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            <title type="main">Dienstag, der 22. November 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_01">Dienstag, 22. November 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_02">Frau Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> geht es nach der Magenoperation<lb/>
Billroth 2 besser, doch macht sie auf mich einen wesentlich<lb/>
schlechteren Eindruck als dies vor der letzten Operation<lb/>
vor paar Wochen. Sie teilt mir mit, dass sie ihren SR <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs><lb/>
mitgeteilt hat die angelieferten Brennstäbe müssten nicht in Kompakt<lb break="no"/>lager abgestellt werden, sondern könnten wie vorgesehen vom Trocken<lb break="no"/>lager sofort in den Kern eingebracht werden, da dies ein voll<lb break="no"/>kommen ungefährlicher Lagerprozess ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107937">FRANK</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte wie weit ist das Genehmigungs<lb break="no"/>verfahren, damit die Behörde nicht in Verzug kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_04">Bei der Ankunft des tschechischen Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs><lb/>
erzählt mir irgendwer dass seit dem Mittelalter <rs type="person" ref="#per__149496">Przemysl</rs> niemals<lb/>
sonst ein tschechoslowakischer König oder Ministerpräsident in<lb/>
Österreich war. <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs> ist der Erste. Auch nicht zu glauben.<lb/>
Auf der Fahrt im Auto erzählt mir <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> bereits, dass die CSSR<lb/>
wirtschaftlich grosse Schwierigkeiten hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilt mir dann<lb/>
bei der offiziellen Besprechung mit, dass <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs> ihm sagte, manchen<lb/>
COMECON-Staaten – nicht die CSSR – steht das Wasser nicht bis<lb/>
zum Mund, sondern schon über den Kopf. Die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs>,<lb/>
seinem SChef <rs type="person" ref="#per__149382">Gajdos</rs> und ihren Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114725">Chrust</rs> sowie auf unserer Seite<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und mir, gibt mir Gelegenheit die<lb/>
Tschechen über die polnische Pipeline-Kohle-Projekt und die beab<lb break="no"/>sichtigte 800 Megawatt Stromlieferung zu informieren. <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> meint<lb/>
sofort, er hätte dies gerne offiziell auch von der polnischen Seite<lb/>
erfahren. Die Tschechen hätten viel lieber, wenn man das Transport<lb break="no"/>problem nicht mit einer Pipeline, sondern durch Ausbau des Donau-<lb/>
Oder-Kanals lösen würde. Ich frage nur, wie dies bei den grossen<lb/>
Wassermangel, der jetzt auf der Oder herrscht, wo im oberschlesischen<lb/>
Gebiet alles für die Industrie verbraucht wird und wo vor allem die<lb/>
Polen die Oder kaum mehr als schiffbaren Fluss benützen, sondern die<lb/>
Kohle mit der Bahn von dort nach Norden transportieren, das Wasser<lb/>
herkommen soll. Für die Kohle-Pipeline müsste sogar von der Donau<lb/>
das Wasser nach Oberschlesien gepumpt werden, also zwei Pipelines<lb/>
gebaut werden müssen. Die Tschechen müssten für den Transit eine neue<lb/>
Bahn bauen, haben jetzt bereits 6 Pipelines – 4 Gas- und 2 Öl- – von<lb/>
<pb n="39-1348" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-11-22_1348.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Osten nach dem Westen und sind scheinbar über die bilateralen Ge<lb break="no"/>spräche zwischen Polen und Österreich nicht nur nicht informiert,<lb/>
sondern auch verärgert. Dies kommt auch bei der offiziellen Sitzung<lb/>
dann – durch den Ministerpräsidenten angedeutet – für den der die<lb/>
Verhältnisse kennt, ein sehr deutlicher Hinweis. Bei der offiziellen<lb/>
Sitzung gibt man mir vom Büro <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> 2 Memoranden, eines die<lb/>
Lizenzerzeugung einer österreichischen Zigarette von der Tabakregie,<lb/>
die angeblich bereits im Dezember im tschechischen Ministerrat<lb/>
entschieden werden soll, das zweite ist von der VÖEST-Alpine<lb/>
wegen der Anlagenlieferung Papier- und Zellulosefabrik und die<lb/>
Zusammenführung der Verkaufsorganisationen von VÖEST und Alpine<lb/>
