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            <title type="main">Freitag, der  4. November 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_01">Freitag, 4. November 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_02">Die Innung für das Molkereigewerbe möchte nach jahrelangen<lb/>
Verhandlungen mit dem Unterrichtsministerium und Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium jetzt endlich eine Entscheidung haben, wo<lb/>
die Wolfpassinger Schule hingehört. Eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ergab, dass keiner der beiden einen besonderen Wert<lb/>
darauf legt, in seine Kompetenz die Schule zu bekommen. Beide<lb/>
überliessen es mir zu entscheiden, wer von den beiden für die<lb/>
Wolfpassinger Molkereischule zuständig sein soll. Ich werde einen<lb/>
diesbezüglichen Vorschlag machen, nachdem ich mit den Interessen<lb break="no"/>vertretungen Rücksprache genommen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte einen nach rein sachlichen<lb/>
Gesichtspunkten gegliederten Vorschlag, ob Landwirtschafts- oder<lb/>
berufsbildende Gewerbeschule.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_04">Dr. <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> vom Verband der Zuckerindustrie und Dr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs>, Sekretär<lb/>
vom Nahrungs- und Genussmittelverband, wollten von mir die Bestä<lb break="no"/>tigung ihrer Vorgangsweise beim Zuckerpreisantrag. <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> möchte<lb/>
zuerst die Interessenvertreter inoffiziell informieren, ebenso<lb/>
Herrn Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> und dann erst einen offiziellen Antrag stellen.<lb/>
Kalkulationsmässig müssten sie den Inlandspreis um 25 % erhöhen, der<lb/>
Verbraucherpreis soll um 2 S erhöht werden. Sie behaupten zwar, sie<lb/>
brauchen eine solche. Preiserhöhung, weil der Weltmarktpreis<lb/>
derartig gesunken ist, dass sie nicht einmal die variablen Kosten<lb/>
auf den Exportkosten mit überwälzen können. Sie werden deshalb<lb/>
auch 120.000 t auf Lager legen müssen. Sie haben zwar jetzt im<lb/>
Zuckerabkommen eine Exportquote von 63.000 t, können aber<lb/>
günstigstenfalls 40.000 t unter ungeheuren finanziellen Verlusten<lb/>
exportieren. Die EG subventioniert den Zuckerexport mit 5.80 S.<lb/>
Der Weltmarktpreis ist 2.50 S, für die 15.000 t Veredelungszucker,<lb/>
der in Österreich abgesetzt wird, kriegen sie 3.60 S und bangen, dass<lb/>
die Veredelungsindustrie sie mit dem tiefen Weltmarktpreis konfron<lb break="no"/>tieren wird, weitere Preiszugeständnisse verlangen wird. Der<lb/>
einzige Möglichkeit, 10.000 t Zucker in Form von Grünmelasse<lb/>
in Hinkunft zu verkaufen, wird untersucht. Durch eine Futtermittel<lb break="no"/>verordnung könnte man ebenso versuchen, den Absatz von Melasse<lb/>
zu fördern. Derzeit wird noch für 50 Mio. S Melasse importiert.<lb/>
Durch Eindickung von Hefe und Spiritus Erzeugungsabfallprodukte<lb/>
<pb n="39-1252" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band39/39_1977-11-04_1252.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>könnten, technologische Umstellungen vorausgesetzt, wesentliche<lb/>
Beträge eingespart werden und die Umweltverschmutzung eben<lb break="no"/>falls unterbleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_05">Dr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs> schlug vor, wir sollten die Untersuchung des Wirt<lb break="no"/>schafts- und Sozialbeirates über Zahlungsbilanzverbesserung<lb/>
betreffenden Punkt Gärungsessig-Erzeugung als Handelsministerium<lb/>
aufgreifen. Er als Fachverbandssekretär ist unmöglich, hier<lb/>
zu koordinieren. Derzeit wird für 18 Mill. S Essigsäure importiert.<lb/>
Diese ist um 2/3 billiger als die qualitätsmässig einwandfreie und<lb/>
besser schmeckende Gärungsessigproduktion. Für den Haushalt<lb/>
