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            <title type="main">Donnerstag, der 12. Jänner 1978</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_01">Donnerstag, 12. Jänner 1978<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_02">IBM feiert seinen 50. Betriebsgründungstag in Österreich. Vom<lb/>
Bundespräsidenten abwärts wurde alles eingeladen. Die Firma hat<lb/>
um die Führung des Staatswappens angesucht. Der Bruder des dafür<lb/>
im Ministerium zuständigen Beamten ersuchte um Intervention in<lb/>
der Handelskammer, damit dort auch die Zustimmung gegeben wird.<lb/>
Angeblich hat der Präsident der Wiener Handelskammer abgelehnt,<lb/>
weil das Unternehmen an der Protestkundgebung gegen das Mass<lb break="no"/>nahmenpaket in Oberlaa nicht teilgenommen hat. Ich rief sofort<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> an, sprach mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, der den<lb/>
Fall nicht genau kannte und trotzdem selbstverständlich die<lb/>
Zustimmung gab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte kläre mit unserem Beamten, ob tatsächlich<lb/>
der Sachverhalt, wie <rs type="person" ref="#per__110996">Feltl</rs> schildert, zutrifft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_04">Seit in der Zeitung stand, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und ich in die UdSSR<lb/>
fahren, melden sich immer mehr Unternehmer, die ebenfalls bei<lb/>
der Delegation dabei sein wollen. Jetzt war es Bundesrat <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs>,<lb/>
der viele Geschäfte mit der UdSSR macht, der ausdrücklich er<lb break="no"/>suchte, mitgenommen zu werden. Ich verweise alle an MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_05">Die Delegation der Papierindustrie unter Führung von Präs. <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs><lb/>
sprach neuerdings wegen Hilfsmassnahmen vor. Bei 4 Gesprächen mit<lb/>
den Sozialpartnern gelang es keine einvernehmliche Stellungnahme<lb/>
zu erzielen. Gegen die 250 Mio Schilling Frachtstützung spricht<lb/>
sich insbesondere die Arbeiterkammer aus, weil sie darin ein ge<lb break="no"/>fährliches Präjudiz für alle anderen notleidenden Industrie<lb break="no"/>zweige wie Stahl, Chemie, Bekleidung, Textilien usw. sieht. Die<lb/>
Papierindustrie meint aber, dass sie durch die Diskriminierung<lb/>
als sensibles Produkt im EG-Abkommen, wo sie ca 250 Mio Schilling<lb/>
Zoll mehr zu bezahlen hat, mit Recht diese Summe verlangen kann.<lb/>
Ich versuche den Vertretern klarzumachen, dass kaum eine Aussicht<lb/>
besteht, diesen Punkt durchzusetzen. Auch der Finanzminister<lb/>
wird kaum 250 Mio Schilling aufbringen. Auch dann nicht, wenn<lb/>
die Papierindustrie nachweist, dass die Zolleinnahmen durch die EG-Re<lb break="no"/>gelung in Österreich noch immer 100 Mio Schilling beträgt. Immer<lb/>
mehr Papier wird nämlich aus Deutschland importiert. Die Papier<lb break="no"/>industrie möchte dann noch in das Sonderunterstützungsprogramm<lb/>
<pb n="40-0025" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-12_0025.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>SOG für vorzeitige Pensionierung einbezogen werden. Davon<lb/>
würden 300 bis 400 Arbeiter betroffen, die dann schon frühzeitig<lb/>
in Pension gehen könnten. Die Papierindustrie würde in diesem<lb/>
Fall ein Sozialprogramm mit Sozialfonds mit der Gewerkschaft doch<lb/>
im Speziellen vereinbaren. Hier sehe ich eine gewisse Möglichkeit,<lb/>
mit dem Sozialminister zu sprechen und diesen Punkt durchzusetzen.<lb/>
Die Papierindustrie möchte weiters einen Zinsenzuschuss für 3 Mia<lb/>
Schilling. Hier verweise ich sie auf die generelle Möglichkeit,<lb/>
