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            <title type="main">Mittwoch, der 15. Februar 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_01">Mittwoch, 15. Feber l978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_02">Im Unterausschuss für Kernenergie – obwohl <choice><choice><sic>ganztätig</sic><corr>ganztägig</corr></choice></choice> die Beratung<lb/>
ursprünglich vorgesehen – sofort beschlossen, nur von 9–12 Uhr<lb/>
zu tagen. In diesen 3 Stunden wurde nichts anderes festgelegt und<lb/>
erreicht, als die nächsten Termine festzulegen und die weitere<lb/>
Vorgangsweise zu fixieren. Die ÖVP hat die Absicht, richtige Propa<lb break="no"/>ganda zu machen, weshalb sie sofort beantragte, die Vertraulich<lb break="no"/>keit des Unterausschusses aufzuheben. Deutlich wurde dies auch,<lb/>
als es darum ging, die Experten zu finden. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
setzte sich mit seiner Einteilung in die vorbesprochenen Ab<lb break="no"/>schnitte durch. Begonnen wird zuerst mit den Regierungsbericht,<lb/>
gleichzeitig auch mit dem Entschliessungsantrag von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>. Dieser<lb/>
kündigte an, dass er von allen Minister, die davon betroffen sind,<lb/>
entsprechende Fragen richten wird, weshalb mit einem Tag das Aus<lb break="no"/>langen nicht gefunden werden kann, weil auch die nächste Sitzung<lb/>
auf ca 5 1/2 Stunden Dauer festgelegt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte die AEZ-Diskussion am Dienstag den<lb/>
21. sofort verschieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_04"><rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> kündigte bereits an, dass er mit diesen 5 1/2 Stunden nicht<lb/>
das Auslangen finden wird und sicherlich die übernächste Sitzung<lb/>
auch noch mit Regierungsbefragung zu einem Grossteil ausgefüllt<lb/>
sein wird. Anschliessend daran sollen dann die Atomkraftgegner die<lb/>
Gelegenheit haben, dem Unterausschuss ihre Stellungnahme zu unter<lb break="no"/>breiten. Hier kämpfte Abg. <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> darum, dass alle Gruppen gehört<lb/>
werden. Der Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> bemühte sich sehr redlich, dies<lb/>
einzuschränken und meinte, wer sich meldet, soll aufgefordert werden,<lb/>
eine entsprechende Delegation zu schicken. Ich bin überzeugt, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> jetzt alle möglichen Organisatoren der Anti-Kraftwerksgruppen<lb/>
indirekt dazu auffordern wird. Damit wird sicherlich auch die dritte<lb/>
Sitzung voll ausgelastet sein. Eine weitere soll sich dann mit den<lb/>
einzelnen Abschnitten, die vereinbart wurden, z.B. Sicherheit, beschäf<lb break="no"/>tigen. Hier war es vor allem die Standortfrage, wie Prof. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> als<lb/>
<choice><choice><sic>uner</sic><corr>unser?</corr></choice></choice> Experte meinte, die zu diskutieren wäre. Ich schlug selbstver<lb break="no"/>ständlich als Experten die amtlichen Sachverständigen <rs type="person" ref="#per__112619">Drimmel</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108610">Gattinger</rs> vor, die insbesondere mit den Gegnern des Standortes,<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs>, konfrontiert werden sollten. <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs> verlangte dann<lb/>
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ÖVP legt Wert darauf, einen Gegner – sie dachte an einen Pen<lb break="no"/>sionisten der NÖ Landesregierung – der seinerzeit gegen die<lb/>
offiziellen Gutachten polemisierte. In dieser Phase bedauerte<lb/>
ich, dass SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> zur Länderbesprechung wegen Energiesparens<lb/>
gehen musste und nicht mehr anwesend war. Die anderen Beamten des<lb/>
Gesundheitsministeriums machten nämlich keinen Muckser, um dort<lb/>
in der Frage der Experten sich zu exponieren. Für mich ist es<lb/>
ganz klar, dass es entscheidend darauf ankommt, ob es gelingt,<lb/>
