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            <title type="main">Dienstag, der 31. Jänner 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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die amtliche Preisregelung für Gas zu verhindern. Die ÖMV glaubte<lb/>
allen Ernstes, dass die bisherigen Massnahmen um die amtliche Preis<lb break="no"/>regelung einzuführen, nur irgendwelche Scheinmanöver sind. <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs><lb/>
meinte allen Ernstes, wenn es zu einer Preisregelung käme, dann<lb/>
würden ihre Preise wesentlich höher festgesetzt werden, als die ÖMV<lb/>
derzeit bereit ist, im Rahmen der Paritätischen Kommission zu akzep<lb break="no"/>tieren. 1977 betrug der Abgabepreis 78.5 Groschen. Obwohl nach ihren<lb/>
Verträgen sie 83 bis 85 Groschen verlangen könnten. Für 1978 haben<lb/>
sie sich im Unterausschuss der Paritätischen Kommission mit Arbeiter<lb break="no"/>kammer und Gewerkschaftsbund auf 88.5 Groschen geeinigt. Dazu kommen<lb/>
jetzt noch für dieses Jahr 7.3 Groschen Förderungszins, sodass der<lb/>
Abgabepreis 95.8 Groschen beträgt. Dies sei 20% unter ihren Ge<lb break="no"/>stehungskosten. Der inländische Gaspreis wurde mit 80% im Sommer<lb/>
und 85% im Winter des sowjetischen Importgaspreises festgesetzt. Ich<lb/>
erklärte sofort, wenn die amtliche Preisregelung ergeben sollte,<lb/>
dass der volkswirtschaftlich gerechtfertigte <rs type="person" ref="#per__97843">Preis</rs> höher ist, als die<lb/>
ÖMV verrechnet, sie in einer sehr guten optischen Situation sind.<lb/>
Sie könnten nachweisen, dass sie ein entscheidendes Opfer bringen<lb/>
im Interesse der Industrieabnehmer und <choice><choice><sic>für</sic><corr>vor</corr></choice></choice> allem auch der Haushalts<lb break="no"/>tarife, die letzten Endes von den Landesgesellschaften auf Grund<lb/>
des ÖMV-Preises gebildet werden. Die ÖMV hatte, um den Unterlagen zu<lb/>
entgehen, die Aufforderung des Ministeriums beim Verwaltungsgerichts<lb break="no"/>hof beantragt, dass das Handelsministerium einen Feststellungsbescheid<lb/>
erlassen sollte. Dieses Verlangen wurde abgewiesen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erkannte<lb/>
sofort, dass der Spitzenjurist und Anwalt Prof. <rs type="person" ref="#per__112582">Schönherr</rs> jetzt den<lb/>
zweiten Weg beschreiten wird, wenn wir kein Strafverfahren wegen<lb/>
Nichtvorlegung der Unterlagen durchführen, beim Verwaltungsgerichtshof<lb/>
Beschwerde einzulegen. Je nach der Situation würde er entweder vom<lb/>
Verwaltungs- oder vom Verfassungsgerichtshof recht bekommen und da<lb break="no"/>durch der Preisregelung entgehen. Sollte dieses Manöver gelingen,<lb/>
so erklärte ich vorher <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, stört mich dies auch nicht, ich könnte<lb/>
damit beweisen, dass die derzeitige Preisregelung amtlich eben nicht<lb/>
möglich ist. Den ÖMV-Vertretern gegenüber erklärte ich dezidiert,<lb/>
dass ich von einer Preisregelung nicht Abstand nehmen kann, weil<lb/>
sowohl die Interessenvertreter als auch Industriebetriebe sich bei<lb/>
mir über die Preispolitik entsprechend beschweren. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> war nur<lb/>
mit seinen Forderungen, für die Preisregelung auch bereits die iranischen<lb/>
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gegangen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erklärte deshalb in seiner ruhigen Art, wie er sich<lb/>
zu verhalten gedenkt und dass er bereit ist, auf die Vorlage der<lb/>
Iran-Verträge zu verzichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_03">Den Sozialpartnern gelang es, für den Zuckerpreis, der mit 1. Feber<lb/>
in Kraft treten muss, weil sie vor 3 Jahren diesen Termin tatsächlich<lb/>
fix vereinbart hatten, mit 1.30 Schilling für Normalkristall von<lb/>
9.30 auf 10.60 eine 14%ige Preiserhöhung einvernehmlich zu fixieren.<lb/>
Alle übrigen Sorten wurden mit 14.5% festgelegt. Das Unschöne war<lb/>
nur, dass es sogar zu 5-Groschen-Preisen kam. Für mich war nur wichtig,<lb/>
