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            <title type="main">Montag, der 20. Februar 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_01">Montag den 20. Feber 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_02">Beim Jour fixe beschwerte sich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, daß <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> sich in der<lb/>
Programmdiskussion gegen die Sozialpartnerschaft ausgesprochen hat,<lb/>
weil diese nicht in das SPÖ-Programm aufgenommen wird. Nach einer Mit<lb break="no"/>teilung im Kurier hat <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> argumentiert, die Sozialpartnerschaft ist<lb/>
was Kurzfristiges und wird in den 80-er Jahren keine Rolle mehr<lb/>
spielen. Ich habe in der Ministerratsvorbesprechung <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> diesbezüglich<lb/>
gefragt und er erklärte mir, daß Professor <rs type="person" ref="#per__97728">März</rs> und andere Linke bei<lb/>
der Programmdiskussion sagten, man sollte sich kritisch mit der Sozial<lb break="no"/>partnerschaft auseinandersetzen, mit anderen Worten: den negativen Ein<lb break="no"/>fluß darstellen. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> hat in Abwehr dieses Verlangens den Ausspruch<lb/>
getan, der auch im Kurier steht, aber nicht um gegen die Sozialpartner<lb break="no"/>schaft zu argumentieren, sondern mit dem Hinweis ihrer Kurzlebigkeit<lb/>
die kritische Diskussion darüber verhindert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_03"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat von einem B-Hotel 50 Betten in <choice><choice><sic>Kollomann Gaugl</sic><corr>?</corr></choice></choice> einen<lb/>
Brief vom 31. November 1977 an das Handelsministerium gerichtet, da<lb/>
es sich seiner Meinung nach um einen Sicherungsfall handelt. Ich erklärte<lb/>
ihm, daß diese Aktion abgeschlossen ist, ich werde aber prüfen lassen,<lb/>
welche Möglichkeit zur Hilfe noch besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß Dir den Fall sofort vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_05"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> bestätigen mir beide, daß sie für die Ratifi<lb break="no"/>zierung des Europäischen Patentübereinkommens sind, möchten nur die<lb/>
parlamentarische Behandlung erst im Herbst. Ich erkläre sofort, daß<lb/>
ich in absehbarer Zeit den Ministerrat einen entsprechenden Antrag<lb/>
stellen muß. Die Handelskammer ersucht, den spätestmöglichen Zeitpunkt<lb/>
zu wählen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sagt, der Hauptgrund der Patentanwaltskammer ist,<lb/>
gegen das Europäische Patentübereinkommen zu sein, da in diesen der<lb/>
Anwaltszwang der im österreichischen System herrscht, nicht übernommen<lb/>
wurde. Die Handelskammer erhält genau wie im Handelsministerium von<lb/>
den Firmen Eumig, Koreska usw. ständig Schreiben, wo auf eine baldige<lb/>
Ratifizierung des Europäischen Patentübereinkommens gedrängt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111994">HIRSCH</rs>: Bitte mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> eine Aussprache verein<lb break="no"/>baren.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_07">Von einem ehemaligen Abgeordneten, dessen Tochter <rs type="person" ref="#per__113030">Fischer Therese</rs><lb/>
in Lech die Pension <choice><choice><sic>Grattenburg</sic><corr>Gradenburg?</corr></choice></choice> betreibt, wurde vor längerer Zeit<lb/>
ersucht, einen Fremdenverkehrskredit von 500.000 Schilling zu gewähren.<lb/>
In dieser Pension dürfte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> immer seinen Winter-Urlaub verbringen.<lb/>
Angeblich wurde dieses Ansuchen schon vor langer Zeit an das Handels<lb break="no"/>ministerium geschickt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weißt Du über diesen Fall?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_09">Bezüglich der Erhöhung der Löhne für Müller und Bäcker soll ein ge<lb break="no"/>meinsamer Terminvorschlag in Verbindung mit einer Preiskorrektur ge<lb break="no"/>macht werden. Ich erkläre sofort, daß stets vor der Preiskorrektur<lb/>
mindestens 14 Tage vorher die Lohnerhöhung durchgeführt wurde. An<lb/>
diesem System, sagt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, soll sich nichts ändern. Er wird einen<lb/>
