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            <title type="main">Dienstag, der  6. September 1977</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band38_1977-09-06</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_01">Dienstag, 6. September 1977<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_02">Direktor <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> von der Kartoffelverwertung Gmünd glaubt<lb/>
allen Ernstes, dass der Finanzminister für das BÜG 77 5.9 Mio.<lb/>
Schilling und für 78 im Budget 105 Mio. S für die Kartoffelför<lb break="no"/>derung einsetzen wird, Seiner Meinung nach müsste das benach<lb break="no"/>teiligte Waldviertel gerade weil jetzt die Getreidepreise<lb/>
Qualitätsweizen nachgezogen wurden, hier eine besondere Förderung<lb/>
bekommen. Ihm schwebt entsprechender Schutz, wie er es bezeichnet<lb/>
finnischem Modell, im handelspolitischen Gebiet vor. Darüber hinaus<lb/>
möchte er für Weizen und Maisstärke entsprechende Massnahmen.<lb/>
Bezüglich des Ölsaatenprojektes Olioprot, wo er nicht nur als<lb/>
Sprecher sich fühlt, sondern auch ganz entschieden gegen die<lb/>
Mitwirkung der Unilever ist, teilt er mir dezidiert mit, dass<lb/>
die Unilever Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> falsche Darstellungen liefert und<lb/>
eine ausschliessliche Ölimportpolitik, auch dann wenn sie ein<lb/>
scheinbares Interesse an einer Eigenproduktion haben, fortsetzen<lb/>
möchte. Da wir nur eine Ölmühle errichten können, in der Zwischen<lb break="no"/>zeit sich ein dritter Interessent <rs type="person" ref="#per__113126">Hirsch</rs>, von der Vegetabilen ge<lb break="no"/>meldet hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte eine Aussprache im kleinsten Kreis<lb/>
zwischen Oilioprot und Unilever bei mir einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_04">Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114725">Chrust</rs> von der CSSR kommt im Auftrag von <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs>,<lb/>
Aussenhandelsministerium, um mit mir den Tschechoslowakeibesuch<lb/>
zu besprechen. Ich erkläre ihm ganz dezidiert, dass ich nur nach<lb/>
Brünn auf einige Stunden komme, weil <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> mich dazu – fast<lb/>
würde ich sagen – gezwungen hat. Ursprünglich war vereinbart,<lb/>
dass wir bei dem Besuch in Brünn vorher oder nachher Gelegen<lb break="no"/>heit haben mit den Fachleuten der E-Wirtschaft in <choice><choice><sic>Borovice</sic><corr>?</corr></choice></choice> in ihrem<lb/>
Atomreaktorzentrum Gespräche zu führen. Jetzt bietet man mir an,<lb/>
dass in Brünn der zuständige Vizeminister sein würde. Ich erkläre<lb/>
sofort, dass ich die Fachleute von dem Energiesektor nicht mit<lb break="no"/>nehmen werde, weshalb ich in Brünn auch über dieses Problem keine<lb/>
detaillierten Gespräche führen kann und will. <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> hat in War<lb break="no"/>schau versucht mich mit dem Hinweis zu ködern, dass er mir es<lb/>
zwar nicht sagen dürfe, aber mir mitteilt, dass der Ministerpräsident<lb/>
insbesondere nach dem Besuch des Parteisekretärs bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit<lb/>
mir sprechen will und dies nur auf der Brünner Messe möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_05">Ich bin sehr gespannt. Rechnen tu ich nicht damit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_06">Die Firma Denzel hat zur Unterstützung unserer Rohstoffaktion<lb/>
in der Rohstoff-Fibel 3 Volvos gestiftet. Ich wurde ersucht sie<lb/>
den Gewinnern zu übergeben, was ich natürlich gerne machte. <rs type="person" ref="#per__116110">Denzel</rs><lb/>
hat klugerweise bei dieser Gelegenheit gleich seine neuen Volvo<lb/>
Modelle vorgestellt. So hat er bereits uns gegenüber den Nachweis<lb/>
