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            <title type="main">Mittwoch, der 14. Dezember 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band39_1977-12-14</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_01">Mittwoch, 14. Dezember 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_02">Bei der Bürges-Beiratssitzung wurde berichtet, dass um 10 %<lb/>
heuer die Anträge und auch um 9,4 % die Zuschläge gestiegen sind.<lb/>
Für das nächste Jahr wird eine gewisse Abschwächung erwartet.<lb/>
Mit dem heurigen Budgetansatz von 227 Mill. S kann nicht das<lb/>
Auslangen gefunden werden, weshalb 27 Mill. vorgezogen werden.<lb/>
Im nächsten Jahr wird durch das Sinken des Gewerbesteuerertrages<lb/>
nur 218 Mill. zur Verfügung stehen. Wenn jetzt die 27 Mill. schon<lb/>
vorgezogen sind, müsste es theoretisch zu einer Verknappung der<lb/>
Geldmittel kommen. Die Geschäftsführung berichtet, dass 240 Mill.<lb/>
leider nur mit 5,5 % angelegt vermögensseitig zur Verfügung<lb/>
stehen. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs>, unser Referent im Finanzministerium, kennt<lb/>
allerdings die Bürges-Vermögenssituation sehr gut, weshalb mit Recht<lb/>
das Finanzministerium wahrscheinlich sagen wird, dass wir hier<lb/>
ohne weiteres das Auslangen finden können. In das 10-Jahres-<lb/>
Investitionsprogramm werde ich für das Gewerbe eine diesbezügliche<lb/>
Forderung, die Bürges soll, um ihre erfolgreiche Tätigkeit,<lb/>
die Jahr für Jahr steigt, fortsetzen zu können, entsprechende<lb/>
finanzielle Mittel, falls notwendig, aufgestockt bekommen,<lb/>
aufnehmen. Diese Forderung ist deshalb für das Finanzministerium<lb/>
akzeptabel, weil die Handelskammer neuerdings verlangt hat,<lb/>
dass der Zinssatz für die Kredite, welche die Bürges dann mit<lb/>
3 % verbilligt, an die Bundesanleihen-Zinssätze gekoppelt werden<lb/>
sollen. Derzeit beträgt der fest vereinbarte Zinssatz 8,5 %<lb/>
und ich erklärte dezidiert, nicht bereit zu sein, von dieser<lb/>
Regelung abzugehen. Der Vertreter des Gewerbes hat mir sofort<lb/>
zugestimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte für Regierungsklausur<lb/>
Gewerbe-Forderung aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_04">In der Sektionsleiter-Sitzung, die in Hinkunft nur von den<lb/>
Sektionsleitern und dem Büro, ohne Stellvertreter und ohne<lb/>
Protokollschreiber abgehalten wird, erklärte ich, dass wir<lb/>
hier die personellen, budgetären und vor allem die politische<lb/>
Richtlinie und Arbeit besprechen sollen und werden. Personell<lb/>
wird Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> die Abteilung 6 des Präsidiums, <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> in die<lb/>
IV/9 und die Abteilung 9 <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> in die II/11 transferieren.<lb/>
Es bleibt dann noch die offene Frage, was mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs>,<lb/>
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Rechtskoordinierung, Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, geschehen soll. Bei <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs><lb/>
hat der Rechnungshofbericht eindeutig festgestellt, dass mit<lb/>
der Stärkekontrolle die 3 Beamten nicht ausgelastet sind. Dieser<lb/>
verheerende Bericht sollte als Grundlage dienen, um jetzt endgültig<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> dazu zu bringen, in eine andere Sektion mit zusätzlichen<lb/>
Agenden zu übersiedeln. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> hat zwar erklärt, dass<lb/>
er bis zu seiner Pensionierung dieses Problem lösen wird, doch<lb/>
hat er in der letzten Zeit keinerlei Anstalten mehr gemacht. Aus<lb/>
der Abteilung <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> soll Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__112948">Degischer</rs>, wenn dieser zustimmt,<lb/>
die Abteilung Wirtschaftl. Landesverteidigung übernehmen. Da <rs type="person" ref="#per__112948">Degischer</rs><lb/>
