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            <title type="main">Dienstag, der 24. Jänner 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_01">Dienstag, 24. Jänner 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_02">Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wünscht, dass in die Sowjetdelegation<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97731">Mautner-Markhof</rs> aufgenommen wird, der einen Vertrags<lb break="no"/>abschluss plant. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat nach dem Ministerrat die Liste<lb/>
von SChef <rs type="person" ref="#per__111701">Beroldingen</rs> vorgelegt bekommen und mir sofort ver<lb break="no"/>ärgert erklärt, er denkt nicht daran, z.B. Bundesrat <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs><lb/>
in die Delegationsliste aufzunehmen. <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> sei am Waffenge<lb break="no"/>schäft interessiert, denn er hätte ihm seinerzeit vorgeschlagen,<lb/>
mit zu kaufen. Ich bin sehr gespannt, wen er von den vorgeschla<lb break="no"/>genen 10 Leuten, die sich bei mir gemeldet haben, tatsächlich<lb/>
mitnehmen wird. Auf alle Fälle hat er eine gute Ausrede, wenn er<lb/>
eine solche überhaupt gebrauchen will, die Bundeskammer innerhalb<lb/>
kürzester Zeit dann eine grosse Wirtschaftsdelegation unter Führung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger's</rs> nach Moskau schicken wird. Dort kann ja dann sowieso jede<lb/>
mitfahren. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> intervenierte neuerdings, dass wir nicht auf die<lb/>
Aufträge für Glanzstoff St. Pölten vergessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Glanzstoff versprach noch ein Memorandum<lb/>
zu schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_04">Redakteur <rs type="person" ref="#per__111995">Maslow</rs> von der TASS wollte ein Spezialinterview, da er<lb/>
scheinbar zur Vorbereitung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> Besuch einen grösseren<lb/>
Artikel nach Moskau schicken muss. Er ersuchte, womöglich nicht über<lb/>
das Handelsbilanzdefizit zu sprechen, sondern über Zukunftsperspekti<lb break="no"/>ven. Die alte Oststaatenmentalität – nichts unangenehmes, nur das<lb/>
Positive. Rein privat – wie er sagte – möchte er gerne wissen,<lb/>
wieso wir uns wegen der 3 Mia Schilling Handelsbilanzdefizit<lb/>
so viel Kopfzerbrechen und bei 55 Mia Schilling gegenüber Deutsch<lb break="no"/>land, von der allerdings 40 Mia Schilling Deviseneinnahmen aus<lb/>
dem Fremdenverkehr abzog, nichts dagegen unternehmen. Meine zwar<lb/>
richtigen, aber zwar oberflächlichen Argumente akzeptierte er.<lb/>
Erstens werden es nicht 55 Mia sein, sondern wahrscheinlich 52<lb/>
und zweitens sind in diesem Handelsbilanzdefizit Waren enthalten,<lb/>
die gar nicht aus Deutschland kommen, wie z.B. Kaffee, Tee, Süd<lb break="no"/>früchte, die über deutsche Häfen und deutsche Händler gekauft werden<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wo bleibt die verlangte genaue Aufstellung<lb/>
und Analyse der westdeutschen Importe und Fremdenverkehrseinnahmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_06">Vor dem Ministerrat hat Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> neuer<lb break="no"/>dings gefragt, was nun mit der Entliberalisierung resp. GATT-<lb/>
Kündigung von Bruchreis ist. Er zeigte mir auch eine Infor<lb break="no"/>mation des Finanzministeriums, wo diese eine Einbeziehung in die<lb/>
GATT-Kündigung verlangen. Objektiver Weise war in diesem Schreiben<lb/>
angeführt, dass das Handelsministerium voriges Jahr die Mission<lb/>
in Genf beauftragt hat, unverzüglich die GATT-Kündigungen ohne<lb/>
Bruchreis, da damals diese Forderung noch nicht so vehement von<lb/>
der Landwirtschaft erhoben wurde wie jetzt, in Angriff nehmen<lb/>
musste. Ich erinnere mich dann auch noch genau, dass wir gegen<lb/>
die Aufnahme von Bruchreis auch das Argument – da werden die<lb/>
Entwicklungsländer, die Reis produzieren und Bruchreis auch ver<lb break="no"/>kaufen müssen – besonders gegen diese GATT-Kündigungen dann auf<lb break="no"/>treten. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> schloss sich dieser Meinung 100%ig an und meinte<lb/>