erbracht, dass die 10 %-ige Abwertung der Schwedenkrone sofort bis<lb/>
auf den letzten Prozentsatz den Käufer weitergegeben wurde. Die<lb/>
zweite grosse Überraschung auch für mich war, dass Volvo in West<lb break="no"/>europa nirgends tiefere Preise hat als in Österreich. Österreich<lb/>
wird also von der Schweden gleich gut behandelt. Natürlich nützte<lb/>
ich bei meiner Ansprache die Möglichkeit auf diese Situation be<lb break="no"/>sonders hinzuweisen und die Angriffe, dass bei den anderen Marken<lb/>
unsere Berechnungen nicht stimmen zurückzuweisen. Bei den an<lb break="no"/>schliessenden Buffet hatte ich Gelegenheit mit dem Exportleiter<lb/>
für Österreich von Volvo über die Abwertung und vor allem die<lb/>
Idee der Zusammenlegung zwischen SAAB und VOLVO zu sprechen.<lb/>
Dieses Projekt ist an den Widerstand von Saab gescheitert, die<lb/>
sich nicht Volvo unterordnen wollten. Der schwedische Botschafter<lb/>
hat andererseits bei mir neuerdings angefragt, wie es mit den<lb/>
Kompensationsgeschäften zwischen Militärregierung, Flugzeugkauf<lb/>
und österreichischen Lieferungen, die sie übernehmen müssen, steht.<lb/>
Ich erklärte freimütig, dass wir in der jetzigen Phase kaum in<lb/>
absehbarer Zeit Flugzeuge kaufen werden und wir deshalb nicht<lb/>
jetzt bereits entsprechende detaillierte Verhandlungen über die<lb/>
Abwicklung dieser Kompensationsgeschäfte – wenn es zu einem Flug<lb break="no"/>zeugkauf einmal kommen sollte – detaillierte Vorarbeit leisten<lb/>
sollten. Prinzipiell ist für die Schweden klar, dass wenn es zu<lb/>
einer entsprechenden Vereinbarung kommt, dann das Handelsministerium<lb/>
für die Abwicklung der Kompensation zuständig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_07">Schäffer &amp; Budenberg, eine Stahlfirma hat in Ybbs jetzt keine<lb/>
Aufträge, weil die zugesicherten Abnahmemengen der VÖEST, die aller<lb break="no"/>dings nicht schriftlich vereinbart wurden, heuer keinesfalls von<lb/>
ihr gekauft werden. Direktor <rs type="person" ref="#per__141295">Schmid</rs> mit dem Betriebsrat – auf Ver<lb break="no"/>anlassung von letzteren – hat bei mir vorgesprochen, damit ich<lb/>
bei der VÖEST interveniere, was ich auch sofort zusagte. Die Firma<lb/>
hat jetzt von GFM eine moderne Schmiedemaschine gekauft, hat<lb/>
grösste Schwierigkeiten ihre Investitionen zu vollenden und sieht<lb/>
<pb n="38-0995" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band38/38_1977-09-06_0995.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sich veranlasst, 36 Arbeiter zu kündigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte bei VÖEST-Besprechung auf Tagesordnung<lb/>
setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_09">Die Textilindustrie, Dr. <rs type="person" ref="#per__144392">Adensamer</rs> als Präsident und Dr. <rs type="person" ref="#per__140608">Huber</rs> als<lb/>
Sekretär sowie Dr. <rs type="person" ref="#per__149348">Schinzl</rs> der die Interessengemeinschaft Textil<lb break="no"/>verband vertritt, schlugen mir vor, ich sollte eine Plakataktion<lb/>
die ca. 5 Mio. Schilling kostet, finanzieren. Sie hatten einen Ent<lb break="no"/>wurf – eine Tür, wo österreichische Stoffballen ins Ausland gehen,<lb/>
als Text "Österreich erzeugt gute Textilien" - darstellte vorge<lb break="no"/>legt und glaubten allen Ernstes, dass ich dafür 5 Mio. S ausgebe.<lb/>
Abgesehen davon, dass das Plakat ungeheuer viel Schrift enthielt<lb/>
die niemand liest, habe ich sofort dafür keine Mittel zur Hand.<lb/>
Ich könnte mir eher vorstellen, dass ähnlich wie die Schuhindustrie,<lb/>
wo AR <rs type="person" ref="#per__114472">Giglinger</rs> mit ihnen ein ganzes Marketingkonzept erarbeitet<lb/>
auch am Textil-und Bekleidungssektor so etwas versucht wird. Da<lb/>
die Industrie ja nicht für Einzelfirmen wirbt, müsste man ver<lb break="no"/>suchen im Fernsehen irgendeine Sendung oder Pausenfüllung oder sonst<lb/>
