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            <title type="main">Mittwoch, der  7. Dezember 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_01">Mittwoch, 7. Dezember 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_02">Die Zusammenführung der einzelnen Konsumgenossenschaften zum<lb/>
Zentralkonsum bringt uns in der Lebensmittelarbeitergewerk<lb break="no"/>schaft grosse Schwierigkeiten. Der grösste Betrieb, die Konsum<lb break="no"/>genossenschaft Wien, wird von einem eigenwilligen, aber tüchtigen<lb/>
Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs>, geführt. Die Dutzenden Betriebsrats<lb break="no"/>obleute der kleinen Genossenschaften die im Konsumausschuss zu<lb break="no"/>sammengeschlossen sind, möchten, resp. haben für ihre Vertretung<lb/>
in den Aufsichtsrat andere Kollegen gewählt. <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs> ist vor längerer<lb/>
Zeit aus dem Arbeitsausschuss ausgetreten. Für mich gibt es gar<lb/>
keinen Zweifel, dass dieser grosse Wiener Konsumgenossenschafts<lb break="no"/>betrieb früher oder später dominieren wird. Deshalb wehrten sich<lb/>
ja auch einzelne Genossenschaftsleitungen solange beim Zentral<lb break="no"/>konsum mitzumachen. Auf Grund ihrer finanziellen Verhältnisse,<lb/>
meistens sind sie in roten Zahlen, bleibt ihnen aber gar nichts<lb/>
anderes über. Diese Abneigung gegen die Konzentration und vor<lb/>
allem gegen die Dominanz der Konsumgenossenschaft Wien, pflanzte<lb/>
sich, wenn ich so sagen<lb/>
darf, bis in die Belegschaftsvertretung fort. Nüchtern und reales<lb/>
Denken verlangt aber, dass es unbedingt zu einem Mitwirken der<lb/>
Wiener Betriebsräte in dem gewerkschaftlichen Konsumausschuss<lb/>
kommen muss. Ich bemühte mich deshalb bei einer Aussprache alle<lb/>
davon zu überzeugen, dass ein Zusammengehen dringend notwendig<lb/>
ist. Im Prinzip sind sie alle dafür, weil sie die Argumentation<lb/>
einsehen, in der Praxis aber gibt es diese ungeheuren Spannungen<lb/>
welche bis jetzt eine Lösung verhindern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_03">Der Arbeiterbetriebsrat der Firma Elin aus Weiz, <rs type="person" ref="#per__149437">Grubmann</rs>, und der<lb/>
Angestelltenbetriebsrat <rs type="person" ref="#per__149438">Bremel</rs> wurden vom ÖIAG-Personalrefe<lb break="no"/>renten <rs type="person" ref="#per__123164">Zimmermann</rs>, der gleichzeitig auch im Aufsichtsrat der Elin<lb/>
ist, scheinbar aufgefordert sich mit mir zusammenzusetzen, weil<lb/>
ich ihm gegenüber die Elin sehr stark kritisiert habe. <rs type="person" ref="#per__123164">Zimmermann</rs><lb/>
hat bei der Geburtstagsfeier vom jüngsten Kind<add>[von?]</add> <rs type="person" ref="#per__113383">Zaki</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> beim Heurigen<lb/>
mit mir über die schlechte Leistung beim Donaukraftwerk Altenwörth<lb/>
diskutiert. <rs type="person" ref="#per__123164">Zimmermann</rs> wollte mir damals einreden, dass durch<lb/>
die kaputten Generatoren kein Stromverlust eingetreten ist. Da ich<lb/>
mich nicht für dumm verkaufen lassen möchte, ich hatte mich selbst<lb/>
von der Situation einige Male an Ort und Stelle informiert, gab<lb/>
es eine sehr heftige Debatte. Den Betriebsräten gegenüber erklärte<lb/>
ich, dass ich noch niemals in der Öffentlichkeit Elin deshalb<lb/>
<pb n="39-1425" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-07_1425.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>angegriffen habe. Intern aber musste ich auch ihnen klar machen,<lb/>
was diese Fehlkonstruktion für die Elektrizitätswirtschaft be<lb break="no"/>deutet. Ausser Diskussion stand, dass die Arbeiter und auch die<lb/>
Angestellten für diesen Fehlschlag am wenigsten konnten. Mit<lb/>
Recht bemerkten beide, dass sich Elin sowie alle anderen Firmen<lb/>
