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            <title type="main">Dienstag, der 14. Februar 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_02">Die Erwerbsgärtner gratulierten mir zum Valentinstag und ich be<lb break="no"/>sprach mit ihnen, wie die Niederländer es trotz ihres Filing<add>[?]</add>-<lb/>
Systems – Verkauf sämtlicher Waren über die Uhr – zustandebringen, so<lb/>
billig zu importieren. Dafür gab es keine offizielle Erklärung,<lb/>
inoffiziell wurde mir aber zugegeben, dass selbst auch bei uns<lb/>
in den Genossenschaften, wo ebenfalls über die Uhr verkauft wird,<lb/>
Stapelware nicht durch die Uhr verkauft wird, sondern vorher zu<lb/>
einem festen <rs type="person" ref="#per__97843">Preis</rs>, der eben entsprechend tief sein kann, an Grossab<lb break="no"/>nehmer abgegeben wird. Nur so ist es mir erklärlich, dass in den<lb/>
Holland-Geschäften die Blumen so billig für den Letztverbraucher<lb/>
verkauft werden können. Zuerst versuchte der Obmann der Genossen<lb break="no"/>schaft abzustreiten, dass dieses Verkaufssystem auch bei uns durch<lb break="no"/>brochen wird, um gewisse Überschussmengen entsprechend absetzen<lb/>
zu können. Letzten Endes musste er aber zugeben. In diesem Fall<lb/>
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meiner Ministerschaft sehr zugute.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Vielleicht können wir einmal inoffiziell mehr<lb/>
über die Exportpolitik niederländischer Blumenverkäufer erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_04">Im Handelsausschuss wurde wie vereinbart die Abänderungsanträge<lb/>
zum Berufsausbildungsgesetz nicht nur von den beiden grossen<lb/>
Parteien, sondern letzten Endes dann auch von der Freiheitlichen<lb/>
Partei zugestimmt und einstimmig beschlossen. Der FPÖ-Vertreter<lb/>
hatte ebenfalls Abänderungswünsche, die interessanterweise meistens<lb/>
die alten Gesetzestext-Stellen, die durch die Sozialpartner<lb break="no"/>übereinkommen geändert wurden, aufrechterhalten sollten. Im Grunde<lb/>
genommen ist er immer wieder auf "Zucht und Ordnung"-Formulierungen<lb/>
zurückgegangen. Was mich am meisten verwundert hat, war, dass Ver<lb break="no"/>schlechterungen der Kann-Bestimmungen, die den Lehrling getroffen<lb/>
hätten, von Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> als FPÖ-Wunsch vorgetragen wurden. Ich habe mich<lb/>
sofort dagegen ausgesprochen, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verlangte eine Unterbrechung<lb/>
der Sitzung, um innerhalb seiner Fraktion Beratungen zu führen,<lb/>
diese Vorgangsweise war aber für mich ein klarer Zug von rein tak<lb break="no"/>tischem Vorgehen, um gegebenenfalls dann seinen Unternehmern<lb/>
sagen zu können, sie hätten die FPÖ-Vorschläge, die den Unter<lb break="no"/>nehmerwünschen entsprachen, genau geprüft. Letzten Endes wurden sie<lb/>
von beiden grossen Fraktionen abgelehnt. Im Haus wird, wie <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs><lb/>
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Anträge verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_05">In der ÖGB-Bundesfraktion hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Sowjetunion-Reise<lb/>
berichtet. Er setzte sich mit dem sowj. Führungssystem auseinander<lb/>
und meinte, <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> sei heute nicht der Diktator, der er manch<lb break="no"/>mal hingestellt wird, sondern allein schon auf Grund seines Gesund<lb break="no"/>heitszustandes nur ein Primus inter pares, nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Theorie<lb/>
wurde <rs type="person" ref="#per__112983">Chruschtschow</rs> deshalb gestürzt, weil er zuviel Machtanspruch<lb/>
erhoben hat. Innerhalb des Politbüros wird ängstlich darüber ge<lb break="no"/>wacht, dass niemals mehr wieder ein <rs type="person" ref="#per__112987">Stalin</rs> aus dieser Gruppe heraus<lb break="no"/>kommen könnte. Bei <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> ist allein schon aus dem Gesund<lb break="no"/>heitszustand eine solche Gefahr nicht gegeben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet<lb/>
dann auch über den Besuch <rs type="person" ref="#per__112568">Sadats</rs> und sein Vermittlungsgespräch zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> und <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs>. Wie mir <rs type="person" ref="#per__112986">Weisbier</rs> dann abends bei unserer Bezirks<lb break="no"/>ausschuss-Sitzung mitteilt, hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, bevor er diese Vermittlung<lb/>