die richtigen Experten auszuwählen, damit nicht eine einseitig<lb/>
entsprechende Meinung im Unterausschuss, von einem geschickt agierenden<lb/>
Experten vorgetragen, dann dominiert. In dieser Beziehung glaube ich,<lb/>
war es für uns entscheidend, dass als unser ständiger Experte<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> anwesend ist. In einer Frage ergab sich eine weitgehende<lb/>
Übereinstimmung zwischen <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> und <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, was <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> veran<lb break="no"/>lasste zu sagen, gegen diese Achse ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, parteiunabhängiger<lb/>
Experte <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> lasse sich nichts einwenden. Sofort kam die Aufklärung,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs> zwar unser Experte ist, aber eindeutig ÖAAB-Mann, was<lb/>
ich genau wusste, <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> übrigens auch und damit klar und deut<lb break="no"/>lich kennzeichnet, dass wir uns ausschliesslich von fachlichen Ge<lb break="no"/>sichtspunkten, selbst bei Nominierung der Leute leiten lassen. Dies<lb/>
wird in der weiteren Verhandlung, glaube ich, von uns noch von aller<lb/>
grösster Bedeutung sein. Die beste Lösung wäre überhaupt, wenn wir,<lb/>
was sowieso wahrscheinlich aus der Struktur sich ergeben wird,<lb/>
meistens ÖVP-Kernkraftwerkanhänger als Experten namhaft machen<lb/>
könnten. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> wollte, um ja expeditiv arbeiten zu können,<lb/>
womöglich gleich alle Experten für die zu diskutierenden Probleme<lb/>
namhaft machen. Die ÖVP wollte dann allen Ernstes bei Reaktorsicher<lb break="no"/>heit, dass auch Prof. <rs type="person" ref="#per__112994">Bruckmann</rs> herangezogen wird. Hier musste ich<lb/>
mich dagegen aussprechen, denn, wie ich sagte, bei allen guten Be<lb break="no"/>ziehungen, die ich zu <rs type="person" ref="#per__112994">Bruckmann</rs> hatte, Statistiker waren dabei aber<lb/>
wirklich nicht notwendig. Schliesslich einigten wir uns, dass wir<lb/>
erst auf Grund der Erfahrungen, die wir bei der Diskussion über<lb/>
Standortfragen dann über die weiteren Experten befinden sollten.<lb/>
Da kein Endtermin festgelegt werden konnte – die ÖVP sicherlich<lb/>
auch einen solchen niemals zustimmen würde – wurde nur bis Ostern<lb/>
jeweils immer ein Tag in der Woche resp., richtig gesagt, nur ein<lb/>
halber Beratungstag festgelegt. Ein einziges Mal bot die ÖVP eine<lb/>
ganztägige Sitzung an, die allerdings gleichzeitig mit einem<lb/>
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drei Leute in den Unterausschuss über Eherecht gebunden sind,<lb/>
wollten sie, dass <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> zustimmt, dass die Unterausschuss<lb break="no"/>sitzung des Justizausschusses abgesagt wird. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hatte mit<lb/>
Recht, obwohl er an einer expeditiven Erledigung der Kernfrage<lb/>
interessiert ist, nicht seinerseits die vereinbarten Unteraus<lb break="no"/>schusstermine des Justizausschusses ändern wollen. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs><lb/>
ersuchte deshalb, jedermann soll diese Idee unterstützen. Ich<lb/>
bin sehr gespannt, was dabei herauskommen wird. Wenn diese<lb/>
ganztägige Sitzung, weil eben z.B. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> und seine Leute nicht<lb/>
darauf verzichten, bei uns nicht zustande kommt, dann sehe ich<lb/>
wirklich für die Verhandlungen bis nach Ostern kaum einen weiteren<lb/>
Fortschritt. Nach der jetzt angeschlagenen Vorgangsweise und dem<lb/>
Verhalten der ÖVP sehe ich keine Möglichkeit, im April die Materie<lb/>
ins Plenum zu bringen. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> wird sein Moratorium zwar nicht mehr<lb/>
ausdrücklich verlangen, weil er damit ja im Parteivorstand der ÖVP<lb/>