stets im Grenzbereich aus Rentabilitätsgründen bewegen müssen.<lb/>
Die Elektrizitätswirtschaft verlangt immer grössere Einheiten<lb/>
um Optimale Betriebsergebnisse zu erzielen. Für das Nichtfunktionieren<lb/>
werden entsprechende Pönalen vorgesehen. Strittig bleibt, was dann<lb/>
mit den Verlusten geschieht, die über diese Pönalsumme hinaus ent<lb break="no"/>stehen. Nach herkömmlicher Auffassung ist nur dann von Elin eine<lb/>
Schadenshaftung gegeben, wenn grob fahrlässig gehandelt wurde.<lb/>
Dies ist sicherlich nur sehr schwer festzustellen. Aus der Dis<lb break="no"/>kussion ergab sich, dass Elin unter einem Zeitdruck gestanden ist.<lb/>
Da man Generatoren dieser Grösse noch nicht gebaut hat und da man<lb/>
Generatoren nicht einmal im Werk prüfen kann, müssen an Ort und<lb/>
Stelle die einzelnen Teile zusammengesetzt werden in der Hoffnung,<lb/>
dass sie klaglos funktionieren. Niemals können auch nur ein Stück<lb/>
angefertigt werden, zusammengesetzt, ausprobiert und dann erst die<lb/>
anderen acht. Als der erste Fehler entdeckt wurde, waren bereits<lb/>
alle neun fast fertig um einer nach dem anderen sofort montiert<lb/>
zu werden. Angeblich bestand auch wenig Zeit die Vorarbeiten ent<lb break="no"/>sprechend vorzubereiten. Dies ist mir unerklärlich, denn die Elin<lb/>
weiss ganz genau und wusste auch exakt welche Donaukraftwerke ge<lb break="no"/>baut werden und welche Typen dort zur Ausschreibung kommen werden.<lb/>
Da die Elin letzten Endes noch immer alle Zuschläge bekommen hat<lb/>
um die österreichische Industrie zu beschäftigen und aus dem Ausland<lb/>
meistens nur Konkurrenzofferte wegen der Preisgestaltung einge<lb break="no"/>holt wurden, hätte sie sich viel intensiver auf diese Arbeit vor<lb break="no"/>bereiten können. Beide Betriebsräte haben mehr oder minder<lb/>
zugegeben, dass zu diesem Zeitpunkt der Elin-Vorstand total zer<lb break="no"/>stritten war, was sicherlich auch auf der Ergebnis den grössten<lb/>
Einfluss hatte. Meine Kritik richtet sich ja auch primär gegen den<lb/>
Vorstand, sei es bei der Elin, sei es bei der DoKW.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_04">Eine kleine Glasschleiferei in Kramsach hat sich seit 1974 von<lb/>
140.000 Schilling auf 2,5 Mio. Schilling Export hinaufgearbeitet.<lb/>
Der Gesamtumsatz ist von 3,2 Mio. auf über 5 Mio. bei einer Erhöhung<lb/>
des Beschäftigtenstandes von 8 auf 21 gestiegen. Die Firma kommt<lb/>
nun in ungeheure finanzielle <choice><choice><sic>Liquidationsschwierigkeiten</sic><corr>Liquiditätsschwierigkeiten</corr></choice></choice>. Von der<lb/>
<pb n="39-1426" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-07_1426.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Volksbank Schwaz hat sie 2.5 Mio. Kredit, von der Raika 600.000<lb/>
Kontokorrent. Die Firma bezieht ihre Gläser, die sie schleift,<lb/>
von Salzburg Kristall und Stölzle. Frau Wolke hoffte, dass<lb/>
sie von mir eine Subvention für Maschinen bekommen könnte,<lb/>
die sie jetzt anschaffen möchte. Sie war sehr erstaunt von mir<lb/>
zu erfahren, dass ich überhaupt keine Subvention der Wirtschaft<lb/>
oder einzelnen Betriebe gebe. Wir können ihr helfen durch Be<lb break="no"/>ratung, durch Vermittlung für einen Messestand, den sie dringend<lb/>
braucht, durch einen BÜRGES-Kredit für Investitionen, nicht<lb/>
aber durch Subventionen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Lass Dir bitte vom Branchenreferat berichten,<lb/>
wie es weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_06">Dipl.Kfm. <rs type="person" ref="#per__149439">Petzmann</rs>, der bereits bei den Verkehrsenqueten der<lb/>
Eisenbahner-Gewerkschaft und der SPÖ mitgewirkt hat, berichtete<lb/>
mir über die Möglichkeiten des Donau-Oder-Kanals. Die Tschechen<lb/>
