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            <title type="main">Dienstag, der 15. November 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_01">Dienstag, 15. November 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_02">Im Budgetausschuss hat die ÖVP seit Jahren die Gewohnheit ein Dutzend<lb/>
Fragen schriftlich zu überreichen und gleich zu erklären, man wünscht<lb/>
die Antwort ebenfalls schriftlich. Die FPÖ, <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, hat sich in der<lb/>
Präsidialkonferenz darüber beschwert und meint, im Prinzip müsste in<lb/>
den Ausschüssen mündlich verhandelt werden, das sozialistische Klub<lb break="no"/>sekretariat Dr. <rs type="person" ref="#per__126860">Sellner</rs> und ich glaube insbesondere <rs type="person" ref="#per__112147">Robert Fischer</rs><lb/>
ist nun auf die Idee gekommen, die SPÖ soll die ÖVP-Taktik unter<lb break="no"/>laufen und ähnliche Fragen dem Minister mündlich stellen und dieser<lb/>
soll sofort antworten. Gegen dieses Vorgehen hatte ich grundsätzlich<lb/>
grosse Bedenken. Die ÖVP hat nämlich mit diesen Fragen bis jetzt<lb/>
gar nichts angefangen, obwohl darin verlangt wurde über die Dienst<lb break="no"/>reisen, über die Personalaufwendungen über die Repräsentationsaus<lb break="no"/>gaben usw. Auskunft zu geben, hatte diese Ziffern scheinbar das<lb/>
ÖVP-Sekretariat verlangt, aufgearbeitet wurden sie aber nie. Viel<lb break="no"/>leicht hätten das einmal für einen Grossangriff gebraucht, der dann<lb/>
nicht gekommen ist und jetzt wird die Routine fortgesetzt. Wenn<lb/>
wir jetzt diese Methode ändern oder angreifen, dann verlängert dies die<lb/>
Budgetsitzung wesentlich, bringt uns sicherlich überhaupt keinen<lb/>
Erfolg und da es sich um Detailfragen handelt, die ziffernmässig<lb/>
genau beantwortet werden müssen, kommt der Minister automatisch<lb/>
in Schwierigkeiten, er müsste, wie es früher der Fall, dann immer<lb/>
sofort den Beamten erst fragen, dieser müsste mühselig in den<lb/>
Unterlagen nachkramen, letzten Endes muss man dann doch den Beamten<lb/>
antworten lassen. Diese Taktik war wahrlich nicht genau über<lb break="no"/>legt. Wir haben sie natürlich dann auch in der Fraktionsbesprechung<lb/>
einvernehmlich abgelehnt. Der Budgetausschuss hat dann in altgewohnter<lb/>
Manier über zwei Runden von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beginnend alle mög<lb break="no"/>lichen Fragen gestellt, die ich sofort aus dem Steigreif beant<lb break="no"/>wortet habe. In Wirklichkeit wollen die Abgeordneten um 12 Uhr<lb/>
Schluss machen, bei einigen gelingt das nicht, bei mir aber<lb/>
immer. Die eigenen Parteifreunde und die Opposition sind zu Tod froh,<lb/>
dass es so schnell über die Runde geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_03">Ich habe <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> ersucht, er möge mir bis zur Budgetsitzung im<lb/>
Haus eine Tabelle zusammenstellen, wo seit 1969, das letzte Jahr<lb/>
der ÖVP-Regierung, Jahr für Jahr die Gesamtausgaben, die Gesamteinnah<lb break="no"/>men, alles in 100 Mill. S, den Personalaufwand, den Sachaufwand,<lb/>
die Förderung Fremdenverkehr, Hausaktion, Prämienaktion, Betriebs<lb break="no"/>sicherung, Seenreinhaltung, ERP-Ersatzaktion, Sonderkreditaktion,<lb/>
<pb n="39-1310" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-11-15_1310.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ÖFVW, Gewerbestrukturanteil, die Wirtschaftsförderung,<lb/>
Papierförderung, Existenzgründung, Stammbürges, Gewerbestruk<lb break="no"/>turverbesserungsgesetz, Kleinkreditaktion, die Bergbauförderung<lb/>
Kohle und Buntmetall, Stärkeförderung, soweit der Rechnungs<lb break="no"/>abschluss vorliegt diese Ziffern ansonsten Budgetansätze incl. BÜG,<lb/>
für 1978 selbstverständlich nur den Budgetentwurf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte besprich dies mit dem Stellvertreter<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_05">Abg. <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, Obmann der Chemiearbeiter, hat mich ersucht, in<lb/>