im Rahmen des 10 Mia Schilling Investitionsprogramms der Bundesre<lb break="no"/>gierung unterzukommen. In England zahlt die Papierindustrie angeb<lb break="no"/>lich nur 4% Zinsen für Kapital. Um eine Strukturbereinigung mit<lb/>
entsprechender Unterstützung, d.h. Abfertigung für stillgelegte<lb/>
Unternehmen zu erreichen, schlage ich vor, man sollte prüfen,<lb/>
ob es nicht möglich ist, ähnlich der Mühlenwirtschaft ein dies<lb break="no"/>bezügliches Gesetz zu schaffen. Mit Recht wird mitgeteilt, dass<lb/>
die grossen Einheiten der Papiererzeugung zum Unterschied von<lb/>
den kleineren der Mühlenindustrie nicht sterben können, weil die<lb/>
Kosten für die Liquidation sehr hoch sind. Für die Welser<lb/>
Papierfabrik müssten 60 Mio Schilling aufgebracht werden, 15 Mio<lb/>
allein für die dort Beschäftigten. Da der Papierpreis und ins<lb break="no"/>besondere der Zellulosepreis sehr gefallen ist, ergibt sich jetzt<lb/>
eine unmögliche Ertragslage und noch viel schlimmer, eine voll<lb break="no"/>kommen deroutierte Papierpreissituation. Einzig und allein<lb/>
Rotopapier hat noch einen günstigen Preis, weil dort nicht eine<lb/>
so starke Überkapazität besteht. Rotopapier und Zellulose war<lb/>
bis jetzt immer preisgleich, jetzt kostet Zeitungspapier Roto<lb/>
7 Schilling pro Kilo und für gebleichte Zellulose, die teurer sein<lb/>
müsste als Rotopapier, wird 4.60 Schilling am Markt erlöst. Ausser<lb/>
den Importen aus skandinavischen Staaten war es bis jetzt trotz<lb/>
meiner Intervention nicht möglich, mit den Rumänen zu einer Verein<lb break="no"/>barung zu kommen. Die Rumänen sind nicht einmal bereit, mit der<lb/>
Papierindustrie Gespräche aufzunehmen. Ich versprach neuerdings den<lb/>
Rumänen zu schreiben oder sonst irgendwie zu intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über diesen Fall Gespräch<lb/>
führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_07">Herr <rs type="person" ref="#per__110997">Prinzhorn</rs> von der Firma Hamburger ersucht mich um Intervention,<lb/>
damit in Wien eine Anlage zur Altpapiergewinnung aufgestellt wird.<lb/>
Die Investitionen für diese Grossanlage würden 60 Mio Schilling<lb/>
<pb n="40-0026" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-12_0026.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>betragen. In grösseren Städten hat man bereits zur Entlastung der<lb/>
Müllverbrennungs- und Deponieanlagen mehrere solche Sortieranlagen –<lb/>
in Rom z.B. 4 Stück. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> ist dieser Idee aufgeschlossen,<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> erklärt mir, dass in Wien die Deponien voll und die<lb/>
Verbrennungsanlagen auch bereits am Ende ihrer Kapazität angelangt<lb/>
sind. Trotzdem gibt es noch immer im Rathaus Beamte, die der<lb/>
Verbrennung den Vorrang geben, da die Aussortierung natürlich grosse<lb/>
Kosten verursacht. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt ist aber ein<lb/>
Aussortieren der wieder zu verwertenden Altstoffe wie Öl und Papier<lb/>
vorzuziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte Schreiben an <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> Montag mir mitgeben,<lb/>
da ich ihm bei den Wiener Ausschuss treffe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_09">Konsul <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> und sein Schwiegersohn sowie sein Wiener Vertreter<lb/>
intervenieren neuerdings wegen der Vietnam-Geschäfte. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs><lb/>
erwartet, dass Österreich sich an der grossen Finanzierungsaktion<lb/>
anderer Länder für Vietnam mitbeteiligt. Kanada, Belgien, Frank<lb break="no"/>reich, Italien geben über 10 Jahreskredite zu äusserst günstigen<lb/>
Zinssätzen mit Grant, also auch Geschenken. Für die Eisenbahn<lb/>
z.B. müssen die Vietnamesen nur 15% Anzahlung leisten, 10 Jahre<lb/>