haben beim <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs>-Besuch vielleicht auch nur aus Opposition<lb/>
gegen die polnische Idee einer Kohlenpipeline über ihr Gebiet<lb/>
darauf verwiesen, dass es wichtiger wäre diesen Kanal zu bauen.<lb/>
Da ich mit dem polnischen Bergbauminister <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> im Dezember ja<lb/>
noch Gespräche über diese Pipeline haben werde, ersuchte ich<lb/>
Dkfm. <rs type="person" ref="#per__149439">Petzmann</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__131309">Bock</rs> von der Industriesektion, mir eine<lb/>
kurze Zusammenfassung der Möglichkeiten und der Probleme insbe<lb break="no"/>sondere aber verfügbares Kartenmaterial und Unterlagen zusammen<lb break="no"/>zustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte nicht allzu detaillierte<lb/>
Unterlagen für mich vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_08">Direktor <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> von österreichischen Energiesparverein hatte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> und mir sein Konzept vorgetragen. Aus einem Vorwort<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank's</rs> aus einer der Publikationen über die Energiespar<lb break="no"/>möglichkeiten geht hervor, dass alle die bis jetzt erarbeiteten<lb/>
Ergebnisse unseres Energiesparausschusses davon abhängen, ob die<lb/>
Länder und davon betroffenen Stellen sich dieser Erkenntnisse be<lb break="no"/>dienen. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> meint nun, es wird seine Arbeit sein, als regierungs<lb break="no"/>ferne Stelle dies zu tun. Da er, wie er selbst sagt, der VP angehört,<lb/>
möchte er auch .......... negative Haltung ändern. Die Beamten<lb/>
können ja nur die Gesetze vollziehen, er möchte die Zielrichtung<lb/>
die Schwerpunkte des neuen für 3 Jahre bestellten Vorstandes und<lb/>
<pb n="39-1427" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-07_1427.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Prioritäten festlegen. An Hand von Beispielen erörterte er<lb/>
seine Politik. Thermostatregler wurden bis jetzt von der Bundes<lb break="no"/>gebäudeverwaltung abgelehnt, weil sie zu teuer sind und ins<lb break="no"/>besondere reparaturanfällig. Der wahre Grund ist aber, glaube ich,<lb/>
dass eben bauenden Dienststellen andere sind als dann die, die<lb/>
Betriebskosten zu zahlen haben. Daher ist es für die Bauenden<lb/>
selbstverständlich so billig wie möglich infolge der knappen Budget<lb break="no"/>mittel durchzukommen, um womöglich recht viele Bauvorhaben in<lb/>
Angriff zu nehmen oder eben andere vollenden zu können. Die Be<lb break="no"/>triebskosten werden dann von der übernehmenden Dienststelle zu<lb/>
tragen sein und belasten ein anderes Budgetkapitel. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> glaubt<lb/>
nun mit entsprechendem Nachdruck und Unterstützung des Bundes<lb break="no"/>kanzlers alle diese Unzulänglichkeiten abstellen zu können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat er glaube ich auch erzählt, dass er festgestellt hat, in den<lb/>
Kasernen wird weder der Benzinverbrauch noch der Heizölverbrauch<lb/>
kontrolliert. Dadurch werden, eine ungeheure Beschuldigung, die<lb/>
Tanks der Privatautos und die Heizöltanks der Offiziere in ihren<lb/>
Privathäusern auch mit diesen, für das Militär und deren Übungen<lb/>
bestimmte Ölprodukte gefüllt. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> war über die Ansicht von <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs><lb/>
entsetzt und hat dies auch entsprechend zu erkennen gegeben. Unsere<lb/>
Energiesektion ist, mir vollkommen verständlich, sehr verärgert, dass<lb/>
sie die Arbeit gemacht haben und wahrscheinlich auch in Hinkunft<lb/>