diesbezüglichen Terminvorschlag ausarbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_10">Im EGKS soll jetzt durch das Handelsministerium die Mindestpreisan<lb break="no"/>hebung garantiert werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> schlägt vor, wenn dieses System nicht<lb/>
ausreichen sollte, eventuell eine weltweite Vidierung in Aussicht zu<lb/>
nehmen, obwohl gewisse Händlerkreise dagegen sein würden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
schlägt auch vor, daß jetzt der Entwurf zur Antidumpinggesetz-Novelle<lb/>
eingebracht werden soll, wo er einsieht, daß keine neun Wochen für Ver<lb break="no"/>sandtermin eingebaut wird. Ich erkläre nämlich mit aller Deutlichkeit,<lb/>
daß jede, selbst nur eine Woche Versandtermin in der Novelle diese<lb/>
vollkommen wertlos machen würde. In diesem Zeitraum würde der Handel<lb/>
mehr Anträge stellen und nachweisen, daß eben in diesem Zeitpunkt<lb/>
schon solche Lieferverträge bestanden haben, wodurch die Novelle nicht<lb/>
nur wertlos wird, sondern genau das Gegenteil bewirkt. In diesem Zeit<lb break="no"/>raum würde eine derartig starke Importtätigkeit für die Produkte, die<lb/>
den Antidumpingverfahren unterworfen werden sollen, einsetzen, daß für<lb/>
diese Industriegruppe eine schlechtere Situation besteht, als wenn sie<lb/>
nicht dem Antidumpingverfahren unterworfen wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
sehen dies vollständig ein, sagen nur bei den Verhandlungen hat der<lb/>
Handelsvertreter bis jetzt sich gegen den Industrievertreter <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs><lb/>
durch Reinlegen durchgesetzt, sie erwarten einen Entwurf, der ihm den<lb/>
Industriestandpunkt berücksichtigt, da die Bundeshandelskammer einen<lb/>
Präsidialbeschluß hat, teilen sie mir streng vertraulich mit, daß sie<lb/>
gegen den Ministerien-Entwurf nicht kämpfen werden. Aus dieser<lb/>
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entsprechender Beschluß zustande kommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte den Entwurf jetzt für den<lb/>
Ministerrat vorbereiten.<lb/>
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der Arbeitsgemeinschaftsförderung österreichischer Qualitätsarbeit.<lb/>
Dieser teilte freimütig mit, daß innerhalb ihres Präsidiums vorgesehen<lb/>
ist, Dr. <rs type="person" ref="#per__113034">Dorfner</rs>, der auch die Österreich-Woche betreut, mit der Ge<lb break="no"/>schäftsführung der ARGE zu betreuen. Dr. <rs type="person" ref="#per__113036">Maier</rs> und <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> sowie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113035">Wessely</rs> werden sich unverzüglich mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> ins Einvernehmen<lb/>
setzen. Da die ARGE ihren Sitz im WIFI, Bauernmarkt, hat, kann die<lb/>
Paritätische Zusammensetzung AK, HK bleiben, auch dann wenn die Arbeiter<lb break="no"/>kammer nur 100.000 S dazu beiträgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte die Besprechung so schnell als möglich<lb/>
zu einem Abschluß bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_14">Die OECD verlangt jetzt Daten über Multis. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> hat bei einer<lb/>
Besprechung, da die Handelskammer sich sehr zurückhaltend gezeigt hat,<lb/>
erklärt, dann wird er sich die Unterlagen direkt bei den Multis be<lb break="no"/>schaffen. Darauf ist die Handelskammer sehr allergisch und erklärte<lb/>
sofort, sie würde <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln<lb/>
bekämpfen. Ich versuchte insofern zu vermitteln, als ich zusagte, mit<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> darüber zu sprechen, wie doch noch gemeinsam mit der<lb/>
Handelskammer die notwendigen Unterlagen von den Multis beschafft<lb/>
werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mit der Handelskammer, Dr. <rs type="person" ref="#per__113031">Melis</rs>,<lb/>
Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_16"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gibt zu, daß obwohl der Energiekonsumentenverband und auch die<lb/>