würde es keine grosse Belastung bedeuten, wenn Essigsäurekonsum<lb/>
verboten wird. Entscheidend ist hier vor allem für den Fach<lb break="no"/>verband, dass die Krautschneider, Konservenerzeuger und so weiter<lb/>
jetzt immer weiter auf Essigsäure umsteigen. In der EG wird<lb/>
derzeit ein Verordnungsentwurf beraten, der Säureessig für Genuss<lb break="no"/>zwecke verbietet. In Kanada, Italien, Frankreich, Belgien<lb/>
ist dies bereits der Fall.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort Verhandlungen<lb/>
aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_07">Im Jour fixe mit AK und ÖGB einigten wir uns, dass <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
jetzt ein Gesetz über die Verwendung österr. Herkunfts- und<lb/>
Gütezeichen ausarbeiten soll und trotz rechtlicher Bedenken<lb/>
so schnell wie möglich in die Begutachtung bringen. Ob dieses<lb/>
Gesetz dann über eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Handels<lb break="no"/>kammer und Arbeiterkammer oder einen Verein exekutiert wird,<lb/>
wird noch beraten. Alle nahmen vielleicht sogar mit Betrübnis<lb/>
zur Kenntnis, dass die Handelskammer nicht bereit ist, den<lb/>
Verein für Konsumenteninformation damit zu betrauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_08">Zu einem beabsichtigten Gespräch zwischen Industriellenver<lb break="no"/>einigung und Handelsorganisation, soll heissen Handelsverband mit<lb/>
seinen Ketten und Konsumgenossenschaften wird <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> weiterhin<lb/>
einladen. Offiziell erklärte ich dezidiert, dass ich damit nicht<lb/>
befasst werden möchte, wenn mein Verhandlungspartner kann immer<lb/>
nur die Handelskammer sein. Selbstverständlich wird jede<lb/>
Gruppe Gelegenheit haben und Gelegenheit gegeben, mit den zu<lb break="no"/>ständigen Referenten, Abteilungsleitern, ja sogar Sektionschefs<lb/>
im Ministerium zu sprechen. Wann immer sie wollen und worüber sie<lb/>
wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_09">Bezüglich einer weiteren Papierförderung <choice><choice><sic>tax para fiscal</sic><corr>parafiscal tax?</corr></choice></choice> Import<lb break="no"/>abgabe usw. werden zwar die Gespräche zwischen den Sozialpartnern<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> weitergeführt, doch sind wir uns alle darüber im Klaren,<lb/>
dass es derzeit kaum eine Möglichkeit gibt, der Papierindustrie<lb/>
weitere Mittel zukommen zu lassen. Letzten Endes wird man nämlich,<lb/>
weil es bei den Abgaben grösste internationale Schwierigkeiten<lb/>
geben würde, darauf verfallen, es sollte aus dem Budget eine weitere<lb/>
Hilfe der Industrie gewährt werden, dafür sind weder in meinem Budget<lb/>
noch wahrscheinlich in Hinkunft vom Finanzminister zusätzliche Mittel<lb/>
zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_10">Die Ölextraktionsanlage wird jetzt versucht zwischen Olioprot und<lb/>
Unilever ein gemeinsames Vorgehen zu erreichen. Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> hat mir<lb/>
vorher unter vier Augen erklärt, dass innerhalb der Konsumgenossen<lb break="no"/>schaft jetzt immer stärker die Tendenz wird, überhaupt aus diesem<lb/>
Projekt auszusteigen. Demgegenüber steht allerdings die Erklärung<lb/>
von Obmann <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs> und dm jetzt noch dafür zuständigen Prokuristen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113089">Seda</rs>, der gerade im Gegenteil versucht die Unilever in die Olio<lb break="no"/>prot hineinzubringen. Von diesen beiden war keine Rede davon, dass<lb/>
sie aus dem ganzen Projekt aussteigen möchten. Ich glaube und hoffe,<lb/>
dass es <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs><add>[ev. Falschidentifikation, Anm.]</add> bei <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> gelingen wird, die konkreten Verhandlungen<lb/>