machen werden und müssen und ein Dritter, eben die regierungsferne<lb/>
Österr. Energieagentur, besser bekannt unter Sparverein von <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>,<lb/>
erntet die positiven Ergebnisse. Ich glaube nur, dass sich hier<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und die Kollegen der Energiesektion irren. Richtig ist, dass<lb/>
der <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>'sche Verein Millionen bekommen wird, richtig ist, dass<lb/>
er sich bereits Ingenieur Fanta, der bis jetzt bei SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
mitgearbeitet hat, als Geschäftsführung engagierte, richtig ist,<lb/>
dass die Autorität des Bundeskanzlers momentan noch hinter dem<lb/>
Verein steht und trotzdem bin ich überzeugt, wird man in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit immer wieder erkenne, wo die vernünftigen und brauchbaren<lb/>
Vorschläge herkommen und wer letzten Endes die Arbeit leistet. Wenn<lb/>
der <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>'sche Sparverein grössere Erfolge erzielen sollte, dürfte<lb/>
er glaube ich nicht mit der Methode arbeiten, die er jetzt dargelegt<lb/>
hat.Dabei kann er zwar das Interesse <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> erwecken, muss aber<lb/>
an den Widerstand der Bürokratie, die ihm überall entgegentritt<lb/>
scheitern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Versuche mit zukünftigen Mitarbeitern des Spar<lb break="no"/>vereins Kontakt aufzunehmen damit wir nicht über meine Vorstandstä<lb break="no"/>tigkeit entsprechende Informationen bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_10">Der Arbeitsausschuss der Verbundgesellschaft, Vorsitzender Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs>, Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs>, der ehemalige Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs>,<lb/>
der ehem. Gew.Sekretär <rs type="person" ref="#per__114386">Glück</rs> und der Fraktionsmann der Verbund<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114385">Kasamas</rs> erklärten <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und mir die Begründung, warum sie den<lb/>
Vorständen die 7.5% Gehaltserhöhung genehmigt haben. Ich hatte<lb/>
dafür eine sehr einfache Erklärung. Das letzte Mal haben sie<lb/>
grosse Schwierigkeiten mit mir wegen der Nachziehung der Vor<lb break="no"/>standsgehälter gehabt. Diesmal sind sie dem ausgewichen, indem sie<lb/>
uns nichts sagten. Formell haben sie sogar recht, denn dafür sind<lb/>
die Organe zuständig und ich selbst erkläre ja immer wieder, ich<lb/>
möchte mich in die Aktivitäten und Entscheidungen der Organe nicht<lb/>
einschalten. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat es nur mit Recht geärgert, dass auch er nicht<lb/>
informiert wurde – und zwar in seiner Funktion als Aufsichtsrat<lb/>
der Verbundgesellschaft. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ist sich vollkommen klar darüber,<lb/>
dass hier eine gewisse Änderung erfolgen sollte. Der Arbeitsaus<lb break="no"/>schuss setzte mir auch auseinander, da sie ja gleichzeitig mit den<lb/>
Vorstandsmitgliedern verhandeln, ihre Aufwandsentschädigung aus<lb/>
Aufsichtsräten in eine teilweise Erhöhung der Gehälter umzuwandeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> bekommt 270.000, <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> 280.000, <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> 173.000 und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> 213.000 Schilling aus ihren unzähligen Aufsichtsratssitzen.<lb/>
Da ihnen vollkommen klar ist, dass nicht nur für die Sozialisten,<lb/>
wo in Hinkunft nur mehr zwei genehmigt werden, diese auf die Dauer<lb/>
nicht halten können, sind sie bereit, bei einer Erhöhung ihrer Gehälter<lb/>
