetzt<lb/>
den größten Absatz haben, von 9 S pro kg lebend, wobei auch die<lb/>
Länder jetzt, wie Präs. <rs type="person" ref="#per__113058">Koiner</rs> mitteilte, bis zu 1,50 S dazu zahlen<lb/>
müssen. Das wirkliche Problem stellt der Export in die EG dar, dort<lb/>
wird jetzt ein AUFBRINGUNGSpauschale von 4 S bezahlt. Dies ist selbst<lb break="no"/>verständlich vertragswidrig. Bauernbunddirektor Dr. <rs type="person" ref="#per__113057">Strasser</rs> hat<lb/>
dann allen Ernstes gemeint, es müßte jetzt harte Maßnahmen gegen<lb/>
die EG ergriffen werden, weil diese auch die Zuchtrinder in die<lb/>
Rindermarktordnung einbeziehen. Auf diesem Sektor besteht weniger<lb/>
die Gefahr bezüglich einer Abschöpfung, als daß sie jetzt verlangen,<lb/>
es müßten die 40–60.000 Stück Zuchtrinder, die wir nach Italien<lb/>
liefern, in ihre Herdbücher eingetragen werden. Dies ist administrativ<lb/>
kaum möglich und dadurch entsteht die große Gefahr, daß auch der<lb/>
Zuchtrinderexport zu Schaden, wenn nicht gar zum weitestgehenden<lb/>
Erliegen kommt. <rs type="person" ref="#per__113057">Strasser</rs>, dem ich sofort sagte, er kennt doch die<lb/>
Situation ganz genau und dass mit den Kampfmaßnahmen, wie sie auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> immer im Parlament verlangt, ist nichts anderes als eine<lb/>
<pb n="42-0192" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0192.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>politische Alibiforderung, meinte, die Regierung müßte sich inten<lb break="no"/>siver für die Agrarprobleme in Brüssel einsetzen. Ich konnte darauf<lb/>
hinweisen, daß <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ständig bei den Agrarministern aller EG-Staaten<lb/>
ist und insbesondere versucht, mit Hilfe des deutschen Agrarministers<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs> die Franzosen zu Zugeständnissen zu bewegen. Die Erhöhung des<lb/>
Nutzrinderkontingentes war der schlagende Beweis. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte mit<lb/>
Recht, man soll sagen, was er noch mehr machen kann. Alle Agrar<lb break="no"/>minister empfängt er stets und überall tritt er für die Bauern ein.<lb/>
Ein französischer Minister hat ihm nur gesagt, bei allen Maßnahmen,<lb/>
die er setzt, denkt er immer an seine Wähler, das sind Bauern mit<lb/>
2 Kühen, diese hat er zu schützen und sonst nichts anderes. Letzten<lb/>
Endes einigten wir uns über diesen Wunsch der Bauern, daß die Vieh<lb break="no"/>politik weiter fortgesetzt wird und wenn die Preise sinken sollten,<lb/>
dann der Landwirtschaftsminister sofort entsprechend eingreifen<lb/>
wird.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_07">Die dritte Frage des Ölmühlenprojekts konnte ich derart behandeln,<lb/>
daß ich der Landwirtschaftsseite nachweisen konnte, daß ich es ge<lb break="no"/>wesen bin, der vor Jahren aufgrund einer Aussprache mit Bundesrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97375">Brugger</rs> diese Idee nach Österreich brachte. Ich habe damals UNILEVER<lb/>
aufgefordert, nachdem sie ihr Projekt in der Schweiz nicht ent<lb break="no"/>wickeln kann, in Österreich sich mit anderen zusammen zu setzen,<lb/>
um eine Ölmühle zu bauen. Mir persönlich ist es ganz egal, ob Olioprot<lb/>
dies macht, Landwirtschaft und <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> sowie Konsumgenossenschaft<lb/>
mit UNILEVER oder ohne UNILEVER, alle Vorarbeiten im Handels<lb break="no"/>ministerium sind abgeschlossen und ich werde jetzt einen zusammen<lb break="no"/>fassenden Bericht an alle Beteiligten und Interessensvertretungen<lb/>
sowie den zuständigen Ministerien schicken. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meinte nur lakonisch,<lb/>
er bräuchte primär jetzt die Flächenprämien, dann könnte alles<lb/>
starten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagte einmal mehr, er vermutet, daß UNILEVER<lb/>
nur sich an der Projektaussprache beteiligt, sich wahrscheinlich<lb/>
auch an dem Projekt beteiligen wird, aber gar kein Interesse daran<lb/>
hat, daß es tatsächlich zustande kommt. Diese Meinung teilen,<lb/>
glaube ich, auch alle anderen. Feststeht, daß der heurige Rapsanbau<lb/>
respektive sonstige Ölfrüchte bereits getätigt ist und wir<lb/>
spätestens bis September für das nächste Jahr eine endgültige Ent<lb break="no"/>scheidung brauchen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte laß die Briefe für mich zeitgerecht<lb/>
nach Aussprache mit der UNILEVER vorbereiten.<lb/>
</p>
            <pb n="42-0193" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0193.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_09">Im Unterausschuß Kernenergie, wo ich natürlich durch die Verhandlungen<lb/>
mit den Bauern wesentlich zu spät kam, lief eigentlich alles wie<lb/>
vorgesehen. Bautenminister <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> hatte, wie man mir übereinstimmend<lb/>