und der Edelstahlwerke in der CSSR. <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> erzählt mir dann spät<lb/>
abends, dass er sehr verärgert war, dass dies bei der offiziellen<lb/>
Sitzung übergeben wurde. Er hat – und dies stimmt – die Verkaufs<lb break="no"/>organisationssanierung damals vor 3 Jahren, als die politischen<lb/>
Verhältnisse zwischen Österreich und der CSSR am Nullpunkt waren,<lb/>
auf meine Intervention in Brünn die Verkaufsorganisationen aus<lb break="no"/>nahmsweise aufrecht erhalten. Jetzt hat man ihm von der VÖEST-Alpine<lb/>
vor 3 Wochen einen diesbezüglichen Brief geschrieben und ohne dass<lb/>
man die Antwort abwartete, ist man in dieses höchste Forum ge<lb break="no"/>gangen. Von der Tabaklizenz hat überhaupt niemand auf der tsche<lb break="no"/>chischen Seite etwas gewusst und <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs> war daher mit <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs><lb/>
sehr unzufrieden. SChef <rs type="person" ref="#per__149382">Gajdos</rs> meinte sogar, sein Minister habe<lb/>
nicht nur mit ihm geschimpft, sondern er würde wahrscheinlich<lb/>
sogar entlassen. Das Ganze war spasshaft gemeint, doch zeigte es<lb/>
mir, dass der grösste Fehler war, in so einem Rahmen neue Probleme<lb/>
anzuschneiden, die der zuständige Minister nicht kannte. Ich hoffe,<lb/>
er glaubt mir wenigstens, dass auch ich bis vor der Sitzung keine<lb/>
Ahnung hatte über diese Probleme. Ich versicherte <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> dass ich<lb/>
ihm ansonsten selbstverständlich bei der Vorbesprechung infor<lb break="no"/>miert hätte. Da <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> am nächsten Tag unbedingt weiterverhandeln<lb/>
wollte, ich nehme an er braucht einen gewissen Nachweis dass<lb/>
während des <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs>-Besuches eben Besprechungen stattgefunden haben,<lb/>
habe ich sofort mein morgiges Programm umgestellt. Am meisten ver<lb break="no"/>ärgert ist aber <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs>, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und auch <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> – wie mir dieser<lb/>
versichert – bei den Besprechungen immer wieder auf Ungarn hin<lb break="no"/>weisen. Zwischen dem Slowaken <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs>, die ja einen Teil ihres Terri<lb break="no"/>toriums an Ungarn abtreten mussten, gibt es scheinbar nichts ärgeres<lb/>
als immer auf die guten Beziehungen mit Ungarn hinzuweisen. Mit<lb/>
<pb n="39-1349" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-11-22_1349.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Recht sagt <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> überhaupt, die Ungarn haben doch keinerlei<lb/>
grössere Lieferungen von der VÖEST-Alpine zum Beispiel über<lb break="no"/>nommen. Die Ungarn haben einen geringeren Handelsverkehr mit<lb/>
Österreich und die Ungarn erklären, sie werden den Visumzwang<lb/>
aufheben und haben es bisher nicht getan und er fürchtet dass<lb/>
es auch in Zukunft nicht sobald der Fall sein wird. Zum offiziellen<lb/>
Essen waren <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> von der ÖVP und selbstver<lb break="no"/>ständlich <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> von der FPÖ geladen und auch gekommen. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
dürfte entweder nicht in Wien sein oder vielleicht hat er es sich<lb/>
anders überlegt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hielt eine blendende Rede, wo er – so wie<lb/>
bei der offiziellen Sitzung – auch auf die ideologischen Streit<lb break="no"/>punkte einging oder sie zumindestens andeutete. Er meint entscheidend<lb/>
sei die Konkretisierung aller KSZE-Beschlüsse. <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs> erwiderte<lb/>
die Tschechen seien bereit über alles zu diskutieren, kümmern sich<lb/>
nicht was die Zeitungen schreiben, wohl aber was die offiziellen<lb/>
Stellen machen. Die Begegnung ist überaus herzlich und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> diskutierten dann am Abend bei meinem Tisch über die Schwie<lb break="no"/>rigkeiten der verstaatlichten Industrie. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat grosse Sorgen<lb/>
wegen Chemie-Linz, Lenzing und insbesondere der Faserproduktion und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> bekannte freimütig, welche Fehler auf diesem Gebiet in der<lb/>