dass letzten Endes auch die 20 Groschen Absatzförderungsbeitrag mehr<lb/>
oder minder akzeptiert wurden. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> wollte sich nicht in den von ihm<lb/>
niemals anerkannten Vertrag der Zuckerindustrie mit den Rübenbauern<lb/>
einschalten, weshalb er meinte, dies sei eine Angelegenheit der Re<lb break="no"/>gierung, mit der nichts zu tun habe. Mit Hilfe dieser Lösung können<lb/>
wir die 100.000 Tonnen Überschusszucker wegbringen, ohne dass die<lb/>
Anbaufläche wesentlich reduziert wurde. Das Grundkontingent, derzeit<lb/>
ca 20 Mio Rübe, soll im nächsten Jahr um 5% gekürzt auf 19 Mio festgesetzt<lb/>
werden. Da heuer bei 20 Mio Grundkontingent 27 Mio Rübe produziert<lb/>
wurden, bin ich gespannt, wieviel heuer tatsächlich dann zur Ab<lb break="no"/>lieferung kommen wird. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> war mit dieser<lb/>
Lösung sehr einverstanden. Er meinte, ich würde mit meinen Partner<lb/>
viel leichter auskommen, als er mit <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> bei der Milchregelung.<lb/>
Hier wollte er 20 Groschen Krisengroschen auf Grund der seinerzeitigen<lb/>
Vereinbarung, die Landwirtschaftskammer veranlasste ihn dann, dass<lb/>
er auf 13 Groschen zurückgeht, <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> bot ihm 6 Groschen und<lb/>
dies erst zum Zeitpunkt der Erzeugermilchpreisregelung, die nach<lb/>
Wunsch des Landwirtschaftsminister erst mit 1. Juli erfolgen soll.<lb/>
Ich verlangte von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, dass seine Beamten im Preisverfahren auch<lb/>
eine diesbezügliche Stellungnahme abgeben müssten. Wenn sie schon<lb/>
nicht einen so späten Zeitpunkt direkt nennen können oder wollen, so<lb/>
sollten sie wenigstens bei der Erstellung der Unterlagen entsprechende<lb/>
Verzögerungstaktik betreiben. Vor der Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
mit dem Finanzminister die Situation wegen des Krisengroschen be<lb break="no"/>sprochen, denn der Finanzminister muss ebenfalls die Hälfte der Krisen<lb break="no"/>groschenerhöhung bezahlen. Trotzdem ist <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> der Meinung, die Bau<lb break="no"/>ern müssten sich auf die seinerzeitige Vereinbarung halten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
teilt diese Stellungnahme und war eigentlich gar nicht sehr glück<lb break="no"/>lich, dass wir beim Zuckerpreis bereits eine einvernehmliche Lösung<lb/>
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zeigen, dass bei dieser intransigenten Haltung in der Kernkraft<lb break="no"/>werkfrage auch auf anderen Gebieten eine Lösung sehr schwer zu<lb/>
erreichen ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte übrigens, dass die Verhandlungen auf<lb/>
dem Spitalsektor mit den Gemeinde-Wien-Vertreter Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, den<lb/>
er von seiner Konzeption, Einschaltung des Gesundheitsministeriums<lb/>
bei der Vergabe von über 1 Mia Schilling, die über den Fonds gelenkt<lb/>
werden sollen, auf grossen Widerstand stosst. Die Länder wollen dem<lb/>
Gesundheitsministerium genau vorschreiben, wie diese Mittel verwendet<lb/>
werden müssen. Nur 1 % der gesamten Summe soll dem Gesundheitsministerium<lb/>
freidisponierend zur Verfügung stehen. Ich bin sehr neugierig, wie man<lb/>
aus diesem Dilemma herauskommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_04">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann<add>[über]</add> die Russland-Reise ganz genau berich<lb break="no"/>tet. Insbesondere die Punkte, die wir gestern besprochen haben.<lb/>
Einmal mehr bestätigte sich für mich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Arbeitsstil, den ich<lb/>
bereits 1970 erkannt habe. Er muss – und will – seine Probleme und<lb/>
seine Aktivitäten einige Male schildern, um sie sich selbst genau<lb/>