mitteilte, blendend alle Fragen der Opposition beantwortet. Innen<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, der gerade dran war, hat in seiner, wie die andere<lb/>
Seite sicherlich sagt, schnoddrigen Art, ohne auf Details, wie zum<lb/>
Beispiel wird der Alarmplan funktionieren usw. einzugehen, generell<lb/>
erklärt, alles ist in Ordnung. Da es sehr spät war, kam dann gerade<lb/>
noch Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, wenn ich so sagen darf, dran und hier be<lb break="no"/>gann ich mich dann, worüber sie, glaube ich, sehr glücklich war, mich<lb/>
einzuschalten. Immer dann, wenn die GKT betroffen war, erklärte<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs>, aber auch dem ÖVP-Experten <rs type="person" ref="#per__112626">Hauser</rs>, dies<lb/>
ist meine Kompetenz und versuchte zwar in Show wie aller Art, in<lb/>
der Sache aber umso härter, alle ihre Angriffe abzuwehren. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> erkrankt war, hat <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> den Vorsitz geführt, er war sicht<lb break="no"/>bar darüber sehr wenig glücklich, da er jetzt in die Diskussion<lb/>
nicht eingreifen konnte. Von unserer Seite hat sich nur dann Klub<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> bei generellen politischen Aussagen beteiligt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat übrigens mir gegenüber erwähnt, daß sich der von mir<lb/>
vorgeschlagene SPÖ-Experte Prof. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> von Seibersdorf blendend<lb/>
schlägt. Mein Plan ist in dieser Beziehung 100 %-ig aufgegangen.<lb/>
Lange Diskussion gab es dann wieder einnml über die Experten.<lb/>
Bei den Kernkraftwerksgegnern hatte <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> tatsächlich vorge<lb break="no"/>schlagen, man sollte 26 Einzelpersonen oder Organisationen ein<lb break="no"/>laden. Die ÖVP WUßTE GANZ GENAU, daß dies unmöglich ist und von<lb/>
uns abgelehnt wird. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat als Gegenvorschlag drei, wenn<lb/>
man so sagen kann Dachorganisationen nominiert. Letzten Endes<lb/>
einigte man sich auf sechs. Die ÖVP ging sofort in die Öffentlich<lb break="no"/>keit, um sich als den Kernkraftwerkgegnern wohlgesinnt darzu<lb break="no"/>stellen. Mit <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> haben wir dann verein<lb break="no"/>bart, was ich seit eh und je sagte, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> muß als Energie<lb break="no"/>sprecher in diesen Unterausschuß schon bei Beginn der Sitzung<lb/>
entsprechende Erklärungen für die Presse abgeben. Derzeit hat<lb/>
nur die ÖVP, wie man so schön sagt, das Sagen, weil sie es gar<lb/>
nicht abwartet, was aus der Diskussion herauskommt, sondern sofort<lb/>
ihre Stellung über den ÖVP-Pressedienst weitergibt. Da jetzt eine<lb/>
ganze Reihe von zusätzlichen Fachleuten als Experten nominiert<lb/>
<pb n="42-0194" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0194.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sind, hoffe ich, daß diese alle der ÖVP angehören oder ihr zu<lb break="no"/>mindestens nahestehen. Dies wäre insbesondere für die Atombe<lb break="no"/>fürworter notwendig, damit uns niemand sagen kann, wir hätten<lb/>
politische Absichten bei der Experten-Nominierung verfolgt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte versuche, aber selbstverständlich unauf<lb break="no"/>fällig, die politische Einstellung der Experten zu erfahren.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_11"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und mir mitgeteilt, daß er eine<lb/>
Aussprache mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> gehabt hat. Dieser erklärte, er<lb/>
könne sich sehr wohl vorstellen, daß bis April, Mai der Bericht<lb/>
des Unterausschusses abgeschlossen sein könnte. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> erklärte nur<lb/>
dezidiert, der Name Zwentendorf oder eine Aussage über die Inbe<lb break="no"/>triebnahme von Zwentendorf komme nicht in Frage. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischers</rs> Gegen<lb break="no"/>argument ist richtig, da wird der Ausschuß jetzt wochenlang<lb/>
über Zwentendorf diskutieren und jede technische Details be<lb break="no"/>sprechen und dann wird keine Aussage in der Entschließung sein,<lb/>
ist doch unmöglich. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> meinte dazu abschließend, es sei noch<lb/>
nicht endgültig entschieden, aber in der nächsten Bundespartei<lb break="no"/>vorstandssitzung würde auch über diese Frage innerhalb der ÖVP<lb/>
die Entscheidung fallen. Unsere Aufgabe, meint <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, müßte es<lb/>
sein, jetzt bei allen beteiligten Stellen, Wirtschaftsbund,<lb/>
Handelskammer, Industriellenvereinigung usw., entsprechende Stimmung<lb/>
zu machen. Für die Verhandlung vor der Karwoche gibt es Schwierig<lb break="no"/>keiten, weil <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> mehrere Termine für seine Justizreform mit<lb/>