bekommen sie dann zinsenfrei einen Kredit und für die weiteren 10<lb/>
Jahre wird 1% für einen gewissen Teil Zins gerechnet und der Misch<lb break="no"/>zinssatz liegt nicht einmal bei 3%. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> sofort,<lb/>
dass ich mir nicht vorstellen kann, dass wir solches Geld zu der<lb break="no"/>artigen Konditionen zur Verfügung stellen können. Dafür allerdings<lb/>
ist die Kontrollbank zuständig. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> erklärt nur, dass <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs>,<lb/>
mit dem er gesprochen hat, <choice><choice><sic>sicher</sic><corr>sich</corr></choice></choice> ausserstande erklärte, eine solche<lb/>
Finanzierung zu ermöglichen. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> frägt mich, wie der Bundes<lb break="no"/>kanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der ihn ersucht hat, eine entsprechende Eisenbahn<lb break="no"/>projekt-Lösung für Afrika zu finden, die Finanzierung dort hätte vor<lb break="no"/>nehmen wollen. Auch darauf konnte ich ihm keine Antwort geben.<lb/>
Sicher kann das Bundeskanzleramt über die Entwicklungshilfe eine<lb/>
gewisse Verbilligung in Aussicht stellen. Auf derartige Konditionen<lb/>
kann aber meiner Meinung nach Österreich niemals einsteigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> möchte nicht nur die Stahl- und Eisenindustrie und vor<lb/>
allem auch die Waggonbauindustrie, die Traktorenproduktion und<lb/>
Lieferung usw. nach Vietnam bringen, sondern hat jetzt neue Projekte<lb/>
wie z.B. auch Glaserzeugung im Auge. Da in Österreich der Glas<lb break="no"/>arbeiter, wie ihm die Firma Stölzle mitteilt, 80 Schilling pro<lb/>
<pb n="40-0027" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band40/40_1978-01-12_0027.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Stunde verdient, in Vietnam aber der Arbeiter 16 Dollar pro<lb/>
Monat, so ergibt sich aus den Löhnen ein grosser Produktions<lb break="no"/>vorteil. Die Vietnamesen wollen aber nicht eine Floating-Anlage,<lb/>
sondern eine Glasfabrik im herkömmlichem Sinne, wie wir in auch<lb/>
in Österreich gehabt haben. Vietnam will für sich selbst und<lb/>
eventuell für Nachbarländer entsprechende Glasproduktion aufnehmen,<lb/>
weil sie gute Silikate als Rohstoff besitzt. Ich kann mir nicht<lb/>
gut vorstellen, dass man auf längere Sicht gesehen eine Fenster<lb break="no"/>glasproduktion aufnimmt, die nicht auf Floating-Basis aufgebaut<lb/>
ist. Auf alle Fälle erwarten aber auch hier die Vietnamesen<lb/>
entsprechende günstige Kredite. Die Amerikaner werden den Vietnamesen<lb/>
2,5 Mia Dollar Wiedergutmachung zur Verfügung stellen. Allerdings<lb/>
gibt es dort den Streit, dass die Vietnamesen diese Wiedergut<lb break="no"/>machung sofort wünschen, die Amerikaner dagegen wollen diesen Be<lb break="no"/>trag erst bezahlen, bis eine diplomatische Anerkennung erfolgt<lb/>
ist. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> ersucht mich, ob ich ihn unterstützen würde, einige<lb/>
seiner Mitarbeiter zu österreichischen Staatsbürgern zu machen.<lb/>
Ich erkläre mich dazu prinzipiell bereit. Als dritte Frage wird<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> die Ölmühlenerrichtung neuerdings zur Sprache gebracht.<lb/>
Das Projekt wurde, um es den österreichischen Verhältnissen anzu<lb break="no"/>passen, von 500.000 Tonnen auf 350.000 Tonnen reduziert. Jetzt<lb/>
glaubt <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs>, müsste endlich eine entsprechende Beschluss<lb break="no"/>fassung erfolgen. Vom Standpunkt des Handelsministeriums erkläre<lb/>
ich ihm sofort, wird keinerlei Widerstand oder Hemmnisse dem Projekt<lb/>
entgegengebracht. Ob <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> mit der Unilever oder mit der Agrar-<lb/>