einzuprägen und eventuell bei Diskussion sich erst dann die end<lb break="no"/>gültige Meinung zu bilden. Ich bin sehr gespannt, was dann beim<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97652">Kossygin</rs>-Besuch tatsächlich herauskommen wird. Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
erzählte mir dann spät nachts beim Abendessen <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger's</rs> für<lb/>
den spanischen König, dass Bundesrat <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> bei ihm interveniert hatte,<lb/>
um eventuell doch noch in die Russland-Delegation aufgenommen zu werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dies aber auch gegenüber <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ganz entschieden abge<lb break="no"/>lehnt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_05">Bei den Parteienverhandlungen mit der FPÖ über die Vorgangsweise im<lb/>
Parlament zum Bericht über die Kernkraft war <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemüht, eine<lb/>
gegenüber der ÖVP sachliche Diskussion zu führen. Die Verhandlungen<lb/>
sollten auch optisch länger dauern, was auf Grund der sachlichen<lb/>
Diskussion auch ohne weiteres möglich war. Bei der ÖVP waren sie<lb/>
durch den Abbruch von <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> in 20 Minuten zu Ende. Hier wurde 1 1/2<lb/>
Stunden sehr sachlich diskutiert, was <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> nachher veranlasste,<lb/>
da sie die ersten Parteienverhandlungen mitmachte, besonders diese<lb/>
Sachlichkeit als äusserst angenehm zu empfinden. Von der <choice><choice><sic>ÖVP</sic><corr>FPÖ</corr></choice></choice> war<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs>, <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs>, <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> und der <choice><choice><sic>OÖ</sic><corr>Oberösterreicher</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__112591">Schender</rs> erschienen.<lb/>
Die sozialistische Seite war <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs><lb/>
und ich unverändert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eröffnete, indem er meinte, <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs><lb/>
hatte seinerzeit schon als Energieminister erklärt, mit der Atom<lb break="no"/><pb n="40-0101" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-31_0101.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>energie sollte man zuwarten. Die ÖVP hat dann sehr darauf gedrängt<lb/>
und so kam es zur GKT-Gründung. Die Stellungnahme der ÖVP charak<lb break="no"/>terisiert am besten das Hin und her ihr Energiesprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>. Er<lb/>
möchte durch diese Diskussion und insbesondere auch als Entscheidung<lb/>
des Nationalrates nicht, wann und wie das Kernkraftwerk Tullnerfeld<lb/>
in Betrieb gehen soll, sondern nur ob überhaupt. Die Regierung selbst<lb/>
wird auch alle Entscheidungen über die Entsorgung zu treffen haben.<lb/>
Die Opposition muss nicht den Kernkraftbericht annehmen, sondern nur<lb/>
prinzipiell Stellung nehmen. Da es sich hier um eine Gewissensfrage<lb/>
handelt, soll nicht ein Fraktionszwang bei der Abstimmung bestehen.<lb/>
Die Industrie und die Wirtschaft hofft, dass die Sozialisten sich<lb/>
durchsetzen und die Volkspartei will sich von einer Entscheidung<lb/>
drücken. Er, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, möchte nicht einmal den Versuch unternehmen,<lb/>
die FPÖ irgendwie zu überreden. Auch Fachleute könnte man sich jetzt<lb/>
bei der Entscheidung gar nicht mehr stützen, da immer wieder andere<lb/>
Meinungen auftauchen. In der Lagerungsfrage des Atommülls muss der<lb/>
Produzent vorschlagen, was er mit dem Abfall machen will. Die Regierung<lb/>
kann nur hilfreich sein. Die amerikanischen Lieferanten und vor<lb/>
allem auch die KWU hat scheinbar die GKT veranlasst, zu glauben, dass<lb/>
der Abfall automatisch zurückgenommen wird. Jetzt gerade hatte er<lb/>
eine Aussprache mit dem US-Bevollmächtigten, wie ich später fest<lb break="no"/>stellen konnte <rs type="person" ref="#per__112605">Koningsheim</rs>, der ihm strengst vertraulich mitteilte,<lb/>