dem Justizunterausschuß schon vereinbart hat. Die ÖVP bietet<lb/>
jetzt sehr geschickt einen ganzen Tag anstelle des Justizunter<lb break="no"/>ausschusses für das Kernkraftwerkproblemen. Natürlich hat <rs type="person" ref="#per__97444">Heinzi<lb/>
Fischer</rs> dem nicht zustimmen können, er hat scheinbar mit <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs><lb/>
darüber gesprochen und gar nichts erreicht und ersuchte mich, ich<lb/>
sollte versuchen, bei <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> wenigstens einen halben Tag zu be<lb break="no"/>kommen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> verbinden.<lb/>
</p>
            <pb n="42-0195" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0195.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_13">Die Bundeshandelskammer hat den iranischen Fremdenverkehrsminister<lb/>
für abends in die Oper eingeladen und dann ein Souper beim Sacher<lb/>
geben wollen. Dieser bezeichnet sich als Avantgardist und ist<lb/>
an Carmen, wie er sagte, nicht interessiert. Aus diesem Grund<lb/>
wurde die Oper gestrichen, das Souper vorverlegt und dann stellte<lb/>
sich heraus, daß die Bundeshandelskammer überhaupt keinen Funktio<lb break="no"/>när hat, ja nicht einmal einen Kammeramtsdirektor, der den Gast<lb/>
empfangen könnte. Ich mußte, obwohl ich dies hasse, mit einem<lb/>
Abendessen einspringen, um den Fremdenverkehrsminister nicht zu<lb/>
verärgern. Ich setzte zwar das Essen bereits um 8 Uhr an, weil ich<lb/>
vorher hoffte, in die Partei noch gehen zu können, was durch die<lb/>
Länge des Unterausschusses auch nicht möglich war. Tatsächlich<lb/>
ist er dann natürlich nicht um 8 Uhr erschienen, sondern, obwohl er<lb/>
den Besuch in Baden, der vorgesehen war, gestrichen hat, eine halbe<lb/>
Stunde später und so zog sich das Essen auch wieder bis 1/2 11 Uhr.<lb/>
Zum Glück mußten sie am nächsten Tag um 6 Uhr aufstehen, um den<lb/>
Zug zu erwischen, da kann er kaum zu spät kommen, weshalb dieses<lb/>
Abendessen nicht allzu lange dauerte. Daß die Handelskammer aber<lb/>
niemand auftreiben konnte, ist wirklich einmalig. Ich bin doch<lb/>
wirklich ein Weh für alle!<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-21_14"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="42_0187_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0187-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 21.2.1978</head>
         </div>
         <pb n="42_0187_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0187-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
         </div>
         <pb n="42_0195_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0195-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <pb n="42_0195_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0195-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesordnung 107. Ministerratssitzung, 21.2.1978</head>
            <gap reason="sampling"/>
            <pb n="42_0195_03" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0195-03.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         </div>
         <pb n="42_0195_04" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-21_0195-04.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="other">
            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__97420">
               <persName type="label">Ertl, Josef</persName>
               <persName><surname>Ertl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BRD-LWM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113056">
               <persName type="label">Bierbaum, Matthias</persName>
               <persName><surname>Bierbaum</surname><forename>Matthias</forename></persName>
               <occupation>nö. ÖVP-LR, Präs. LWK NÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97572">
               <persName type="label">Hubinek, Marga</persName>
               <persName><surname>Hubinek</surname><forename>Marga</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/102071865X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__110998">
               <persName type="label">Eisenberg, Shoul N.</persName>
               <persName><surname>Eisenberg</surname><forename>Shoul N.</forename></persName>
               <occupation>Vermittler von Geschäften, öst. Generalkonsul in Seoul,
                  Südkorea</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97819">
               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__112996">
               <persName type="label">Staudinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Staudinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.; Bgm. Schwanenstadt, OÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113055">
               <persName type="label">Tillian, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Tillian</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Präs. SPÖ-Arbeitsbauernbund</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97686">