was bekommen, wo eine entsprechende nachhaltige Werbung für<lb/>
österreichische Waren gemacht wird. Derzeit, wurde mir mitgeteilt,<lb/>
gibt es bei der Sendung WIR Absage-und Ansage, sozusagen Sponsor<lb break="no"/>aktivität mit 2,8 Mio. S Aufwand. 1,1 Mio. schiesst dazu die<lb/>
Interessengemeinschaft Textilwerbung bei. 500.000 S wird für<lb/>
Strickerei aufgewendet. Auch für Plakatwerbung Wollsiegel usw.<lb/>
wurden beträchtliche Beträge von dem Fachverband aber auch von<lb/>
der Handelskammer, WIFI usw. bereitgestellt. Jetzt will man ebenfalls<lb/>
das Handelsministerium miteinbeziehen. Man wollte grössenordnungs<lb break="no"/>mässig von mir wissen, welche Mittel ich dafür bereitstellen<lb/>
werde. Ich habe keinerlei Zusagen gemacht, ja nicht einmal andeutungs<lb break="no"/>weise die Grössenordnung festgelegt. Ich erklärte nur sofort, dass<lb/>
bei der Budgetsituation nicht mit grösseren Mittel zu rechnen sei<lb/>
und überhaupt Voraussetzung für eine Unterstützung ein Marketing<lb break="no"/>konzept vorliegen muss. <rs type="person" ref="#per__114085">Grumbeck</rs> der für Textilien zuständig<lb/>
ist wird mit ihnen ein solche Konzept, ähnlich <rs type="person" ref="#per__114472">Giglingers</rs> versuchen.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich den Fachverband wissen<lb/>
lassen, dass ich in Hinkunft nicht mehr bereit bin, Vorschläge die<lb/>
von Ihnen kommen, wie z.B. die Importlizenzscheine, jemals wieder<lb/>
zu machen, weil die Handelskammer nicht imstande ist resp. Gremien<lb/>
zu veranlassen, dass sie das Kompromiss, was die Handelskammer vor<lb break="no"/>geschlagen hat akzeptieren. Ich verwies auf die Angriffe der<lb/>
Gremialvorsteher in den Zeitungen und vor allem aber jetzt immer<lb/>
<pb n="38-0996" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band38/38_1977-09-06_0996.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wieder im Rundfunk.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_10">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> informiert mich über die Angriffe gegen seine<lb/>
Person und er meinte dies sei alles bereits beigelegt. Zur Ver<lb break="no"/>besserung der Zahlungsbilanzsituation hat er für das Präsidium<lb/>
des ÖGB eine Punktation aufgestellt, die wir strengst vertraulich<lb/>
auch überprüfen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97819">PLESCH</rs>: Bitte ohne Autor nennen, Einzel<lb break="no"/>punkte im Haus prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_12"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> ist nach wie vor der Meinung, dass wir vom Handelsministerium<lb/>
wegen der Aktivitäten auf dem Tourismussektor, die er mit einer<lb/>
Studie des Stiftungsfonds der ÖNB fördern wird, ergreifen müssten.<lb/>
Er erwartet, dass das Handelsministerium ähnlich wie wir dies<lb/>
am Skigebiet tun, für den Gebirgstourismus ein Konzept ausarbeiten.<lb/>
Bis jetzt haben wir die Alpinen Vereine mit 5 Mio. S jährlich ge<lb break="no"/>fördert. Wenn wir jetzt eine stärkere Förderung und ein neues Konzept<lb/>
erarbeiten, werden wir dafür grössere Geldmittel aufwenden müssen.<lb/>
Mir erscheint es zweckmässig, wenn man jetzt gerade im Hinblick<lb/>
auf des schlechten Tourismuserfolg in Tirol, diese neue Möglichkeit<lb/>
der Anziehung für insbesondere deutsche Gäste jetzt erarbeitet.<lb/>
Anstelle von wirkungslosen Studien könnte ich mir vorstellen, dass<lb/>
man mit den beteiligten Stellen auch unter deren finanzieller Mit<lb break="no"/>wirkung ein Konzept erarbeitet. Wenn es mir gelänge, ähnlich wie<lb/>
bei Ski einen Bruchteil von neuen Urlaubern dafür zu gewinnen, so<lb/>
haben wir wahrscheinlich den Alpinen Vereinen direkt geholfen ein<lb/>
neues Hobby für einen grösseren Kreis erschlossen und auch unsere<lb/>
