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            <title type="main">Sonntag, der  2. Oktober 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_01">Sonntag, 2. Oktober 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_02">Bevor<lb/>
die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Wirtschaftliches Massnahmen<lb/>
begannen, hatte ich <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> von meiner Aussprache mit den General<lb break="no"/>direktoren von Philips und ITT informiert. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat sie, nachdem<lb/>
sie auch bei ihm waren, beruhigt, dass die Fernsehapparate schon<lb/>
aus der erhöhten Mehrwertsteuersatz-Liste herausgestrichen wurden.<lb/>
Da ich bei den bisherigen Verhandlungen wegen der Staatsbürger<lb break="no"/>versammlungen nicht dabei sein konnte, war ich über den letzten<lb/>
Stand nicht genau informiert. Die ganze Aussprache war für mich<lb/>
insofern ein Novum, als tatsächlich nur die Frage immer zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ging, wie weit der Gewerkschaftsbund den einzelnen<lb/>
Massnahmen zustimmte. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat dann zum Schluss auch zusammenfassend<lb/>
festgestellt, dass 2/3 dieses Paketes auf Kosten der Arbeiter und<lb/>
Angestellten gehen. Dies kann uns als Gewerkschafter in Zukunft<lb/>
grössere Schwierigkeiten machen. Bis jetzt ist nämlich durch die<lb/>
Demonstrationen der Unternehmer, Ärzte usw. der Eindruck entstanden,<lb/>
dass diese den grössten Teil der Belastung übernehmen werden.<lb/>
Sicherlich lässt sich die Behauptung, 2/3 tragen die Arbeiter und<lb/>
Angestellten nicht ziffernmässig beweisen, da ausser den Steuer<lb break="no"/>erhöhungen auch die Sozialversicherungsbeträge erhöht werden,<lb/>
müssen auch die Unternehmer von dieser Belastung die Hälfte tragen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat aber eine ungeheures parteitreues Verantwortungsbewusst<lb break="no"/>sein, sicherlich auch ein gutes Gspür, was man der Arbeiterschaft<lb/>
zumuten kann. Jetzt geht es um die Sicherung der Arbeitsplätze,<lb/>
weshalb er aber auch ich überzeugt bin, dass man die Belastungen<lb/>
den Konsumenten auferlegen kann. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der für die politische<lb/>
Situation ja immer ein ungeheuer feines Gspür hat, meinte deshalb<lb/>
er wird weder heute etwas veröffentlichen, noch vorher irgendwo<lb/>
eine offizielle Mitteilung machen sondern Montag vormittags, bei<lb/>
der Metallarbeiterfraktion-Vorstand und Nachmittag beim Betriebs<lb break="no"/>besuch in der Chemie Linz dem Betriebsrat und Arbeitern sozusagen<lb/>
als erster das Paket mitteilen. Zuerst wurde auch sofort über die<lb/>
verkleinerte Liste, wie sie der Gewerkschaftsbund und die Arbeiter<lb break="no"/>kammer von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> verlangt hat, betreffend die 30 %-ige Mehrwert<lb break="no"/>steuer verhandelt. Die Reifen, grosses Problem für Semperit,<lb/>
Glaswaren für unsere Glasindustrie, Phantasieschmuck für unsere<lb/>
Bijouterie, die Zubehörs für Autos und insbesondere Farbfernseh<lb break="no"/>geräte und Rundfunkgeräte wurden herausgestrichen, ebenso die<lb/>
Plattenspieler und Tonbandgeräte, sowie Teile und Zubehör von<lb/>
Ersatzteilen für Autos. Wegen Ferlach wurden dann auch noch die<lb/>
Jagdgewehr aus der Liste gestrichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_03">Produktionsinteressen hatten sich bei den Verhandlungen also<lb/>
eindeutig durchgesetzt. Ein weiterer grosser Diskussionspunkt<lb/>
waren die budgetären Massnahmen. Durch Umschichtung von der PV Ang.<lb/>
zur PV Arb. sollen neben<add>[der? einer?]</add> entsprechenden halbprozentigen Er<lb break="no"/>höhung der Beiträge und Nachziehung der Selbständigen und Bauern<lb break="no"/>pension 7.150 Mill. S kommen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wollte dann durch eine<lb/>
weitere Überweisung der PV Ang. zu den Arbeitern noch 500 Mill.<lb/>
dazubekommen. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> konnte nach längerer Diskussion diesen<lb/>