nach wie vor hofft, früher oder später beim Verwaltungsgerichtshof<lb/>
unterzukommen, so wäre es meiner Meinung nach für ihn von Vorteil<lb/>
als Abteilungsleiter sich um diesen Posten zu bewerben, sollte <rs type="person" ref="#per__112948">Degischer</rs><lb/>
aber unter allen Umständen ablehnen, so bleibt uns nichts übrig,<lb/>
als von den 5 Bewerbern dann wahrscheinlich Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112950">Winterleitner</rs><lb/>
zu bestellen. Dies ist aber keinesfalls eine optimale Besetzung,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> richtig feststellt. Im Patentamt wird der technische<lb/>
Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97918">Schmeiser</rs> in Pension gehen, Um eine gute Besetzung zu<lb/>
garantieren werde ich, nachdem in den Unterbehörden nicht vorge<lb break="no"/>sehen ist, dass die Posten ausgeschrieben werden, trotzdem eine<lb/>
Job-Description, wie ich dies auch bevor das Ausschreibungsgesetz<lb/>
bei den Zentralbehörden eingeführt wurde, schon gemacht habe,<lb/>
dem Präsidenten des Patentamtes vorschlagen. Dadurch sollte gewähr<lb break="no"/>leistet sein, dass der beste Mann nach Meinung von <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>, <rs type="person" ref="#per__113625">Fichte</rs>,<lb/>
diese wichtige Position bekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte den Brief mit job description zeitgerecht<lb/>
vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_06">Die Besprechung mit einer verhältnismässig grossen polnischen Dele<lb break="no"/>gation unter Führung von Minister <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> bezog sich nicht nur<lb/>
auf die Kohlenpipeline Polen-Linz. Die VÖEST hat sich mit den Polen<lb/>
über die Kooperation bezüglich des Alpin-Miners und den hydrauli<lb break="no"/>schen Strebausbau geeinigt. Diesbezügliche Verträge wurden von<lb/>
den Direktoren unterschrieben. Bei dieser Gelegenheit unterfertigte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> und ich auch ein Kommunique, worin wir festhielten, dass<lb/>
jetzt die Zeit gekommen wäre, die Pipeline-Studiengesellschaft mit<lb/>
konkreten Aufgaben zu betrauen. Wichtig erschien mir der Satz, dass<lb/>
die Studiengesellschaft sich bemühen sollte, andere Interessanten<lb/>
einzubeziehen. Hier dachte ich insbesondere an die Tschechen<lb/>
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er wird nächste Woche, wo er den csl. Bergbauminister trifft, mit<lb/>
ihm ein Dreier-Gespräch Österreich-Polen-CSSR vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte den csl. Handelsrat verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_08"><rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> hat bei seinem Oktober-Besuch in Amerika festgestellt,<lb/>
dass die Amerikaner von ihrem Kammerabbau zum Strebabbau gehen<lb/>
werden. Dadurch können um 50 % mehr Kohle aus den Gruben gewonnen<lb/>
werden. Die Vereinigten Staaten haben grosses Interesse daran, dass<lb/>
die Polen die entsprechende Ausrüstung aber auch die Facharbeiter<lb/>
für diesen neuen Kohlenabbau zur Verfügung stellen. Polen möchte<lb/>
nun unbedingt mit Österreich auf diesem Drittmarkt gemeinsam koope<lb break="no"/>rieren. <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> versicherte mir, dass sich bereits amerikanische<lb/>
Firmen mit den Polen ins Einvernehmen gesetzt haben, um mit ihnen<lb/>
diese zukunftsträchtige grosse wirtschaftliche Aufgabe gemeinsam<lb/>
zu übernehmen. <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> soll aber mit <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> vereinbart haben,<lb/>
dass man solange zuwarten wird, bis Österreich sich entschieden hat.<lb/>
Ich habe sofort erklärt, dass ich mit der VÖEST, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>,<lb/>