ebenfalls, wir sollten nicht ständig neue Produkte im Rahmen des<lb/>
GATT zur Kündigung vorschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Warum sind diese Argumente nicht beim Ant<lb break="no"/>wortschreiben an die Präsidentenkonferenz verwendet worden.<add>Nichteinigung Sozialpartner!</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_08">Im Ministerrat teilte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit, dass er von Oberösterreich<lb/>
viele Anrufe bekommen hat, die sich gegen die Mülllagerung, wie<lb/>
sie Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> auch ablehnt, bekommen hat. Dies<lb/>
sei eine Angelegenheit der Kernkraftwerkgesellschaft und er er<lb break="no"/>klärte neuerdings, die Regierung sei dafür nicht verantwortlich.<lb/>
Wie mir die Kernkraftwerkgesellschaft, <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs>, dann leider zu<lb/>
spät die Unterlagen schickend mitteilte, hat sie Mitte vergangenen<lb/>
Jahres an alle auf Grund des geologischen Gutachtens in Frage<lb/>
kommende Ämter der Landesregierung geschrieben, um mitzuteilen,<lb/>
dass sie grundsätzliche Gespräche führen möchte. <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> be<lb break="no"/>hauptet, er weiss von nichts, was aktenmässig nachweisbar nicht<lb/>
stimmt. Nach dem Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> mitgeteilt, worüber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
sehr verärgert war, denn er meinte, dies hätte man im Ministerrat<lb/>
sagen sollen, dass er gestern abends vom deutschen Innenministerium<lb/>
verständigt wurde und heute vom Innenminister selbst angerufen<lb/>
wurde, dass ein sowjetischer Satellit ausser Kontrolle geraten<lb/>
ist. Die Sowjets haben die NATO verständigt und Berechnungen er<lb break="no"/>gaben, dass er zwischen Hof und Linz aufschlagen würde. Nach dem<lb/>
neuesten Stand der Berechnungen würde er allerdings vor der<lb/>
<pb n="40-0073" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-24_0073.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>spanischen Atlantikküste, soferne er nicht verglüht, ein<lb break="no"/>schlagen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, man hätte gestern Abend sofort den<lb/>
sowjetischen Botschafter vorladen sollen, gab aber gleichzeitig<lb/>
zu, dass dieser wahrscheinlich auch nichts weiss. Wieder einmal<lb/>
war <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verärgert, weil er nicht sofort informiert wurde.<lb/>
Ich erinnere mich, dass ich die erste grössere Auseinandersetzung<lb/>
vor Jahren gehabt habe, als <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> mir versprochen hat, er<lb/>
wird feststellen, ob an der ungarisch-burgenländischen Grenze<lb/>
tatsächlich Bohrtürme für Ölbohrung aufgestellt werden. Auch<lb/>
damals hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nichts davon gewusst. Ich habe allerdings<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> niemals eine Antwort auf diese Frage bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte nur alles wissen, ärgert sich, wenn er dies nicht er<lb break="no"/>fährt, ärgert sich aber auch, wenn es nicht so gemacht wird, wie er<lb/>
es sich vorstellte, und wird schön langsam immer mehr ungeduldig.<lb/>
Der Erfolg von dieser Methode ist, dass ich das Gefühl habe, auch<lb/>
die anderen erzählen ihm immer weniger und reden vor allem nicht<lb/>
über Probleme. Für mich ist diese Verhaltensweise nichts Neues,<lb/>
ich habe ja immer nur ein Minimum an direkten Informationen ihm<lb/>
selbst gegeben. Mein Prinzip war und bleibt, für meine Zuständig<lb break="no"/>keit bin ich verantwortlich und habe soweit als möglich – und nach<lb/>
meinem besten Wissen – die Angelegenheit selbst zu erledigen.<lb/>
Für Oberösterreich wollte er dann noch die Produktions- und Verbrauchs<lb break="no"/>zahlen, die SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> dann in kürzester Frist zur Verfügung<lb/>