Zahlungsbilanzsituation dadurch verbessert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll diesbezügliche Überlegungen und<lb/>
Besprechungen einleiten. Wo bleibt der Bericht von der<lb/>
Fremdenverkehrsbesprechung in Lech?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_14">Beim Jour fixe mit dem Vorstand der Verbundgesellschaft informierte<lb/>
ich sie über den Brief des deutschen Ministers <rs type="person" ref="#per__97457">Friderichs</rs>, betreffend<lb/>
des Schiedsverfahrens Ill-Werke – <choice><choice><sic>RKW</sic><corr>TKW?</corr></choice></choice>. Der Verbundvorstand hofft<lb/>
noch immer, dass auf freundschaftliche Weise dieses Verfahren durch<lb break="no"/>geführt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_15">Ich berichtete von meinem Besuch bei TKW und insbesondere Osttirol<lb/>
und erklärte dezidiert, dass ich bemüht sein werde, die Studien<lb break="no"/>gesellschaft in die Tauernkraftwerke einzubinden ähnlich wie dies<lb/>
<pb n="38-0997" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band38/38_1977-09-06_0997.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in der ÖDK mit Kelag der Fall war, würde ich einen entsprechenden<lb/>
Besuch bei LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> machen, der wie ich höre, sehr wohl diesem<lb/>
Konzept zuneigt. Die TIWAG-Vorstände, die allerdings in der nächsten<lb/>
Zeit ja alle in Pension gehen, sind dagegen. Auch Dir. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> wollte,<lb/>
dass zwar der Bau der TKW übertragen wird, dass aber die Gesellschaft<lb/>
zwischen Verbundgesellschaft und TIWAG sozusagen zentralisiert wird.<lb/>
Diesen Vorschlag lehnte ich gleich mit aller Entschiedenheit ab.<lb/>
Das koordinierte Ausbauprogramm, das man mir erstmalig offiziell<lb/>
vorlegte, nahm ich zur Kenntnis, da ja bis zu Ende 1986 – so lange<lb/>
reicht es – ein Kraftwerk vorgesehen ist. Die dort angenommene Zu<lb break="no"/>wachsrate von 5.7 % erscheint mir an und für sich auf Grund der<lb/>
bisherigen Ergebnisse Jänner – August 2.3 % Elektrizitätsverbrauchs<lb break="no"/>zuwachs als zu hoch. Interessant ist, dass im Vorjahr noch 7.7 %<lb/>
in diesem Zeitraum mehr gebraucht wurde. Ich ersuchte um eine genaue<lb/>
Analyse weil die allgemeine Aussage, daran seien nur die Witterungs<lb break="no"/>verhältnisse im Frühjahr schuld – für mich nicht befriedigend ist.<lb/>
Die Industrie hat einen Zuwachs von 4.5 %, dies entspricht genau ihrem<lb/>
Produktionszuwachs.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_16">Befriedigend wird von mir zur Kenntnis genommen, dass jetzt die<lb/>
einzelnen Landesgesellschaften NÖ und Steiermark ihre Mindestabnahme<lb break="no"/>bestimmungen im Tarif aufgehoben haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte lass prüfen wer jetzt noch welche hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_18">Der Elektrizitätsverband wird jetzt für Sonnenenergie und vor<lb/>
allem aber für Energiesparende Technologie einen eigenen Verein<lb/>
gründen. Der wird im Gegensatz zu AfA einem Forschungsinstitut,<lb/>
das das Wissenschaftsminister, die ÖMV und Shell gegründet hat<lb/>
und über Sonnenenergie Untersuchungen anstellt, hauptsächlich sich<lb/>
mit der Änderung der industriellen Technologie beschäftigen. Nur<lb/>
dort – es ist uns vollkommen klar – kann es wirklich zu grösseren<lb/>
Energiesparmassnahmen kommen. Der neuzugründende Verein, der<lb/>
regierungsfern unter Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>, Konzerthausgesellschaft,<lb/>
arbeiten wird, wird zwar sicherlich die Verbundgesellschaft auf<lb break="no"/>fordern beizutreten oder zumindestens finanzielle Unterstützung<lb/>
geben, kaum aber sich mit den wirklichen Problemen des Energieein<lb break="no"/>sparens – und dies ist nur bei der Heizung und Industrie möglich –<lb/>