Industriellenvereinigung, Graf <rs type="person" ref="#per__113033">Hartig</rs>, sowie Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> von der Handels<lb break="no"/>kammer gegen eine Strompreiserhöhung auftreten, eine 4 1/2 %-ige<lb/>
Preiskorrektur notwendig ist. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird diesbezüglich mit den Han<lb break="no"/>delskammervertretern sprechen und glaubt, daß der richtige Termin<lb/>
der 1. April wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Min.Rat <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll nach entsprechender Rücksprache<lb/>
mit den einzelnen Interessensvertretungen endgültig berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_18">Im Universitätsorganisationsgesetz ist vorgesehen, daß Großinstitute<lb/>
in den einzelnen Universitäten entstehen. Deshalb soll auf der Welt<lb break="no"/>handel das Institut für Gewerbe, Prof. <rs type="person" ref="#per__112967">Hruschka</rs>, und für Betriebswirt<lb break="no"/>schaftslehre und Industrie, Prof. <rs type="person" ref="#per__113039">Seicht</rs>, zusammengelegt werden. Diese<lb/>
Zusammenlegung hat vielleicht, wie <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> mitteilt, einen Einfluß auf<lb/>
den Verein für Gewerbeforschung, der vom Handelsministerium seit eh<lb/>
und je unterstützt wird. Da ich sofort erkläre, mich in das UOG nicht<lb/>
einzumischen, wohl aber den Verein weiter zu unterstützen, betrachte ich<lb/>
die Angelegenheit für nicht erledigt.<lb/>
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weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_20">Die Firma Adlmüller wird am 3. April in München den Modepreis erhalten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113037">Adlmüller</rs> hat sich über <rs type="person" ref="#per__113040">Vichydil</rs>, Tlapa, an meine Frau gewendet wegen<lb/>
200.000 S Unterstützung. Ich verweise die Handelskammer darauf, daß sie,<lb/>
sei es aus den WIFI- oder aus den AHF-Beiträgen, <rs type="person" ref="#per__113037">Adlmüller</rs> unterstützen<lb/>
müßte. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wird einen diesbezüglichen Empfang in München für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113037">Adlmüller</rs> organisieren und bezahlen. Ich selbst kann ihn aus Handels<lb break="no"/>ministerium-Mitteln nicht unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__113037">Adlmüller</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_22">Im Journalistenfrühstück berichtet <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> über die Verhandlungen mit<lb/>
den Ländern wegen Energiesparen-Vorschläge. <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> gibt die letzten<lb/>
Ziffern über den Öl- und Ölproduktenverbrauch bekannt, die im Vorjahr<lb/>
eine 7 %-ige Reduktion erfahren haben. Mehr denn je bin ich überzeugt,<lb/>
daß wir diese Energiespar-Erfolge, die allerdings auf die Witterung<lb/>
zurückzuführen sind, propagandistisch schlecht verkauft haben. Hier,<lb/>
glaube ich, wird der <rs type="person" ref="#per__111384">Weiser</rs>-Verein mehr erreichen. Nachmittags bei der<lb/>
Vorstandssitzung kann ich auch feststellen, daß <rs type="person" ref="#per__111384">Weiser</rs> tatsächlich<lb/>
ein Aktionsprogramm vorlegt, welches gigantische Vorschläge bein<lb break="no"/>haltet, u.a. denkt er allen Ernstes daran, man sollte Motorveran<lb break="no"/>staltungen verbieten, zumindestens Anfangs des Monats, um auch dort<lb/>
entsprechende Benzinersparnisse zu erreichen. Darüber hinaus schlägt<add>[er]</add><lb/>
eine ganze Reihe von steuerlichen Begünstigungen und Förderungen durch<lb/>
das Finanzministerium vor. <rs type="person" ref="#per__111384">Weiser</rs> hat die Absicht, mit diesem Riesen<lb break="no"/>programm entsprechend in der Öffentlichkeit Aufsehen zu erregen, was<lb/>
<pb n="42-0183" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-20_0183.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ihm sicherlich gelingen wird. Gespannt bin ich nur, was er innerhalb<lb/>
1 1/2 Jahren durchsetzen wird, denn dies hat er sich als Ziel ge<lb break="no"/>steckt mit einer genauen terminlichen Begrenzung. Seine Idee ist, ein<lb/>
Budget von 7 Mio S, das er ursprünglich mit 9 Mio machen wollte, vor<lb break="no"/>zulegen, wobei nur 5 1/2 durch Einnahmen gedeckt sind. Für 1 1/2 Mio<lb/>
müßte er gegebenenfalls die Bundesausfallshaftung in Anspruch nehmen.<lb/>