stellte. Wie ich mich überzeugen konnte, sind im energiestatistischen<lb/>
Taschenbuch nach Ländern Ziffern aufgegliedert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_09">Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und Obmann der Zuckerindustrie <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> schlugen<lb/>
nach langer Beratung – und wie sie sagen – heftiger Auseinandersetzung<add>[vor,]</add><lb/>
vom neuen Zuckerpreis einen Zuckerabsatzförderungsbeitrag einzubauen.<lb/>
Beide waren sehr überrascht, als ich ihnen vorschlug, meiner Schätzung<lb/>
nach müssten dies 20 Groschen sein. <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> hat angenommen, ich habe<lb/>
Berechnungen darüber angestellt, da ich weder mit <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> noch mit ihm<lb/>
vorher gesprochen habe und die beiden dann tatsächlich dann 20 Gro<lb break="no"/>schen ausgerechnet haben. Mit diesen daraus zu erwartenden 62 Mio<lb/>
Schilling könnten sie das Rübenkontingent, heuer 21.6 Mio q<lb/>
garantierte Rübe nach Abzug der Plus- und Überschussrüben, ca 20 Mio q<lb/>
auch im nächsten Jahr aufrecht erhalten. Ich akzeptierte dieses<lb/>
System, weil es auch meinen Intentionen entspricht, da damit die<lb/>
Rübenanbaufläche nicht allzu stark reduziert werden muss. Eine<lb/>
Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> und <rs type="person" ref="#per__111004">Schmidt</rs> ergab, dass diese auch<lb/>
<pb n="40-0074" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-24_0074.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>im Prinzip für ein solches System sind. Sie verlangen nur, dass<lb/>
der Rübenanbauvertrag dann geändert werden muss, damit garantiert<lb/>
ist, dass die Bauern 10 Groschen von diesen 20 Groschen auch tatsäch<lb break="no"/>lich tragen. Über die Höhe des Zuckerpreises konnte auch in diesem<lb/>
Kreis nicht annähernd eine Lösung gefunden werden, weil <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
stur auf dem Standpunkt steht, mehr als 1 Schilling sollten wir<lb/>
nicht in der Preiskommission beschliessen. Ich erklärte mit aller<lb/>
Deutlichkeit, dass auf einer solchen Basis überhaupt keine Ab<lb break="no"/>schlussmöglichkeit besteht und dass ich <choice><choice><sic>anfangs</sic><corr>Anfang</corr></choice></choice> nächster Woche<lb/>
die Präsidenten zu einem Gespräch einladen werde. Ich bin überzeugt,<lb/>
dass erst im letzten Moment, am 31.1., wenn überhaupt, eine einver<lb break="no"/>nehmliche Lösung zustande kommt, da die Arbeitnehmerseite als<lb/>
einziges Zugeständnis sich an den Termin 1.2. gebunden fühlt. Eine<lb/>
von mir vorgeschlagene Etappenlösung hat bis jetzt auch noch nicht<lb/>
die entsprechende Zustimmung bekommen. Momentan warte ich ab, bis<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> mir die Ergebnisse der Vorberatung vorlegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_10">GDir <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> ersuchte mich, in der UdSSR darauf hinzuarbeiten,<lb/>
dass die beginnende Anreicherung von Uran nicht in diesem Jahr<lb/>
schon erfolgen soll. Die zweite Kernkraftwerk-Gesellschaft GKS<lb/>
hat bereits 450 Tonnen Natururan gekauft und müsste diese bereits<lb/>
jetzt in der UdSSR anreichern lassen. Dafür müsste sie heuer 230 Mio<lb/>
Schilling zahlen, insgesamt werden es 1 Mia 770 Mio Schilling.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> ist auch davon überzeugt, dass die UdSSR auf diesen Ver<lb break="no"/>trag nicht verzichten werden. Er hofft nur, dass es gelingt, den<lb/>
Vertrag hinauszuschieben. Eine diesbezügliche genaue Information<lb/>
wird noch an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und mich geschickt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_11">Für die morgige Besprechung Atommüllagerung hat SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> auch<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> von der NEWAG als zweiten Aufsichtsratsvorsitzenden von<lb/>
der GKT eingeladen. Dieser liess ihm mitteilen, dass er keine Zeit<lb/>