beschäftigen. Da wir derzeit einen verhältnismässig sehr geringen<lb/>
Energiezuwachs haben, wird der Verein bei seinen ersten Aktivitäten<lb/>
sehr schwer Erfolge verzeichnen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_19">Die Verbundgesellschaft wird mit Burgenland GKB und Handels<lb break="no"/>ministerium für die Prospektion an der ungarisch-burgenländischen<lb/>
Grenze je 3 Mio. S, insgesamt also 12 Mio. S, für das Jahr 1977 und 78<lb/>
bezahlen. S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wird jetzt nach Ungarn fahren und mit<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__146612">Simon</rs> resp. den zuständigen Beamten die Kohlenlieferung<lb/>
aus diesem Grenzgebiet in ein österreichisches Kohlekraftwerk<lb/>
im Detail besprechen. Ich selbst mache immer wieder darauf aufmerk<lb break="no"/>sam, dass es sich hier nicht mehr um eine reine Kohlenlieferung<lb/>
handeln dürfe, sondern dass wir in einer Kooperation zwischen<lb/>
Ungarn und Österreich – wenn möglich sogar ein Gemeinschafts<lb break="no"/>kraftwerk an der Grenze errichten sollten. Ich berichte über die<lb/>
Verhandlungen in Polen und wir einigen uns, dass im Prinzip<lb/>
weitere 800 MW - über die Stundenleistung muss noch entsprechen ge<lb break="no"/>sprochen werden – im Prinzip von den Polen akzeptiert werden soll.<lb/>
Da wir im vergangenen Jahr einen Handelsüberschuss von 4 Mia. S<lb/>
hatten und der erste Vertrag 400 MW, 4.000 Stunden einen maximalen<lb/>
Erlös von 750 Mio. S bringen wird, kann Polen um diesen Überschuss<lb/>
zu bezahlen, nur noch mehr Energielieferungen, zumindestens eine<lb/>
Teilabdeckung erreichen. Hoffentlich werden sie auch tatsächlich<lb/>
diese Mengen zur Verfügung stellen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte vertraulich eine zukünftige Handels- und<lb/>
Zahlungsbilanzanalyse des Polengeschäftes vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_21">Die Verbundgesellschaft hat in der Energiesektion angesucht, man<lb/>
soll jetzt endgültig entscheiden, wie es mit der Endlagerung weiter<lb break="no"/>geht. Das Gesundheitsministerium SR <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs> ist derzeit nicht be<lb break="no"/>reit eine konkrete Erklärung über die Erfordernisse eines Zwischen<lb break="no"/>lagers usw. zu geben. Min. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> hat mir sogar mitgeteilt,<lb/>
dass angeblich die Kernkraftwerksgesellschaft darauf verzichtet<lb/>
auf ein Zwischen- oder Kompaktlager. Dies stellte sich sofort heraus<lb/>
ist eine ausgesprochene Fehlinformation von <rs type="person" ref="#per__111739">Vychytil</rs> an <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>.<lb/>
Die Kernkraftgesellschaft erwartet im Gegenteil jetzt konkretere<lb/>
Auflagen zu bekommen die aber bis jetzt nicht zu erreichen waren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> erklärte mir, dass jetzt der beste Platz im Bereich<lb/>
Allentsteig sei, einem Gebiet das die ÖMV aufgekauft hat, eine zweite<lb/>
Möglichkeit in Göpfritz, wo die Porr für CERN seinerzeit<lb/>
Grundstücke gekauft hat, als Ausweichlösung neben vier anderen<lb/>
allerdings unbedeutenden Anboten hier vorliegt. <choice><choice><sic>Woran?heuer</sic><corr>?</corr></choice></choice> ihnen<lb/>
empfiehlt mit den Grundeigentümern und den Gemeinden zu einer ge<lb break="no"/><pb n="38-0999" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band38/38_1977-09-06_0999.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>meinsamen Auffassung zu gelangen. Dies ist, davon sind alle überzeugt,<lb/>
sicherlich nicht möglich da die Gemeindevertretung niemals zustimmen<lb/>
werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Wieso konnte ein solche Schreiben ohne meiner<lb/>