Interessanterweise hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dieses Vorgehen akzeptiert, so etwas<lb/>
kann sich auch wirklich nur der Bundeskanzler leisten. Ein Riesen<lb break="no"/>programm, ein verhältnismäßig überzogenes Budget, mehr als die Hälfte<lb/>
Personalkosten, das nicht durch Einnahmen gedeckt ist und dann noch<lb/>
eine zeitliche Begrenzung, innerhalb dessen dies alles in Angriff ge<lb break="no"/>nommen werden müßte, weil <rs type="person" ref="#per__111384">Weiser</rs> sogar innerhalb 1 1/2 Jahren die<lb/>
Erfüllung seines Programmes vorschlägt. Ich erklärte dem Vorstand, daß<lb/>
es eine strenge Trennung zwischen dem Handelsministerium, welches die<lb/>
vorbereiteten Arbeiten, sei es durch Verhandlung mit den Ländern, sei<lb/>
es im Energiesparbeirat, weiter fortführen wird, um dann der Energie<lb break="no"/>verarbeitungsagentur EVA die Unterlagen zur Propaganda zur Verfügung<lb/>
stellen wird, wie dies auch bisher geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_23"><rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und Ing. <rs type="person" ref="#per__113041">Blaha</rs> von der Arbeitsgemeinschaft für Patentverwertung<lb/>
berichtet über deren Erfolg bei der Erfinderberatung. Eine von ihr<lb/>
herausgegebene Broschüre hat den Sowjets so gut gefallen, daß sie<lb/>
jetzt ins russische übersetzt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_24">Die Eröffnung des Textilzentrum in St. Marx gab mir Gelegenheit, auf<lb/>
die Textilsituation hinzuweisen. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hatte auf die Struktur<lb break="no"/>änderung innerhalb Wiens verwiesen, worauf ich anknüpfend meinte, dieses<lb/>
Modezentrum hätte neben München und Zürich auf alle Fälle auch nach<lb/>
Österreich kommen müssen. Daß ich als Landstraßer Bezirksobmann es<lb/>
gerne in St. Marx habe, werden alle verstehen. Da auch der ÖVP-Be<lb break="no"/>zirksvorsteher-Stellvertreter kopfnickend dies bestätigte, habe ich<lb/>
diese Forderung sofort als unpolitische Sachentscheidung hingestellt.<lb/>
Da jetzt auch die Vorarlberger sich entschlossen haben, ins Modezentrum<lb/>
zu übersiedeln, bin ich auch überzeugt, wird es ein finanzieller Erfolg.<lb/>
Ich bescheinigte deshalb dem Verwalter, dem ehemaligen Internationalen<lb/>
und Trainer von Austria, <rs type="person" ref="#per__113042">Stotz</rs>, der erklärte, er sei furchtbar aufge<lb break="no"/>regt wegen seiner Ansprache, jetzt bräuchte er sich nicht mehr zu<lb/>
sorgen. Eine Modeschau, die angeblich wesentlich billiger kommt als<lb/>
die in der WIFI und der Damenmodenwoche und teils von exotischen<lb/>
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gezeigt, wie von Firmen aus dem Modezentrum stammen. Die Idee war<lb/>
sehr gut, weil bei dieser Gelegenheit eben gleich auch die Vorarl<lb break="no"/>berger Firmen erwähnt wurden. Noch immer gibt es zweifelnde Stimmen,<lb/>
ob sich die tatsächlich im Modezentrum einmieten. Im Wiener Vorstand<lb/>
hat Sekretär <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> über das Parteienübereinkommen, Wahlkampf erst<lb/>
ab 1. September, berichtet. Es beinhaltet dieselben Punkte wie die<lb/>
bisherigen und wird so wie diese nur gelegentlich eingehalten. Das<lb/>
Wahlprogramm soll am 22.4. dem Landesparteitag vorgelegt werden. Der<lb/>
Wahlfonds ist vom Mitgliederstand 1. Jänner 78 zu bezahlen, beträgt<lb/>
40 S und soll so schnell als möglich auch von den Bezirken akon<lb break="no"/>tiert werden, damit die Zentrale bei Bestellungen bar zahlen kann,<lb/>
weil sie dadurch entsprechende Rabatte bekommt. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> berichtete<lb/>
dann über das Wahlrecht, Herabsetzung des passiven Wahlalters auf<lb/>
19 Jahre, das mehrheitlich, interessanterweise war nur einige ehe<lb break="no"/>malige SJ-ler, wie z.B. <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> dagegen, beschlossen wurde. In der<lb/>
Ministerratsvorbesprechung hat dann <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> darüber berichtet und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war sehr zufrieden und meinte, auch im Bund müßte man dieses<lb/>