die Amerikaner wollen zumindestens die Administration, die abge<lb break="no"/>brannten Brennelemente übernehmen. Diese sollten dann in Amerika ge<lb break="no"/>lagert werden und wenn die entsprechende Wiederaufbereitungsanlage zur<lb/>
Verfügung steht, von den Besitzern der Brennelemente entschieden<lb/>
werden, ob sie in Amerika aufgearbeitet werden sollen. Die Abnahme<lb/>
von Atommüll dagegen sei wesentlich schwieriger für die Amerikaner<lb/>
als die Abnahme abgebrannter Brennelemente, die bis zur Entscheidung<lb/>
von Präsident <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs> gelagert werden sollten. Bei der UdSSR hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angedeutet, wird auch der Versuch unternommen werden, so wie<lb/>
die Finnen letzten Endes den Atommüll vielleicht dort doch lagern<lb/>
zu können. <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> erwiderte, dass er sehr froh sei über diese Aus<lb break="no"/>sprache. Die Erfahrung in der ersten Republik zeigt, dass Parteien<lb/>
unbedingt reden sollen, auch wenn sie verschiedener Meinung sind.<lb/>
Er stellte fest, dass erstens die Stellungnahme zum Kernkraftwerk<lb/>
durch alle Parteien verschieden ist. Dass zweitens die Parteien mehr<lb/>
zu verlieren, als zu gewinnen haben. Dass drittens aber der Regierungs<lb break="no"/>bericht von der FPÖ ebenfalls abgelehnt wird. Er hält nichts davon<lb/>
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dass man nicht von einem Bericht, wenn man ihn nicht inhaltlich<lb/>
annehmen will, nur Kenntnis nimmt. Ihm ist es gelungen, eine Zer<lb break="no"/>reissprobe der Partei zu verhindern, nachdem er jetzt 20 Jahre<lb/>
Parteiführer ist. Er wird auch die FPÖ hier geschlossen über die<lb/>
Hürde bringen. Bereits 1972 hat die FPÖ bei den Haftungsgesetzen<lb/>
gegen dieses Gesetz gestimmt und nur die Volkspartei und Sozialisten<lb/>
haben dies mit Mehrheit beschlossen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde bei einer Journa<lb break="no"/>listendiskussion von den Vorarlberger Nachrichten, Chefredakteur<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112618">Ortner</rs>, und OÖ Nachrichten, Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__112624">Polz</rs>, zur Aufklärungskampagne<lb/>
gezwungen. Dies hat sich als schlecht erwiesen. Das Parlament<lb/>
war nie damit befasst, ist nach Meinung der Freiheitlichen dafür<lb/>
auch gar nicht zuständig. Die Wissenschaft hat gegenteilige Meinung,<lb/>
siehe jetzt Prof. <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs> und <rs type="person" ref="#per__112619">Drimmel</rs> bezüglich der Erdbebensicher<lb break="no"/>heit. Der Handelsminister hat bei der Lagerungsfrage in Alberndorf<lb/>
schlecht gehandelt, denn der Streit Alberndorf – Haugsdorf, wo der<lb/>
Bürgermeister sich als ÖVP-Pascha benimmt, war klar vorauszusehen.<lb/>
Die beiden Gemeinden sind gigantisch verfeindet und dies hätte man<lb/>
wissen müssen. Dieses Experiment sei gescheitert und wie ZIB 2, d.h.<lb/>
der Rundfunk und Fernsehen dies darstellen, zeige einmal mehr,<lb/>
wohin die Rundfunkreform geführt hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwiderte sofort –<lb/>
und meinte – <rs type="person" ref="#per__112623">Knöbl</rs> als der Paradelinke mache so wie viele andere<lb/>
eine eigene Politik und kümmert sich überhaupt nicht um Sachlichkeit<lb/>
oder gar im allgemeinem Interesse liegenden Intentionen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
erwähnte auch, dass ihm ein höherer VP-Funktionär der Steiermark<lb/>
erklärte, in Alberndorf wird mit der Planierraupe darübergefahren.<lb/>
Die sogenannten K-Gruppen wollen die bürgerliche Gesellschaft treffen<lb/>
und vernichten und haben sich daher die kritische Energiesituation<lb/>
ausgesucht. Die Gesellschaft GKT hat aber einen Rechtsanspruch auf<lb/>
Erlassung der Regierungsbescheide. In Schweden erwägt ebenfalls die<lb/>
Privatgesellschaft einen Schadenersatz gegen den Staat anzustreben.<lb/>