Wunsch nicht erfüllen, weil er heuer bereits 2.9 Mia. und im nächsten<lb/>
Jahr 3.9 Mia. überweisen muss, resp. Beitragserhöhungen akzeptiert,<lb/>
die nicht der Angestelltenpensionsanstalt zufliesst, sondern einem<lb/>
Sozialversicherungsfonds beim Hauptverband. Für 3 Jahre wird jetzt<lb/>
die Transferierung beschlossen, für die Pensionsversicherung der<lb/>
Arbeiter gleichzeitig die 101,5 % Ausfallshaftung auf 100,5 % redu<lb break="no"/>ziert. Diese 1 % geringere Ausfallshaftung erspart dem Bund 550<lb/>
Mill. S. Der Finanzminister hat auch vorgeschlagen, die Arbeits<lb break="no"/>losenversicherungsbeiträge von 2 % auf 2,2 % zu erhöhen. Hier muss<lb/>
der Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte übernehmen. Durch<lb/>
die 0,2 % wird der Finanzminister weitere 400 Mill. in der Arbeits<lb break="no"/>losenversicherung zur Verfügung stellen können. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> akzeptierte<lb/>
nicht zuletzt deshalb, weil er meint, zur Sicherung der Arbeits<lb break="no"/>plätze und für eventuelle Arbeitslosigkeit hätten die Arbeiter<lb/>
dafür auch für eine neuerliche Erhöhung für 0,1 % Verständnis.<lb/>
Zwischen <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> und <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> gab es dann eine Diskussion,<lb/>
wie hoch das Defizit der Pensionsversicherung der Angestellten<lb/>
wirklich ist. Nach Erfolgsrechnungsabschluss hat sie 1978 einen<lb/>
Überschuss von 1,3 Mia. S. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> dagegen hat nicht zuletzt<lb/>
wegen des hohen Bauaufwandes ein Defizit von 140 Mill. S errechnet.<lb/>
Hier müssten, meinte <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs>, eben die finanziellen Mittel<lb/>
durch Wertpapierverkauf beschafft werden, sodass die Pensionsversiche<lb break="no"/>rung der Angestellten noch immer sehr gut dasteht. Notleidend ist<lb/>
nur die Arbeiterversicherung und dies auf längere Zeit. Für<lb/>
Kriegsopfer und sonstige kleinere Gruppen wird eine Aufbesserung<lb/>
durchgeführt, die 15 Mill. S kostet. Da die nächstjährige Er<lb break="no"/>höhung der Renten nur 6,9 % beträgt, wird beschlossen, für die<lb/>
Ausgleichszulagenempfänger noch 35.– S für den Alleinverdiener<lb/>
und 50.– S für den Verheirateten dazuzugeben. Dies kostet den<lb/>
Bund 158 Mill. S. Für die Ersatzleistung der Kriegshinterbliebenen<lb/>
soll die Krankenkasse 60 Mill. S mehr kriegen und ebenso für den<lb/>
Mutterschutzausgleichsfonds bekommt die Krankenkasse 20 Mill. S<lb/>
mehr. Dies kann allerdings das Defizit, das <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> für 1976 mit<lb/>
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die Rezeptgebühr auf 15.– S erhöht. Aus den Mehrwertsteuer<lb break="no"/>einnahmen soll, da die Länder 18 % davon und die Gemeinden<lb/>
12 % bekommen, aus ihren Mehrerlösen die Länder einen Aus<lb break="no"/>gleichsfonds für die Spitalsfinanzierung beim Bund errichtet<lb/>
wird, mit 350 Mill. S mitfinanzieren. Da die Länder insgesamt<lb/>
700 Mill. bekommen, blieben ihnen die ihnen auch seinerzeit vom<lb/>
Bund überwiesenen 350 Mill., die sie seinerzeit, als der Finanz<lb break="no"/>minister 28 % statt 18 % Bundeszuschuss bezahlte, ebenfalls in<lb/>
ihrem Budget. Die Gemeinden wieder sollten dem Wasserwirt<lb break="no"/>schaftsfonds 1/2 % überwiesen. Spitalsfinanzierung und Wasser<lb break="no"/>wirtschaftsfonds müssen allerdings erst in den Aussprachen<lb/>
mit den Ländern im Rahmen des Finanzausgleiches geregelt werden.<lb/>
Sollten sie aber nicht zustimmen, dann bleibt dem Finanzminister<lb/>
nichts anderes übrig, als bei dem Steuergesetz gleichzeitig<lb/>
auch diese Aufteilung der Erträge gesetzlich zu regeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_04">Beim Fernsprechinvestitionsgesetz soll die 52 % zweckgebunden<lb/>
auf 45 % gesenkt werden, wodurch mit mehr Fremdkapital gestreckt<lb/>
zwar kein Auftragsstopp in der Elektroindustrie entsteht, aber<lb/>
der Finanzminister sich 900 Mill. S erspart. 300 Mill. S erspart<lb/>
sich der Finanzminister durch Streckung des Budgetdefizits<lb/>