um 6.600 Schilling pro Monat die Aufsichtsratsgebühren an die<lb/>
Verbund abzuführen. Dieser Zustand war schon ursprünglich und wurde<lb/>
während der Generaldirektion <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> von irgend einem Minister,<lb/>
welchem, weiss man gar nicht mehr, aufgehoben. Im Ministerium gibt<lb/>
es keinerlei Unterlagen, wie SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> neuerdings dezidiert er<lb break="no"/>klärte. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> wird die entsprechenden Briefe vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte dieses Material möchte ich unbedingt auch<lb/>
sehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_12">In der Paritätischen Kommission gab es zwar eine längere Diskussion<lb/>
über verschiedene Lohnerhöhungen und Preise, doch wurde letzten<lb/>
Endes alles wieder einvernehmlich geregelt. Wenn die Erhöhungen<lb/>
zu hoch sind, dann wird der ganze Fall wieder an den Preis- resp.<lb/>
Lohnunterausschuss zurückverwiesen. Der Vorsitzende des Wirtschafts-<lb/>
und Sozialbeirates, der jährlich wechselt und jetzt der Gewerk<lb break="no"/>schafter Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> ist, berichtet über die kurz- und mittelfristigen<lb/>
Vorschläge zur Zahlungsbilanzsanierung. Der erste Teil, öffentliche<lb/>
<pb n="39-1429" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-07_1429.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Auftragsvergabe, ist fertig und wird uns unmittelbar zugestellt.<lb/>
Energie-und Rohstoffe, Exportförderung und Importsubstitutionen<lb/>
sollen sobald als möglich ebenfalls abgeschlossen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_13">Im Bundesrat wurden die Aussenhandels- und Zollgesetznovellen be<lb break="no"/>schlossen. Bei dieser Gelegenheit hat der Bundesrat <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs>, ein<lb/>
Importeur der Handelskammer und grosser ÖVP-Funktionär, die Re<lb break="no"/>gierung und auch das Handelsministerium attackiert wegen ihrer<lb/>
restriktiven Handelspolitik. Er meinte die Epoche des Liberalismus<lb/>
gehe dem Ende zu. Selbstverständlich musste ich ihm erwidern und<lb/>
darlegen, dass auf der einen Seite der Importhandel zwar ent<lb break="no"/>sprechend liberale Politik verlangt, die Handelskammer aber nach<lb/>
mühsamer Koordinierung von mir dann entsprechende restriktive Maß<lb break="no"/>nahmen wie z.B. auch die Importscheine für Textil- und Bekleidungs<lb break="no"/>einfuhren vorschlägt. Im Nationalratsplenum wieder hat Gen.Sekr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> eine harte Restriktionspolitik der Regierung sogar in Form<lb/>
von einem Stufenplan verlangt. Hier wäre es doch notwendig, dass<lb/>
sich die Klubs der ÖVP, Bundesrat und Nationalrat, koordinieren<lb/>
und noch viel wichtiger, dass der Handelskammerfunktionär <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs><lb/>
auch innerhalb seiner Organisation versucht sich dort durchzusetzen.<lb/>
Einfacher ist es natürlich, jetzt einmal die Regierung anzugreifen.<lb/>
Da ich diese zwiespältige Politik nachher auch Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, den<lb/>
ich zufällig traf, erzählte, hat dieser scheinbar sofort mit <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs><lb/>
gesprochen. <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> erschien spät nachts um mir klarzulegen, er wollte<lb/>
mich nicht angreifen, sondern ist nur bestrebt alles zu unternehmen,<lb/>
damit nicht diese restriktive und protektionistische Politik zu<lb/>
sehr überhand nimmt. Bis jetzt erklärte er, hätte er mit GD <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfs<lb break="no"/>berger</rs> von Siemens über eine Änderung des Antidumpinggesetzes ver<lb break="no"/>handelt. Die Bundeskammer dürfte sich jetzt doch durchringen, dass<lb/>