Wegen der Lagerung fragte mich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann unter vier Augen, was die<lb/>
Amerikaner dagegen haben könnten, wenn wir mit der UdSSR zu einer<lb/>
Vereinbarung kommen. Ich machte ihm darauf aufmerksam, dass wir auf<lb/>
Grund internationaler Verträge die Zustimmung brauchen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> er<lb break="no"/>örterte den ÖGB-Standpunkt. Er kam auf seine Vorsprache bei <rs type="person" ref="#per__97634">Klaus</rs><lb/>
und Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> 1967 zu sprechen, als man die Donau<lb break="no"/>kraftwerke und den Ausbau von Malta einstellen resp. zumindestens<lb/>
hinauszögern wollte. Damals erklärte die ÖVP dezidiert, es gibt in<lb/>
Hinkunft nur nach Kernkraftwerke. Im ÖGB waren nur die 2 Kommunisten<lb/>
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den der FPÖ- und ÖVP-Vertretern. <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> meinte, <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> müsste doch,<lb/>
nachdem die Wirtschaft sich für die Kernkraft einsetzt, mit <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__112626">Hauser</rs> sprechen, dann würden diese zumindest bei der Abstimmung<lb/>
hinausgehen. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> und ich erörterten dann noch technische<lb/>
Details. Ich insbesondere erklärte der FPÖ, wie es überhaupt zu<lb/>
Alberndorf gekommen ist. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> versuchte dann <choice><choice><sic>rauszubringen</sic><corr>?</corr></choice></choice>, wie<lb/>
die Freiheitlichen zu einer frei gestalteten Äusserung des National<lb break="no"/>rates in Form einer Entschliessung stehen. <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> meinte, derzeit<lb/>
sehe er keine Möglichkeit, obwohl der Energiesprecher der ÖVP,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, schon diesbezüglich auch an ihn herangetreten ist, man sollte<lb/>
überlegen, eine Entschliessung aller drei Fraktionen anzunehmen.<lb/>
Er, <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, könne nur sagen, dass dies eher nicht möglich ist. Dies<lb/>
war, glaube ich, für <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> eine schwere Enttäuschung. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber<lb/>
wollte unter allen Umständen das gute Klima in keiner Weise belasten<lb/>
und hat deshalb auf diese Äusserung überhaupt nicht mehr Bezug genommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112591">Schender</rs> behauptete mit gegenüber nur, dass scheinbar für das zweite<lb/>
Kernkraftwerk in St. Pantaleon die Vorbereitungen auf vollen Touren<lb/>
laufen. Meine Auskunft, es handelt sich jetzt nur darum, das<lb/>
gekaufte Uran zu übernehmen und jetzt die Aufbereitung in der UdSSR,<lb/>
die mit heurigem Jahr begonnen werden sollen, hinauszuschieben, liess<lb/>
er nicht gelten, denn eine oberösterreichische Firma, <choice><choice><sic>dessen</sic><corr>deren</corr></choice></choice> Namen,<lb/>
den er mir nicht sagen kann, arbeitet bereits an Aufträgen für Pumpen<lb/>
für GKS.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_07">Mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, besprach ich dann, welche Massnahmen<lb/>
die Kernkraftgesellschaften und Planungsgesellschaften gegen das vernich<lb break="no"/>tende Urteil von Prof. <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs> unternehmen. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> erklärte, alle<lb/>
Geologen, die bis jetzt in Gutachten schriftlich den gegenteiligen<lb/>
Standpunkt beweisen können, werden in kürzester Zeit mir eine dies<lb break="no"/>bezügliche Stellungnahme zukommen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_08">Botschafter <rs type="person" ref="#per__112627">Thalberg</rs> in Bern wird dem neuen Wirtschaftsbundesrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111708">Honegger</rs> vorschlagen, unsere inoffiziellen Treffen, <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111708">Honegger</rs> und mir in Salzburg fortzusetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_09">Botschafter <rs type="person" ref="#per__112628">Dengler</rs>, der nach Budapest geht, wird sich bemühen, die<lb/>