               <persName type="label">Lanner, Sixtus</persName>
               <persName><surname>Lanner</surname><forename>Sixtus</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/120934426</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97755">
               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
               <persName><surname>Moser</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Bautenminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97311">
               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118503049</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97691">
               <persName type="label">Lehner, Hans</persName>
               <persName><surname>Lehner</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Präs. LWK</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97444">
               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97511">
               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
               <persName><surname>Haiden</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111325">
               <persName type="label">Mock, Alois</persName>
               <persName><surname>Mock</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Abg. z. NR, Klubobmann, ÖVP</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97743">
               <persName type="label">Minkowitsch, Roland</persName>
               <persName><surname>Minkowitsch</surname><forename>Roland</forename></persName>
               <occupation>Präs. Bauernbund</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118894366</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__112626">
               <persName type="label">Hauser, Walter</persName>
               <persName><surname>Hauser</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97899">
               <persName type="label">Fröhlich-Sandner, Gertrude</persName>
               <persName><surname>Fröhlich-Sandner</surname><forename>Gertrude</forename></persName>
               <occupation>VzBgm.in Wien</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119366355</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__107938">
               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98063">
               <persName type="label">Weißenberg, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Weißenberg</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Sozialminister</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118806904</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97372">
               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__110923">
               <persName type="label">Lanc, Erwin</persName>
               <persName><surname>Lanc</surname><forename>Erwin</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__98040">
               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
               <persName><surname>Wais</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/1017902909</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__98072">
               <persName type="label">Wiesinger, Anna</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Anna</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97668">
               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118566512</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__113057">
               <persName type="label">Strasser, Rudolf (ÖVP)</persName>
               <persName><surname>Strasser</surname><forename>Rudolf (ÖVP)</forename></persName>
               <occupation>Dir. ÖVP-Bauernbund</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__112995">
               <persName type="label">Grümm, Hans</persName>
               <persName><surname>Grümm</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>wiss.-techn. GF Öst. Studienges. f. Atomenergie</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97375">
               <persName type="label">Brugger, Ernst</persName>
               <persName><surname>Brugger</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Schweizer BR f. Wirtsch.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113058">
               <persName type="label">Koiner, Simon</persName>
               <persName><surname>Koiner</surname><forename>Simon</forename></persName>
               <occupation>Präs. LWK Stmk.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__109811">
               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111723">
               <persName type="label">Wiesinger, Günther</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97543">
               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/102318379X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97346">
               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119083906</idno>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>