womöglich einheitliche Alter 19 Jahre überall durchziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_25">Der persische Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__113045">Ettemat</rs>, der gleichzeitig im<lb/>
Board der internationalen Atomenergie sitzt, wurde von mir mit<lb/>
seinem Mitarbeiter <rs type="person" ref="#per__113046">Massur</rs> zu einem Mittagessen ins Sacher geladen.<lb/>
Die Elektrizitätswirtschaft, <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__113044">Märzendorfer</rs> sowie <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97990">Staudinger</rs> hatten die Gelegenheit mit der <rs type="person" ref="#per__113046">Massur</rs> einen Arbeits<lb break="no"/>termin zu vereinbaren. Bevor unsere Delegation nächste Woche nach<lb/>
Persien fährt, erscheint es zweckmäßig, den Entwurf des Überein<lb break="no"/>kommens in Österreich hier zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__113045">Ettemat</rs> erklärte mir, der<lb/>
Schah hätte ihn ermächtigt, er könnte mir jedwede Zusage bezüglich<lb/>
einer Veröffentlichung unserer Verhandlungen machen. Die persische<lb/>
Seite ist jetzt bereit, so schnell als möglich zwecks Lagerung<lb/>
von Atommüll zu einem Abschluß zu kommen. Die persische Seite wird<lb/>
aus ihren Kernkraftwerken die abgebrannten Brennstäbe voraus<lb break="no"/>sichtlich nicht sofort zu einer Wiederaufarbeitung geben. Derzeit<lb/>
ist sie mit Cogema sowie Österreich in Verhandlungen, ich erklärte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113045">Ettemat</rs> deshalb dezidiert, sie kennen daher den Cogema-Vertrag<lb/>
und würden uns sehr helfen, wenn sie sich bereit erklären, in den<lb/>
90-er Jahren dann die zwei Kubikmeter Atommüll zur Lagerung<lb/>
zu übernehmen. Unseren Vertretern hatte ich vorher dezidiert<lb/>
<pb n="42-0185" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band42/42_1978-02-20_0185.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erklärt, sie müßten versuchen, in Teheran eine diesbezügliche konkrete<lb/>
Zusage zu erhalten. <rs type="person" ref="#per__113045">Ettemat</rs> selbst hat eingesehen, daß dies für Öster<lb break="no"/>reich die eminent wichtigste Frage ist. In der Ministerratsvor<lb break="no"/>besprechung, wo ich wegen Abholung des persischen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>ministers zu spät kam, hatte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wie mir <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> sagte, mit ihm<lb/>
eine längere Diskussion, wie es mit den Agrarpreisen, insbesondere<lb/>
mit dem Milchkrisengroschen weiter gehen soll. Wie ich erschien, meinte<lb/>
er, ich käme gerade <choice><choice><sic>zurecht</sic><corr>recht</corr></choice></choice>, weil er große Schwierigkeiten wegen des<lb/>
Verbots der Einwegflaschen sieht. Ich erklärte ihm sofort, daß ich<lb/>
mit den Firmen in Verhandlung bin, um ein Selbstbeschränkungsab<lb break="no"/>kommen zu erreichen. Spaßhalber meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, er hätte <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> gegen<lb/>
mich aufgehußt, weil ein Verbot die Arbeitsplätze gefährden würde.<lb/>
Ich erklärte, das macht gar nichts, denn auch <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> wird einsehen,<lb/>
daß wir hier etwas unternehmen müssen, der jetzige Zustand der<lb/>
Einwegflaschen soll ja bleiben, nur die Ausdehnung insbesondere<lb/>
auf dem Plastiksektor wäre zu vermeiden, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> übrigens sofort<lb/>
bestätigte. Angeblich hat sich ein Alpla-Werk an ihn gewendet, weil<lb/>
dort Arbeitsplätze verlustig gehen würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_26">ANMERKUNG FÜR-WANKE UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Wo ist das Schreiben der Alpla-<lb/>
Werke?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_27">Da Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__113048">Guggenberger</rs> von Klagenfurt sich jetzt im Fall<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113049">Walter Reder</rs> an die Öffentlichkeit gewendet hat, wird jetzt auch die<lb/>
Bundesregierung zeigen, was sie alles unternommen hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist<lb/>
fest davon überzeugt, daß damit die Möglichkeit einer vorzeitigen<lb/>