d.h. Rückzahlung der aufgenommenen Kredite. 230 Mill. erspart<lb/>
er sich durch mir nicht ganz klare Verschlechterungen von Sozial<lb break="no"/>gesetzen. 500 Mill. S wollte er sich durch 8,5 % Kürzung der<lb/>
Überstunden ersparen. Hier entwickelte sich dann eine rege Diskus<lb break="no"/>sion. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beharrt darauf, dass wieder 1 % der Dienstposten<lb/>
eingespart werden muss. von 5, die in Pension gehen, dürfen<lb/>
nur 4 neu bestellt werden. Wenn für Polizei und Lehrer eine<lb/>
Sonderaufnahme notwendig ist, müsste man dies wieder, wie man<lb/>
es schon heuer gemacht hat, mit Sondergenehmigungen im Parlament<lb/>
einbringen. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> sprach sich gegen diese Möglichkeit<lb/>
entschieden aus, weil wie er jetzt als Verkehrsminister sieht,<lb/>
dass dies bei Post und Bahn nicht geht. Die Bahn hat mit 73.000<lb/>
Beschäftigten im nächsten Jahr wieder 880 Dienstposten gestrichen.<lb/>
Die Post mit 55.000 kann dieses 1 % nicht einsparen, wird aber<lb/>
257 Dienstposten de facto einsparen. 1978 sind bei 280.000<lb/>
Beschäftigten, davon 140.000 in Betrieb und 60.000 Lehrer, schon<lb/>
jetzt 1.262 neue Dienstposten vorgesehen. 910 davon werden<lb/>
Jugendliche sein und damit der Bund mit gutem Beispiel voran<lb break="no"/>gehen, dass er sehr wohl auch die geburtenstarken Jahrgänge unter<lb break="no"/>bringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_05">352 sind Vollposten. Die Unterrichtsverwaltung bekommt um 1.308<lb/>
mehr die Polizei und Gendarmerie 443, die Justiz 85 und selbst die<lb/>
Wissenschaft bekommt mehrere Posten. Einsparen wird nur die Land-<lb/>
und Forstwirtschaft, 203 Bundesforste und eben die Bahn und Post<lb/>
mit 804 Nettoersparnis. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> schlug deshalb vor und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
hat ihn in dieser Beziehung unterstützt, man soll eine Kostenformel<lb/>
finden. Jedes Ministerium hat 1/2 % der Gehaltssumme einzusparen.<lb/>
Wie dies geschieht, bleibt dem Minister überlassen. Die Haupt<lb break="no"/>schwierigkeit wird insbesondere bei den Überstundenentschädigungen<lb/>
gesehen. Die Bahn hat Betriebsratswahlen, die Mehrleistungen machen<lb/>
dort einen entscheidenden Teil des Gehaltes aus. Daher ist kaum<lb/>
damit zu rechnen, dass dort jetzt eine entsprechende Einsparung<lb/>
erfolgen kann. Die Überstundenpauschalierung trifft soweit sie<lb/>
Arbeiter und Chauffeure sind, wenn eine Kürzung käme, diese sehr<lb/>
hart und ist wahrscheinlich auch unberechtigt. Die Überstundenregelung<lb/>
für die höheren und höchsten Beamten, die in Form von 4 Biennien<lb/>
gegeben wurde, ist eine Art Verwendungszulage und kann auf Grund<lb/>
des § 30 a) auch nicht ohne weiteres weggenommen werden. Das wirkliche<lb/>
Problem liegt aber meiner Meinung nach darin, dass eine generelle<lb/>
Regelung für alle Bundesbediensteten bei Ressorts, die Betriebe<lb/>
haben, oder die irgendwelche Exekutivfunktionen, wie Polizei,<lb/>
Zoll, Justiz, zu erfüllen haben, kaum entsprechende Einsparungen<lb/>
leicht gemacht werden können. In dieser Beziehung bin ich wirklich<lb/>
gut dran, weil wir im Handelsministerium, wenn man so will, ausser<lb/>
Berufungsinstanz für Gewerbe, Oberste Bergbehörde nicht direkte Admini<lb break="no"/>stration habe. Ausgenommen ist nur das Patentamt und die ehemalige<lb/>
ZAE – Aussenstelle – die Einfuhrgenehmigungen und Kontrollen<lb/>
durchzuführen hat. Dort gibt es auch immer gleich die ersten<lb/>
Schwierigkeiten, wenn Personaleinsparungen erfolgen sollen,<lb/>
und womöglich dann neue Aufgaben diesen Stellen übertragen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_06">Aus der Mehrwertsteuer reduzierten Liste erwartet sich der Finanz<lb break="no"/>minister 2.360 Mill., aus dem Abgabenänderungsgesetz 300 Mill.<lb/>
Aus dem Strassenverkehrsförderungsbeitrag 1.000 S und ab 10 t<lb/>
2.000 S sowie 1.– S Transit pro t/km ab 1. Juli 1978 3.200 Mill.<lb/>
500 Mill. ergeben sich dann noch durch Lohnsteuerverschlechterung,<lb/>
d.h. für ihn eine Einnahmenerhöhung. Die Summe aller Massnahmen<lb/>