CSSR erfolgen. Da die Tschechen und die Slowaken stets immer jeder<lb/>
eine Fabrik haben müssen, wurde nun eine Ethylenanlage für<lb/>
300.000 Tonnen in der Slowakei und für 450.000 Tonnen in Böhmen ge<lb break="no"/>baut. <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> hat sich immer gegen diese Überkapazität gewehrt, hat<lb/>
sich nicht durchgesetzt und jetzt kann man die Produkte nirgends ver<lb break="no"/>kaufen. Ähnlich geschieht es jetzt mit der Konsumgüterproduktion<lb/>
wo sie Fernsehapparate usw. nicht mehr anbringen, in den Westen in<lb/>
Kaufhäuser liefern müssen die die schlechtesten Preise bezahlen<lb/>
und es daher absatzmässig grosse Schwierigkeiten überall gibt.<lb/>
Die Idee, dass wenn es in den kapitalistischen Westen schlechter<lb/>
wird, wenn daher die von <rs type="person" ref="#per__114602">Marx</rs> immer angekündigte kapitalistische<lb/>
Krise kommt, dann die sozialistischen Staaten triumphieren können<lb/>
und ihr System sich bestens bewähren wird, stimmt eben leider auch<lb/>
nicht. Wenn der Westen Schwierigkeiten hat, hat der Osten noch viel<lb/>
mehr Schwierigkeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_05">Der nordkoreanische Botschafter <rs type="person" ref="#per__149497">Ri Won-bom</rs> aus Prag machte mir einen<lb/>
Anstandsbesuch, da er in Wien ist, und lud mich neuerdings nach<lb/>
Nordkorea ein. Da er erwähnte, die Wirtschaftslage in Nordkorea<lb/>
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Schilling Schulden, die sie jetzt zurückzahlen sollten. Das<lb/>
eingegangene Memorandum mit den versprochenen Zinsenzahlungen<lb/>
wird nämlich von den Nordkoreanern wieder nicht eingehalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_06">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über meinen Bericht über die Israel-Reise<lb/>
nur darauf verwiesen, dass es vom Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs> unge<lb break="no"/>hörig war, mich bei den Besuch bei ihm wegen der Kfir-Lieferung<lb/>
zu attackieren. In Wirklichkeit ärgert sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit Recht<lb/>
über die Behauptung<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__112985">Begin</rs>, dass wenn wir den Kfir nicht kaufen,<lb/>
von den Arabern erpresst werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat ja überhaupt eine<lb/>
andere Nahostpolitik konzipiert, sich bei seinen diversen Reisen<lb/>
heftigst darum bemüht und stösst natürlich mit der Idee einen PLO-<lb/>
Staat irgendwo zu errichten auf den schärfsten Widerstand <rs type="person" ref="#per__112985">Begins</rs>.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, die Kritik gilt nicht mir, sondern <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> sollte<lb/>
nur unserem Botschafter <rs type="person" ref="#per__97767">Mussi</rs> klarmachen, dass Minister in den<lb/>
Staaten mit ihren Vis-a-vis verhandeln sollen und nicht mit<lb/>
anderen Problemen konfrontiert werden. Da dies immer schon meine<lb/>
Idee war, ich mich auch niemals gerissen habe zu irgend einem an<lb break="no"/>deren Minister zu kommen, geschweige denn zu einem Ministerpräsidenten,<lb/>
berührt mich diese neue Politik überhaupt nicht. Ich bin nur gespannt,<lb/>
ob er es durchstehen wird resp., ob tatsächlich diese neue Politik<lb/>
Erfolg haben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_07"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann auch von der Aussprache mit dem ungarischen<lb/>
Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__110938">Lazar</rs> und erwähnte neuerdings dass unser Energie<lb break="no"/>konzept – Ungarn burgenländischer Kohlenabbau – ein weiterer Modell<lb break="no"/>fall für die europäische Energie-Verbund im Korb II der EGKS sein<lb/>
könnte. Ganz besonders wies er auch auf die Beschwerden der Ungarn<lb/>
aber auch der Tschechen bezüglich der Zollerhöhung hin und meinte,<lb/>
dies könnte nur im Rahmen des COMECON und EG und EFTA verhandelt<lb/>
und gelöste werden. Da Österreich mit den angrenzenden Oststaaten,<lb/>
aber auch mit Polen, Rumänien, Bulgarien, den Donaustaaten, be<lb break="no"/>sondere Verkehrsprobleme und Energieprobleme hat, sollte man mit<lb/>
diesen Staaten bilateral oder wie in der CSSR gemeinsam mit Polen<lb/>
diese Probleme trilateral besprechen. Die anderen westeuropäischen<lb/>