sich nicht durchsetzen konnte, wird aber wahrscheinlich auf Grund<lb/>
der Verhandlungstaktik im Parlament denselben Effekt erzielen.<lb/>
Abg. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> hat seinerseits vorgeschlagen, es sollte ein Mediziner,<lb/>
Biologe und sonstiger Experte bei allen diskutierten Fragen ständig<lb/>
anwesend sein, um stets die Fachleute parat zu haben, um letzten<lb/>
Endes zu beweisen, dass die Sicherheit nach seiner Meinung nicht<lb/>
ausreicht und der derzeitige Stand die Nutzung der Kernenergie<lb/>
nicht zulässt. Wie man bei der Einstellung der beiden Oppositions<lb break="no"/>parteien in absehbarer Zeit zu einem operativem Entschliessungs<lb break="no"/>antrag kommen kann, ist mir derzeit vollkommen schleierhaft. Die<lb/>
einzige Möglichkeit wäre, wenn die Kernkraftwerksbetreiber, seien<lb/>
es die Landesgesellschaften, seien es die ÖVP-Vertreter in der Ver<lb break="no"/>bund, auf<add>[auch?]</add> die beiden anderen Parteien drängen würden, einen Termin<lb/>
einzuhalten, wo der Baufortschritt dann die Parlamentsentschliessung<lb/>
bereits voraussetzt. Während der Wirtschaftsbund sich innerhalb<lb/>
der ÖVP bezüglich ihres Bundesparteivorstandsbeschlusses durchge<lb break="no"/>setzt hat, bin ich nicht ganz sicher, ob er in der Terminfrage sich<lb/>
ebenfalls wird durchsetzen können. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> als Vorsitzender und<lb/>
Wirtschaftsbundmann wird sich sicherlich redlich bemühen, um den<lb/>
Unterausschuss meine Reverenz zu erweisen und<add>[um?]</add> ganz besonders aber<lb/>
zu dokumentieren, dass seine Arbeit bei mir die höchste Priorität<lb/>
hat, verzichtete ich sogar, aufs Begräbnis vom ehemaligen Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> zu gehen. Da der Unterausschuss gleich ein<lb break="no"/>leitend feststellte, bei seiner Zeiteinteilung, dass auf das Begräbnis<lb/>
<pb n="41-0160" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band41/41_1978-02-15_0160.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>' nicht Rücksicht genommen werden muss und kann. Selbstver<lb break="no"/>ständlich habe ich dann dem Vorsitzenden <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> gegenüber<lb/>
eine diesbezügliche Bemerkung gemacht. Niemand soll mir jemals<lb/>
vorwerfen können, ich hätte mich nicht mit aller <rs type="person" ref="#per__97663">Kraft</rs> für eine<lb/>
zeitgerechte Lösung eingesetzt. Eine solche, muss ich aber ge<lb break="no"/>stehen, sehe ich derzeit beim besten Willen nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_05">Bei der Länderbesprechung über Energiesparmassnahmen, die ja<lb/>
meistens in ihrer Kompetenz liegen, bedankte ich mich bei allen<lb/>
Anwesenden, dass sie so kooperativ mit der Energiesektion zusammen<lb break="no"/>arbeiten. Wider Erwarten waren die Länder aber nicht bereit, dem<lb/>
Artikel 15, der eine Staatsvertragslösung bringen sollte, zuzustimmen.<lb/>
Dies hat zwar <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> mir gegenüber nicht ausdrücklich erwähnt, doch<lb/>
schliesse ich das daraus, dass er drei Arbeitsgruppen einsetzte.<lb/>
Eine, die sich mit den legistischen Fragen beschäftigen wird, die<lb/>
zweite über die Bauordnung und die dritte über die elektrische<lb/>
Gerätenormung und insbesondere Produktdeklaration. Was die Länder<lb/>
mich ersuchten war, beim Bautenminister zu plädieren, dass sie<lb/>
mehr Mittel von ihm erhalten. Die Möglichkeit besteht über die<lb/>
Wohnbauförderungsmittel.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_07">Im Bundeskanzleramt hat auf Wunsch <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> eine Aussprache<lb/>
unter Vorsitz <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> zwischen Landwirtschaftsminister und ihm<lb/>
wegen des Milchkrisengroschen stattgefunden. Die Standpunkte <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden's</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> scheinen rein sachlich bezogen eine differente Auf<lb break="no"/>fassung zu ergeben. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> legt das Übereinkommen so aus, dass<lb/>