vorbeugende Massnahmen, die das Handelsministerium schon bei der<lb/>
Gesetzwerdung verlangte, in einer Novelle jetzt zum Antidumpinggesetz<lb/>
kommen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_14">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> ist von seinem Flug Zürich-Berlin nach Wien ge<lb break="no"/>kommen. Ich nutzte die Gelegenheit um am Flughafen Schwechat mit<lb/>
ihm über den Entwurf einer Regierungsvereinbarung betreffend 6 Mia.<lb/>
Schilling Kredit zur Anschaffung von Investitionsgütern aus Öster<lb break="no"/>reich zu verhandeln. Der Gegenentwurf, den ich ihm überreichte, fand<lb/>
im grossen und ganzen seine Zustimmung. Voraussetzung aber, dass<lb/>
es hier zu einer Einigung zwischen ihm und mir kommt, ist der Abschluss<lb/>
<pb n="39-1430" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-12-07_1430.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eines Vertrages zwischen der Deutschen Aussenhandelsbank<lb/>
und der Österreichischen Kontrollbank. Der Präsident der<lb/>
Deutschen Aussenhandelsbank war mit ihm. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> verlangte<lb/>
von ihm, dass er sich sofort mit <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> ins Einvernehmen<lb/>
setzt, um so schnell als möglich diesen Vertrag abzuschliessen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> möchte, wie auch in seinem Entwurf, die 7 3/4 % Zinsen<lb/>
vereinbart. <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> erklärt, er kann ihm nur die normalen<lb/>
üblichen Exportverzinsungsansätze resp. System anbieten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> meint nun, für die grosse Investitionssumme von 6 Mia.<lb/>
Schilling müsste er jetzt gewisse Konzessionen auf dem Zins<lb break="no"/>sektor bekommen. Wir einigten uns dahingehend, dass die beiden<lb/>
Bankenvertreter so schnell als möglich zu einem Abschluss<lb/>
kommen sollten. Erst dann ist <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> bereit mit mir in Berlin<lb/>
den Vertrag, den die Regierungen schliessen sollen und der mehr<lb/>
oder minder ja nur eine Absichtserklärung ist, abzuschliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-12-07_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass Dich von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, der mit dabei war,<lb/>
stets am laufenden halten.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 7.12.1977</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>MP CSSR</occupation>
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               <persName type="label">Brandstätter, Ernst</persName>
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               <occupation>GS Präs.konf. LWK AR Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
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               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <occupation>Vorstand Verbund</occupation>
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               <occupation>poln. Bergbauminister</occupation>
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               <occupation>GD Siemens Österreich</occupation>
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               <occupation>Fraktionsführer BR Verbund</occupation>
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               <occupation>AR ÖIAG; evtl. Falschidentifikation [Mai 1971 bereits ÖIAG?; auch am
                  21.7. gemeint?]</occupation>
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               <persName type="label">Zluwa, Bruno</persName>
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