die Liste der Waren, die keine Präferenzzölle bekommen sollen,<lb/>
die Streichhölzer aufzunehmen. Er hofft sich dadurch, dass für<lb/>
die Fabrik in Deutschlandsberg eine gewisse Erleichterung kommt.<lb/>
Der Zollsatz anstelle von 700 derzeit 490 S wird zwar die Firma<lb/>
auch nicht retten, aber gegen die billigen spanischen Zündhölzer<lb/>
einen gewissen Schutz bieten. Nur aus Spanien kommen derzeit grössere<lb/>
Mengen herein. Ich habe Min.Rat <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> ersucht, mit dem Finanz<lb break="no"/>ministerium, wo man einen sozialistischen Initiativantrag bereits<lb/>
vorbereitet und mit dem Aussenministerium wegen der derzeit laufen<lb break="no"/>den Spanienverhandlungen Kontakt aufzunehmen. Für die im Rahmen<lb/>
der EFTA geführten Gespräche kann man überhaupt nur die Ausrede verwen<lb break="no"/>den, dass es sich hier nicht um eine Regierungsvorlage gehandelt<lb/>
hat, sondern nur um einen Initiativantrag der Angeordneten, gegen<lb/>
den niemand selbstverständlich als Regierung nichts unternehmen<lb/>
kann. Den soz. Klub habe ich aufmerksam gemacht, dass nur ein<lb/>
mit der ÖVP-Zustimmung möglicher Initiativantrag eingebracht wer<lb break="no"/>den soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte sprich mit <rs type="person" ref="#per__126860">Sellner</rs>, wie dies läuft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_07">Im Integrationsausschuss stand ein uninteressanter Briefwechsel<lb/>
EG-Österreich sowie ein Verfahrensübereinkommen zwischen<lb/>
Schweiz und Österreich auf der Tagesordnung. Da bei uns alles<lb/>
Gesetzesstufencharakter hat, müssen die kleinsten Lappalien im<lb/>
hohen Haus beschlossen werden. Abg. <rs type="person" ref="#per__97369">Brandstätter</rs> von den Agrariern<lb/>
erkundigte sich über das Ölmühlenprojekt und meinte, den Bauern<lb/>
müsse man jetzt bereits die entsprechenden Preise zusichern, dann<lb/>
würden sie ohne weiteres nicht nur 50.000 ha sondern wesentlich<lb/>
mehr anbauen. Nach Meinung der Agrarier könnte der grösste Teil der<lb/>
Saatgutmengen in kürzester Zeit geliefert werden, wenn die<lb/>
Fabrik nur schon beschlossen wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte mit dem Landwirtschafts<lb break="no"/>ministerium jetzt einen Zeitplan wegen der Saatproduktion erstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_09">Im Handelsausschuss kam es bei der Änderung des Handelsstatistischen<lb/>
Gesetzes und des Aussenhandelsgesetzes infolge Nomenklaturanpas<lb break="no"/>sung zu umfangreichen Gesetzentwürfen, die keinerlei materielle<lb/>
Wirkung haben. Sie gingen daher ohne Debatte über die Bühne. Mir<lb/>
unerklärlich hat sich in einem Fall <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zu Wort gemeldet und<lb/>
nur gesagt, dass die ÖVP diesem Gesetz zustimmt. Abg., die dies<lb/>
machen, sagt man nach, sie wollen nur im Ausschussbericht namentlich<lb/>
genannt werden, damit man im Haus dann ihren Namen auch hört.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dies wirklich nicht notwendig, mir ist es unerklärlich<lb/>
dass ihm nichts besseres eingefallen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_10">Der dritte Gesetzentwurf, nämlich die Kündigung eines Patent<lb break="no"/>übereinkommens, welches durch das europäische Patentübereinkommen<lb/>
ersetzt wird, hat die ÖVP zum Anlass genommen, um in einer Vorbespre<lb break="no"/>chung zwischen <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, dem soz. Obmann-Stellvertreter des<lb/>
Handelsausschusses, <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und mir, festzuhalten, dass<lb/>
die ÖVP eine Rückstellung, resp. Absetzung dieses Punktes verlangt.<lb/>
Bei der ÖVP war so wie bei allen anderen Stellen die Patentanwalts<lb break="no"/>kammer intervenieren, weil sie sich gegen die Ratifizierung des<lb/>
Europäischen Patentübereinkommens ausspricht. Meiner Meinung nach<lb/>