nichts über den Abbau des Überhanges darin steht, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> auf Grund<lb/>
der bisherigen Praxis über die 200 Mio des vorjährigen Überhanges<lb/>
auch eine Lösung gefunden werden muss. Dieser Überhang hat sich von<lb/>
Jahr zu Jahr meistens erhöht und hat jetzt mit 215 Mio Schilling<lb/>
für das nächste halbe Jahr unlösbare Summe erreicht. Da das Über<lb break="no"/>einkommen am 30. Juni ausläuft, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> nicht bereit ist, dasselbe<lb/>
zu verlängern, sondern durch die Kontingentierung zu ersetzen,<lb/>
sieht der Bauernbund darin den ersten Schritt zur Verwirklichung<lb/>
der <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden's</rs> Idee durch seine einseitige Erhöhung des Milchkrisen<lb break="no"/>groschen um 6.5 Groschen. Überschattet war aber die ganze Dis<lb break="no"/>kussion durch eine halbstündige Erklärung <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch's</rs>, dass er<lb/>
sich in seiner Ehre verletzt fühlte und eine halbstündige Erwiderung<lb/>
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Angriffe verletzt ist. Interessanter Weise kam dann doch das<lb/>
Arbeitsprogramm für die nächste Sitzung wenigstens zur Beschluss<lb break="no"/>fassung. Auch über das Ölmühlprojekt soll jetzt endgültig ent<lb break="no"/>schieden werden. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dezidiert, dass <choice><choice><sic>von seitens</sic><corr>von seiten; seitens</corr></choice></choice><lb/>
des Handelsministerium alle Vorbereitungen jetzt abgeschlossen<lb/>
sind. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> steht nach wie vor auf dem Standpunkt, dass der grund<lb break="no"/>legende Fehler von mir war, nicht Olioprot-Proponenten allein<lb/>
dieses Projekt zu überlassen, sondern Unilever hereinzuziehen.<lb/>
Unilever hat keine andere Absicht, als dieses Projekt zu sabotieren.<lb/>
Dies ist übrigens auch die Meinung des Bauernbundes, wie ich fest<lb break="no"/>stellen konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Nachdem Vorarbeiten bei uns abge<lb break="no"/>schlossen, offizielle Schreiben an alle Beteiligten, jetzt das Pro<lb break="no"/>jekt unverzüglich zu errichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_09">In der Paritätischen Kommission wurde – da ich den Vorsitz führte –<lb/>
die Tagesordnung in nicht ganz 10 Minuten erledigt. Der Antrag der<lb/>
Müllereiarbeiter auf Lohnerhöhung wurde auf die nächste Sitzung<lb/>
zurückgestellt, weil ja gleichzeitig mit den Bäckern verhandelt<lb/>
werden soll. Die meisten Preisanträge wurden dem Preisunterausschuss<lb/>
zurückverwiesen, um dort eine Entscheidung herbeizuführen. In<lb/>
Wirklichkeit stellt sich die Arbeit der Paritätischen Kommission immer<lb/>
mehr als eine Zeitverzögerungsmaschine dar. Die Anträge werden zur<lb/>
grundsätzlichen Entscheidung von den Unterausschüssen der Haupt<lb break="no"/>kommission zugewiesen, diese wieder kann aber natürlich nicht ent<lb break="no"/>scheiden und weist sie wieder den Unterausschüssen zur Entscheidung<lb/>
zurück. Was dadurch erreicht wird, ist zumindestens eine zeitliche<lb/>
Verschiebung. Ob dies auf die Dauer gut geht, traue ich mir auch<lb/>
jetzt nicht mehr so eindeutig zu beantworten. Dr. <rs type="person" ref="#per__112972">Vavra</rs> von der<lb/>
Handelskammer wollte vorher von mir Entscheidung, ob er das Gas<lb break="no"/>preisproblem zur Sprache bringen sollte. Ich empfahl ihm, dies nicht<lb/>
zu tun. Anschliessend hat er deshalb dieses Problem Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> vor<lb break="no"/>getragen. Zu meiner grössten Verwunderung hat <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ganz scharf gegen<lb/>
die ÖMV polemisiert, weil diese die Unterlagen dem Gewerkschaftsbund<lb/>
und der Arbeiterkammer nicht zur Verfügung gestellt hat. Ich habe als<lb/>