in Angriff genommen hat, das Renner-Institut ersucht, 4 Studien von<lb/>
Israelis, die in Österreich wohnen, aber auch von Palästinensern,<lb/>
die im Rahmen des Renner-Instituts wirken, anfertigen lassen.<lb/>
Durch diese Studien, glaubt <rs type="person" ref="#per__112986">Weisbier</rs>, hat sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entsprechende<lb/>
Spezialkenntnisse geholt. Für mich ist es selbstverständlich, dass<lb/>
eine Vermittler-Tätigkeit überhaupt nur dann erfolgreich sein<lb/>
kann, wenn man die Detailkenntnisse beider Standpunkte genau kennt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aber dann auch durch seine Sozialistische-Internationale-<lb/>
Mission und Besuche in den einzelnen arabischen Ländern und Israel<lb/>
die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um als Nahost-Spezialist<lb/>
anerkannt zu werden. Ob sein Vermittler-Versuch Früchte tragen wird,<lb/>
kann jetzt noch nicht festgestellt werden. Bei Min.Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs> wird seine Rolle nicht anerkannt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Versuch<lb/>
war eben <rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> als Oppositionsführer und vor allem Parteiführer der<lb/>
Arbeiterpartei durch Anknüpfung der abgerissenen Fäden zu <rs type="person" ref="#per__112568">Sadat</rs><lb/>
innenpolitisch eine neue Chance zu geben. Die Israeli werden früher<lb/>
oder später erkennen, dass sie ihre Siedlungen im Sinai und anderen<lb/>
besetzten Gebieten nicht werden halten können und dann vielleicht<lb/>
auf neue Vorschläge eingehen müssen. Wenn <rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> hier eine geradlinige<lb/>
Politik verfolgt, die letzten Endes auch auf der Erfolgslinie liegen<lb/>
sollte, dann müsste er bei den nächsten Wahlen entsprechende grössere<lb/>
Erfolge erzielen können.<lb/>
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Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und den anderen Ländern sowie der Opposition<lb/>
wegen der Spitalsfrage-Lösung. Mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> stimmt er, wie aus der Dis<lb break="no"/>kussion klar und deutlich hervorging, überein, dass nur über einen<lb/>
Spitalsfonds eine Lösung erfolgen kann. Jedem anderen Lösungs<lb break="no"/>vorschlag würde <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht zustimmen. Hier kann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auch bei seiner Idee und Vorstellung hart bleiben, denn ich bin<lb/>
auch überzeugt, dass die Länder früher oder später die Fonds<lb break="no"/>lösung akzeptieren werden.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> als Obmann-Stellvertreter des Unterausschusses, der Obmann<lb/>
wurde grosszügig der ÖVP – <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> – überlassen, seine Konzep<lb break="no"/>tion dargelegt, die wir vorigen Samstag besprochen haben. Sicher<lb break="no"/>heit, Entsorgung, Energiesparen und Alternativ-Energie soll die<lb/>
Reihenfolge der Probleme sein, die wir im Unterausschuss behandeln<lb/>
sollten. Mit Atomgegnern soll dann noch ein Hearing veranstaltet<lb/>
werden, damit es nicht heisst, wir würden nur auf Grund von<lb/>
Atombefürwortern im Parlament die Materie behandeln. Da der Re<lb break="no"/>gierungsbericht von allen zwei Oppositionsparteien kategorisch<lb/>
abgelehnt wird, wird gar nicht mehr über den Regierungsbericht<lb/>
allzu viel gesprochen. Ziel ist eine Entschliessung gemeinsam mit<lb/>
der ÖVP durchzubringen, wo unter gewissen Auflagen das Kernkraftwerk<lb/>
Zwentendorf in Betrieb gehen könnte. Da ja die ÖVP jetzt durch ihren<lb/>
Bundesvorstands-Beschluss ähnlich der SPÖ sich festgelegt hat,<lb/>
müsste es möglich sein, eine solche gemeinsame Entschliessung zu<lb/>
erreichen. Natürlich wurde bei der Fraktionsbesprechung von den<lb/>
einzelnen Mitgliedern immer wieder gefragt, wie ich mir die<lb/>
Entsorgung vorstelle, einmal mehr musste als zwar nicht Zuständiger<lb/>
gemeinsam mit <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> versuchen darzulegen, dass derzeit kein<lb/>
Entsorgungskonzept angeboten werden kann. Niemand nimmt den österr.<lb/>
Müll derzeit und in Österreich sind wir nicht imstande, eine Endla<lb break="no"/>gerung, ja nicht einmal eine Dauerzwischenlagerung zu errichten.<lb/>
Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs> vom Gesundheitsministerium, hat, wie <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs><lb/>