ein Stück weiterzutreiben und eine endgültige Zusammenführung aller<lb/>
vier Interessengruppen – Unilever, Konsumgenossenschaft auf der<lb/>
einen Seite, Landwirtschaftsvertreter <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> und <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs>, den<lb/>
Maschinenverkäufer und Lizenzträger auf der anderen Seite – herbei<lb break="no"/>zuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Wie immer die Verhandlungen ausgehen,<lb/>
auf alle Fälle bald bei mir eine endgültige Abschlussbesprechung<lb/>
einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_12">Der Holzwirtschaftsrat hat, wie jetzt ein neues Rechtsgutachten er<lb break="no"/>geben hat, in § 64 Handelskammergesetz, wonach Interessenvertretungen<lb/>
gemeinsame Arbeitsgemeinschaften errichten könne, eine gesetzliche Dek<lb break="no"/>kung. Durch den Erlass des Handelsministeriums aus den Fünfziger<lb break="no"/>jahren ist alles einwandfrei zustande gekommen. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> bezweifelt nur,<lb/>
ob damit auch die Einhebung der Mittel für die Holzwirtschaftsrat<lb/>
gedeckt sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte diese Gesichtspunkt nochmals<lb/>
besonders prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_14">Die Elektro-Prüfzeichen werden im Bautenministerium, Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__146027">Pertusini</rs><lb/>
behandelt. Wenn dies dort mit dem bisherigen Tempo weitergeht, können<lb/>
<choice><choice><sic>we</sic><corr>wir</corr></choice></choice> so wie bei der Sommerzeit erst nach Monaten um nicht zu sagen Jahren<lb/>
dauernden Prüfzeit mit einer Erledigung rechnen. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat deshalb mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114163">Schubert</rs> von der Rechtsabteilung des Bautenministeriums gesprochen<lb/>
und dieser glaubt, dass ohne weiteres auf § 3 des Elektrotechnik<lb break="no"/>gesetzes bereits jetzt entsprechende verbindliche Erlässe resp. Verord<lb break="no"/>nungen erlassen werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_15">In einem ad-hoc-Komitee des Konsumentenbeirates wird jetzt über das<lb/>
Massnahmenpaket weiter zu verhandeln sein. Ich könnte auf Grund § 32<lb/>
UWG entsprechende Produktdeklarationsverordnungen dem BuZI – Bundes<lb break="no"/>zollinspektor – übertragen. Diese Vorgangsweise wird von allen<lb/>
gutgeheissen. Ich hoffe, dass BuZI dann tatsächlich mitspielt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_16">Die Vöslauer Kammgarnfabrik hat einen tatsächlichen Verlust von<lb/>
130 Mill. S und nicht wie präliminiert von 40 Mill. Banken müssen<lb/>
entsprechend zuschiessen. Das Haus Schoeller ist jetzt in einigen<lb/>
Industriebetrieben arg in Bedrängnis. Ankerbrotfabrik, Textilsektor<lb/>
usw. Im Textilsektor sieht es überhaupt schlecht aus, die Pottendorfer<lb/>
müssen bei 800 Beschäftigten 200 entlassen, 80 % davon sind Gast<lb break="no"/>arbeiter. Die Fa. Eybl ist nach wie vor konkursreif. Die Banken werden<lb/>
nun versuchen, irgendeine Auffanglösung zu finden. Nach wie vor<lb/>
steht die Übertragung der ganzen Teppichproduktion an Linz-Chemie<lb/>
zur Diskussion. Natürlich wird darüber kein Wort in der Öffentlich<lb break="no"/>keit gesagt, aber es ist ein richtiges Tauziehen im Gange. Die einen<lb/>
wollen am liebsten den Linzern übertragen, damit es los werden und die<lb/>
anderen möchten alles daransetzen, um einen privaten Betrieb, <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs><lb/>
war, als er noch lebte sozusagen der Inbegriff der Privatwirtschaft,<lb/>
die sich gegen die Verstaatlichung entsprechend wehrt, und erfolgreich<lb/>
zur Wehr setzt, dieses <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs>-Erbe aufrechterhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_17">Bezüglich der Einbeziehung von Importhandelsspannen in die Paritätische<lb/>