Genehmigung hinausgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_23">Die Verbundgesellschaft möchte, damit wir im Aufbereitungsvertrag<lb/>
mit Frankreich in der Reihe angestellt bleiben, dass die Bundesre<lb break="no"/>gierung jetzt die Erklärung gegenüber Frankreich abgibt, gegebenen<lb break="no"/>falls die 2 cbm Atommüll ab 1985, wahrscheinlich sogar noch wesent<lb break="no"/>lich später, zurückzunehmen. Wenn die Regierung im Gefolge der<lb/>
Diskussion im Nationalrat eine solche Politik dann nicht machen<lb/>
kann oder will, würde sich die GKT verpflichten, aus den Ver<lb break="no"/>trag auszusteigen, d.h. trotz der zustimmenden Erklärung der<lb/>
österreichischen Regierung eben die Wiederaufbereitung dort nicht<lb/>
vornehmen lassen. S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> behauptete, dass für die Exporte<lb/>
eine österreichische Genehmigung auf Grund des Aussenhandelsge<lb break="no"/>setzes notwendig sei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_25"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> ersuchte mich um Stellungnahme ob ich für die Errichtung<lb/>
eines neuen Lastverteilers mit Zentralbüro in Form eines neuen<lb/>
Hausbaues sei, oder ob ich auf alle Fälle dagegen Stellung nehmen<lb/>
würde. In diesem Fall könnten sie sich nämlich verschiedene Arbeiten<lb/>
die sie jetzt für den Aufsichtsrat zu leisten haben, ersparen.<lb/>
Der Aufsichtsrat hat eine Rechnung über die Zweckmässigkeit oder<lb/>
Cost-Benefit-Rechnung über das neue Gebäude verlangt. Jetzt behauptet<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> ist durch die Dezentralisierung ein ungeheurer Verwaltungs<lb break="no"/>aufwand notwendig. Da im Preisbescheid feststeht, dass wirtschaft<lb break="no"/>liche Gewinne nicht für Verwaltung verwendet werden dürfen, d.h.<lb/>
das neue Haus nicht mit Eigenmittel finanziert werden kann, will<lb/>
man gegebenenfalls mit der Giro-Zentrale ein Leasingverfahren be<lb break="no"/>sprechen. Der Aufwand für das Haus wird ca. 1 Mia. S betragen. Die<lb/>
Safe und die Tiwag werden jetzt aber auch ein neues Verwaltungsge<lb break="no"/>bäude bauen. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> meint, man könnte die DoKW, die GKS, d.h.<lb/>
das neue Kernkraftwerk Stein, und auch die Verbundgesellschaft<lb/>
unter ein Haus bringen. Ich erklärte dezidiert, dass primär ich<lb/>
mich gegen den hohen Quadratmeterpreis von 15.000 S wende, weil<lb/>
fast um die Hälfte und weniger jetzt entsprechende Baumöglichkeiten<lb/>
<pb n="38-1000" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band38/38_1977-09-06_1000.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bei harter konkurrenter Ausschreibung und Verhandlungsgeschick<lb/>
möglich ist. Im Prinzip aber habe ich nichts zu entscheiden,<lb/>
denn dafür sind Organe zuständig, Vorstand und Aufsichtsrat<lb/>
und ich gedenke nicht, weder S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, wie Dir. <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs><lb/>
von mir erwartet, eine Weisung zu geben dass er zustimmt,<lb/>
noch aber eine Weisung zu geben, dass unbedingt abgelehnt werden<lb/>
muss. Ich erklärte, dass ich mich in dieser Frage nicht einmische.<lb/>
Dies habe ich bereits vor Jahren gesagt und dabei bleibt es.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_26"><rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> hatte mir vorgeschlagen, ich sollte auch die Vorstands<lb break="no"/>bezüge insbesondere Einbau der Aufsichtsratsgebühren besprechen.<lb/>
Da ich aber taktisch im Nachteil bin wenn ich mit ihrer Bezugs<lb break="no"/>erhöhung, die sicherlich in der nächsten Zeit kommen wird, zu<lb/>
sprechen beginne, warte ich in diesem Punkt zu bis die entspre<lb break="no"/>chenden Forderungen von seitens der Direktoren an mich herange<lb break="no"/>tragen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte lass feststellen, wie bei den Sonderge<lb break="no"/>sellschaften die Aufsichtsratsregelungsvergütung und wer aller wo<lb/>