hat. Der erste Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> hat wieder geglaubt, dass er<lb/>
als Verbundgesellschaft eingeladen wird und auch die ÖVP-Mitglieder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> und <rs type="person" ref="#per__112013">Zach</rs> zu den morgigen Gespräch gebeten. Die beiden Ge<lb break="no"/>schäftsführer <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> und <rs type="person" ref="#per__97990">Staudinger</rs> müssten nach Paris fahren,<lb/>
um mit den COSIMA-Leuten den neuen Vertrag zu besprechen. Eine Aus<lb break="no"/>sprache mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> stellte klar,<lb/>
dass ich kein Interesse daran habe, mich in die Verhandlungen ein<lb break="no"/>zuschalten. RA <rs type="person" ref="#per__111398">Draxler</rs>, der mir jetzt mit einem Brief den Gemeinde<lb break="no"/>ratsbeschluss Alberndorf, den Müll zu lagern, mitteilte, möchte<lb/>
die Verhandlungen streng vertraulich führen. Da ich dafür volles<lb/>
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GKT eingeladen, auf die strenge Vertraulichkeit hingewiesen,<lb/>
und wenn <rs type="person" ref="#per__97990">Staudinger</rs> nach Paris fahren muss, <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> nicht kommt,<lb/>
die Verbund dabei gar nichts verloren hat, sondern <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> eben<lb/>
als Aufsichtsratspräsident erscheint, dann kann ich für diese<lb/>
Gruppe die Vertraulichkeit auch garantieren. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> selbst hat<lb/>
auf mein Ersuchen die schriftlichen Unterlagen als Verschlussakt<lb/>
behandelt. Ich bin sehr gespannt, wie lange diese dann in der<lb/>
Elektrizitätswirtschaft zu führenden Verhandlungen vertraulich<lb/>
bleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_12">In der ÖGB-Fraktion hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch ausschliesslich über die<lb/>
Kernkraftwerksfrage, Parteienverhandlungen, Nationalratsein<lb break="no"/>schaltung usw. referiert. Seine Conclusio dort war, vorsichtig<lb/>
operieren, aber mit Festigkeit. Die Regierung hat die politischen<lb/>
Entscheidungen zu treffen, aber nicht die Experten- oder Fach<lb break="no"/>diskussion zu führen. Das Kernkraftwerk Tullnerfeld geht in Betrieb,<lb/>
wenn geklärt ist, was mit dem Müll geschieht. Die Entscheidung aber,<lb/>
ob ein geeignetes Lager vorliegt, hat die Regierung dann zu klären<lb/>
und nicht mehr der Nationalrat. Hier wären die Abgeordneten<lb/>
überfordert, wenn sie auch diese Frage lösen müssten. Die Volks<lb break="no"/>partei wird sich vielleicht dieser Meinung nicht anschliessen,<lb/>
sondern verlangen, dass eine Gesamtentscheidung getroffen werden<lb/>
kann, wenn das Endlager vorliegt. In der Diskussion stellten alle<lb/>
Diskussionsredner fest, dass es zu keinerlei Bewegung in den Betrieben<lb/>
gekommen ist. BR <rs type="person" ref="#per__112015">Hirsch</rs> vom E-Werk erzählte, dass in der Gemeinde<lb/>
Wien GR <rs type="person" ref="#per__112016">Amman</rs> im Verkehrsausschuss hart attackiert wurde, weil<lb/>
diese 1973 noch der Gemeinde Wien vorgeworfen haben, was NÖ Lan<lb break="no"/>deshauptmann <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> auch tat, dass sie kleinkariert sind, weil<lb/>
sie sich nicht an den Kernkraftwerk Tullnerfeld beteiligt. Bil<lb break="no"/>dungsreferent <rs type="person" ref="#per__112030">Prokop</rs> als Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> teilte mit, dass<lb/>
20.000 Betriebsräte und Vertrauensleute im vorigen Jahr in Kursen<lb/>
waren und dort die Kernkraft niemals eine Rolle gespielt hat.<lb/>
Alles dreht sich um die Erhaltung der Arbeitsplätze. Nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
referierte <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> über die Wirtschaftssituation, wobei in der<lb/>
Diskussion dann <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> darauf verwies, dass in Kärnten 30%,<lb/>
in der Steiermark 25% und in NÖ 10% der Bauarbeiter arbeitslos<lb/>
sind. Was sie brauchen, sei ein zusätzliches Kraftwerk. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