Staaten, ganz besonders die kleinen wie Niederlande und Belgien<lb/>
haben kaum ein besonderes Interesse an unseren Problemen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_08">Der Generalkonsul Dr. <rs type="person" ref="#per__149498">Fitz</rs> aus Düsseldorf hatte mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> eine Aussprache<lb/>
und dieser ihn zu mir geschickt, damit er mir auch die Situation<lb/>
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bestens bekannt, dass die österreichischen Firmen scheinbar<lb/>
nur bis zur Main-Linie irgendwelche Exportgeschäfte tätigen.<lb/>
Darüber hinaus gibt es nur sehr geringes Interesse. <rs type="person" ref="#per__149498">Fitz</rs> möchte<lb/>
nun am liebsten haben, dass österreichische Firmen Zweignieder<lb break="no"/>lassungen, Repräsentanzen usw. in Norddeutschland errichten.<lb/>
Ich habe ihm sofort mit SChef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> zusammengebracht, weil er<lb/>
sich ganz besonders auch dafür interessierte was wir an Aktivi<lb break="no"/>täten wegen Hereinnahme von Fertigteilprodukterzeugung oder Teil<lb break="no"/>fertigung von Autobestandteilen deutscher Autofirmen, insbesondere<lb/>
Ford gemacht haben. Richtig ist, dass die österreichischen Firmen<lb/>
zwar den Export nach Deutschland erhöhen konnten, in der deutschen<lb/>
Rezession sogar mehr als woanders hin, dass es aber wirklich kaum<lb/>
gelingt im norddeutschen Raum grössere Abschlüsse zu tätigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-22_09">Die Grinzinger haben die Idee Leute zu finden, die ihren Gag<lb/>
mitmachen, den Freistaat Grinzing überall in der Welt zu ver<lb break="no"/>treten und für sie zu werben. Deshalb haben sie mir auch ein<lb/>
Präsidentenamt oder so etwas ähnliches angeboten, das ich als<lb/>
Fremdenverkehrsminister selbstverständlich akzeptieren musste.<lb/>
Bass erstaunt bin ich, dass Heurigensänger kommen, zwei Kellne<lb break="no"/>rinnen, die mich also hier anstrudeln. Noch nie war in meinem<lb/>
Amtszimmer während der ganzen Zeit eine solche Dulliöh-Stimmung,<lb/>
obwohl wir nur Most getrunken haben.<lb/>
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politische Lage und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dann über die wirtschaftliche<lb/>
mit dem Appell die Arbeitskosten im nächsten Jahr nicht zu<lb/>
sehr zu erhöhen und was ihm so wichtig erscheint die Lohnbe<lb break="no"/>wegungen trotz der selbstverständlichen Autonomie des Gewerk<lb break="no"/>schaftsbundes in geringen Grenzen zu halten. Ich musste weggehen,<lb/>
doch hat es dann zwischen <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__114138">Brauneis</rs>, Betriebsratsobmann<lb/>
der VÖEST, einen richtigen Krach gegeben. Die VÖEST fühlt sich<lb/>
von der Regierung vernachlässigt und ganz besonders jetzt von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> der gegen die Umschulungsregelung des Sozialministers<lb/>
grösste Bedenken hat. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist überzeugt, dass damit nur hunderte<lb/>
Millionen in die VÖEST-Alpine reingepumpt werden, diesen Betrieb<lb/>
Lohnkosten abgegolten werden und keinerlei strukturändernde<lb/>
Wirkungen miterzielt werden können.<lb/>
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mehr wegen der Preiserhöhungen der Agrarier, Milch und Zucker<lb/>
attackiert da man für diese Absatzsicherungen vorsieht, während<lb/>
die Industrieproduktion insbesondere Autobus- und LKW-Erzeugung<lb/>
nichts tut. Schon vor der Sitzung fragten mich einige, warum man<lb/>
denn einen Austro-Porsche Personenkraftwagen erzeugen will, ohne<lb/>
die vorhandenen Autoproduktionsstätten mit Investitionshilfe zu<lb/>
unterstützen. Dasselbe Problem auf der ganzen Linie, wenn eine<lb/>
Regierung eine Subvention oder Unterstützung einen Zweig gibt,<lb/>
dann kommt sofort die andere Branche und möchte genau dieselbe<lb/>
Hilfe. Dies gilt eben ganz besonders in einer Rezessionsphase,<lb/>
in der wir uns jetzt anfangs befinden und die sicherlich im<lb/>
nächsten Jahr noch viel schlimmer werden wird.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Information MR Bachmayer f. d. BM betr. Ausfuhr v. Kernmaterial, 21.11.1977</head>
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               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
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