Kommission berichte ich den Interessensvertretungen, dass <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dezidiert erklärten, dies müssten sie im Rahmen der Sozial<lb break="no"/>partnerschaft lösen. Die Arbeiterkammer und der ÖGB werden daher<lb/>
dieses Problem bei der nächsten Präsidentenbesprechung auf die Tages<lb break="no"/>ordung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll bitte solange mit den Verhandlungen<lb/>
warten.<lb/>
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Burgenland an der ungarischen Grenze wegen des Kohlenvorkommens zum<lb/>
Erliegen gekommen sind. Genau das Gegenteil ist mir aber berichtet<lb/>
worden, die erste Bohrung ist niedergebracht und hat ein 7 Meter<lb/>
Kohle festgestellt. Leider nicht ein Flöz sondern ihr Bohrkern ist<lb/>
noch nicht endgültig analysiert aber sicherlich in mehreren kleineren<lb/>
Flözschichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_20">In der ÖGB-Fraktion hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so wie im Klub über die Wirtschafts-<lb/>
und politische Lage berichtet. Anschliessend daran hat <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
verlangt ebenfalls einen Bericht zu geben. Ich referierte über die<lb/>
Zollerhöhungen und über die Aussenhandelssituation sowie über die Mass<lb break="no"/>nahmen, die in mein Ressort fallen und in der nächsten Zeit gesetzt<lb/>
werden müssen. Interessanterweise hat es darüber überhaupt keine<lb/>
Diskussion gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_21">Im Parlament wurde dafür um so länger über das Massnahmenpaket dis<lb break="no"/>kutiert. Bis Mitternacht haben sich glaube ich mehr als 2 Dutzend<lb/>
Redner gemeldet und es war eine ganz hart Auseinandersetzung.<lb/>
Spät abends ist dann der Abgeordnete <rs type="person" ref="#per__115452">Haas</rs>, ich hatte das Gefühl schon<lb/>
ein wenig illuminiert zu mir gekommen, um sich bei mir wirklich fast<lb/>
eine halbe Stunde darüber zu beschweren, dass ich nicht den Strumpfhosen<lb break="no"/>erzeugern mehr Schutz vor Importen gewähre. Die Firma hat den ÖVP-<lb/>
Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__149048">Vetter</rs> und ihn zu sich gebeten und erklärt, sie werden<lb/>
400 Leute entlassen, wenn ich nicht irgendetwas unternehme. Ein<lb break="no"/>leitend haben sie gleich zugegeben, dass die Verordnung über die<lb/>
Mindestpreise nichts geholfen hat, allerdings auch nichts geschadet.<lb/>
Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__115452">Haas</rs>, dass es der Strumpfhosenerzeuger-Vertreter<lb/>
Direktor <rs type="person" ref="#per__111017">Zeller</rs> von Kunert selbst gewesen ist, der vor einem halben<lb/>
bereits das Auslaufen der Strumpfhosen-Verordnung in einer Sitzung,<lb/>
die sich mit dem Problem beschäftigt hat, fast selbst beantragt hat,<lb/>
zumindestens aber so wurde mir berichtet, hundertprozentig zustimmte.<lb/>
Vielleicht ist dies darauf zurückzuführen, dass Kunert jetzt Gazelle<lb/>
gekauft hat. Da ich erst vom Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> am 31. Okt., d.h. an dem<lb/>
Tag, an dem die Verordnung ablief, aufgefordert wurde, sie zu<lb/>
verlängern, sehe ich derzeit überhaupt keine Möglichkeit, dies so<lb/>
schnell wieder zu tun. Wir haben im Rahmen der EG aber auch der<lb/>
EFTA überall angekündigt, dass diese Verordnung auslaufen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115452">Haas</rs> hat auch behauptet, dass ich die Firma Schöps durch den Abgeord<lb break="no"/>neten Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> favorisiere und dieser die Strumpfhosen billigst aus<lb/>
der ganzen Welt importiert. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> konnte ihm nachweisen, dass die<lb/>