ist dieses Patentübereinkommen nicht zu verhindern und Österreich<lb/>
wird sich daran beteiligen müssen. Da ich aber gerade in diesem<lb/>
Punkt keinen Streit mit der ÖVP wünsche und da es bis jetzt<lb/>
zur Tradition gehört, dass wenn eine Gruppe eine Absetzung eine<lb/>
Rückstellung, einen Unterausschuss verlangt, diesem Wunsch nachgekom<lb break="no"/>men wird, habe ich selbstverständlich auch dieser Absetzung<lb/>
zugestimmt. Die ÖVP möchte diesen Gesetzentwurf gleichzeitig mit<lb/>
dem Ratifizierungsgesetzentwurf beschliessen. Sie sieht in der<lb/>
Vorwegnahme des jetzt auf der Tagesordnung stehenden ein Präjudiz<lb/>
für die Ratifizierung. Geärgert hat mich, dass vom Patentamt weder<lb/>
der Präsident, noch der Vizepräsident anwesend war, sondern zwei <choice><choice><sic>liebe</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
junge Beamte, die natürlich überhaupt die Tragweite einer solchen<lb/>
Diskussion nicht kannten. Ich habe sie ersucht, das Präsidium<lb/>
sofort zu verständigen, niemand war aber vor 3 Uhr zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bei Gesetzentwürfen im Parlament muss<lb/>
in Hinkunft ein verantwortlicher Spitzenbeamter<add>anwesend sein.</add><lb/>
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Dir. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs>, Fa. Hofer, und <rs type="person" ref="#per__131026">Rast</rs>, Fa. Kelly, gekommen, um mit<lb/>
mir die Schwierigkeiten der Importrestriktionen resp. österr.<lb/>
Produkterzeugung zu besprechen. Ich habe sofort Mag. <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs><lb/>
zugezogen. Dir. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> von Hofer behauptet, dass er sich ver<lb break="no"/>zweifelt bemüht hat, in Österreich Lebensmittelproduktionen aufzu<lb break="no"/>ziehen, resp. Kooperationsverträge mit österr. Firmen zu bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131026">Rast</rs> von der Fa. Kelly bestätigte dies, weil jeder österr. Produktions<lb break="no"/>betrieb, der für Hofer arbeitet, Schwierigkeiten mit den anderen<lb/>
Handelsketten, Konsumgenossenschaften und auch Detaillisten bekommt.<lb/>
Keiner will dann bei ihm kaufen. Alle vermuten, dass Hofer einen<lb/>
so günstigen Preis bekommt, dass die anderen dann um denselben Preis<lb/>
halten zu können, einen um 15 – 20 % noch tieferen Preis wünschen<lb/>
als Hofer erhält, um den Verkaufspreis wie Hofer halten zu können.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> sagte in ihrem deutschen Stammhaus Albrecht, wo<lb/>
sie der bedeutendste Diskonter sind, wurden sie grosse Mengen<lb/>
österr. Produkte gerne verkaufen, derzeit verkaufen sie angeblich<lb/>
1.500 t Waffeln, würden noch 600 t Pralinen brauchen, Hofer will<lb/>
ausser Senf, Fleisch, Biskotten, Mayonnaise, Kuchen 6.000 t jetzt<lb/>
anstelle der 6 – 8 Mill. Stück, die<add>[er]</add> aus Schweden importiert hat,<lb/>
selbst erzeugen und erzeugt sie grösstenteils schon. Fertigen<lb/>
Pudding möchte die Zentralmolkerei Royer, H-Joghurt, H-Buttermilch<lb/>
usw. in grössten Mengen von Royer beziehen, neben den 1.200 t Käse,<lb/>
die wir schon von dieser Molkerei beziehen können. In Maresi<lb/>
haben sie 22 % Anteil, können aber jetzt nicht die notwendigen<lb/>
Mengen mit entsprechenden Preisen bekommen und wären bereit, eine<lb/>
eigene Marke sich zuzulegen, damit die andere Konkurrenz nicht<lb/>
sagt, Maresi wird von Hofer verschleudert und zerstört den Preis.<lb/>
Ähnliches hat er bei 22.000 hl Pepsi Cola gemacht. Natürlich habe<lb/>
ich ihm sofort vorgehalten, dass Hofer es war, der aus Deutschland<lb/>
billigen Käse importierte und damit die Verhandlungen mit der<lb/>
EG erst wegen eines Käseabkommens notwendig machte. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> erklärt,<lb/>
dass die Ömolk sich geweigert hat, Hofer mit entsprechendem Käse<lb/>
zu beliefern. Ebenso ging es mit Alma, wo sie 30 % abgenommen<lb/>
haben. Die Fa. Alma hat dann Hofer angezeigt, wegen Verwendung von<lb/>