Freilassung endgültig verschüttet wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_28">Prof. <rs type="person" ref="#per__113050">Fenz</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Brief geschrieben, wo er ihm mitteilt,<lb/>
daß er hinter der Regierung wegen einer eigenen Autoproduktion steht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> vor und soll jetzt ein Symposium aller Fach<lb break="no"/>leute machen, die sich für diese österreichische Autoproduktion<lb/>
einsetzen. Prof. <rs type="person" ref="#per__113050">Fenz</rs>, Prof. <rs type="person" ref="#per__113051">Fuhrmann</rs>, der jetzt an der Technik<lb/>
ebenfalls vorliest, soll neben anderen dafür einberufen werden.<lb/>
Derzeit finden neue Verhandlungen mit amerikanischen Firmen, Chrysler<lb/>
statt, wobei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr pessimistisch ist bezüglich eines positiven<lb/>
Urteils.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_29">Austria today soll von allen durch entsprechenden Ankauf von<lb/>
Exemplaren weiter gefördert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_30">Die Wanderausstellung 1918–1938, vom Wirtschaftsmuseum herausge<lb break="no"/>geben, soll zwar nicht allen Bezirkshauptstädten, das wären 102 und<lb/>
würde 4 1/2 Mio S kosten, wohl aber in mehr als den Landeshaupt<lb break="no"/>städten, wo nur 2 Mio aufzuwenden wären, gezeigt werden. Der Bundes<lb break="no"/>pressedienst wird die 3 Mio aufzubringen haben und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ver<lb break="no"/>pflichtet sich, sie in einem BÜG im Herbst dann zu refundieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_31"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet über die Sicherheitsmaßnahmen, die jetzt die Sicher<lb break="no"/>heitsbeauftragten in den Ministerien mit ihm besprochen haben. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs><lb/>
ist der Meinung, man sollte ein bißchen etwas tun, obwohl er scheinbar<lb/>
auch überzeugt ist, daß die Maßnahmen kaum besonders wirksam sind.<lb/>
Da die anderen Minister scheinbar überhaupt nicht von den Sicher<lb break="no"/>heitsbeauftragten informiert wurden, ich weiß wenigstens, daß man<lb/>
den Blödsinn im Handelsministerium machen will, durch entsprechende<lb/>
Knöpfe die Türen verschließen zu können, wird die ganze Angelegen<lb break="no"/>heit vertagt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet nur bei dieser Gelegenheit, weil<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> auch über die Sicherheitsvorkehrungen für den Bundeskanzler<lb/>
berichtet, daß er sehr unglücklich über die unzweckmäßige und seiner<lb/>
Meinung nach sinnlose Bewachung ist. Ständig wechseln die Bewacher,<lb/>
keine Partie weiß etwas von der anderen, alle sind seiner Meinung<lb/>
nach schlecht ausgebildet. Nicht auf die Zahl der Bewacher, sondern<lb/>
auf die Ausbildung kommt es an. Da aber die Wiener Polizei mit ihrem<lb/>
Schlendrian hier nichts weiter macht, meint er, hier müßte sehr<lb/>
viel noch geschehen. Das potentielle Risiko liegt darin, daß seiner<lb/>
Meinung nach <rs type="person" ref="#per__113052">Boock</rs> früher oder später befreit werden soll, da ihr<lb/>
Mann noch immer als Hauptterrorist im Freien ist. Die Befreiung, glaubt<lb/>
er, wird zu dem Zeitpunkt stattfinden, wo <rs type="person" ref="#per__113054">Gratt</rs> und <rs type="person" ref="#per__113053">Keplinger</rs> von<lb/>
der Schweiz nach Österreich überstellt sind. Die zweite potentielle<lb/>
Gefahrengruppe ist die Terrorgruppen der Palästinenser und Iraker,<lb/>
die insbesondere gegen alle Leute vorgehen, die für eine Verständigung<lb/>
und Lösung des Israel-Konfliktes sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_32"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, daß der chilenische Finanzminister durch<lb break="no"/>reisen wird und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, da soll am besten nicht er als<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> mit ihm in Kontakt treten, wenn die Chilenen dies wünschen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint halt, es wird bei der SJ wieder Kritik auslösen und<lb/>
<choice><choice><sic>den Mißtrauen-Antrag</sic><corr>das Mißtrauen?</corr></choice></choice> gegen <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> nur verstärken. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> steht<lb/>