diesbezüglich sprechen werde. Der anwesende VÖEST-Direktor <rs type="person" ref="#per__149431">Ober<lb break="no"/>hofer</rs> erklärte mir, dass im Prinzip die VÖEST auch daran<lb/>
brennendst interessiert ist. <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> meint, man müsste noch im<lb/>
ersten Halbjahr 1978 in Amerika eine diesbezügliche Ausstellung<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_10"><rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> besucht und ihm über die Kohlepipeline be<lb break="no"/>richtet. Dafür erwartet die polnische Seite für die Investitionen<lb/>
in Polen Aufschluss einer neuen Grube und Beginn des Pipeline<lb break="no"/>baues einen entsprechenden neuerlichen österreichischen Kredit.<lb/>
Ich bin auf diese Frage überhaupt nicht eingegangen. Da die Polen<lb/>
schon extrem hohe Kreditrahmen haben, sehe ich eigentlich keine<lb/>
Möglichkeit mehr, zusätzliche Kredite neuerdings zu geben. Da<lb/>
ich dazu aber weder zuständig noch den Polen so dezidiert diese<lb/>
meine Meinung sagen wollte, habe ich mich über diese Problematik<lb/>
hinweggeschwindelt. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat eine Aufstellung über die<lb/>
Kredite gehabt, die aber nicht stimmen kann. Zwei Investitionskredite<lb/>
mit 9,5 Mia., Stahl mit 275, Polmot, Steyr-Daimler-Puch 4,8 Mia.,<lb/>
Konsumgüterkredit 1,2 Mia., Textilien und Chemie 600 Mill. und<lb/>
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um den Kreditrahmen oder die Ausschöpfung handeln soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte eine diesbezügliche Zusammenstellung<lb/>
jedesmal bei Gesprächen mit ausländischen Ministern zeitgerecht von<lb/>
Kontrollbank anfordern.<lb/>
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dieses Kohlenpipeline-Projekt als zukunftsträchtige neue Form der<lb/>
Energieversorgung begeistert begrüsst. <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> hat wahrscheinlich<lb/>
wesentlich mehr als derzeit dahintersteckt positiv referiert. Die<lb/>
Polen möchten nämlich unter allen Umständen dafür einen entsprechenden<lb/>
Kredit bekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hätte auch vorgeschlagen, in die Studienge<lb break="no"/>sellschaft gegebenenfalls auch die Schweizer einzubeziehen. Voraus<lb break="no"/>setzung dafür ist allerdings, dass sich diese interessiert, wovon<lb/>
ich bis jetzt nichts gehört habe.<lb/>
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und Kontrollbank tatsächlich Auftrag haben, oder bekommen, den Kredit<lb break="no"/>rahmen zu erhöhen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_14"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte zur Regierungsklausur im Jänner müsse man nicht nur<lb/>
die Bundesinvestitionen von 48 Mia. S, sondern eben entsprechende Vor<lb break="no"/>schläge für ein umfassenden 10-Jahresprogramm erstellen. Darüber hinaus<lb/>
würde er festhalten, dass wenn die wirtschaftliche Situation es<lb/>
erfordert, dieses 10-Jahres-Programm eben in 5–7 Jahren abgewickelt<lb/>
werden sollte. Ein wenig erinnerte mich diese Erklärung an die<lb/>
Oststaaten, wo man auch eine vorfristige Erfüllung der 5-Jahrespläne<lb/>
plant resp. dann mit grossem Erfolg meldet. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wurde von<lb/>
ihm aufgefordert, seine Konzeption darzulegen. Zu meiner grössten<lb/>
Überraschung hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> jetzt nicht ein umfassendes Konzept erstellt,<lb/>
das ausschliesslich er so wie in der Vergangenen entwickeln will, sonder<lb/>
er hat nur die einzelnen Gebiete aufgezählt. Bundesinvestitionsprogramm<lb/>
derzeit parlamentsreif für die ÖBB, Post, Landesverteidigung und<lb/>
einem Bausofortprogramm. Die Länder und Gemeinden sollen sich mit ca.<lb/>
50 % öffentliche Investitionen ebenfalls an einer solcher Programm<lb break="no"/>erstellung beteiligen. Die Industrieinvestitionen sollen nicht durch<lb/>
einen Industriefonds, der von der OeNB finanziert werden müsste, sondern<lb/>