Vermittler dann vorgeschlagen, ich bin bereit, im Zuge des Vorprü<lb break="no"/>fungsverfahrens über die amtliche Preisregelung von Gas die ÖMV und<lb/>
die Interessensvertretungen zu mir zu laden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte Termin festlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_11">Im Kautsky-Kreis hat der Schweizer Gewerkschaftsbund, Wirtschafts<lb break="no"/>referent <rs type="person" ref="#per__112997">Jucker</rs>, der jetzt nationalökonomischer Berater des<lb/>
Bundesrates ist, ein Referat über die Industriepolitik in der<lb/>
Schweiz gehalten. Der Tenor seiner Ausführungen war, dass die<lb/>
Computer-Technik und die moderne Elektronik einen immer grösseren<lb/>
Einfluss nehmen wird. In der Diskussion hat Abg. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> das Handels<lb break="no"/>ministerium kritisiert, dass wir keine Innovationspolitik mit den<lb/>
Unternehmern gemeinsam zumindestens besprechen, wenn schon nicht<lb/>
betreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte ein diesbezügliches Schreiben<lb/>
über unsere Leistungen an <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-15_13">Mit SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> besprach ich die weitere Vorgangsweise wegen der<lb/>
Auseinandersetzung <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs>/Personalvertretung. In der Wochenpresse<lb/>
wurde neuerdings ein ganzseitiger Artikel gegen <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> veröffent<lb break="no"/>licht. Auch <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> hat <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> diesen Artikel gestern ange<lb break="no"/>kündigt. Wahrscheinlich wollte er damit ausdrücken, dass die<lb/>
Pressepolemik, insbesondere dieser Artikel vor der Aussprache<lb/>
mit uns bereits gedruckt war. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs>, ich bin sehr ge<lb break="no"/>spannt, wie jetzt die Personalvertretung zu den Sachvorschlägen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda's</rs>, bis jetzt unter Abteilung IV/8, Wirtschaftliche Landes<lb break="no"/>verteidigung, Überstellung der Präsidialabteilungen in die Sektionen,<lb/>
sachlich reagieren wird. Davon wird meine weitere Einstellung zur<lb/>
Personalvertretung abhängen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Hubinek</surname><forename>Marga</forename></persName>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName><surname>Staudinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
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               <persName><surname>Stix</surname><forename>Gerulf</forename></persName>
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               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
               <persName><surname>Moser</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Bautenminister</occupation>
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               <persName type="label">Gattinger, Traugott Erich</persName>
               <persName><surname>Gattinger</surname><forename>Traugott Erich</forename></persName>
               <occupation>Geologe</occupation>
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               <persName><surname>Tollmann</surname><forename>Alexander</forename></persName>
               <occupation>Geologe/Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Minkowitsch, Roland</persName>
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               <occupation>Präs. Bauernbund</occupation>
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               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Engelmayer, Günther</persName>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
                  ÖVP-Politiker</occupation>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
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               <occupation>wiss.-techn. GF Öst. Studienges. f. Atomenergie</occupation>
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