aber absolut hinter ihm. In der Chile-Politik, meinte er, müßten sich<lb/>
die Linken entscheiden, er ist der einzige Ministerpräsident, der<lb/>
Aufrufe gegen Chile unterschreibt. Er setzt sich dafür ein, daß<lb/>
einzelne Verfolgte aus Chile herausgebracht werden können. Man kann<lb/>
nur entweder mit dem Regime verhandeln, um Details zu erreichen, oder<lb/>
sie ständig demütigen, dann wird man allerdings gar nichts erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_33">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtet, daß die ÖVP auch im Parlament jetzt<lb/>
verlangen wird, daß Daten von Mitbewerbern bei Ausschreibungen<lb/>
bekanntgegeben werden sollen. Konkreter Anlaßfall ist, daß Sozial<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> den Tiroler Landesarbeitsamts-Leiter ausge<lb break="no"/>schrieben hat, jetzt auch schon besetzt und die ÖVP jetzt von den<lb/>
anderen Bewerbern die entsprechenden Unterlagen verlangt. Wir kommen<lb/>
zur übereinstimmenden Auffassung, so wie bereits seinerzeit dieses<lb/>
Verlangen unter allen Umständen abzulehnen. Ein Gutachten des<lb/>
Verfassungsdienstes gibt uns dazu reichliche gesetzliche Deckung.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, wir werden uns nicht von der ÖVP in diesem Punkt be<lb break="no"/>einflussen lassen. Jeder, der ansucht, hat das Recht, daß seine Akte<lb/>
nicht in der Öffentlichkeit bekannt werden. Die nächste Frage<lb/>
würde dann sein, warum man diesen oder jenen eben nicht bestellt hat.<lb/>
Dann wird es in der Öffentlichkeit eine Diskussion über alle Be<lb break="no"/>amten oder Anwärter geben, die nicht zum Zug gekommen sind, was im<lb/>
Interesse dieser Leute unter allen Umständen verhindert werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: An unserer ablehnenden Haltung gegen<lb break="no"/>über der Personalvertretung in diesem Punkt ändert sich also gar nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_35"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist über eine Atommüllagerung in Persien nicht sehr glück<lb break="no"/>lich, weil er befürchtet, daß die ganze persische Opposition im<lb/>
Ausland dann gegen Österreich Stellung nehmen wird. Er schlägt<lb/>
mir vor, ich soll sofort nach Ägypten fliegen und mit dem dortigen<lb/>
Energieminister Lagerung in Ägypten besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mich mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band42_1978-02-20_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Was ist hier geschehen, um konkretere Informa<lb break="no"/>tionen aus Ägypten zu bekommen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Therese</forename></persName>
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               <persName type="label">Hartig, Otto</persName>
               <persName><surname>Hartig</surname><forename>Otto</forename></persName>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
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               <persName type="label">Etemad, Akbar</persName>
               <persName><surname>Etemad</surname><forename>Akbar</forename></persName>
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               <persName><surname>Wolfsberger</surname><forename>Wolfgang</forename></persName>
               <occupation>GD Siemens Österreich</occupation>
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               <persName><surname>Blaha</surname><forename>A</forename></persName>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Nußbaumer, Adolf</persName>
               <persName><surname>Nußbaumer</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär BKA</occupation>
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               <persName type="label">Wessely, Werner</persName>
               <persName><surname>Wessely</surname><forename>Werner</forename></persName>
               <occupation>Jurist HK</occupation>
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               <persName><surname>Weiser</surname><forename>Georg</forename></persName>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <occupation>Wr. Wirtschafts- u. Finanzstadtrat</occupation>
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