Sorbinsäure, der Verkaufsleiter Hofer wurde auch tatsächlich verur<lb break="no"/>teilt. Dies war ein Grund, warum Hofer die Beziehungen zu Alma abgebro<lb break="no"/>chen hat. Bei Rupp wieder hat die Spar-Organisation die Firma unter<lb/>
Druck gesetzt und verboten, dass sie an Hofer weiter liefert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte besprich mit <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> den Fall und lass<lb/>
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detaillierten Liefervertrag, wo genau der Materialanteil festge<lb break="no"/>halten wird und wenn dort Preissteigerungen oder Preissenkungen<lb/>
festzustellen sind, dann wird dies automatisch auf den Abgabepreis<lb/>
für Hofer weiterverrechnet. Dieser langfristige Vertrag sichert<lb/>
eine gute Produktion und gute Gewinnmöglichkeiten. Die einzige<lb/>
Schwierigkeit gibt es mit den anderen Abnehmern. <rs type="person" ref="#per__131026">Rast</rs> wird uns<lb/>
einen solchen Mustervertrag zur Verfügung stellen. <rs type="person" ref="#per__131026">Rast</rs> hat<lb/>
derzeit einen rückgehenden Cash-flow, um 12 % ist er jetzt auf<lb/>
6 % zurückgegangen, er muss nun eine neue Chips-Fabrik mit 70 Mio. S<lb/>
Investition bauen. Deshalb verlangt er eine Preiserhöhung für seine<lb/>
Produkte, hat im Vorjahr trotz Kartoffelpreissteigerung keine ver<lb break="no"/>langt und jetzt die grossen Schwierigkeiten, jetzt mehr als die<lb/>
Inflationsrate also 5 % zu bekommen. Der einzige Ausweg für<lb/>
ihn, sagte ich, sind neue Produkte zu finden und zu erzeugen.<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__130185">Willbrandt</rs> wird mir jetzt eine Liste von Waren übe<lb break="no"/>rmitteln, die er in Österreich kaufen möchte. Ich werde ihm dann<lb/>
entsprechende Vorschläge machen, welche Firmen sich gegebenen<lb break="no"/>falls bereiterklären, mit ihm in nähere Geschäftsverbindung zu<lb/>
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schnellsten hier als ehrlicher Makler auftreten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_15">Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> und Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> haben <choice><choice><sic>wir</sic><corr>mir</corr></choice></choice> einen Brief<lb/>
von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> gebracht, wo dieser gegen die Erhöhung der<lb/>
§-6-Zölle protestiert. <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> berechnet die Belastung der DDR mit<lb/>
16 Mio S. Bekleidung und Textil 9,5, Elektrogeräte 3 Mill., Spiel<lb break="no"/>waren 1,5, Glas und Porzellan 900.000 S. Die Firma Körting in<lb/>
Salzburg hat ihm bereit mitgeteilt, dass sie ausserstande ist,<lb/>
die Radioapparate, selbst die, die vertraglich vereinbart sind,<lb/>
zu übernehmen. <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> befürchtet, dass nicht nur eine schwere<lb/>
Belastung der DDR jetzt durch die Zollerhöhung eintritt, sondern<lb/>
auch Verträge von österr. Firmen nicht mehr eingehalten werden.<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hat sich vom Finanzministerium bereits bestätigen<lb/>
lassen, dass dieses bereit ist, über die einzelnen Fälle neuerdings<lb/>
mit der DDR zu verhandeln und vor allem alle Wünsche der DDR genauest<lb/>
zu prüfen. Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> vereinbart, dass aktenmässig mit Zu<lb break="no"/>stimmung des Finanzministeriums ein Brief von mir an <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> geschrieben<lb/>
wird, den ich der österr. Kommission, die in die DDR fährt zur<lb/>
persönlichen Übergabe an Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> mitgeben werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_17">In der Vorstandssitzung auf der Landstrasse besprachen wir die<lb/>
finanzielle Situation unseres Bezirkes. Diese ist sehr traurig und<lb/>
die Rückstände in der Abführung der Mitgliedsbeiträge an die Wiener<lb/>