ergibt eine Defizitverringerung von 12,5 Mia. S. Dadurch reduziert<lb/>
er das Defizit auf 42,4 Mia. Die in der Sozialversicherung oben be<lb break="no"/>sprochenen zusätzlichen Erhöhungen sowie 1/2 % Mehrleistungskürzung<lb/>
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300 Mill., Steuereingängen 1978, die bereits auf Vorkäufen, die<lb/>
im November und Dezember getätigt werde, weitere 300 Mill.,<lb/>
ergeben in Summa wieder 2.350 Mill. weitere Defizitverminderung,<lb/>
sodass jetzt das Bruttodefizit 40,5 Mia beträgt. Wenn man dann<lb/>
noch die 16.000 Mill. für die Rückzahlung und Verzinsung der Staats<lb break="no"/>schuld abzieht, verbleibt ein Netto-Defizit von 24–25 Mia. S,<lb/>
das geringer ist als 1975. Ich bin sehr gespannt, ob dies dann<lb/>
tatsächlich eintreten wird. Ich glaube eher nein. Sicher muss<lb/>
aber <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> eine so harte Budgetpolitik anlegen, um überhaupt<lb/>
zu einem erträglichen Ergebnis im Jahre 1978 zu kommen. Dazu<lb/>
kommt noch, wie <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs> richtig bemerkte, dass durch die<lb/>
restriktive Politik der OeNB der Finanzminister sich die Finan<lb break="no"/>zierung seines Budgetdefizites wahrscheinlich mit ausländischen<lb/>
Krediten wird holen müssen. Die österr. Banken und Kreditinstitute<lb/>
werden kaum Mittel dafür haben. Derzeit haben diese Banken die<lb/>
Finanzierung ihrer Kunden durch Devisenkäufe in DM und Dollar<lb/>
ermöglicht und werden daher in nächster Zeit sehr stark<lb/>
illiquid sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_07">Die handelspolitischen Massnahmen sollen und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwartet sich<lb/>
von mir entsprechende sehr konkrete Vorschläge, nichttarifarische<lb/>
Hemmnisse durch Verschärfung der Kontrolle. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sagte zu,<lb/>
er wird alle diesbezüglichen Anweisungen erlassen. Wir müssen uns<lb/>
gegen die Billigstimporte aber auch gegen die starken Einfuhren<lb/>
von nicht notwendigen Produkten wehren. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wollte bei<lb/>
dieser Gelegenheit gleich die Fettverbrauchssteuer einführen,<lb/>
um gegebenenfalls den Butterpreis zu senken. Hier hat er aber nicht<lb/>
einmal die Zustimmung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bekommen der meint, eine Fett<lb break="no"/>steuer könnte man erst ventilieren bis die Ölmühle tatsächlich<lb/>
steht. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> verlangt aber, dass das Handelsministerium sich<lb/>
gegen die § 6-Zollermässigungen aussprechen sollten. Ich ver<lb break="no"/>sprach, wo es die Industrie nicht durch Maschinenimporte<lb/>
betrifft, eine rigorosere Handhabung. Unsere strukturpolitischen<lb/>
Massnahmen und die Förderung von Gewerbe und Fremdenverkehr<lb/>
im nächsten Jahr muss ebenfalls ganz kurz dem Bundeskanzler mit<lb break="no"/>geteilt werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat sich mit der OeNB bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
durchgesetzt und es wird wahrscheinlich zu keinem Depot kommen.<lb/>
Umso mehr muss man jetzt durch administrative Massnahmen<lb/>
versuchen, die starken Einfuhren zu drosseln. Darüber hinaus<lb/>
soll eine Kampagne für "kauft österr. Waren" <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat den<lb/>
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von mir, dass sowohl das Preisgesetz als auch das Antimarktstörungs-<lb/>
und Dumpinggesetz angewendet wird. Der Widerstand der Arbeiterkammer<lb/>
dürfte jetzt gebrochen sein und die liberale Einfuhrpolitik ein<lb/>
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jetzt mit den entsprechenden Fachverbänden die von mir schon<lb/>
längst eine solche restriktive Politik verlangen unverzügliche<lb/>
Vorschläge ausarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-10-02_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte sofort die Kontakte mit den einzelnen<lb/>
Fachverbänden aufnehmen.<lb/>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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