dann erklärt, ihr ständig vorgeschlagen, man müsste unter allen<lb/>
Umständen eine österr. Lagerstätte finden. <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs> hat berechtigte<lb/>
Angst, wie er dann ausführte, dass bei jedweder ausländischer<lb/>
Lösung durch Übernahmeschwierigkeiten, Transportschwierigkeiten<lb/>
und ich weiss nicht, was noch alles kommen kann, die Übernahme von<lb/>
abgebrannten Brennstäben oder wiederaufgearbeiteten Brennstäben und<lb/>
<pb n="41-0153" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band41/41_1978-02-14_0153.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der daraus anfallende Müll nichts ins Ausland gebracht werden kann<lb/>
oder im Ausland verbleibt und dann ein Lager in Österreich unbe<lb break="no"/>dingt notwendig sei. <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs> möchte, was natürlich ideal wäre,<lb/>
eine autonome Lösung bevorzugen. Die einzige Chance, die ich<lb/>
sehe, dass wenn vielleicht tatsächlich mit Iran ein solcher Vertrag<lb/>
zustandekommen könnte, dann die hunderten Millionen Schilling<lb/>
letzten Endes österr. Gebiete veranlasst, doch zuzustimmen, bei<lb/>
uns diese Bauten zu errichten, als mit unserem Geld im Iran oder sonst<lb/>
wo solche Grossbauvorhaben zu finanzieren. Abg. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> meinte,<lb/>
man müsse doch einmal vernünftig mit <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> sprechen, damit die<lb/>
ÖVP Abstand nimmt, sich gegen eine Lagerung in NÖ zu wehren.<lb/>
Niemand teilte diese Meinung. Ich sehe auch gar keine Möglichkeit,<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> diesbezüglich zu einer vernünftigen Lösung derzeit zu<lb/>
kommen. Ich habe die Endlager-Schwierigkeiten freimütigst in der<lb/>
Fraktion besprochen, weil ich auf dem Standpunkt stehe, unsere<lb/>
Genossen sollen all die Schwierigkeiten und fast unlösbaren Auf<lb break="no"/>gaben genau kennen. Trotzdem glaube ich, können wir vom Nationalrat<lb/>
keinen anderen Beschluss erwarten, als die vage und vom Standpunkt<lb/>
der Regierung eigentlich unbefriedigende Lösung, wie sie die beiden<lb/>
Parteivorstände auch gefasst haben und wie vor allem <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
selbst in seinem Regierungsbericht dargelegt hat. Dass wir uns<lb/>
damit nur eine weitere Schwierigkeit nicht lösen, sondern nur hinaus<lb break="no"/>schieben, ist mir vollkommen klar.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_08">Personalvertreter <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> ersuchte mich dringendst um einen<lb/>
Aussprachetermin. Ich habe ihn persönlich empfangen, kurz darauf hin<lb break="no"/>gewiesen, dass ich bereit bin, zu einer längeren Aussprache, an der<lb/>
aber auch Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> teilnehmen soll. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> hat darauf so<lb break="no"/>fort vorgeschlagen, <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> zu dieser Aussprache mitzunehmen. <rs type="person" ref="#per__112947">Engel<lb break="no"/>mayer</rs> hatte vorher bereits NR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> gebeten, mit ihm unter vier<lb/>
Augen die Personalprobleme und die Personalsituation zu besprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat mir dann berichtet, dass <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> insoferne über die<lb/>
ganze Entwicklung unglücklich ist, weil er unter allen Umständen<lb/>
dokumentieren möchte, dass sich die ganze Frage nicht gegen den<lb/>
Minister wendet, sondern ausschliesslich gegen <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs>.<lb/>
Ich habe dann bei der Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs>, <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs><lb/>
sozusagen unter acht Augen der Personalvertretung ganz ernst<lb/>
und mit Nachdruck vorgeworfen, dass ich ihre Vorgangsweise nicht<lb/>
nur nicht verstehe, sondern auch verurteilen muss. Wenn – wie sie<lb/>
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dann hätten sie, bevor sie in die Presse gegangen sind, mir<lb/>
Gelegenheit geben müssen, zu den Anschuldigungen Stellung zu<lb/>
nehmen. Ihr Argument, <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> hätte jedes Gespräch blockiert,<lb/>
ja sogar erklärt, mit ihm müssten sie verhandeln und nicht mit<lb/>