Organisation ist nicht darauf zurückzuführen, dass wir Zinserträge<lb/>
aus Konten schinden wollen, sondern weil wir tatsächlich dieses<lb/>
Geld nicht haben. Da die Wiener Organisation beschlossen hat, die<lb/>
Kontrolle jetzt für diesen Punkt besonders einzusetzen, bin ich<lb/>
sehr gespannt, was dabei auf der Landstrasse herauskommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_18">Im Bezirksausschuss in Simmering berichtete ich über die Energie<lb break="no"/>situation. Nach einem ausführlichen Referat hat sich dort auch<lb/>
eine ausführliche Diskussion ergeben. Nur die jungen Genossen der SJ<lb/>
haben noch immer Bedenken gegen die Kernenergie. Wir haben uns sehr<lb/>
sachlich darüber unterhalten, unwahrscheinlich für mich ist<lb/>
nur immer, welche Argumente gebracht werden, die irgendwo von<lb/>
Atomkraftwerksgegnern ausgestreut werden, die Gefahr liegt erst<lb/>
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geschieht usw., ohne dass sie eigentlich sachlich von den jungen Leuten<lb/>
geprüft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-15_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Ich glaube, dass die E-Wirtschaft ein Antikernkraft<lb break="no"/>werk-Frage-und-Antwort-Büchl mit Gegenargumenten gegen diese<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Goldmann, Thomas</persName>
               <persName><surname>Goldmann</surname><forename>Thomas</forename></persName>
               <occupation>Branchenreferent HM</occupation>
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               <persName type="label">Schramm, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Schramm</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>DDR-Botschafter</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Mayerhofer, Anton</persName>
               <persName><surname>Mayerhofer</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>Wr. Betriebsansiedlungsgesellschaft, Schwager Staribachers</occupation>
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               <persName type="label">Marhold, Helmut</persName>
               <persName><surname>Marhold</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Krüger, Heinrich</persName>
               <persName><surname>Krüger</surname><forename>Heinrich</forename></persName>
               <occupation>Handelsrat DDR</occupation>
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               <persName type="label">Fiedler, Kurt</persName>
               <persName><surname>Fiedler</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Vizepräs. Wr. HK</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Robert</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>erst Sekr. Pittermann, dann Klubsekr. [1971 im Klub Mitarb. von Heinz
                  Fischer?]</occupation>
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               <persName type="label">Brandstätter, Jakob</persName>
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               <occupation>ÖVP NR</occupation>
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               <persName type="label">Peter, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Peter</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>FPÖ-Obmann</occupation>
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               <persName type="label">Teschl, Alfred</persName>
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               <occupation>Obmann Chemiearbeitergewerkschaft</occupation>
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               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <occupation>Kelly's Chips</occupation>
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               <occupation>DDR-Außenhandelssts./-min.</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Willbrandt, Friedrich</persName>
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               <occupation>GF Hofer KG</occupation>
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