ist, aussieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_28">Im Landstrasser Parteipräsidium besprachen wir unsere nächsten<lb/>
Aktivitäten im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen. Seit 1966,<lb/>
wo wir vorerst mit alten Propagandamethoden geglaubt haben den<lb/>
Landstrasser Bezirk erobern zu können – kein Baum wurde ohne Plakat<lb/>
gelassen, ich selbst fuhr in den Strassen mit Lautsprecherautos<lb/>
usw. – haben wir unsere Taktik total verändert. Jetzt sind wir in<lb/>
der glücklichen Lage für die Gewerbetreibenden und ganz besonders<lb/>
für die Ärzte Genossen zu haben, die auf unpolitischer Basis ent<lb break="no"/>sprechende Veranstaltungen organisieren. Leider ist die Renovierung<lb/>
der BAWAG-Filiale am Rochusplatz noch immer nicht im Angriff ge<lb break="no"/>nommen, obwohl mir GD <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> dies zusagte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_30">In der Ausschussitzung wo ich referierte, hatte ich eigentlich<lb/>
einen stärkeren Angriff wegen der Streitigkeiten der Spitzenpolitiker<lb/>
in der Urlaubszeit erwartet. Vielleicht war es meine innere Über<lb break="no"/>zeugung und mein sofortiges Eingeständnis, dass dies die schlechteste<lb/>
Politik ist, die wir betreiben können, dass die harte Kritik unterblieb.<lb/>
Wir führten eine Sachdiskussion wie sie bei uns nicht auch immer<lb/>
üblich ist. Über dieses Verhalten war ich persönlich sehr überrascht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band38_1977-09-06_31">Im Fachverband der Brauereien waren die Verhandlungen geplatzt<lb/>
und als ich dazugerufen wurde, schien es, als ob eine Kampfmass<lb break="no"/>nahme nicht mehr zu vermeiden wäre. Dr. <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs> der Verhandlungsleiter<lb/>
konnte sich bei seinen Leuten scheinbar nicht durchsetzen und auch<lb/>
bei uns gab es grösste Schwierigkeiten zu einer einvernehmlichen<lb/>
Auffassung zu gelangen.Die Unternehmer hatten sich festgelegt,<lb/>
dass sie 7.5 % Lohnerhöhung nur dann akzeptieren können, wenn die<lb/>
Brauereivertreter dezidiert erklären, dass beim nächsten Mal<lb/>
keine 12 Monatslaufzeit mehr vereinbart werden soll. Dies wurde<lb/>
ganz entschieden abgelehnt und Vorbereitungen getroffen, damit die<lb/>
Kampfmassnahmen, Informationsversammlungen die sich über Tage<lb/>
erstrecken durchgeführt werden. Nach 10 Uhr abends gelang mir dann<lb/>
immer zwischen Unternehmern und unserer Gruppe hin und her pendelnd<lb/>
ein Kompromiss, wonach die Unternehmer uns in einem Brief mit<lb break="no"/>teilten, dass sie in Hinkunft nur mehr die durchschnittlichen Lauf<lb break="no"/>zeiten der übrigen Verträge der Lebens-und Genussmittelarbeiter<lb/>
anstreben werden. Dieser Brief wird von der Brauergruppe zur Kennt<lb break="no"/>nis genommen. Die genauen Formulierungen mussten bis zum letzten<lb/>
Beistrich durchgeführt werden. Zum Schluss war Zentralsekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> und der Obmann der Gruppe Brauer, <rs type="person" ref="#per__120614">Bergmann</rs>, so verärgert, dass<lb/>
sie selbst gar nicht mehr in den Sitzungssaal hineingingen. Dr. <rs type="person" ref="#per__115363">Egger</rs><lb/>
konnte auch mit seinen Leuten kaum mehr reden. Es war wirklich eine<lb/>
ausgesprochen harte Verhandlung. Die Entwicklung wird – und darüber<lb/>
liess ich unsere Kollegen nicht im Zweifel – immer kritischer und<lb/>
für unsere Gewerkschaft schwieriger. Hier stehen mir ganz schlimme<lb/>
Zeiten bevor.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 6.9.1977</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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