mir, liess ich nicht gelten. Da jeder Beamte zu mir kommen kann,<lb/>
schlimmstenfalls mich zu Hause anrufen kann, wäre auch für die<lb/>
Personalvertretung eine solche Möglichkeit offen gewesen. Ich habe<lb/>
ausdrücklich meine Sekretärin <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> gefragt, ob <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs><lb/>
oder <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> jemals einen Terminwunsch gehabt haben, der nicht erfüllt<lb/>
wurde. Wenn <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> jetzt behauptet, dass die an mich gerichteten<lb/>
Briefe, die zum allergrössten Teil von <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> beantwortet wurden<lb/>
und von mir nicht einmal unterschrieben, das Zeichen sei, dass ich<lb/>
mit ihnen nicht mehr reden wollte oder, wie gar sie meinten, konnte,<lb/>
dann ist dies eine sehr vage Behauptung. Wirklich erstaunt war<lb/>
ich aber, als sie mir schilderten, unter welchen ungeheurem Druck<lb/>
sie durch <rs type="person" ref="#per__97819">Plesch</rs> gesetzt wurden. Diese Machtstruktur, wie sie<lb/>
sich ausdrückten, sei für eine Personalvertretung unerträglich.<lb/>
Den Vorwurf, den sie mir machen, ist die innere Führung des<lb/>
Büros in der letzten Zeit in eine Richtung laufen zu lassen,<lb/>
die für eine Personalvertretung ebenfalls <choice><choice><sic>unakzeptabel</sic><corr>inakzeptabel</corr></choice></choice> ist. Wenn<lb/>
sie an mich Briefe schreiben, dann erwarten sie, dass auch ich<lb/>
ihnen auf diese Briefe antworte. Ihr Eindruck war, dass ich mich<lb/>
entweder zu wenig um die innere Führung kümmere, oder gar aus tak<lb break="no"/>tischen Gründen <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> alles jetzt selbstherrlich machen<lb/>
lasse, damit ich als der Feschak keine dieser unangenehmen Ent<lb break="no"/>scheidungen treffen muss. Am meisten war ich aber erstaunt, als man<lb/>
mir sagte, da <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> nicht das Zimmer von Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> be<lb break="no"/>ziehen konnte, wäre der Eindruck entstanden, ich hätte mich von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> distanziert. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> wäre sozusagen nur der notwendige Sektions<lb break="no"/>chef, der aber in Personalfragen überhaupt nichts zu reden hat.<lb/>
Alles macht <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs>, alles entscheidet <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs>.<lb/>
Stundenlang diskutierten wir über dieses Problem, wobei die Personal<lb break="no"/>vertretung auch auf Vorschläge hinwies, die sie entweder gemacht<lb/>
hat oder wo sie seinerzeit mitgewirkt hat, die in der letzten Zeit<lb/>
auch nicht mehr Geltung hatten. Die Managementschule ist abgelaufen,<lb/>
kommt nicht mehr, der Ausbildungsbeirat ist nicht mehr aktiv,<lb/>
Schulung für neue Mitarbeiter wurde nicht mehr durchgeführt, sondern<lb/>
nur mehr die Broschüre von der Personalvertretung für jüngere<lb/>
Mitarbeiter herausgegeben. Ich versicherte der Personalvertretung,<lb/>
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unerhörten Beschuldigungen gegen <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> müssten aber ganz<lb/>
genau und gewissenhaftest geprüft werden, dann wird <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> mir einen<lb/>
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auch dann <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> Stellung nehmen wird, bevor ich ihnen<lb/>
auf ihr Schreiben schriftlich antworten werde. Dass dies längere<lb/>
Zeit in Anspruch nimmt, wird von ihnen anerkannt, ich habe den<lb/>
Eindruck aus dieser Aussprache, dass die Personalvertretung – und sie<lb/>
behauptet das ganze Haus – das Gefühl hat, dass <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs><lb/>
eine Machtstruktur errichtet hat, die, wie ich es ausdrückte, ja<lb/>
an eine Diktatur grenzen würde. Voraussetzung dafür, dass dieses<lb/>
System spielt, wäre doch, dass ein Minister niemals mit der Personal<lb break="no"/>vertretung durch Jahre hindurch guten Kontakt gehabt hat, sich<lb/>
grundlegend geändert hat. Dies konnten sie doch nicht annehmen,<lb/>
weshalb ich ceterum censeo wieder darauf zu sprechen kam, warum<lb/>
sie mich nicht direkt kontaktierten. In den sachlichen Ausein<lb break="no"/>andersetzungen über Mitbestimmungsrecht der Personalvertretung<lb/>
habe ich ihnen keine wie immer geartete Zusage gemacht, sondern<lb/>