Firma Schöps jetzt überhaupt keine Strumpfhosen mehr selbst importiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_22">Schöps kauft ausschliesslich bei österreichischen Firmen, die<lb/>
allerdings teils selbst erzeugen, teils wieder importieren.<lb/>
Die einzige Möglichkeit, hier zu einer befriedigenden Lösung zu<lb/>
kommen, wäre eine gewisse Selbstbeschränkung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort veranlassen, dass<lb/>
sofort Verhandlungen über Selbstbeschränkung beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_24">Die Schwierigkeiten über Einfuhr von Betonstahl vermehren sich ständig.<lb/>
Die Alpine Konzernfirma Besta, Dir. <rs type="person" ref="#per__149413">Bartosch</rs> haben einige Abgeordnete<lb/>
der SPÖ mobilisiert. Diese haben bei mir vorgesprochen und mir nach<lb break="no"/>gewiesen, dass der Bundesrat <rs type="person" ref="#per__140157">Schweiger</rs> in Tirol italienisches Beton<lb break="no"/>eisen weit unter dem mit der EGKS vereinbarten Mindestpreis anbietet.<lb/>
Ich habe zugesagt, dass das Handelsministerium sofort prüfen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte setz Dich mit <rs type="person" ref="#per__149413">Bartosch</rs>, Fa. Besta in Ver<lb break="no"/>bindung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_26">Mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> habe ich vereinbart, dass wir<lb/>
im Rahmen der Marktordnungsverhandlungen nächsten Jahr auf alle<lb/>
Fälle versuchen müssen, die Getreidemarktordnung derartig zu novellie<lb break="no"/>ren, dass in Hinkunft nur mehr Brotgetreide, welches vermahlen wird,<lb/>
der Lenkung unterliegen soll. Futtergetreide muss ausgeschaltet<lb/>
werden. Eine Möglichkeit der Verarbeitung von Getreide aber auch Zucker<lb/>
zu Spiritus, d.h. Alkohol für die Verbesserung des Benzins könnte hier<lb/>
eine gewisse Erleichterung schaffen. Natürlich stehen die gigantischen<lb/>
Preisdifferenzen einer solchen Politik jetzt noch im Wege. Dr. <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs><lb/>
von der Zuckerindustrie möchte aber sehr gerne mit der ÖMV in Kontakt<lb/>
kommen, um gewisse Versuche zu starten. Ich habe ihm versprochen,<lb/>
dass wir eine diesbezügliche Studiengruppe anregen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band39_1977-11-04_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> verbinden.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Goldmann, Thomas</persName>
               <persName><surname>Goldmann</surname><forename>Thomas</forename></persName>
               <occupation>Branchenreferent HM</occupation>
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               <persName type="label">Eisenberg, Shoul N.</persName>
               <persName><surname>Eisenberg</surname><forename>Shoul N.</forename></persName>
               <occupation>Vermittler von Geschäften, öst. Generalkonsul in Seoul,
                  Südkorea</occupation>
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               <persName type="label">Pleschiutschnig, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Pleschiutschnig</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Kabinett Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Haberl, Alfred</persName>
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               <persName type="label">Schubert, Walter</persName>
               <persName><surname>Schubert</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Beamter Bautenministerium</occupation>
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               <persName type="label">Zeller, Josef</persName>
               <persName><surname>Zeller</surname><forename>Josef</forename></persName>
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               <persName type="label">Kurzel-Runtscheiner, Oswald</persName>
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