Fremdenverkehrsaktivitäten dort durchzusetzen. Er hätte mit Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs><lb/>
<pb n="40-0104" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-31_0104.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von der Handelskammer vereinbart und gesprochen, dass sich die<lb/>
österreichischen Firmen sehr wohl daran beteiligen. <rs type="person" ref="#per__112640">Deuring</rs> hat<lb/>
jetzt eine fact finding mission nach Budapest geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Lass Dir bitte einen diesbezüglichen Bericht<lb/>
geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_11"><rs type="person" ref="#per__97925">Schoeller</rs>, <rs type="person" ref="#per__112635">Mailath-Pokorny</rs> und ein dritter Mann von den Vereinigten<lb/>
Nahrungsmittelwerken setzten mir auseinander, dass sie auf Grund<lb/>
der Bankenforderung Girozentrale, Zentralsparkasse, Genossensch.<lb/>
Zentralbank, Creditanstalt und Schoeller<add>[-bank?]</add> zur Rettung der Ankerbrot-<lb/>
Fabrik auf Grund des Ergebnisberichtes 55 Mio Schilling heuer und<lb/>
57 Mio Schilling im nächsten Jahr einsparen müssten. Von den Arbeitern<lb/>
und Angestellten verlangen sie jetzt 44 Mio Schilling, u.a. durch<lb/>
Verzicht auf die nächste Lohn- und Gehaltserhöhung in diesem Jahr<lb/>
und im nächsten Jahr 62 Mio. Die Angestellten wollen, dass die nicht<lb/>
ausbezahlte Lohnerhöhung in eine Ges.m.b.H. &amp; Co. KG einbezahlt wird<lb/>
und als Beteiligungsgesellschaft der Betrag sozusagen der Firma<lb/>
kreditiert wird. Dies nützt aber nichts, da die Ankerbrotfabrik<lb/>
nicht an Illiquidität, wohl aber an überhöhten Kosten ihr Kapital<lb/>
aufgebraucht hat und eigentlich sperren müsste. Diese Drohung<lb/>
der Banken, erklärte ich, <choice><choice><sic>nämlich</sic><corr>nehme ich</corr></choice></choice> nicht ernst, denn niemand kann durch<lb/>
Schliessung der Ankerbrotfabrik die Brotversorgung Wiens gefährden.<lb/>
Die Bäcker wären nicht imstande, diese grossen Massenmengen herzu<lb break="no"/>stellen. Die Banken selbst sind für eine Zinssenkung von 10 1/4 auf<lb/>
9 3/4 % bereit und gewähren vor allem mal eine 2-jährige Annuitäten<lb break="no"/>stundung. Bei einem Kreditrahmen von 155 Mio Schilling, 50 Mio davon<lb/>
ERP, erbringt dies eine Ersparnis von ca 11 Mio Schilling pro Jahr.<lb/>
Da ich sofort erklärte, einen Sonderkollektivvertrag bei der nächsten<lb/>
Lohnerhöhung mit Ankerbrot abzuschliessen, dass diese aus der Kollek<lb break="no"/>tivvertragsregelung ausgenommen sind, vollkommen unmöglich ist,<lb/>
wurde die Überlegung angestellt, ob man nicht Zulagen, die über<lb/>
den Kollektivvertrag bezahlt werden, einvernehmlich kürzen könnte.<lb/>
Darüber sagte ich sofort, müsste ich mit den Arbeitnehmervertretern<lb/>
erst reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_12">Beim Klub der Mandatare feierten wir die Genossen <rs type="person" ref="#per__112629">Nödl</rs> zu ihrem 80.<lb/>
Geburtstag. <rs type="person" ref="#per__112629">Nödl</rs> war in der illegalen Zeit, wie bezeichnet wurde, Brief<lb break="no"/>trägerin – und von den Nazis als erste vor ein deutsches Volksgericht<lb/>
gestellt und zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Wie sie dann aus<lb/>
<pb n="40-0105" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-31_0105.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ihren Erinnerungen erzählte, gelang es der Nazipolizei uns durch<lb/>
den Verrat vom ehemaligen Redakteur <rs type="person" ref="#per__112630">Pav</rs> genau zu beschatten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112629">Nödl</rs> erzählt immer wieder, wie aus diesen Polizeiakten, die ihr<lb/>
dann nach 1945 zugänglich wurden, auch meine Tätigkeit polizei<lb break="no"/>bekannt wurde. Damals hatten wir beide, ohne dass wir uns persönlich<lb/>