festgehalten, dass die Regierung mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs><lb/>
einen Koordinierungsmann hat, der letzten Endes auch in Hinkunft die<lb/>
Wünsche der Personalvertretung in den einzelnen Ministerien prüfen,<lb/>
dann nach Rücksprache mit den Ministerien entsprechend einheit<lb break="no"/>liche Vorgangsweise empfehlen wird. Auch Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> wird hier<lb/>
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jetzt getan hat. Da man mir erklären wollte, solange <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> Personalfragen im Büro bearbeiteten, war alles in schön<lb break="no"/>ster Ordnung, seit <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> war alles anders und für sie<lb/>
unerträglich, verwies ich doch darauf, dass wir im vergangenen Jahr<lb/>
eine Aussprache <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> und ich ge<lb break="no"/>habt haben, wo ich zusammenfassend feststellen konnte, dass die<lb/>
Missverständnisse und offenen Fragen bis zu diesem Zeitpunkt bereinigt<lb/>
sind und bei mir der Eindruck entstand, dass ein neues Vertrauens<lb break="no"/>verhältnis beginnen sollte. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> und <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> konnten dies<lb/>
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Brief aufgezeigte Vorgangsweise und Massnahmen hätten das Verhältnis<lb/>
total vergiftet und zerstört. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> wird hier eine sehr schwere<lb/>
Arbeit vorfinden, um zu regulären Verhältnissen zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte besprich mit <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> die weitere Vorgangs<lb break="no"/>weise.</p>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band41_1978-02-14_10">Im Präsidium der Landstrasse besprachen wir unsere Wahlaktivitäten,<lb/>
im Bezirksausschuss erörterte dann neben dem politischen Bericht<lb/>
von mir <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> insbesondere die von Wien vorbereitete Wahlkampf<lb break="no"/>taktik. Erhebungen hätten ergeben, dass die U-Bahn und die Südost<lb break="no"/>tangente der Autobahn, die insbesondere die Landstrasse besonders<lb/>
berührt, sowie die Ausgestaltung des Stephansplatzes die Wiener<lb/>
sehr interessiert. Das Wahlprogramm soll deshalb nach Vorschlag<lb/>
von Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ein allumfassendes sein und nicht wie seinerzeit<lb/>
Wahlprogramme die Ressortstandpunkte der einzelnen Stadträte oder<lb/>
gar die Bezirksprobleme Grundlage des Wahlkampfes waren. Über<lb break="no"/>einstimmend wurde bei der Diskussion letzten Endes festgestellt,<lb/>
dass bessere Information notwendig ist und dass mehr Aktivität<lb/>
auch in den sogenannten Bezirkszeitungen von unseren Bezirksräten<lb/>
und ganz besonders von den Gemeinderäten entfaltet werden müsste.<lb/>
Wenn die Gemeinde nämlich in der obersten Spitze ein allumfassendes<lb/>
Wahlprogramm ausarbeitet und vorlegt und zur Diskussion stellt,<lb/>
so wird es umso mehr ankommen, dass in den Bezirkes, ja selbst<lb/>
in den einzelnen Sprengeln die unmittelbar dort die Leute betreffen<lb break="no"/>den Probleme von den Bezirksvertretern umso mehr wahrgenommen,<lb/>
diskutiert und womöglich gelöst werden. Ich glaube nämlich noch<lb/>
immer, dass es für die Bezirks- und Sprengelbewohner wichtig ist,<lb/>
wie in ihrem Gebiet Müllabfuhr, Schneesäuberung und ich weiss<lb/>
nicht was noch für Kleinigkeiten funktionieren als die grossen<lb/>
Jahrhundertbauten. Diese interessiert die Bevölkerung nur dann,<lb/>
wenn sie davon unmittelbar betroffen wird. Entweder bei der<lb/>
Arbeit dort beschäftigt oder nachher dieses grosse Bauwerk benützt.<lb/>
Dies gilt für die U-Bahn genauso wie für das Allgemeine Kranken<lb break="no"/>haus, um zwei Beispiele zu nennen. Für mich ist es selbstverständlich,<lb/>
dass die Menschen am meisten davon betroffen sind und ihre Einstel<lb break="no"/>lung dann zu einer Partei festlegen, wenn diese Partei ihre unmittel<lb break="no"/>baren Probleme löst und ihnen zumindestens bei der Bewältigung ihrer<lb/>
Probleme hilfreich zur Seite steht.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 14.2.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 106. Ministerratssitzung, 14.2.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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