und Konsumgruppe allein diese Fabrik bauen wird, ist mir ganz egal.<lb/>
Die Landwirtschaft verlangt nur vorher, bevor sie überhaupt an<lb/>
eine Konkretisierung des Projektes schreitet, eine entsprechende<lb/>
aussenwirtschaftliche Absicherung. Diese hat die Arbeiterkammer<lb/>
schon akzeptiert, die Landwirtschaft möchte aber scheinbar eine<lb/>
vollkommene Fettmarktordnung. Hier wird es noch Schwierigkeiten<lb/>
geben. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> muss deshalb insbesondere beim Landwirtschafts<lb break="no"/>minister resp. beim Finanzminister intervenieren, damit dieser<lb/>
die entsprechenden aussenwirtschaftlichen Absicherungsgesetze als<lb/>
Abgabengesetze in die Regierung bringt. <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs> erklärt, er ist<lb/>
sofort bereit, den Schlaglohn von 20 Dollar, den die Ungarn an<lb break="no"/>bieten, plus der Fracht, die die Fahrt nach Ungarn kostet und das<lb/>
Öl von Ungarn zurück, ebenfalls zu akzeptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte haltet diese Äusserung fest und<lb/>
konfrontiert damit die österr. Projektträger.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_11">In der Lebensmittelarbeitergewerkschaft habe ich eine Aussprache<lb/>
mit den Betriebsräten der Konsum und CO-OP Betriebe. Die Zentral<lb break="no"/>konsumorganisation der Genossenschaften kann nicht sofort mit einer<lb/>
zentralistischen Lösung aufgebaut werden. Deshalb werden die ein<lb break="no"/>zelnen Genossenschaften in 5 Regionen zusammengefasst. In jeder<lb/>
dieser Region wird ein Aufsichtsrat bestellt werden. Die Vorsitzenden<lb/>
dieses Aufsichtsrates sollen angeblich ehrenhalber diese Funktion<lb/>
übernehmen. In der Region Ost wird NR <rs type="person" ref="#per__97558">Hobl</rs> den Vorsitz führen. Im<lb/>
zentralen Aufsichtsrat werden 50 Delegierte plus 1/3 der Betriebs<lb break="no"/>räte, also 75, eine unmöglich grosse Organisation sein. Innerhalb<lb/>
der Gewerkschaft und der einzelnen Betriebe ergibt sich daraus<lb/>
eine eigene Organisationsschwierigkeit. Der Vertreter des grössten<lb/>
Betriebes der Konsumgenossenschaft Wien, <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs>, hat sich mit den<lb/>
anderen Betrieben zerstritten, weshalb es äusserst schwierig ist,<lb/>
eine gemeinsame Lösung zu finden. In den schon seit Jahrzehnten be<lb break="no"/>stehenden Konsumausschuss ist er nicht bereit, unter den jetzigen<lb/>
Bedingungen beizutreten. Trotz stundenlanger Diskussion können wir<lb/>
zu keiner Lösung kommen und müssen wegen der Vorstandssitzung dann<lb/>
einen weiteren Termin vorsehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band40_1978-01-12_13">Bei der AEZ-Diskussion kommt es immer mehr zu Detaildiskussionen<lb/>
über Wiener Probleme. Der härteste Punkt war die Wohnungsfrage und<lb/>
die Bautätigkeit in Wien, insbesondere die Einsturzgefährdung<lb/>
einzelner Projekte und ganz besonders des Weststadions. Die Bundes<lb break="no"/>probleme versuche ich zwar immer wieder spezifisch in die Dis<lb break="no"/>kussion zu bringen, doch gibt es die alte Erfahrung, dass die<lb/>
unmittelbar letzten in der Zeitung beschriebenen schlechten Punkte<lb/>
die Grundlage der Diskussion im AEZ bilden. Da das Weststadion<lb/>
brandneu ist, wird natürlich dort am meisten kritisiert. Für die<lb/>
Wiener Wahlbewegung kann ich mich daher im AEZ noch auf einiges<lb/>
gefasst machen. Trotzdem glaube ich, dass diese Art der Diskussion<lb/>
ungeheuer wirksam ist. Z.B. hat mir jetzt jemand gesagt, er träfe<lb/>
mich schon 6–7 mal hier, meint aber, ich müsste alle Wochen<lb/>
dort zur Diskussion zur Verfügung stehen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Präs. Vereinigung d. öst. Papierindustrie</occupation>
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