kannten, eigentlich schon eine gemeinsame Verbindung und ein gemein<lb break="no"/>samen Schicksal. <rs type="person" ref="#per__112629">Nödl</rs> war sehr gerührt, dass wir sie zu dieser 80-Jahr<lb break="no"/>feier eingeladen haben. Dies war die beste Idee von <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>. Wir<lb/>
beide kamen auch überein, dass <rs type="person" ref="#per__112629">Nödl</rs> in Hinkunft zu den Bezirkskonfe<lb break="no"/>renzen der Landstrasse unbedingt eingeladen werden muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte stets auf diese Einladung drängen,<lb/>
wenn ich zur Bezirkskonferenz die entsprechende Einladung bekomme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-31_14">Beim Abendessen des Bundespräsidenten für den spanischen König<lb/>
nützte ich die Gelegenheit, um <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> aufmerksam zu machen,<lb/>
mir erschien es dringendst notwendig, dass ein Spitzengespräch<lb/>
der Sozialpartner wegen der Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes<lb/>
Tullnerfeld erfolgen müsse. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist im Prinzip damit ein<lb break="no"/>verstanden – ich hatte nämlich vormittags <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> einen diesbezüg<lb break="no"/>lichen Vorschlag gemacht – und wird deshalb mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> darüber sprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erklärte mir einmal mehr, dass die Wirtschaft selbstver<lb break="no"/>ständlich für die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes ist und nur<lb/>
die Frage entsteht, wie die ÖVP über diese Hürde kommt. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
ist zwar wegen der Klubobmann-Bestellung sehr verärgert, doch als<lb/>
braver Parteisoldat dürfte er sich allen diesbezüglichen Mehrheits<lb break="no"/>beschlüssen im Klub dann sicherlich beugen. Wenn daher eine Chance<lb/>
besteht, aus diesem Dilemma herauszukommen, so muss bereits bevor<lb/>
es zu einer diesbezüglichen Abstimmung im ÖVP-Klub kommt, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
gelungen sein, <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> vielleicht doch von seiner Idee, einen Fraktions<lb break="no"/>zwang in dieser Frage beschliessen zu lassen, abzubringen. Einmal mehr<lb/>
wird sich an diesem konkreten Beispiel zeigen, ob <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> noch einen<lb/>
entsprechenden Einfluss auf Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> hat. Wenn man bedenkt,<lb/>
dass er es war, der diesen Mann letzten Endes im Schnellverfahren<lb/>
durchboxte, so zeigt sich einmal mehr, was übrigens bei allen Parteien<lb/>
gilt, dass es in der politischen Arbeit weder Dank, noch geschweige<lb/>
denn Dankbarkeit gibt.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 104. Ministerratssitzung, 31.1.1978</head>
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               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Nödl, Frieda</persName>
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               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
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               <persName><surname>Knöbl</surname><forename>Kuno</forename></persName>
               <occupation>ORF-Unterhaltungschef</occupation>
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               <persName type="label">Tollmann, Alexander</persName>
               <persName><surname>Tollmann</surname><forename>Alexander</forename></persName>
               <occupation>Geologe/Politiker</occupation>
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               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <occupation>Obmann Sekt. Ind. BHK</occupation>
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               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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