erwiderte, dass das Bauvolumen von 125 Mia 76 auf 140 Mia gestiegen<lb/>
ist und heuer man mit 150 Mia rechnet, was allerdings nach seiner<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>:<add>Schubert</add> Versuch bitte mit ständigem Kontakt Bauten<lb break="no"/>ministerium die genauen Ziffern laufend zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-24_14">Im Präsidium der SPÖ auf der Landstrasse ist vom Wiener Präsidium<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> und <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> erschienen, um die Wahlrechtsreform in Wien<lb/>
zu besprechen. Da das Verhältniswahlrecht aufrecht erhalten werden<lb/>
muss – ansonsten besteht die Gefahr dass die FPÖ die Wahlergebnisse<lb/>
anficht – müssen grössere Wahleinheiten gebildet werden. Zu<lb/>
diesem Zweck wird derzeit wegen des ersten Bezirkes, in kürzester<lb/>
Zeit auch wegen des achten Bezirkes 1 der 1., 4., 5., 6. zu einen<lb/>
Wahlkreis und der 7., 8., 9. zu einem zweiten Wahlkreis zusammen<lb break="no"/>gezogen werden. Dadurch wird die Landstrasse und der 18. Bezirk<lb/>
bei denselben Wahlergebnissen wie bei der letzten Gemeinderatswahl<lb/>
auf alle Fälle ein Gemeinderatsmandat verlieren. Da man dies den<lb/>
beiden Bezirken nicht zumutet, so erklärt sich das Präsidium bereit,<lb/>
wenn z.B. auf der Landstrasse der sozialistische Stimmenanteil<lb/>
der 52.13% betragen hat, nicht unter 50% sinkt auch das 4. Mandat<lb/>
für uns erhalten bleibt. Die Wiener Organisation würde dann dafür<lb/>
sorgen, dass wir dieses 4. Mandat garantiert bekommen. Eine ähnliche<lb/>
Regelung wird für Währing in Aussicht genommen. Da es sich um einen<lb/>
fairen Vorschlag handelt, habe ich mich sofort dafür eingesetzt.<lb/>
Auch im Bezirksvorstand wurde der Vorschlag dann sofort einstimmig<lb/>
angenommen. Eine lange Diskussion hatten wir dann nur im Vorstand<lb/>
ähnlich wie in der Gewerkschaftsfraktion wegen der neuen Aufbau<lb break="no"/>medaillen, die die Gemeinde Wien verteilen will. Die sozialistische<lb/>
Organisation ist sehr rigoros mit den Vorschlägen vorgegangen und<lb/>
die ÖVP hat dies sehr locker gehandhabt. 400 ÖVP-Anmeldungen stehen<lb/>
glaube ich 120 der SPÖ gegenüber. Jetzt wurden die Bezirke aufge<lb break="no"/>fordert, Vorschläge nachzureichen. Unsere Sekretärin <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs><lb/>
hat deshalb alle noch lebenden Mitarbeiter, die 1945 schon dabei<lb/>
waren, insgesamt ca 60, zusammengestellt. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, aber auch ich<lb/>
vertraten die Meinung, dass wir damit noch immer sehr rigoros sind.<lb/>
Ich fürchte, da keine genauen Richtlinien vorliegen, dass nicht nur<lb/>
die ÖVP, sondern vor allem auch andere Bezirke viel grosszügiger mit<lb/>
dem Anerkennungsmedaillenvorschlag sein werden. Wenn dann unsere<lb/>
Genossen erfahren, dass man in anderen Bezirken nach anderen Ge<lb break="no"/>sichtspunkten, als Mitarbeiter der Partei bereits 1945 gewesen zu<lb/>
sein, vorgeht, z.B. wenn einer aus der Kriegsgefangenschaft später<lb/>
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Ich bin überzeugt, dass es überhaupt grosse Verärgerung geben<lb/>
wird, denn viele werden erklären, auch ich habe 1945 am Aufbau<lb/>
mitgewirkt. Warum bekomme nicht ich diese Auszeichnung. Noch<lb/>
niemals habe ich eine so heftige Diskussion in unserem Bezirk<lb/>
erlebt, als wegen dieser Auszeichnungsangelegenheit. Zuletzt<lb/>
dachte ich mir allerdings – glückliche Partei – ja fast würde<lb/>
ich sagen – glückliches Österreich – wenn es keine anderen<lb/>
Sorgen hat.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 24.1.1978</head>
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            <head>Tagesordnung 103. Ministerratssitzung, 24.1.1978</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>Chefredakteur AZ, ÖGB-Bildungsreferent</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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                  Floridsdorf</occupation>
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