durch Kreditverbilligung – 250 Mill. S sollen im Budget vorgesehen<lb/>
werden – durchgeführt werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> möchte die OeNB unbedingt<lb/>
draussenlassen, da er in der Vergangenheit wo er die 2 Mia. einmal über<lb/>
die OeNB finanzierte, grosse Schwierigkeiten sowohl im Parlament ge<lb break="no"/><pb n="39-1451" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-14_1451.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>habt hat, als auch die Gefahr besteht, dass man von einer<lb/>
Finanzierung durch die Nationalbank, d.h. Notenpresse seines<lb/>
Programmes spricht. Die Arbeiterkammer <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> und der ÖGB,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, hatten ein Papier vorgelegt, wo sie eine Industrie<lb break="no"/>fondskonstruktion mit Mitwirkung der Nationalbank vorgesehen<lb/>
hatten. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird dann auch noch selbst über die Export<lb break="no"/>förderung einen diesbezüglichen Vorschlag erstatten. Vom<lb/>
Handelsministerium soll der Fremdenverkehr, Gewerbe, Energie<lb/>
und die Handelspolitik gemacht werden. Der Landwirtschafts<lb break="no"/>minister wird über die Überschussproduktion eine Konzeption vor<lb break="no"/>legen. Forschung müsste <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> machen – die nicht anwesend war –<lb/>
und über die Arbeitsmarktförderung der Sozialminister ein Konzept<lb/>
vorlegen. Im Fremdenverkehr ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vorgeschwebt neue Regionen<lb/>
Waldviertel und neue Ziele grosszügiger Ausbau der Seilbahnen und<lb/>
Lifte konkret vorzuschlagen. Bezüglich der Seilbahnen und Lifte<lb/>
meint er, könnte die VÖEST mit anderen österreichischen Firmen<lb/>
ein langfristiges Konzept vorlegen, wenn der Staat sie unter<lb break="no"/>stützt entsprechende Gebiete, wo diese Seilbahnen und Lifte ge<lb break="no"/>braucht werden, zuzuweisen. Heute kauft jede Gemeinde womöglich<lb/>
einen Lift, hat keinen Schnee und eine entsprechende Infrastruktur.<lb/>
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daran zu erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_16">Bezüglich des Fremdenverkehrs versuchte ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu überzeugen,<lb/>
dass wir wieder einmal – so wie vor 2 Jahren – eine ERP-Ersatz<lb break="no"/>aktion für 1 Mia. Schilling Kreditvolumen zusätzlich starten<lb/>
sollten. Er wird dies scheinbar mit seinen Beamten resp. Büro<lb/>
besprechen.<lb/>
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aufnehmen. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll darüber mit <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_18">Im Fremdenverkehr-Infrastrukturbereich muss insbesondere auch das<lb/>
Problem der schnellen Buchung sowie der Qualitätsverbesserung der<lb/>
Zimmer besonderen Augenmerk zugewendet werden. Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> meinte allen Ernstes, wir sollten, so wie die Italiener<lb/>
die Zimmerqualifikation und Einstufung gleichzeitig mit einer<lb/>
Minimal- und Maximalpreisgenehmigung verbinden. Nur unter diesen<lb/>
Verbindungen sollten entsprechende Kredite gegeben werden. Die<lb/>
Zimmerqualifikation erfolgt derzeit schon, die Auszeichnung<lb/>
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Verbesserung der Infrastruktur und man müsste mit dem Finanz<lb break="no"/>ministerium sofort Verhandlungen beginnen, wie weit zusätzliche<lb/>
Mittel, z.B. in FAG – derzeit 30 Mio. – zur Verfügung gestellt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort mit <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> Kontakt darüber auf<lb break="no"/>nehmen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_20">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte die Bergbauernhilfe und<lb/>
die Beihilfe von der persönlichen Auszahlung zu Investitionskrediten,<lb/>
Wegebau usw. umleiten. In der Milch will er eine 110%ige Kontingen<lb break="no"/>tierung des Bedarfes. 10% davon müssten aus dem Budget und aus der<lb/>
Trinkmilchabgabe finanziert werden. Im Getreide denkt er nur an<lb/>
eine Übernahme für die Brotgetreidemenge die zur Vermahlung dient.<lb/>
Dort wird er die Einlagerung und Finanzierung weiter bezahlen.<lb/>
Futtergetreide soll den Marktpreisen überlassen werden. Bezüglich<lb/>
Ölanbaus verlangt er dezidiert eine Flächenprämie, die unter Anbau<lb break="no"/>verzicht auf Getreide den Bauer gegeben werden soll. Hier kam es<lb/>
zu differenten Auffassungen, da ich auch den Landwirtschafts<lb break="no"/>minister erklärte, wir müssten jetzt dringendst die Flächen vergrössern.<lb/>
Die Ölindustrie hat sich bereit erklärt grössere Mengen als jetzt<lb/>
5.000 ha mit Ölsaat angebaut dann auch zu übernehmen und zu stützen.<lb/>
Die jährlichen Verluste von derzeit 6–7 Mio. könnten bis auf den<lb/>
dreifachen Betrag von der Ölindustrie – sprich Unilever – übernommen<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> stehen auf dem Standpunkt, dass Unilever<lb/>
nicht die Absicht hat die Ölmühle zu errichten, worüber sich ein<lb/>
heftiger Diskurs ergab, da ich letzten Endes der einzige war, der<lb/>
Unilever verteidigte. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte unbedingt sofort die entsprechende<lb/>
Ölmarktordnung mit einer entsprechenden Abschöpfung für seine<lb/>
Flächenprämien bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte kläre dieses Problem mit dem Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium und Arbeiterkammer und ÖGB.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_22">Wir kamen überein, dass jeder sein Kapitel noch vor den Weihnachts<lb break="no"/>feiertagen fertigmachen muss, damit dann die entsprechenden end<lb break="no"/>gültigen Vorbereitungen für den 9. Jänner getroffen werden können.<lb/>
Ich weiss nicht, ob dies nicht letzten Endes dann bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
koordiniert wird. Ich habe nur vorsichtshalber bereits erklärt,<lb/>
<pb n="39-1453" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-14_1453.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dass vom Handelsministerium MR <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> mit dieser Aufgabe be<lb break="no"/>traut ist.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-14_23">ANMERKUNG FÜR ALLE: Bitte unverzüglich die offenen Kapitel ab<lb break="no"/>schliessen, damit wir nächste Woche bereits eine koordinierende<lb/>
Sitzung bei uns durchführen können.<lb/>
</p>
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            <head>Tagesprogramm, 14.12.1977</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
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               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Jaroszewicz, Piotr</persName>
               <persName><surname>Jaroszewicz</surname><forename>Piotr</forename></persName>
               <occupation>poln. Min.präs.</occupation>
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               <persName type="label">Firnberg, Hertha</persName>
               <persName><surname>Firnberg</surname><forename>Hertha</forename></persName>
               <occupation>Wissenschaftsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Kaber, Walter</persName>
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               <occupation>Ministerialrat Finanzministerium</occupation>
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               <persName type="label">Leberl, Otto</persName>
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               <occupation>Präs. Patentamt</occupation>
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               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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